Bahnhof Marthalen

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Bahnhof Marthalen
Bahnhofstyp Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof
Gemeinde Marthalen
Bezirk Andelfingen
Kanton Zürich
Eröffnung April 1857
Heutiger Standort in Betrieb 24. November 2014
Betreiberin SBB
Bahnstrecke Winterthur–Schaffhausen
Perrongleise 2
Bahnsteige 2 Aussenperrons
Perronlänge 220 m
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Betriebsstellenkürzel MTL
IBNR 8506048
Tarifzone 115 (ZVV)
S-Bahn-Linien S12, S33
Nachtverkehr SN3, N60, N69
Buslinien 620, 621, 623, 630, 847
Website Bahnhof Marthalen bei den SBB

Der Bahnhof Marthalen ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen in der Gemeinde Marthalen im Zürcher Weinland. Er liegt an der Rheinfallbahn zwischen Andelfingen und Dachsen und wird im Personenverkehr von den Linien S12 und S33 der S-Bahn Zürich bedient.

Die heutige Bahnhofsanlage befindet sich im Gebiet Fleudenbüel südöstlich des Dorfkerns. Sie wurde am 20. November 2014 feierlich eingeweiht und am Morgen des 24. November 2014 dem fahrplanmässigen Verkehr übergeben. Der Neubau ersetzte die rund 450 Meter weiter in Richtung Schaffhausen gelegene frühere Station.[1]

Der Bahnhof besitzt zwei 220 Meter lange Aussenperrons, eine Personenunterführung und stufenfreie Zugänge. Eine umfangreiche P+Rail-Anlage, gedeckte Veloabstellplätze und mehrere regionale Buslinien machen ihn zu einem wichtigen Verkehrsknoten für Marthalen, Rheinau, Trüllikon, Truttikon, Benken, Laufen-Uhwiesen und weitere Gemeinden des Zürcher Weinlands.

Lage

Der Bahnhof liegt südöstlich des historischen Dorfkerns von Marthalen im Gebiet Fleudenbüel. Die Anlage befindet sich zwischen der Ruedelfingerstrasse, der Breitistrasse und der Bahnlinie Winterthur–Schaffhausen.

Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhof annähernd von Südwesten nach Nordosten. In südwestlicher Richtung führt sie über Andelfingen, Henggart und Hettlingen nach Winterthur. Nordöstlich folgen Dachsen, Schloss Laufen am Rheinfall, Neuhausen und Schaffhausen.

Das Zentrum von Marthalen ist etwa einen Kilometer entfernt und über Fuss- und Velowege sowie die örtlichen Busverbindungen erreichbar. Der Bahnhof liegt näher beim Dorf als sein unmittelbarer Vorgänger, befindet sich jedoch weiterhin ausserhalb des geschlossenen historischen Ortskerns.

Das Umfeld besteht aus Landwirtschaftsflächen, Sport- und Schulanlagen, Gewerbebauten sowie den grosszügigen Parkierungs- und Umsteigeanlagen des Bahnhofs. Der Neubau wurde auf zuvor weitgehend unbebautem Gelände errichtet. Bei der Umgebungsgestaltung wurden deshalb auch ökologische Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen berücksichtigt.[2]

Name

Der Bahnhof trägt den Namen der politischen Gemeinde Marthalen.

In Fahrplänen wird die Eisenbahnstation als Marthalen geführt. Die unmittelbar angrenzende Bushaltestelle heisst dagegen Marthalen, Bahnhof.

Der Name wurde trotz der regionalen Bedeutung für Rheinau und weitere Nachbargemeinden nicht ergänzt. Bereits seit dem 19. Jahrhundert bestanden jedoch Post- und später Busverbindungen zwischen der Bahnstation und Rheinau.

Funktion im Bahnnetz

Marthalen ist ein Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof an der überwiegend eingleisigen Rheinfallbahn.

Im Bahnhofbereich stehen zwei durchgehende Gleise zur Verfügung. Züge aus beiden Richtungen können gleichzeitig ein- und ausfahren sowie einander kreuzen. Die Doppelspurinsel ist für die Stabilität des Fahrplans zwischen Winterthur und Schaffhausen von grosser Bedeutung.

Die Strecke wird hauptsächlich durch Regionalzüge der S-Bahn Zürich befahren. Daneben verkehren Dienst-, Bau- und einzelne Güterzüge.

Der Bahnhof ermöglicht die Verknüpfung des Schienenverkehrs mit regionalen Buslinien. Diese erschliessen Gemeinden und Ortsteile, die keinen eigenen Eisenbahnanschluss besitzen.

Rheinfallbahn

Hauptartikel: Rheinfallbahn

Die Rheinfallbahn ist eine normalspurige Eisenbahnstrecke von Winterthur über das Zürcher Weinland nach Schaffhausen. Sie überquert bei Schloss Laufen den Rhein unmittelbar oberhalb des Rheinfalls.

Die Strecke wurde in den 1850er-Jahren als direkte Verbindung zwischen Winterthur und Schaffhausen geplant. Ein Schaffhauser Initiativkomitee ersuchte Ende 1852 die Zürcher Regierung um eine Konzession.

Der Zürcher Grosse Rat erteilte die Bewilligung am 7. Januar 1853. Zu den Konzessionsbedingungen gehörte, dass in beiden Richtungen täglich mindestens zwei Personenzüge verkehren mussten. Die Wagen sollten mit Sitzplätzen und Fenstern ausgestattet sein.[3]

Die ursprünglich selbständige Rheinfallbahn-Gesellschaft ging noch vor der vollständigen Aufnahme des Betriebs in der Schweizerischen Nordostbahn auf. Die Bahnstrecke wurde im April 1857 eröffnet.

Seit 1902 befindet sich die Infrastruktur im Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen.

Geschichte

Planung und Bahnbau

Der Bau der Rheinfallbahn sollte Schaffhausen mit Winterthur und dem wachsenden schweizerischen Eisenbahnnetz verbinden.

Die Linienführung durch das Zürcher Weinland war vergleichsweise dünn besiedelt, musste aber mehrere Geländeeinschnitte, Gewässer und den Rhein überwinden. Besonders aufwendig waren der Bau der Rheinfallbrücke und die Zufahrt nach Schaffhausen.

Marthalen beteiligte sich wie andere Gemeinden der Region an der Finanzierung. Vom Bahnanschluss erwartete man schnellere Personenverbindungen sowie bessere Transportmöglichkeiten für landwirtschaftliche und gewerbliche Erzeugnisse.

Die Bahnlinie wurde ausserhalb des historischen Dorfes angelegt. Der gewählte Verlauf vermied grössere Eingriffe in die damals dicht mit Riegelhäusern bebaute Siedlung.

Eröffnung 1857

Die Rheinfallbahn wurde im April 1857 eröffnet. Marthalen erhielt damit erstmals einen direkten Anschluss an Winterthur und Schaffhausen.

Die ersten Züge wurden von Dampflokomotiven geführt. Das Angebot war wesentlich kleiner als heute und umfasste nur wenige tägliche Personen- und Güterzüge.

Der Bahnhof erleichterte den Transport von:

  • Getreide;
  • Wein und Obst;
  • Vieh;
  • Holz;
  • Kohle;
  • Düngemitteln;
  • Maschinen;
  • Baumaterialien;
  • gewerblichen Erzeugnissen.

Die Reisezeit nach Winterthur und Schaffhausen verkürzte sich deutlich. Die Bahn ermöglichte Einwohnern ausserdem, ausserhalb der Gemeinde zu arbeiten oder Schulen und Märkte in den regionalen Zentren zu besuchen.

Frühe Bahnhofsanlage

Die ursprüngliche Station lag ausserhalb des Dorfes an der Bahnstrecke Richtung Dachsen.

Zur Anlage gehörten ein Aufnahmegebäude, ein Wartesaal, ein Stationsbüro, Einrichtungen für Gepäck und Güter sowie mehrere Gleise.

Das Bahnpersonal verkaufte Billette, stellte Weichen und Signale, organisierte Zugkreuzungen und fertigte Güterwagen ab.

Der Bahnhof war zunächst eng mit der örtlichen Landwirtschaft verbunden. Mit der Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben nahm auch der Versand von verarbeiteten Produkten zu.

Postverbindung nach Rheinau

Am 1. Juli 1869 wurde ein Postkurs zwischen dem Bahnhof Marthalen und Rheinau eröffnet.[3]

Ein einspänniger Postwagen mit wenigen Passagierplätzen verkehrte zunächst zweimal täglich. Die Verbindung transportierte Personen, Briefe, Pakete und kleinere Güter.

Eine besondere Bedeutung besass die Verbindung für die 1867 in der ehemaligen Abtei Rheinau eingerichtete Pflegeanstalt. Mitarbeitende und Besucher waren auf den Anschluss an die Bahn angewiesen.

Am 1. Februar 1926 ersetzte ein motorisierter Renault-Postwagen das Pferdefuhrwerk. Damit begann auf dieser Strecke das Zeitalter des motorisierten Postautos.

Die historische Verbindung zwischen Bahnhof und Rheinau besteht im heutigen regionalen Busnetz weiter.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Ihre Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge gingen an die Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB erneuerten im Laufe des 20. Jahrhunderts den Oberbau, die Signalanlagen und die betrieblichen Einrichtungen.

Der Bahnhof Marthalen blieb sowohl für den Personenverkehr als auch für den örtlichen Güterumschlag von Bedeutung.

Elektrifizierung

Die SBB stellten die Rheinfallbahn im April 1943 auf elektrischen Betrieb um.

Die Fahrleitung wird mit dem schweizerischen Normalbahnstrom von 15 Kilovolt Einphasenwechselstrom betrieben. Die heute verwendete Frequenz beträgt 16,7 Hertz.

Elektrische Lokomotiven und Triebwagen ersetzten die Dampflokomotiven. Sie ermöglichten eine bessere Beschleunigung, kürzere Fahrzeiten und einen wirtschaftlicheren Betrieb.

Rückgang des Güterverkehrs

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der lokale Gütertransport zunehmend von der Bahn auf die Strasse.

Landwirtschaftliche Betriebe, Gewerbeunternehmen und Detailhändler wurden immer häufiger direkt mit Lastwagen beliefert. Stückgut- und Gepäckabfertigung verloren dadurch an Bedeutung.

Nicht mehr benötigte Gütergleise und Einrichtungen wurden schrittweise aufgegeben. Der Bahnhof entwickelte sich immer stärker zu einer Station des regionalen Personenverkehrs.

Einführung der S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 wurde die S-Bahn Zürich eröffnet. Die Rheinfallbahn wurde in das Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds aufgenommen.

Marthalen erhielt regelmässigere Verbindungen nach Winterthur und Schaffhausen. Über Winterthur entstanden bessere Anschlüsse nach Zürich und in weitere Teile des Kantons.

Die Einführung der S-Bahn erhöhte die Zahl der Pendler und verstärkte die Bedeutung des Bahnhofs für die umliegenden Gemeinden.

Doppelspurausbau Meder–Marthalen

Die Rheinfallbahn war ursprünglich auf ihrer gesamten Länge eingleisig.

Zur Verbesserung der Fahrplanstabilität wurde im Bereich Marthalen eine Doppelspurinsel geschaffen. Der Abschnitt Meder–Marthalen ging am 7. September 1997 in Betrieb.

Die zusätzliche Kreuzungsmöglichkeit erleichterte die Abwicklung des Regionalverkehrs. Die damalige Bahnhofsanlage blieb jedoch betrieblich und baulich unbefriedigend.

Insbesondere die Fahrwege, die Perronzugänge und die begrenzten Möglichkeiten zur gleichzeitigen Ein- und Ausfahrt erschwerten einen schnellen und stabilen Betrieb.

Planung der Bahnhofsverlegung

Bereits kurz nach der Einführung der S-Bahn entstanden Pläne, den Bahnhof auszubauen oder an einen geeigneteren Standort zu verlegen.

Die bisherige Anlage erlaubte nicht alle für den künftigen Fahrplan benötigten parallelen Fahrbewegungen. Zudem waren die Perronzugänge nicht vollständig hindernisfrei.

Ein weiterer Nachteil war die Lage des alten Bahnhofs. Er befand sich weiter vom Dorfzentrum entfernt als der heutige Standort.

Die Planung dauerte rund 25 Jahre. Dabei mussten die Interessen der SBB, des Kantons Zürich, der Gemeinde Marthalen, des Zürcher Verkehrsverbunds, der Busunternehmen sowie der betroffenen Grundeigentümer aufeinander abgestimmt werden.

Vierte Teilergänzungen der S-Bahn Zürich

Die Verlegung gehörte zu den vierten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich.

Dieses Ausbauprogramm umfasste verschiedene Bahnhöfe und Strecken im Kanton. Ziel waren längere Züge, zusätzliche Verbindungen, stabilere Fahrpläne und hindernisfreie Zugänge.

Der neue Bahnhof Marthalen wurde im Gebiet Fleudenbüel rund 450 Meter vom bisherigen Standort entfernt in Richtung Andelfingen errichtet.

Die Kosten beliefen sich auf ungefähr 25 Millionen Franken.[4]

Eröffnung des heutigen Bahnhofs

Die feierliche Einweihung fand am 20. November 2014 statt.[5]

Am Montag, dem 24. November 2014, hielten ab ungefähr 05:30 Uhr die ersten fahrplanmässigen S-Bahn-Züge am neuen Standort.[1]

Gleichzeitig wurden die regionalen Buslinien zum neuen Bahnhof verlegt. Dadurch blieben die Anschlüsse zwischen Bahn und Bus erhalten.

Die neue Anlage erhielt:

  • zwei 220 Meter lange Perrons;
  • zwei durchgehende Gleise;
  • eine Personenunterführung;
  • stufenfreie Zugänge;
  • überdachte Wartebereiche;
  • Billettautomaten;
  • elektronische Fahrgastinformation;
  • eine öffentliche Toilette;
  • Velo- und Motorrollerplätze;
  • eine grosszügige P+Rail-Anlage;
  • Haltekanten für regionale Buslinien.

Die langen Perrons ermöglichen den Halt moderner Doppelstockzüge mit höherer Kapazität.

Heutige Bahnhofsanlage

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Gleise und zwei Aussenperrons.

Gleis Übliche Fahrtrichtung Bahnsteig
1 Andelfingen, Winterthur und Zürich Aussenperron
2 Dachsen, Neuhausen und Schaffhausen Aussenperron

Die konkrete Gleisbelegung kann bei Bauarbeiten, Störungen und betrieblichen Änderungen abweichen. Massgebend sind die Anzeigen und Durchsagen am Bahnhof.

Die beiden Perrons sind über eine Personenunterführung miteinander verbunden. Rampen beziehungsweise stufenfreie Wege ermöglichen den Zugang ohne Treppen.

Die Bahnsteige sind in den zentralen Bereichen überdacht. Dort befinden sich Sitzgelegenheiten, Abfahrtsanzeigen, Beleuchtung und weitere Einrichtungen für Reisende.

Ein klassisches Aufnahmegebäude mit bedientem Schalter besteht am heutigen Standort nicht. Marthalen ist eine Selbstbedienungsstation.

Architektur und Gestaltung

Die heutige Anlage ist als funktionaler, ländlicher Regionalbahnhof gestaltet.

Lange Schutzdächer mit einer leichten Stahlkonstruktion überspannen Teile der Perrons und die Zugänge zur Unterführung. Glasflächen lassen Tageslicht in die gedeckten Bereiche.

Betonmauern fassen die in das leicht ansteigende Gelände eingeschnittenen Zugänge. Die Rampen verlaufen teilweise parallel zu den Gleisen.

Der Bahnhof wurde auf zuvor unbebauten Flächen errichtet. Bei der Gestaltung der Böschungen und Grünbereiche wurde auf die Einbettung in die Landschaft geachtet.

Trockene und magere Standorte wurden als Lebensräume für spezialisierte Pflanzen und Tiere neu angelegt beziehungsweise ersetzt. Eine ökologische Fachbegleitung überwachte die Arbeiten.[2]

Eisenbahnverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 halten die Linien S12 und S33 in Marthalen.[6]

Linie Verbindung über Marthalen Grundangebot
S12 Brugg AG – Baden – Dietikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Winterthur – Andelfingen – Marthalen – Neuhausen – Schaffhausen stündlich auf dem Ast Winterthur–Schaffhausen
S33 Winterthur – Hettlingen – Henggart – Andelfingen – Marthalen – Dachsen – Schloss Laufen am Rheinfall – Neuhausen – Schaffhausen stündlich

Durch das Zusammenwirken beider Linien besteht zwischen Winterthur, Marthalen und Schaffhausen grundsätzlich ein annähernder Halbstundentakt.

S12

Die S12 verbindet Marthalen direkt mit Winterthur, Zürich und dem Limmattal.

In Richtung Südwesten fährt sie über Andelfingen, Henggart und Hettlingen nach Winterthur. Danach führt sie über Stettbach, Zürich Stadelhofen, Zürich Hauptbahnhof, Zürich Hardbrücke, Zürich Altstetten und Dietikon nach Brugg.

In nordöstlicher Richtung bedient sie Dachsen, Schloss Laufen am Rheinfall, Neuhausen und Schaffhausen.[7]

Auf anderen Ästen der S12 verkehren ab Winterthur Züge in Richtung Wil SG. Diese berühren Marthalen nicht.

S33

Die S33 ist die regionale Grundlinie der Rheinfallbahn.

Sie hält an sämtlichen regulären Zwischenstationen zwischen Winterthur und Schaffhausen. Dazu gehören Hettlingen, Henggart, Andelfingen, Marthalen, Dachsen, Schloss Laufen am Rheinfall und Neuhausen.[8]

Die Linie besitzt vor allem für den regionalen Berufs-, Schul- und Einkaufsverkehr Bedeutung.

Reisezeiten

Ungefähre Reisezeiten ab Marthalen betragen:

Ziel Ungefähre Fahrzeit
Andelfingen rund 6 Minuten
Winterthur rund 20 Minuten
Dachsen rund 5 Minuten
Neuhausen rund 10 Minuten
Schaffhausen rund 15 Minuten
Zürich Hauptbahnhof rund 50 Minuten

Die tatsächlichen Fahrzeiten hängen von Linie, Fahrplanlage und möglichen Bauarbeiten ab.

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen wird Marthalen durch die Nacht-S-Bahn SN3 bedient.

Linie Verbindung
SN3 Winterthur – Andelfingen – Marthalen – Schaffhausen – Stein am Rhein

Das Nachtangebot ermöglicht späte Verbindungen von Winterthur und Schaffhausen in das Zürcher Weinland.

Ergänzend verkehren die Nachtbuslinien N60 und N69.

Busverkehr

Die Bushaltestelle Marthalen, Bahnhof liegt unmittelbar bei den Bahnperrons.

Im Fahrplanjahr 2026 wird sie von mehreren regionalen Linien bedient.[6]

Linie Verbindung beziehungsweise Hauptziel
620 Marthalen – Rheinau, Unterstadt
621 Marthalen – Trüllikon – Truttikon – Ossingen, Bahnhof
623 Marthalen – Gemeinden des nördlichen Weinlands – Ossingen, Bahnhof
630 Marthalen – Laufen-Uhwiesen – Schaffhausen, Bahnhof
847 Marthalen – Wildensbuch – Schlatt TG
N60 Andelfingen – Marthalen – Rheinau
N69 Marthalen – Schaffhausen

Das Angebot einzelner Linien ist auf die Schul-, Berufs- und Bahnanschlusszeiten abgestimmt. Nicht jede Linie verkehrt während des gesamten Tages im gleichen Takt.

Linie 620

Die Linie 620 verbindet den Bahnhof mit dem Dorf Marthalen und Rheinau.

Sie erschliesst unter anderem Wohngebiete, das Zentrum von Rheinau, die Unterstadt und die dortigen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.

Die Verbindung setzt in moderner Form den 1869 eröffneten Postkurs zwischen Bahnhof Marthalen und Rheinau fort.

Linien nach Ossingen

Die Linien 621 und 623 stellen Querverbindungen in Richtung Trüllikon, Truttikon und Ossingen her.

In Ossingen bestehen Anschlüsse an die Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen sowie an weitere regionale Busverbindungen.

Linie 630

Die Linie 630 führt über Laufen-Uhwiesen nach Schaffhausen.

Sie ergänzt die direkte Bahnverbindung und erschliesst Siedlungen, die abseits der Rheinfallbahn liegen.

Die Linie besitzt ausserdem Bedeutung für den Verkehr zum Rheinfall und zu den Gemeinden zwischen Marthalen und Schaffhausen.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 115.[9]

Mit einem gültigen ZVV-Zonenbillett dürfen Reisende innerhalb der gelösten Zonen grundsätzlich sämtliche in den Verkehrsverbund integrierten Bahn- und Buslinien benutzen.

Für Fahrten nach Schaffhausen können je nach Verbindung und Billettart zusätzliche Z-Pass- oder OSTWIND-Zonen erforderlich sein.

Für Reisen über das Verbundgebiet hinaus gelten die Tarife des nationalen Direkten Verkehrs.

Dienstleistungen

Der Bahnhof besitzt kein bedientes SBB-Reisezentrum.

Billette können an Automaten sowie über digitale Vertriebskanäle gekauft werden. Dazu gehören:

  • SBB Mobile;
  • ZVV-App;
  • SBB.ch;
  • ZVV.ch;
  • weitere anerkannte Verkaufssysteme.

Eine öffentliche Toilette befindet sich im Bahnhofbereich.[10]

Zur weiteren Ausstattung gehören:

  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecher;
  • Billettautomaten;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • Sitzgelegenheiten;
  • Veloabstellplätze;
  • P+Rail;
  • Behindertenparkplätze;
  • Mobility-Carsharing;
  • ein weiterer Carsharing-Standort;
  • Buswartebereiche.

Velo- und Autoverkehr

Die SBB weisen 102 gedeckte Veloabstellplätze aus.[10]

Die Veloparkierung ist rund um die Uhr zugänglich. Sie besitzt für Reisende aus dem Dorf und den umliegenden Landwirtschafts- und Wohngebieten grosse Bedeutung.

Die P+Rail-Anlage umfasst 117 reguläre Autoabstellplätze und zwei Behindertenparkplätze.

Bei der Eröffnung des neuen Bahnhofs waren rund 120 Parkplätze vorgesehen. Die Anlage gehört damit zu den grösseren P+Rail-Standorten im ländlichen Teil des Kantons Zürich.

Der Bahnhof wird auch durch Carsharing-Fahrzeuge erschlossen. Damit können Reisende Ziele erreichen, die nicht oder nur eingeschränkt durch Buslinien bedient werden.

Hindernisfreiheit

Der Neubau von 2014 wurde nach den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes gestaltet.

Beide Perrons sind stufenfrei erreichbar. Die 55 Zentimeter hohen Perronkanten ermöglichen bei geeigneten Niederflur- und Doppelstockzügen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg.

Die Personenunterführung ist über Rampen beziehungsweise hindernisfreie Wege mit den Bahnsteigen verbunden.

Davon profitieren insbesondere:

  • Personen mit Rollstuhl oder Gehhilfe;
  • ältere Reisende;
  • Personen mit Kinderwagen;
  • Fahrgäste mit schwerem Gepäck;
  • Reisende mit Velo.

Kurzfristige Änderungen des eingesetzten Rollmaterials können die selbständige Benutzbarkeit beeinflussen. Aktuelle Angaben werden im elektronischen Fahrplan und in den Anwendungen der SBB veröffentlicht.

Alter Bahnhof

Der bis November 2014 benutzte Bahnhof lag rund 450 Meter nordöstlich des heutigen Standorts.

Die Anlage bestand aus einem historischen Aufnahmegebäude, mehreren Gleisen und Perrons, die den Anforderungen des modernen S-Bahn-Verkehrs nur noch eingeschränkt entsprachen.

Ein wesentliches Problem war der Zugang zu den Bahnsteigen. Reisende mussten unter bestimmten Betriebsbedingungen die Gleise niveaugleich überqueren. Bei kurzfristigen Gleisänderungen konnten dadurch gefährliche Situationen entstehen.[4]

Die Bahnsteige waren für die künftig vorgesehenen langen Doppelstockzüge zu kurz. Zudem liess die Gleisgeometrie keine optimalen gleichzeitigen Ein- und Ausfahrten zu.

Nach der Verlegung verlor das alte Bahnhofareal seine Funktion für den Personenverkehr. Teile der früheren Anlagen wurden zurückgebaut oder einer neuen Nutzung zugeführt.

Das ehemalige Stationsgebäude blieb zunächst erhalten und erinnert an die Entwicklung der Rheinfallbahn vor der umfassenden Modernisierung.

Bedeutung für Marthalen

Die Eisenbahn hatte grossen Einfluss auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Gemeinde.

Vor 1857 war Marthalen hauptsächlich über Landstrassen mit Andelfingen, Rheinau, Benken und Schaffhausen verbunden. Der Bahnanschluss verkürzte die Reisezeiten und verbesserte den Zugang zu regionalen Märkten.

Die Station förderte die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben. Im Umfeld des früheren Bahnhofs entstanden unter anderem Produktions-, Lager- und Landwirtschaftsbetriebe.

Im 20. Jahrhundert gewann der Pendlerverkehr zunehmend an Bedeutung. Einwohner konnten Arbeitsplätze und Schulen in Winterthur, Schaffhausen und Zürich erreichen, ohne den Wohnort wechseln zu müssen.

Heute ist der Bahnhof wichtig für:

  • Berufspendler;
  • Schülerinnen, Schüler und Studierende;
  • Besucher und Beschäftigte der Einrichtungen in Rheinau;
  • Bewohner der umliegenden Gemeinden;
  • den regionalen Busverkehr;
  • den Freizeit- und Ausflugsverkehr;
  • Fussgänger und Velofahrende;
  • P+Rail-Nutzer.

Die Direktverbindung der S12 nach Zürich erhöhte die Attraktivität Marthalens als Wohnort innerhalb des erweiterten Zürcher Agglomerationsraums.

Bedeutung für das Zürcher Weinland

Marthalen gehört zusammen mit Andelfingen zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsknoten des Zürcher Weinlands.

Der Bahnhof erschliesst ein vergleichsweise grosses ländliches Einzugsgebiet. Zahlreiche kleinere Gemeinden verfügen über keinen eigenen Bahnanschluss und sind auf die Busverbindungen nach Marthalen angewiesen.

Die Kombination aus S12, S33 und regionalen Buslinien ermöglicht Fahrten nach:

  • Winterthur;
  • Zürich;
  • Schaffhausen;
  • Rheinau;
  • Ossingen;
  • Trüllikon;
  • Truttikon;
  • Laufen-Uhwiesen;
  • Schlatt;
  • Stein am Rhein.

Die grosszügigen Velo- und Autoabstellanlagen unterstreichen die Funktion als regionaler Umsteigepunkt.

Bahnhof und Landschaft

Der Bahnhof liegt in einer offenen Kulturlandschaft, die von Landwirtschaftsflächen, Verkehrswegen und einzelnen Gewerbebauten geprägt ist.

Der Neubau beanspruchte zuvor unbebaute Flächen. Deshalb wurden die Auswirkungen auf Boden, Pflanzenwelt und Tierlebensräume bereits während der Planung untersucht.

Neu angelegte Böschungen und Grünflächen sollten unter anderem trockene und nährstoffarme Standorte ersetzen. Solche Flächen besitzen Bedeutung für seltene Pflanzen, Insekten und Reptilien.

Die ökologische Gestaltung zeigt, dass moderne Bahninfrastruktur nicht nur nach betrieblichen und verkehrlichen, sondern auch nach landschaftlichen Kriterien geplant wird.

Siehe auch

Literatur

  • Rolf A. Meyer: Er baute die Rheinfallbahn. Carl Ruland, ein Pionier des Eisenbahnbaus. Zürich 1983.
  • Albert Steinegger: «Hundert Jahre Rheinfallbahn». In: Schaffhauser Nachrichten, 13. April 1957.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  • Marcel Vollenweider: «Grosser Bahnhof für eine ‹Haltestelle›». In: Der Landbote, 21. November 2014.
  • Gemeinde Marthalen: Marthalen. Geschichte einer Weinlandgemeinde. Marthalen.
  • Schweizerische Bundesbahnen: Vierte Teilergänzungen der S-Bahn Zürich – Bahnhof Marthalen. Projektdokumentationen.
  • Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahn, Busse und Schiffe. Liniennetzplan 2026. Zürich 2025.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 «Neuer Bahnhof Marthalen». In: Feuerthaler Anzeiger, Nr. 21, 24. Oktober 2014, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Planikum: Neubau Bahnhof Marthalen, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Gemeinde Marthalen: Verkehr und Geschichte der Rheinfallbahn, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Marcel Vollenweider: «Grosser Bahnhof für eine ‹Haltestelle›». In: Der Landbote, 21. November 2014.
  5. Regierungsrat des Kantons Zürich: Beschluss Nr. 734/2015, Abschnitt zu den vierten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Marthalen, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S12, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S33, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Zürcher Verkehrsverbund: Regionalnetz und Tarifzonen, abgerufen am 3. August 2026.
  10. 10,0 10,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Marthalen, Ausstattung und Mobilität, abgerufen am 3. August 2026.

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