Bahnhof Schloss Laufen am Rheinfall

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Bahnhof Schloss Laufen am Rheinfall
Amtliche Bezeichnung Schloss Laufen am Rheinfall
Ort Laufen-Uhwiesen
Bezirk Andelfingen
Kanton Zürich
Betriebsform Haltestelle
Bauform Durchgangsstation
Bahnsteiggleise 1
Bahnsteig 1 Seitenperron
Perronlänge 220 m
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe 389 m ü. M.
Abkürzung SLF
IBNR 8506039
Bahnstrecke Rheinfallbahn
Tarifverbünde Zürcher Verkehrsverbund
Tarifverbund Ostwind
Tarifzonen ZVV 116
Ostwind 810
Eigentümerin SBB
Personenverkehr S-Bahn Zürich, Linien S12 und S33
Nacht-S-Bahn SN3
Wichtigste Ziele Schloss Laufen
Rheinfall
Website sbb.ch

Der Bahnhof Schloss Laufen am Rheinfall ist eine Eisenbahnhaltestelle der Schweizerischen Bundesbahnen in der Gemeinde Laufen-Uhwiesen im nördlichen Kanton Zürich. Sie liegt an der Rheinfallbahn zwischen den Bahnhöfen Dachsen und Neuhausen unmittelbar unterhalb von Schloss Laufen und neben dem Rheinfall.

Die Station besitzt ein einziges Gleis mit einem Seitenperron. Sie wird im Jahresfahrplan 2026 durch die Linien S12 und S33 der S-Bahn Zürich bedient. Beide Linien verkehren grundsätzlich stündlich und ergeben zusammen ungefähr einen Halbstundentakt zwischen Winterthur und Schaffhausen.[1]

Die Haltestelle dient fast ausschliesslich dem Ausflugs- und Tourismusverkehr. Von ihr führen Fusswege zum Besucherzentrum von Schloss Laufen, zum Panoramalift, zu den Aussichtsplattformen und zu den Wegen am linken Rheinufer. Aufgrund ihrer Lage zwischen einem bewaldeten Steilhang und dem Rhein gehört sie zu den landschaftlich aussergewöhnlichsten Bahnstationen der Schweiz.

Bezeichnung

Die amtliche Bezeichnung lautet Schloss Laufen am Rheinfall. In älteren Unterlagen und im allgemeinen Sprachgebrauch finden sich auch die kürzeren Formen Schloss Laufen und Laufen am Rheinfall.

Der Name setzt sich aus zwei unmittelbar benachbarten Sehenswürdigkeiten zusammen:

  • dem über der Station gelegenen Schloss Laufen;
  • dem Rheinfall unterhalb der Bahnstrecke.

Technisch handelt es sich um eine Haltestelle, da keine Weichen und keine Kreuzungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die SBB führen die Anlage in ihrer Kundeninformation dennoch als Bahnhof.[2]

Das Schloss und Teile der touristischen Einrichtungen verwenden die Postadresse 8447 Dachsen. Die Eisenbahnhaltestelle liegt jedoch auf dem politischen Gemeindegebiet von Laufen-Uhwiesen.

Lage

Die Station befindet sich am linken, südlichen Ufer des Rheins. Sie liegt westlich des Schlosses in einem engen Geländestreifen zwischen dem bewaldeten Hang und dem Fluss.

Das Perron befindet sich nur wenige Meter oberhalb des Rheinufers. Von einzelnen Stellen der Station und der anschliessenden Fusswege sind der Rhein sowie Teile der Fels- und Uferlandschaft sichtbar.

Östlich der Haltestelle führt die Bahnstrecke zunächst durch den rund 66 Meter langen Schloss-Laufen-Tunnel. Unmittelbar danach überquert sie auf der Rheinfallbrücke den Rhein und erreicht das Gemeindegebiet von Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen.

Westlich führt die eingleisige Strecke durch Wald- und Landwirtschaftsgebiete zum Bahnhof Dachsen. Die Entfernung zwischen Dachsen und Schloss Laufen am Rheinfall beträgt rund 1,2 Kilometer.

Die Station liegt ungefähr:

  • drei Gehminuten vom Panoramalift entfernt;
  • wenige Gehminuten unterhalb des Schlosses;
  • rund einen Kilometer vom Dorfzentrum von Dachsen entfernt;
  • etwa zwei Kilometer vom Zentrum von Laufen-Uhwiesen entfernt;
  • wenige Bahnminuten vom Bahnhof Schaffhausen entfernt.

Bahnhofanlage

Gleis und Perron

Die Haltestelle besitzt ein einziges durchgehendes Streckengleis. An dessen Südseite liegt ein Seitenperron.

Da die Rheinfallbahn in diesem Abschnitt eingleisig ist und die Haltestelle keine Ausweichstelle besitzt, können sich Züge hier nicht kreuzen. Zugskreuzungen finden in benachbarten Bahnhöfen statt.

Das Perron liegt in einer Kurve. Seine Lage zwischen Hang und Rhein begrenzt die Möglichkeiten für bauliche Erweiterungen. Besonders anspruchsvoll sind:

  • der geringe Abstand zwischen Gleis und Hang;
  • die kurvenbedingten Abstände zwischen Zug und Perronkante;
  • die beschränkten Zugänge;
  • der Schutz der Landschaft und der historischen Umgebung;
  • die Nähe zum Schloss-Laufen-Tunnel;
  • die Lage unmittelbar vor der Rheinfallbrücke.

Das Perron wurde 2017 und 2018 auf 220 Meter verlängert. Dadurch können auch längere Doppelstockzüge der S12 anhalten.[3]

Ausstattung

Die Haltestelle besitzt nur eine einfache Ausstattung. Dazu gehören:

  • ein gedeckter Warteunterstand;
  • Sitzgelegenheiten;
  • ein Billettautomat;
  • Beleuchtung;
  • digitale oder statische Fahrgastinformationen;
  • Lautsprecheranlagen;
  • eine Bahnhofsuhr;
  • Wegweiser zu Schloss und Rheinfall.

Ein bedienter Billettschalter, Verkaufsgeschäfte, Schliessfächer, Veloabstellanlagen und eine P+Rail-Anlage bestehen nicht.[2]

Gastronomie, Toiletten, Touristeninformation und weitere Dienstleistungen befinden sich im Besucherzentrum und im Schlossareal.

Zugang

Der Zugang zur Haltestelle erfolgt über Fusswege vom Schlossareal und aus Richtung Dachsen.

Vom Bahnhof führt ein stufenfreier Weg zum Panoramalift und zum Besucherzentrum. Für Reisende im Rollstuhl ist der Ein- und Ausstieg in die Züge jedoch nicht ohne Unterstützung möglich. Zwischen Perron und Fahrzeug kann ein Höhenunterschied von bis zu 20 Zentimetern bestehen.

Reisende mit eingeschränkter Mobilität können sich beim SBB Contact Center Handicap anmelden. Für den Einstieg wird bei Bedarf eine mobile Rampe eingesetzt.[4]

Der Weg vom Panoramalift zu verschiedenen Aussichtspunkten ist stufenfrei. Das eigentliche Rheinfallbecken und die Schiffsanlegestelle sind von dieser Seite jedoch nicht vollständig hindernisfrei erreichbar.

Bahnverkehr

S-Bahn-Linie S12

Die S12 stellt eine direkte Verbindung nach Zürich und in das Limmattal her:

S12: Schaffhausen – Neuhausen – Schloss Laufen am Rheinfall – Dachsen – Marthalen – Andelfingen – Henggart – Hettlingen – Winterthur – Zürich Stadelhofen – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Hardbrücke – Zürich Altstetten – Schlieren – Dietikon – Baden – Brugg AG.

Die Linie verkehrt auf dem Ast Schaffhausen–Brugg grundsätzlich einmal pro Stunde. Zwischen Winterthur und Schaffhausen hält sie an sämtlichen Stationen der Rheinfallbahn.

Mit der S12 bestehen von Schloss Laufen am Rheinfall direkte Verbindungen unter anderem nach:

  • Schaffhausen;
  • Andelfingen;
  • Winterthur;
  • Zürich Stadelhofen;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Dietikon;
  • Baden;
  • Brugg.

Die Fahrt nach Zürich dauert ungefähr 50 Minuten. Winterthur wird in rund 25 Minuten und Schaffhausen in wenigen Minuten erreicht.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 halten die durchgehenden Doppelstockzüge der S12 regelmässig an der Station. Voraussetzung dafür war die Verlängerung des Perrons auf 220 Meter.[3]

S-Bahn-Linie S33

Die S33 verbindet Winterthur mit Schaffhausen:

S33: Winterthur – Hettlingen – Henggart – Andelfingen – Marthalen – Dachsen – Schloss Laufen am Rheinfall – Neuhausen – Schaffhausen.

Sie wird von Thurbo betrieben und verkehrt grundsätzlich im Stundentakt.

Zusammen mit der S12 ergibt sich während eines grossen Teils des Tages ein annähernder Halbstundentakt in beiden Richtungen.

Die S33 ist vor allem für regionale Fahrten innerhalb des Zürcher Weinlands und zwischen Winterthur und Schaffhausen von Bedeutung.

Durchfahrende Züge

Die S24 befährt die Rheinfallbahn zwischen Winterthur und Schaffhausen, hält jedoch nicht in Schloss Laufen am Rheinfall.

Sie bedient auf diesem Streckenabschnitt nur grössere Stationen wie Andelfingen und Neuhausen. Auch Bau-, Dienst- und einzelne Sonderzüge können die Haltestelle ohne Halt durchfahren.

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und Sonntagen hält die Nacht-S-Bahn SN3 in Schloss Laufen am Rheinfall.

Die Linie verbindet die Station mit Winterthur, Schaffhausen und Stein am Rhein.[1]

Tarif

Die Haltestelle liegt in der ZVV-Tarifzone 116. Gleichzeitig gehört sie zur Zone 810 des Tarifverbunds Ostwind.

Diese Überschneidung ergibt sich aus der Lage nahe der Kantonsgrenze und der engen verkehrlichen Verflechtung mit Schaffhausen.

Für Fahrten nach Zürich gilt der ZVV-Tarif. Für regionale Reisen im Raum Schaffhausen können je nach Verbindung und Fahrausweis auch die Bestimmungen des Tarifverbunds Ostwind gelten.

Rheinfallbahn

Die Rheinfallbahn verbindet Winterthur über Andelfingen und Neuhausen mit Schaffhausen. Sie wurde am 16. April 1857 eröffnet und gehört zu den frühen Hauptbahnen der Nordostschweiz.

Die Strecke ist normalspurig und seit 1943 elektrifiziert. Sie verläuft überwiegend eingleisig. Doppelspurabschnitte bestehen unter anderem bei Henggart, Marthalen und zwischen Neuhausen und Schaffhausen.

Im Bereich von Schloss Laufen gehören drei unmittelbar aufeinanderfolgende Kunstbauten zu den markantesten Abschnitten der Strecke:

  • der Schloss-Laufen-Tunnel;
  • die Rheinfallbrücke;
  • der Röti-Tunnel auf der Schaffhauser Seite.

Die Bahnlinie überquert den Rhein ungefähr 200 Meter oberhalb des Wasserfalls. Von den Zügen aus bestehen kurze Ausblicke auf den Rheinfall, das Schloss und die umliegende Felslandschaft.

Schloss-Laufen-Tunnel

Unmittelbar östlich der Haltestelle verschwindet die Strecke im Schloss-Laufen-Tunnel.

Der rund 66 Meter lange Tunnel führt unter dem Felsen und Teilen des Schlossareals hindurch. Sein westliches Portal liegt direkt am Ende des Perrons.

Die kurze Abfolge von Perron, Tunnel und Rheinbrücke bestimmt das Erscheinungsbild der Station. Wegen dieser Lage kann das Perron nicht ohne erhebliche Eingriffe nach Osten verlängert werden.

Der Tunnel wurde zusammen mit der Rheinfallbahn in den 1850er-Jahren gebaut. Er ist bis heute eingleisig und wird von sämtlichen Zügen zwischen Winterthur und Schaffhausen benutzt.

Rheinfallbrücke

Östlich des Tunnels überquert die Bahnstrecke den Rhein auf der Rheinfallbrücke, die auch als Rheinbrücke bei Laufen bezeichnet wird.

Das gemauerte Bogenviadukt wurde zwischen 1855 und 1856 errichtet und mit der Rheinfallbahn 1857 eröffnet. Es ist rund 177 Meter lang und besitzt mehrere unterschiedlich grosse Steinbögen.

Die Brücke verläuft nicht vollkommen gerade, da ihre Pfeiler an geeigneten Stellen im felsigen Flussbett gegründet werden mussten.

Seit einem umfassenden Umbau in den Jahren 1957 bis 1959 besitzt das Bauwerk beidseitige Fusswege. Dadurch kann der Rhein oberhalb des Wasserfalls auch zu Fuss überquert werden.

Von der Brücke bieten sich Ausblicke auf:

  • den Rheinfall;
  • Schloss Laufen;
  • das Schlössli Wörth;
  • die Felsen im Rhein;
  • die Uferanlagen von Neuhausen;
  • die darunter liegenden Schiffsanlegestellen.

Die Rheinfallbrücke liegt teilweise im Kanton Zürich und teilweise im Kanton Schaffhausen.

Geschichte

Eröffnung der Rheinfallbahn

Die Rheinfallbahn wurde am 16. April 1857 eröffnet. Sie entstand als Verbindung zwischen Winterthur und Schaffhausen und wurde von der Schweizerischen Nordostbahn betrieben.

Der Bau war im Bereich des Rheinfalls besonders anspruchsvoll. Die Bahn musste den steilen Schlossfelsen durchqueren und den Rhein unmittelbar oberhalb des Wasserfalls überbrücken.

Die Gemeinde Laufen-Uhwiesen erhielt bei der Streckeneröffnung zunächst keine eigene Station. Für die Bevölkerung war der Bahnhof Dachsen der nächstgelegene Zugang zur Eisenbahn.

Die Haltestelle unterhalb von Schloss Laufen wurde erst später eingerichtet. Ihr Hauptzweck war von Anfang an die Erschliessung des Schlosses und des Rheinfalls.

Touristische Funktion

Der Rheinfall war bereits im 19. Jahrhundert ein international bekanntes Ausflugsziel. Die Bahn erleichterte die Anreise aus Zürich, Winterthur, Schaffhausen und Süddeutschland erheblich.

Die Station ermöglichte es den Besucherinnen und Besuchern, unmittelbar unterhalb des Schlosses auszusteigen. Von dort führten Wege zu den Aussichtspunkten und an den Rhein.

Die Lage der Bahnstrecke selbst wurde zu einem Teil des touristischen Erlebnisses. Die Fahrt durch den Tunnel und über die Rheinfallbrücke bietet bis heute ungewöhnliche Perspektiven auf die Landschaft.

Die Nachfrage war und ist stark saisonabhängig. An Sommerwochenenden und während der Ferien nutzen wesentlich mehr Reisende die Station als im winterlichen Alltagsverkehr.

Verstaatlichung

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Strecke und Haltestelle gingen damit in das Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB modernisierten Fahrleitung, Sicherungsanlagen und Gleis im Verlauf des 20. Jahrhunderts mehrfach. Die Haltestelle blieb jedoch lange sehr einfach ausgestattet.

Elektrifizierung

Die Rheinfallbahn wurde im April 1943 elektrifiziert.

Seither wird die Strecke mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ beziehungsweise heute 16,7 Hertz betrieben.

Die Elektrifizierung verkürzte die Fahrzeiten und beendete den regulären Einsatz von Dampflokomotiven.

Touristische Neugestaltung des Schlossareals

Der Kanton Zürich setzte zwischen 2005 und 2010 ein touristisches Gesamtkonzept für Schloss Laufen um.

Das Projekt umfasste:

  • ein neues Besucherzentrum;
  • das Historama im Schloss;
  • einen Panoramalift;
  • erneuerte Wege und Aussichtsplattformen;
  • neue Ticket- und Informationsbereiche;
  • die Restaurierung historischer Bauten;
  • die Neuordnung der Gastronomie.

Das erneuerte Schlossareal wurde am 28. März 2010 eröffnet.[5]

Die Bahnstation wurde dadurch stärker in die Besucherwege integriert. Vom Perron besteht seither eine stufenfreie Verbindung zum Panoramalift und zum Besucherzentrum.

Diskussion über die Schliessung

Zu Beginn der 2010er-Jahre war die Zukunft der Haltestelle unsicher.

Die Einführung längerer Doppelstockzüge auf der S12 erforderte Perrons mit einer Nutzlänge von 220 Metern. Das damalige Perron in Schloss Laufen war jedoch nur rund 180 Meter lang.

Weitere Probleme waren:

  • die Lage in einer engen Kurve;
  • der zu niedrige Perron;
  • die schwierigen topografischen Verhältnisse;
  • schmale und teilweise steile Zugangswege;
  • fehlende Beleuchtung;
  • die eingeschränkten Bedienungszeiten;
  • Schwierigkeiten bei der vollständigen Umsetzung der Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Geplante Haltestelle auf der Rheinfallbrücke

Im Rahmen der vierten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich wurde zunächst eine neue Haltestelle auf der Rheinfallbrücke geplant.

Sie hätte die bestehende Station ersetzt und gleichzeitig das südwestliche Gebiet von Neuhausen erschlossen. Vorgesehen war eine Perronkonstruktion, die seitlich an die historische Brücke angebaut werden sollte.

Vertiefte Untersuchungen zeigten jedoch erhebliche technische Risiken. Alternative Konstruktionen wären deutlich teurer geworden als ursprünglich angenommen.

Der Regierungsrat des Kantons Zürich verzichtete deshalb 2012 auf das Projekt.[6]

Vorgeschlagene Aufhebung

Nach dem Verzicht auf die neue Brückenhaltestelle schlug der Regierungsrat vor, die bestehende Station auf den Fahrplanwechsel 2015 aufzuheben.

Als Alternativen standen der Bahnhof Dachsen, Busverbindungen und die geplante Station Neuhausen Rheinfall auf der gegenüberliegenden Rheinseite zur Verfügung.

Der Vorschlag stiess im Kantonsrat und in der Region auf Widerstand. Befürchtet wurden Nachteile für den Tourismus und der Verlust der direkten Bahnverbindung zum Schlossareal.

Die Schliessung wurde schliesslich nicht umgesetzt.

Modernisierung 2017 und 2018

Die SBB begannen am 30. Oktober 2017 mit der Modernisierung der bestehenden Haltestelle.

Die Arbeiten umfassten:

  • die Verlängerung des Perrons von rund 180 auf 220 Meter;
  • eine neue Beleuchtungsanlage;
  • einen Billettautomaten;
  • die Auffrischung des Warteunterstands;
  • Anpassungen der Fahrgastinformation;
  • kleinere Verbesserungen der Zugänge.

Die Arbeiten wurden im Frühjahr 2018 abgeschlossen. Seit dem 10. Juni 2018 wird die Station bis zum Ende des täglichen Bahnbetriebs bedient.[3]

Zuvor hielten die Züge nur ungefähr zwischen 7.50 und 18.26 Uhr. Die fehlende Beleuchtung hatte einen sicheren Betrieb am Abend verhindert.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 kam der regelmässige Halt der S12 hinzu. Die Haltestelle blieb damit langfristig erhalten.

Neuhausen Rheinfall

Am rechten Rheinufer wurde im Dezember 2015 die Haltestelle Neuhausen Rheinfall eröffnet.

Sie liegt an der Bahnstrecke Eglisau–Neuhausen und wird von der S9 bedient. Aufzüge verbinden den Bahnsteig mit dem Rheinfallbecken.

Der Rheinfall besitzt seither zwei speziell auf den Ausflugsverkehr ausgerichtete Bahnzugänge:

Haltestelle Ufer Wichtigste Erschliessung
Schloss Laufen am Rheinfall linkes beziehungsweise südliches Ufer Schloss Laufen, Panoramalift und Aussichtsplattformen
Neuhausen Rheinfall rechtes beziehungsweise nördliches Ufer Rheinfallbecken, Neuhausen und Schlössli Wörth

Zwischen beiden Seiten bestehen Fusswege über die Rheinfallbrücke und weitere Brücken. Während der Schifffahrtssaison verkehren zudem Boote im Rheinfallbecken.

Bedeutung für den Tourismus

Die Haltestelle besitzt für den lokalen Alltagsverkehr nur geringe Bedeutung. Ihr Zweck liegt fast vollständig in der touristischen Erschliessung.

Sie ermöglicht eine Anreise ohne Auto direkt zu:

  • Schloss Laufen;
  • Historama;
  • Panoramalift;
  • Aussichtsplattformen;
  • Rheinfall-Rundweg;
  • Rheinfallbrücke;
  • Wanderwegen im Zürcher Weinland;
  • Schiffsanlegestellen am Rheinfall.

Der ZVV bezeichnet Schloss Laufen am Rheinfall aufgrund ihrer landschaftlichen Lage als eine seiner eindrücklichsten Haltestellen.[7]

Die Nachfrage erreicht ihren Höhepunkt während der Sommermonate, an Wochenenden und bei Veranstaltungen. Bei sehr grossem Besucheraufkommen können längere Zugskompositionen und zusätzliche Verkehrslenkungsmassnahmen notwendig werden.

Wander- und Freizeitverkehr

Die Station liegt an mehreren Wanderwegen entlang des Rheins und durch das Zürcher Weinland.

Beliebte Routen führen:

  • rund um den Rheinfall;
  • über die Rheinfallbrücke nach Neuhausen;
  • nach Dachsen;
  • nach Nohl;
  • zum Kloster Rheinau;
  • nach Flurlingen;
  • durch die Weinberge von Dachsen und Benken;
  • entlang der ViaRhenana.

Ein häufig begangener Rundweg verbindet Dachsen, Schloss Laufen, Neuhausen, Nohl und den Rheinfall. Für die rund acht Kilometer lange Strecke werden ungefähr zwei Stunden benötigt.

Die Station eignet sich auch als Ausgangspunkt für Wanderungen, die an den Bahnhöfen Dachsen, Neuhausen Rheinfall, Neuhausen oder Rheinau enden.

Besonderheiten

Der Bahnhof Schloss Laufen am Rheinfall unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer typischen S-Bahn-Station:

  • Er besitzt praktisch kein lokales Siedlungseinzugsgebiet.
  • Der Reiseverkehr ist stark touristisch und saisonal geprägt.
  • Das Perron liegt in einer engen Kurve zwischen Steilhang und Rhein.
  • Unmittelbar anschliessend folgen Tunnel und Rheinbrücke.
  • Die Station erschliesst eine Sehenswürdigkeit von internationaler Bedeutung.
  • Sie liegt gleichzeitig in zwei Tarifverbünden.
  • Ihre Erhaltung war während mehrerer Jahre politisch umstritten.
  • An Wochenenden kann das Fahrgastaufkommen höher sein als an gewöhnlichen Werktagen.

Die Verbindung von Eisenbahninfrastruktur, historischem Schloss und Naturlandschaft macht die Haltestelle zu einem ungewöhnlichen Bestandteil des Schweizer Bahnnetzes.

Siehe auch

Literatur

  • Jules Eberhard: Hundert Jahre Rheinfallbahn 1857–1957. Schaffhausen 1957.
  • Albert Steinegger: «Hundert Jahre Rheinfallbahn». In: Schaffhauser Nachrichten, 13. April 1957.
  • Rolf A. Meyer: Er baute die Rheinfallbahn. Zürich 1983.
  • Hans Rudolf Stierli, Erwin Stucki, Paul Wüst: Vor dem Bau der N4: Die Rheinübergänge zwischen Stein am Rhein und Eglisau. Meier Verlag, Schaffhausen 1995.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Kanton Zürich: Schloss Laufen am Rheinfall – Touristisches Gesamtkonzept. Zürich 2010.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schloss Laufen am Rheinfall – Haltestellenfahrplan, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Bahnhof Schloss Laufen am Rheinfall, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Schloss Laufen am Rheinfall neu bis Betriebsschluss bedient, Info24, 10. Juni 2018, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Kontakt und Öffnungszeiten, Schloss Laufen am Rheinfall, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Schloss Laufen am Rheinfall mit neuem Gesicht, Kanton Zürich, 9. März 2010, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Haltestelle Rheinfall: Projektänderung und Kürzung des Rahmenkredites, Regierungsrat des Kantons Zürich, Beschluss Nr. 537 vom 23. Mai 2012, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Rheinfall Neuhausen und Schloss Laufen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.