Zürcher Kantonalbank

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 26. Juli 2026, 21:11 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1.5em; font-size:90%;" ! colspan="2" style="text-align:center; font-size:120%;" | Zürcher Kantonalbank |- | colspan="2" style="text-align:center;" | 300px|Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank in Zürich |- ! Abkürzung | ZKB |- ! Rechtsform | selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts |- ! Gründung | 15. Februar 1870…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zürcher Kantonalbank
Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank in Zürich
Abkürzung ZKB
Rechtsform selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Gründung 15. Februar 1870
Sitz Zürich, Kanton Zürich
Eigentümer Kanton Zürich
Branche Bankwesen
Banktyp Universalbank, Kantonalbank
Staatsgarantie unbeschränkte Garantie des Kantons Zürich im gesetzlichen Umfang
Aufsicht Eidgenössische Finanzmarktaufsicht und Kantonsrat des Kantons Zürich
Systemrelevanz seit 2013
CEO Urs Baumann
Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz
Mitarbeitende 6655 Personen (2025)
Bilanzsumme 206,2 Mrd. CHF (2025)
Konzerngewinn 1,241 Mrd. CHF nach Steuern (2025)
Kundenvermögen 579,0 Mrd. CHF (2025)
BIC ZKBKCHZZ80A
Website www.zkb.ch

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist eine schweizerische Universalbank mit Hauptsitz in Zürich. Sie wurde 1870 gegründet und ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts des Kantons Zürich. Der Kanton ist alleiniger Eigentümer der Bank und haftet im Rahmen der gesetzlichen Staatsgarantie für ihre Verbindlichkeiten, soweit ihre eigenen Mittel nicht ausreichen.

Die Zürcher Kantonalbank ist die grösste Kantonalbank der Schweiz und eine der grössten Schweizer Banken. Ihr Kerngeschäft umfasst das Privatkunden-, Firmenkunden-, Anlage-, Vermögensverwaltungs-, Hypothekar-, Kapitalmarkt- und Vorsorgegeschäft. Sie ist vor allem im Wirtschaftsraum Zürich stark verankert, bietet jedoch verschiedene Dienstleistungen in der gesamten Schweiz und für ausgewählte internationale Kundengruppen an.

Neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsbank erfüllt die ZKB einen gesetzlich festgelegten Leistungsauftrag. Sie soll die Bevölkerung und die Wirtschaft des Kantons mit Bankdienstleistungen versorgen, eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und zur Lösung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aufgaben beitragen. Der erwirtschaftete Gewinn kommt durch Dividenden, Steuern und die Abgeltung der Staatsgarantie zu einem bedeutenden Teil dem Kanton Zürich und den Zürcher Gemeinden zugute.[1]

Die Schweizerische Nationalbank stufte die ZKB 2013 als systemrelevante Bank ein. Sie unterliegt deshalb zusätzlichen Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität, Stabilisierung und Notfallplanung.[2]

Geschichte

Entstehung der Kantonalbank

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Zugang zu Krediten im Kanton Zürich stark eingeschränkt. Landwirtschaftliche Betriebe, Handwerker und kleinere Unternehmen waren häufig auf private Geldgeber angewiesen. Bestehende Banken konzentrierten sich vorwiegend auf vermögende Kunden, Handelshäuser und grössere Industrieunternehmen.

Mit der Industrialisierung stieg der Kapitalbedarf. Gleichzeitig wuchs die politische Forderung nach einer Bank, die nicht allein privatwirtschaftlichen Interessen dienen, sondern die gesamte Bevölkerung und die regionale Wirtschaft mit günstigen und verlässlichen Finanzdienstleistungen versorgen sollte.

Die demokratische Bewegung im Kanton Zürich setzte sich in den 1860er Jahren für einen Ausbau der direkten Demokratie und für öffentliche Einrichtungen zugunsten breiter Bevölkerungsschichten ein. Zu ihren Anliegen gehörte die Gründung einer kantonseigenen Bank. Die neue Institution sollte insbesondere Bauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden Kredite anbieten und das Sparwesen fördern.

Die Zürcher Stimmberechtigten nahmen die gesetzliche Grundlage für die Kantonalbank an. Am 15. Februar 1870 eröffnete die Zürcher Kantonalbank ihren Geschäftsbetrieb. Ihr erstes Banklokal befand sich in der Zürcher Altstadt.

Der Leitsatz «Zürcher Kantonalbank – die Bank des Zürcher Volkes» brachte den öffentlichen Auftrag der neuen Bank zum Ausdruck. Die Verbindung von wirtschaftlicher Tätigkeit, kantonalem Eigentum und öffentlichem Leistungsauftrag blieb ein zentrales Merkmal ihrer weiteren Entwicklung.

Ausbau des Filialnetzes

Die Bank baute ihr Geschäftsstellennetz im gesamten Kanton schrittweise aus. Dadurch konnten auch Einwohner ländlicher Gebiete Bankkonten eröffnen, Ersparnisse anlegen und Kredite aufnehmen.

Ein wichtiger Teil des frühen Geschäfts bestand aus Hypotheken. Die ZKB finanzierte landwirtschaftliche Betriebe, Wohnhäuser und gewerbliche Liegenschaften. Daneben unterstützte sie den Ausbau von Industrie, Verkehr und Infrastruktur.

Das Wachstum des Kantons Zürich und der Stadt Zürich führte zu einer stetigen Zunahme der Bankgeschäfte. Industrialisierung, Zuwanderung und Wohnungsbau erhöhten die Nachfrage nach Hypotheken, Betriebskrediten und Zahlungsverkehrsdienstleistungen.

Anders als privat gehaltene Banken verfügte die Zürcher Kantonalbank nicht über Aktionäre. Das Dotationskapital wurde vom Kanton bereitgestellt. Überschüsse dienten der Stärkung der Reserven und konnten an den Kanton und später auch an die Gemeinden ausgeschüttet werden.

Hauptsitz an der Bahnhofstrasse

Mit dem Wachstum der Bank wurden die ursprünglichen Räumlichkeiten zu klein. Die ZKB errichtete einen repräsentativen Hauptsitz an der Bahnhofstrasse in Zürich.

Das Gebäude befindet sich nahe dem Paradeplatz und dem Hauptbahnhof. Es wurde im Lauf der Zeit erweitert und umgebaut. Der Standort entwickelte sich zum organisatorischen und symbolischen Zentrum der Bank.

Neben dem historischen Hauptsitz nutzt die ZKB heute zahlreiche weitere Bürogebäude, Filialen und technische Standorte im Kanton Zürich.

Entwicklung zur Universalbank

Während die ZKB zunächst stark auf Spargelder, Hypotheken und regionale Unternehmenskredite ausgerichtet war, erweiterte sie ihr Angebot im 20. Jahrhundert.

Zu den neuen Geschäftsfeldern gehörten:

  • Wertschriftenhandel;
  • Anlageberatung;
  • Vermögensverwaltung;
  • Devisen- und Edelmetallhandel;
  • Exportfinanzierung;
  • Leasing;
  • Vorsorgeprodukte;
  • institutionelles Anlagegeschäft;
  • Kapitalmarkttransaktionen.

Die Bank entwickelte sich damit von einem regionalen Kreditinstitut zu einer Universalbank. Ihr gesetzlicher Schwerpunkt im Kanton Zürich blieb bestehen, während einzelne spezialisierte Dienstleistungen zunehmend auf dem schweizerischen und internationalen Markt angeboten wurden.

Krisen und wirtschaftlicher Wandel

Die Zürcher Kantonalbank war während ihrer Geschichte mit mehreren wirtschaftlichen Krisen konfrontiert. Dazu gehörten die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, die Immobilienkrise der frühen 1990er Jahre, die globale Finanzkrise ab 2007 und die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie.

Die Immobilienkrise der 1990er Jahre führte im Schweizer Bankwesen zu hohen Kreditausfällen. Auch die ZKB musste Wertberichtigungen vornehmen und ihre Risikosteuerung weiterentwickeln.

Während der Finanzkrise von 2007 bis 2009 profitierte sie von ihrer starken Einlagenbasis, ihrer regionalen Verankerung und der Staatsgarantie. Gleichzeitig nahm der regulatorische Druck auf grosse Banken zu.

Erwerb von Swisscanto

Im Jahr 2014 vereinbarte die ZKB die Übernahme der Swisscanto-Gruppe von den übrigen Kantonalbanken. Die Transaktion wurde 2015 abgeschlossen.

Swisscanto war von den Schweizer Kantonalbanken als gemeinsames Anlage- und Vorsorgeunternehmen aufgebaut worden. Mit der Übernahme stärkte die ZKB ihre Position im Asset Management, im Fondsgeschäft und in der beruflichen Vorsorge.

Die Produktbezeichnung Swisscanto blieb für zahlreiche Anlagefonds und Vorsorgelösungen erhalten. Das Asset Management der ZKB zählt seither zu den bedeutenden Schweizer Anbietern institutioneller und privater Anlagelösungen.

Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung veränderte das Filial- und Dienstleistungsmodell der Bank. Elektronisches Banking, mobile Anwendungen, kontaktlose Zahlungen und digitale Beratungsangebote gewannen an Bedeutung.

Die ZKB entwickelte eigene Online- und Mobile-Banking-Dienste. Viele alltägliche Geschäfte können dadurch unabhängig von Öffnungszeiten durchgeführt werden. Dazu gehören Zahlungen, Kontoüberträge, Wertschriftentransaktionen und die Verwaltung von Karten.

Gleichzeitig verringerte sich die Bedeutung klassischer Schaltergeschäfte. Die Bank passte ihr Filialnetz an und konzentrierte zahlreiche Standorte stärker auf persönliche Beratung.

2020 lancierte sie unter der Marke frankly eine digitale Vorsorgelösung für die gebundene Selbstvorsorge der Säule 3a. Das Angebot wurde später um weitere Vorsorge- und Freizügigkeitslösungen erweitert.

Zürcher Kantonalbank Österreich

Die Zürcher Kantonalbank unterhielt mit der Zürcher Kantonalbank Österreich AG eine Tochtergesellschaft für Private Banking in Österreich. Diese verfügte über Standorte in Salzburg und Wien.

Die österreichische Tochtergesellschaft wurde Anfang 2025 an die Liechtensteinische Landesbank verkauft. Die ZKB begründete den Verkauf mit einer stärkeren Konzentration auf ihre strategischen Kernmärkte. Der Eigentumsübergang wurde am 9. Januar 2025 abgeschlossen.[3]

Rechtsform

Die Zürcher Kantonalbank ist eine selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit, gehört jedoch vollständig dem Kanton Zürich.

Ihre Existenz ist in Artikel 109 der Verfassung des Kantons Zürich verankert. Dort wird festgehalten, dass der Kanton eine Kantonalbank betreibt.

Die näheren Bestimmungen enthält das Gesetz über die Zürcher Kantonalbank. Es regelt insbesondere:

  • Rechtsform und Zweck;
  • Dotationskapital;
  • Staatsgarantie;
  • Geschäftskreis;
  • Leistungsauftrag;
  • Organisation;
  • Aufsicht;
  • Gewinnverwendung;
  • Zuständigkeiten des Kantonsrats;
  • Aufgaben der Bankorgane.

Die ZKB ist keine Aktiengesellschaft und besitzt keine privat handelbaren Eigentumsanteile. Der Kanton Zürich kann seine Eigentümerrechte deshalb nicht wie ein gewöhnlicher Aktionär an einer Generalversammlung ausüben. Die politischen und organisatorischen Kontrollrechte werden vor allem durch den Kantonsrat wahrgenommen.[4]

Staatsgarantie

Der Kanton Zürich haftet nach dem Kantonalbankgesetz für die Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, soweit ihre eigenen Mittel nicht ausreichen.

Die Staatsgarantie betrifft grundsätzlich die öffentlich-rechtliche Zürcher Kantonalbank als Mutterhaus. Verbindlichkeiten rechtlich selbstständiger Tochtergesellschaften fallen nicht automatisch darunter.

Vom Schutz ausgenommen sind insbesondere nachrangige Verbindlichkeiten, wenn deren Bedingungen eine Haftung des Kantons ausschliessen. Auch Anlageverluste von Kundinnen und Kunden werden durch die Staatsgarantie nicht gedeckt.

Die Garantie soll das Vertrauen der Einleger und Gläubiger stärken. Sie führt jedoch gleichzeitig zu einem finanziellen Risiko für den Kanton, falls die Bank ihre Verpflichtungen nicht mehr selbst erfüllen könnte.

Für die Staatsgarantie entrichtet die ZKB dem Kanton eine jährliche Abgeltung. Im Geschäftsjahr 2025 belief sich diese Zahlung auf 34 Millionen Franken.[5]

Die Staatsgarantie ersetzt weder eine sorgfältige Risikopolitik noch die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen. Die ZKB muss als systemrelevante Bank besonders hohe finanzielle Sicherheitsvorgaben erfüllen.

Leistungsauftrag

Die Zürcher Kantonalbank besitzt neben ihrem wirtschaftlichen Auftrag einen gesetzlich festgelegten Leistungsauftrag.

Die Bank soll die Bevölkerung und die Wirtschaft des Kantons Zürich mit Bankdienstleistungen versorgen. Sie soll insbesondere die Bedürfnisse von Privatpersonen, kleinen und mittleren Unternehmen, Landwirtschaft, Gewerbe und öffentlich-rechtlichen Körperschaften berücksichtigen.

Der Leistungsauftrag umfasst drei miteinander verbundene Bereiche:

  • Versorgungsauftrag;
  • Unterstützungsauftrag;
  • Nachhaltigkeitsauftrag.

Versorgungsauftrag

Der Versorgungsauftrag verpflichtet die ZKB, im Kanton Zürich ein angemessenes Angebot an Bankdienstleistungen bereitzustellen.

Dazu gehören Konten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Hypotheken, Kredite, Anlageberatung und weitere Finanzdienstleistungen. Die Versorgung soll nicht nur in wirtschaftlich besonders attraktiven Stadtgebieten, sondern im gesamten Kanton gewährleistet werden.

Die Digitalisierung ermöglicht einen ortsunabhängigen Zugang zu zahlreichen Dienstleistungen. Persönliche Beratungsstellen bleiben dennoch Teil des Versorgungsmodells.

Unterstützungsauftrag

Die Bank soll zur Lösung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aufgaben im Kanton beitragen.

Dazu gehören die Unterstützung von Unternehmensgründungen, Innovation, Wohneigentum, Landwirtschaft, gemeinnützigen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Körperschaften.

Kleinere Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen Kredite erhalten, die für rein privatwirtschaftlich ausgerichtete Banken wegen des Verwaltungsaufwands oder des Risikoprofils weniger attraktiv wären.

Nachhaltigkeitsauftrag

Die ZKB soll bei ihrer Geschäftstätigkeit die Grundsätze einer nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen.

Dies betrifft sowohl die eigenen Betriebsabläufe als auch Finanzierungen, Anlageprodukte und Beratungsleistungen. Die Bank bietet unter anderem nachhaltige Fonds und Finanzierungen für energetische Gebäudesanierungen an.

Der Nachhaltigkeitsauftrag bedeutet nicht, dass sämtliche finanzierten Tätigkeiten frei von Umwelt- oder Klimarisiken sind. Die konkrete Umsetzung und die angewandten Ausschluss- und Auswahlkriterien werden deshalb regelmässig öffentlich und politisch diskutiert.

Aufwand für den Leistungsauftrag

Die Bank weist jährlich aus, welche Mittel sie für ihren Leistungsauftrag einsetzt. Im Jahr 2025 betrug der ausgewiesene Aufwand 149 Millionen Franken.

Darin enthalten sind unter anderem Vergünstigungen, Förderleistungen, Sponsoring, Beiträge an Institutionen und Aufwendungen für die flächendeckende Versorgung.[1]

Geschäftsbereiche

Privatkundengeschäft

Das Privatkundengeschäft richtet sich vor allem an Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zürich, steht aber teilweise auch Kundinnen und Kunden ausserhalb des Kantons offen.

Zum Angebot gehören:

  • Privat- und Sparkonten;
  • Debit- und Kreditkarten;
  • Zahlungsverkehr;
  • Hypotheken;
  • Konsum- und Lombardkredite;
  • Vorsorgekonten;
  • Wertschriftendepots;
  • Anlageberatung;
  • Online- und Mobile-Banking.

Die ZKB zählt im Kanton Zürich zu den führenden Anbietern von Hypotheken und Kontodienstleistungen.

Hypothekargeschäft

Hypotheken bilden einen der wichtigsten Geschäftsbereiche. Die Bank finanziert selbst genutztes Wohneigentum, Renditeliegenschaften, Gewerbeobjekte und Bauprojekte.

Im Jahr 2025 belief sich der Hypothekarbestand auf 111,2 Milliarden Franken. Dies entsprach einer Zunahme von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.[3]

Bei der Kreditprüfung beurteilt die Bank den Wert der Liegenschaft, das Einkommen, die Tragbarkeit und die Eigenmittel der Kreditnehmenden.

Die starke Stellung im Zürcher Immobilienmarkt führt zu einer erheblichen regionalen Konzentration. Veränderungen der Immobilienpreise und der Zinsen gehören deshalb zu den wichtigsten Risiken der Bank.

Firmenkundengeschäft

Die ZKB betreut Unternehmen unterschiedlicher Grösse, von Einzelunternehmen und Start-ups bis zu international tätigen Konzernen.

Zu den Dienstleistungen gehören:

  • Betriebskredite;
  • Investitionsfinanzierungen;
  • Immobilienfinanzierungen;
  • Zahlungsverkehr;
  • Handels- und Exportfinanzierung;
  • Devisenabsicherung;
  • Unternehmensnachfolge;
  • Leasing;
  • Kapitalmarktfinanzierung.

Eine besondere Bedeutung besitzt das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen. Der Wirtschaftsraum Zürich umfasst zahlreiche Dienstleistungs-, Technologie-, Handels- und Industriebetriebe.

Private Banking

Im Private Banking betreut die Bank vermögende Privatpersonen und Familien.

Die Dienstleistungen umfassen Anlageberatung, Vermögensverwaltung, Finanzplanung, Vorsorge, Nachlassplanung und ausgewählte internationale Dienstleistungen.

Die ZKB ist hauptsächlich auf den Schweizer Markt ausgerichtet. Sie betreut jedoch auch ausländische Kundinnen und Kunden, sofern dies mit ihrer Strategie und den regulatorischen Anforderungen vereinbar ist.

Asset Management

Das Asset Management verwaltet Vermögen für Privatkunden, Pensionskassen, Versicherungen, Unternehmen, Stiftungen und weitere institutionelle Anleger.

Viele Anlageprodukte werden unter dem Namen Swisscanto angeboten. Dazu gehören Aktien-, Obligationen-, Immobilien-, Misch- und Vorsorgefonds.

Das verwaltete Vermögen bildet einen wesentlichen Bestandteil des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts. Die Kundenvermögen des Konzerns erreichten Ende 2025 insgesamt 579,0 Milliarden Franken.

Kapitalmarkt und Handel

Die ZKB ist im Handel mit Devisen, Edelmetallen, Obligationen, Aktien und strukturierten Produkten tätig.

Sie begleitet Unternehmen und öffentlich-rechtliche Emittenten bei der Aufnahme von Eigen- und Fremdkapital. Im Schweizer Franken zählt sie zu den führenden Banken für Anleiheemissionen.

2025 begleitete sie 105 Fremdkapitaltransaktionen mit einem Volumen von insgesamt 16,5 Milliarden Franken. Im schweizerischen Inlandsegment erreichte sie dabei nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 21 Prozent.[3]

Unternehmensstruktur

Die Zürcher Kantonalbank bildet mit ihren Tochtergesellschaften und Beteiligungen einen Konzern.

Zum Konzern gehören Einheiten für Anlagefonds, Vorsorge, Immobilienanlagen, Finanzdienstleistungen und weitere spezialisierte Tätigkeiten.

Die Marke Swisscanto wird vor allem im Fonds-, Asset-Management- und Vorsorgegeschäft verwendet. Rechtlich können die entsprechenden Dienstleistungen durch unterschiedliche Konzerngesellschaften erbracht werden.

Die Staatsgarantie bezieht sich nicht generell auf sämtliche Gesellschaften des Konzerns. Rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften besitzen eigene Vermögenswerte und Verpflichtungen.

Organe

Die gesetzlichen Organe der Bank sind:

  • der Bankrat;
  • das Bankpräsidium;
  • die Generaldirektion;
  • die Revisionsstelle.

Bankrat

Der Bankrat ist das oberste Führungsorgan der Zürcher Kantonalbank. Seine Stellung entspricht in wesentlichen Bereichen dem Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft.

Er legt die Strategie fest, überwacht die Geschäftsführung, genehmigt wichtige Reglemente und trägt Verantwortung für die Organisation und Risikokontrolle.

Die Mitglieder werden vom Kantonsrat gewählt. Die politische Zusammensetzung berücksichtigt grundsätzlich die Kräfteverhältnisse im kantonalen Parlament.

Die Wahl durch ein politisches Organ soll die demokratische Kontrolle gewährleisten. Gleichzeitig wird regelmässig diskutiert, wie fachliche Qualifikation und parteipolitische Repräsentation gewichtet werden sollen.

Bankpräsidium

Das Bankpräsidium besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und einem weiteren Mitglied des Bankrats.

Es begleitet die Geschäftsführung enger als der gesamte Bankrat und übernimmt besondere Aufsichts- und Koordinationsaufgaben.

Bankratspräsident ist Jörg Müller-Ganz.

Generaldirektion

Die Generaldirektion führt das operative Geschäft. Sie setzt die Strategie um, leitet die Geschäftseinheiten und trägt Verantwortung für das Tagesgeschäft.

Vorsitzender der Generaldirektion und Chief Executive Officer ist seit September 2022 Urs Baumann.

Revisionsstelle

Die Revisionsstelle prüft die Jahresrechnung und weitere gesetzlich vorgeschriebene Bereiche.

Zusätzlich verfügt die Bank über eine interne Revision. Diese ist organisatorisch von der operativen Geschäftsführung unabhängig und unterstützt den Bankrat bei seiner Aufsicht.

Aufsicht

Die ZKB unterliegt sowohl der eidgenössischen Bankenaufsicht als auch der kantonalen Oberaufsicht.

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht

Als Bank benötigt die ZKB eine Bewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Die FINMA überwacht insbesondere:

  • Eigenmittel;
  • Liquidität;
  • Risikomanagement;
  • Geldwäschereibekämpfung;
  • organisatorische Anforderungen;
  • Kundenschutzvorschriften;
  • Stabilisierung und Notfallplanung.

Die kantonale Eigentümerschaft und Staatsgarantie befreien die Bank nicht von den bundesrechtlichen Bankenregeln.

Kantonsrat

Der Kantonsrat des Kantons Zürich übt die Oberaufsicht über die Bank aus.

Er wählt die Mitglieder des Bankrats und des Bankpräsidiums, genehmigt zentrale Grundlagen und behandelt die Berichterstattung der Bank.

Eine besondere kantonsrätliche Kommission beaufsichtigt die wirtschaftlichen Unternehmen des Kantons. Sie prüft unter anderem die Einhaltung des Leistungsauftrags und der gesetzlichen Vorgaben.

Der Regierungsrat besitzt gegenüber der ZKB nicht dieselbe Leitungsfunktion wie gegenüber einer kantonalen Verwaltungsdirektion. Die Bank wird deshalb teilweise als Parlamentsbank bezeichnet.

Systemrelevanz

Die Schweizerische Nationalbank erklärte die Zürcher Kantonalbank mit Verfügung vom 1. November 2013 zur systemrelevanten Bank.

Als systemrelevant gelten Banken, deren Ausfall wesentliche Funktionen der Schweizer Volkswirtschaft gefährden könnte. Bei der ZKB sind insbesondere das inländische Einlagen- und Kreditgeschäft sowie der Zahlungsverkehr von Bedeutung.

Die ZKB gehört neben der UBS, der Raiffeisen-Gruppe und PostFinance zu den systemrelevanten Banken der Schweiz.[2]

Sie muss deshalb über zusätzliche verlusttragende Mittel verfügen und Pläne für eine schwere Krise vorbereiten.

Stabilisierungsplan

Im Stabilisierungsplan zeigt die Bank, wie sie sich im Fall erheblicher finanzieller Schwierigkeiten aus eigener Kraft stabilisieren will.

Mögliche Massnahmen betreffen die Beschaffung von Kapital, den Verkauf von Vermögenswerten, die Reduktion von Risiken und die Sicherung der Liquidität.

Notfallplan

Der Schweizer Notfallplan soll gewährleisten, dass systemrelevante Funktionen auch bei drohender Insolvenz weitergeführt werden können.

Die FINMA beurteilt regelmässig, ob die vorbereiteten Massnahmen glaubwürdig und umsetzbar sind. Bei der ZKB muss die Notfallplanung neben der Bankstruktur auch die besondere Rolle der Staatsgarantie und des Kantons als Eigentümer berücksichtigen.

Kapital und Sicherheit

Die Bank verfügt aufgrund ihres Geschäftsmodells, ihrer Reserven und der regulatorischen Anforderungen über eine hohe Kapitalausstattung.

Ende 2025 betrug die risikobasierte Quote der gesamten verlusttragenden Mittel 32,2 Prozent. Die Quote des harten Kernkapitals lag bei 21,2 Prozent. Beide Werte lagen deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.[3]

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch bewerten die ZKB mit ihren jeweils höchsten langfristigen Bonitätsnoten AAA beziehungsweise Aaa.

In diese Ratings fliessen die wirtschaftliche Stärke der Bank und die erwartete Unterstützung durch den Kanton ein. Auch ohne Berücksichtigung einer möglichen kantonalen Unterstützung wird ihre eigenständige Bonität von den Agenturen hoch bewertet.

Ein hohes Rating bedeutet eine sehr geringe erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit. Es stellt jedoch keine absolute Garantie für die künftige Zahlungsfähigkeit dar.

Geschäftszahlen

Die Zürcher Kantonalbank erzielte 2025 einen Konzerngewinn vor Steuern von 1,422 Milliarden Franken. Nach Steuern verblieb ein Konzerngewinn von 1,241 Milliarden Franken.

Der Geschäftsertrag erreichte 3,213 Milliarden Franken. Wichtigster Ertragspfeiler war das Zinsgeschäft, gefolgt vom Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie dem Handelsgeschäft.

Kennzahl 2025 2024
Konzerngewinn vor Steuern 1'422 Mio. CHF 1'289 Mio. CHF
Konzerngewinn nach Steuern 1'241 Mio. CHF 1'120 Mio. CHF
Geschäftsertrag 3'213 Mio. CHF 3'091 Mio. CHF
Netto-Erfolg aus dem Zinsgeschäft 1'679 Mio. CHF 1'680 Mio. CHF
Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft 1'082 Mio. CHF 1'024 Mio. CHF
Handelserfolg 427 Mio. CHF 353 Mio. CHF
Geschäftsaufwand 1'790 Mio. CHF 1'731 Mio. CHF
Bilanzsumme 206,2 Mrd. CHF 202,6 Mrd. CHF
Hypothekarforderungen 111,2 Mrd. CHF 106,6 Mrd. CHF
Kundenvermögen 579,0 Mrd. CHF 520,8 Mrd. CHF
Mitarbeitende 6655 6445

Die Zahlen beruhen auf der Konzernrechnung und können deshalb von den Ergebnissen des öffentlich-rechtlichen Stammhauses abweichen.

Gewinnverwendung

Für die gesetzliche Gewinnverwendung ist das Stammhaus ohne Einbezug der rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften massgebend.

Ein Teil des Gewinns wird den Reserven zugewiesen, um das Eigenkapital zu stärken. Weitere Teile fliessen an den Kanton Zürich und seine Gemeinden.

Für das Geschäftsjahr 2025 betrug die gesamte finanzielle Partizipation von Kanton und Gemeinden 581 Millionen Franken.[5]

Zahlung Betrag 2025
Dividende an den Kanton 181 Mio. CHF
Dividende zur Deckung der Selbstkosten des Kantons 22 Mio. CHF
OECD-Mindeststeuer an den Kanton 169 Mio. CHF
Abgeltung der Staatsgarantie 34 Mio. CHF
Dividende an die Zürcher Gemeinden 175 Mio. CHF
Gesamtpartizipation 581 Mio. CHF

Der Anteil der Gemeinden wird nach den gesetzlichen Regeln verteilt. Dadurch profitieren sämtliche Zürcher Gemeinden vom wirtschaftlichen Erfolg der Bank, unabhängig davon, ob sich auf ihrem Gebiet eine Filiale befindet.

Im Jahr 2025 wurden zusätzlich 840 Millionen Franken den freiwilligen Gewinnreserven zugewiesen.

Mitarbeitende und Ausbildung

Ende 2025 beschäftigte der Konzern 6655 Personen in 5809 Vollzeitstellen.

Die ZKB gehört zu den grossen Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben des Kantons Zürich. Sie bietet Lehrstellen, Praktika, Hochschulprogramme und Ausbildungsplätze für Quereinsteiger an.

2025 verfügte die Bank über 427 Ausbildungsplätze.[1]

Neben klassischen Bankberufen beschäftigt sie Fachkräfte in Informatik, Datenanalyse, Recht, Compliance, Immobilienbewertung, Kommunikation und weiteren Bereichen.

Standorte

Die ZKB betreibt ein Netz von Filialen und Beratungsstandorten im gesamten Kanton Zürich.

Bedeutende Standorte befinden sich unter anderem in:

Zusätzlich stehen Geldautomaten, Online-Banking, mobile Anwendungen und telefonische Beratungsangebote zur Verfügung.

Ausserhalb des Kantons unterhält die Bank vor allem spezialisierte Einheiten und Repräsentanzen. Das gewöhnliche Filialgeschäft bleibt auf den Heimmarkt Zürich konzentriert.

Sponsoring und gesellschaftliches Engagement

Die ZKB unterstützt zahlreiche Institutionen und Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport, Gesellschaft und Umwelt.

Zu den bekannten Engagements gehören oder gehörten:

  • Zoo Zürich;
  • ZKB Zürilauf Cup;
  • Zürcher Wanderwege;
  • kulturelle Veranstaltungen;
  • Musik- und Theaterinstitutionen;
  • Nachwuchs- und Breitensport;
  • wissenschaftliche und wirtschaftliche Initiativen;
  • Angebote des Zürcher Verkehrsverbunds.

Die Bank zählt mehrere hundert Sponsoring-Partnerschaften. Diese Engagements sind teilweise dem Leistungsauftrag zugeordnet.

Sponsoring unterscheidet sich von einer Spende, da die Bank in der Regel Gegenleistungen wie Namensnennung, Werberechte oder Kundenangebote erhält.

Kulturengagement

Die ZKB unterstützt Museen, Theater, Festivals, Konzerte und lokale Kulturprojekte.

Sie besitzt zudem eine eigene Kunstsammlung. Werke werden in Bankgebäuden gezeigt und teilweise für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.

Die Kulturförderung soll sowohl grosse kantonale Institutionen als auch regionale und lokale Projekte erreichen.

Sportförderung

Im Sport unterstützt die Bank Volksläufe, Vereine, Nachwuchsprojekte und Veranstaltungen.

Der ZKB Zürilauf Cup besteht aus mehreren Laufveranstaltungen in verschiedenen Regionen des Kantons. Die Serie verbindet Breiten- und Leistungssport.

Die Sponsoringaktivitäten ersetzen nicht die öffentliche Sportförderung des Kantons und der Gemeinden, ergänzen diese jedoch in verschiedenen Bereichen.

Nachhaltigkeit

Die Bank berücksichtigt ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeitskriterien in ihren eigenen Abläufen sowie in Teilen des Finanzierungs- und Anlagegeschäfts.

Zu ihren Massnahmen gehören:

  • Energieeffizienz in Bankgebäuden;
  • nachhaltige Anlagefonds;
  • Beratung zu energetischen Gebäudesanierungen;
  • Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren;
  • Finanzierung erneuerbarer Energien;
  • Offenlegung klimabezogener Informationen.

Kritiker verlangen teilweise strengere Ausschlüsse für Finanzierungen und Anlagen in Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen. Die Bank verweist dagegen auf ihren Ansatz, Unternehmen auch durch aktiven Dialog und Kapitalbereitstellung bei der Transformation zu begleiten.

Die Bewertung nachhaltiger Finanzprodukte hängt von den angewandten Kriterien ab. Nicht jedes als nachhaltig bezeichnete Produkt schliesst sämtliche fossilen oder umstrittenen Geschäftstätigkeiten aus.

Bedeutung für den Kanton Zürich

Die Zürcher Kantonalbank besitzt für den Kanton eine doppelte Bedeutung. Sie ist sowohl ein bedeutendes Finanzinstitut als auch ein öffentliches Unternehmen.

Durch ihr Kredit- und Hypothekargeschäft beeinflusst sie die Finanzierung von Unternehmen, Wohneigentum und Infrastruktur. Ihre Einlagen- und Zahlungsverkehrsdienstleistungen werden von einem grossen Teil der Bevölkerung genutzt.

Die jährlichen Zahlungen an Kanton und Gemeinden leisten einen bedeutenden Beitrag zu den öffentlichen Haushalten. In den zehn Jahren bis 2025 erhielten Kanton und Gemeinden insgesamt mehr als vier Milliarden Franken aus Gewinnverteilung, Steuern und Garantieabgeltung.[3]

Gleichzeitig trägt der Kanton als Eigentümer und Garant ein finanzielles Risiko. Aufgrund der Grösse und Systemrelevanz der Bank könnte eine schwere Krise erhebliche Auswirkungen auf die Kantonsfinanzen und die Schweizer Volkswirtschaft haben.

Bedeutung im Schweizer Bankenwesen

Die ZKB ist die grösste der Schweizer Kantonalbanken. Sie steht zugleich im Wettbewerb mit Grossbanken, Regionalbanken, Raiffeisenbanken, Privatbanken und digitalen Finanzdienstleistern.

Ihre besondere Stellung ergibt sich aus mehreren Merkmalen:

  • öffentlich-rechtliche Rechtsform;
  • vollständiges Eigentum des Kantons;
  • gesetzlicher Leistungsauftrag;
  • Staatsgarantie;
  • starke regionale Marktposition;
  • nationale und internationale Spezialgeschäfte;
  • Einstufung als systemrelevante Bank.

Im Unterschied zu vielen kleineren Kantonalbanken besitzt die ZKB ein umfangreiches Handels-, Kapitalmarkt- und Asset-Management-Geschäft. Dadurch ist sie stärker mit nationalen und internationalen Finanzmärkten verbunden.

Kontroversen

Staatsgarantie und Wettbewerbsneutralität

Private Banken kritisieren teilweise, dass die Staatsgarantie der ZKB einen Wettbewerbsvorteil verschaffe. Die Garantie kann das Vertrauen der Gläubiger stärken und die Refinanzierungskosten senken.

Die Bank entrichtet dafür eine Abgeltung an den Kanton. Ob diese Zahlung den wirtschaftlichen Wert der Garantie vollständig ausgleicht, ist wiederholt Gegenstand politischer und wirtschaftlicher Diskussionen.

Befürworter verweisen auf den Leistungsauftrag, die Gewinnausschüttungen und die stabilisierende Funktion einer öffentlich getragenen Bank.

Grösse und kantonales Risiko

Die Bilanzsumme der ZKB übersteigt die jährliche Wirtschaftsleistung und den Haushalt des Kantons deutlich. Ein schwerer Ausfall könnte den Kanton daher erheblich belasten.

Die Bank betont ihre hohe Kapitalisierung, vorsichtige Risikopolitik und strenge Regulierung. Kritiker fordern dennoch teilweise eine Begrenzung risikoreicher oder internationaler Tätigkeiten.

Politische Aufsicht

Die Wahl des Bankrats durch den Kantonsrat verbindet demokratische Kontrolle mit parteipolitischen Auswahlverfahren.

Diskutiert wird, ob die politische Repräsentation im Bankrat die fachliche Unabhängigkeit beeinträchtigen kann. Die gesetzlichen Anforderungen schreiben jedoch berufliche Qualifikationen und persönliche Eignung der Mitglieder vor.

Steuerstreit mit den Vereinigten Staaten

Wie zahlreiche Schweizer Banken geriet auch die ZKB in den Konflikt mit den Vereinigten Staaten über unversteuerte Vermögenswerte amerikanischer Kunden.

2018 erzielte sie mit dem amerikanischen Justizministerium eine Einigung. Die Bank anerkannte, zwischen 2002 und 2009 bestimmten amerikanischen Kunden bei der Verschleierung unversteuerter Vermögen geholfen zu haben, und leistete Zahlungen von insgesamt 98,5 Millionen US-Dollar.

Der Fall führte zu einer Verstärkung der grenzüberschreitenden Steuer- und Compliance-Vorschriften.

Daten und Bankgeheimnis

Als Finanzinstitut verarbeitet die ZKB umfangreiche Personen-, Zahlungs- und Vermögensdaten.

Sie unterliegt dem Bankkundengeheimnis, dem Datenschutzrecht und den gesetzlichen Meldepflichten. Das Bankkundengeheimnis schützt nicht vor Strafverfahren, Geldwäschereimeldungen oder dem internationalen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen.

Die Digitalisierung erhöht die Bedeutung der Cybersicherheit. Angriffe auf Online-Banking, Phishing und betrügerische Zahlungsaufträge gehören zu den dauerhaften Risiken.

Markenauftritt

Die Zürcher Kantonalbank verwendet die Abkürzung ZKB und ein blaues Logo.

Der Markenauftritt betont die Nähe zum Kanton und zur Bevölkerung. Der Slogan «Die nahe Bank» verweist auf die regionale Verankerung und den Anspruch persönlicher Erreichbarkeit.

Im Fonds- und Vorsorgegeschäft bleibt die Marke Swisscanto verbreitet. Die digitale Vorsorgeplattform tritt unter der Bezeichnung frankly auf.

Siehe auch

Literatur

  • Zürcher Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. Zürich 2026.
  • Zürcher Kantonalbank: 150 Jahre Zürcher Kantonalbank. Die nahe Bank seit 1870. Zürich 2020.
  • Werner Catrina: Die Bank des Zürcher Volkes. 125 Jahre Zürcher Kantonalbank. Zürcher Kantonalbank, Zürich 1995.
  • Hanspeter Rüegg: Die Zürcher Kantonalbank und die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Zürich. Zürich.
  • Kanton Zürich: Gesetz über die Zürcher Kantonalbank. Zürich.
  • Eidgenössische Finanzmarktaufsicht: Recovery- und Resolution-Berichterstattung. Bern.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Berichterstattung 2025, Zürcher Kantonalbank, abgerufen am 26. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Das Schweizer Too-Big-To-Fail-Konzept bei Banken, Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, abgerufen am 26. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Die Zürcher Kantonalbank erzielt erneut einen sehr erfreulichen Konzerngewinn, Zürcher Kantonalbank, 6. Februar 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.
  4. Corporate Governance, Zürcher Kantonalbank, abgerufen am 26. Juli 2026.
  5. 5,0 5,1 Gewinnausschüttung und Partizipation, Zürcher Kantonalbank, abgerufen am 26. Juli 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Zürcher Kantonalbank