UBS

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UBS Group AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 29. Juni 1998
historische Wurzeln seit 1862
Sitz Zürich
Konzernhauptsitze in Zürich und Basel
Branche Banken und Finanzdienstleistungen
Leitung Colm Kelleher, Verwaltungsratspräsident
Sergio P. Ermotti, Group CEO
Mitarbeitende 105'236 (31. Dezember 2025)
Verwaltete Vermögen 7,3 Billionen US-Dollar (30. Juni 2026)
Reingewinn 7,767 Milliarden US-Dollar (2025)
Börsenkotierung SIX Swiss Exchange, New York Stock Exchange
Website ubs.com

UBS ist eine international tätige Schweizer Grossbank und Finanzdienstleistungsgruppe. Die börsenkotierte Holdinggesellschaft UBS Group AG hat ihren Sitz in Zürich. Die operative Stammgesellschaft UBS AG besitzt eingetragene Sitze in Zürich und Basel. Die Gruppe ist insbesondere in der globalen Vermögensverwaltung, im Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft, in der institutionellen Vermögensverwaltung und im Investment Banking tätig.[1][2]

UBS zählt zu den weltweit grössten Verwaltern privater Vermögen und ist die grösste Bank der Schweiz. Ende Juni 2026 beliefen sich die von der Gruppe betreuten beziehungsweise verwalteten Vermögen auf 7,3 Billionen US-Dollar. Ende 2025 beschäftigte UBS weltweit 105'236 interne Mitarbeitende.[3][4]

Die heutige UBS entstand 1998 durch die Fusion des Schweizerischen Bankvereins mit der Schweizerischen Bankgesellschaft. Im Juni 2023 übernahm sie während einer akuten Vertrauens- und Liquiditätskrise die frühere Credit Suisse. Dadurch entstand die einzige verbliebene Schweizer Grossbank mit einer bedeutenden weltweiten Investmentbank und Vermögensverwaltung.

UBS ist sowohl eine national als auch eine international systemrelevante Bank. Sie unterliegt deshalb höheren Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität, Notfallplanung und Abwicklungsfähigkeit als gewöhnliche Banken.[5]

Name

Der Name UBS geht auf die englische Bezeichnung eines Vorgängerinstituts zurück. Die Schweizerische Bankgesellschaft trat international als Union Bank of Switzerland auf. Deren Initialen wurden bei der Fusion von 1998 als Markenname des neuen Unternehmens übernommen.

UBS wird heute offiziell nicht mehr als Abkürzung behandelt. Der Name steht somit nicht mehr für eine bestimmte vollständige Firmenbezeichnung. In den vier Schweizer Landessprachen und auf internationalen Märkten verwendet die Gruppe einheitlich die Bezeichnung UBS.[6]

Das Zeichen der Bank besteht aus drei gekreuzten Schlüsseln. Es wurde vom Schweizerischen Bankverein übernommen und gehört zu den bekanntesten Unternehmenszeichen des Schweizer Finanzplatzes.

Geschichte

Vorgängerinstitute

Die älteste direkte Hauptlinie der heutigen UBS beginnt mit der 1862 gegründeten Bank in Winterthur. Sie finanzierte Industrie-, Handels- und Infrastrukturunternehmen in der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Winterthur. Ein Jahr später entstand in Lichtensteig die Toggenburger Bank, die besonders im Wirtschaftsraum der Ostschweiz tätig war.

1912 fusionierten die Bank in Winterthur und die Toggenburger Bank zur Schweizerischen Bankgesellschaft, kurz SBG. Die Bank verwendete international die Bezeichnung Union Bank of Switzerland. Ihr Geschäft verlagerte sich zunehmend nach Zürich, das sich im 20. Jahrhundert zum wichtigsten Schweizer Finanzplatz entwickelte.[7][8]

Die zweite Hauptlinie entstand in Basel. Der 1872 gegründete Basler Bankverein schloss sich 1896 mit dem Zürcher Bankverein zusammen. Nach der Übernahme der Basler Depositen-Bank erhielt das Institut 1897 den Namen Schweizerischer Bankverein, kurz SBV. Im Ausland war es als Swiss Bank Corporation bekannt.[9]

Beide Banken expandierten im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch die Eröffnung ausländischer Niederlassungen und die Übernahme zahlreicher Regional-, Privat- und Investmentbanken. Der Schweizerische Bankverein übernahm unter anderem die britische Investmentbank S. G. Warburg. Die Schweizerische Bankgesellschaft erwarb kurz vor der Fusion das US-Investmenthaus Dillon, Read & Co.

Gründung der heutigen UBS

Am 8. Dezember 1997 kündigten der Schweizerische Bankverein und die Schweizerische Bankgesellschaft ihren Zusammenschluss an. Die rechtliche Fusion wurde am 29. Juni 1998 vollzogen. Das neue Unternehmen firmierte als UBS AG und war zu diesem Zeitpunkt eine der grössten Banken der Welt.[10]

Die Fusion sollte die Stärken der beiden Institute verbinden. Die Schweizerische Bankgesellschaft brachte unter anderem ein bedeutendes Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft ein, während der Schweizerische Bankverein stärker im internationalen Investment Banking und in der institutionellen Vermögensverwaltung vertreten war.

Die Zusammenführung führte gleichzeitig zu einem umfangreichen Stellenabbau und zur Schliessung sich überschneidender Geschäftsstellen. Die technische und organisatorische Integration wurde weitgehend innerhalb weniger Jahre abgeschlossen.

Expansion in den Vereinigten Staaten

Im Mai 2000 wurden die UBS-Aktien zusätzlich an der New York Stock Exchange kotiert. Im November desselben Jahres übernahm UBS die US-amerikanische Wertpapier- und Vermögensverwaltungsgesellschaft PaineWebber. Der Kaufpreis betrug nach damaligen Rechnungslegungsgrundsätzen rund 22 Milliarden Franken.[11]

Mit der Übernahme erhielt UBS ein grosses Netz von Finanzberaterinnen und Finanzberatern in den Vereinigten Staaten. Das US-Geschäft entwickelte sich zu einem zentralen Bestandteil der globalen Vermögensverwaltung der Gruppe.

Finanzkrise 2007 bis 2009

UBS war stark von der internationalen Finanzkrise betroffen. Die Investmentbank hatte grosse Positionen in strukturierten Wertpapieren aufgebaut, die auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt beruhten. Mit dem Einbruch dieses Marktes musste die Bank hohe Wertberichtigungen und Verluste verbuchen.

Im Oktober 2008 beschlossen der Bund, die Schweizerische Nationalbank und die damalige Eidgenössische Bankenkommission ein Stabilisierungspaket. UBS übertrug illiquide und risikobehaftete Vermögenswerte im ursprünglichen Umfang von 45,9 Milliarden Franken auf einen von der Nationalbank kontrollierten Stabilisierungsfonds. Gleichzeitig stärkte der Bund die Kapitalbasis der Bank mit einer Pflichtwandelanleihe von 6 Milliarden Franken.[12]

Der Bund verkaufte seine Beteiligung 2009 mit Gewinn. Der Stabilisierungsfonds zahlte das Darlehen der Nationalbank vollständig zurück und wurde 2013 von UBS übernommen. Die öffentlichen Unterstützungsmassnahmen führten letztlich weder beim Bund noch bei der Nationalbank zu einem Verlust.[12]

Die Krise hatte grundlegende Änderungen der Strategie zur Folge. UBS verkleinerte die Investmentbank, reduzierte risikoreiche Handelsbestände und konzentrierte sich stärker auf die Vermögensverwaltung und das Schweizer Bankgeschäft.

Neuordnung und Holdingstruktur

Nach weiteren Verlusten im Investment Banking leitete UBS ab 2011 unter Sergio P. Ermotti eine umfassende strategische Neuausrichtung ein. Kapitalintensive Handelsaktivitäten wurden reduziert und ein grösserer Teil des Kapitals auf die Vermögensverwaltung ausgerichtet.

2014 wurde die UBS Group AG als neue börsenkotierte Holdinggesellschaft gegründet. Sie hält sämtliche Aktien der UBS AG. Die Struktur sollte unter anderem die Sanierungs- und Abwicklungsfähigkeit der international tätigen Gruppe verbessern.[1]

Das für Schweizer Privat-, Unternehmens- und institutionelle Kunden bestimmte Geschäft wird weitgehend durch die UBS Switzerland AG betrieben. Andere Tochtergesellschaften sind unter anderem in den Vereinigten Staaten, im Europäischen Wirtschaftsraum und in Asien tätig.

Übernahme der Credit Suisse

Ankündigung und Vollzug

Im März 2023 geriet die Credit Suisse nach jahrelangen Verlusten, Skandalen und hohen Mittelabflüssen in eine akute Vertrauenskrise. Am 19. März 2023 gaben UBS, Credit Suisse, der Bundesrat, die Nationalbank und die FINMA eine von den Behörden unterstützte Übernahme bekannt.

Die Transaktion wurde vollständig mit UBS-Aktien bezahlt. Die Aktionäre der Credit Suisse erhielten für jeweils 22,48 Credit-Suisse-Aktien eine UBS-Aktie. Dies entsprach bei der Ankündigung einem Gesamtwert von rund 3 Milliarden Franken.[13]

Die FINMA ordnete gleichzeitig die vollständige Abschreibung der zusätzlichen Kernkapitalinstrumente der Credit Suisse im Nominalwert von rund 16 Milliarden Franken an. Diese Entscheidung führte zu Rechtsstreitigkeiten von Investoren und zu einer internationalen Diskussion über die Rangfolge von Aktionären und Inhabern sogenannter AT1-Anleihen.[14]

Die Übernahme wurde am 12. Juni 2023 rechtlich abgeschlossen. Die Credit Suisse Group AG ging dabei in der UBS Group AG auf. Zunächst bestanden die operativen Stammgesellschaften UBS AG und Credit Suisse AG weiterhin getrennt.[15]

Staatliche Unterstützung

Zur Stabilisierung der Situation stellten die Nationalbank und der Bund umfangreiche Liquiditäts- und Garantieinstrumente bereit. Der Bund gewährte UBS eine Verlustabsicherung von höchstens 9 Milliarden Franken für bestimmte, nicht zum künftigen Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte. UBS hätte zuvor selbst die ersten 5 Milliarden Franken möglicher Verluste tragen müssen.

Zusätzlich sicherte der Bund Liquiditätshilfedarlehen der Nationalbank von bis zu 100 Milliarden Franken ab. Daneben standen weitere Liquiditätsinstrumente der Nationalbank zur Verfügung.[16]

UBS kündigte die Verlustgarantie im August 2023 freiwillig, nachdem die übernommenen Vermögenswerte eingehender geprüft worden waren. Auch die staatlich garantierten Liquiditätshilfen wurden vollständig zurückbezahlt und die entsprechenden Vereinbarungen beendet. Der Bund musste keine Garantiezahlungen leisten und nahm aus Gebühren und Prämien rund 200 Millionen Franken ein.[16]

Rechtliche und technische Integration

Am 31. Mai 2024 wurde die Credit Suisse AG mit der UBS AG fusioniert. UBS AG trat in sämtliche Rechte und Pflichten der früheren Credit Suisse AG ein.[17]

Am 1. Juli 2024 folgte die Fusion von Credit Suisse (Schweiz) AG und UBS Switzerland AG. Die ehemalige Schweizer Tochtergesellschaft der Credit Suisse wurde aus dem Handelsregister gelöscht. Ihre Kundenbeziehungen, Verträge und Verpflichtungen gingen auf UBS Switzerland AG über.[18]

Im März 2026 schloss UBS die weltweite Migration der früheren Credit-Suisse-Kunden auf ihre eigenen technischen Systeme ab. Insgesamt wurden nach Angaben der Bank rund 1,2 Millionen Kundenbeziehungen übertragen. Die vollständige Integration, einschliesslich der Abschaltung nicht mehr benötigter Informatiksysteme und der Abwicklung nicht strategischer Positionen, sollte im Wesentlichen bis Ende 2026 abgeschlossen werden.[19]

Geschäftstätigkeit

UBS gliedert ihre operativen Aktivitäten in vier Kerngeschäftsbereiche. Hinzu kommt der Bereich Non-core and Legacy, in dem hauptsächlich nicht strategische Positionen und Geschäfte der früheren Credit Suisse abgebaut werden.[20]

Global Wealth Management

Global Wealth Management berät vermögende und sehr vermögende Privatpersonen, Familien, Unternehmer und Family Offices. Zu den Dienstleistungen gehören Anlageberatung, Vermögensverwaltung, Finanzplanung, Nachlass- und Vorsorgelösungen, Kredite, Hypotheken und die Beratung bei Unternehmensverkäufen.

Der Geschäftsbereich ist in der Schweiz, in Europa, Nord- und Südamerika, im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum tätig. In den Vereinigten Staaten arbeitet UBS mit einem grossen Netz von Finanzberaterinnen und Finanzberatern.

Die Vermögensverwaltung erzielt Erträge vor allem aus wiederkehrenden Verwaltungs- und Beratungsgebühren, Transaktionsgebühren, Zinsdifferenzen und Krediten. Die Höhe der ausgewiesenen verwalteten Vermögen hängt sowohl von Kundenbewegungen als auch von den Kursen an den Finanz- und Devisenmärkten ab.

Personal & Corporate Banking

Personal & Corporate Banking umfasst das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft. UBS bietet Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Hypotheken, Vorsorgeprodukte, Anlagen und Kredite für Privatpersonen an.

Für Unternehmen stellt die Bank Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierungen, Devisengeschäfte und Beratungsleistungen bereit. Zu den Kunden gehören kleine und mittlere Unternehmen, Grossunternehmen, institutionelle Anleger und öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Dieser Geschäftsbereich ist für die Schweizer Volkswirtschaft von besonderer Bedeutung. Im zweiten Quartal 2026 gewährte oder erneuerte UBS nach eigenen Angaben Kredite von rund 40 Milliarden Franken an Schweizer Haushalte und Unternehmen.[3]

Asset Management

Asset Management verwaltet Anlagen für Pensionskassen, Versicherungen, Staatsfonds, Banken, Unternehmen und andere institutionelle Anleger. Auch Fonds und Anlagelösungen für Privatkunden und externe Finanzintermediäre gehören zum Angebot.

Der Geschäftsbereich deckt traditionelle Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Geldmarktanlagen sowie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity, Hedgefonds und weitere alternative Anlagen ab. UBS bietet sowohl aktiv verwaltete Strategien als auch Indexfonds und börsengehandelte Fonds an.

Investment Bank

Die Investment Bank berät Unternehmen, Staaten, Finanzinstitute und institutionelle Anleger. Sie begleitet Fusionen und Übernahmen, Börsengänge, Kapitalerhöhungen, Anleiheemissionen und andere Kapitalmarkttransaktionen.

Weitere Tätigkeiten umfassen den Handel und die Vermittlung von Aktien, Anleihen, Devisen und Derivaten sowie Wertpapierresearch und Risikomanagementlösungen. Nach den hohen Verlusten während der Finanzkrise wurde die Investmentbank stärker auf Dienstleistungen für Kunden und auf die Unterstützung der Vermögensverwaltung ausgerichtet.

Durch die Übernahme der Credit Suisse erhielt UBS zusätzliche Kompetenzen im Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft. Nicht mit der Strategie oder den Risikovorgaben von UBS vereinbare Positionen wurden dem Bereich Non-core and Legacy zugeordnet.

Non-core and Legacy

Der Bereich Non-core and Legacy enthält Geschäfte, Vermögenswerte und Verpflichtungen, die UBS nicht dauerhaft weiterführen will. Ein grosser Teil stammt aus der früheren Credit Suisse.

Die Positionen werden verkauft, abgewickelt oder bis zur Fälligkeit verwaltet. Der kontrollierte Abbau soll Kapital freisetzen, Kosten reduzieren und rechtliche sowie operationelle Risiken begrenzen. Die Ergebnisse dieses Bereichs können wegen Verkäufen, Rückstellungen und Bewertungsänderungen erheblich schwanken.

Unternehmensstruktur

Die UBS Group AG ist die oberste Holdinggesellschaft der Gruppe. Sie wurde am 10. Juni 2014 gegründet und besitzt sämtliche Aktien der UBS AG. Die Aktien der UBS Group AG werden an der SIX Swiss Exchange und an der New York Stock Exchange gehandelt.[1]

Die UBS AG ist eine nach schweizerischem Recht organisierte Bank mit Sitzen in Zürich und Basel. Sie hält direkt oder indirekt einen grossen Teil der operativen Gesellschaften der Gruppe.

Die UBS Switzerland AG führt einen erheblichen Teil des Schweizer Bankgeschäfts. Die Trennung des Schweizer Geschäfts von anderen internationalen Aktivitäten ist ein Bestandteil der Notfall- und Abwicklungsplanung. Bei einer schweren Krise sollen für die Schweiz systemrelevante Funktionen wie Einlagen, Zahlungsverkehr und Kreditversorgung weitergeführt werden können.

Zu den weiteren bedeutenden Einheiten gehören Gesellschaften für das amerikanische Wealth-Management-Geschäft, die UBS Bank USA, die UBS Europe SE mit Sitz in Frankfurt am Main sowie Tochtergesellschaften in Grossbritannien, Hongkong, Singapur und weiteren Finanzzentren.

Führung

Der Verwaltungsrat der UBS Group AG bestimmt die strategische Ausrichtung, überwacht die Konzernleitung und genehmigt die grundlegenden Risiko- und Kapitalvorgaben. Seit 2022 ist der irische Bankmanager Colm Kelleher Präsident des Verwaltungsrats. Er wurde an der Generalversammlung vom 15. April 2026 für eine weitere Amtszeit bis zur Generalversammlung 2027 bestätigt.[21]

Sergio P. Ermotti ist Group Chief Executive Officer und Präsident der Konzernleitung der UBS AG. Er hatte UBS bereits von 2011 bis 2020 geführt und kehrte im April 2023 im Zusammenhang mit der Übernahme der Credit Suisse an die Konzernspitze zurück.[22]

Das operative Geschäft wird von der Konzernleitung geführt. Neben den Leitern der Geschäftsbereiche gehören ihr unter anderem die Verantwortlichen für Finanzen, Risiko, Recht, Personal, Compliance und den operativen Betrieb an.

Mitarbeitende und internationale Präsenz

Ende 2025 beschäftigte UBS weltweit 105'236 interne Mitarbeitende beziehungsweise 103'177 Vollzeitstellen. Zusätzlich arbeiteten rund 16'400 externe Beschäftigte für die Gruppe.[4]

Rund 33 Prozent der internen Mitarbeitenden waren in der Schweiz tätig. Weitere 23 Prozent arbeiteten auf dem amerikanischen Kontinent, 24 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum und 20 Prozent in Europa ausserhalb der Schweiz, im Nahen Osten und in Afrika.

UBS war Ende 2025 in 51 Ländern und Rechtsordnungen präsent. Die Belegschaft umfasste Angehörige von mehr als 150 Nationalitäten. Durch die Integration der Credit Suisse wurden zahlreiche Funktionen zusammengelegt und Stellen abgebaut. Gleichzeitig mussten während der technischen Migration zeitweise zusätzliche Integrations-, Informatik- und Kontrollaufgaben bewältigt werden.

Geschäftsergebnisse

UBS erstellt ihre Konzernrechnung in US-Dollar. Die Ergebnisse werden wesentlich von den Finanzmärkten, Wechselkursen, Kundenaktivitäten, Zinssätzen und den Kosten der Credit-Suisse-Integration beeinflusst.

Für 2025 wies UBS einen den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 7,767 Milliarden US-Dollar aus. Die harte Kernkapitalquote CET1 lag Ende des Jahres bei 14,4 Prozent. Die verwalteten beziehungsweise betreuten Vermögen überstiegen erstmals 7 Billionen US-Dollar.[23]

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte UBS einen Reingewinn von 5,8 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 2,8 Milliarden US-Dollar auf das zweite Quartal. Die verwalteten Vermögen erreichten Ende Juni 2026 den Rekordwert von 7,3 Billionen US-Dollar.[3]

Durch die Integration der Credit Suisse erwartet UBS erhebliche Kosteneinsparungen. Bis Ende Juni 2026 waren nach Angaben der Bank kumulierte Bruttoeinsparungen von 12,6 Milliarden US-Dollar erreicht. Gleichzeitig entstanden Integrationskosten für Informatikmigrationen, Abfindungen, die Zusammenlegung von Standorten sowie den Abbau nicht strategischer Geschäfte.[3]

Bedeutung für die Schweiz

UBS nimmt im Schweizer Bankwesen eine aussergewöhnliche Stellung ein. Sie ist im Privatkunden-, Hypothekar-, Firmenkunden-, Kapitalmarkt- und Vermögensverwaltungsgeschäft tätig und erbringt Dienstleistungen für einen grossen Teil der Schweizer Unternehmen, Pensionskassen und institutionellen Anleger.

Nach dem Ende der Credit Suisse als selbstständige Bank ist UBS die einzige Schweizer Grossbank mit einem umfassenden weltweiten Geschäftsmodell. Dies stärkt die internationale Reichweite des Schweizer Finanzplatzes, erhöht jedoch gleichzeitig die wirtschaftliche und politische Bedeutung eines einzelnen Unternehmens.

Die Bilanzsumme und die internationalen Verpflichtungen der Gruppe sind im Verhältnis zur Schweizer Volkswirtschaft sehr gross. Ein ungeordneter Ausfall könnte deshalb schwerwiegende Folgen für den Zahlungsverkehr, die Kreditversorgung, die Finanzmärkte und das Vertrauen in den Schweizer Finanzplatz haben.

Regulierung und Systemrelevanz

UBS wird von der FINMA beaufsichtigt. Die Schweizerische Nationalbank bestimmt nach Anhörung der FINMA, welche Banken und Funktionen als systemrelevant gelten.

Als international tätige systemrelevante Bank muss UBS besondere Anforderungen an Eigenkapital, verlusttragfähige Mittel, Liquidität und Krisenvorsorge erfüllen. Die Gruppe muss einen Sanierungsplan führen. Die FINMA erstellt zudem einen Abwicklungsplan für den Fall, dass eine private Sanierung nicht mehr möglich wäre.[24]

Nach der Übernahme der Credit Suisse mussten die Notfall- und Abwicklungspläne an die wesentlich grössere und komplexere Gruppe angepasst werden. Die FINMA setzte deshalb die gewöhnliche jährliche Genehmigung während der Integrationsphase zeitweise aus und verlangte eine Überarbeitung der Pläne.[25]

Reform der Too-big-to-fail-Regeln

Die Credit-Suisse-Krise führte zu einer Überprüfung der Schweizer Too-big-to-fail-Regulierung. Der Bundesrat beschloss im April 2026 eine Botschaft zur Revision des Bankengesetzes. International tätige systemrelevante Banken sollen Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit hartem Kernkapital der Schweizer Muttergesellschaft unterlegen.[26]

Auf Grundlage der Zahlen von Ende 2025 würde das gesamte regulatorische Kapitalerfordernis für UBS durch die vorgeschlagenen Massnahmen um rund 20 Milliarden US-Dollar steigen. Da die Bank bereits über Kapital oberhalb der bestehenden Mindestanforderungen verfügte, bezifferte der Bund den effektiven zusätzlichen Kapitalbedarf in einer Modellrechnung auf rund 9 Milliarden US-Dollar.[27]

Die Gesetzesänderung war im August 2026 noch nicht definitiv beschlossen. Für die vollständige Umsetzung ist eine mehrjährige Übergangsfrist vorgesehen. Verschiedene Branchenverbände und politische Parteien kritisierten Teile des Pakets, während Bundesrat, FINMA und Nationalbank die stärkere Kapitalunterlegung als notwendigen Schutz vor staatlichen Rettungsmassnahmen bezeichneten.[26]

Rechtsfälle und Kritik

US-Steuerstreit

Im Februar 2009 schloss UBS mit dem amerikanischen Justizministerium eine Vereinbarung über die Aussetzung einer Strafverfolgung. Die Bank räumte ein, amerikanischen Kunden bei der Verschleierung nicht deklarierter Vermögenswerte und bei der Umgehung amerikanischer Steuern geholfen zu haben.[28]

Im Rahmen einer zwischenstaatlichen Vereinbarung bearbeitete die Eidgenössische Steuerverwaltung anschliessend ein amerikanisches Amtshilfeersuchen zu ungefähr 4'450 UBS-Konten. Der Fall trug wesentlich zur Lockerung des traditionellen Schweizer Bankgeheimnisses gegenüber ausländischen Steuerbehörden bei.[29]

Referenzzinssätze und Devisenhandel

UBS und mehrere andere internationale Banken wurden wegen der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze untersucht. 2012 erzielte UBS mit Behörden in mehreren Staaten Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem London Interbank Offered Rate, kurz Libor.

2015 bekannte sich UBS in den Vereinigten Staaten der Manipulation von Libor und weiteren Referenzzinssätzen schuldig. Das amerikanische Justizministerium verhängte eine strafrechtliche Zahlung von 203 Millionen US-Dollar. Die Behörde begründete die erneute Strafverfolgung damit, dass UBS eine Vereinbarung von 2012 durch Fehlverhalten im Devisenhandel verletzt habe.[30]

Unternehmensgrösse und Marktkonzentration

Die Übernahme der Credit Suisse löste eine Debatte über die Konzentration im Schweizer Bankenmarkt aus. Kritiker verweisen auf die grosse Bilanz, die internationale Verflechtung und die Bedeutung von UBS für die Schweizer Volkswirtschaft. Sie befürchten, dass eine schwere Krise der Bank die finanziellen Möglichkeiten des Staates überfordern könnte.

Andere Beobachter betonen, dass eine starke, international konkurrenzfähige Bank für exportorientierte Unternehmen und den Schweizer Finanzplatz von Vorteil sei. Höhere Kapital- und Liquiditätsanforderungen sollen das Risiko einer staatlichen Rettung verringern, können jedoch die Finanzierungskosten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen.

Interessenkonflikte und Risiken

Das breite Geschäftsmodell kann Interessenkonflikte zwischen Vermögensverwaltung, Anlageprodukten, Kreditvergabe, Research und Investment Banking verursachen. UBS unterhält deshalb organisatorische Trennungen, Informationsbarrieren und Kontrollsysteme.

Zu den wichtigsten Risiken gehören Kredit- und Marktrisiken, operationelle Fehler, Cyberangriffe, Geldwäscherei, Rechtsstreitigkeiten und Verstösse gegen internationale Sanktionen. Wegen der weltweiten Geschäftstätigkeit muss die Gruppe gleichzeitig zahlreiche nationale Rechts- und Aufsichtssysteme beachten.

Gesellschaftliches und kulturelles Engagement

UBS unterstützt in der Schweiz und im Ausland Kultur-, Bildungs-, Sport- und Sozialprojekte. Dazu gehören Partnerschaften mit Museen, Orchestern, Festivals, Hochschulen und gemeinnützigen Organisationen.

Die Bank besitzt zudem eine bedeutende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. Werke daraus werden in Geschäftsgebäuden gezeigt oder für Ausstellungen ausgeliehen. Das gesellschaftliche Engagement dient neben gemeinnützigen Zielen auch der Pflege der Marke und der Kundenbeziehungen.

UBS tritt als Sponsorin verschiedener Sportveranstaltungen und kultureller Institutionen auf. Art und Umfang dieser Partnerschaften verändern sich regelmässig.

Siehe auch

Literatur

  • Robert U. Vogler: Das Schweizer Bankgeheimnis. Entstehung, Bedeutung, Mythos. Verein für Finanzgeschichte, Zürich 2005.
  • Dirk Schütz: Der Fall der UBS. Warum die Schweizer Grossbank unterging und wie sie gerettet wurde. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-05346-6.
  • Sebastian Borger: Das Kartenhaus. Die Geschichte des Zusammenbruchs der Credit Suisse und der Aufstieg der UBS. Zürich 2024.
  • UBS AG: More than 160 years. Supporting clients and expanding banking expertise. Zürich 2023.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 UBS: UBS Group AG, abgerufen am 2. August 2026.
  2. UBS: UBS AG, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 UBS: UBS’s second-quarter 2026 results, 29. Juli 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 UBS: Our workforce, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA: Switzerland’s too big to fail regime for banks, abgerufen am 2. August 2026.
  6. UBS: Corporate information, abgerufen am 2. August 2026.
  7. UBS: UBS Virtual Museum – Bank in Winterthur, abgerufen am 2. August 2026.
  8. UBS: Merger of Toggenburger Bank and Bank in Winterthur, 1912, abgerufen am 2. August 2026.
  9. UBS: Virtuelles Museum – Basler Bankverein, abgerufen am 2. August 2026.
  10. UBS: UBS AG, abgerufen am 2. August 2026.
  11. UBS: UBS Virtual Museum – PaineWebber, abgerufen am 2. August 2026.
  12. 12,0 12,1 Eidgenössisches Finanzdepartement: Differences relative to the stabilisation of UBS, Swiss and other support measures, abgerufen am 2. August 2026.
  13. UBS: UBS to acquire Credit Suisse, 19. März 2023, abgerufen am 2. August 2026.
  14. FINMA: FINMA approves merger of UBS and Credit Suisse, 19. März 2023, abgerufen am 2. August 2026.
  15. UBS: UBS schliesst Akquisition der Credit Suisse ab, 12. Juni 2023, abgerufen am 2. August 2026.
  16. 16,0 16,1 Eidgenössisches Finanzdepartement: UBS takeover of Credit Suisse, abgerufen am 2. August 2026.
  17. UBS: UBS completes merger of UBS AG and Credit Suisse AG, 31. Mai 2024, abgerufen am 2. August 2026.
  18. UBS: UBS completes merger of UBS Switzerland AG and Credit Suisse (Schweiz) AG, 1. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2026.
  19. UBS: UBS successfully completes the client migration in Switzerland, 18. März 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  20. UBS: What we do, abgerufen am 2. August 2026.
  21. UBS: Results of the 2026 Annual General Meeting of UBS Group AG, 15. April 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  22. UBS: Information on UBS, abgerufen am 2. August 2026.
  23. UBS: UBS publishes 2025 Annual Report, 9. März 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  24. FINMA: UBS resolution report, 25. September 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  25. FINMA: UBS resolution reporting, 15. Oktober 2024, abgerufen am 2. August 2026.
  26. 26,0 26,1 Eidgenössisches Finanzdepartement: Too-big-to-fail regulations: Federal Council adopts dispatch and Capital Adequacy Ordinance, 22. April 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  27. Eidgenössisches Finanzdepartement: Too Big To Fail – Questions and answers, abgerufen am 2. August 2026.
  28. United States Department of Justice: UBS Enters into Deferred Prosecution Agreement, 18. Februar 2009, abgerufen am 2. August 2026.
  29. Bundesamt für Justiz: UBS case, abgerufen am 2. August 2026.
  30. United States Department of Justice: United States v. UBS AG, abgerufen am 2. August 2026.

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