Rapperswil SG

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Rapperswil
Rapperswil mit Schloss, Altstadt und Zürichsee
Staat Schweiz
Kanton St. Gallen
Wahlkreis See-Gaster
Politische Gemeinde Rapperswil-Jona
Status Stadtteil und ehemalige politische Gemeinde
Gemeindefusion 1. Januar 2007
Postleitzahl 8640
Höhe etwa 409 m ü. M.
Gewässer Zürichsee
Einwohnerbezeichnung Rapperswiler, Rapperswilerin
Website www.rapperswil-jona.ch

Rapperswil ist ein Stadtteil der politischen Gemeinde Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen. Die historische Stadt liegt am nördlichen Ufer des Obersees, dem östlichen Teil des Zürichsees, unmittelbar beim Seedamm von Rapperswil. Bis Ende 2006 bildete Rapperswil eine eigenständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 2007 vereinigte sie sich mit der benachbarten Gemeinde Jona zur neuen Stadt Rapperswil-Jona.

Rapperswil ist vor allem für seine gut erhaltene Altstadt, das weithin sichtbare Schloss Rapperswil, die Rosengärten und die Lage am Zürichsee bekannt. Der Ort wird deshalb auch als Rosenstadt bezeichnet. Als Verkehrs-, Bildungs-, Kultur- und Tourismuszentrum besitzt Rapperswil Bedeutung über die Region See-Gaster hinaus.

Der Zusatz SG wird häufig verwendet, um den Ort von der gleichnamigen Gemeinde Rapperswil BE im Kanton Bern zu unterscheiden. Da Rapperswil seit 2007 keine selbständige politische Gemeinde mehr ist, lautet der amtliche Gemeindename heute Rapperswil-Jona.

Geografie

Rapperswil liegt im Südwesten des Kantons St. Gallen auf einer in den Zürichsee vorspringenden Halbinsel. Der historische Stadtkern befindet sich zwischen dem Seeufer und dem felsigen Schlosshügel des Lindenhofs. Westlich der Altstadt beginnt der Seedamm, der den Zürichsee zwischen Rapperswil und Pfäffikon SZ überquert.

Der Ort liegt an einer landschaftlich und verkehrsgeografisch bedeutenden Engstelle des Zürichsees. Der Seedamm trennt den westlichen Hauptteil des Zürichsees vom Obersee. Die Verbindung zwischen den beiden Seeteilen wird durch einen schmalen Durchfluss aufrechterhalten.

Nördlich und östlich geht das dicht bebaute Gebiet von Rapperswil ohne deutlich erkennbare Grenze in Jona über. Im Süden liegt der Zürichsee, während sich westlich des Seedamms das Gebiet des Kantons Schwyz anschliesst. Zur gegenüberliegenden Uferseite besteht über den Seedamm eine direkte Verbindung nach Hurden und Pfäffikon.

Die historische Gemeinde Rapperswil war mit einer Fläche von weniger als zwei Quadratkilometern eine der kleinsten politischen Gemeinden des Kantons St. Gallen. Ihr Gebiet war bereits vor der Fusion weitgehend überbaut. Die wesentlich grössere Nachbargemeinde Jona umschloss Rapperswil auf der Landseite fast vollständig.

Name

Der Ortsname ist mittelalterlichen Ursprungs. In historischen Quellen erscheinen unterschiedliche Schreibweisen. Die Bürger des neu gegründeten Rapperswil werden 1229 erstmals erwähnt, die Stadt selbst 1233.[1]

Der Name steht in Verbindung mit dem Adelsgeschlecht der Rapperswiler, das seinen älteren Stammsitz auf der gegenüberliegenden Seite des Zürichsees bei Altendorf hatte. Dieser ältere Herrschaftssitz wird zur Unterscheidung als Alt-Rapperswil bezeichnet.

Nach der Fusion mit Jona blieb Rapperswil als Name des historischen Stadtteils, der Altstadt und zahlreicher Institutionen erhalten. Die Bezeichnung Rapperswil-Jona steht dagegen für die gesamte politische Gemeinde.

Geschichte

Frühgeschichte und Antike

Das Gebiet um Rapperswil war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde aus dem Umfeld des Zürichsees belegen menschliche Aktivitäten seit der Jungsteinzeit. Besonders bedeutend sind die Überreste prähistorischer Pfahlbausiedlungen im Uferbereich.

Die Fundstelle Rapperswil-Jona–Technikum gehört seit 2011 zusammen mit weiteren Fundorten zum UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Die unter Wasser erhaltenen Siedlungsreste geben Aufschluss über die Lebensweise, Landwirtschaft und technischen Fähigkeiten der damaligen Bevölkerung.

In römischer Zeit verliefen Verkehrsverbindungen durch die Region. Das Gebiet lag im Einflussbereich römischer Siedlungs- und Handelsräume zwischen dem Zürichsee, dem Walensee und den Alpenpässen. Im benachbarten Kempraten bestand mit Centum Prata eine bedeutende römische Siedlung.

Stadtgründung

Die mittelalterliche Stadt Rapperswil entstand vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Herren beziehungsweise Grafen von Rapperswil verlegten ihren Herrschaftsmittelpunkt von Alt-Rapperswil auf die strategisch günstig gelegene Halbinsel am nördlichen Seeufer.

Auf dem Schlosshügel liessen sie eine Burg errichten und gründeten unterhalb der Anlage eine befestigte Stadt. Stadt und Burg sind 1229 erstmals urkundlich dokumentiert.[2]

Die Lage ermöglichte die Kontrolle des Schiffsverkehrs und der Verkehrswege zwischen dem Zürcher Oberland, der Ostschweiz und der Innerschweiz. Rapperswil entwickelte sich zu einem regionalen Markt- und Verwaltungszentrum.

Nach dem Aussterben der älteren Linie der Rapperswiler gelangten Stadt und Burg an die Grafen von Habsburg-Laufenburg. Später übernahmen die Herzöge von Habsburg-Österreich die Herrschaft.

Konflikte mit Zürich

Im 14. Jahrhundert war Rapperswil in die politischen Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und der Stadt Zürich verwickelt. Gegner des Zürcher Bürgermeisters Rudolf Brun suchten in Rapperswil Unterstützung.

Nach der sogenannten Mordnacht von Zürich liess Brun Rapperswil im Jahr 1350 angreifen und weitgehend zerstören. Auch die Burg wurde beschädigt. Die Stadt und ihre Befestigungen wurden danach unter habsburgischer Herrschaft wieder aufgebaut.

Die Ereignisse von 1350 gehören zu den einschneidendsten Episoden der Rapperswiler Stadtgeschichte. Sie verdeutlichen die strategische Bedeutung der Stadt im Spannungsfeld zwischen Zürich und Habsburg.

Reichsstadt und Schirmherrschaft

Im Jahr 1415 erlangte Rapperswil die Reichsunmittelbarkeit. Die Stadt unterstand damit unmittelbar dem römisch-deutschen König beziehungsweise Kaiser. Mit diesem Status war eine gewisse politische Selbständigkeit verbunden.

Rapperswil beherrschte ausserhalb der Stadtmauern die sogenannten Hofgemeinden Jona-Busskirch, Kempraten und Wagen. Das Herrschaftsgebiet blieb jedoch klein und war von mächtigeren eidgenössischen Orten umgeben.

Während des Alten Zürichkriegs stand Rapperswil auf der Seite Zürichs und der Habsburger. Die Stadt wurde 1443 und 1444 von eidgenössischen Truppen belagert, konnte jedoch nicht eingenommen werden.

Ab 1458 stand Rapperswil unter der Schirmherrschaft der eidgenössischen Orte Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus. Nach den konfessionellen Konflikten des 16. und 17. Jahrhunderts änderten sich die Schirmverhältnisse mehrfach. Rapperswil blieb bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft eine zugewandte und politisch abhängige Kleinstadt.

Helvetik und Kanton St. Gallen

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Errichtung der Helvetischen Republik endete 1798 die frühere Herrschaftsordnung. Rapperswil wurde zunächst dem neu geschaffenen Kanton Linth zugeteilt.

Durch die Mediationsakte von 1803 kam die Stadt zum neu gegründeten Kanton St. Gallen. Rapperswil wurde eine politische Gemeinde und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem regionalen Verwaltungs-, Bildungs- und Wirtschaftszentrum.

Die Aufhebung der alten Herrschaftsrechte und die Entstehung moderner kommunaler Strukturen veränderten das Verhältnis zwischen Rapperswil und den umliegenden Ortschaften grundlegend.

Verkehr und Industrialisierung

Die Eröffnung des ersten Seedamms im Jahr 1878 verbesserte die Verbindung zwischen Rapperswil und dem linken Zürichseeufer. Im selben Zeitraum wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Der neue Verkehrsweg ersetzte ältere Fähr- und Brückenverbindungen und machte Rapperswil zu einem bedeutenden Eisenbahn- und Strassenknotenpunkt. Die bessere Erreichbarkeit förderte Handel, Gewerbe, Industrie und Tourismus.

Ausserhalb der mittelalterlichen Stadtmauern entstanden neue Wohn- und Gewerbequartiere. Gleichzeitig wuchsen Rapperswil und Jona räumlich immer stärker zusammen.

Vereinigung mit Jona

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich Rapperswil und Jona zu einem zusammenhängenden Siedlungsgebiet. Während Rapperswil nur über ein kleines, weitgehend überbautes Gemeindegebiet verfügte, besass Jona grössere Wohn-, Gewerbe- und Entwicklungsflächen.

Beide Gemeinden arbeiteten in zahlreichen Bereichen eng zusammen. Dennoch scheiterten frühere Versuche einer politischen Vereinigung zunächst an der Bevölkerung.

Am 30. November 2003 stimmten die Bürgerschaften von Rapperswil und Jona grundsätzlich einer Vereinigung zu. In weiteren Abstimmungen wurden der Vereinigungsvertrag und die neue Gemeindeordnung angenommen.

Am 1. Januar 2007 entstand die politische Gemeinde Rapperswil-Jona. Die bisherigen Gemeinden Rapperswil und Jona wurden aufgehoben. Rapperswil blieb als historischer Stadtteil und als Name der Altstadt erhalten.

Altstadt

Die Rapperswiler Altstadt liegt zwischen dem Schlosshügel, dem Bahnhof und dem Seeufer. Ihr mittelalterlicher Grundriss ist trotz späterer Umbauten weitgehend erkennbar geblieben.

Das Zentrum bildet der Hauptplatz mit dem Rathaus. Von dort führen enge Gassen zum Schloss, zum Hafen und zu den ehemaligen Stadttoren. Bürgerhäuser, Gasthäuser und öffentliche Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten prägen das Ortsbild.

Reste der Stadtbefestigung sind an mehreren Stellen erhalten. Zu den historischen Anlagen gehören der Breny-Turm, Teile der Stadtmauer und die Befestigungen am Schlosshügel.

Die Altstadt ist heute weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet. Sie dient als Wohn-, Einkaufs-, Gastronomie- und Kulturzentrum und gehört zu den wichtigsten touristischen Zielen am oberen Zürichsee.

Schloss Rapperswil

Das Schloss Rapperswil steht auf dem Lindenhof oberhalb der Altstadt. Die im frühen 13. Jahrhundert errichtete Anlage bildet zusammen mit der Stadtpfarrkirche das weithin sichtbare Wahrzeichen Rapperswils.

Das Schloss besitzt drei markante Türme: den Gügelerturm, den Zeitglockenturm und den Pulverturm. Zwischen ihnen liegen der Palas und der Innenhof. Von den öffentlich zugänglichen Bereichen bietet sich eine weite Aussicht über die Altstadt, den Zürichsee, den Seedamm und die Alpen.

Die Anlage wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach zerstört, wieder aufgebaut und verändert. Sie diente unter anderem als gräflicher Sitz, Verwaltungsmittelpunkt und militärischer Stützpunkt.

Von 1870 an beherbergte das Schloss das Polnische Nationalmuseum. Dieses erinnerte an den polnischen Freiheitskampf und an die Beziehungen zwischen der Schweiz und polnischen Exilkreisen. Die jahrzehntelange Nutzung machte Rapperswil zu einem wichtigen Ort der polnischen Erinnerungskultur.

Nach einer umfassenden Erneuerung wurde das Schloss 2024 mit einer neuen Ausstellung wiedereröffnet. Diese behandelt die mehr als 700-jährige Geschichte des Bauwerks und der Stadt.[3]

Kirchen und Klöster

Stadtpfarrkirche St. Johann

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Johann steht unmittelbar östlich des Schlosses. Ihre beiden Türme prägen gemeinsam mit den Schlosstürmen die Silhouette der Stadt.

Ein mittelalterlicher Vorgängerbau wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Die Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert. Nach einem Brand im Jahr 1882 erfolgte ein weitgehender Wiederaufbau.

Kapuzinerkloster

Das Kapuzinerkloster Rapperswil wurde 1606 am westlichen Rand der Altstadt gegründet. Die Klosteranlage liegt unmittelbar am Zürichsee unterhalb des Schlosshügels.

Die Gründung stand im Zusammenhang mit der katholischen Erneuerung nach der Reformation. Das Kloster überstand die Aufhebungswellen des 19. Jahrhunderts und blieb ein religiöser Ort.

Der Klostergarten und die Lage am See tragen zum historischen Erscheinungsbild des westlichen Altstadtrands bei.

Heilig-Hüsli

Das Heilig-Hüsli ist eine kleine Brückenkapelle auf der historischen Verbindung über den Zürichsee. Sie steht im Bereich des heutigen Holzstegs zwischen Rapperswil und Hurden.

Die Kapelle erinnert an die mittelalterliche Brückenverbindung und ist ein markantes Element des Jakobswegs durch die Region.

Rosenstadt

Rapperswil trägt den Beinamen Rosenstadt. Mehrere Rosengärten mit Tausenden Rosenstöcken befinden sich am Schlosshügel, beim Kapuzinerkloster und an weiteren Orten der Stadt.

Der älteste Rosengarten wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt. Später kamen zusätzliche Anlagen hinzu. Ein besonderer Duftrosengarten wurde so gestaltet, dass er auch von sehbehinderten Menschen erlebt werden kann.

Die Rose spielt eine wichtige Rolle in der touristischen Selbstdarstellung Rapperswils. Rosenmotive erscheinen bei Veranstaltungen, in Publikationen und im öffentlichen Raum.

Der Beiname steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem historischen Stadtwappen. Dieses zeigt zwei rote Rosen auf silbernem Grund und geht auf das Wappen der Herren von Rapperswil zurück.

Wappen

Das frühere Gemeindewappen von Rapperswil zeigt auf silbernem Grund zwei rote Rosen mit goldenen Butzen und grünen Kelchblättern.

Die beiden Rosen sind seit dem Mittelalter mit dem Geschlecht der Rapperswiler verbunden. Das Wappen wurde von der Stadt übernommen und entwickelte sich zu einem ihrer bekanntesten Symbole.

Nach der Gemeindevereinigung wurde ein neues Wappen für Rapperswil-Jona geschaffen. Es verbindet die Rapperswiler Rosen mit der blauen Wellenlinie aus dem früheren Wappen von Jona.

Das historische Zweirosenwappen wird weiterhin für den Stadtteil Rapperswil und von lokalen Institutionen verwendet.

Holzbrücke und Seedamm

Rapperswil liegt seit Jahrhunderten an einem bedeutenden Übergang über den Zürichsee. Archäologische Untersuchungen weisen auf prähistorische Stege und Verkehrsverbindungen im Bereich der Seeenge hin.

Eine mittelalterliche Holzbrücke zwischen Rapperswil und Hurden wurde im 14. Jahrhundert unter Herzog Rudolf IV. von Österreich errichtet. Sie war über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil des Verkehrs- und Pilgerwegs.

Mit der Eröffnung des Seedamms im Jahr 1878 verlor die alte Holzbrücke ihre Verkehrsfunktion und wurde abgebrochen. Der Seedamm nahm eine Strasse und eine Eisenbahnlinie auf und veränderte die Verkehrsgeografie der Region grundlegend.

Im Jahr 2001 wurde ein neuer Fussgängersteg aus Holz eröffnet. Er verläuft in Anlehnung an die historische Verbindung zwischen Rapperswil und Hurden und führt am Heilig-Hüsli vorbei.

Der Holzsteg ist Teil des Jakobswegs und dient zugleich als beliebter Spazier- und Wanderweg. Er ermöglicht Ausblicke auf den Obersee, die Inseln und die umliegenden Uferlandschaften.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Rapperswil ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt am oberen Zürichsee. Hier treffen Strecken aus Richtung Zürich, Pfäffikon, Uznach und dem Zürcher Oberland zusammen.

Rapperswil wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich Hauptbahnhof, Winterthur, Pfäffikon, Uster, Wetzikon und Ziegelbrücke.

Die Südostbahn betreibt regionale und überregionale Verbindungen durch Rapperswil. Der Bahnhof ist mit dem lokalen und regionalen Busnetz verbunden.

Strassenverkehr

Der Seedamm bildet die wichtigste Strassenverbindung zwischen Rapperswil und dem Kanton Schwyz. Die Strecke ist Teil einer stark belasteten Ost-West-Verbindung.

Die Konzentration des Strassenverkehrs auf wenige Achsen führt regelmässig zu Verkehrsproblemen. Die Entlastung des Stadtzentrums und die zukünftige Verkehrsführung gehören deshalb zu den langfristigen politischen und raumplanerischen Themen der Stadt.

Schifffahrt

Rapperswil ist ein wichtiger Anlegeort der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Kursschiffe verbinden die Stadt mit Zürich und zahlreichen Orten am Zürichsee.

Weitere Schiffsverbindungen führen über den Obersee. Der Hafen und das Seequai liegen unmittelbar bei der Altstadt und dem Bahnhof.

Die Anreise mit dem Schiff besitzt neben ihrer Verkehrsfunktion eine grosse touristische Bedeutung.

Fuss- und Veloverkehr

Der Holzsteg nach Hurden ist eine wichtige Verbindung für Fussgängerinnen, Wanderer und Pilger. Entlang des Seeufers bestehen Promenaden und regionale Wanderwege.

Rapperswil liegt an mehreren nationalen und regionalen Velo- und Wanderrouten. Die dichte Bebauung und das hohe Verkehrsaufkommen erschweren jedoch teilweise die Schaffung durchgehender Veloverbindungen.

Wirtschaft

Rapperswil war traditionell ein regionales Markt-, Handwerks- und Dienstleistungszentrum. Die Lage am Seeübergang förderte Handel, Verkehr und Gastgewerbe.

Heute bildet der Stadtteil zusammen mit Jona einen bedeutenden Wirtschaftsstandort im Südwesten des Kantons St. Gallen. Zu den wichtigen Bereichen gehören Dienstleistungen, Detailhandel, Bildung, Gesundheitswesen, Tourismus, Industrie und Gewerbe.

Die Altstadt besitzt zahlreiche Fachgeschäfte, Restaurants, Hotels und kulturelle Einrichtungen. Grössere Gewerbe- und Industriegebiete befinden sich überwiegend im Gebiet des früheren Jona.

Rapperswil profitiert von seiner Lage zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich, Obersee, Linthgebiet und Zentralschweiz. Die guten Bahn- und Strassenverbindungen machen die Stadt zugleich zu einem Wohnort für Pendlerinnen und Pendler.

Bildung

Rapperswil ist ein wichtiger Bildungsstandort. Unmittelbar beim Bahnhof und am See befindet sich der Campus Rapperswil der Ost – Ostschweizer Fachhochschule.

Der Standort ging aus dem früheren Interkantonalen Technikum Rapperswil und der späteren Hochschule für Technik Rapperswil hervor. Er bietet Studiengänge und Forschung in Bereichen wie Technik, Informatik, Architektur, Landschaftsarchitektur und Raumplanung an.

Neben der Fachhochschule bestehen Schulen verschiedener Stufen, Berufsbildungsangebote und private Bildungseinrichtungen. Die Bildungsinstitutionen tragen wesentlich zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Stadt bei.

Kultur

Rapperswil verfügt über zahlreiche kulturelle Einrichtungen und historische Sammlungen. Das Stadtmuseum im Breny-Haus und Breny-Turm behandelt die Geschichte Rapperswils und der Region.

Das Schloss dient als Ausstellungs-, Kultur- und Veranstaltungsort. Seine Geschichte ist eng mit dem früheren Polenmuseum und der polnischen Freiheitsbewegung verbunden.

In der Altstadt und am See finden regelmässig Konzerte, Märkte, Stadtfeste und weitere Veranstaltungen statt. Kulturvereine, Kirchen, Schulen und private Veranstalter ergänzen das Angebot.

Die historische Bausubstanz und die Lage am See werden häufig als Kulisse für öffentliche und private Anlässe genutzt.

Sport und Freizeit

Der Zürichsee bietet Möglichkeiten zum Schwimmen, Segeln, Rudern und für weitere Wassersportarten. Hafenanlagen und Wassersportvereine befinden sich in Rapperswil und Jona.

Der SC Rapperswil-Jona Lakers ist der bekannteste Sportverein der Stadt. Der Eishockeyclub trägt seine Heimspiele in der nahe gelegenen St. Galler Kantonalbank Arena im Stadtteil Jona aus.

Spazierwege führen entlang des Seeufers, über den Holzsteg und auf den Lindenhof. Von dort bestehen Ausblicke auf den See, den Seedamm und die Alpen.

Der Kinderzoo des Schweizer National-Circus Knie liegt östlich des Bahnhofs auf dem Gebiet von Rapperswil. Er wurde 1962 eröffnet und gehört zu den bedeutenden Familienausflugszielen der Region.

Tourismus

Rapperswil ist eines der bekanntesten Ausflugsziele am Zürichsee. Die Stadt ist von Zürich aus mit Bahn und Schiff erreichbar und wird besonders während der wärmeren Jahreszeit von zahlreichen Tagesgästen besucht.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:

  • die mittelalterliche Altstadt;
  • das Schloss Rapperswil;
  • der Lindenhof mit dem Hirschpark;
  • die Stadtpfarrkirche St. Johann;
  • das Kapuzinerkloster;
  • die Rosengärten;
  • der Holzsteg nach Hurden;
  • das Stadtmuseum;
  • das Seequai und der Hafen;
  • Knies Kinderzoo.

Das kompakte Stadtzentrum ermöglicht es, die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuss zu erreichen. Rapperswil bildet ausserdem einen Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem Zürichsee, in die Region See-Gaster und in das Zürcher Oberland.

Schweiz Tourismus beschreibt Rapperswil-Jona wegen der Altstadt, des Schlosses und der Lage am See als beliebtes Ausflugsziel.[4]

Ortsbild und Denkmalschutz

Die Altstadt von Rapperswil besitzt ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Die räumliche Verbindung zwischen Schloss, Kirchen, Bürgerhäusern, Plätzen, Gassen, Hafen und Seeufer ist weitgehend erhalten.

Zahlreiche Einzelbauten stehen unter kommunalem, kantonalem oder eidgenössischem Schutz. Dazu gehören das Schloss, die Stadtpfarrkirche, das Rathaus, das Kapuzinerkloster, der Breny-Komplex und Teile der Stadtbefestigung.

Die Erhaltung des historischen Stadtbilds muss mit den Bedürfnissen eines modernen Wohn-, Geschäfts- und Tourismuszentrums abgestimmt werden. Umbauten und neue Nutzungen unterliegen deshalb besonderen denkmalpflegerischen Anforderungen.

Persönlichkeiten

Mit Rapperswil verbunden sind unter anderem:

  • Johann II. von Habsburg-Laufenburg, Graf und Herr von Rapperswil;
  • Władysław Plater, polnischer Exilpolitiker und Gründer des Polnischen Nationalmuseums im Schloss;
  • Carl Gustav Jung, Psychiater, der zeitweise in der Region wirkte und im nahen Bollingen seinen Turm errichten liess;
  • Mitglieder der Familie Knie, die mit dem Schweizer National-Circus und Knies Kinderzoo verbunden sind.

Bedeutung innerhalb von Rapperswil-Jona

Obwohl Rapperswil seit 2007 keine eigenständige Gemeinde mehr ist, bildet der Stadtteil weiterhin das historische und touristische Zentrum von Rapperswil-Jona.

Hier befinden sich der Bahnhof, die Altstadt, das Schloss, das Seequai, wichtige Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Bildungsinstitutionen und kulturelle Einrichtungen.

Die kommunale Verwaltung hat ihren Hauptsitz dagegen an der St. Gallerstrasse in Jona. Dadurch besitzt die vereinigte Stadt mehrere funktionale Zentren.

Die Bezeichnungen Rapperswil und Jona werden im Alltag weiterhin verwendet. Sie bezeichnen unterschiedliche Stadtteile mit eigener Geschichte und lokalem Zugehörigkeitsgefühl, obwohl sie politisch eine gemeinsame Stadt bilden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Historisches Lexikon der Schweiz: Rapperswil (SG), abgerufen am 26. Juli 2026.
  2. Stadt Rapperswil-Jona: Geschichte, abgerufen am 26. Juli 2026.
  3. Schloss Rapperswil: Ausstellung «Schloss Rapperswil – Geschichte(n) erleben», abgerufen am 26. Juli 2026.
  4. Schweiz Tourismus: Rapperswil-Jona, abgerufen am 26. Juli 2026.

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