Regensdorf

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Regensdorf

Reformierte Kirche in Regensdorf

Reformierte Kirche in Regensdorf

Wappen von Regensdorf

Wappen

Lage von Regensdorf

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Furttal

Bezirk

Dielsdorf

BFS-Nummer

0096

Postleitzahl

8105 Regensdorf
8106 Adlikon bei Regensdorf

Koordinaten

47.43333° N, 8.46667° E

Höhe

443 m ü. M.

Fläche

14,62 km²

Einwohner

20811
(Stand: 30. Juni 2026)

Website

www.regensdorf.ch

Regensdorf ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich. Sie liegt im Furttal unmittelbar nordwestlich der Stadt Zürich und gehört zur Agglomeration Zürich. Zur Gemeinde gehören die drei historisch gewachsenen Ortschaften Regensdorf, Watt und Adlikon sowie der Weiler Altburg.

Mit mehr als 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Regensdorf zu den bevölkerungsreichsten Gemeinden des Zürcher Unterlandes. Die Gemeinde ist ein regionales Zentrum für Wohnen, Arbeit, Einkauf, Bildung und öffentliche Dienstleistungen. Neben dicht bebauten Wohn- und Gewerbegebieten besitzt sie mit den Katzenseen, dem Altburghügel, Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen bedeutende Natur- und Erholungsräume.

Regensdorf entwickelte sich im 20. Jahrhundert von einer Gruppe landwirtschaftlich geprägter Dörfer zu einer städtisch geprägten Vorortsgemeinde. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Nähe zu Zürich, den Bahnhof Regensdorf-Watt, die Lage an wichtigen Strassenverbindungen und die Ansiedlung zahlreicher Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe.

Name

Regensdorf wurde im Jahr 870 erstmals urkundlich als Reganesdorf erwähnt.[1] Der Ortsname besteht wahrscheinlich aus dem althochdeutschen Personennamen Regin und dem Grundwort dorf. Er kann sinngemäss als «Dorf oder Landgut des Regin» gedeutet werden.

Der Name der Gemeinde ist nicht mit dem nahe gelegenen Städtchen Regensberg zu verwechseln. Beide Namen stehen jedoch in einem historischen Zusammenhang mit dem mittelalterlichen Geschlecht der Freiherren von Regensberg.

In der einheimischen zürichdeutschen Mundart wird Regensdorf als Rägedorf bezeichnet. Die Gemeinde verwendet in ihrer öffentlichen Kommunikation teilweise auch die Kurzform Rägi.

Geografie

Regensdorf liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Zürcher Stadtzentrums. Das Gemeindegebiet umfasst 14,62 Quadratkilometer und erstreckt sich über einen grossen Teil der Breite des Furttals. Die mittlere Höhenlage beträgt ungefähr 443 Meter über Meer.[2]

Das Furttal bildet eine langgestreckte Senke zwischen dem Lägernhang im Norden und den bewaldeten Hügelzügen von Gubrist und Hönggerberg im Süden. Durch das Tal fliesst der Furtbach, der bei Würenlos in die Limmat mündet.

Der südöstliche Teil des Gemeindegebiets reicht bis an die Katzenseen. Im Süden steigt das Gelände gegen den Gubrist an. Nördlich des Furtbachs liegen die Ortschaften Watt und Adlikon, während das Hauptsiedlungsgebiet von Regensdorf überwiegend südlich und östlich des Baches liegt.

Nachbargemeinden

Regensdorf grenzt an folgende Gemeinden:

Die Grenze zur Stadt Zürich verläuft unter anderem im Gebiet der Katzenseen und des Zürcher Quartiers Affoltern.

Gemeindeteile

Die politische Gemeinde besteht aus drei grösseren Ortschaften und mehreren kleineren Siedlungsgebieten.

Gemeindeteil Postleitzahl Charakter
Regensdorf 8105 Hauptort mit Gemeindezentrum, Bahnhof, Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten
Watt 8105 Historisches Dorf nördlich des Furtbachs mit Wohnquartieren und Landwirtschaftsflächen
Adlikon 8106 Dorf im nordöstlichen Gemeindegebiet
Altburg 8105 Weiler bei der Ruine Alt-Regensberg und den Katzenseen

Die drei Dörfer führten über Jahrhunderte ein weitgehend eigenständiges Gemeinschaftsleben. Heute sind ihre Siedlungsgebiete teilweise zusammengewachsen, doch die historischen Dorfkerne und die lokalen Identitäten sind weiterhin erkennbar.

Katzenseen

Die Katzenseen liegen teilweise auf dem Gebiet von Regensdorf und teilweise auf dem Gebiet der Stadt Zürich. Sie bestehen aus dem Oberen und dem Unteren Katzensee und sind von Mooren, Feuchtwiesen, Riedflächen und Wäldern umgeben.

Das Gebiet gehört zu den bedeutenden Naturlandschaften am Rand der Stadt Zürich. Es dient als Lebensraum für seltene Pflanzen, Amphibien, Vögel und zahlreiche weitere Tierarten. Die Seen und ihre Umgebung stehen unter kantonalem Schutz.[3]

Gleichzeitig sind die Katzenseen ein stark besuchtes Naherholungsgebiet. Rundwege, Waldwege und öffentliche Badeplätze machen das Gebiet zu einem beliebten Ziel für die Bevölkerung von Regensdorf, Zürich und den umliegenden Gemeinden. Die Freizeitnutzung wird durch Schutzbestimmungen eingeschränkt, damit empfindliche Lebensräume erhalten bleiben.

Altburghügel

Zwischen Regensdorf und den Katzenseen erhebt sich der Altburghügel. Auf ihm befinden sich die Überreste der Burg Alt-Regensberg, die auch als Altburg bezeichnet wird.

Die sonnigen Hänge wurden früher teilweise für den Rebbau genutzt. Heute befinden sich dort Trockenwiesen, Gebüsche und ökologisch wertvolle Lebensräume. Der Kanton Zürich wertet ehemalige Rebflächen am Altburghügel auf, um seltene Arten trockener Standorte zu fördern.[4]

Bevölkerung

Am 30. Juni 2026 betrug der statistische Einwohnerbestand von Regensdorf 20'811 Personen. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung lag bei 37,36 Prozent.[5]

Die Bevölkerung verteilt sich auf Regensdorf, Watt, Adlikon und die neueren Wohnquartiere. Die Gemeinde weist aufgrund ihrer Nähe zur Stadt Zürich, des grossen Arbeitsplatzangebots und der guten Verkehrsanbindung eine international zusammengesetzte Bevölkerung auf.

Bis weit ins 19. Jahrhundert lebten in den drei Dörfern nur wenige hundert Menschen. Ein stärkeres Wachstum setzte mit dem Eisenbahnbau, der Trockenlegung von Teilen des Furttals und der Ansiedlung erster Industriebetriebe ein.

Besonders stark nahm die Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Landwirtschaftsflächen in Bahnhofsnähe und zwischen den historischen Dorfkernen wurden mit Wohnhäusern, Gewerbebauten und öffentlichen Einrichtungen überbaut. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wächst Regensdorf vor allem durch die Verdichtung bestehender Quartiere und die Entwicklung ehemaliger Gewerbe- und Industrieareale.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Archäologische Funde belegen, dass das Furttal bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt oder zumindest regelmässig genutzt wurde. Die fruchtbaren Böden, die Gewässer und die geschützte Tallage boten günstige Bedingungen für Landwirtschaft, Jagd und Fischfang.

In römischer Zeit führte eine regionale Verkehrsverbindung durch das Furttal. In der Umgebung bestanden landwirtschaftliche Gutshöfe, die Zürich, das damalige Turicum, und weitere Siedlungen mit Nahrungsmitteln versorgten.

Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft entstanden im Frühmittelalter alemannische Höfe und Siedlungen. Aus ihnen entwickelten sich die Dörfer Regensdorf, Watt und Adlikon.[1]

Erste Erwähnungen

Regensdorf wurde 870 als Reganesdorf erstmals schriftlich erwähnt. Watt erscheint 931 in einer Urkunde. Adlikon wird wahrscheinlich im 11. Jahrhundert erstmals genannt, wobei frühe Belege nicht immer eindeutig vom gleichnamigen Ort im Zürcher Weinland unterschieden werden können.[6]

Zu dieser Zeit besassen verschiedene Klöster und kirchliche Stiftungen Grundbesitz in der Region. Die Dörfer bestanden aus Bauernhöfen, deren Bewohner Ackerbau, Viehzucht, Waldwirtschaft und teilweise Rebbau betrieben.

Freiherren von Regensberg

Im 11. und 12. Jahrhundert stand die Region unter dem Einfluss der Freiherren von Regensberg. Ein Angehöriger der Familie errichtete um die Mitte des 11. Jahrhunderts auf einem Moränenhügel bei den Katzenseen eine Burg.

Diese Anlage war der ursprüngliche Stammsitz des Adelsgeschlechts. Nach der Gründung des Städtchens Regensberg an der Lägern wurde die ältere Burg als Alt-Regensberg bezeichnet. Im örtlichen Sprachgebrauch setzte sich der Name Altburg durch.

Die Freiherren von Regensberg gehörten im Hochmittelalter zu den bedeutenden Adelsfamilien im Gebiet zwischen Rhein, Limmat und Zürichsee. Sie verfügten über Burgen, Städte, Grundbesitz und Gerichtsrechte.

Mit dem politischen und wirtschaftlichen Niedergang des Geschlechts gelangte die Burg Alt-Regensberg an wechselnde Besitzer. Sie verlor ihre militärische und administrative Bedeutung und zerfiel allmählich. Die erhaltenen Ruinen befinden sich heute im Besitz des Kantons Zürich.[1]

Gerichtsherrschaften

Die Herrschaftsverhältnisse in den Dörfern waren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit auf verschiedene Besitzer verteilt. Die niedere Gerichtsbarkeit über Regensdorf und Watt gehörte zeitweise zur Herrschaft Alt-Regensberg. In Adlikon und Teilen des Regensdorfer Oberdorfs besass das Kloster Wettingen Rechte.

Der Meierhof in Regensdorf bildete seit dem späten 14. Jahrhundert einen eigenen Gerichtsbezirk. Verschiedene Zürcher Bürgerfamilien gelangten in den Besitz örtlicher Herrschaftsrechte.

Nach dem zunehmenden Einfluss der Stadt Zürich wurde das Gebiet in die Zürcher Landesverwaltung eingegliedert. Regensdorf bildete den Mittelpunkt einer Obervogtei, zu der zeitweise mehrere Dörfer des Furttals gehörten.

Reformation

Mit der Reformation in Zürich nahm die Bevölkerung in den 1520er-Jahren den reformierten Glauben an. Kirchliche Besitzverhältnisse und die Gemeindefürsorge wurden neu geordnet.

In Regensdorf bestanden seit dem Mittelalter zwei nahe beieinanderliegende Kirchen beziehungsweise Kapellen. Dadurch bildeten sich die Dorfteile Vorderdorf und Hinterdorf heraus. Die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche wurde zum Zentrum der reformierten Kirchgemeinde.

Entstehung der politischen Gemeinde

Nach dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik wurden die alten Herrschaftsrechte 1798 aufgehoben. Regensdorf, Watt und Adlikon wurden zu einer politischen Gemeinde zusammengefasst.

Die früheren Dorfgemeinschaften bestanden jedoch als Zivilgemeinden weiter. Sie verwalteten unter anderem lokale Wasserversorgungen, Flurwege, Wald- und Gemeindegüter.

Watt und Adlikon behielten ihre Zivilgemeinden bis zum Ende des Jahres 2009. Seit 2010 werden deren frühere Aufgaben durch die politische Gemeinde oder andere öffentliche Körperschaften erfüllt.[7]

Entwässerung und Eisenbahnbau

Grosse Teile der Furttalebene waren früher feucht oder versumpft. Der Furtbach trat regelmässig über die Ufer, und viele Flächen konnten nur eingeschränkt landwirtschaftlich genutzt werden.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Furtbach korrigiert und tiefer gelegt. Entwässerungskanäle und Meliorationen machten zusätzliche Flächen für Landwirtschaft, Siedlungen und Gewerbe nutzbar.

Im Jahr 1877 wurde die Eisenbahnstrecke durch das Furttal eröffnet. Der Bahnhof Regensdorf-Watt verbesserte die Verbindung nach Zürich und Baden und erleichterte den Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Industriegütern.

In der Umgebung des Bahnhofs entstanden erste Fabriken, Lagerhäuser und Gewerbebetriebe. Die Bahn leitete damit den langfristigen Wandel von der Bauern- zur Industrie- und Vorortsgemeinde ein.

Strafanstalt Regensdorf

Um die Wende zum 20. Jahrhundert errichtete der Kanton Zürich in Regensdorf eine neue Strafanstalt. Die 1901 eröffnete Anlage ersetzte die frühere kantonale Strafanstalt im ehemaligen Kloster Oetenbach in der Stadt Zürich.

Der Bau brachte zahlreiche neue Arbeitsplätze und führte zum Zuzug von Angestellten und ihren Familien. Die Strafanstalt wurde dadurch zu einem wichtigen Bestandteil der örtlichen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Die alte Anlage wurde im späten 20. Jahrhundert ersetzt. Die 1995 eröffnete Justizvollzugsanstalt Pöschwies verfügt über 399 Plätze und ist die grösste Justizvollzugsanstalt der Schweiz.[8]

Wachstum nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine starke bauliche und wirtschaftliche Entwicklung ein. Regensdorf profitierte von seiner Nähe zu Zürich, den verfügbaren Flächen im Furttal und der zunehmenden Motorisierung.

Neue Wohnquartiere entstanden zwischen den alten Dorfkernen, am Bahnhof und in Richtung Katzensee. Gleichzeitig wurden grössere Industrie- und Gewerbezonen erschlossen. Die Bevölkerungszahl vervielfachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte.

Um die neuen öffentlichen und wirtschaftlichen Funktionen zu bündeln, entstand ein modernes Gemeindezentrum mit Verwaltung, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungsbetrieben. Regensdorf entwickelte sich zum wichtigsten Versorgungs- und Arbeitsplatzschwerpunkt des Furttals.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts liegt der Schwerpunkt der räumlichen Entwicklung auf der Verdichtung bereits bebauter Gebiete. Besonders bedeutend ist das Gebiet nördlich des Bahnhofs Regensdorf-Watt.

Das langfristige Projekt Zukunft Bahnhof Nord sieht auf früheren Gewerbe- und Industrieflächen ein neues, gemischt genutztes Quartier vor. Das Gebiet bietet Platz für insgesamt rund 6500 Einwohnerinnen, Einwohner und Arbeitsplätze.[9]

Zu den ersten grossen Teilprojekten gehört das Areal Zwhatt. Dort entstehen Wohnungen, Gewerberäume, öffentliche Freiräume und mehrere Hochhäuser. Die Entwicklung soll das Bevölkerungswachstum auf ein gut erschlossenes Gebiet konzentrieren und die historischen Dorfkerne von zusätzlicher Zersiedelung entlasten.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Silber drei blaue Pfähle, überdeckt von einem roten Balken.

Das Wappen geht auf das Zeichen der Freiherren von Regensberg zurück. Ihr Schild war mehrfach von Silber und Blau gespalten. Später wurde das Motiv um einen roten Querbalken ergänzt und als Wappen der Zürcher Obervogtei Regensdorf verwendet.

Eine Darstellung des Wappens befindet sich über dem Südportal der reformierten Kirche. Der Gemeinderat bestätigte die heutige Form am 15. Dezember 1926.[1]

Politik und Verwaltung

Regensdorf ist nach dem Recht des Kantons Zürich als politische Gemeinde organisiert. Oberstes gesetzgebendes Organ ist die Gemeindeversammlung. Ihr gehören alle stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner an.

Die Gemeindeversammlung entscheidet unter anderem über:

  • das Budget und die Jahresrechnung
  • den kommunalen Steuerfuss
  • grössere Investitionen und Bauprojekte
  • kommunale Verordnungen
  • Grundstücksgeschäfte
  • Änderungen der Bau- und Zonenordnung

Die Exekutive bildet der siebenköpfige Gemeinderat. Seine Mitglieder werden für eine vierjährige Amtsdauer im Majorzwahlverfahren gewählt.[7]

Seit dem 1. Januar 2018 bilden die politische Gemeinde und die Primarschule eine Einheitsgemeinde. Die Schulbehörden und die Gemeindeverwaltung sind damit Teil derselben kommunalen Organisation.

Regensdorf gehört zum Bezirk Dielsdorf. Das Bezirksgericht, das Statthalteramt und die Bezirksratskanzlei befinden sich im Bezirkshauptort Dielsdorf.

Wirtschaft

Regensdorf ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort im Zürcher Unterland. Die Gewerbe- und Industriegebiete konzentrieren sich insbesondere beidseits der Bahnlinie, rund um den Bahnhof Regensdorf-Watt und entlang der wichtigsten Strassenachsen.

Nach den Gemeindedaten von 2020 bestanden 1305 Arbeitsstätten mit insgesamt 11'313 Beschäftigten. Daneben wurden noch 19 Landwirtschaftsbetriebe gezählt.[10]

Die Wirtschaftsstruktur umfasst unter anderem:

  • Handel und Logistik
  • Maschinen- und Metallindustrie
  • Bau- und Ausbaugewerbe
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Unternehmensdienstleistungen
  • Hotellerie und Gastronomie
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • kantonale und kommunale Einrichtungen

Das Einkaufszentrum im Zentrum von Regensdorf versorgt auch die Bevölkerung der umliegenden Furttaler Gemeinden. Weitere Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe befinden sich im alten Dorfkern, am Bahnhof und in den Gewerbezonen.

Die Landwirtschaft spielt flächenmässig weiterhin eine Rolle, insbesondere bei Watt und Adlikon. Zu den wichtigsten Nutzungen gehören Ackerbau, Futterbau, Viehwirtschaft und der Anbau landwirtschaftlicher Spezialkulturen.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Regensdorf-Watt liegt an der Furttallinie zwischen Zürich-Oerlikon und Baden. Er wird von Zügen der S-Bahn Zürich bedient und bietet direkte Verbindungen in Richtung Zürich sowie ins Aargauer Limmattal.

Der Bahnhof ist der wichtigste Verkehrsknoten der Gemeinde. Mehrere Buslinien, Veloabstellanlagen, Park-and-Ride-Plätze und weitere Mobilitätsangebote ergänzen den Bahnverkehr.[11]

Die Entwicklung des Quartiers Bahnhof Nord soll die Bedeutung des Bahnhofs weiter erhöhen und mehr Einwohnerinnen, Einwohner und Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe des öffentlichen Verkehrs ansiedeln.

Busverkehr

Regionale Buslinien verbinden Regensdorf, Watt und Adlikon miteinander. Weitere Verbindungen führen unter anderem nach Zürich-Affoltern, Zürich-Oerlikon, Dielsdorf, Buchs, Dällikon und in benachbarte Gemeinden.

Die Buslinien sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Der Bahnhof Regensdorf-Watt und das Gemeindezentrum bilden die wichtigsten Umsteigepunkte.

Strassenverkehr

Die Wehntalerstrasse verbindet Regensdorf mit Zürich und dem Wehntal. Weitere Hauptstrassen führen durch das Furttal in Richtung Baden, Dielsdorf und Bülach.

In der näheren Umgebung befinden sich Anschlüsse an die Autobahnen A1 und A4. Dadurch sind Zürich, der Flughafen Zürich, das Limmattal und die übrige Nordostschweiz gut erreichbar.

Die starke Siedlungs- und Arbeitsplatzentwicklung führt zu einer hohen Verkehrsbelastung. Gemeinde und Kanton verfolgen deshalb Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, des Fuss- und Veloverkehrs sowie zur Aufwertung der Strassenräume.

Bildung

Die Primarschule ist seit 2018 Bestandteil der Einheitsgemeinde Regensdorf. In den Gemeindeteilen bestehen mehrere Kindergärten und Primarschulanlagen.

Für die Sekundarstufe arbeitet Regensdorf mit Buchs und Dällikon zusammen. Die Sekundarschulgemeinde Regensdorf–Buchs–Dällikon führt die Schulen der Oberstufe.

Weiterführende Schulen, Berufsfachschulen und Hochschulen befinden sich in Zürich, Dielsdorf, Bülach und weiteren Orten der Region. Dank der guten Verkehrsverbindungen sind diese Bildungsstandorte schnell erreichbar.

Zur örtlichen Bildungs- und Kulturinfrastruktur gehören ausserdem Bibliotheken, Musikunterricht, schulergänzende Betreuung und Angebote der Erwachsenenbildung.

Kirchen

In Regensdorf bestehen evangelisch-reformierte, römisch-katholische und neuapostolische Kirchgemeinden.[12]

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern von Regensdorf. Eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Sie entwickelte sich später zur Pfarrkirche.

Der heutige Bau entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Über dem Südportal befindet sich eine historische Darstellung des Regensdorfer Gemeindewappens.

Die reformierte Kirchgemeinde gehört heute zur Kirchgemeinde Furttal, die mehrere Gemeinden der Region umfasst.

Katholische Kirche St. Mauritius

Die römisch-katholische Kirche St. Mauritius entstand im 20. Jahrhundert, nachdem die katholische Bevölkerung infolge der Industrialisierung und des starken Zuzugs deutlich gewachsen war.

Die Pfarrei betreut katholische Gläubige aus Regensdorf und Teilen der umliegenden Region. Neben Gottesdiensten organisiert sie soziale, kulturelle und gemeinschaftliche Veranstaltungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Regensdorf besitzt mehrere historische Dorfkerne, kirchliche Bauten, Bauernhäuser und archäologische Stätten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind:

  • die Ruine Alt-Regensberg auf dem Altburghügel
  • die reformierte Kirche im alten Dorfkern
  • die historischen Dorfkerne von Regensdorf, Watt und Adlikon
  • die Katzenseen und ihre geschützte Moorlandschaft
  • traditionelle Bauern- und Wohnhäuser
  • der Weiler Altburg
  • die modernen Bauten des Gemeindezentrums
  • die Justizvollzugsanstalt Pöschwies als bedeutende Anlage des schweizerischen Strafvollzugs

Die Geschichte der Gemeinde und des Furttals wird unter anderem von der Heimatkundlichen Vereinigung Furttal erforscht. Eine ausführliche Dorfchronik behandelt die Entwicklung von Regensdorf, Watt und Adlikon von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart.[13]

Sport und Freizeit

Die Gemeinde verfügt über Sporthallen, Fussballplätze, Tennisanlagen, Schulschwimmanlagen und weitere Einrichtungen für den Vereins- und Breitensport.

Ein wichtiges Sportzentrum ist die Anlage Wisacher. Sie wird von Schulen, Vereinen und der Bevölkerung genutzt. Zahlreiche Sportvereine bieten unter anderem Fussball, Turnen, Leichtathletik, Tennis, Kampfsport und weitere Aktivitäten an.

Zu den wichtigsten Naherholungsgebieten gehören die Katzenseen, die Wälder am Gubrist, der Altburghügel und die Wege entlang des Furtbachs. Ein regionales Netz von Wander- und Velowegen verbindet Regensdorf mit Zürich, dem Wehntal, dem Limmattal und den übrigen Gemeinden des Furttals.

Persönlichkeiten

Mit Regensdorf verbunden sind unter anderem:

  • Rudolf Brun (um 1290–1360), erster Bürgermeister der Stadt Zürich, zeitweise Besitzer von Rechten in der Herrschaft Alt-Regensberg
  • Hans Waldmann (1435–1489), Zürcher Bürgermeister und zeitweiliger Inhaber der Herrschaft Alt-Regensberg
  • Johann Jakob Rüttimann (1813–1876), Rechtswissenschaftler und Politiker
  • Jakob Stucki (1924–2006), Politiker
  • Hans Rutschmann (* 1947), Politiker
  • Ernst Schibli (* 1952), Politiker
  • Daniel Jositsch (* 1965), Rechtswissenschaftler und Politiker, in Regensdorf aufgewachsen
  • Nico Elvedi (* 1996), Fussballspieler, in Regensdorf aufgewachsen

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1943.
  • Martin Illi: Regensdorf. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Markus Brühlmeier: Regensdorf, Watt und Adlikon. Eine Dorfgeschichte. Chronos Verlag, Zürich 2017.
  • Regula Crottet, Anika Kerstan, Philipp Zwyssig: Der Bezirk Dielsdorf. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Neue Ausgabe, Band VII. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2023.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Die Geschichte von Regensdorf, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. Herzlich willkommen in Regensdorf, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. Naturschutzgebiete im Kanton Zürich, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Naturschutzprojekt Altburg, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. Einwohnerstatistik per 30. Juni 2026, Gemeinde Regensdorf, 7. Juli 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Regensdorf, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. 7,0 7,1 Politische Führung, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  8. Justizvollzugsanstalt Pöschwies, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  9. Bahnhof Nord, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  10. Zahlen und Fakten, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  11. Bahnhof Regensdorf-Watt, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  12. Kirchen in Regensdorf, Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.
  13. Dorfchronik «Regensdorf, Watt und Adlikon – eine Dorfgeschichte», Gemeinde Regensdorf, abgerufen am 24. Juli 2026.