Weiningen ZH
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Weiningen |
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Weiningen mit Rebbergen und historischem Dorfkern
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Region |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0251 |
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Postleitzahl |
8104 Weiningen |
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Koordinaten |
47.421103° N, 8.435556° E |
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Höhe |
413 m ü. M. |
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Fläche |
5,38 km² |
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Einwohner |
5108
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Website |
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Weiningen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dietikon des Kantons Zürich. Sie liegt am Nordrand des Limmattals, ungefähr zehn Kilometer nordwestlich des Zürcher Stadtzentrums. Zur Gemeinde gehören das historische Weinbauerndorf Weiningen und der in der Ebene nahe der Limmat gelegene Ortsteil Fahrweid-Weiningen.
Weiningen ist besonders für seine ausgedehnten Rebberge bekannt. Trotz seiner Lage innerhalb der dicht besiedelten Agglomeration Zürich hat das Hauptdorf einen vergleichsweise ländlichen Charakter bewahrt. Landwirtschaftsflächen, Rebhänge und Wälder umgeben den historischen Ortskern. Fahrweid-Weiningen unterscheidet sich davon durch seine städtischere Siedlungsstruktur und die enge räumliche Verbindung mit Dietikon, Geroldswil und Unterengstringen.
Die Gemeinde wurde am 8. Februar 870 als Winigon erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist entgegen einer verbreiteten Annahme nicht vom Weinbau abgeleitet, sondern geht wahrscheinlich auf den alemannischen Personennamen Wini oder Wino zurück.[1]
Name
Der Name Weiningen gehört zur Gruppe der alemannischen Ortsnamen mit der Endung -ingen. Solche Namen bezeichnen gewöhnlich die Angehörigen oder Nachkommen einer bestimmten Person. Winigon kann demnach als «bei den Angehörigen des Wini oder Wino» gedeutet werden.
Die schweizerdeutsche Ortsbezeichnung lautet Wiinige. Der Zusatz ZH ist kein Bestandteil des amtlichen Gemeindenamens. Er dient in Verzeichnissen und enzyklopädischen Werken zur Unterscheidung von Weiningen TG im Kanton Thurgau und weiteren ähnlich benannten Orten.
Die heutige Schreibweise Weiningen ist seit Jahrhunderten gebräuchlich. Die Ähnlichkeit mit dem Wort Wein passt zwar zur ausgeprägten Weinbautradition der Gemeinde, ist sprachgeschichtlich jedoch zufällig.
Geographie
Lage
Weiningen liegt auf der rechten Seite des Limmattals zwischen der Limmat im Süden und den bewaldeten Höhen von Gubrist und Altberg im Norden. Das Hauptdorf befindet sich auf einer Geländeterrasse oberhalb der Talebene. Die Rebberge erstrecken sich an den sonnigen Hängen zwischen dem Dorf, dem Gubrist und dem Gebiet Hasleren.
Das Gemeindegebiet reicht von den Höhenzügen am Übergang zum Furttal bis in die dicht besiedelte Limmatebene. Der Höhenbereich erstreckt sich von ungefähr 381 Metern an der Limmat bis auf rund 631 Meter in den bewaldeten Höhen.
Nachbargemeinden sind Dällikon, Regensdorf, Unterengstringen, Geroldswil, Oetwil an der Limmat und Dietikon. Im Osten liegt die Stadtgrenze von Zürich nur wenige Kilometer entfernt.
Von der Gemeindefläche entfällt ein grosser Teil auf Wald und Landwirtschaft. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen konzentrieren sich auf Weiningen-Dorf, Fahrweid und die Gebiete entlang der Autobahnen.
Gemeindeteile
Die Gemeinde gliedert sich in zwei deutlich unterschiedliche Siedlungsräume:
| Ortsteil | Postleitzahl | Charakter |
|---|---|---|
| Weiningen-Dorf | 8104 | Historisches Weinbauerndorf mit Kirche, Schlössli, Bauernhäusern, Rebbergen und kommunalen Einrichtungen |
| Fahrweid-Weiningen | 8951 | Dicht bebauter Ortsteil in der Limmatebene mit Wohnquartieren, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und unmittelbarer Nähe zu Dietikon |
Weiningen-Dorf zählt rund 2'700 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Dorf ist von den Rebbergen an Hasleren und Gubrist sowie vom landwirtschaftlich genutzten Weiningerfeld umgeben. Der historische Ortskern ist im kantonalen Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder verzeichnet.[2]
Fahrweid bildet ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet, das politisch auf Weiningen und Geroldswil verteilt ist. Der Weininger Teil zählt mehr als 2'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gemeindegrenze ist im Ortsbild kaum erkennbar und verläuft teilweise durch Strassenzüge und Wohnquartiere.
Der Ortsteil besitzt mit 8951 eine eigene Postleitzahl. Er liegt nahe dem Bahnhof Dietikon und ist durch Buslinien mit den umliegenden Gemeinden verbunden. Zur örtlichen Infrastruktur gehören Schulen, Kindergärten, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und das Quartierzentrum Föhrewäldli.
Landschaft
Das Landschaftsbild Weiningens wird durch den Gegensatz zwischen der urbanen Limmatebene und den ländlichen Hanglagen bestimmt. Während Fahrweid Teil des weitgehend zusammenhängenden Siedlungsbands zwischen Zürich und Dietikon ist, vermitteln das Hauptdorf und die nördlichen Gemeindegebiete einen dörflichen Eindruck.
Die Rebhänge bilden eines der auffälligsten Landschaftselemente. Oberhalb der Reben schliessen Landwirtschaftsflächen und Waldgebiete an. Die Wälder des Gubrists und des Altbergs dienen der Forstwirtschaft, dem Naturschutz und der Naherholung.
Das Weiningerfeld ist eine offene Kulturlandschaft zwischen Weiningen und den benachbarten Gemeinden. Es wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt und bildet einen wichtigen Freiraum innerhalb der Agglomeration.
Länggenbach
Durch Weiningen fliesst der Länggenbach. Sein Oberlauf entspringt im Gebiet zwischen Gubrist und Altberg am Übergang zum Furttal und wird dort teilweise als Trüebbach bezeichnet.
Der Bach durchquert das Hauptdorf und fliesst anschliessend in Richtung Limmatebene. Teile seines Laufs wurden im Zuge der Siedlungsentwicklung verbaut oder eingedolt.
Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung und die Pflege der Uferbereiche gehören zu den Aufgaben der Gemeinde und des Kantons. Wo es die räumlichen Verhältnisse erlauben, werden naturnähere Bachabschnitte angestrebt.
Limmat und Fahrweid
Die Limmat verläuft südlich des Gemeindegebiets. Die Fahrweid liegt in der flachen Talebene nahe dem Fluss und den Verkehrsanlagen von Dietikon.
Das Limmatufer bildet ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Wege entlang des Flusses werden zum Spazieren, Joggen und Velofahren genutzt. Auenwaldreste, Ufergehölze und Grundwassergebiete besitzen ökologische Bedeutung.
Die Limmatebene war früher regelmässig von Hochwasser betroffen. Flusskorrektionen, Dämme und Entwässerungsanlagen ermöglichten im 19. und 20. Jahrhundert eine intensivere Nutzung und Bebauung des Gebiets.
Verkehrsanlagen
Das Gemeindegebiet wird von bedeutenden überregionalen Verkehrsanlagen durchquert. Beim Limmattaler Kreuz treffen die Autobahn A1 und die Autobahn A4 aufeinander.
Der Gubristtunnel der Zürcher Nordumfahrung führt durch den südöstlichen Teil des Gubrists. Autobahnen, Tunnelportale und Zufahrtsstrassen prägen Teile des Gemeindegebiets und verursachen Lärm- und Umweltbelastungen.
Gleichzeitig verfügt Weiningen dadurch über eine gute Strassenanbindung an Zürich, den Flughafen, das Furttal, den Aargau und die Zentralschweiz.
Geschichte
Frühgeschichte und erste Erwähnung
Archäologische Funde aus der Umgebung weisen auf eine Besiedlung des Limmattals seit vorgeschichtlicher Zeit hin. Die fruchtbaren Böden, Wasserläufe und sonnigen Hänge boten günstige Bedingungen für Landwirtschaft und Viehhaltung.
Während der römischen Zeit verliefen bedeutende Verkehrswege durch das Limmattal. In der näheren Umgebung bestanden Gutshöfe, Siedlungen und Strassenverbindungen zwischen Turicum, dem heutigen Zürich, und Vindonissa, dem heutigen Windisch.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstanden alemannische Siedlungen. Weiningen wurde am 8. Februar 870 unter dem Namen Winigon erstmals in einer Urkunde genannt.[1]
Grundbesitz und Herrschaftsrechte waren im Mittelalter auf verschiedene Adlige, Klöster und freie Bauern verteilt. Der Kirchensatz der Pfarrkirche St. Peter gehörte zunächst den Freiherren von Regensberg.
Kirchliche Verhältnisse
Die Pfarrei Weiningen umfasste im Mittelalter ein grösseres Gebiet. Zu ihr gehörte zeitweise auch das im 13. Jahrhundert gegründete und später zerstörte Städtchen Glanzenberg.
Im 12. Jahrhundert gelangten kirchliche Rechte an das Kloster Fahr. Das Benediktinerinnenkloster besass im Limmattal umfangreichen Grundbesitz und übte wirtschaftlichen sowie kirchlichen Einfluss aus.
Die Weininger Kirche blieb über Jahrhunderte eng mit dem Kloster Fahr verbunden. Nach der Einführung der Reformation im Zürcher Einflussgebiet wurde die Gemeinde reformiert.
Freiherren von Regensberg
Die Freiherren von Regensberg gehörten im Hochmittelalter zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern der Region. Sie besassen Land, Vogteien und kirchliche Rechte im Limmattal, Furttal und Zürcher Unterland.
Im Verlauf des 14. Jahrhunderts verloren sie einen grossen Teil ihres Besitzes. Rechte und Güter gelangten unter anderem an die Klöster Fahr und Wettingen sowie an städtische Familien.
Der Niedergang der Regensberger und der wachsende Einfluss Zürichs veränderten die Herrschaftsverhältnisse im gesamten Limmattal.
Gerichtsherrschaft Weiningen-Oetwil
Die Gerichtsherrschaft Weiningen-Oetwil umfasste Weiningen, Oberengstringen, Unterengstringen, Geroldswil und Oetwil an der Limmat.
Im Jahr 1435 gelangten die niederen Gerichtsrechte an die Zürcher Familie Meyer von Knonau. Sie übte die Gerichtsherrschaft bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 aus.[1]
Der Gerichtsherr war unter anderem für Zivilstreitigkeiten, kleinere Straftaten, Erbschaftsfragen, Grundstücksgeschäfte und die lokale Verwaltung zuständig. Die hohe Gerichtsbarkeit, insbesondere bei schweren Verbrechen und Todesurteilen, lag bei der eidgenössischen Grafschaft Baden.
Das Schlössli Weiningen diente der Familie Meyer von Knonau als Land- und Gerichtsherrensitz. Es erinnert bis heute an die besondere politische Stellung der Gemeinde.
Eroberung des Aargaus
Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen grosse Teile des habsburgischen Aargaus. Das Limmattal wurde dadurch in neue Herrschaftsgebiete aufgeteilt.
Weiningen gehörte hochgerichtlich zur gemeinsam verwalteten Grafschaft Baden. Gleichzeitig wuchs der Einfluss der Stadt Zürich auf die östlichen Gebiete des Limmattals.
Diese geteilten Herrschaftsverhältnisse blieben bis 1798 bestehen. Örtliche Niedergerichtsherren, die Grafschaft Baden, Klöster und die Stadt Zürich besassen gleichzeitig unterschiedliche Rechte.
Reformation
In den 1520er-Jahren setzte Zürich die Reformation auch in Weiningen und den umliegenden Gemeinden durch.
Der Gottesdienst wurde nach reformierten Grundsätzen neu gestaltet. Altäre, Heiligenbilder und andere Elemente der katholischen Liturgie wurden entfernt oder verändert.
Das benachbarte Kloster Fahr wurde vorübergehend aufgehoben. Es nahm das klösterliche Leben später wieder auf und blieb katholisch, während Weiningen reformiert blieb.
Die konfessionelle Grenze zwischen den reformierten Zürcher Gemeinden und den katholischen Besitzungen des Klosters Fahr prägte die Region über Jahrhunderte.
Landwirtschaft und Weinbau
Bis weit in das 20. Jahrhundert lebte ein grosser Teil der Bevölkerung von Landwirtschaft und Weinbau.
Getreidebau, Viehhaltung, Obstbau und Waldwirtschaft ergänzten den Rebbau. Viele Familien besassen kleinere Rebparzellen und verarbeiteten ihre Trauben in gemeinschaftlichen oder privaten Trotten.
Weiningen verfügte früher über zahlreiche Trotten. Diese Gebäude dienten dem Pressen der Trauben und waren wichtige Treffpunkte während der Weinlese.
Der Weinbau wurde wiederholt durch Frost, Hagel, Pflanzenkrankheiten und wirtschaftliche Krisen beeinträchtigt. Im 19. Jahrhundert führten Mehltau und Reblaus sowie die Konkurrenz importierter Weine zu einem Rückgang der Rebflächen.
Im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden wurde der Weinbau in Weiningen jedoch nie vollständig aufgegeben. Er blieb ein bestimmender Bestandteil von Landschaft, Wirtschaft und lokaler Identität.
Helvetik und moderne Gemeinde
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik wurden die alten Gerichts- und Untertanenverhältnisse 1798 aufgehoben.
Weiningen gehörte von 1798 bis 1803 zum helvetischen Distrikt Regensdorf. Die Einwohner erhielten grundsätzlich gleiche politische Rechte, mussten aber zugleich Einquartierungen, Abgaben und wirtschaftliche Belastungen tragen.
Nach der Mediationsakte von 1803 wurde Weiningen dem Bezirk Zürich zugeteilt. Die moderne politische Gemeinde entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts.
Mit der Bildung des Bezirks Dietikon wechselte Weiningen 1989 vom Bezirk Zürich in den neu geschaffenen Bezirk Dietikon.
Limmattal-Strassenbahn
Eine wichtige Verbesserung der Verkehrsverbindungen brachte die Limmattal-Strassenbahn. Von 1901 bis 1931 bestand eine Zweigstrecke von Schlieren nach Weiningen.
Die elektrische Strassenbahn erleichterte den Personen- und Güterverkehr und verband das Dorf enger mit Schlieren und Zürich.
Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten und der zunehmenden Konkurrenz durch Busse und Automobile wurde die Strecke eingestellt. Der öffentliche Verkehr wurde danach durch Autobusse übernommen.
Entstehung der Fahrweid
Die Fahrweid war bis ins frühe 20. Jahrhundert eine weitgehend landwirtschaftlich genutzte Ebene.
Nach Flusskorrektionen, Entwässerung und dem Ausbau der Verkehrswege entstanden erste Gewerbe- und Wohnbauten. Der eigentliche Ausbau zum Wohnquartier setzte in den 1950er- und 1960er-Jahren ein.
Mehrfamilienhäuser, Schulen, Sportanlagen und Einkaufsmöglichkeiten veränderten das Gebiet grundlegend. Die Einwohnerzahl der Gemeinde nahm stark zu.
Da die Gemeindegrenze zwischen Weiningen und Geroldswil durch das Siedlungsgebiet verläuft, entwickelte sich Fahrweid als gemeinsamer Ort mit zwei politischen Zugehörigkeiten.
Autobahnbau
Die Eröffnung der Autobahn A1 im Jahr 1971 und der A4 im Jahr 1985 machte Weiningen zu einem bedeutenden Verkehrsknoten.
Das Limmattaler Kreuz und der Gubristtunnel verbesserten die Erreichbarkeit, brachten aber zugleich erhebliche Eingriffe in Landschaft und Lebensraum.
Der Ausbau der Zürcher Nordumfahrung und die Erweiterung des Gubristtunnels führten im 21. Jahrhundert zu langjährigen Bauarbeiten. Die Gemeinde setzte sich dabei für Lärmschutz, landschaftliche Aufwertungen und eine möglichst geringe Belastung der Wohngebiete ein.
Bevölkerung
Die Einwohnerzahl blieb vom 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vergleichsweise niedrig. Um 1900 lebten weniger Menschen in Weiningen als 1850, was unter anderem auf fehlende Arbeitsplätze und Abwanderung zurückzuführen war.
Seit den 1950er-Jahren wuchs die Bevölkerung stark. Ausschlaggebend waren die Entwicklung Fahrweids, die Nähe zu Zürich und Dietikon sowie der Ausbau der Verkehrsverbindungen.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1850 | 832 |
| 1900 | 653 |
| 1950 | 976 |
| 1960 | 1'633 |
| 1970 | 2'323 |
| 1980 | 2'964 |
| 1990 | 3'551 |
| 2000 | 3'743 |
| 2010 | 4'229 |
| 2020 | 4'857 |
| 2024 | 5'108 |
Die Bevölkerungsstruktur unterscheidet sich zwischen den beiden Ortsteilen. Das Hauptdorf besitzt zahlreiche Einfamilienhäuser, ältere Bauernhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser. Fahrweid ist dichter bebaut und stärker von grösseren Wohnanlagen geprägt.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist deutschsprachig. Aufgrund der Lage in der Agglomeration Zürich lebt in der Gemeinde ein bedeutender Anteil ausländischer Staatsangehöriger und mehrsprachiger Haushalte.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- In Gold eine blaue Pflugschar vor einem blauen Rebmesser mit rotem Griff, überhöht von einer grüngestielten und beblätterten blauen Traube.
Pflugschar, Rebmesser und Traube verweisen auf Landwirtschaft und Weinbau.
Das Motiv ist seit dem 18. Jahrhundert belegt. Seit 1755 wurde es auf Dorfbrunnen verwendet. 1925 bereinigte die Wappenkommission der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich die Darstellung. 1932 wurde die heutige Form festgelegt.[1]
Das Wappen gehört zu den besonders anschaulichen Berufswappen der Zürcher Gemeinden. Es macht die historische Bedeutung des Rebbaus unmittelbar erkennbar.
Politik und Verwaltung
Weiningen ist nach dem Zürcher Gemeinderecht als politische Gemeinde organisiert. Die Primarschulgemeinde ist mit der politischen Gemeinde zu einer Einheitsgemeinde verbunden.[3]
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung oder an der Urne über Sachgeschäfte, Budgets, Rechnungen, Gemeindevorschriften und Wahlen.
Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Verwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten und vertritt die Gemeinde nach aussen.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Hauptdorf. Weil Weiningen und Fahrweid räumlich deutlich voneinander getrennt sind, spielt die ausgewogene Versorgung beider Ortsteile mit öffentlichen Einrichtungen eine wichtige Rolle.
Die Gemeinde arbeitet in zahlreichen regionalen Organisationen und Zweckverbänden mit. Dazu gehören Einrichtungen für Planung, Polizei, Feuerwehr, Abwasser, Wasserversorgung, Altersbetreuung und weitere kommunale Aufgaben.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Obwohl Weiningen Teil der Agglomeration Zürich ist, bestehen mehrere Landwirtschaftsbetriebe.
Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und Rebbau prägen die noch unbebauten Flächen. Landwirtschaftliche Betriebe tragen wesentlich zur Pflege des Weiningerfelds und der Hanglagen bei.
Der steigende Bodenbedarf für Wohnen, Verkehr und Gewerbe setzt die Landwirtschaftsflächen unter Druck. Raumplanung und Landschaftsschutz sollen die verbleibenden Freiräume sichern.
Weinbau
Weiningen zählt zu den bedeutendsten Weinbaugemeinden des Kantons Zürich. Rund 30 Hektaren Rebfläche erstrecken sich vor allem an den Hängen Hasleren und Gubrist. Die Gemeinde bezeichnet sich damit als drittgrösste Weinbaugemeinde des Kantons.[1]
Die wichtigsten Rebsorten sind Blauburgunder und Riesling-Silvaner. Daneben werden weitere rote und weisse Sorten angebaut.
Mehrere Betriebe keltern ihre Trauben selbst. Weitere Trauben werden von regionalen Kellereien verarbeitet. Die Weininger Weine werden direkt ab Hof, über den Detailhandel, in Restaurants und bei lokalen Veranstaltungen verkauft.
Die Rebhänge besitzen neben ihrer wirtschaftlichen auch eine hohe landschaftliche und kulturelle Bedeutung. Trockenmauern, Rebwege, Böschungen und Hecken bieten Lebensraum für wärmeliebende Pflanzen und Tiere.
Gewerbe und Dienstleistungen
Die Gemeinde verfügt über kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Vertreten sind unter anderem Baugewerbe, Handwerk, Gastronomie, Detailhandel, Beratung und persönliche Dienstleistungen.
In Fahrweid bestehen aufgrund der Nähe zu Dietikon und den grossen Verkehrsachsen zusätzliche Arbeitsplätze in Gewerbe, Logistik und Dienstleistungen.
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich, Dietikon, Schlieren, Regensdorf oder in andere Gemeinden der Agglomeration.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Weiningen besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die nächstgelegenen wichtigen Bahnhöfe befinden sich in Dietikon und Schlieren.
Buslinien verbinden Weiningen-Dorf und Fahrweid mit Dietikon, Schlieren, Unterengstringen, Geroldswil, Oetwil an der Limmat und Regensdorf.
Vom Bahnhof Dietikon bestehen Verbindungen mit der Zürcher S-Bahn, Fernverkehrszügen und der Limmattalbahn. Fahrweid liegt besonders nahe am Bahnhof Dietikon und ist daher gut an das regionale Bahnnetz angebunden.
Strassenverkehr
Weiningen ist über Kantons- und Gemeindestrassen mit Dietikon, Unterengstringen, Regensdorf, Geroldswil und Oetwil an der Limmat verbunden.
Die wichtigsten überregionalen Strassen sind die Autobahnen A1 und A4. Sie kreuzen sich im Limmattaler Kreuz auf dem Gemeindegebiet beziehungsweise in dessen unmittelbarer Umgebung.
Der Gubristtunnel stellt die Verbindung zur Zürcher Nordumfahrung her. Er ist eine der meistbefahrenen Strassenverbindungen der Schweiz.
Der starke Verkehr führt zu Belastungen durch Lärm, Luftschadstoffe und Flächenverbrauch. Lärmschutzbauten, Überdeckungen, Ersatzflächen und ökologische Ausgleichsmassnahmen sollen die Auswirkungen vermindern.
Velo- und Fussverkehr
Wege durch die Rebberge, das Weiningerfeld und die Wälder werden für Spaziergänge, Wanderungen und Velofahrten genutzt.
In der Limmatebene bestehen regionale Velorouten und Wege entlang des Flusses. Sie verbinden Fahrweid mit Dietikon, Geroldswil, Unterengstringen und Zürich.
Der Höhenunterschied zwischen Fahrweid und dem Hauptdorf erschwert den Alltagsveloverkehr teilweise. Neue Veloverbindungen und sichere Querungen stark befahrener Strassen sind deshalb wichtige Planungsaufgaben.
Bildung
Die Einheitsgemeinde führt Kindergärten und Primarschulen. Schulstandorte bestehen im Hauptdorf und im Gebiet Fahrweid.
Die Oberstufe wird regional organisiert. Jugendliche besuchen je nach Schulorganisation Einrichtungen in Weiningen oder benachbarten Gemeinden.
Mittelschulen, Berufsfachschulen und Hochschulen befinden sich vor allem in Dietikon, Zürich, Urdorf, Baden und Winterthur.
Bibliotheksangebote, Musikunterricht, Vereine und private Kurse ergänzen das Bildungsangebot. Die Gemeindebibliothek befindet sich im Dachgeschoss des Schlösslis.[4]
Kirchen und Religionsgemeinschaften
Die reformierte Kirche Weiningen ist das bedeutendste historische Sakralgebäude der Gemeinde.
Die heutige Anlage besitzt einen spätgotischen Kern und wurde in mehreren Bauphasen verändert. Wichtige Umbauten erfolgten 1650, 1688, 1705 und 1792.[5]
Die Kirche steht erhöht am Rand des historischen Dorfkerns und bildet gemeinsam mit den Rebbergen ein charakteristisches Ortsbild. Der reformierten Kirchgemeinde gehören die Kirchen in Weiningen und Geroldswil an.
Katholische Einwohnerinnen und Einwohner gehören einer regionalen Pfarrei im Limmattal an. Weitere Religionsgemeinschaften befinden sich vor allem in Dietikon, Schlieren und Zürich.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Historischer Dorfkern
Der alte Dorfkern von Weiningen besteht aus Bauernhäusern, ehemaligen Weinbauernhäusern, Gasthöfen, Brunnen, der Kirche und dem Schlössli.
Mehrere Gebäude weisen Riegelkonstruktionen, grosse Scheunen und für Weinbaudörfer typische Kelleranlagen auf. Die Siedlungsstruktur vermittelt trotz neuerer Bauten noch immer den Charakter eines historischen Limmattaler Dorfs.
Das Ortsbild ist im kantonalen Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder aufgeführt.[2]
Schlössli Weiningen
Das Schlössli Weiningen wurde vor ungefähr 400 Jahren als Landherrensitz der Gerichtsherren Meyer von Knonau errichtet.
Das Gebäude besitzt eine repräsentative Fassade, bemalte Fensterläden, ein steiles Dach und einen kleinen Dachreiter. Eine Freitreppe führt zum Haupteingang.
Bis zum Ende der alten Gerichtsverhältnisse diente es als Herrschafts- und Verwaltungssitz. Später wurde es für verschiedene öffentliche und private Zwecke verwendet.
Heute ist das Schlössli ein kultureller Begegnungsort. Es enthält Veranstaltungs-, Sitzungs- und Vereinsräume sowie die Gemeindebibliothek.[6]
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht oberhalb der Rebberge. Ihr weisser Turm mit den auffälligen Zifferblättern ist weithin sichtbar.
Das Gebäude wurde über mehrere Jahrhunderte erweitert und umgestaltet. Der Innenraum entspricht dem Typus einer reformierten Predigtkirche.
Kirche, Friedhof, Pfarrhaus und umliegende historische Gebäude bilden ein bedeutendes Ensemble.
Rebberge
Die Rebberge von Hasleren und Gubrist gehören zu den wichtigsten Wahrzeichen Weiningens.
Rebwege erschliessen die Hänge und bieten Ausblicke über das Limmattal, den Heitersberg und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.
Die Reben verändern das Landschaftsbild im Jahresverlauf deutlich. Austrieb, Blüte, Reife und Herbstfärbung prägen die Wahrnehmung der Gemeinde.
Dorfbrunnen
Mehrere historische Brunnen erinnern an die frühere Wasserversorgung und an das dörfliche Gemeinschaftsleben.
Auf einzelnen Brunnen ist das Weininger Wappen mit Traube, Pflugschar und Rebmesser dargestellt. Das Wappenmotiv ist an Brunnen seit 1755 belegt.
Fahrweid und Limmatufer
Der Ortsteil Fahrweid besitzt vor allem neuere Architektur. Zu den gemeinschaftlichen Einrichtungen gehört das Quartierzentrum Föhrewäldli.
Das nahe Limmatufer bietet Spazier- und Velowege, Grünflächen und Zugang zu regionalen Erholungsräumen.
Feste und Brauchtum
Der Weinbau prägt verschiedene lokale Veranstaltungen. Dazu gehören Rebblütenfeste, Weinanlässe, Degustationen und Veranstaltungen während oder nach der Weinlese.
Vereine organisieren Konzerte, Sportanlässe, Dorffeste und kulturelle Veranstaltungen. Das Schlössli, die Kirche, Gasthäuser und weitere Gemeinderäume dienen dabei als Veranstaltungsorte.
Die verschiedenen Siedlungsstrukturen von Dorf und Fahrweid führen zu teilweise eigenständigen Quartiertraditionen. Gemeinsame Gemeindeanlässe sollen den Zusammenhalt zwischen beiden Ortsteilen fördern.
Vereine und Sport
In Weiningen bestehen Sport-, Musik-, Kultur-, Natur- und Quartiervereine.
Sportanlagen befinden sich sowohl im Hauptdorf als auch in und um Fahrweid. Beliebte Sportarten sind Fussball, Turnen, Schiessen, Tennis, Curling und verschiedene Freizeitsportarten.
Die Wälder, Rebwege und das Limmatufer werden für Wandern, Joggen und Velofahren genutzt.
Der Quartierverein Fahrweid vertritt lokale Interessen und organisiert Veranstaltungen im südlichen Gemeindeteil.
Persönlichkeiten
Mit Weiningen verbunden sind unter anderem:
- Heinrich Hirzel (1766–1833), reformierter Theologe, Schriftsteller und Hochschullehrer, der vermutlich in Weiningen geboren wurde und dort aufwuchs;
- Rolf Binder (1929–2016), Korpskommandant und Ausbildungschef der Schweizer Armee;
- Theo Frey (1908–1997), Fotograf und bedeutender Vertreter der schweizerischen Reportagefotografie, der während mehrerer Jahrzehnte in Weiningen lebte;
- Hans Geiger (* 1943), Wirtschaftswissenschaftler und Bankmanager;
- Carmen Schäfer (* 1981), Curlerin, Weltmeisterin und Europameisterin, aufgewachsen in Fahrweid-Weiningen;
- Janine Greiner (* 1981), Curlerin, Weltmeisterin und Europameisterin, aufgewachsen in Fahrweid-Weiningen;
- Albert Bunjaku (* 1983), Fussballspieler und ehemaliger Schweizer Nationalspieler, der in Fahrweid-Weiningen aufwuchs.
Entwicklung der administrativen Zugehörigkeit
| Zeitraum | Zugehörigkeit |
|---|---|
| Mittelalter bis 1798 | Niedergericht Weiningen-Oetwil; hohe Gerichtsbarkeit bei der Grafschaft Baden |
| 1798–1803 | Distrikt Regensdorf der Helvetischen Republik |
| 1803–1989 | Bezirk Zürich |
| seit 1989 | Bezirk Dietikon |
Literatur
- Karl Grunder: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band IX: Der Bezirk Dietikon. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1997, ISBN 978-3-909164-57-8, S. 367–396.
- Leo Niggli: Weininger Chronik. Weiningen.
- Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
- Hélène Arnet: Das Kloster Fahr im Mittelalter. Mundus in gutta. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1995.
- Martin Illi: Weiningen ZH. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Gemeinderat Weiningen: Weiningen. Dorfgeschichte und Gemeindeentwicklung. Weiningen.
- Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. Zürich.
Siehe auch
- Bezirk Dietikon
- Limmattal
- Fahrweid
- Gubrist
- Limmat
- Kloster Fahr
- Glanzenberg
- Weinbau im Kanton Zürich
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Liste der Kulturgüter in Weiningen ZH
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Weiningen
- Geschichte der Gemeinde Weiningen
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
- Weiningen im Historischen Lexikon der Schweiz
- Bezirk Dietikon auf der Website des Kantons Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Gemeinde Weiningen: Winigon wird zu Weiningen, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Gemeinde Weiningen: Weiningen-Dorf und Fahrweid, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Weiningen: Gemeindeordnung, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Weiningen: Gemeindebibliothek, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Reformierte Kirche Weiningen, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Weiningen: Schlössli Weiningen, abgerufen am 24. Juli 2026.