Bahnhof Etzwilen

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 4. August 2026, 22:52 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Einzelnachweise)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Bahnhof Etzwilen
Bahnhof Etzwilen
Name Etzwilen
Typ Bahnhof
Lage Kreuzungs- und Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Gemeinde Wagenhausen
Ort Etzwilen
Bezirk Frauenfeld
Kanton Thurgau
Bahnstrecken Seelinie
Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen
Bahnstrecke Etzwilen–Singen
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Infrastrukturbetreiber Schweizerische Bundesbahnen
Personenverkehr Thurbo
Abkürzung EW
IBNR 8506025
Bahnsteiggleise 2
Höhe 438 m ü. M.
Eröffnung 17. Juli 1875
Verkehrsverbund Tarifverbund Ostwind
Tarifzone 845
Koordinaten 47° 39′ 40″ N, 8° 49′ 7″ O

Der Bahnhof Etzwilen ist ein Bahnhof im Ort Etzwilen, der zur politischen Gemeinde Wagenhausen im Kanton Thurgau gehört. Er liegt am westlichen Abschnitt der Seelinie zwischen Schaffhausen und Kreuzlingen und bildet zugleich den Endpunkt der Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen. Ausserdem beginnt in Etzwilen die heute als Museumsbahn betriebene Bahnstrecke Etzwilen–Singen.

Der Bahnhof wird von der Linie S1 der S-Bahn St. Gallen und der Linie S29 der S-Bahn Zürich bedient. Beide Linien werden von Thurbo betrieben und verkehren im regulären Tagesangebot grundsätzlich im Halbstundentakt. Dadurch bestehen direkte Verbindungen nach Schaffhausen, Winterthur, Kreuzlingen, Romanshorn, St. Gallen und Wil SG.

Etzwilen war früher ein bedeutender regionaler Eisenbahnknoten und Rangierbahnhof. Die ausgedehnten Gleisanlagen, das historische Aufnahmegebäude und der Lokschuppen erinnern an die Zeit, als hier Züge zwischen Winterthur, Schaffhausen, Konstanz und Singen zusammengestellt und abgefertigt wurden. Ein grosser Teil der früheren Nebengleise wird heute nicht mehr für den regulären Bahnbetrieb benötigt.

Lage

Der Bahnhof liegt nördlich des älteren Dorfkerns von Etzwilen am Fuss des Stammerbergs. Das Bahnhofquartier entstand erst nach der Eröffnung der Eisenbahn und ist heute mit den älteren Siedlungsteilen weitgehend zusammengewachsen.

Die Gleisanlagen verlaufen im Bahnhofsbereich ungefähr von Westen nach Osten. Westlich der Station führen zwei voneinander getrennte Bahnstrecken in Richtung Winterthur und Schaffhausen. Östlich vereinigen sie sich zur Strecke nach Stein am Rhein, Eschenz und Kreuzlingen.

Die Bahnstrecke nach Singen zweigt am östlichen Ende des Bahnhofareals in nordöstlicher Richtung ab. Sie überquert bei Hemishofen den Rhein, führt über Ramsen und die Landesgrenze nach Rielasingen und endet im deutschen Bahnhof Singen (Hohentwiel).

Das historische Aufnahmegebäude befindet sich auf der südlichen Seite der Gleisanlage an der Bahnhofstrasse. Nördlich und östlich davon liegen frühere Abstell-, Güter- und Rangiergleise. Ein Lokschuppen gehört ebenfalls zum weitläufigen historischen Bahnhofensemble.

Der Bahnhof liegt rund zwei Kilometer westlich von Stein am Rhein. Das Gemeindezentrum von Wagenhausen befindet sich nördlich des Rheins, während Etzwilen südlich des Flusses liegt.

Geschichte

Schweizerische Nationalbahn

Der Bahnhof entstand im Zusammenhang mit den Eisenbahnprojekten der Schweizerischen Nationalbahn. Das Unternehmen wollte eine vom Netz der etablierten privaten Bahngesellschaften unabhängige Ost-West-Verbindung durch die Schweiz schaffen.

Die Nationalbahn plante eine Strecke vom Bodenseeraum über Winterthur, das Furttal und den Aargau in Richtung Westschweiz. Etzwilen wurde als Verzweigungspunkt für die Linien nach Winterthur, Konstanz und Singen vorgesehen.

Am 17. Juli 1875 eröffnete die Schweizerische Nationalbahn die Strecken Winterthur–Etzwilen, Etzwilen–Singen und Etzwilen–Kreuzlingen–Konstanz.[1] Gleichzeitig nahm der Bahnhof Etzwilen seinen Betrieb auf.

Durch die Lage an drei Strecken besass die Station von Beginn an eine für die geringe Grösse des Ortes aussergewöhnliche betriebliche Bedeutung. Reisende konnten zwischen den Zügen nach Winterthur, Konstanz und Singen umsteigen, während Güterwagen neu zusammengestellt und auf die verschiedenen Strecken verteilt wurden.

Die ehrgeizigen Pläne der Schweizerischen Nationalbahn erfüllten sich wirtschaftlich jedoch nicht. Die Strecken führten teilweise an den grossen Verkehrs- und Wirtschaftszentren vorbei, und die erwarteten Einnahmen blieben aus. Bereits 1878 wurde die Gesellschaft zwangsliquidiert.

Übernahme durch die Nordostbahn

Die Schweizerische Nordostbahn übernahm die Strecken der Nationalbahn aus der Konkursmasse. Der Bahnhof Etzwilen wurde damit Bestandteil eines grösseren Bahnnetzes, das Zürich, Winterthur, Schaffhausen und die Ostschweiz miteinander verband.

Das Aufnahmegebäude entstand nach dem Vorbild eines Stationsgebäudes zweiter Klasse. Der Entwurf wird dem Architekten Conrad Bär zugeschrieben, der auch für andere schweizerische Bahngesellschaften tätig war.

Der Bau besass ursprünglich unterschiedlich hohe Seitenflügel. Im Jahr 1891 wurde der niedrigere Gebäudeteil aufgestockt. Dadurch erhielt das Aufnahmegebäude seine weitgehend symmetrische Gestalt, die bis heute erhalten geblieben ist.

Im Innern befanden sich Wartesäle, ein Billettschalter, Diensträume und Wohnungen für das Bahnpersonal. Auf der Gleisseite schützte ein Perrondach die Reisenden vor der Witterung.

Verbindung nach Schaffhausen

Die direkte Eisenbahnverbindung zwischen Etzwilen und Schaffhausen wurde erst rund zwei Jahrzehnte nach der Eröffnung des Bahnhofs vollendet.

Die Nordostbahn eröffnete den Abschnitt Etzwilen–Feuerthalen im November 1894. Nach der Fertigstellung der Rheinbrücke und des Emmersbergtunnels konnten die Züge 1895 bis zum Bahnhof Schaffhausen weitergeführt werden.[2]

Damit entwickelte sich Etzwilen zu einem Kreuzungsbahnhof an der durchgehenden Seelinie Schaffhausen–Kreuzlingen. Die neue Strecke verbesserte die Verbindungen zwischen Schaffhausen, Stein am Rhein, dem Untersee und dem Bodensee.

Die Erweiterung der Bahnverbindungen förderte auch die Entwicklung des Ortes. Rund um den Bahnhof entstanden Restaurants, Wohnhäuser für Eisenbahner und weitere Gebäude. Das neue Bahnhofquartier lag zunächst deutlich getrennt vom älteren Weiler Etzwilen.[1]

Übergang an die SBB

Im Zuge der Verstaatlichung der grossen privaten Eisenbahngesellschaften gingen der Bahnhof und die angrenzenden Strecken 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Etzwilen blieb ein wichtiger regionaler Bahn- und Güterknoten. Zahlreiche Mitarbeitende waren im Bahnhof, im Rangierdienst, im Stellwerk, in der Güterabfertigung und beim Unterhalt beschäftigt. Während der grössten betrieblichen Bedeutung arbeiteten am Standort mehrere Dutzend Personen.

Der Bahnhof verfügte über umfangreiche Abstell- und Rangiergleise, einen Güterschuppen, Laderampen, technische Nebengebäude und einen Lokschuppen. Die Anlagen waren im Verhältnis zum kleinen Ort aussergewöhnlich gross.

Elektrifizierung

Die im regulären Personenverkehr genutzten Strecken nach Winterthur, Schaffhausen und Kreuzlingen wurden im 20. Jahrhundert elektrifiziert. Die Fahrleitungen werden mit dem bei den SBB üblichen Wechselstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben.

Die Strecke Etzwilen–Singen blieb dagegen ohne Fahrleitung. Bei durchgehenden Güterzügen nach Deutschland mussten deshalb Lokomotiven gewechselt oder Fahrzeuge eingesetzt werden, die für den nicht elektrifizierten Abschnitt geeignet waren.

Der notwendige Lokomotivwechsel trug zur betrieblichen Bedeutung Etzwilens bei. Im Bahnhof wurden Lokomotiven abgestellt, gewartet und für den nächsten Einsatz bereitgestellt.

Güter- und Rangierverkehr

Bis in die 1960er Jahre war Etzwilen für den grenzüberschreitenden Güterverkehr nach Singen von besonderer Bedeutung. Die Strecke stellte eine Verbindung zwischen dem schweizerischen Bahnnetz und den deutschen Strecken im Raum Hegau her.

Güterzüge wurden im Bahnhof getrennt, neu zusammengestellt und mit den für den jeweiligen Streckenabschnitt geeigneten Lokomotiven bespannt. Auch der regionale Güterverkehr für Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie wurde über Etzwilen abgewickelt.

Mit der Verlagerung des Güterverkehrs auf andere Strecken und auf die Strasse verlor der Rangierbahnhof zunehmend an Bedeutung. Zahlreiche Gleise wurden nicht mehr regelmässig benutzt, blieben aber teilweise erhalten.

Einstellung des Verkehrs nach Singen

Der reguläre Personenverkehr zwischen Etzwilen und Singen wurde 1969 eingestellt.[3]

Danach diente die Strecke weiterhin dem Güterverkehr. Dieser wurde abschnittsweise 1996 beziehungsweise 2004 aufgegeben. Damit verlor Etzwilen seine Funktion als Grenz- und Übergabebahnhof für den regulären Verkehr nach Deutschland.[3]

Die übrigen Strecken nach Winterthur, Schaffhausen und Kreuzlingen blieben für den regionalen Personen- und Güterverkehr in Betrieb.

Rationalisierung

Die Automatisierung der Stellwerks- und Sicherungsanlagen verringerte den Bedarf an örtlichem Bahnpersonal. Viele betriebliche Aufgaben konnten fortan zentral gesteuert werden.

Am 31. Dezember 1998 wurde der bediente Bahnschalter geschlossen. Seither ist der Bahnhof im regulären Personenverkehr unbedient.

Der Rückgang des Güterverkehrs und die Schliessung des Schalters führten dazu, dass grosse Teile der Anlage nicht mehr benötigt wurden. Das Verhältnis zwischen dem kleinen Dorf und dem weitläufigen Bahngelände wurde dadurch noch auffälliger.

Museumsbahn Etzwilen–Singen

Um die nicht mehr regulär genutzte Strecke nach Singen vor dem Abbruch zu bewahren, wurde 2001 der Verein zur Erhaltung der Eisenbahnlinie Etzwilen–Singen gegründet.

Im Jahr 2006 übernahm die Stiftung Museumsbahn Stein am Rhein–Etzwilen–Hemishofen–Ramsen und Rielasingen–Singen einen grossen Teil der schweizerischen Infrastruktur von den SBB. Die Rheinbrücke bei Hemishofen ging an eine eigene Stiftung über.[3]

Der Verein und die beteiligten Stiftungen setzten die Strecke schrittweise instand. Im deutschen Abschnitt mussten unter anderem fehlende Gleisstücke wieder eingebaut werden. Seit 2020 sind erneut durchgehende Museumsbahnfahrten zwischen Etzwilen und Singen möglich.

Die Museumsbahn führt an ausgewählten Tagen öffentliche Fahrten mit historischen Triebwagen oder dampfbespannten Zügen durch. Die Strecke ist rund 13 Kilometer lang und überquert zwischen Etzwilen und Hemishofen den Rhein.[4]

Auf einem Teil der Strecke werden ausserdem Fahrten mit Schienenvelos angeboten. Deren regulärer Ausgangspunkt befindet sich beim Bahnhof Ramsen.

Aufnahmegebäude und Denkmalschutz

Das historische Aufnahmegebäude prägt die südliche Seite des Bahnhofs. Es ist ein mehrgeschossiger, verputzter Bau mit weit auskragendem Dach und zurückhaltender spätklassizistischer Gestaltung.

Seine heutige Form entstand durch den Ausbau von 1891. Trotz späterer Anpassungen blieb das äussere Erscheinungsbild weitgehend erhalten.

Zum Bahnhofensemble gehören weitere historische Anlagen, darunter der Lokschuppen, frühere Güter- und Dienstgebäude sowie Teile der ausgedehnten Gleisanlage. Gemeinsam dokumentieren sie die frühere Funktion Etzwilens als regionaler Eisenbahnknoten.

Der Bahnhof wird im Inventar historischer Bahnhöfe der SBB als Anlage von besonderer Bedeutung geführt. Der Schutz betrifft nicht nur das Aufnahmegebäude, sondern den Zusammenhang zwischen Hochbauten, Gleisen und dem entstandenen Bahnhofquartier.

Bahnhofanlage

Für den regulären Personenverkehr stehen zwei Bahnsteiggleise zur Verfügung. Daneben besitzt der Bahnhof mehrere Durchfahrts-, Abstell- und ehemalige Rangiergleise.

Die Züge der S1 benutzen die Seelinie in Richtung Schaffhausen beziehungsweise Stein am Rhein und Kreuzlingen. Die S29 erreicht Etzwilen aus Richtung Stammheim und fährt anschliessend auf der Seelinie weiter nach Stein am Rhein.

Die Strecke nach Singen zweigt östlich des Personenbahnhofs ab. Sie gehört im anschliessenden Abschnitt nicht mehr zur regulären SBB-Infrastruktur, sondern wird durch die Trägerschaft der Museumsbahn unterhalten.

Die Perrons sind mit Wartebereichen, Beleuchtung, Fahrgastinformationen und einem Billettautomaten ausgestattet. Ein bedienter Verkaufsschalter besteht nicht mehr.

Ein Teil der früheren Gleise wird für historische Fahrzeuge, Bau- und Dienstfahrzeuge oder betriebliche Zwecke verwendet. Weitere Gleise liegen ungenutzt im Bahnhofareal.

Dienstleistungen und kombinierte Mobilität

Nach Angaben der SBB stehen beim Bahnhof acht überdachte Abstellplätze für Velos zur Verfügung.[5]

Die P+Rail-Anlage umfasst 29 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz. Billette für die Parkplätze können über die SBB-P+Rail-App, die Website der SBB oder am Automaten gekauft werden.[5]

Geschäfte oder bediente Reisezentren bestehen im Bahnhof selbst nicht. Weitere Dienstleistungen befinden sich in den umliegenden Ortschaften Etzwilen, Kaltenbach, Wagenhausen und Stein am Rhein.

Bahnverkehr

Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von zwei regulären S-Bahn-Linien bedient.

Linie Laufweg Angebot
S1 Schaffhausen – Diessenhofen – Etzwilen – Stein am Rhein – Kreuzlingen – Romanshorn – St. Gallen – Gossau SG – Wil SG grundsätzlich Halbstundentakt
S29 Winterthur – Oberwinterthur – Seuzach – Ossingen – Stammheim – Etzwilen – Stein am Rhein grundsätzlich Halbstundentakt

S1 der S-Bahn St. Gallen

Die S1 verkehrt auf der Seelinie zwischen Schaffhausen und Wil SG. Von Etzwilen führt sie in westlicher Richtung über Schlattingen, Diessenhofen, Feuerthalen und Langwiesen nach Schaffhausen.

In östlicher Richtung fährt sie über Stein am Rhein, Eschenz, Steckborn, Ermatingen und Kreuzlingen nach Romanshorn. Von dort verläuft sie über Rorschach und St. Gallen nach Wil SG.

Die Linie verbindet Etzwilen dadurch mit weiten Teilen des Kantons Thurgau, dem Bodenseeraum und der Stadt St. Gallen. Sie wird von Thurbo mit Niederflurtriebzügen betrieben.

S29 der S-Bahn Zürich

Die S29 verbindet Etzwilen mit dem Zürcher Weinland und Winterthur. Von Etzwilen fährt sie über Stammheim, Ossingen, Thalheim-Altikon, Dinhard, Seuzach und Oberwinterthur zum Bahnhof Winterthur.[6]

In der Gegenrichtung benutzt die S29 gemeinsam mit der S1 den kurzen Abschnitt der Seelinie nach Stein am Rhein. Dort endet die Linie.

Durch die Überlagerung von S1 und S29 bestehen zwischen Etzwilen und Stein am Rhein mehrere Verbindungen pro Stunde.

Nachtverkehr

In den Wochenendnächten wird Etzwilen durch einzelne Züge der Nacht-S-Bahn-Linie SN3 bedient. Die Nachtverbindung führt über Schaffhausen und die Seelinie nach Stein am Rhein.

Das Nachtnetz ergänzt den regulären Tagesverkehr in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag. Fahrgäste müssen einen für die benutzten Tarifzonen gültigen Fahrausweis besitzen.

Museumsverkehr

An ausgewählten Betriebstagen beginnen oder enden in Etzwilen historische Züge der Museumsbahn nach Hemishofen, Ramsen, Rielasingen und Singen.

Der Museumsverkehr besitzt keinen täglichen Taktfahrplan. Die Fahrten werden nach einem besonderen Veranstaltungskalender oder als bestellte Sonderzüge durchgeführt.

Tarif

Der Bahnhof gehört zum Tarifverbund Ostwind und liegt in der Tarifzone 845.[7]

Für Reisen in das Gebiet des Zürcher Verkehrsverbundes können je nach Strecke verbundübergreifende Fahrausweise oder Billette des nationalen Direkten Verkehrs verwendet werden.

Die historischen Fahrten der Museumsbahn sind nicht Bestandteil des regulären Ostwind-Angebots. Für sie gelten besondere Fahrausweise und Tarife der Museumsbahn.

Bedeutung

Der Bahnhof Etzwilen ist trotz des Rückgangs seiner betrieblichen Aufgaben weiterhin ein wichtiger regionaler Umsteigepunkt.

Die S1 verbindet den Ort mit Schaffhausen, Kreuzlingen, Romanshorn und St. Gallen. Die S29 bietet eine direkte Verbindung durch das Zürcher Weinland nach Winterthur. Dadurch bestehen aus der ländlich geprägten Region gute Bahnverbindungen zu mehreren städtischen Zentren.

Für die Siedlungsentwicklung Etzwilens war der Bahnhof von grundlegender Bedeutung. Erst durch den Eisenbahnbau entstand nördlich des alten Weilers ein neues Quartier mit Wohnhäusern, Gaststätten und Gebäuden für das Bahnpersonal.

Eisenbahngeschichtlich ist die Station ein seltenes Zeugnis der Schweizerischen Nationalbahn. Die umfangreichen Gleise, das historische Aufnahmegebäude und der Lokschuppen machen die frühere Bedeutung des Knotens bis heute sichtbar.

Die Museumsbahn nach Singen ergänzt den regulären Verkehr um eine grenzüberschreitende touristische und kulturhistorische Nutzung. Sie erinnert an die Zeit, als Etzwilen ein wichtiger Übergabebahnhof zwischen dem schweizerischen und dem deutschen Eisenbahnnetz war.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Wocher: Bahnlinie Etzwilen–Singen. Unsere Museumsbahn mit Zukunft. Selbstverlag, Langwiesen.
  • 1875–1975. 100 Jahre Eisenbahnlinie Winterthur–Etzwilen–Singen. Gründung und Ende der Nationalbahn. Frey, Andelfingen 1975.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz – Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Etzwilen, Gemeinde Wagenhausen, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Strassenbahn- und Eisenbahnpläne: Bahnstrecke Etzwilen–Schaffhausen, Staatsarchiv Schaffhausen, abgerufen am 4. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Trägerschaft und Geschichte der Museumsbahn Etzwilen–Singen, Museumsbahn Etzwilen–Singen, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Streckenplan der Museumsbahn Etzwilen–Singen, abgerufen am 4. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Bahnhof Etzwilen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Linienfahrplan S29 Winterthur–Stein am Rhein, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  7. OSTWIND-Zonenplan 2026, Tarifverbund Ostwind, abgerufen am 4. August 2026.