Kanton Luzern: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: «{{DISPLAYTITLE:Kanton Luzern}} {| class="infobox" style="width:330px; float:right; clear:right; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;" |- ! colspan="2" style="font-size:125%; text-align:center; background:#eeeeee;" | Kanton Luzern |- | '''Amtlicher Name''' | Kanton Luzern |- | '''Kürzel''' | LU |- | '''Hauptort''' | Luzern |- | '''Grösste Gemeinde''' | Luzern |- | '''Region''' | Zentralschweiz |- | '''Beitritt zur Eidgenossenschaft''' | 1332<ref…» |
|||
| Zeile 1'815: | Zeile 1'815: | ||
{{Navigationsleiste Kantone der Schweiz}} | {{Navigationsleiste Kantone der Schweiz}} | ||
[[Kategorie:Kanton der Schweiz]] | [[Kategorie:Kanton der Schweiz|Luzern]] | ||
[[Kategorie:Luzern| ]] | [[Kategorie:Luzern| ]] | ||
[[Kategorie:Zentralschweiz]] | [[Kategorie:Zentralschweiz]] | ||
Aktuelle Version vom 24. Juli 2026, 12:31 Uhr
| Kanton Luzern | |
|---|---|
| Amtlicher Name | Kanton Luzern |
| Kürzel | LU |
| Hauptort | Luzern |
| Grösste Gemeinde | Luzern |
| Region | Zentralschweiz |
| Beitritt zur Eidgenossenschaft | 1332[1] |
| Amtssprache | Deutsch |
| Fläche | 1'493,5 km²[2] |
| Bevölkerung | 441'968 Einwohnerinnen und Einwohner, provisorischer Stand Ende 2025[3] |
| Politische Gemeinden | 79[4] |
| Wahlkreise | 6[5] |
| Legislative | Kantonsrat, 120 Mitglieder[6] |
| Exekutive | Regierungsrat, 5 Mitglieder[7] |
| Höchster Punkt | Brienzer Rothorn, 2349,8 m ü. M.[8] |
| Tiefster Punkt | Reuss bei Root, im Gebiet des früheren Honau, rund 404 m ü. M.[8] |
| Internet | lu.ch |
Der Kanton Luzern ist ein Kanton in der Mitte der Schweiz. Er gehört zur Zentralschweiz und zur Deutschschweiz. Hauptort, grösste Gemeinde und wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum ist die Stadt Luzern.
Der Kanton erstreckt sich vom Vierwaldstättersee und der Agglomeration Luzern über das Seetal, die Seenlandschaften um Sempachersee und Baldeggersee, das Surental, das Wiggertal, das Willisauer Bergland und das Napfgebiet bis in die Voralpen des Entlebuchs. Sein höchster Punkt befindet sich auf dem Brienzer Rothorn an der Grenze zum Kanton Bern, sein tiefster Punkt an der Reuss bei Root.
Luzern grenzt an die Kantone Aargau, Bern, Obwalden, Nidwalden, Schwyz und Zug. Die südöstlichen und östlichen Grenzen verlaufen teilweise durch den Vierwaldstättersee.
Der Kanton besitzt sowohl stark verstädterte Gebiete als auch ländliche und alpine Landschaften. In der Agglomeration Luzern bilden die Stadt sowie Gemeinden wie Emmen, Kriens, Horw, Ebikon, Buchrain und Adligenswil einen zusammenhängenden Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Das Entlebuch, das Napfgebiet und Teile des Luzerner Hinterlands sind dagegen durch Dörfer, Einzelhöfe, Wälder, Moore und landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaften geprägt.
Luzern schloss sich 1332 mit Uri, Schwyz und Unterwalden zusammen und wurde damit der erste Stadtort des frühen eidgenössischen Bündnissystems. Im Spätmittelalter entwickelte sich die Stadt zum Zentrum eines ausgedehnten Stadtstaats. Aus dessen Gebiet entstand während der Mediationszeit der moderne Kanton.
Ende 2025 wies der kantonale Jahresbericht provisorisch 441'968 Einwohnerinnen und Einwohner aus.[3] Die letzte definitive Zahl betrug Ende 2024 insgesamt 437'944 Personen.[9]
Name
Der Name Luzern bezeichnet sowohl den Kanton als auch dessen Hauptort. Zur Unterscheidung werden die Bezeichnungen «Kanton Luzern» und «Stadt Luzern» verwendet.
Auf Französisch heisst der Kanton Lucerne, auf Italienisch und Rätoromanisch Lucerna.
Mittelalterliche lateinische Namensformen waren unter anderem Luciaria, Lucerna und Lucern. Die genaue sprachliche Herkunft ist nicht abschliessend geklärt.
Die häufig anzutreffende Verbindung mit dem lateinischen Wort lucerna für Lampe oder Leuchte ist volksetymologisch. Eine ältere Luzerner Überlieferung erzählt, ein Engel habe mit einem Licht den Platz für die Gründung einer Kirche bezeichnet. Diese Erzählung beeinflusste religiöse und künstlerische Darstellungen, gilt jedoch nicht als wissenschaftlich gesicherte Erklärung des Ortsnamens.
Andere Deutungen gehen von einem älteren Gewässer-, Flur- oder Personennamen aus. Möglich ist auch eine Verbindung mit romanischen Sprachformen aus der Zeit vor der vollständigen Alemannisierung des Gebiets.
Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons werden als Luzernerinnen und Luzerner bezeichnet. Das Adjektiv lautet luzernisch oder in Eigennamen häufig Luzerner, beispielsweise Luzerner Kantonsrat, Luzerner Hinterland und Luzerner Fasnacht.
Wappen und Flagge
Das Wappen des Kantons ist senkrecht in Blau und Weiss geteilt. Aus Sicht der Betrachterin oder des Betrachters befindet sich das blaue Feld links und das weisse Feld rechts.
Diese Anordnung ist in der Kantonsverfassung ausdrücklich festgelegt.[10]
Die traditionelle Fahne ist dagegen waagrecht geteilt:
- oben weiss;
- unten blau.
Der scheinbare Unterschied zwischen Fahne und Wappen geht auf die mittelalterliche Verwendung der Fahne zurück. Wurde die waagrecht geteilte Fahne an einer Lanze befestigt und die Lanze waagrecht getragen, erschien die Teilung senkrecht. Das blaue Feld befand sich dabei vom Betrachter aus links.[11]
Das Wappen ist seit dem 14. Jahrhundert in seiner heutigen Grundform belegt. Die Herkunft der Farben ist nicht eindeutig geklärt.
Als mögliche Erklärungen werden genannt:
- die Farben regionaler Adelsfamilien wie der Herren von Littau oder Eschenbach;
- Blau als traditionelle Farbe der Gottesmutter Maria;
- die bewusste Unterscheidung von den rot-weissen Bannern der benachbarten Waldstätten;
- eine symbolische Verbindung von blauem See und weissen Bergen.
Die romantische Deutung, Blau stehe für den Vierwaldstättersee und Weiss für die verschneiten Alpen, entstand erst lange nach der Einführung der Farben.
Geografie
Lage
Der Kanton Luzern liegt im Übergangsgebiet zwischen dem Schweizer Mittelland, den Voralpen und den nördlichen Alpen.
Seine Fläche beträgt rund 1'493,5 Quadratkilometer.[2] Der Kanton besitzt eine unregelmässige, in Nord-Süd-Richtung langgestreckte Form.
Der Hauptort Luzern liegt am südöstlichen Rand des Kantons. Diese Randlage ist historisch bedingt. Eine territoriale Ausdehnung nach Süden war im Spätmittelalter kaum möglich, weil dort die mit Luzern verbündeten Länder Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden lagen. Die Stadt erweiterte ihr Herrschaftsgebiet deshalb vor allem nach Norden und Westen.
Naturräume
Der Kanton lässt sich in mehrere grosse Landschaftsräume gliedern:
- die Region Luzern mit Stadt und Agglomeration;
- das Rontal und das Gebiet an der Reuss;
- das Seetal;
- die Seenlandschaft um Sursee und Sempach;
- das Surental;
- das Wiggertal;
- das Willisauer Bergland;
- das Napfgebiet;
- das Entlebuch;
- die Luzerner Voralpen.
Das Historische Lexikon der Schweiz unterscheidet vier übergeordnete geografische Regionen:
- die Region Luzern;
- das Entlebuch;
- das Willisauer Bergland;
- das nördliche Luzernbiet.[1]
Region Luzern
Die Region Luzern umfasst die Stadt Luzern und ihre Agglomeration.
Die dichtesten Siedlungsgebiete befinden sich entlang:
- des Vierwaldstättersees;
- der Reuss;
- der Kleinen Emme;
- des Rontals;
- der Verkehrsachsen nach Zug, Zürich und Nidwalden.
Zu den grössten Agglomerationsgemeinden gehören Emmen, Kriens, Horw und Ebikon.
Die Region ist das wichtigste Zentrum für Dienstleistungen, Verwaltung, Tourismus, Bildung, Kultur und Gesundheitsversorgung.
Zwischen den einzelnen Gemeinden bestehen kaum noch unbebaute Trennräume. Siedlungsentwicklung, Verkehr, Landschaftsschutz und Infrastruktur werden deshalb zunehmend regional geplant.
Seetal
Das Seetal erstreckt sich vom Raum Emmen und Eschenbach über Hochdorf bis zum Hallwilersee.
Seinen Namen verdankt es mehreren Seen:
- Baldeggersee;
- Hallwilersee;
- früheren beziehungsweise verlandeten Kleinseen und Feuchtgebieten.
Die Landschaft wird durch Moränenhügel, Landwirtschaftsflächen, Obstbäume, Wälder und Dörfer geprägt.
Hochdorf ist das wirtschaftliche und schulische Zentrum des luzernischen Seetals. Weitere bedeutende Orte sind Eschenbach, Hitzkirch, Hohenrain und Schongau.
Der Baldeggersee liegt vollständig im Kanton Luzern. Der Hallwilersee wird mit dem Kanton Aargau geteilt.
Sempachersee und Sursee
Der Sempachersee liegt nördlich der Agglomeration Luzern.
An seinen Ufern befinden sich unter anderem:
Sursee bildet das wichtigste regionale Zentrum des mittleren und nördlichen Kantonsteils.
Die Umgebung des Sees ist dicht besiedelt und landwirtschaftlich intensiv genutzt. Gleichzeitig besitzt der Sempachersee eine grosse Bedeutung für Erholung, Wassersport, Fischerei und Naturbeobachtung.
Der See war im 20. Jahrhundert stark mit Nährstoffen belastet. Massnahmen in Landwirtschaft, Abwasserreinigung und Gewässerbewirtschaftung verbesserten die Wasserqualität, eine künstliche Belüftung bleibt jedoch von Bedeutung.
Surental und Wiggertal
Das Surental wird von der Suhre durchflossen, die den Sempachersee entwässert und weiter durch den Kanton Aargau zur Aare fliesst.
Bedeutende Orte sind:
- Büron;
- Geuensee;
- Knutwil;
- Triengen;
- Reitnau im angrenzenden Aargau.
Das Wiggertal liegt im Nordwesten des Kantons. Die Wigger fliesst von der Region Willisau über Nebikon, Altishofen, Dagmersellen und Reiden in Richtung Aargau.
Die Täler sind wichtige Verkehrs-, Industrie- und Landwirtschaftsräume. Die Autobahn A2 und die Bahnlinie Luzern–Olten verlaufen teilweise durch diese Regionen.
Willisauer Bergland
Das Willisauer Bergland liegt zwischen Wiggertal, Napfgebiet und Sursee.
Die Landschaft besteht aus Hügelzügen, kleinen Tälern, Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Streusiedlungen.
Willisau ist das historische und wirtschaftliche Zentrum. Die Stadt besitzt eine gut erhaltene Altstadt mit zwei Stadttoren.
Weitere Gemeinden der Region sind unter anderem:
- Menznau;
- Hergiswil bei Willisau;
- Luthern;
- Ufhusen;
- Zell;
- Grossdietwil;
- Fischbach.
Napfgebiet
Der Napf erreicht eine Höhe von 1406 Metern über Meer. Sein Gipfel liegt an der Grenze der Kantone Luzern und Bern.
Das Napfgebiet ist eine stark gegliederte Hügellandschaft mit tief eingeschnittenen Bachtälern, sogenannten Gräben.
Typisch sind:
- ausgedehnte Wälder;
- steile Nagelfluhhänge;
- abgelegene Einzelhöfe;
- Weiden;
- zahlreiche Quellen und Wildbäche.
Die Region ist nur durch kleinere Strassen erschlossen. Eine durchgehende Strassenverbindung über den Napf besteht nicht.
Entlebuch
Das Entlebuch umfasst das Tal der Kleinen Emme und seine Seitentäler.
Zu den Gemeinden gehören:
- Doppleschwand;
- Entlebuch;
- Escholzmatt-Marbach;
- Flühli;
- Hasle;
- Romoos;
- Schüpfheim;
- Werthenstein.
Wolhusen gehört politisch zum Wahlkreis Entlebuch und bildet das östliche Eingangstor der Region.
Das Entlebuch ist durch Voralpen, Moorlandschaften, Karstgebiete, Wälder, Landwirtschaft und Streusiedlungen geprägt.
Seit 2001 ist die Region als UNESCO Biosphäre Entlebuch anerkannt.[12]
Die Biosphäre verbindet Natur- und Landschaftsschutz mit Landwirtschaft, Tourismus, Bildung und regionaler Wirtschaftsentwicklung.
Besonders wertvoll sind die grossflächigen Hoch- und Flachmoore sowie die Karstlandschaften der Schrattenfluh.
Berge
Der höchste Punkt des Kantons ist das Brienzer Rothorn mit 2349,8 Metern über Meer.[8]
Weitere bedeutende Berge und Höhenzüge sind:
- Pilatus;
- Rigi;
- Schrattenfluh;
- Fürstein;
- Schimbrig;
- Napf;
- Hengst;
- Mittaggüpfi;
- Tomlishorn;
- Hohgant;
- Beichlen;
- Niderbauen im weiteren Zentralschweizer Raum.
Das Brienzer Rothorn liegt auf der Grenze der Kantone Luzern, Bern und Obwalden. Von Sörenberg führt eine Luftseilbahn auf den Gipfelbereich.
Der Pilatus ist das bekannteste Bergmassiv bei der Stadt Luzern. Teile des Massivs gehören zu Luzern, Nidwalden und Obwalden.
Die Rigi liegt überwiegend in den Kantonen Schwyz und Luzern. Die Luzerner Gemeinden Weggis, Vitznau und Greppen befinden sich an ihren südwestlichen Hängen.
Seen
Zu den wichtigsten Seen gehören:
- Vierwaldstättersee;
- Sempachersee;
- Baldeggersee;
- Hallwilersee;
- Rotsee;
- Mauensee;
- Soppensee.
Der Kanton besitzt zudem zahlreiche kleine Weiher, ehemalige Torfstiche, Moorgewässer und Stauseen.
Der Vierwaldstättersee wird von den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden geteilt. Die Stadt Luzern liegt am Ausfluss der Reuss aus dem See.
Der Rotsee ist ein schmaler See zwischen der Stadt Luzern und Ebikon. Wegen seiner meist ruhigen Wasseroberfläche ist er international als Regattastrecke für den Rudersport bekannt.
Der Mauensee liegt westlich von Sursee. Auf einer Insel befindet sich Schloss Mauensee.
Flüsse
Die wichtigsten Flüsse sind:
- Reuss;
- Kleine Emme;
- Wigger;
- Suhre;
- Wyna;
- Ron;
- Seetal-Aa;
- Luthern;
- Rot;
- Ilfis im oberen Einzugsgebiet.
Die Reuss verlässt den Vierwaldstättersee in der Stadt Luzern. Sie durchfliesst die Stadt, nimmt bei Emmenbrücke die Kleine Emme auf und führt weiter durch das Rontal in Richtung Zug und Aargau.
Die Kleine Emme entspringt im Gebiet des Brienzer Rothorns und der Schrattenfluh. Sie durchquert das Entlebuch und mündet bei Emmenbrücke in die Reuss.
Hochwasser der Kleinen Emme und ihrer Zuflüsse verursachten wiederholt schwere Schäden. Besonders bedeutend waren die Ereignisse von 2005.
Klima
Das Klima reicht von milden Seeuferlagen bis zu niederschlagsreichen Voralpengebieten.
Am Vierwaldstättersee herrscht ein vergleichsweise mildes Klima. Die geschützten Hänge bei Weggis und Vitznau ermöglichen den Anbau von Wein, Feigen, Edelkastanien und weiteren wärmeliebenden Pflanzen.
Im Mittelland treten häufig Nebel- und Hochnebellagen auf.
Das Entlebuch und die Luzerner Voralpen gehören zu den niederschlagsreicheren Regionen der Schweiz.
Der Föhn beeinflusst besonders die Gebiete am Vierwaldstättersee und am Fuss des Pilatus.
Der Klimawandel führt zu:
- höheren Durchschnittstemperaturen;
- häufigeren Hitzetagen;
- längeren Trockenperioden;
- intensiveren Starkniederschlägen;
- kürzeren Schneeperioden;
- Veränderungen in Wald- und Landwirtschaft;
- erhöhten Risiken durch Hochwasser und Rutschungen.
Administrative Gliederung
Der Kanton besteht aus 79 Einwohnergemeinden.[4]
Seit 2013 bilden sechs Wahlkreise die Grundlage für die Wahl des Kantonsrates:
| Wahlkreis | Bedeutende Gemeinden und Orte | Charakter |
|---|---|---|
| Wahlkreis Luzern-Stadt | Luzern | Städtisches Zentrum und Hauptort |
| Wahlkreis Luzern-Land | Emmen, Kriens, Horw, Ebikon, Meggen, Root, Weggis | Agglomeration Luzern, Rontal und Vierwaldstättersee |
| Wahlkreis Hochdorf | Hochdorf, Hitzkirch, Beromünster, Eschenbach | Seetal, oberes Wynental und Michelsamt |
| Wahlkreis Sursee | Sursee, Sempach, Neuenkirch, Nottwil, Triengen | Sempachersee, Surental und mittleres Luzernbiet |
| Wahlkreis Willisau | Willisau, Dagmersellen, Reiden, Schötz, Zell | Wiggertal, Willisauer Bergland und Luzerner Hinterland |
| Wahlkreis Entlebuch | Schüpfheim, Entlebuch, Escholzmatt-Marbach, Flühli, Wolhusen | Entlebuch, Napfgebiet und Voralpen |
Die Wahlkreise besitzen keine eigenen Parlamente oder Regierungen. Sie dienen hauptsächlich der Wahl des Kantonsrates und verschiedenen statistischen Auswertungen.
Bis 2012 wurden die historischen Bezeichnungen Ämter verwendet. Die fünf Ämter waren:
- Luzern;
- Hochdorf;
- Sursee;
- Willisau;
- Entlebuch.
Die Stadt Luzern bildete später einen eigenen Wahlkreis, während das frühere Amt Luzern in Luzern-Stadt und Luzern-Land aufgeteilt wurde.
Gemeinden
Die Einwohnergemeinden sind öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaften mit eigenen Behörden und Aufgaben.
Die Kantonsverfassung gewährleistet ihnen im Rahmen des kantonalen Rechts Autonomie.[10]
Zu den kommunalen Aufgaben gehören:
- Orts- und Nutzungsplanung;
- Volksschule;
- Gemeindestrassen;
- Wasser- und Energieversorgung;
- Abwasser- und Abfallentsorgung;
- Feuerwehr;
- Sozialhilfe;
- Einwohnerkontrolle;
- Kultur- und Sportangebote;
- kommunale Finanzen und Steuern.
Die meisten Gemeinden besitzen eine Gemeindeversammlung. Grössere Gemeinden verfügen über ein Gemeindeparlament.
Gemeindeparlamente bestehen unter anderem in:
- Luzern;
- Emmen;
- Kriens;
- Horw;
- Ebikon;
- Sursee;
- Hochdorf.
Die grösste Gemeinde ist die Stadt Luzern. Weitere bevölkerungsreiche Gemeinden sind Emmen, Kriens, Horw und Ebikon.
Gemeindefusionen
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts besass der Kanton noch 107 Gemeinden.
Seit 2004 fanden zahlreiche freiwillige Zusammenschlüsse statt. Zu den bedeutenden Fusionen gehören:
- Willisau-Stadt und Willisau-Land;
- Luzern und Littau;
- Escholzmatt und Marbach;
- mehrere Gemeinden zur heutigen Gemeinde Hitzkirch;
- Beromünster mit Gunzwil, Neudorf und Schwarzenbach;
- Reiden mit Langnau bei Reiden und Richenthal;
- Dagmersellen mit Uffikon und Buchs;
- Willisau und Gettnau;
- Root und Honau.
Honau wurde am 1. Januar 2025 mit Root vereinigt. Seither besitzt der Kanton 79 Gemeinden.[13]
Die Stimmberechtigten von Greppen und Weggis beschlossen 2026 ebenfalls einen Zusammenschluss. Die Fusion ist auf den 1. Januar 2027 vorgesehen; dadurch wird die Zahl der Gemeinden auf 78 sinken.[14]
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Das Gebiet des heutigen Kantons ist seit der Altsteinzeit von Menschen aufgesucht worden.
Während der Jungsteinzeit entstanden Siedlungen an Seen, Mooren und Flussläufen.
Bedeutende Fundgebiete befinden sich:
- im Wauwilermoos;
- am Sempachersee;
- am Baldeggersee;
- im Seetal;
- am Vierwaldstättersee;
- im Surental.
Die jungsteinzeitliche Siedlung Egolzwil 3 im Wauwilermoos gehört zu den bedeutendsten frühen bäuerlichen Siedlungen der Schweiz.
Während der Bronze- und Eisenzeit bestanden Dörfer, Befestigungen und Handelswege. Funde belegen Kontakte zum Mittelland, zum Alpenraum und zu den Gebieten nördlich des Rheins.
Römische Zeit
Nach der römischen Eroberung wurde das Gebiet Teil des Römischen Reiches.
Römische Gutshöfe und Siedlungen bestanden unter anderem bei:
- Sursee;
- Schötz;
- Triengen;
- Büron;
- Aesch;
- Hitzkirch;
- Kriens;
- Ebikon.
Sursee lag an einer wichtigen Strassenverbindung zwischen Vindonissa, dem schweizerischen Mittelland und den Alpenübergängen.
Landwirtschaftliche Gutshöfe versorgten regionale Märkte und militärische Einrichtungen.
Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen in der Region nieder.
Klöster und frühe Herrschaften
Im Frühmittelalter besassen Klöster und Adelsfamilien umfangreiche Rechte.
Wichtige kirchliche Grundherren waren:
- das Kloster Murbach;
- das Kloster im Hof in Luzern;
- das Chorherrenstift Beromünster;
- das Kloster St. Urban;
- das Kloster Engelberg;
- das Kloster Muri.
Das Benediktinerkloster im Hof bildete einen wichtigen Ausgangspunkt für die Entwicklung der Stadt Luzern.
Im Jahr 1178 wurde die Pfarrorganisation zwischen dem Kloster und der sich entwickelnden städtischen Siedlung neu geregelt. Dieses Jahr gilt traditionell als wichtiges Datum der Stadtentstehung.[15]
Habsburgische Herrschaft
Im 13. Jahrhundert gelangten bedeutende Rechte in Luzern und im Umland an das Haus Habsburg.
Die Habsburger förderten Städte und Märkte, um ihre Herrschaft und Verkehrswege zu sichern.
Zu den habsburgischen Städten und Herrschaftszentren gehörten:
- Luzern;
- Sursee;
- Sempach;
- Rothenburg;
- Willisau;
- Wolhusen.
Die Stadt Luzern entwickelte zunehmend eigene politische Institutionen und versuchte, ihre Selbstständigkeit gegenüber der habsburgischen Herrschaft auszubauen.
Bündnis von 1332
Am 7. November 1332 schloss Luzern ein Bündnis mit Uri, Schwyz und Unterwalden.
Das Bündnis war zunächst nicht zwingend als endgültiger Bruch mit Habsburg gedacht. Luzern behielt sich ausdrücklich bestehende Verpflichtungen gegenüber Österreich vor.[1]
In den folgenden Jahrzehnten beteiligte sich die Stadt jedoch zunehmend an der Politik und den Kriegen der eidgenössischen Orte.
Luzern wurde zum ersten Stadtort im Bündnis der Waldstätten und stellte eine wichtige Verbindung zwischen den ländlichen Orten und dem schweizerischen Mittelland her.
Schlacht bei Sempach
Die Auseinandersetzungen zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern führten 1386 zur Schlacht bei Sempach.
Am 9. Juli 1386 besiegten eidgenössische Truppen ein habsburgisches Heer unter Herzog Leopold III.
Die Schlacht stärkte die Position Luzerns und der Eidgenossenschaft erheblich.
Mit dem Ereignis ist die Legende von Arnold von Winkelried verbunden. Nach der späteren Überlieferung soll Winkelried mehrere gegnerische Lanzen an sich gezogen und damit eine Lücke in der habsburgischen Formation geschaffen haben. Zeitgenössische Quellen erwähnen diese Tat nicht.
Die Schlacht wird bis heute bei der Sempacher Gedenkfeier und in der Schlachtkapelle Sempach erinnert.
Aufbau des Luzerner Stadtstaats
Ab 1380 begann Luzern mit einer systematischen territorialen Expansion.
Als erstes grösseres Gebiet wurde das Amt Weggis erworben. Zwischen 1386 und 1415 folgte der bedeutendste Ausbau des Herrschaftsgebiets.[1]
Unter Luzerner Herrschaft kamen unter anderem:
- Entlebuch;
- Rothenburg;
- Sempach;
- Sursee;
- Willisau;
- Wolhusen;
- Ruswil;
- das Michelsamt;
- Teile des Seetals;
- das Wiggertal.
Um 1480 war das spätere Kantonsgebiet weitgehend entstanden.
Die Stadt teilte die Landschaft in Ämter und Landvogteien ein. Landvögte vertraten die städtische Obrigkeit, leiteten Gerichte, zogen Abgaben ein und überwachten die Gemeinden.
Die ländliche Bevölkerung besass lokale Rechte und Gemeindeorganisationen, war politisch aber nicht mit der städtischen Bürgerschaft gleichgestellt.
Alte Eidgenossenschaft
Luzern nahm innerhalb der Alten Eidgenossenschaft eine wichtige Vermittlerrolle ein.
Wegen seiner zentralen Lage war die Stadt häufig Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzung.
Luzerner Truppen beteiligten sich an:
- Burgunderkriegen;
- Schwabenkrieg;
- italienischen Feldzügen;
- Verwaltung gemeineidgenössischer Herrschaften.
Der fremde Kriegsdienst wurde für zahlreiche Luzerner Familien wirtschaftlich bedeutend. Offiziere und Politiker pflegten enge Beziehungen zu Frankreich, Spanien, Savoyen und dem Papsttum.
Reformation und katholischer Vorort
Luzern blieb während der Reformation katholisch.
Nach den Kappelerkriegen entwickelte sich die Stadt zum politischen Vorort der katholischen eidgenössischen Orte.[1]
Gemeinsam mit Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug bildete Luzern die Gruppe der sogenannten Fünf Orte.
Die katholische Reform wurde durch den Rat, den Klerus und neue Ordensgemeinschaften gefördert.
1574 berief die Luzerner Regierung die Jesuiten. Sie gründeten eine höhere Schule, aus der sich langfristig die theologischen und universitären Bildungsinstitutionen der Stadt entwickelten.[16]
Die Jesuitenkirche Luzern wurde im 17. Jahrhundert errichtet und gehört zu den bedeutendsten barocken Kirchen der Schweiz.
Patriziat und ländlicher Widerstand
In der frühen Neuzeit konzentrierte sich die politische Macht zunehmend auf eine kleine Gruppe städtischer Patrizierfamilien.
Familien wie Pfyffer, Amrhyn, Balthasar, Schumacher und Meyer besetzten wichtige Ämter und Offiziersstellen.
Auf der Landschaft kam es wiederholt zu Konflikten mit der städtischen Obrigkeit.
Zu den bedeutenden Unruhen gehörten:
- Zwiebelnkrieg nach 1513;
- Rothenburger Aufstand von 1569 und 1570;
- Entlebucher Unruhen im frühen 17. Jahrhundert;
- Schweizer Bauernkrieg von 1653.
Schweizer Bauernkrieg
Der Schweizer Bauernkrieg von 1653 begann wesentlich im Entlebuch.
Ursachen waren:
- wirtschaftliche Belastungen nach dem Dreissigjährigen Krieg;
- Geldentwertung;
- hohe Abgaben;
- Schulden;
- politische Benachteiligung der Landbevölkerung;
- Einschränkung traditioneller Rechte.
Bauern aus Luzern, Bern, Solothurn und Basel schlossen sich zusammen.
Nach anfänglichen Verhandlungen wurde der Aufstand militärisch niedergeschlagen. Mehrere Anführer wurden hingerichtet, darunter der Entlebucher Bauernführer Hans Emmenegger.
Der Bauernkrieg blieb ein wichtiger Bestandteil der politischen Erinnerung im Entlebuch.
Villmergerkriege
Luzern beteiligte sich auf katholischer Seite am Ersten und Zweiten Villmergerkrieg.
Nach der Niederlage der katholischen Orte im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 verlor Luzern einen Teil seines politischen Einflusses innerhalb der Eidgenossenschaft.
Die reformierten Kantone Zürich und Bern erhielten ein stärkeres Gewicht bei der Verwaltung gemeinsamer Herrschaften.
Aufklärung und Reformen
Im 18. Jahrhundert entstanden innerhalb des Patriziats aufklärerische Reformbewegungen.
Reformer beschäftigten sich mit:
- Bildung;
- Landwirtschaft;
- Armenwesen;
- Verwaltung;
- Wirtschaft;
- kirchlicher Organisation.
Gleichzeitig blieb die politische Ordnung stark von städtischen Familien und dem katholischen Staatskirchentum geprägt.
Die Landbevölkerung besass weiterhin keine gleichberechtigte kantonale Vertretung.
Helvetische Republik
Im Januar 1798 verzichtete die Luzerner Führung angesichts der revolutionären Entwicklung auf ihre Herrschaftsrechte über die Landschaft.
Nach dem französischen Einmarsch wurde Luzern Teil der zentralistischen Helvetischen Republik.
Die früheren Ämter wurden zu Verwaltungsbezirken. Stadt und Land erhielten formal gleiche politische Rechte.
Luzern war von September 1798 bis Mai 1799 Sitz der helvetischen Zentralbehörden.
Die neue Ordnung stiess besonders wegen ihrer Kirchenpolitik, der französischen Besatzung, Steuern und Einquartierungen auf Widerstand.
Lokale Erhebungen wie der Röthlerkrieg und der Ruswiler Krieg wurden niedergeschlagen.
Mediationszeit
Die Mediationsakte von 1803 stellte Luzern als selbstständigen Kanton wieder her.
Luzern wurde einer der sechs Direktorialkantone beziehungsweise Vororte der Mediationsschweiz.
Das Kantonsgebiet wurde neu geordnet:
- Das Amt Hitzkirch kam zu Luzern.
- Das Amt Merenschwand wurde dem neuen Kanton Aargau zugeteilt.
Die kantonale Verfassung stärkte die Landschaft gegenüber der Stadt, beschränkte die politischen Rechte aber durch Vermögens- und Altersanforderungen.
Restauration
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde 1814 eine konservative Verfassung eingeführt.
Die Stadt erhielt erneut ein politisches Übergewicht.
Der Staat trug zeitweise die Bezeichnung Stadt und Republik Luzern.
Die politische Ordnung blieb von konservativen, patrizischen und kirchlichen Kräften geprägt.
Liberale Revolution von 1830 und 1831
Unter dem Einfluss der europäischen Julirevolution verlangte die Landbevölkerung eine demokratischere Verfassung.
Eine grosse Versammlung in Sursee unterstützte die Forderung nach politischer Gleichstellung.
Die Verfassung von 1831 beseitigte die Vorherrschaft der Stadt und führte eine repräsentative Ordnung mit Gewaltenteilung ein.
Der Staat trug seither dauerhaft die Bezeichnung Kanton Luzern.
Konservative Wende
In den 1830er- und 1840er-Jahren verschärfte sich der Konflikt zwischen Liberalen und katholischen Konservativen.
Die konservative Bewegung erhielt besonders auf der Landschaft starken Rückhalt.
1841 führte eine Verfassungsrevision zu einer konservativen Mehrheit. Bedeutende Politiker waren unter anderem Josef Leu von Ebersol und Constantin Siegwart-Müller.
1844 berief die Regierung die Jesuiten zur Leitung der höheren Schule nach Luzern zurück.
Dieser Entscheid löste schweizweit heftige Reaktionen aus.
Freischarenzüge
Liberale Freiwillige versuchten 1844 und 1845, die konservative Luzerner Regierung gewaltsam zu stürzen.
Die sogenannten Freischarenzüge scheiterten.
Beim zweiten Zug kam es zu Kämpfen, zahlreichen Toten und Gefangenen.
Die Angriffe verstärkten die politische Polarisierung und förderten den Zusammenschluss der katholisch-konservativen Kantone.
Sonderbund
Luzern schloss 1845 mit Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug, Freiburg und Wallis den Sonderbund.
Das Bündnis sollte die kantonale Souveränität und die Stellung der katholischen Kirche schützen.
Die eidgenössische Tagsatzung erklärte den Sonderbund 1847 für unvereinbar mit dem Bundesvertrag.
Im Sonderbundskrieg besetzten eidgenössische Truppen unter General Guillaume Henri Dufour den Kanton.
Entscheidende Kämpfe fanden im November 1847 bei Gisikon, Meierskappel und im Raum Luzern statt.
Nach der Niederlage wurde die konservative Regierung abgesetzt.[17]
Bundesstaat von 1848
Luzern wurde 1848 Teil des neuen schweizerischen Bundesstaates.
Der Kanton stimmte der Bundesverfassung unter besonderen Bedingungen zu: Nicht abgegebene Stimmen wurden nach der damaligen Regelung als Zustimmung gezählt.
Liberale Kräfte dominierten zunächst die Politik. Seit den 1870er-Jahren gewannen die katholischen Konservativen wieder die Mehrheit.
Diese politische Richtung prägte den Kanton während eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts.
Industrialisierung
Die Industrialisierung begann später als in den stärker textil- und exportorientierten Kantonen der Ostschweiz.
Frühe Industriezweige waren:
- Textilproduktion;
- Papierherstellung;
- Mühlen;
- Metallverarbeitung;
- Nahrungsmittelindustrie;
- Maschinenbau.
Wichtige Industriegebiete entstanden in:
- Luzern;
- Kriens;
- Emmenbrücke;
- Littau;
- Ebikon;
- Sursee;
- Hochdorf;
- Reiden.
Der Ausbau der Eisenbahn förderte Handel, Tourismus und Industrie.
1856 wurde die Bahnverbindung Olten–Luzern eröffnet. Später folgten Linien nach Zug, Zürich, Bern, Wolhusen, Langnau, Brünig und Gotthard.
Tourismus im 19. Jahrhundert
Die Stadt Luzern und die Landschaft am Vierwaldstättersee wurden im 19. Jahrhundert zu bedeutenden Zielen des internationalen Tourismus.
Dampfschiffe, Eisenbahnen und Bergbahnen erleichterten die Anreise.
Luxushotels entstanden:
- in Luzern;
- in Weggis;
- in Vitznau;
- auf der Rigi;
- am Pilatus.
1871 wurde die erste Zahnradbahn Europas von Vitznau auf die Rigi eröffnet.
1889 nahm die Pilatusbahn ihren Betrieb auf.
Der Tourismus veränderte Wirtschaft, Architektur und Gesellschaft der Seeorte nachhaltig.
20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert wuchsen die Stadt Luzern und ihre Vororte stark.
Emmen, Kriens, Horw und Ebikon entwickelten sich von ländlichen Gemeinden zu städtischen Agglomerationszentren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Wohnquartiere, Industriegebiete, Strassen und öffentliche Einrichtungen.
Der Bau der Autobahnen A2 und A14 verstärkte den Pendelverkehr und die wirtschaftliche Verflechtung mit Zug, Zürich, Basel und dem Tessin.
Die Landwirtschaft verlor Arbeitskräfte, blieb aber besonders im nördlichen Kantonsteil und im Entlebuch landschaftsprägend.
Frauenstimmrecht
Das Frauenstimm- und -wahlrecht wurde auf kantonaler Ebene 1970 eingeführt.
Seitdem können Frauen an kantonalen und kommunalen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen und politische Ämter übernehmen.
Neue Kantonsverfassung
Die heute geltende Kantonsverfassung wurde am 17. Juni 2007 angenommen und trat am 1. Januar 2008 in Kraft.[18]
Sie ersetzte die Verfassung von 1875.
Die neue Verfassung modernisierte:
- Grundrechte;
- Gewaltenteilung;
- Aufgaben von Kanton und Gemeinden;
- Finanzordnung;
- politische Organisation;
- Zusammenarbeit mit anderen Kantonen.
Bevölkerung
Die definitive ständige Wohnbevölkerung betrug Ende 2024 insgesamt 437'944 Personen.[9]
Davon waren:
- 343'673 Schweizer Staatsangehörige;
- 94'271 ausländische Staatsangehörige.
Der Ausländeranteil betrug 21,5 Prozent.[9]
Für Ende 2025 weist der kantonale Jahresbericht provisorisch 441'968 Einwohnerinnen und Einwohner aus.[3]
Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf:
- Stadt und Agglomeration Luzern;
- Rontal;
- Region Sursee;
- Seetal;
- Wiggertal.
Dünner besiedelt sind das Napfgebiet, das Entlebuch und Teile des Luzerner Hinterlands.
Die grössten Gemeinden sind:
- Luzern;
- Emmen;
- Kriens;
- Horw;
- Ebikon;
- Sursee.
Das Bevölkerungswachstum wird hauptsächlich durch Zuwanderung getragen. Besonders stark wachsen die Agglomeration Luzern, das Rontal und die verkehrsgünstigen Gemeinden entlang der Bahn- und Autobahnachsen.
Sprachen
Die Amtssprache ist Deutsch.[10]
In Verwaltung, Schulen, Gerichten und schriftlichen Medien wird Schweizer Hochdeutsch verwendet.
Im Alltag spricht der grösste Teil der Bevölkerung luzernische beziehungsweise zentralschweizerische Dialekte.
Die Dialekte unterscheiden sich regional.
Typische Dialekträume sind:
- Stadt Luzern und Agglomeration;
- Entlebuch;
- Seetal;
- Surental;
- Willisauer Hinterland;
- Rigi- und Seegebiet.
Zwischen Stadt und Land bestehen teilweise deutliche Unterschiede bei Aussprache und Wortschatz.
Beispielsweise werden Butter und Milch je nach Region als Botter und Melch oder als Anke und Möuch bezeichnet.[19]
Durch Zuwanderung sind unter anderem folgende Sprachen verbreitet:
- Italienisch;
- Portugiesisch;
- Albanisch;
- Englisch;
- Spanisch;
- Serbisch;
- Kroatisch;
- Türkisch;
- Arabisch.
Religion
Luzern ist historisch stark römisch-katholisch geprägt.
Die Stadt war seit der Reformation das wichtigste politische, kirchliche und kulturelle Zentrum des katholischen Teils der Eidgenossenschaft.
Zu den bedeutenden katholischen Einrichtungen gehören:
- Hofkirche St. Leodegar;
- Jesuitenkirche Luzern;
- Stift Beromünster;
- Kloster St. Urban;
- Kloster Eschenbach;
- Wallfahrtskirche Werthenstein;
- zahlreiche Klöster, Kapellen und Wallfahrtsorte.
Seit dem 19. Jahrhundert entstanden evangelisch-reformierte Kirchgemeinden, besonders in der Stadt und den Industrieorten.
Die religiöse Zusammensetzung wurde durch Zuwanderung und gesellschaftlichen Wandel vielfältiger.
Heute bestehen:
- römisch-katholische Kirchgemeinden;
- evangelisch-reformierte Kirchgemeinden;
- christkatholische Gemeinschaften;
- orthodoxe Kirchen;
- muslimische Gemeinschaften;
- Freikirchen;
- hinduistische und buddhistische Gruppen;
- jüdische Einrichtungen;
- eine wachsende konfessionslose Bevölkerung.
Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Landeskirche sind öffentlich-rechtlich anerkannt.
Politik
Kantonsverfassung
Die geltende Verfassung stammt vom 17. Juni 2007 und ist seit dem 1. Januar 2008 in Kraft.[18]
Sie bezeichnet Luzern als freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat.
Die Verfassung regelt:
- Grundrechte;
- politische Rechte;
- Kantonsrat;
- Regierungsrat;
- Gerichte;
- Gemeinden;
- öffentliche Aufgaben;
- Finanzen;
- Zusammenarbeit mit Bund und Kantonen.
Hauptort ist ausdrücklich die Stadt Luzern. Amtssprache ist Deutsch.
Direkte Demokratie
Die Stimmberechtigten verfügen über weitreichende direktdemokratische Rechte.
Zu den politischen Instrumenten gehören:
- Verfassungsinitiative;
- Gesetzesinitiative;
- obligatorisches Referendum;
- fakultatives Referendum;
- Finanzreferendum;
- Volksabstimmungen.
Verfassungsänderungen müssen zwingend dem Volk vorgelegt werden.
Gegen Gesetze und bestimmte Beschlüsse des Kantonsrates kann innerhalb der gesetzlichen Frist das Referendum ergriffen werden.
Auch auf Gemeindeebene bestehen Initiativen, Referenden, Gemeindeversammlungen und Urnenabstimmungen.
Kantonsrat
Der Kantonsrat ist die gesetzgebende Behörde.
Er besteht aus 120 Mitgliedern, die für vier Jahre nach dem Verhältniswahlverfahren gewählt werden.[6]
Die Sitze werden auf die sechs Wahlkreise verteilt.
Der Kantonsrat:
- erlässt Gesetze;
- behandelt Verfassungsänderungen;
- genehmigt Budget und Staatsrechnung;
- bewilligt bedeutende Ausgaben;
- genehmigt Konkordate und Staatsverträge;
- kontrolliert Regierung und Verwaltung;
- übt die Oberaufsicht über das Kantonsgericht aus;
- behandelt parlamentarische Vorstösse.
Die Sitzungen finden im Regierungsgebäude in der Stadt Luzern statt und sind grundsätzlich öffentlich.
Regierungsrat
Der Regierungsrat ist die oberste leitende und vollziehende Behörde.
Er besteht aus fünf Mitgliedern, die für vier Jahre nach dem Mehrheitswahlverfahren gewählt werden.[7]
Jedes Mitglied leitet eines der fünf Departemente:
- Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement;
- Bildungs- und Kulturdepartement;
- Finanzdepartement;
- Gesundheits- und Sozialdepartement;
- Justiz- und Sicherheitsdepartement.
Der Regierungsrat:
- vollzieht Gesetze;
- leitet die kantonale Verwaltung;
- bereitet Vorlagen für den Kantonsrat vor;
- erstellt Budget und Finanzplanung;
- vertritt den Kanton nach aussen;
- koordiniert die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bund und anderen Kantonen.
Das Regierungspräsidium wechselt jährlich.
Gerichte
Die oberste kantonale Gerichtsbehörde ist das Kantonsgericht Luzern.
Es entstand 2013 aus der Zusammenführung des bisherigen Obergerichts und des Verwaltungsgerichts.
Daneben bestehen:
- Bezirksgerichte;
- Kriminalgericht;
- Arbeitsgerichte;
- Jugendgericht;
- Zwangsmassnahmengericht;
- Schlichtungsbehörden;
- Staatsanwaltschaft.
Die Gerichtsorganisation ist vom Regierungsrat und vom Kantonsrat institutionell getrennt.
Vertretung im Bund
Luzern besitzt zwei Sitze im Ständerat.
Die Zahl seiner Sitze im Nationalrat richtet sich nach der Bevölkerungszahl.
Als bevölkerungsreicher Kanton stellt Luzern eine der grösseren kantonalen Delegationen in der Bundesversammlung.
Wirtschaft
Der Kanton besitzt eine vielfältige Wirtschaftsstruktur.
Wichtige Bereiche sind:
- Dienstleistungen;
- Industrie;
- Tourismus;
- Gesundheitswesen;
- Bildung;
- Bauwirtschaft;
- Handel;
- Verkehr;
- Landwirtschaft;
- Energie.
Die Stadt und Agglomeration Luzern bilden das grösste Arbeitsplatzzentrum.
Weitere regionale Wirtschaftsräume sind:
- Sursee;
- Hochdorf;
- Willisau;
- Reiden und Dagmersellen;
- Wolhusen und Schüpfheim;
- Rontal.
Industrie
Bedeutende industrielle Branchen sind:
- Maschinenbau;
- Aufzugs- und Fördertechnik;
- Nahrungsmittelindustrie;
- Elektrotechnik;
- Automatisierung;
- Medizintechnik;
- Metallverarbeitung;
- Holz- und Papierindustrie;
- Kunststoffverarbeitung.
Zu den bekannten Unternehmen mit bedeutenden Standorten im Kanton gehören:
- Schindler in Ebikon;
- Emmi in Luzern;
- Komax in Dierikon;
- B. Braun in Sempach;
- Galliker in Altishofen;
- CKW in Luzern;
- Luzerner Kantonalbank.
Kleine und mittlere Unternehmen stellen einen grossen Teil der Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Dienstleistungen
Der Dienstleistungssektor ist der grösste Wirtschaftsbereich.
Bedeutend sind:
- öffentliche Verwaltung;
- Gesundheitswesen;
- Bildung;
- Handel;
- Banken und Versicherungen;
- Beratung;
- Informatik;
- Hotellerie und Gastronomie;
- Verkehr;
- Kultur und Veranstaltungen.
Die Stadt Luzern besitzt eine wichtige Funktion als regionales Verwaltungs-, Einkaufs-, Kongress- und Kulturzentrum.
Landwirtschaft
Luzern gehört zu den bedeutendsten Landwirtschaftskantonen der Schweiz.
Die Landwirtschaft ist besonders im nördlichen und westlichen Kantonsgebiet verbreitet.
Wichtige Produktionsbereiche sind:
- Milchviehhaltung;
- Rinderzucht;
- Schweinehaltung;
- Geflügelhaltung;
- Futterbau;
- Getreide;
- Obstbau;
- Gemüsebau;
- Alpwirtschaft.
Im Entlebuch und Napfgebiet dominieren Milch- und Viehwirtschaft.
Das Seetal ist unter anderem für Obstbau bekannt.
Die intensive Tierhaltung führt zu Herausforderungen bei Nährstoffüberschüssen, Ammoniakemissionen, Gewässerschutz und Biodiversität.
Tourismus
Der Tourismus konzentriert sich vor allem auf:
- Stadt Luzern;
- Vierwaldstättersee;
- Weggis;
- Vitznau;
- Rigi;
- Pilatus;
- Sörenberg;
- Entlebuch.
Die Stadt Luzern gehört zu den international bekanntesten Schweizer Reisezielen.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:
- Kapellbrücke;
- Wasserturm;
- Löwendenkmal;
- Altstadt;
- Museggmauer;
- KKL Luzern;
- Verkehrshaus der Schweiz;
- Vierwaldstättersee.
Sörenberg ist das bedeutendste Wintersportgebiet des Kantons. Es liegt in der UNESCO Biosphäre Entlebuch und ist durch Bergbahnen mit dem Brienzer Rothorn verbunden.
Verkehr
Luzern ist ein wichtiger Verkehrsknoten im Zentrum der Schweiz.
Eisenbahn
Der Bahnhof Luzern ist der wichtigste Bahnhof des Kantons.
Direkte Bahnverbindungen führen unter anderem nach:
- Zürich;
- Zug;
- Basel;
- Olten;
- Bern;
- Langnau im Emmental;
- Interlaken;
- Engelberg;
- St. Gallen;
- Arth-Goldau;
- Tessin.
Die S-Bahn Luzern erschliesst die Agglomeration und die Regionen des Kantons.
Bedeutende regionale Bahnstrecken sind:
- Luzern–Sursee–Olten;
- Luzern–Hochdorf–Lenzburg;
- Luzern–Wolhusen–Langnau;
- Wolhusen–Willisau–Langenthal;
- Luzern–Küssnacht–Arth-Goldau;
- Luzern–Stans–Engelberg;
- Luzern–Brünig–Interlaken.
Die Zentralbahn betreibt die schmalspurigen Strecken nach Engelberg und Interlaken.
Strassen
Die wichtigsten Autobahnen sind:
Die A2 verbindet Luzern mit Basel, Olten, Nidwalden, Uri, dem Gotthard und dem Tessin.
Die A14 führt von Luzern über das Rontal nach Zug und Zürich.
Der Autobahnabschnitt im Raum Luzern ist stark belastet. Der Ausbau und die Umgestaltung des Gesamtsystems Bypass Luzern gehören zu den grössten Verkehrsprojekten der Region.
Weitere wichtige Strassen führen:
- ins Entlebuch und nach Bern;
- über den Brünigpass;
- entlang des Vierwaldstättersees;
- ins Seetal;
- durch das Suren- und Wiggertal.
Öffentlicher Nahverkehr
Der Verkehrsverbund Luzern plant und bestellt den regionalen öffentlichen Verkehr.
Die Verkehrsbetriebe Luzern betreiben:
- Trolleybuslinien;
- Stadtbusse;
- Agglomerationsbusse.
Weitere Busunternehmen erschliessen Sursee, Willisau, Hochdorf, das Entlebuch und ländliche Gemeinden.
Schifffahrt
Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees betreibt Kursschiffe und Ausflugsschiffe.
Luzerner Anlegestellen befinden sich unter anderem in:
- Luzern;
- Verkehrshaus-Lido;
- Hertenstein;
- Weggis;
- Vitznau.
Historische Raddampfer gehören zu den touristischen Wahrzeichen des Sees.
Bergbahnen
Zu den bekannten Bergbahnen gehören:
- Vitznau-Rigi-Bahn;
- Luftseilbahn Weggis–Rigi Kaltbad;
- Pilatusbahn;
- Luftseilbahn Kriens–Fräkmüntegg–Pilatus;
- Luftseilbahn Sörenberg–Brienzer Rothorn;
- Bergbahnen Sörenberg.
Die 1871 eröffnete Vitznau-Rigi-Bahn war die erste Zahnradbahn Europas.
Die Pilatusbahn gilt wegen ihrer maximalen Steigung von 48 Prozent als steilste Zahnradbahn der Welt.
Flugverkehr
Der Kanton besitzt keinen grossen internationalen Flughafen.
Der Militärflugplatz Emmen wird von der Schweizer Luftwaffe und teilweise von der Industrie genutzt.
Für internationale Linienflüge werden vor allem die Flughäfen Zürich, Basel-Mulhouse und Genf genutzt.
Bildung und Forschung
Volksschule
Die Volksschule umfasst:
- Kindergarten;
- Primarschule;
- Sekundarstufe I.
Die Gemeinden führen die Schulen, während der Kanton gesetzliche Grundlagen, Lehrpläne und Qualitätsstandards festlegt.
Berufsbildung
Die duale Berufsbildung verbindet praktische Ausbildung im Betrieb mit Unterricht an einer Berufsfachschule.
Wichtige Berufsbildungszentren befinden sich unter anderem in:
- Luzern;
- Emmen;
- Sursee;
- Willisau;
- Hochdorf.
Die Ausbildung umfasst gewerbliche, technische, kaufmännische, gesundheitliche und soziale Berufe.
Kantonsschulen
Der Kanton führt mehrere Gymnasien und Mittelschulen.
Zu den bedeutenden Standorten gehören:
- Kantonsschule Alpenquai Luzern;
- Kantonsschule Reussbühl;
- Kantonsschule Musegg;
- Kantonsschule Sursee;
- Kantonsschule Beromünster;
- Kantonsschule Willisau;
- Kantonsschule Schüpfheim.
Universität Luzern
Die Universität Luzern wurde in ihrer heutigen Form im Jahr 2000 gegründet.[20]
Ihre historischen Wurzeln reichen bis zur 1574 eingerichteten Jesuitenschule zurück.
Die Universität besitzt Fakultäten und Departemente für:
- Theologie;
- Kultur- und Sozialwissenschaften;
- Rechtswissenschaft;
- Wirtschaftswissenschaften;
- Gesundheitswissenschaften und Medizin;
- Verhaltenswissenschaften und Psychologie.
Die Gründung wurde 2000 in einer kantonalen Volksabstimmung mit grosser Mehrheit angenommen.
Hochschule Luzern
Die Hochschule Luzern ist die Fachhochschule der Zentralschweiz.
Sie umfasst Bereiche für:
- Technik und Architektur;
- Wirtschaft;
- Informatik;
- Soziale Arbeit;
- Design, Film und Kunst;
- Musik.
Wichtige Standorte befinden sich in Luzern, Horw, Kriens, Emmenbrücke und im Kanton Zug.[21]
Pädagogische Hochschule
Die Pädagogische Hochschule Luzern bildet Lehrpersonen aus und bietet Weiterbildung, Forschung und Dienstleistungen im Bildungsbereich an.
Gesundheitswesen
Das Luzerner Kantonsspital ist das grösste Spitalunternehmen des Kantons.
Bedeutende Standorte befinden sich in:
- Luzern;
- Sursee;
- Wolhusen.
Das Spital erfüllt Aufgaben der regionalen Grundversorgung und bietet zahlreiche spezialisierte medizinische Leistungen.
Die Luzerner Psychiatrie betreibt stationäre und ambulante Einrichtungen an verschiedenen Standorten.
Weitere wichtige Institutionen sind:
- Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil;
- Hirslanden Klinik St. Anna;
- Rehabilitationskliniken;
- Alters- und Pflegezentren;
- Spitex-Organisationen.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum besitzt nationale und internationale Bedeutung für die Behandlung und Rehabilitation querschnittgelähmter Menschen.
Kultur
Stadt Luzern als Kulturzentrum
Die Stadt Luzern ist das wichtigste kulturelle Zentrum der Zentralschweiz.
Bedeutende Einrichtungen sind:
- Kultur- und Kongresszentrum Luzern;
- Luzerner Theater;
- Kunstmuseum Luzern;
- Verkehrshaus der Schweiz;
- Sammlung Rosengart Luzern;
- Natur-Museum Luzern;
- Historisches Museum Luzern;
- Bourbaki-Panorama;
- Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern.
Das Kultur- und Kongresszentrum wurde nach Plänen von Jean Nouvel errichtet und 2000 vollständig eröffnet.
Lucerne Festival
Das Lucerne Festival gehört zu den international bedeutenden Festivals für klassische Musik.
Seine Geschichte reicht bis zum Jahr 1938 zurück.
Konzerte finden hauptsächlich im KKL Luzern statt.
Verkehrshaus der Schweiz
Das Verkehrshaus wurde am 1. Juli 1959 eröffnet.[22]
Es dokumentiert die Entwicklung von:
- Eisenbahn;
- Strassenverkehr;
- Schifffahrt;
- Luftfahrt;
- Raumfahrt;
- Kommunikation.
Zum Komplex gehören ausserdem Planetarium, Filmtheater und Swiss Chocolate Adventure.
Museen in den Regionen
Weitere Museen und Kulturinstitutionen sind:
- Museum Sankturbanhof in Sursee;
- Schloss Heidegg;
- Museum im Bellpark in Kriens;
- Entlebucherhaus in Schüpfheim;
- Landwirtschaftsmuseum Burgrain;
- Schlossmuseum Willisau;
- regionalhistorische Sammlungen in Beromünster und Hochdorf.
Literatur und Theater
Mit dem Kanton verbunden sind unter anderem:
- Carl Spitteler;
- Franz Ludwig Pfyffer;
- Renward Cysat;
- Thomas Hürlimann;
- Kuno Raeber;
- Hansjörg Schneider mit regionalen Bezügen.
Luzern besitzt eine lange Tradition geistlicher, volkstümlicher und politischer Theateraufführungen.
Bereits im späten Mittelalter wurden auf öffentlichen Plätzen Oster-, Weltgerichts- und Fasnachtsspiele aufgeführt.
Brauchtum und Veranstaltungen
Luzerner Fasnacht
Die Luzerner Fasnacht gehört zu den grössten Volksfesten der Zentralschweiz.
Sie beginnt am Schmutzigen Donnerstag mit dem Urknall am frühen Morgen.
Zu den zentralen Figuren und Organisationen gehören:
- Bruder Fritschi;
- Fritschivater;
- Zunft zu Safran;
- Wey-Zunft;
- Fidelitas Lucernensis;
- Vereinigte Guggenmusigen Luzern.
Guggenmusiken, Masken, Wagen, Laternen und spontane Strassenaufführungen prägen das Stadtbild.
Die wichtigsten Tage sind:
- Schmutziger Donnerstag;
- Güdismontag;
- Güdisdienstag.
Auch Sursee, Willisau, Hochdorf, Wolhusen und zahlreiche Dörfer besitzen eigene Fasnachtstraditionen.
Gansabhauet
Die Gansabhauet findet jährlich am 11. November in Sursee statt.
Teilnehmende versuchen mit verbundenen Augen und einem stumpfen Säbel, eine aufgehängte tote Gans zu treffen.
Der Brauch wird von weiteren Spielen und einem Markt begleitet.
Auffahrtsumritt Beromünster
Der Auffahrtsumritt von Beromünster ist eine religiöse Reiterprozession.
Geistliche, Reiterinnen und Reiter sowie zahlreiche Gläubige ziehen durch das Michelsamt.
Der Brauch besitzt eine jahrhundertealte Tradition.
Sempacher Gedenkfeier
Die jährliche Gedenkfeier erinnert an die Schlacht bei Sempach von 1386.
Sie umfasst einen Gottesdienst, einen historischen Umzug und politische beziehungsweise militärhistorische Ansprachen.
Älplerchilbi und Alpabzüge
In den ländlichen und voralpinen Regionen werden Älplerchilben, Alpaufzüge und Alpabzüge gefeiert.
Die Veranstaltungen verbinden:
- Trachten;
- Musik;
- Gottesdienste;
- Viehschauen;
- gemeinschaftliche Mahlzeiten;
- bäuerliche Traditionen.
Sehenswürdigkeiten
Stadt Luzern
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören:
- Kapellbrücke;
- Wasserturm;
- Spreuerbrücke;
- Museggmauer;
- Löwendenkmal;
- Hofkirche St. Leodegar;
- Jesuitenkirche;
- Altstadt;
- Rathaus;
- Ritter’scher Palast;
- KKL Luzern;
- Verkehrshaus.
Die Kapellbrücke und der Wasserturm gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Schweiz.
Die Brücke wurde 1993 bei einem Brand schwer beschädigt und anschliessend wieder aufgebaut.
Sursee
Sursee besitzt eine historische Altstadt mit:
- Untertor;
- Rathaus;
- Stadtkirche;
- Bürgerhäusern;
- Resten der Befestigung.
Die Stadt ist ein regionales Zentrum für Bildung, Gesundheit, Handel und Kultur.
Sempach
Sempach besitzt einen historischen Stadtkern und mehrere Erinnerungsorte an die Schlacht von 1386.
Dazu gehören:
- Schlachtkapelle;
- Winkelriedstein;
- historisches Rathaus;
- Stadtbefestigung.
Willisau
Die Altstadt von Willisau wird durch das Obertor und das Untertor begrenzt.
Breite Hauptgasse, Brunnen und historische Bürgerhäuser prägen das Ortsbild.
Beromünster
Beromünster ist für das Chorherrenstift St. Michael bekannt.
Der Flecken besitzt einen historischen Ortskern mit zahlreichen Stifts- und Bürgerhäusern.
Der frühere Landessender Beromünster spielte eine wichtige Rolle in der Schweizer Rundfunkgeschichte.
Schlösser und Klöster
Bedeutende historische Anlagen sind:
- Schloss Heidegg;
- Schloss Mauensee;
- Kloster St. Urban;
- Kloster Eschenbach;
- Kloster Rathausen;
- Wallfahrtskirche Werthenstein;
- Stift Beromünster;
- Kommende Hitzkirch.
Natur und Landschaftsschutz
Der Kanton besitzt eine grosse Vielfalt an Seen, Flüssen, Mooren, Wäldern, Kulturlandschaften und Voralpengebieten.
Bedeutende Naturräume sind:
- UNESCO Biosphäre Entlebuch;
- Wauwilermoos;
- Sempachersee;
- Baldeggersee;
- Hallwilersee;
- Reuss- und Kleine-Emme-Auen;
- Napfgebiet;
- Schrattenfluh;
- Rigi;
- Pilatus;
- Rotsee.
Moore
Das Entlebuch besitzt eine aussergewöhnlich hohe Dichte an Hoch- und Flachmooren.
Moore sind wichtige Lebensräume für:
- seltene Pflanzen;
- Amphibien;
- Libellen;
- Vögel;
- spezialisierte Insekten.
Sie speichern Wasser und grosse Mengen Kohlenstoff.
Frühere Entwässerungen und Torfabbau veränderten viele Moorgebiete. Schutz- und Wiedervernässungsprojekte sollen ihre ökologische Funktion erhalten.
Wauwilermoos
Das Wauwilermoos war ursprünglich eine ausgedehnte Moor- und Seenlandschaft.
Durch Entwässerung wurde ein grosser Teil landwirtschaftlich nutzbar gemacht.
Heute bestehen Schutzgebiete, archäologische Fundstellen und ein bedeutendes Vogelbeobachtungsgebiet.
Gewässerschutz
Die intensive Landwirtschaft belastete Sempachersee, Baldeggersee und Hallwilersee im 20. Jahrhundert stark mit Phosphor und Stickstoff.
Massnahmen umfassen:
- Ausbau der Abwasserreinigung;
- Einschränkung von Nährstoffeinträgen;
- Seebelüftung;
- ökologische Ausgleichsflächen;
- Beratung landwirtschaftlicher Betriebe;
- Revitalisierung von Zuflüssen.
Umweltprobleme
Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören:
- Siedlungswachstum;
- Verlust von Kulturland;
- Verkehrslärm;
- Zerschneidung von Lebensräumen;
- intensive Tierhaltung;
- Nährstoffüberschüsse;
- Klimawandel;
- Rückgang der Biodiversität;
- Hochwasserrisiken;
- invasive Arten.
Energie
Die Energieversorgung wird durch Stromnetze, Wasserkraft, Erdgas, Fernwärme und erneuerbare Energien geprägt.
Die Centralschweizerische Kraftwerke AG, kurz CKW, ist ein bedeutendes regionales Energieunternehmen.
Wasserkraftwerke nutzen unter anderem:
- Reuss;
- Kleine Emme;
- Seitengewässer;
- Gefällestufen bei Industrieanlagen.
Der Kanton fördert:
- Solarenergie;
- energetische Gebäudesanierung;
- Wärmepumpen;
- Holzenergie;
- Fernwärmenetze;
- Nutzung industrieller Abwärme.
Sport
Die Sportlandschaft umfasst Spitzen-, Vereins- und Breitensport.
Bekannte Vereine sind:
- FC Luzern;
- HC Kriens-Luzern;
- SC Kriens;
- FC Sursee;
- zahlreiche Schwing-, Turn-, Ruder- und Skiklubs.
Die Swissporarena in Luzern ist das Heimstadion des FC Luzern.
Der Rotsee ist ein international bedeutender Austragungsort für Ruderregatten.
Das jährliche Ruder-Weltcupfinal beziehungsweise internationale Regatten ziehen Sportlerinnen und Sportler aus zahlreichen Ländern an.
Weitere beliebte Sportarten sind:
- Wandern;
- Skifahren;
- Langlauf;
- Velofahren;
- Segeln;
- Schwimmen;
- Schwingen;
- Turnen;
- Unihockey;
- Eishockey;
- Gleitschirmfliegen.
Küche und regionale Produkte
Die Luzerner Küche ist durch Landwirtschaft, katholische Festkultur und Einflüsse der Zentralschweiz geprägt.
Bekannte Spezialitäten sind:
- Luzerner Chügelipastete;
- Luzerner Lebkuchen;
- Willisauer Ringli;
- Birnenweggen;
- Käse;
- Trockenfleisch;
- Rösti;
- Süssmost;
- Kirsch und andere Obstbrände.
Die Luzerner Chügelipastete besteht aus einer Blätterteigform, die traditionell mit Kalbfleisch, Brätkügelchen, Pilzen und einer Rahmsauce gefüllt wird.
Willisauer Ringli sind harte, ringförmige Gebäcke mit Zucker- und Zitronenaroma.
In den Voralpen und im Entlebuch werden verschiedene Alp- und Bergkäse hergestellt.
Die Region gehört zudem zum traditionellen Herstellungsgebiet des Sbrinz.
Bedeutung innerhalb der Schweiz
Luzern besitzt aufgrund seiner Lage, Geschichte und kulturellen Bedeutung eine zentrale Stellung innerhalb der Schweiz.
Der Kanton verbindet:
- Mittelland und Alpen;
- städtische und ländliche Räume;
- Deutschschweiz und Gotthardroute;
- historische Innerschweiz und moderne Wirtschaftsräume.
Die Stadt Luzern war im Spätmittelalter ein wichtiges Bindeglied zwischen den Waldstätten und den Städten des Mittellands.
Nach der Reformation war sie politischer und kirchlicher Mittelpunkt der katholischen Eidgenossenschaft.
Im 19. Jahrhundert wurde Luzern zu einem Zentrum der politischen Auseinandersetzungen zwischen Liberalismus und katholischem Konservatismus.
Heute ist der Kanton ein bedeutender Standort für Tourismus, Bildung, Kultur, Gesundheitswesen, Industrie und Landwirtschaft.
Siehe auch
- Luzern
- Geschichte des Kantons Luzern
- Liste der Gemeinden des Kantons Luzern
- Liste der Wahlkreise des Kantons Luzern
- Zentralschweiz
- Vierwaldstättersee
- Entlebuch
- UNESCO Biosphäre Entlebuch
- Seetal
- Luzerner Hinterland
- Sempachersee
- Schlacht bei Sempach
- Schweizer Bauernkrieg
- Sonderbund
- Luzerner Fasnacht
- Universität Luzern
- Hochschule Luzern
- Verkehrshaus der Schweiz
- Reuss
- Kleine Emme
Literatur
- Franz Kiener und weitere: Luzern (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Historischer Verein der fünf Orte (Hrsg.): Der Geschichtsfreund. Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz.
- Staatsarchiv Luzern: Publikationen und Quellen zur Geschichte des Kantons Luzern.
- Anne-Marie Dubler: Publikationen zur Wirtschafts-, Sozial- und Siedlungsgeschichte des Luzernbiets.
- Heidi Bossard-Borner: Im Bann der Revolution. Der Kanton Luzern 1798–1831. Luzern.
- Heidi Bossard-Borner: Die liberale Schweiz und der Kanton Luzern 1831–1841. Luzern.
- Heidi Bossard-Borner: Luzern im Wandel der Zeiten 1841–1871. Luzern.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern.
- LUSTAT Statistik Luzern: LUSTAT Jahrbuch Kanton Luzern. Luzern.
- Kanton Luzern: Luzerner Kantonsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Weblinks
- Offizielle Website des Kantons Luzern
- Gemeinden des Kantons Luzern
- Kantonsrat des Kantons Luzern
- Regierungsrat des Kantons Luzern
- LUSTAT Statistik Luzern
- Staatsarchiv Luzern
- Kanton Luzern im Historischen Lexikon der Schweiz
- Luzern Tourismus
- UNESCO Biosphäre Entlebuch
- Universität Luzern
- Hochschule Luzern
- Verkehrshaus der Schweiz
Wikimedia Commons: Medien zu Kanton Luzern
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Franz Kiener und weitere: Luzern (Kanton), Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 7. Februar 2018, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Franz Kiener und weitere: Luzern (Kanton), Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Jahresbericht 2025, Teil II, Kanton Luzern, S. 13; Bevölkerungswert für 2025 provisorisch, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Die 79 Gemeinden des Kantons Luzern, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Institutionelle Gliederung, LUSTAT Statistik Luzern, Gebietsstand 2026, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Funktion, Wahlverfahren und Zusammensetzung des Kantonsrates, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Kantonale Wahlen, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Klimaanalyse Kanton Luzern, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 9,0 9,1 9,2 Bevölkerungsentwicklung im Kanton Luzern, LUSTAT Statistik Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Verfassung des Kantons Luzern vom 17. Juni 2007, §§ 7–9, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Flagge, Fahne und Wappen des Kantons Luzern, Staatskanzlei des Kantons Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Porträt der UNESCO Biosphäre Entlebuch, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Gemeindefusion Honau–Root, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Gemeindereform im Kanton Luzern, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Ein Datum für die Stadt Luzern und St. Leodegar: 1178, Staatsarchiv Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Franz Kiener und weitere: Luzern (Kanton), Abschnitt «Religion, Kirche und Bildung», Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Franz Kiener und weitere: Luzern (Kanton), Abschnitt «Von der Mediation zum Sonderbund», Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 18,0 18,1 Verfassung des Kantons Luzern vom 17. Juni 2007, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Informationen über den Kanton Luzern, Kanton Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Geschichte der Universität Luzern, Universität Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Standorte der Hochschule Luzern, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 65 Jahre Verkehrshaus der Schweiz, Verkehrshaus der Schweiz, abgerufen am 21. Juli 2026.
|
A–F |
Aargau · Appenzell Ausserrhoden · Appenzell Innerrhoden · Basel-Landschaft · Basel-Stadt · Bern · Freiburg |
|---|---|
|
G–O |
Genf · Glarus · Graubünden · Jura · Luzern · Neuenburg · Nidwalden · Obwalden |
|
S–Z |
Schaffhausen · Schwyz · Solothurn · St. Gallen · Tessin · Thurgau · Uri · Waadt · Wallis · Zug · Zürich |
|
Geschichte der Schweiz · Geografie der Schweiz · Politik der Schweiz · Föderalismus in der Schweiz · Gemeinden der Schweiz |
|