Bahnhof Buchs-Dällikon

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Bahnhof Buchs-Dällikon
Typ Durchgangsbahnhof
Lage Buchs ZH, nahe der Gemeindegrenze zu Dällikon
Eröffnung 15. Oktober 1877
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen
Strecke Bahnstrecke Wettingen–Effretikon
Bahnsteiggleise 1
Gleise 2
Linie S6
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 111
Höhe ca. 424 m ü. M.
Koordinaten 47.4534° N, 8.4356° O

Der Bahnhof Buchs-Dällikon ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Furttal im Kanton Zürich. Er liegt auf dem Gemeindegebiet von Buchs ZH nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Dällikon und erschliesst beide Ortschaften sowie die angrenzenden Industrie- und Gewerbegebiete. Der Bahnhof befindet sich an der Bahnstrecke Wettingen–Effretikon, die im regionalen Sprachgebrauch auch als Furttallinie bezeichnet wird.

Im Personenverkehr wird Buchs-Dällikon durch die Linie S6 der S-Bahn Zürich bedient. Ergänzend bestehen Anschlüsse an regionale Buslinien der Verkehrsbetriebe Glattal. Der Bahnhof gehört zur Tarifzone 111 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV).[1]

Lage

Der Bahnhof liegt in der Ebene des Furttals südlich des Siedlungskerns von Buchs und nördlich von Dällikon. Die Gemeindegrenze zwischen den beiden Ortschaften verläuft in der näheren Umgebung des Bahnhofs. Administrativ befindet sich die Bahnanlage vollständig oder überwiegend auf Buchser Gemeindegebiet, erfüllt jedoch seit ihrer Eröffnung eine gemeinsame Erschliessungsfunktion für Buchs und Dällikon.

Das Bahnhofsumfeld wird durch Wohnbauten, Gewerbebetriebe, landwirtschaftlich genutzte Flächen und das gemeinsame Industriegebiet der beiden Gemeinden geprägt. Die Stationsstrasse verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum von Buchs. Dällikon ist über die Dällikerstrasse und eine Busverbindung erreichbar.

Die Lage ausserhalb der historischen Dorfkerne ist charakteristisch für mehrere Bahnhöfe der Furttallinie. Beim Bau der Strecke im 19. Jahrhundert wurde eine möglichst direkte Linienführung durch die Talebene gewählt. Erst mit dem späteren Wachstum der Gemeinden und der Entwicklung der Industriegebiete rückten die Siedlungsflächen näher an die Bahnstrecke heran.

Die geografischen Koordinaten des Bahnhofs betragen ungefähr 47,4534 Grad nördlicher Breite und 8,4356 Grad östlicher Länge.[2]

Anlage

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Gleise. Für den Personenverkehr steht ein Hausperron am Gleis 1 zur Verfügung. Das zweite Gleis besitzt keinen regulären Personenbahnsteig und dient vor allem Zugskreuzungen, Überholungen sowie dem Güterverkehr. Die Kreuzungsmöglichkeit ist von betrieblicher Bedeutung, da grosse Teile der Furttallinie nur eingleisig ausgebaut sind.

Der Personenverkehr wird grundsätzlich über das unmittelbar am Bahnhofplatz gelegene Gleis abgewickelt. Der Perron ist mit einem Schutzdach, Sitzgelegenheiten, Fahrgastanzeigen und einem Billettautomaten ausgestattet. Die SBB führen den Perron als Hausperron mit einer Nutzlänge von ungefähr 220 Metern.[3]

Südlich und östlich der Gleisanlagen befinden sich Parkplätze, Veloabstellplätze und Umsteigemöglichkeiten zu den regionalen Buslinien. Nach Angaben der SBB stehen 45 überdachte Veloabstellplätze zur Verfügung. Zum Bahnhof gehören ausserdem eine P+Rail-Anlage und ein Standort für Carsharing-Fahrzeuge.[4]

Ein klassisches Aufnahmegebäude ist heute nicht mehr vorhanden. Das frühere Stationsgebäude mit Güterschuppen wurde im Zuge der umfassenden Modernisierung des Bahnhofs in den 2000er Jahren entfernt. Die heutige Anlage ist funktional auf den regionalen S-Bahn-Verkehr und das Umsteigen zwischen Bahn, Bus, Velo und Auto ausgerichtet.

Geschichte

Eröffnung durch die Schweizerische Nationalbahn

Der Bahnhof wurde am 15. Oktober 1877 zusammen mit der Strecke zwischen Wettingen und Effretikon eröffnet. Bauherrin war die Schweizerische Nationalbahn (SNB), die ein vom Netz der damals dominierenden Bahngesellschaften unabhängiges Eisenbahnsystem zwischen der Ost- und der Westschweiz errichten wollte.

Die Nationalbahn führte ihre Strecke nördlich an der Stadt Zürich vorbei. Von Wettingen verlief sie über Würenlos, Otelfingen, Buchs-Dällikon und Regensdorf in Richtung Seebach, Kloten, Effretikon und Winterthur. Die fehlende direkte Anbindung an das wirtschaftliche Zentrum Zürich und die hohen Baukosten trugen dazu bei, dass die Gesellschaft bereits 1878 zahlungsunfähig wurde.[5]

Nach dem Konkurs der Nationalbahn übernahm die Schweizerische Nordostbahn (NOB) die Strecke. Mit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen ging die Furttallinie 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Elektrifizierung und Ausbau

Zwischen Zürich-Seebach und Wettingen wurden von 1905 bis 1909 frühe Versuche mit hochgespanntem einphasigem Wechselstrom durchgeführt. Die Versuchsanlage wurde anschliessend wieder entfernt. Die dauerhafte Elektrifizierung des Abschnitts Wettingen–Zürich-Seebach mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz wurde am 13. Februar 1942 abgeschlossen.[5]

Während langer Zeit war Buchs-Dällikon ein ländlich geprägter Bahnhof mit einem Aufnahmegebäude, Güterschuppen und Anlagen für den lokalen Güterverkehr. Mit der zunehmenden Industrialisierung des Furttals gewann die Strecke auch für den Gütertransport an Bedeutung. Über die Verbindung Würenlos–Killwangen-Spreitenbach können Güterzüge seit 1980 den Rangierbahnhof Limmattal erreichen, ohne das Zentrum der Stadt Zürich durchfahren zu müssen.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Buchs-Dällikon in das neue regionale Schnellbahnnetz integriert. Die Furttallinie wurde fortan durch die S6 bedient, die eine direkte Verbindung über Regensdorf-Watt, Zürich Oerlikon und Zürich Hauptbahnhof herstellte.[6]

Im Rahmen der dritten Teilergänzung der Zürcher S-Bahn wurden der Bahnhof Buchs-Dällikon und der benachbarte Bahnhof Otelfingen umfassend ausgebaut. Das Projekt war Teil eines Infrastrukturprogramms, das die Einführung beziehungsweise Ausdehnung des Halbstundentakts im Furttal ermöglichte. Für die Ausbauten in Buchs-Dällikon und Otelfingen waren Investitionen von rund 57 Millionen Franken vorgesehen.[7]

Die Bauarbeiten erfolgten hauptsächlich zwischen 2005 und 2008. Dabei wurden die Gleis- und Perronanlagen erneuert, die Zugänge angepasst und das frühere Aufnahmegebäude abgebrochen. Der modernisierte Bahnhof wurde auf die Anforderungen des dichteren S-Bahn-Betriebs ausgerichtet.

Erneuerung des Perrondachs 2026

Am 13. April 2026 begannen die SBB mit der Erneuerung des Perrondachs. Mit den Arbeiten soll der langfristige Wetterschutz für die Reisenden sichergestellt werden. Gemäss der Ankündigung der SBB sollten die Bauarbeiten voraussichtlich bis zum 7. September 2026 dauern. Auswirkungen auf den fahrplanmässigen Bahnverkehr waren nicht vorgesehen.[8]

Bahnverkehr

Der Bahnhof wird durch die Linie S6 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verkehrt im Regelbetrieb halbstündlich und verbindet Buchs-Dällikon in westlicher Richtung mit Otelfingen, Würenlos und Baden. In östlicher Richtung fahren die Züge über Regensdorf-Watt, Zürich Affoltern, Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof, Zürich Stadelhofen und das rechte Zürichseeufer nach Uetikon am See.[9]

Die benachbarten Stationen sind Otelfingen in Richtung Baden und Regensdorf-Watt in Richtung Zürich. Die Fahrzeit bis Zürich Hauptbahnhof beträgt je nach Fahrplan ungefähr 25 Minuten.

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird Buchs-Dällikon zusätzlich durch die Nacht-S-Bahn-Linie SN6 bedient. Diese stellt eine nächtliche Verbindung zwischen dem Zürcher Stadtzentrum und dem Furttal her.

Neben dem Personenverkehr passieren regelmässig Güterzüge den Bahnhof. Die Furttallinie ist eine wichtige Umfahrungsstrecke für den Schienengüterverkehr im Grossraum Zürich. Das zweite Bahnhofsgleis ermöglicht Zugskreuzungen und trägt zur betrieblichen Flexibilität auf dem überwiegend eingleisigen Streckenabschnitt bei.

Busverkehr

Auf dem Bahnhofplatz befindet sich die Bushaltestelle Buchs-Dällikon, Bahnhof. Sie wird von regionalen Linien der Verkehrsbetriebe Glattal bedient.

Die Linie 449 verbindet den Bahnhof mit dem Industriegebiet und dem Dorfzentrum von Dällikon. Sie führt über die Haltestellen Buchs ZH, Industrie und Dällikon, Industrie nach Dällikon, Dorf.[10]

Die Linie 455 erschliesst verschiedene Quartiere von Buchs und verbindet den Bahnhof unter anderem mit den Haltestellen Furttalstrasse, Petermoos, Linde und Buchs ZH, Post.[11]

Im Nachtnetz wird der Bahnhof von der Linie N45 bedient. Sie verbindet Gemeinden des Furttals und stellt Anschlüsse an das nächtliche Bahn- und Busnetz des ZVV her.[12]

Bedeutung

Buchs-Dällikon ist der wichtigste gemeinsame Bahnanschluss der Gemeinden Buchs und Dällikon. Der Bahnhof dient vor allem dem Pendlerverkehr nach Zürich, Baden und in weitere Gemeinden des Furttals. Seine Bedeutung nahm mit dem Wachstum der Wohnbevölkerung und der Ansiedlung zahlreicher Gewerbe- und Industriebetriebe in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zu.

Für Dällikon übernimmt die Buslinie 449 eine wichtige Zubringerfunktion. Das Zentrum von Buchs liegt näher am Bahnhof, befindet sich jedoch ebenfalls nicht unmittelbar an der Bahnstrecke. Veloabstellplätze, P+Rail und Carsharing ergänzen daher die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.

Betrieblich besitzt der Bahnhof über den lokalen Personenverkehr hinaus Bedeutung als Kreuzungsstelle auf der Furttallinie. Diese Funktion ist insbesondere für die Koordination zwischen den halbstündlich verkehrenden S-Bahn-Zügen und den Güterzügen wichtig.

Abgrenzung zum ehemaligen Bahnhof Buchs ZH

Der Bahnhof Buchs-Dällikon ist nicht mit dem ehemaligen Bahnhof Buchs ZH an der früheren Bülach-Baden-Bahn zu verwechseln. Dieser lag rund 500 Meter weiter nördlich beim historischen Dorfkern von Buchs.

Die Bülach-Baden-Bahn wurde ebenfalls 1877 eröffnet, jedoch von der Schweizerischen Nordostbahn. Der Personenverkehr auf diesem Streckenabschnitt wurde am 17. Januar 1937 eingestellt. Das frühere Stationsgebäude blieb erhalten, während der grösste Teil der Gleise 1969 entfernt wurde.[13]

Der weiterhin betriebene Bahnhof Buchs-Dällikon liegt dagegen an der ehemaligen Nationalbahnstrecke durch das Furttal und ist Bestandteil des Netzes der S-Bahn Zürich.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Zürcher Verkehrsverbund: Zonen und Netzpläne, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Bundesamt für Landestopografie: Kartenviewer der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 4. August 2026.
  3. SBB Open Data: Datensatz Perrons, abgerufen am 4. August 2026.
  4. SBB: Bahnhof Buchs-Dällikon, abgerufen am 4. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Bahnstrecke Wettingen–Effretikon, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Zürcher Verkehrsverbund: Geschichte des ZVV und der Zürcher S-Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Kanton Zürich: Dritte Teilergänzung der S-Bahn, Medienmitteilung vom 20. März 2003, abgerufen am 4. August 2026.
  8. SBB: Sanierung des Perrondachs am Bahnhof Buchs-Dällikon, Mitteilung vom April 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S6, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan 449, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan 455, abgerufen am 4. August 2026.
  12. Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellenfahrplan Buchs-Dällikon, Bahnhof, abgerufen am 4. August 2026.
  13. Schweizer Radio und Fernsehen: «Vom Geisterbahnhof zum verlassenen Schloss», 18. August 2023, abgerufen am 4. August 2026.