Zürich-Nord
| Zürich-Nord | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Stadtkreise | Kreis 11 und Kreis 12 |
| Quartiere | Affoltern, Oerlikon, Seebach, Saatlen, Schwamendingen-Mitte, Hirzenbach |
| Wichtige Zentren | Oerlikon, Schwamendingen |
| Region | Glatttal |
| Kanton | Zürich |
Zürich-Nord ist eine gebräuchliche Bezeichnung für den nördlichen Teil der Stadt Zürich. Im engeren und heute üblichen Sinn umfasst Zürich-Nord vor allem die Stadtkreise 11 und 12 mit den Quartieren Affoltern, Oerlikon, Seebach, Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach. Die Bezeichnung ist jedoch kein amtlicher Verwaltungsbegriff und kann je nach Zusammenhang unterschiedlich weit gefasst werden.
Das wichtigste Zentrum Zürich-Nords ist Oerlikon. Der Stadtteil entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert von einem kleinen Dorf zu einem bedeutenden Industrieort und später zu einem der wichtigsten urbanen Zentren ausserhalb der Zürcher Innenstadt. Heute befinden sich in Zürich-Nord grosse Wohngebiete, Büro- und Dienstleistungsstandorte, ehemalige Industrieareale, Messe- und Veranstaltungsanlagen sowie wichtige Verkehrsknoten.
Die Stadt Zürich erwartet in den kommenden Jahrzehnten ein besonders starkes Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum in den Stadtkreisen 11 und 12. Entsprechend gehören Zürich-Nord und insbesondere Affoltern, Seebach, Oerlikon, Schwamendingen und Leutschenbach zu den bedeutendsten Entwicklungsgebieten der Stadt.[1]
Begriff und Abgrenzung
Zürich-Nord besitzt keine rechtlich festgelegten Grenzen. Im alltäglichen, verkehrsplanerischen und städtebaulichen Sprachgebrauch werden damit in erster Linie die Gebiete nördlich des Zürichbergs beziehungsweise des Milchbucks bezeichnet.
Den Kern bilden die Stadtkreise 11 und 12.
Der Kreis 11 besteht aus:
Der Kreis 12 umfasst:
Je nach Zusammenhang können auch angrenzende Gebiete wie Unterstrass, Höngg oder Teile des Glattals ausserhalb der Stadtgrenze zu einer weiter gefassten Region Zürich-Nord gerechnet werden. Bei städtischen Planungs- und Verkehrsprojekten bezieht sich der Begriff jedoch meistens auf die Kreise 11 und 12.[1]
Geografie
Zürich-Nord liegt überwiegend im Glatttal nördlich beziehungsweise nordöstlich der Hügelzüge von Zürichberg, Käferberg und Hönggerberg.
Im Norden grenzt das Gebiet an die Gemeinden Opfikon, Rümlang und Regensdorf, im Osten an Wallisellen und Dübendorf. Südlich liegen die innerstädtischen Quartiere am Zürichberg und Milchbuck sowie das Gebiet um den Irchelpark. Im Westen bilden Käferberg und Hönggerberg den Übergang nach Höngg und ins Limmattal.
Das Gelände ist grösstenteils flach bis leicht hügelig. Dadurch entstanden hier im 20. Jahrhundert grosse zusammenhängende Wohn- und Industriegebiete.
Zu den wichtigen Gewässern gehören der Katzenbach, der Leutschenbach und mehrere kleinere Bäche.
Im Norden von Affoltern und Seebach haben sich trotz des starken Siedlungswachstums grössere Landwirtschafts- und Grünflächen erhalten.
Geschichte
Dörfer nördlich von Zürich
Bis weit ins 19. Jahrhundert bestand das heutige Zürich-Nord aus mehreren selbstständigen Bauerndörfern.
Oerlikon, Seebach, Affoltern und Schwamendingen waren eigenständige Gemeinden. Landwirtschaft, Viehzucht und lokales Handwerk bildeten die wirtschaftliche Grundlage.
Die Dörfer lagen ausserhalb der damaligen Stadt Zürich und waren durch den Zürichberg und den Milchbuck räumlich vom Stadtzentrum getrennt.
Während Schwamendingen und Affoltern lange deutlich landwirtschaftlich geprägt blieben, begann sich Oerlikon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts grundlegend zu verändern.
Eisenbahn und Industrialisierung Oerlikons
Der entscheidende Impuls für die Entwicklung Zürich-Nords war der Eisenbahnbau.
1855 und 1856 entstanden Bahnverbindungen von Zürich über Oerlikon nach Winterthur und in weitere Teile der Nordostschweiz. Der Bahnhof Oerlikon wurde zum Ausgangspunkt einer raschen Industrialisierung.
1873 wurde in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs die Vorläuferfirma der späteren Maschinenfabrik Oerlikon gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der grössten Industriebetriebe der Region.
Oerlikon wuchs dadurch aussergewöhnlich schnell. Um 1800 hatte das Dorf nur etwa 160 Einwohner. 1888 wurden bereits 1721 Einwohner gezählt, 1900 waren es 3982 und 1920 rund 7278.[2]
Um 1900 arbeiteten rund 60 bis 65 Prozent der Erwerbstätigen Oerlikons direkt bei der Maschinenfabrik Oerlikon. Insgesamt waren damals etwa 76 Prozent der erwerbstätigen Einwohner im Industrie- und Gewerbesektor beschäftigt.[2]
Weitere Industriebetriebe siedelten sich an. Dazu gehörten Unternehmen der Maschinen-, Elektro-, Werkzeugmaschinen- und Metallindustrie.
Die Industrialisierung Oerlikons beeinflusste auch Seebach. Dort liessen sich zahlreiche Arbeiterfamilien nieder, wodurch das ehemalige Bauerndorf ebenfalls rasch wuchs.[3]
Strassenbahn
Die wachsenden Gemeinden benötigten bessere Verbindungen nach Zürich und untereinander.
1901 wurde eine Strassenbahnverbindung zwischen Oerlikon und Schwamendingen eröffnet.[4]
Oerlikon entwickelte sich dadurch zunehmend zum Zentrum der umliegenden Gemeinden.
Auch nach Zürich wurden die Verkehrsverbindungen laufend verbessert. Die zunehmende Verflechtung mit der Stadt war ein wichtiger Faktor für die spätere Eingemeindung.
Eingemeindung 1934
Am 1. Januar 1934 wurden Oerlikon, Seebach, Affoltern und Schwamendingen zusammen mit weiteren Vorortsgemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.
Die vier Gemeinden des Glatttals gehörten damit zur sogenannten zweiten Zürcher Eingemeindung.[5]
Oerlikon, Seebach und Affoltern bildeten den Stadtkreis 11. Schwamendingen gehörte zunächst ebenfalls zum Kreis 11.
1961 wurde Schwamendingen aufgrund des starken Bevölkerungswachstums als eigener Kreis 12 vom Kreis 11 abgetrennt. Später erfolgte die statistische Unterteilung in die Quartiere Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach.
Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach 1945 erlebte Zürich-Nord einen massiven Bauboom.
Besonders Schwamendingen wandelte sich innerhalb weniger Jahre von einem ländlichen Vorort zu einem grossen Wohngebiet. 1941 lebten dort etwa 3200 Menschen. 1950 waren es bereits rund 14'000 und 1960 etwa 33'000.[4]
Die Entwicklung erfolgte teilweise nach städtebaulichen Konzepten, die grosszügige Grünflächen, Wohnsiedlungen und eine Trennung verschiedener Verkehrsarten vorsahen.
Auch Affoltern und Seebach wuchsen stark. Landwirtschaftsflächen wurden mit Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und grossen Wohnsiedlungen überbaut.
Oerlikon blieb gleichzeitig ein bedeutendes Industrie- und Arbeitsplatzgebiet.
Strukturwandel
Seit den 1970er- und insbesondere seit den 1980er-Jahren verlor die klassische Industrie in Zürich-Nord zunehmend an Bedeutung.
Produktionsbetriebe wurden geschlossen, verlagert oder verkleinert. Dadurch entstanden grosse ehemalige Industrieflächen, die für neue Nutzungen verfügbar wurden.
Die Stadt Zürich begann, diese Gebiete für Wohnungen, Büros, Dienstleistungen, Kultur und öffentliche Räume umzunutzen.
Besonders deutlich ist dieser Wandel in Neu-Oerlikon und Leutschenbach.
Oerlikon
Oerlikon ist das bedeutendste Zentrum Zürich-Nords.
Der Bahnhof Zürich Oerlikon gehört zu den wichtigsten Bahnhöfen der Schweiz und ist nach dem Zürich Hauptbahnhof der bedeutendste Bahnknoten auf Stadtgebiet.
Rund um den Bahnhof befinden sich Einkaufsstrassen, Restaurants, Bürogebäude, Hotels, Schulen und öffentliche Einrichtungen.
Die hohe Arbeitsplatzdichte und die ausgezeichneten Verkehrsverbindungen verleihen Oerlikon eine Zentrumsfunktion weit über den Stadtkreis 11 hinaus.
Die Stadt Zürich verfolgt das Ziel, Oerlikon als eines der grossen Stadtzentren neben der Innenstadt und Altstetten weiterzuentwickeln.[6]
Neu-Oerlikon
Neu-Oerlikon liegt nördlich des Bahnhofs Oerlikon auf dem Gelände früherer Industrieanlagen.
Das rund 62 Hektaren grosse Gebiet war im 19. und 20. Jahrhundert vor allem durch die Maschinenfabrik Oerlikon, ABB und weitere Industriebetriebe geprägt.[7]
In den 1980er-Jahren führte der industrielle Strukturwandel zu umfangreichen Betriebsaufgaben und Produktionsverlagerungen.
Ab den 1990er-Jahren wurde das ehemalige Industriegebiet umfassend neu geplant. 1998 schufen Sonderbauvorschriften die Grundlage für die Umgestaltung.[8]
Seit der Jahrtausendwende entstanden dort:
- Wohnsiedlungen;
- Bürogebäude;
- Schulen;
- Hochhäuser;
- öffentliche Plätze;
- Grünanlagen;
- Kultur- und Veranstaltungsräume.
Zu den bekannten öffentlichen Räumen zählen der MFO-Park, der Oerliker Park und der Louis-Häfliger-Park.
Neu-Oerlikon gilt als eines der bedeutendsten Beispiele für die Umwandlung eines ehemaligen Industriegebiets in ein gemischtes Stadtquartier in der Schweiz.
Seebach
Seebach liegt nördlich von Oerlikon und reicht bis an die Stadtgrenze zu Opfikon und Rümlang.
Der historische Dorfkern befindet sich entlang des Katzenbachs. Während Seebach ursprünglich landwirtschaftlich geprägt war, führte das Wachstum der Oerlikoner Industrie Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Bevölkerungszunahme.[3]
Heute ist Seebach durch eine Mischung aus älteren Dorfstrukturen, Wohnquartieren, grossen Wohnsiedlungen, Gewerbegebieten und modernen Entwicklungsarealen geprägt.
Besonders dynamisch entwickelt sich der südöstliche Bereich um Leutschenbach und die Thurgauerstrasse.
Leutschenbach
Leutschenbach liegt an der Grenze zwischen Seebach und Schwamendingen und gehört zu den wichtigsten Entwicklungsgebieten Zürichs.
Das Gebiet war lange durch Industrie, Gewerbe und Verkehrsanlagen geprägt. Seine Geschichte lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die Lokalität Binz wurde 1212 erstmals urkundlich erwähnt. Spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert bestand dort die Binzmühle, die zur Fraumünsterabtei gehörte.[9]
Mit dem Bau der Eisenbahnlinien nach Winterthur und Bülach 1855/56 wurde das Gebiet durch Gleisanlagen von seiner Umgebung getrennt.[9]
Im 20. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe an.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird Leutschenbach schrittweise in ein gemischt genutztes Stadtgebiet umgewandelt. Auf ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen entstehen Wohnungen, Dienstleistungsgebäude und öffentliche Einrichtungen.[9]
Zu den bedeutenden Einrichtungen gehören die Gebäude des Schweizer Radio und Fernsehens, das Schulhaus Leutschenbach sowie zahlreiche Büro- und Wohnbauten.
Das rund 65'000 Quadratmeter grosse Areal an der Thurgauerstrasse gehört zu den grössten verbleibenden Baulandreserven der Stadt. Dort sollen künftig rund 1800 Menschen wohnen und arbeiten.[9]
Affoltern
Affoltern bildet den nordwestlichen Teil Zürich-Nords.
Bis weit ins 20. Jahrhundert war das Gebiet stark landwirtschaftlich geprägt. Zwischen 1941 und 1973 wandelte sich Affoltern vom Dorf zum städtischen Wohnquartier.[5]
Seit den 1990er-Jahren erlebt Affoltern erneut ein starkes Wachstum. Besonders im Gebiet Ruggächern und entlang der nördlichen Stadtgrenze entstanden grosse neue Wohnsiedlungen.
Die Stadt plant weitere Verdichtungen und neue öffentliche Einrichtungen.
Ein wichtiges langfristiges Ziel ist die bessere Verbindung der verschiedenen Quartierteile und die Entwicklung eines stärkeren Zentrums rund um den Bahnhof und die Zehntenhausstrasse.
Schwamendingen
Schwamendingen bildet den östlichen Teil Zürich-Nords und entspricht heute dem Stadtkreis 12.
Das Gebiet besteht aus den statistischen Quartieren Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach.
Während Oerlikon bereits im 19. Jahrhundert industrialisiert wurde, blieb Schwamendingen wesentlich länger ein Bauerndorf. Die Gemeinde hatte sich gegen eine Eisenbahnführung durch ihr Gebiet ausgesprochen. Die Bahn wurde deshalb über Oerlikon geführt, das anschliessend zum industriellen Zentrum wurde.[4]
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte in Schwamendingen ein aussergewöhnlich schnelles Wachstum ein.
Die grossen Wohnsiedlungen der 1940er- bis 1960er-Jahre prägen das Gebiet bis heute.
Saatlen
Saatlen liegt zwischen Oerlikon, Schwamendingen und Leutschenbach.
Das Quartier besitzt überwiegend Wohncharakter. Es entstand grösstenteils im Zuge des starken Wachstums nach dem Zweiten Weltkrieg.
In Richtung Leutschenbach befinden sich grössere Entwicklungsgebiete, die zunehmend dichter und städtischer bebaut werden.
Schwamendingen-Mitte
Schwamendingen-Mitte bildet das historische und kommerzielle Zentrum des Stadtkreises 12.
Rund um den Schwamendingerplatz befinden sich Geschäfte, Restaurants, öffentliche Einrichtungen und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs.
Die historische Dorfstruktur ist insbesondere im Bereich der alten Kirche und entlang älterer Strassenzüge teilweise noch erkennbar.
Hirzenbach
Hirzenbach liegt am östlichen Stadtrand zwischen Schwamendingen-Mitte und Dübendorf.
Das Quartier entstand überwiegend während der starken Wohnbautätigkeit der Nachkriegszeit.
Typisch sind grössere Wohnsiedlungen mit Grünflächen zwischen den Gebäuden. Im Osten geht die Bebauung nahezu ohne sichtbare Unterbrechung in das Siedlungsgebiet von Dübendorf über.
Verkehr
Zürich-Nord besitzt eine aussergewöhnlich hohe Dichte an Verkehrswegen.
Mehrere Bahnlinien, Tramstrecken, Buslinien und Autobahnen verbinden das Gebiet mit dem Stadtzentrum, dem Flughafen Zürich, dem Glatttal und anderen Teilen der Schweiz.
Bahnhof Zürich Oerlikon
Der Bahnhof Zürich Oerlikon ist der wichtigste Verkehrsknoten Zürich-Nords.
Mehrere Bahnstrecken treffen hier zusammen. Direkte Verbindungen führen unter anderem zum Zürich Hauptbahnhof, zum Flughafen Zürich, nach Winterthur, Schaffhausen, Bülach und in zahlreiche weitere Regionen.
Der Bahnhof wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich sowie von Fernverkehrszügen bedient.
Durch den Ausbau der Durchmesserlinie und des Bahnhofs wurde die Kapazität in den 2010er-Jahren erheblich erhöht.
Bahnhof Zürich Affoltern
Der Bahnhof Zürich Affoltern erschliesst den nordwestlichen Teil Zürich-Nords.
Er liegt an der Bahnstrecke von Oerlikon über Regensdorf nach Baden und wird durch die S-Bahn Zürich bedient.
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums Affolterns nimmt seine Bedeutung stetig zu.
Bahnhof Zürich Seebach
Der Bahnhof Zürich Seebach liegt an der Bahnlinie zwischen Oerlikon und Glattbrugg.
Er erschliesst Teile Seebachs und besitzt Anschluss an das städtische Busnetz.
= Tram
Mehrere Tramlinien führen nach Zürich-Nord.
Oerlikon besitzt direkte Tramverbindungen in Richtung Innenstadt, Milchbuck, Universität Irchel und Flughafenregion.
Schwamendingen wird über den Tramtunnel Milchbuck–Schwamendingen mit dem übrigen Zürcher Tramnetz verbunden.
Eine Besonderheit ist, dass die Tramlinien im Tunnel auf der linken Seite fahren. Dadurch können die drei unterirdischen Haltestellen mit Mittelperrons bedient werden.
Die Glattalbahn verbindet Oerlikon und Leutschenbach mit Opfikon, Glattbrugg und dem Flughafen Zürich.
= Tramtangente Nord
Aufgrund des erwarteten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums untersucht die Stadt eine neue Tramtangente durch Zürich-Nord.
Sie soll langfristig eine leistungsfähige Verbindung zwischen Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen und Stettbach ermöglichen.[1]
Heute wird ein grosser Teil dieser tangentialen Verkehrsbeziehungen durch Buslinien bedient. Nach Einschätzung der Verkehrsplanung werden einzelne Verbindungen künftig an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen.[6]
= Autobahnen
Die Autobahnachsen A1 und A4 beziehungsweise deren städtische Zufahrten prägen Zürich-Nord stark.
Bei Schwamendingen führte die Autobahn jahrzehntelang offen mitten durch dicht bewohnte Gebiete und verursachte erhebliche Lärm- und Luftbelastungen.
Mit der Einhausung Schwamendingen wurde ein rund ein Kilometer langer Autobahnabschnitt überdeckt. Auf dem Dach entstand der öffentliche Ueberlandpark, der zuvor getrennte Quartierteile wieder miteinander verbindet.
Flughafen Zürich
Der Flughafen Zürich liegt zwar ausserhalb der Stadtgrenze auf dem Gebiet von Kloten, ist für Zürich-Nord jedoch von grosser Bedeutung.
Oerlikon und Seebach liegen nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. Bahn, Tram und Strassen verbinden Zürich-Nord direkt mit den Flughafengebieten.
Die Nähe zum Flughafen beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung erheblich. Unternehmen aus internationalen Dienstleistungen, Hotellerie, Logistik und Luftverkehr siedelten sich im nördlichen Glatttal an.
Gleichzeitig sind Teile Zürich-Nords von Fluglärm betroffen.
Wirtschaft
Zürich-Nord gehört zu den bedeutendsten Arbeitsplatzgebieten der Stadt.
Historisch dominierte insbesondere in Oerlikon die Maschinen- und Elektroindustrie. Unternehmen wie die Maschinenfabrik Oerlikon und später ABB prägten die Region über Jahrzehnte.[2]
Seit den 1980er-Jahren hat sich die Wirtschaftsstruktur stark verändert.
Heute dominieren unter anderem:
- Finanz- und Unternehmensdienstleistungen;
- Informationstechnologie;
- Medien;
- Versicherungen;
- Handel;
- Forschung und Entwicklung;
- Veranstaltungswirtschaft;
- Hotellerie;
- öffentliche Dienstleistungen.
Besonders Oerlikon, Neu-Oerlikon und Leutschenbach weisen eine hohe Arbeitsplatzdichte auf.
Die Stadt rechnet auch künftig mit einem erheblichen Wachstum der Beschäftigtenzahlen insbesondere in Oerlikon und Seebach.[1]
Medien
Leutschenbach ist einer der bedeutendsten Medienstandorte der Schweiz.
Dort befindet sich das Fernsehstudio Zürich des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF). Zahlreiche nationale Fernsehsendungen und Nachrichtenformate werden in Zürich-Nord produziert.
Der Medienstandort hat dazu beigetragen, dass der Name Leutschenbach in der Schweiz umgangssprachlich teilweise als Synonym für das Schweizer Fernsehen verwendet wird.
Messe und Veranstaltungen
In Oerlikon befinden sich mehrere Einrichtungen von nationaler Bedeutung.
Die Messe Zürich gehört zu den wichtigsten Messeanlagen der Schweiz. Auf dem Gelände finden Fachmessen, Publikumsmessen, Kongresse und weitere Veranstaltungen statt.
Direkt daneben liegt das Hallenstadion. Es wurde 1939 eröffnet und mehrfach umgebaut.
Heute finden dort Eishockeyspiele, Konzerte, Shows und Sportveranstaltungen statt. Das Hallenstadion ist die Heimstätte der ZSC Lions gewesen, bis diese 2022 in die neue Swiss Life Arena in Altstetten umzogen.
Mit Messe Zürich und Hallenstadion besitzt Oerlikon ein Veranstaltungszentrum von überregionaler Bedeutung.
Bildung
Zürich-Nord verfügt über zahlreiche Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen.
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums werden bestehende Schulanlagen erweitert und neue Schulhäuser gebaut.
Ein architektonisch bekanntes Beispiel ist das Schulhaus Leutschenbach, das 2009 eröffnet wurde.
In der näheren Umgebung befinden sich zudem bedeutende Hochschulstandorte. Die Universität Zürich betreibt den Campus Irchel südlich von Zürich-Nord, während der Campus Hönggerberg der ETH Zürich westlich des Gebiets liegt.
Die Verkehrsplanung strebt bessere direkte Verbindungen zwischen Zürich-Nord und diesen Ausbildungsstandorten an.[6]
Grün- und Freiräume
Trotz der dichten Bebauung verfügt Zürich-Nord über zahlreiche Grünräume.
Zu den bedeutenden Anlagen gehören:
- MFO-Park;
- Oerliker Park;
- Louis-Häfliger-Park;
- Ueberlandpark;
- Grünzüge entlang des Katzenbachs;
- Landwirtschaftsflächen am nördlichen Stadtrand;
- Käferberg und Zürichberg in unmittelbarer Nähe.
Der MFO-Park entstand auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Oerlikon und zählt zu den bekanntesten modernen Parkanlagen Zürichs.
Seine auffällige, mit Kletterpflanzen bewachsene Stahlkonstruktion erinnert zugleich an die industrielle Vergangenheit des Standorts.
Stadtentwicklung
Zürich-Nord gehört zu den Gebieten Zürichs, die sich seit der Jahrtausendwende am stärksten verändert haben.
Frühere Industrie- und Gewerbezonen werden zunehmend zu gemischt genutzten Stadtquartieren mit Wohnungen, Büros, Schulen, Geschäften und öffentlichen Freiräumen umgebaut.[10]
Neu-Oerlikon war eines der ersten grossen Projekte dieses Strukturwandels.
Weitere Entwicklungsschwerpunkte liegen heute insbesondere in:
- Leutschenbach;
- an der Thurgauerstrasse;
- in Seebach;
- in Affoltern;
- im Gebiet Schwamendingen;
- auf verbliebenen ehemaligen Industrieflächen in Oerlikon.
Das Wachstum führt zu einem hohen Bedarf an neuen Schulen, Verkehrskapazitäten, Parks und sozialer Infrastruktur.
MFO-West
Eines der letzten grösseren Entwicklungsareale in Neu-Oerlikon ist MFO-West.
Das Areal gehört zum ehemaligen Gelände der Maschinenfabrik Oerlikon. Vorgesehen sind Wohnungen, Gewerbe- und Kulturnutzungen sowie neue Freiflächen.[8]
Damit setzt sich der seit den 1990er-Jahren laufende Wandel des ehemaligen Industriegebiets fort.
Thurgauerstrasse
Das Gebiet entlang der Thurgauerstrasse zwischen Oerlikon, Seebach und Leutschenbach gehört zu den bedeutendsten baulichen Reserven Zürichs.
Auf mehreren Arealen entstehen neue Wohnungen, Arbeitsplätze, Schulen und öffentliche Einrichtungen.
Allein auf einem rund 65'000 Quadratmeter grossen Areal sollen künftig ungefähr 1800 Menschen wohnen und arbeiten.[9]
Architektur
Zürich-Nord besitzt eine aussergewöhnlich vielfältige Architektur.
Im Gebiet stehen:
- ehemalige Bauernhäuser;
- Arbeiterwohnhäuser des 19. Jahrhunderts;
- historische Fabrikhallen;
- Genossenschaftssiedlungen;
- Wohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne;
- Hochhäuser;
- moderne Büro- und Wohnkomplexe.
Die Entwicklung Oerlikons lässt sich besonders gut an der Umgebung des Bahnhofs ablesen. Historische Industriegebäude stehen dort teilweise unmittelbar neben modernen Hochhäusern und Grossüberbauungen.
Mehrere ehemalige Industrieanlagen wurden erhalten und neuen Nutzungen zugeführt.
Sehenswürdigkeiten und markante Orte
Zu den bekannten Orten in Zürich-Nord gehören:
- Bahnhof Zürich Oerlikon;
- MFO-Park;
- Hallenstadion;
- Messe Zürich;
- Neu-Oerlikon;
- Leutschenbach;
- Schwamendingerplatz;
- Ueberlandpark;
- historische Dorfkerne von Seebach, Affoltern und Schwamendingen;
- ehemalige Industriegebäude der Maschinenfabrik Oerlikon;
- Katzenbach und seine Grünräume.
Bedeutung für Zürich
Zürich-Nord hat sich innerhalb von rund 150 Jahren grundlegend gewandelt.
Aus einer Landschaft mit mehreren Bauerndörfern entwickelte sich zunächst ein bedeutender Industrieraum und später ein dicht besiedelter, polyzentrischer Stadtteil.
Oerlikon übernahm dabei früh eine Zentrumsfunktion. Seine Entwicklung wurde wesentlich durch die Eisenbahn und die Maschinenindustrie bestimmt.
Nach dem Niedergang der klassischen Grossindustrie entstanden neue Wohn-, Dienstleistungs- und Freizeitgebiete. Neu-Oerlikon wurde zu einem Symbol dieses Strukturwandels.
Heute ist Zürich-Nord wegen seiner grossen Wohn- und Arbeitsplatzreserven, seiner Nähe zum Flughafen und seiner guten Verkehrsanbindung eines der wichtigsten Wachstumsgebiete der Stadt Zürich.
Siehe auch
- Zürich
- Kreis 11 (Zürich)
- Kreis 12 (Zürich)
- Zürich Affoltern
- Zürich Oerlikon
- Zürich Seebach
- Zürich Saatlen
- Zürich Schwamendingen-Mitte
- Zürich Hirzenbach
- Neu-Oerlikon
- Leutschenbach
- Bahnhof Zürich Oerlikon
- MFO-Park
- Hallenstadion
- Messe Zürich
- Ueberlandpark
- Glattal
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Zürich
- Statistik Stadt Zürich
- Stadtentwicklung und Planung der Stadt Zürich
- Kartenviewer des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Potenzial- und Machbarkeitsstudie Tramtangente Nord, Stadt Zürich, 2025, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Frühe Verstädterung der Zürcher Aussenquartiere – Oerlikon 1800–1920, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Quartierspiegel Seebach, Statistik Stadt Zürich, Ausgabe 119/2026, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Leitbild Schwamendingen, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Entwicklungskonzept Affoltern, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Netzentwicklungsstrategie 2040, Verkehrsbetriebe Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Ein Quartier entsteht – Die Entwicklung von Neu-Oerlikon, Statistik Stadt Zürich, 2009, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Areal MFO-West, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 Leutschenbach, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Industrie und Gewerbe, Stadt Zürich, abgerufen am 25. August 2026.