ZSC Lions
| ZSC Lions | |
|---|---|
| Logo der ZSC Lions | |
| Vollständiger Name | ZSC Lions |
| Frühere Bezeichnung | Zürcher Schlittschuh Club |
| Kurzname | ZSC |
| Spitznamen | Zett, Lions, Löwen |
| Sportart | Eishockey |
| Gründung | 15. Oktober 1930 |
| Gründungsort | Zürich |
| Vereinsfarben | Blau, Weiss und Rot |
| Liga | National League |
| Heimstadion | Swiss Life Arena |
| Kapazität | 12'000 Plätze |
| Präsident | Lorenz Frey-Hilti |
| Geschäftsführer | Peter Zahner |
| Sportchef | Sven Leuenberger |
| Cheftrainer | Claude Julien (seit 2026) |
| Schweizer Meister | 11-mal als ZSC beziehungsweise ZSC Lions |
| Champions Hockey League | Sieger 2009 und 2025 |
| Website | www.zsclions.ch |
Die ZSC Lions sind ein Eishockeyclub aus der Stadt Zürich. Die erste Mannschaft spielt in der National League, der höchsten Schweizer Eishockeyliga. Der Club gehört zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Eishockeyorganisationen der Schweiz und gewann als Zürcher Schlittschuh Club beziehungsweise ZSC Lions elf Schweizer Meistertitel. Die offizielle Erfolgsbilanz der gesamten Lions-Organisation zählt zusätzlich den Meistertitel des Grasshopper Clubs Zürich von 1966 und führt deshalb zwölf Titel in der höchsten Spielklasse auf.[1]
Der Zürcher Schlittschuh Club wurde am 15. Oktober 1930 gegründet. Seine heutige Organisationsform entstand 1997 durch den Zusammenschluss des ZSC mit der Eishockeysektion des Grasshopper Clubs Zürich. Die Profimannschaft trat anschliessend unter dem Namen ZSC Lions an. Gleichzeitig wurde eine umfassende Eishockeyorganisation mit den ZSC Lions an der Spitze, den GCK Lions als Ausbildungsmannschaft, einem grossen Nachwuchsbereich und einer Frauenabteilung aufgebaut.[2]
Seit Oktober 2022 tragen die ZSC Lions ihre Heimspiele in der Swiss Life Arena im Zürcher Quartier Altstetten aus. Das speziell für Eishockey errichtete Stadion bietet 12'000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz. Zuvor spielte die erste Mannschaft während mehrerer Jahrzehnte hauptsächlich im Hallenstadion Zürich.
Name
Die Abkürzung ZSC steht für Zürcher Schlittschuh Club. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Mannschaft häufig als Zett bezeichnet. Der Name nimmt die deutschschweizerische Aussprache des Buchstabens Z auf.
Nach dem Zusammenschluss mit der Eishockeysektion des Grasshopper Clubs im Jahr 1997 erhielt die erste Mannschaft den Namen ZSC Lions. Der englische Namensbestandteil Lions bezieht sich auf den Löwen als traditionelles Zürcher Wappentier und Symbol. Der Name wurde später auf weitere Mannschaften und Teile der gemeinsamen Organisation übertragen.
Die Vereinsfarben sind Blau, Weiss und Rot. Sie waren bereits vor der Fusion eng mit dem Zürcher Schlittschuh Club verbunden. Das Logo der ZSC Lions zeigt einen stilisierten Löwenkopf und den Schriftzug des Clubs.
Geschichte
Gründung und erste Jahre
Der Zürcher Schlittschuh Club wurde am 15. Oktober 1930 im Hotel Habis Royal am Zürcher Bahnhofplatz gegründet. Bereits kurz darauf konnte der neue Verein seine Spiele auf der Dolder-Kunsteisbahn oberhalb der Stadt austragen. Der ZSC nahm ab 1931 am nationalen Meisterschaftsbetrieb teil.[2]
Der Schweizer Eishockeysport wurde zu dieser Zeit insbesondere vom HC Davos geprägt. Der junge Zürcher Club entwickelte sich jedoch schnell zu einem der wichtigsten Konkurrenten der Bündner. Neben dem sportlichen Wettbewerb zwischen den beiden Mannschaften trugen die regelmässigen Begegnungen auf dem Dolder zur wachsenden Popularität des Eishockeys in Zürich bei.
Am 5. März 1936 qualifizierte sich der ZSC durch einen Halbfinalsieg gegen den Akademischen EHC Zürich für das entscheidende Meisterschaftsspiel. Drei Tage später bezwang er den HC Davos und gewann erstmals die Schweizer Meisterschaft.[3]
Der zweite Meistertitel folgte 1949. Die Mannschaft um den langjährigen Nationalspieler Heini Lohrer setzte sich in der entscheidenden Phase der Meisterschaft gegen ihre Konkurrenten durch und bestätigte damit die Stellung des ZSC als bedeutender Schweizer Eishockeyclub.[4]
Umzug ins Hallenstadion
Im November 1950 wechselte der ZSC von der Dolder-Kunsteisbahn ins wenige Jahre zuvor eröffnete Hallenstadion in Zürich-Oerlikon. Das Hallenstadion bot wesentlich mehr Zuschauenden Platz und ermöglichte es, Eishockeyspiele unabhängig von der Witterung durchzuführen.
Mit dem Umzug begann eine neue Phase der Vereinsgeschichte. Die Spiele im Hallenstadion wurden zu bedeutenden Veranstaltungen im Zürcher Sportleben. Gleichzeitig musste sich der Eishockeyclub die Mehrzweckhalle mit Konzerten, Radrennen, Shows und weiteren Veranstaltungen teilen. Daraus ergaben sich während der folgenden Jahrzehnte immer wieder Schwierigkeiten bei der Termin- und Trainingsplanung.
Sportlich erreichte der ZSC Ende der 1950er- und zu Beginn der 1960er-Jahre erneut die nationale Spitze. Im Jahr 1960 gewann er erstmals den Schweizer Cup. 1961 folgten sowohl der Cupsieg als auch die Schweizer Meisterschaft. Der ZSC erreichte damit das erste nationale Double seiner Vereinsgeschichte.[5]
Jahre zwischen den beiden höchsten Ligen
Nach dem Titel von 1961 konnte der ZSC lange Zeit nicht mehr an seine früheren Meisterschaftserfolge anknüpfen. Der Club wechselte mehrfach zwischen der Nationalliga A und der Nationalliga B. Abstiege, Wiederaufstiege und wirtschaftliche Unsicherheiten prägten Teile der 1970er-, 1980er- und frühen 1990er-Jahre.
Die Mannschaft gewann die Meisterschaft der zweithöchsten Spielklasse in den Jahren 1973, 1981, 1983 und 1989. Trotz der sportlichen Schwankungen verfügte der ZSC weiterhin über eine grosse Anhängerschaft. Insbesondere bei wichtigen Spielen war das Hallenstadion regelmässig stark besucht.
Zu den prägenden Spielern dieser Epoche gehörten unter anderem prominente Schweizer Nationalspieler und internationale Verstärkungen. Anfang der 1990er-Jahre spielten die ehemaligen sowjetischen Weltklassespieler Wladimir Krutow und Sergei Prjachin für den ZSC. In den Playoffs von 1992 bezwangen die Zürcher den favorisierten HC Lugano, schieden anschliessend jedoch im Halbfinal aus.
Eishockey beim Grasshopper Club Zürich
Neben dem ZSC unterhielt auch der Grasshopper Club Zürich eine Eishockeysektion. Die Grasshoppers gewannen 1966 unter anderem die Schweizer Meisterschaft und den Schweizer Cup. In späteren Jahrzehnten spielte die Mannschaft überwiegend in tieferen Ligen.
Unter dem ab 1986 amtierenden Präsidenten Walter Frey konzentrierte sich die GC-Eishockeysektion zunehmend auf eine langfristige Nachwuchs- und Organisationsstrategie. Während der ZSC eine Nationalliga-Lizenz und eine grosse Fanbasis besass, verfügte GC über eine starke Nachwuchsarbeit und zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten.
Zusammenschluss von 1997
Im Jahr 1997 schlossen sich der Zürcher Schlittschuh Club und die Eishockeysektion des Grasshopper Clubs Zürich organisatorisch zusammen. Die Profimannschaft des ZSC trat fortan unter dem Namen ZSC Lions in der Nationalliga A an.[6]
Der ZSC brachte insbesondere seine Nationalliga-Lizenz, seine sportliche Tradition und seine Anhängerschaft in die neue Organisation ein. Die GC-Eishockeysektion steuerte ihre Nachwuchsstrukturen und eine finanziell stabilere Grundlage bei. Walter Frey übernahm das Präsidium der ZSC Lions und blieb bis Ende 2025 an der Spitze des Clubs.
Ziel des Zusammenschlusses war der Aufbau einer sogenannten Lions-Pyramide. An deren Spitze stand die Profimannschaft in der Nationalliga A. Darunter sollten eine Ausbildungsmannschaft in der zweithöchsten Liga, eine umfangreiche Nachwuchsorganisation, Breitensportangebote und die Frauenabteilung den langfristigen sportlichen Unterbau bilden.
Drei Jahre nach der Fusion schlossen sich die zweite Mannschaft des Grasshopper Clubs und der SC Küsnacht zusammen. Die Mannschaft spielte zunächst unter der Bezeichnung GC/SCK und erhielt 2001 den Namen GCK Lions.[7]
Meistertitel 2000 und 2001
Die neue Organisationsstruktur führte bereits nach wenigen Jahren zum sportlichen Erfolg. In der Saison 1999/2000 erreichten die ZSC Lions nach Siegen gegen den HC Davos und den EV Zug den Playoff-Final. Dort bezwangen sie den HC Lugano und gewannen den ersten Meistertitel seit 1961.[8]
Der Titelgewinn löste in Zürich grosse Begeisterung aus. Die Mannschaft wurde unter anderem von Torhüter Ari Sulander, Michel Zeiter, Mathias Seger und weiteren prägenden Spielern getragen.
In der folgenden Saison verteidigten die ZSC Lions ihren Meistertitel. Im Playoff-Final von 2001 trafen sie erneut auf den HC Lugano. Nachdem die Zürcher die ersten drei Spiele der Finalserie gewonnen hatten, kam Lugano nochmals heran. Im entscheidenden siebten Spiel sicherten sich die ZSC Lions schliesslich den zweiten Meistertitel in Folge.[9]
Internationale Erfolge zu Beginn der 2000er-Jahre
Neben den nationalen Meisterschaften erzielten die ZSC Lions auch auf internationaler Ebene Erfolge. Sie gewannen 2001 und 2002 den IIHF Continental Cup. Der Wettbewerb war damals einer der wichtigsten europäischen Clubwettbewerbe unterhalb der jeweiligen Landesmeisterschaften.
Die internationalen Turniere halfen dem Club, sich ausserhalb der Schweiz einen Namen zu machen. Sie bildeten zugleich eine Grundlage für den späteren Erfolg in der Champions Hockey League.
Meistertitel 2008
Nach mehreren Jahren ohne Schweizer Meistertitel gewannen die ZSC Lions 2008 erneut die National-League-Meisterschaft. Die Mannschaft hatte die Qualifikation lediglich auf dem siebten Rang beendet, steigerte sich jedoch während der Playoffs deutlich.
Im Final trafen die Zürcher auf den favorisierten Genève-Servette HC. Die ZSC Lions setzten sich in der Serie durch und gewannen den sechsten Meistertitel der ZSC-Vereinsgeschichte beziehungsweise den dritten Titel seit der Fusion von 1997.[10]
Europameister 2009
In der Saison 2008/09 nahmen die ZSC Lions an der ersten Austragung der neu geschaffenen Champions Hockey League teil. Nach der Gruppenphase und dem Halbfinal qualifizierten sie sich für den Final gegen den russischen Spitzenclub Metallurg Magnitogorsk.
Das Hinspiel in Russland endete 2:2. Da das Hallenstadion am vorgesehenen Termin nicht verfügbar war, wurde das Rückspiel im Lido in Rapperswil-Jona ausgetragen. Die ZSC Lions gewannen dieses Spiel mit 5:0 und wurden damit Sieger der Champions Hockey League.
Der Erfolg galt als einer der bedeutendsten internationalen Triumphe eines Schweizer Eishockeyclubs. Die ZSC Lions waren die einzigen Gewinner der damaligen Wettbewerbsausgabe, da die Champions Hockey League in dieser Form nach der Saison 2008/09 vorerst nicht fortgeführt wurde.[11]
Victoria Cup 2009
Als Sieger der Champions Hockey League erhielten die ZSC Lions die Möglichkeit, im September 2009 im Victoria Cup gegen die Chicago Blackhawks aus der nordamerikanischen National Hockey League anzutreten.
Vor 9744 Zuschauenden im Hallenstadion besiegten die ZSC Lions die Blackhawks mit 2:1. Patrik Bärtschi und Lukas Grauwiler erzielten die Zürcher Tore. Die Mannschaft aus Chicago um Patrick Kane, Jonathan Toews und weitere NHL-Stars gewann wenige Monate später den Stanley Cup.
Der Sieg der ZSC Lions über die Blackhawks zählt zu den bekanntesten Einzelspielen der Schweizer Eishockeygeschichte. Der Victoria Cup wurde nach 2009 nicht mehr ausgetragen.[12]
Meistertitel 2012 und 2014
In der Saison 2011/12 qualifizierten sich die ZSC Lions auf dem siebten Rang für die Playoffs. Im Final trafen sie auf den SC Bern. Die Serie wurde erst im siebten Spiel entschieden. Steve McCarthy erzielte kurz vor Spielende das entscheidende Tor zum 2:1 und sicherte den Zürchern den Meistertitel.[13]
Zwei Jahre später gewannen die ZSC Lions erneut die Meisterschaft. In der Saison 2013/14 beendeten sie bereits die Qualifikation auf dem ersten Rang und setzten sich im Playoff-Final gegen die Kloten Flyers durch.
Die Finalserie gegen den regionalen Rivalen aus Kloten stiess im Grossraum Zürich auf grosses Interesse. Der Titel von 2014 war der achte Schweizer Meistertitel in der Geschichte des ZSC und der ZSC Lions.
Meisterschaft und Cup in den 2010er-Jahren
Im Jahr 2016 gewannen die ZSC Lions erstmals seit 1961 wieder den Schweizer Cup. Im Final besiegten sie den Lausanne HC. Der Wettbewerb war 2014 nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder eingeführt worden.
In der Meisterschaft 2017/18 verlief die Qualifikation für die ZSC Lions wechselhaft. Während der Saison übernahm der kanadische Trainer Hans Kossmann die Mannschaft. Als Siebter der Qualifikation erreichten die Zürcher die Playoffs und qualifizierten sich für den Final gegen den HC Lugano.
Die Finalserie wurde über sieben Spiele ausgetragen. Die ZSC Lions gewannen das entscheidende Spiel in Lugano und holten den neunten Schweizer Meistertitel ihrer ZSC-Geschichte.[14]
Swiss Life Arena
Entstehung des Stadionprojekts
Das Hallenstadion war zwar eng mit der Geschichte des Clubs verbunden, wurde jedoch nicht ausschliesslich für Eishockey genutzt. Der Veranstaltungsbetrieb führte regelmässig dazu, dass die ZSC Lions für Heimspiele oder Trainingseinheiten auf andere Eisbahnen ausweichen mussten.
Ab 2008 entwickelte die Clubführung deshalb Pläne für ein eigenes Eishockeystadion. Als Standort wurde ein Grundstück an der Vulkanstrasse in Zürich-Altstetten ausgewählt. Nach politischen Entscheidungen, einer städtischen Volksabstimmung, Planungsverfahren und rechtlichen Abklärungen konnte das Projekt umgesetzt werden.
Der Baubeginn erfolgte im März 2019. Entworfen wurde die Arena vom britischen Architekturbüro Caruso St John Architects. Neben der Haupthalle entstanden eine Trainingshalle, Garderoben, Büros, Gastronomieangebote, Veranstaltungsräume, ein Business Club und weitere Einrichtungen.[15]
Eröffnung
Am 18. Oktober 2022 bestritten die ZSC Lions ihr erstes Meisterschaftsspiel in der neuen Swiss Life Arena. Vor ausverkauftem Haus besiegten sie Fribourg-Gottéron mit 2:1.[16]
Die Arena verfügt bei Eishockeyspielen über eine Kapazität von 12'000 Plätzen. Sie umfasst rund 10'100 Sitzplätze sowie Stehplatzbereiche für Heim- und Gästefans. Zur Anlage gehört eine Trainingshalle mit etwa 300 Plätzen.
Die steilen Tribünen wurden so angeordnet, dass sich die Zuschauenden möglichst nahe am Spielfeld befinden. Ein grosser Videowürfel über der Eisfläche, moderne Gastronomieangebote und der rund 1200 Personen umfassende Business Club gehören zur Ausstattung.
Eigentümerin des Gebäudes ist die ZSC Lions Arena Immobilien AG. Hauptnutzer sind die ZSC Lions, die GCK Lions, der Nachwuchs und die Frauenmannschaften. Daneben wird die Arena für andere Sportveranstaltungen, Konzerte und Firmenanlässe verwendet.
Meisterschaften 2024 und 2025
In der zweiten Saison nach dem Umzug in die Swiss Life Arena erreichten die ZSC Lions den Playoff-Final 2024. Dort trafen sie auf den Lausanne HC. Die Serie wurde über sieben Spiele ausgetragen. Am 30. April 2024 gewannen die Zürcher das entscheidende Heimspiel und damit den zehnten Meistertitel in der Geschichte des ZSC und der ZSC Lions.[17]
In der Saison 2024/25 verteidigten die ZSC Lions ihren nationalen Titel. Sie trafen im Playoff-Final erneut auf Lausanne und entschieden die Serie für sich. Es war der elfte Schweizer Meistertitel des Zürcher Schlittschuh Clubs und der ZSC Lions.
Gleichzeitig gewann die Mannschaft 2025 die neu organisierte Champions Hockey League. Im Halbfinal setzte sie sich gegen Genève-Servette durch. Der Final gegen den schwedischen Club Färjestad BK fand am 18. Februar 2025 in der Swiss Life Arena statt. Die ZSC Lions gewannen mit 2:1; beide Zürcher Tore erzielte Sven Andrighetto.[18]
Damit gelang den ZSC Lions in der Saison 2024/25 erstmals das Double aus Schweizer Meisterschaft und Champions Hockey League. Trainer Marco Bayer war Ende Dezember 2024 von den GCK Lions zur ersten Mannschaft gewechselt und wurde zum ersten Trainer, der mit den ZSC Lions dieses Double gewann.[19]
Nach der Saison 2025/26 trennte sich der Club von Marco Bayer. Für die Saison 2026/27 verpflichteten die ZSC Lions den früheren NHL-Trainer Claude Julien mit einem Vertrag bis 2028.[20]
Organisation
Die ZSC Lions sind Teil einer aus mehreren Gesellschaften und Vereinen bestehenden Eishockeyorganisation. Zur Organisation gehören insbesondere:
- die ZSC Lions als Profimannschaft der National League
- die GCK Lions als Ausbildungsmannschaft in der Swiss League
- die Frauenmannschaften der Lions
- die GCK/ZSC Lions Nachwuchsorganisation
- Breitensport- und Amateurmannschaften
- die Swiss Life Arena
Die Profimannschaft wird von der ZSC Lions Eishockey AG betrieben. Weitere Gesellschaften sind unter anderem die ZSC Lions AG, die GCK Lions Eishockey AG, die GCK/ZSC Lions Nachwuchs AG und die ZSC Lions Arena Immobilien AG.
Zum 1. Januar 2026 übernahm Lorenz Frey-Hilti das Präsidium der ZSC Lions AG von seinem Vater Walter Frey. Walter Frey hatte die Organisation seit der Fusion von 1997 geführt und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.[6]
Peter Zahner ist Delegierter des Verwaltungsrates und Geschäftsführer der ZSC Lions AG. Für den sportlichen Bereich der ersten Mannschaft ist Sportchef Sven Leuenberger verantwortlich.[21]
GCK Lions
Die GCK Lions bilden den wichtigsten Übergang zwischen dem Nachwuchs und der Profimannschaft der ZSC Lions. Sie tragen ihre Heimspiele hauptsächlich in der Kunsteisbahn Küsnacht aus und spielen in der zweithöchsten Schweizer Liga.
Junge Spieler können bei den GCK Lions Erfahrungen im professionellen Erwachseneneishockey sammeln. Besonders talentierte Spieler wechseln anschliessend zu den ZSC Lions oder zu anderen Clubs der National League.
Der Name GCK Lions entstand 2001. Er verbindet die Tradition des Grasshopper Clubs Zürich und des SC Küsnacht mit der gemeinsamen Lions-Organisation.[7]
Nachwuchs
Die Nachwuchsorganisation der GCK/ZSC Lions gehört zu den grössten Eishockeyausbildungsstrukturen der Schweiz. Mehr als 1000 Juniorinnen und Junioren sind in verschiedenen Mannschaften und Altersklassen aktiv.[22]
Die Ausbildung beginnt bei den Hockeyschulen und den jüngsten Nachwuchsstufen. Sie reicht bis zu den leistungsorientierten Mannschaften der höchsten nationalen Juniorenligen. Mannschaften der Organisation gewannen zahlreiche Schweizer Meistertitel in den Altersklassen U16, U18 und U21.
Aus der Nachwuchsorganisation gingen zahlreiche Schweizer Nationalspieler und Profis hervor. Einige spielten später auch in der nordamerikanischen National Hockey League. Die enge Verbindung zwischen den Nachwuchsmannschaften, den GCK Lions und den ZSC Lions ist ein zentraler Bestandteil der sportlichen Strategie.
Frauenmannschaft
Die Frauenabteilung geht teilweise auf die frühere Frauenmannschaft des Grasshopper Clubs zurück. Diese gewann von 1989 bis 1991 drei Schweizer Meistertitel in Folge.
Unter dem Namen ZSC Lions entwickelte sich die Frauenmannschaft zu einem der erfolgreichsten Teams des Schweizer Fraueneishockeys. Sie gewann zahlreiche Meisterschaften und nationale Cupwettbewerbe. Die Mannschaft spielt in der PostFinance Women’s League, der höchsten Schweizer Frauenliga.
Die Frauenmannschaft ist organisatorisch in die Lions-Familie eingebunden und nutzt unter anderem die Infrastruktur der Swiss Life Arena.
Fans und Clubkultur
Die ZSC Lions verfügen über eine grosse Anhängerschaft in der Stadt Zürich und der umliegenden Region. Die Fans bezeichnen den Club häufig als Zett. Zu den vom Club verwendeten Slogans gehören Mir sind Züri und De Z isch meh.
Im Hallenstadion befanden sich die besonders aktiven Anhänger traditionell im sogenannten dritten Rang. Nach dem Umzug in die Swiss Life Arena bildete sich hinter einem der Tore der Limmatblock. Dort stehen die organisierten Fans, präsentieren Choreografien und unterstützen die Mannschaft mit Gesängen.
Die Fan Organisation ZSC Lions dient als Dachorganisation verschiedener Fanclubs. Sie organisiert unter anderem Reisen zu Auswärtsspielen und vertritt gemeinsame Anliegen der Anhängerschaft.[23]
Besondere Bedeutung besitzen die Begegnungen gegen den EHC Kloten. Die beiden Clubs liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt, weshalb ihre Spiele als Zürcher Derby gelten. Historisch bedeutsam sind zudem die zahlreichen Meisterschafts- und Playoffduelle mit dem HC Davos, dem HC Lugano, dem SC Bern und weiteren Schweizer Spitzenclubs.
Bedeutende Spieler
Im Verlauf der Vereinsgeschichte spielten zahlreiche bekannte Schweizer und internationale Eishockeyspieler für den ZSC beziehungsweise die ZSC Lions. Zu ihnen gehören unter anderem:
- Heini Lohrer
- Otto Schubiger
- Charly Kessler
- Wladimir Krutow
- Mark Streit
- Ari Sulander
- Michel Zeiter
- Mathias Seger
- Martin Plüss
- Sven Leuenberger
- Roman Wick
- Patrick Geering
- Denis Malgin
- Sven Andrighetto
Mathias Seger absolvierte von 1999 bis 2018 zahlreiche Spiele für die ZSC Lions und führte die Mannschaft während vieler Jahre als Captain an. Er gewann mit dem Club sechs Schweizer Meistertitel sowie die Champions Hockey League und den Victoria Cup.
Der finnische Torhüter Ari Sulander spielte von 1998 bis 2012 für die ZSC Lions. Er gehörte zu den wichtigsten Spielern der Meistermannschaften von 2000, 2001, 2008 und 2012 sowie des europäischen Siegerteams von 2009.
Erfolge
Die ZSC Lions führen in ihrer offiziellen Organisationsbilanz auch Titel des Grasshopper Clubs Zürich auf. Bei einer ausschliesslichen Betrachtung der direkten Geschichte des Zürcher Schlittschuh Clubs und der ZSC Lions ergeben sich elf Schweizer Meistertitel. Einschliesslich des GC-Meistertitels von 1966 weist die Lions-Organisation zwölf Meisterschaften in der höchsten Spielklasse aus.[1]
| Wettbewerb | Anzahl | Titeljahre |
|---|---|---|
| Schweizer Meister als Zürcher SC beziehungsweise ZSC Lions | 11 | 1936, 1949, 1961, 2000, 2001, 2008, 2012, 2014, 2018, 2024, 2025 |
| Schweizer Meister des Grasshopper Clubs innerhalb der heutigen Lions-Tradition | 1 | 1966 |
| Schweizer Cup als Zürcher SC beziehungsweise ZSC Lions | 3 | 1960, 1961, 2016 |
| Schweizer Cup des Grasshopper Clubs innerhalb der heutigen Lions-Tradition | 1 | 1966 |
| Champions Hockey League | 2 | 2009, 2025 |
| IIHF Continental Cup | 2 | 2001, 2002 |
| Victoria Cup | 1 | 2009 |
| Meister der Nationalliga B als Zürcher SC | 4 | 1973, 1981, 1983, 1989 |
Spielstätten
| Zeitraum | Spielstätte | Ort | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 1930–1950 | Dolder-Kunsteisbahn | Zürich-Hottingen | Erste feste Heimspielstätte des ZSC |
| 1950–2004 | Hallenstadion | Oerlikon | Hauptspielstätte bis zum Umbau |
| 2004–2005 | verschiedene Ausweichspielstätten | unter anderem Kloten | Während des Umbaus des Hallenstadions |
| 2005–2022 | Hallenstadion | Zürich-Oerlikon | Rückkehr nach der Modernisierung |
| seit 2022 | Swiss Life Arena | Altstetten | Club-eigene Eishockey- und Veranstaltungsarena |
Auszeichnungen
Die ZSC Lions beziehungsweise ihre Organisation wurden mehrfach für ihre sportliche und organisatorische Arbeit ausgezeichnet. Die Allianz der europäischen Eishockeyclubs zeichnete die Zürcher Organisation 2020 und 2025 als eine der besten beziehungsweise als beste Eishockeyorganisation Europas aus.[6]
Walter Frey erhielt 2013 für seine Verdienste um den Zürcher Sport den Sportpreis der Stadt Zürich. Unter seiner Führung entstanden die Lions-Pyramide und die Swiss Life Arena.
Siehe auch
- National League
- GCK Lions
- Swiss Life Arena
- Hallenstadion Zürich
- EHC Kloten
- Eishockey in der Schweiz
- Sport in Zürich
Literatur
- Hansruedi Lerch: ZSC Lions – Die Geschichte des Zürcher Schlittschuh Clubs. Zürich.
- ZSC Lions: Swiss Life Arena – geträumt, geplant, gebaut. Zürich 2022.
- Werner Schweizer: Eiszeiten. Eine Schweizer Eishockeygeschichte. Zürich.
Weblinks
- Offizielle Website der ZSC Lions
- Offizielle Website der Swiss Life Arena
- Website der National League
- Website der Champions Hockey League
Wikimedia Commons: Medien zu ZSC Lions
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Palmares – Nationale und internationale Erfolge, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 1930 bis heute, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 1936, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 1949, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 1961, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Walter Frey übergibt Präsidium der ZSC Lions an seinen Sohn Lorenz, ZSC Lions, 30. Oktober 2025, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 7,0 7,1 GCK Lions – Übersicht, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2000, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2001, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2008, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ CHL History – Where it all began, Champions Hockey League, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Victoria-Cup-Sieger 2009, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2012, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ ZSC Lions Zurich, Champions Hockey League, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Zahlen und Fakten, Swiss Life Arena, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Emotionen im neuen Löwenkäfig, Swiss Life Arena, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2024, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Zurich fend off Färjestad to claim European Club Champions title, Champions Hockey League, 18. Februar 2025, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schweizermeister 2025, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Claude Julien wird neuer Trainer der ZSC Lions, ZSC Lions, 3. Juni 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Das Team, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Nachwuchs – Übersicht, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Fan Organisation, ZSC Lions, abgerufen am 24. Juli 2026.