Voralpen-Express

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Voralpen-Express
Zuggattung InterRegio
Betreiber Schweizerische Südostbahn
Strecke St. GallenRapperswilArth-GoldauLuzern
Betriebsaufnahme der Direktverbindung 1949
Name «Voralpen-Express» seit 1992
Streckenlänge 125 km
Fahrzeit rund 2 Stunden 15 Minuten
Takt stündlich
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Rollmaterial Stadler Traverso
Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge 160 km/h
Website unterwegs.sob.ch

Der Voralpen-Express ist eine stündlich verkehrende InterRegio-Verbindung der Schweizerischen Südostbahn (SOB) zwischen St. Gallen und Luzern. Die 125 Kilometer lange Linie verbindet die Ostschweiz mit der Zentralschweiz und führt über Herisau, das Toggenburg, Rapperswil, den Seedamm von Rapperswil, Pfäffikon SZ, Biberbrugg, Rothenthurm und Arth-Goldau.

Die Reise dauert rund zwei Stunden und 15 Minuten. Der Zug durchquert dabei sehr unterschiedliche Landschaften: das hügelige Appenzellerland und Toggenburg, die Region am Zürichsee, das Hochtal von Rothenthurm sowie das Gebiet zwischen Rigi, Zugersee und Vierwaldstättersee. Zu den bekanntesten Bauwerken entlang der Strecke gehören der 99 Meter hohe Sitterviadukt, der 8603 Meter lange Rickentunnel und der Seedamm zwischen Rapperswil und Pfäffikon.[1]

Obwohl die Verbindung touristisch vermarktet wird und grosse Fenster weite Ausblicke ermöglichen, handelt es sich nicht um einen ausschliesslich für den Tourismus betriebenen Panoramazug. Der Voralpen-Express ist Teil des regulären öffentlichen Verkehrs und wird auch von Pendlerinnen und Pendlern genutzt. Es gelten die gewöhnlichen Fahrausweise des Schweizer öffentlichen Verkehrs; eine Sitzplatzreservation ist nicht obligatorisch.[1]

Name

Der Name setzt sich aus den Begriffen «Voralpen» und «Express» zusammen. Er verweist auf die Landschaften am nördlichen Rand der Alpen, welche die Verbindung zwischen Ost- und Zentralschweiz durchquert. Die Bezeichnung wurde 1992 eingeführt und entwickelte sich zu einer eigenständigen Marke der beteiligten Bahngesellschaften.

Im Fahrplan wird die Verbindung als InterRegio geführt. Zeitweise wurde sie in Fahrgastinformationssystemen auch mit den Abkürzungen VAE oder PE bezeichnet. Die Südostbahn verwendet in ihrer Kommunikation weiterhin den etablierten Namen Voralpen-Express.[2]

Strecke

Der Voralpen-Express befährt keine einzelne, durchgehend unter demselben Namen geführte Bahnstrecke. Sein Lauf setzt sich aus Abschnitten mehrerer Bahnlinien zusammen, deren Infrastruktur teilweise der Südostbahn und teilweise den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) gehört.

Abschnitt Befahrene Region Charakteristische Merkmale
St. Gallen–Wattwil Appenzellerland und Toggenburg Sitterviadukt, zahlreiche Brücken und Tunnel
Wattwil–Uznach Toggenburg und Linthgebiet Rickentunnel
Uznach–Rapperswil Obersee weitgehend entlang des östlichen Zürichsees
Rapperswil–Pfäffikon SZ Zürichsee Überquerung des Seedamms
Pfäffikon SZ–Biberbrugg–Arth-Goldau Schwyzer Voralpen Steigungen bis 50 Promille, Hochtal von Rothenthurm
Arth-Goldau–Immensee–Luzern Zentralschweiz Ausblicke auf Rigi, Zugersee und Vierwaldstättersee

St. Gallen–Wattwil

Vom Bahnhof St. Gallen führt die Strecke zunächst westwärts durch das Stadtgebiet. Zwischen St. Gallen und Herisau überquert der Zug das Tal der Sitter auf dem Sitterviadukt. Das Bauwerk ist 365 Meter lang und erreicht eine Höhe von 99 Metern. Es gilt als höchste normalspurige Eisenbahnbrücke der Schweiz.[3]

Nach Herisau steigt die Strecke durch eine von Hügeln, Wäldern und tief eingeschnittenen Tälern geprägte Landschaft an. Sie verläuft über Degersheim und durch den Wasserfluhtunnel ins Toggenburg. Der Voralpen-Express hält zwischen Herisau und Wattwil nicht an allen Regionalverkehrsstationen.

Wattwil–Rapperswil

Von Wattwil führt der Zug durch den Rickentunnel nach Uznach. Der 8603 Meter lange Tunnel unterquert den Ricken und stellt die wichtigste direkte Bahnverbindung zwischen dem Toggenburg und der Region Zürichsee–Linthgebiet dar.

Zwischen Uznach und Rapperswil verläuft die Strecke am Obersee, dem östlichen Teil des Zürichsees. Seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 verkehren der Voralpen-Express und die S4 auf diesem Abschnitt beschleunigt und ohne Halt in Blumenau und Schmerikon. Möglich wurde das neue Betriebskonzept durch den Ausbau der Doppelspur zwischen Uznach und Schmerikon. Die Fahrzeit zwischen Rapperswil und St. Gallen verkürzte sich dadurch von 52 auf 48 Minuten.[4]

Rapperswil–Biberbrugg

In Rapperswil wechselt der Zug seine Fahrtrichtung nicht. Er verlässt den Bahnhof nach Westen und überquert auf dem Seedamm den Zürichsee. Während der Überfahrt bestehen Ausblicke auf den Obersee, die Inseln Ufenau und Lützelau sowie auf die Berglandschaft der Kantone Schwyz und Glarus.

Nach Pfäffikon SZ steigt die Strecke über Freienbach und Schindellegi nach Biberbrugg an. Auf dem Abschnitt Pfäffikon SZ–Biberbrugg werden Steigungen von bis zu 50 Promille erreicht. Die Strecke ist abschnittsweise einspurig und wird neben dem Voralpen-Express auch von Zügen der S-Bahn benutzt.

Biberbrugg–Arth-Goldau

Von Biberbrugg führt der Voralpen-Express durch das Hochtal von Rothenthurm. Dort befindet sich die grösste zusammenhängende Hochmoorlandschaft der Schweiz. Der höchste Punkt des gesamten Zuglaufs liegt bei Biberegg auf 933 Metern über Meer.[1]

Nach Rothenthurm verläuft die Strecke über Sattel und Steinerberg nach Arth-Goldau. Auch auf diesem Abschnitt werden Steigungen bis 50 Promille bewältigt. In Arth-Goldau bestehen Anschlüsse in Richtung Gotthard, Zug, Zürich und Basel.

Arth-Goldau–Luzern

Zwischen Arth-Goldau und Luzern benutzt der Voralpen-Express Strecken der SBB. Er fährt zunächst in Richtung Immensee und folgt anschliessend der Bahnlinie über Küssnacht am Rigi und Meggen.

Bei guter Sicht sind die Rigi, Teile des Zugersees und der Vierwaldstättersee zu sehen. Vor dem Endbahnhof Luzern hält der Zug in Meggen Zentrum und beim Verkehrshaus. Die Verbindung erschliesst damit sowohl Wohngebiete als auch touristisch bedeutende Ziele der Zentralschweiz.

Haltestellen

Der Voralpen-Express bedient im regulären Fahrplan folgende Bahnhöfe:

Reihenfolge ab Luzern Bahnhof Kanton
1 Luzern Luzern
2 Luzern Verkehrshaus Luzern
3 Meggen Zentrum Luzern
4 Küssnacht am Rigi Schwyz
5 Arth-Goldau Schwyz
6 Rothenthurm Schwyz
7 Biberbrugg Schwyz
8 Pfäffikon SZ Schwyz
9 Rapperswil St. Gallen
10 Uznach St. Gallen
11 Wattwil St. Gallen
12 Herisau Appenzell Ausserrhoden
13 St. Gallen St. Gallen

Einzelne Früh-, Spät- oder baustellenbedingt veränderte Verbindungen können von diesem Haltemuster abweichen. Der aktuelle Fahrplan wird im elektronischen Fahrplan des Schweizer öffentlichen Verkehrs veröffentlicht.

Landschaft und technische Besonderheiten

Die Strecke weist für eine InterRegio-Verbindung ungewöhnlich grosse Höhenunterschiede und starke Steigungen auf. Der tiefste Punkt des Zuglaufs liegt bei Schmerikon auf ungefähr 408 Metern über Meer, der höchste bei Biberegg auf 933 Metern. Zwischen Pfäffikon SZ und Biberbrugg sowie zwischen Arth-Goldau und Biberegg beträgt die maximale Steigung 50 Promille.[1]

Die Streckenführung ist von zahlreichen Kunstbauten geprägt. Besonders im Abschnitt zwischen St. Gallen und Wattwil waren beim Bau tiefe Täler, instabile Hänge und stark gegliederte Geländestrukturen zu überwinden. Neben dem Sitterviadukt gehören der Wasserfluhtunnel, der Bruggwaldtunnel und mehrere kleinere Viadukte zu den markanten Bauwerken.

Der Rickentunnel zwischen Wattwil und Kaltbrunn ist der längste Tunnel des Zuglaufs. Er gehört zur Infrastruktur der SBB und nicht zum eigenen Streckennetz der Südostbahn. Die Bezeichnung des Rickentunnels als längster Tunnel des Voralpen-Expresses ist deshalb von der Statistik des SOB-eigenen Netzes zu unterscheiden, in der der Wasserfluhtunnel als längster Tunnel aufgeführt wird.

Geschichte

Vorgeschichte

Die historische Grundlage des Voralpen-Expresses bilden mehrere unabhängig voneinander entstandene Bahnstrecken. Die Schweizerische Südostbahn ging Ende des 19. Jahrhunderts aus der Verbindung der Wädenswil-Einsiedeln-Bahn und der Zürichsee–Gotthardbahn hervor. Ihre Linien stellten eine Verbindung zwischen dem Zürichsee, Einsiedeln und Arth-Goldau her.

Für den östlichen Abschnitt war vor allem die Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) von Bedeutung. Die Gesellschaft wurde 1904 gegründet. Ihre Strecken zwischen Romanshorn, St. Gallen und Wattwil wurden im Oktober 1910 eröffnet. Wegen der anspruchsvollen Topografie erforderte der Bau zahlreiche Tunnel, Brücken und Viadukte.[5]

Nach der Elektrifikation der beteiligten Strecken entstanden die technischen Voraussetzungen für durchgehende elektrische Züge. Die Südostbahn elektrifizierte 1939 ihre Abschnitte zwischen Rapperswil und Arth-Goldau.

Direkte Linie

1949 wurde eine durchgehende Verbindung zwischen Romanshorn und Luzern eingerichtet. Reisende mussten in Arth-Goldau nicht mehr umsteigen. Die Verbindung wurde als «Direkte Linie Nordostschweiz–Zentralschweiz» bezeichnet und gemeinsam von der Bodensee-Toggenburg-Bahn, der Südostbahn und den SBB betrieben. Jede der drei Gesellschaften war zunächst zu einem Drittel beteiligt.[5]

Die direkte Linie stellte eine wichtige Verbindung zwischen dem Bodensee, der Ostschweiz, dem Zürichseegebiet und der Gotthardbahn her. Neben dem Reiseverkehr diente sie auch dem regionalen Verkehr entlang der beteiligten Strecken.

1982 wurde ein Taktfahrplan eingeführt. Die Schnellzüge zwischen Romanshorn und Luzern verkehrten zunächst alle zwei Stunden. Ergänzt wurden sie durch Regionalzüge auf einzelnen Abschnitten des Netzes.

Einführung des Namens

1992 erhielt die Verbindung den Namen «Voralpen-Express». Gleichzeitig wurde der Marktauftritt vereinheitlicht. Der neue Name sollte die landschaftliche Eigenart der Route hervorheben und die Verbindung als eigenständiges Produkt im Schweizer Bahnverkehr positionieren.

1998 gründeten die beteiligten Unternehmen für Betrieb und Vermarktung eine einfache Gesellschaft. 1999 wurde der durchgehende Stundentakt zwischen Bodensee und Vierwaldstättersee eingeführt.

Im Jahr 2001 fusionierten die Bodensee-Toggenburg-Bahn und die damalige Südostbahn zur heutigen Schweizerischen Südostbahn AG. Die Zusammenarbeit mit den SBB im Rahmen des Voralpen-Expresses wurde zunächst fortgesetzt.

Übernahme durch die Südostbahn

Im Februar 2012 vereinbarten die SOB und die SBB den Verkauf der Rechte am Produkt Voralpen-Express und von elf Personenwagen an die Südostbahn. Mit dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2013 wurde die einfache Gesellschaft aufgelöst. Der Voralpen-Express ging vollständig in den Besitz und die betriebliche Verantwortung der SOB über.[6]

Im Rahmen der Neuordnung wurde der reguläre Zuglauf auf die Verbindung St. Gallen–Luzern konzentriert. Der Abschnitt zwischen Romanshorn und St. Gallen wird seither durch andere Angebote des Regional- und Fernverkehrs bedient.

Einführung des Traverso

Ende Juni 2016 bestellte die Südostbahn bei Stadler Rail neue elektrische Niederflurtriebzüge. Der erste achtteilige Zug wurde im Juni 2018 vorgestellt. Die Fahrzeuge erhielten den Namen Traverso, der vom italienischen Wort für «quer» abgeleitet ist und auf die quer durch die Schweiz führenden Einsatzgebiete der Züge verweist.[7]

Im Juni 2019 wurden die ersten Traverso-Züge im Fahrgastbetrieb eingesetzt. Mit dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2019 ersetzten sie die letzten lokbespannten und aus älteren Triebwagen gebildeten Kompositionen vollständig.[2]

Rollmaterial

Frühere Fahrzeuge

Über viele Jahrzehnte kamen im Voralpen-Express Fahrzeuge verschiedener Bahngesellschaften zum Einsatz. Die Kompositionen bestanden aus Personenwagen der BT, der SOB und der SBB und wurden von unterschiedlichen elektrischen Lokomotiven und Triebwagen gezogen oder geschoben.

Ab den 1990er-Jahren prägten die sogenannten Revvivo-Wagen das Erscheinungsbild des Zuges. Sie entstanden durch einen umfassenden Umbau älterer Einheitswagen I, deren ursprüngliche Wagenkästen aus den 1950er- und 1960er-Jahren stammten. Die modernisierten Wagen erhielten unter anderem neue Innenräume, Klimaanlagen und ein einheitliches Aussendesign.

In den letzten Betriebsjahren wurden die festen Kompositionen unter anderem mit Lokomotiven der Baureihen Re 446 und Re 456 sowie mit Trieb- und Steuerwagen des Typs NPZ eingesetzt. Häufig befand sich an beiden Enden des Zuges ein angetriebenes Fahrzeug, wodurch das zeitaufwendige Umsetzen einer Lokomotive entfiel.

Nach der Ablösung im Jahr 2019 wurden zahlreiche Revvivo-Wagen verkauft. Fahrzeuge gelangten unter anderem zu touristischen und historischen Bahnbetreibern in Frankreich und Ungarn. Andere Wagen wurden zu Ausbildungs-, Büro- oder Aufenthaltsräumen umgebaut oder verschrottet.[8]

Traverso

Heute wird der Voralpen-Express hauptsächlich mit achtteiligen, kupferfarbenen Niederflurtriebzügen des Typs Stadler Traverso betrieben. Die Fahrzeuge gehören zur FLIRT-Familie und sind bei der SOB als Baureihe RABe 526 eingereiht.

Ein achtteiliger Traverso ist ungefähr 150 Meter lang und bietet 359 Sitzplätze, davon 68 in der ersten Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Im planmässigen Betrieb kann diese Geschwindigkeit wegen der kurvenreichen Streckenführung und der niedrigeren zulässigen Streckengeschwindigkeiten nur auf geeigneten Abschnitten erreicht werden.[7]

Zur Ausstattung gehören:

  • stufenlose Niederflureinstiege;
  • klimatisierte Fahrgasträume;
  • grosse Fenster;
  • Steckdosen an allen Sitzplätzen;
  • ein Fahrgastinformationssystem;
  • Abstellmöglichkeiten für Velos, Kinderwagen und Wintersportausrüstung;
  • ein Familienabteil;
  • barrierefrei zugängliche Toiletten;
  • zwei Bistrozonen mit Getränke- und Snackautomaten.

Die erste Klasse besitzt eine 2+1-Bestuhlung. Das Familienabteil ist mit Wimmelbildern des Luzerner Illustrators Konrad Beck gestaltet. In den Bistrozonen stehen jeweils Sitzplätze mit Tischen zur Verfügung.[9]

Zu Zeiten hoher Nachfrage kann ein achtteiliger Traverso durch einen vierteiligen FLIRT-Triebzug verstärkt werden. Die vierteiligen Fahrzeuge besitzen 197 Sitzplätze und werden ansonsten vorwiegend im S-Bahn-Verkehr eingesetzt.

Betrieb und Angebot

Der Voralpen-Express verkehrt grundsätzlich im Stundentakt in beiden Richtungen. Die Abfahrtszeiten sind auf die Knotenbahnhöfe St. Gallen, Rapperswil, Biberbrugg, Arth-Goldau und Luzern abgestimmt. Dort bestehen Anschlüsse an den Fern- und Regionalverkehr.

Die Linie erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie verbindet die Ost- und Zentralschweiz ohne den Umweg über Zürich, erschliesst regionale Zentren und dient als Zubringer zur Gotthardachse. Zugleich besitzt sie wegen der abwechslungsreichen Landschaft touristische Bedeutung.

Eine besondere betriebliche Herausforderung sind die zahlreichen eingleisigen Abschnitte. Zugkreuzungen müssen fahrplanmässig an bestimmten Bahnhöfen stattfinden. Verspätungen können sich deshalb stärker auf die Gegenrichtung und auf anschliessende S-Bahn-Linien auswirken als auf vollständig doppelspurigen Strecken.

Bauarbeiten führen gelegentlich zu Teilunterbrüchen, Umleitungen oder Ersatzverkehr. Da der Zug sowohl SOB- als auch SBB-Infrastruktur benutzt, werden Unterhalts- und Ausbauarbeiten von mehreren Infrastrukturbetreiberinnen koordiniert.

Bedeutung für den Tourismus

Die Südostbahn vermarktet den Voralpen-Express als Verbindung von Natur und Kultur. Die Route erschliesst zahlreiche Ausflugsziele, darunter die Altstädte von St. Gallen, Rapperswil und Luzern, das Kloster Einsiedeln über Biberbrugg, das Hochmoor von Rothenthurm, die Rigi und das Verkehrshaus der Schweiz.

Der Zug ist Teil touristischer Reisevorschläge und kann in Rundreisen mit Schiffen, Bergbahnen und anderen Bahnlinien kombiniert werden. Anders als bei mehreren klassischen Schweizer Panoramazügen ist kein Zuschlag erforderlich. Die üblichen Billette, das Halbtax-Abonnement und das Generalabonnement sind gültig.

Die grossen Fenster der Traverso-Züge verbessern die Aussicht, besitzen jedoch keine bis ins Dach gezogenen Panoramascheiben. Der Voralpen-Express bleibt in erster Linie eine reguläre öffentliche Verkehrsverbindung mit touristischer Zusatzfunktion.

Ausbau der Infrastruktur

Mehrere Abschnitte des Zuglaufs wurden seit Beginn des 21. Jahrhunderts ausgebaut. Ein bedeutendes Projekt war die neue Doppelspur zwischen Uznach und Schmerikon, die im Dezember 2023 in Betrieb genommen wurde. Sie erhöhte die Kapazität am Obersee und ermöglichte einen dichteren S-Bahn-Verkehr sowie eine Beschleunigung des Voralpen-Expresses.[4]

Die Südostbahn plant ausserdem den Ausbau weiterer Engpässe ihres Netzes. Dazu gehört insbesondere der Abschnitt zwischen Schindellegi-Feusisberg und Biberbrugg, auf dem neben dem Voralpen-Express mehrere S-Bahn-Linien verkehren. Eine zusätzliche Doppelspur soll die Fahrplanstabilität erhöhen und zukünftige Angebotsausbauten ermöglichen.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Voralpen-Express