Milchbuck
Milchbuck ist ein Stadtgebiet und historischer Flurname in Zürich. Es liegt überwiegend im Quartier Unterstrass des Kreises 6 am Übergang zwischen dem innerstädtischen Zürich und den nördlichen Stadtteilen. Der Name bezeichnet sowohl die Geländeerhebung zwischen Käferberg und Zürichberg als auch das umliegende Wohngebiet, einen bedeutenden Verkehrsknoten und die Haltestelle Milchbuck der Verkehrsbetriebe Zürich.
Milchbuck ist kein eigenständiges statistisches Quartier der Stadt Zürich. Das Gebiet wird statistisch hauptsächlich Unterstrass zugerechnet; einzelne räumliche und städtebauliche Zusammenhänge reichen auch nach Oberstrass. Deshalb bestehen für Milchbuck keine eigene amtliche Quartierfläche und keine separate Bevölkerungsstatistik.
Der Ort besitzt grosse Bedeutung für den Zürcher Verkehr. Hier treffen die Schaffhauserstrasse, die Bucheggstrasse, die Irchelstrasse und mehrere Quartierstrassen aufeinander. Die Tram- und Bushaltestelle Milchbuck gehört zu den bedeutenden Umsteigepunkten der Stadt. Unmittelbar östlich befindet sich der Irchelpark mit dem Campus Irchel der Universität Zürich. Unter beziehungsweise in unmittelbarer Nähe des Gebiets verlaufen der Milchbucktunnel der Autobahn A1L sowie der Tram-Tunnel in Richtung Schwamendingen.
| Milchbuck | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 6 |
| Quartier | überwiegend Unterstrass |
| Art | Stadtgebiet, Flurname und Verkehrsknoten |
| Statistisches Quartier | nein |
| Wichtige Strassen | Schaffhauserstrasse Bucheggstrasse Irchelstrasse Milchbuckstrasse |
| Öffentlicher Verkehr | Tram- und Bushaltestelle Milchbuck |
| Nahe Einrichtungen | Irchelpark Campus Irchel Schulanlage Milchbuck |
| Autobahn | A1L, Milchbucktunnel |
| Postleitzahl | 8057 |
| Koordinaten | ca. 47° 23′ 50″ N, 8° 32′ 39″ O |
Lage
Milchbuck liegt nördlich des dichter bebauten historischen Zentrums von Unterstrass auf einem Geländesattel zwischen dem Käferberg im Westen und dem Zürichberg beziehungsweise Irchel im Osten.
Diese topografische Lage besitzt grosse Bedeutung für die Entwicklung Zürichs. Zwischen den beiden Höhenzügen befindet sich einer der wichtigsten natürlichen Übergänge vom inneren Stadtgebiet in Richtung Oerlikon, Schwamendingen, Glattal und Flughafenregion.
Die Schaffhauserstrasse führt aus der Innenstadt über Schaffhauserplatz und Milchbuck nach Oerlikon und weiter in Richtung Seebach. Westlich führt die Bucheggstrasse zum Bucheggplatz und weiter in Richtung Wipkingen und Höngg.
Östlich des Verkehrsknotens beginnt der Irchelpark. Dahinter befinden sich die Universitätsgebäude des Campus Irchel.
Name
Milchbuck ist ursprünglich ein Flurname. Das Stadtarchiv Zürich bezeichnet Milchbuck als «Flurname und Quartier in Zürich-Unterstrass, Kreis 6».[1]
Das Wort Buck bezeichnet im Schweizerdeutschen beziehungsweise süddeutschen Sprachraum eine Geländeerhebung oder einen Hügel.
Der erste Bestandteil des Namens wird mit der früheren landwirtschaftlichen Nutzung des Gebiets in Verbindung gebracht. Die Wiesen auf der Anhöhe galten als besonders ertragreich und boten gutes Futter für das Vieh. Dadurch wurde ein hoher Milchertrag erzielt, was zur Bezeichnung Milchbuck beigetragen haben soll.
Bevor die Verstädterung einsetzte, bestand die Umgebung aus Wiesen, Feldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die heutige dichte Bebauung entstand überwiegend erst im 20. Jahrhundert.
Historische Zugehörigkeit
Das Gebiet Milchbuck gehörte historisch zur Gemeinde Unterstrass.
Unterstrass entwickelte sich entlang der sogenannten «unteren Strasse», einer alten Verkehrsverbindung von Zürich über Kloten nach Bülach und weiter in Richtung Schaffhausen.
Die politische Gemeinde Unterstrass wurde am 1. Januar 1893 im Rahmen der ersten grossen Zürcher Eingemeindung Teil der Stadt Zürich.
Gemeinsam mit Oberstrass und Wipkingen wurde Unterstrass zunächst einem gemeinsamen Stadtkreis zugeteilt. Bei der Neuordnung der Stadtkreise 1913 bildeten Unterstrass und Oberstrass den heutigen Kreis 6.
Milchbuck blieb Teil von Unterstrass.
Landwirtschaftliche Vergangenheit
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gebiet rund um Milchbuck wesentlich weniger bebaut als heute.
Während Unterstrass südlich des Schaffhauserplatzes bereits weitgehend verstädtert war, bestanden um den Milchbuck weiterhin offene und landwirtschaftlich geprägte Flächen.[2]
Diese Flächen ermöglichten später eine grosszügige und planmässige Stadterweiterung.
Anders als die engen Blockrandquartiere der Innenstadt und der innenstadtnahen Teile Unterstrass' konnten am Milchbuck zusammenhängende Wohnsiedlungen, Schulen, Strassen und Grünverbindungen geplant werden.
Bebauungsplanung
Die Entwicklung des heutigen Milchbuckquartiers begann verstärkt nach dem Ersten Weltkrieg.
Der Zürcher Wohnungsmarkt war damals von grosser Wohnungsnot geprägt. Die Stadt und gemeinnützige Bauträger suchten deshalb nach Möglichkeiten, auf den noch freien Flächen am Stadtrand neuen Wohnraum zu schaffen.
Bereits 1918 entstand die Idee einer Grünverbindung zwischen Käferberg und Zürichberg.
1920 wurde ein Bebauungsplan für das Gebiet Milchbuck ausgearbeitet. 1924 verabschiedete der Stadtrat den Bebauungsplan und entsprechende Bauvorschriften.[3]
Die Planung sah nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Schulen, Grünflächen und klar strukturierte Strassenräume vor.
Gartenstadtidee
Die Wohngebiete rund um Milchbuck gehören zu den frühen Beispielen einer stärker durchgrünten Zürcher Siedlungsplanung.
Statt dicht geschlossener Häuserblöcke entstanden vielerorts aufgelockerte Wohnsiedlungen mit Gärten, Baumreihen und gemeinschaftlichen Freiräumen.
Diese Bebauung leitete städtebaulich den Übergang zu den späteren Gartenstadtgebieten im Norden Zürichs ein.
Der kommunale Richtplan der Stadt Zürich bezeichnet Teile von Unterstrass im Bereich Milchbuck weiterhin als Gebiete mit Gartenstadtcharakter. Bei künftigen Entwicklungen soll diese Struktur in zeitgemässer Form weiterentwickelt werden.[4]
Grünverbindung Milchbuck–Guggach
Ein wesentliches Element der Stadtplanung war die Grünraumverbindung Milchbuck–Guggach.
Die Projektidee entstand 1918. Ziel war eine siedlungstrennende Grünverbindung zwischen Käferberg und Zürichberg.
Die Guggachstrasse wurde 1928 angelegt. Bis 1931 waren entlang der Verbindung Baumreihen beziehungsweise Alleen gepflanzt.[3]
Diese Grünachse gehört sowohl zu Unterstrass als auch teilweise zu Oberstrass.
Die Verbindung besitzt heute neben ihrer städtebaulichen auch eine ökologische und klimatische Bedeutung. Sie erleichtert den Luftaustausch und bietet Fussgängerinnen und Fussgängern sowie Velofahrenden eine Verbindung zwischen den Quartieren.
Schulanlage Milchbuck
Die Schulanlage Milchbuck gehört zu den bedeutendsten öffentlichen Bauten des Gebiets.
1918 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für eine grosse Schule an der Guggachstrasse aus. Der heutige Bau wurde nach einem Entwurf des Architekten Albert Froelich errichtet und 1929 beziehungsweise 1930 in Betrieb genommen.[5]
Das monumentale Schulhaus wurde zum städtebaulichen Mittelpunkt des neu geplanten Wohngebiets.
Die umliegenden Strassen und Siedlungen wurden teilweise gezielt auf die Symmetrieachse des Schulgebäudes ausgerichtet.
Zu den benachbarten Anlagen gehört die städtische Wohnsiedlung Im Birkenhof.
Architektur der Schule
Das Schulhaus Milchbuck ist ein charakteristisches Beispiel der Zürcher Schulhausarchitektur der Zwischenkriegszeit.
Der Bau besitzt eine streng symmetrische und klassizistisch geprägte Gestaltung.
Bereits zur Zeit seiner Entstehung wurde über die monumentale Wirkung des Gebäudes diskutiert. Neue pädagogische Konzepte bevorzugten damals zunehmend kleinere und stärker mit Grünräumen verbundene Schulanlagen.
Die Entwicklung führte später zu den für Zürich typischen Pavillonschulen der Moderne.
Die historische Schulanlage Milchbuck blieb jedoch erhalten und wurde umfassend saniert.
Sanierung der Schulanlage
Zwischen 2006 und 2009 wurde die Schulanlage umfassend instand gesetzt.
Die Stadt modernisierte Unterrichtsräume, Haustechnik und Energieversorgung. Gleichzeitig mussten die denkmalpflegerischen Qualitäten des Gebäudes erhalten werden.
Nach Abschluss der Arbeiten entsprach die Anlage dem Minergie-Standard.[5]
Heute umfasst die Schule Milchbuck Kindergarten-, Primar- und Sekundarklassen und gehört zum öffentlichen Schulangebot der Stadt Zürich.
Wohnsiedlungen
Das Umfeld von Milchbuck ist stark von Wohnsiedlungen der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit geprägt.
Besonders verbreitet sind gemeinnützige und genossenschaftliche Wohnanlagen.
Die Gebäude wurden vielfach als Zeilenbauten oder aufgelockerte Gruppen angeordnet. Dazwischen liegen Gärten, Rasenflächen und Baumbestände.
Diese Struktur unterscheidet das Gebiet deutlich von den dicht bebauten Teilen Unterstrass' zwischen Innenstadt und Schaffhauserplatz.
Der gemeinnützige Wohnungsbau besitzt bis heute grosse Bedeutung für die soziale Struktur des Gebiets.
Quartierzentrum Milchbuck
Die Stadt Zürich bezeichnet das Gebiet an Schaffhauser-, Milchbuck- und Bucheggstrasse als Quartierzentrum Milchbuck.[6]
Das Zentrum liegt an einer wichtigen Hauptachse für den öffentlichen und privaten Verkehr vom Norden in Richtung Innenstadt.
Neben Wohnhäusern befinden sich Geschäfte, Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen im Umfeld.
Die Stadt sieht ein Potenzial zur weiteren städtebaulichen Aufwertung. Insbesondere die Verbindung zwischen dem eigentlichen Quartierzentrum, der Haltestelle Milchbuck und dem Irchelpark soll verbessert werden.
Haltestelle Milchbuck
Die Haltestelle Milchbuck ist einer der wichtigsten Knoten des Zürcher öffentlichen Verkehrs.
Mehrere Tramlinien treffen hier zusammen. Dazu gehören unter anderem die Linien 7, 9, 10 und 14. Hinzu kommen Busverbindungen.[6]
Die Haltestelle dient sowohl dem Quartierverkehr als auch als Zugang zum Campus Irchel der Universität Zürich.
Bereits Anfang der 2010er-Jahre wurde sie täglich von rund 34'000 Fahrgästen genutzt und gehörte damit zu den meistfrequentierten Haltestellen der Verkehrsbetriebe Zürich.[7]
Neugestaltung der Haltestelle
2010 und 2011 wurde die Haltestelle umfassend erneuert.
Das frühere VBZ-Dienstgebäude, Wartehallen, Kiosk und weitere Einrichtungen wurden ersetzt. Gleichzeitig wurde der Haltestellenbereich auf der Seite des Irchelparks verbreitert.
Die Bushaltekante wurde hindernisfrei gestaltet.
Eine Sitzmauer und weitere Massnahmen verbesserten die Gestaltung des Zugangs zum Park.[7]
Die Haltestelle besitzt weiterhin eine besondere städtebauliche Situation: Sie liegt einerseits direkt bei einem grossen Park und Universitätsstandort, andererseits innerhalb eines stark vom Verkehr geprägten Raums.
Irchelpark
Hauptartikel: Irchelpark
Unmittelbar östlich des Milchbuck liegt der Irchelpark.
Die weitläufige Grünanlage entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Campus Irchel der Universität Zürich.
Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem bedeutenden Hochschul- und Erholungsraum.
Der Park umfasst Wiesen, Baumgruppen, Wege und Wasserflächen. Er dient sowohl den Angehörigen der Universität als auch der Quartierbevölkerung zur Erholung.
Die Haltestelle Milchbuck bildet einen der wichtigsten Zugänge zum Park.
Campus Irchel
Hauptartikel: Campus Irchel
Der Campus Irchel der Universität Zürich liegt unmittelbar östlich beziehungsweise nordöstlich des Milchbuck.
Der Bau des Universitätsstandorts begann in den 1970er-Jahren. Der Campus beherbergt heute zahlreiche naturwissenschaftliche, medizinische und weitere Institute.
Die Universität plant langfristig eine umfassende Erneuerung und Erweiterung des Standorts.
Durch diese Entwicklung wird die Bedeutung des Milchbuck als Zugang zum Campus und als Verkehrsknoten weiter verstärkt.
Tram-Tunnel nach Schwamendingen
Milchbuck bildet den westlichen Zugang zur einzigen längeren unterirdischen Tramstrecke im regulären Zürcher Tramnetz.
Der Tunnel führt vom Bereich Milchbuck in Richtung Schwamendingen.
Seine Entstehung geht auf Zürcher U-Bahn-Planungen der 1960er- und 1970er-Jahre zurück. Ein umfassendes U-Bahn-Projekt wurde 1973 in einer Volksabstimmung abgelehnt.
Ein bereits vorgesehenes Tunnelbauwerk zwischen Milchbuck und Schwamendingen wurde jedoch realisiert und später für den Trambetrieb eingerichtet.
Die Tramstrecke wurde 1986 eröffnet.[8]
Heute verkehren die Tramlinien 7 und 9 durch den Tunnel nach Schwamendingen.
Besonderheit des Tram-Tunnels
Die Zürcher Tramstrecke nach Schwamendingen besitzt eine technische Besonderheit.
Die unterirdischen Haltestellen verfügen über Mittelperrons. Die Zürcher Trams besitzen ihre Türen normalerweise auf der rechten Fahrzeugseite.
Damit Fahrgäste an den Mittelperrons ein- und aussteigen können, wechseln die Gleise innerhalb des Tunnels ihre Seiten. Die Trams verkehren dort deshalb vorübergehend im Linksverkehr.
Nach Verlassen des Tunnels wechseln die Gleise wieder auf die normale Seite.
Diese Betriebsform macht den Schwamendinger Tram-Tunnel zu einem ungewöhnlichen Bestandteil des Zürcher Verkehrsnetzes.
Milchbucktunnel
Hauptartikel: Milchbucktunnel
Neben dem öffentlichen Verkehr wird Milchbuck stark durch den motorisierten Individualverkehr geprägt.
Der Milchbucktunnel ist Teil des Autobahnzubringers A1L und verbindet den nördlichen Autobahnanschluss mit dem Gebiet Letten beziehungsweise der Innenstadt.
Der rund 1,8 Kilometer lange Tunnel wurde am 2. Juli 1985 dem Verkehr übergeben.[9]
In Richtung Norden schliesst der Schöneichtunnel an.
Expressstrassen-Y
Der Milchbucktunnel ist ein realisierter Bestandteil des ursprünglich wesentlich grösser geplanten Zürcher Expressstrassen-Y.
Dieses Verkehrskonzept aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sah vor, mehrere Autobahnäste bis in die Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs zu führen und dort miteinander zu verbinden.
Der Bundesrat genehmigte entsprechende Planungen 1962.[10]
Aufgrund politischen Widerstands und veränderter städtebaulicher Vorstellungen wurde das vollständige Expressstrassen-Y nie gebaut.
Realisierte Teile sind unter anderem:
- die A1L mit dem Milchbucktunnel
- Teile der Sihlhochstrasse
- verschiedene Autobahnzubringer
Das ursprünglich geplante zentrale Verbindungsstück fehlt bis heute.
Auswirkungen des Milchbucktunnels
Vor Eröffnung des Tunnels verlief ein grosser Teil des motorisierten Verkehrs aus dem Norden über oberirdische Strassen durch Unterstrass.
Mit der Inbetriebnahme im Juli 1985 wurde ein Teil dieses Verkehrs auf die unterirdische Verbindung verlagert.[11]
Als flankierende Massnahme wurde die Schaffhauserstrasse 1985 umgestaltet.
Der Tramverkehr erhielt auf längeren Abschnitten ein eigenes Trassee. Zudem entstanden Verbesserungen für andere Verkehrsarten.[6]
Trotzdem bleibt Milchbuck bis heute einer der stark vom Verkehr geprägten Räume des Kreises 6.
Schaffhauserstrasse
Die Schaffhauserstrasse bildet das wichtigste städtebauliche Rückgrat des Milchbuckgebiets.
Sie folgt einer historischen Ausfallverbindung von Zürich nach Norden.
Vom Schaffhauserplatz führt sie über Milchbuck weiter nach Oerlikon und Seebach.
Tramverkehr, motorisierter Individualverkehr, Veloverkehr und Fussverkehr teilen sich den Strassenraum beziehungsweise besitzen abschnittsweise eigene Verkehrsflächen.
Im Umfeld des Milchbuck befinden sich Geschäfte, Wohnhäuser und Quartiereinrichtungen entlang der Strasse.
Bucheggstrasse
Die Bucheggstrasse verbindet den Milchbuck mit dem Bucheggplatz.
Sie ist Teil einer bedeutenden Ost-West-Verbindung zwischen Unterstrass und Wipkingen.
Über diese Achse bestehen weitere Verbindungen nach Zürich-West, Höngg und in Richtung Limmattal.
Die starke Verkehrsfunktion von Bucheggstrasse und Schaffhauserstrasse macht den Milchbuck zu einem wichtigen innerstädtischen Knotenpunkt.
Milchbuckstrasse
Die Milchbuckstrasse verläuft durch das Wohngebiet zwischen Schaffhauserstrasse und Scheuchzerstrasse.
Sie erhielt ihren Namen nach dem historischen Flurnamen.
Das Gebiet wird stärker durch Wohnen und lokale Quartierfunktionen geprägt als die unmittelbar angrenzenden Hauptverkehrsachsen.
An der Milchbuckstrasse findet regelmässig ein Quartiermarkt statt.[12]
Umgestaltung des Strassenraums
Die Stadt Zürich plant eine weitere Aufwertung von Scheuchzer- und Milchbuckstrasse.
Vorgesehen sind breitere Trottoirs, bessere Bedingungen für den Veloverkehr, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und eine umfangreiche Begrünung.
Nach dem aktuellen Projekt sollen 49 neue Bäume gepflanzt werden. Gleichzeitig werden Elemente des sogenannten Schwammstadtprinzips umgesetzt.[12]
Damit soll das dicht bebaute Gebiet besser an steigende Sommertemperaturen und Starkregen angepasst werden.
Der Wochenmarkt an der Milchbuckstrasse soll weiterhin stattfinden können.
Quartierblock Milchbuck
Das Gebiet rund um Milchbuck- und Langmauerstrasse gehört zudem zu den Pilotgebieten des Zürcher Konzepts Quartierblöcke.
Mit Quartierblöcken will die Stadt den motorisierten Durchgangsverkehr in Wohngebieten reduzieren und zusätzliche Flächen für Aufenthalt, Fussverkehr, Veloverkehr und Begrünung schaffen.
Die Bevölkerung und das lokale Gewerbe wurden ab 2024 in die Planung einbezogen.[13]
Das Pilotgebiet wird offiziell dem Quartier Unterstrass zugerechnet.
Öffentlicher Verkehr
Die Lage am Übergang zwischen Innenstadt und Zürich Nord macht Milchbuck zu einem wichtigen ÖV-Knoten.
Über die Tramlinien bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:
Buslinien verbinden Milchbuck zusätzlich mit anderen Quartieren und Hochschulstandorten.
Die Lage beim Campus Irchel führt insbesondere während der Vorlesungszeiten zu einem hohen Fahrgastaufkommen.
Fussverkehr
Milchbuck besitzt wichtige Fusswegverbindungen zwischen Unterstrass, Oberstrass, Irchel und den angrenzenden Wohngebieten.
Die historische Verbindung über den Geländesattel zwischen Käferberg und Zürichberg ist auch heute im Stadtgrundriss erkennbar.
Die Stadt verfolgt das Ziel, die Fusswegverbindungen zwischen Quartierzentrum, Haltestelle und Irchelpark weiter aufzuwerten.[6]
Besondere Bedeutung besitzen sichere Querungen der stark befahrenen Strassen.
Veloverkehr
Der Milchbuck liegt an mehreren wichtigen Veloverbindungen zwischen Innenstadt und Zürich Nord.
Das Gelände steigt aus Richtung Innenstadt an, ist jedoch wesentlich weniger steil als die direkten Verbindungen über den Zürichberg.
Velorouten führen unter anderem in Richtung:
- Oerlikon
- Irchel
- Schwamendingen
- Bucheggplatz
- Innenstadt
- Universität und ETH
Im Zuge verschiedener Strassenprojekte werden die Veloverbindungen weiter ausgebaut.
Verbindung zwischen Innenstadt und Zürich Nord
Stadtgeografisch nimmt Milchbuck eine Schlüsselstellung ein.
Der Geländesattel zwischen Käferberg und Zürichberg bildet einen der wichtigsten Übergänge von der historischen Kernstadt in die nördlichen Stadtgebiete.
Vor der zweiten Zürcher Eingemeindung von 1934 lag die damalige Stadtgrenze nur wenig nördlich beziehungsweise nordöstlich des Gebiets.
Mit der Eingemeindung von Oerlikon, Seebach, Affoltern und Schwamendingen verlagerte sich die Grenze weit nach Norden.
Milchbuck wurde dadurch von einem Stadtrandgebiet zu einem innerstädtischen Verbindungspunkt.
Entwicklung nach 1934
Nach der zweiten Eingemeindung wuchsen die nördlichen Stadtgebiete stark.
Oerlikon entwickelte sich zu einem bedeutenden Industrie-, Geschäfts- und Verkehrszentrum. Schwamendingen und Affoltern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit grossen Wohnsiedlungen bebaut.
Dadurch nahm der Verkehr über Milchbuck stark zu.
Tramlinien, Busse und Hauptstrassen machten den Ort zu einer zentralen Verbindung zwischen den älteren Stadtquartieren und Zürich Nord.
Wohncharakter
Trotz der grossen Verkehrsinfrastruktur liegen unmittelbar neben dem Verkehrsknoten ruhige Wohngebiete.
Mehrere Siedlungen wurden von der Stadt Zürich oder von Wohnbaugenossenschaften errichtet.
Typisch sind:
- Mehrfamilienhäuser der Zwischenkriegszeit
- Zeilenbauten
- gemeinschaftliche Grünflächen
- Innenhöfe und Vorgärten
- Schulen und Kindergärten
- Baumreihen entlang der Quartierstrassen
Diese Strukturen verleihen dem Milchbuckgebiet abseits der Hauptstrassen einen deutlich wohnlicheren Charakter.
Gemeinnütziger Wohnungsbau
Unterstrass besitzt im Bereich Milchbuck einen vergleichsweise hohen Anteil an gemeinnützigen Wohnsiedlungen.
Diese entstanden insbesondere in der Zeit zwischen den Weltkriegen und in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Siedlungen trugen wesentlich dazu bei, preisgünstigen Wohnraum für Familien und andere Bevölkerungsgruppen bereitzustellen.
Heute steht ein Teil dieses Gebäudebestands vor der Frage, wie zusätzliche Wohnungen geschaffen werden können, ohne den Gartenstadtcharakter vollständig zu verlieren.
Architektur und Stadtbild
Das Stadtbild Milchbucks ist von starken Gegensätzen geprägt.
Einerseits bestehen grosszügig durchgrünte Wohnsiedlungen der Zwischenkriegszeit.
Andererseits konzentrieren sich entlang Schaffhauser- und Bucheggstrasse umfangreiche Verkehrsflächen.
Hinzu kommen:
- die monumentale Schulanlage Milchbuck
- die Verkehrsanlagen der Haltestelle
- Zugänge zum Irchelpark
- Autobahnbauten
- neuere Wohn- und Geschäftshäuser
Diese Mischung macht Milchbuck zu einem typischen Beispiel für die unterschiedlichen Phasen der Zürcher Stadtplanung im 20. Jahrhundert.
Irchel und Universität
Die Entwicklung des Campus Irchel veränderte auch die Funktion Milchbucks.
Vor der Errichtung der Universität war das Gebiet stärker ein lokales Wohn- und Verkehrszentrum.
Heute passieren täglich zahlreiche Studierende, Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher die Haltestelle Milchbuck auf dem Weg zur Universität.
Die Verbindung zwischen Haltestelle und Campus zählt deshalb zu den wichtigsten Fusswegachsen des Gebiets.
Geplante Verkehrsentwicklung
Auch langfristig soll Milchbuck eine wichtige Rolle im Zürcher Verkehrsnetz spielen.
Die städtische Mobilitätsstrategie sieht langfristig zusätzliche Tangentialverbindungen vor.
Ab etwa 2040 wird eine neue leistungsfähige Tramverbindung zwischen dem Gebiet Albisriederplatz beziehungsweise Zürich-West und Milchbuck/Irchel untersucht beziehungsweise planerisch vorgesehen.[14]
Damit könnte Milchbuck seine Bedeutung als Umsteigeknoten weiter ausbauen.
Bevölkerung und Statistik
Für Milchbuck existiert keine eigene offizielle Bevölkerungszahl.
Der Grund liegt darin, dass Milchbuck kein statistisches Quartier der Stadt Zürich ist.
Die Wohnbevölkerung wird in der städtischen Statistik hauptsächlich dem Quartier Unterstrass zugerechnet.
Auch eine eigenständige Fläche oder Quartiernummer wird für Milchbuck nicht geführt.
Bei Zahlen zu Bevölkerung, Wohnungen und Arbeitsplätzen ist deshalb auf die Statistik von Unterstrass beziehungsweise gegebenenfalls angrenzenden statistischen Gebieten zurückzugreifen.
Bedeutung innerhalb Zürichs
Milchbuck besitzt eine Bedeutung, die weit über die Grösse des eigentlichen Stadtgebiets hinausgeht.
Der Ort verbindet mehrere Funktionen:
- Wohngebiet
- historischer Flurname
- Quartierzentrum
- Tram- und Busknoten
- Zugang zum Campus Irchel
- Verbindung zwischen Innenstadt und Zürich Nord
- Autobahnanschluss
- Übergang zwischen Käferberg und Zürichberg
Die Geschichte Milchbucks veranschaulicht zugleich wichtige Phasen der Zürcher Stadtentwicklung.
Aus einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet am Stadtrand entstand zunächst ein planmässig angelegtes Wohnquartier. Später machten Strassen, Tram, Universität und Autobahn den Milchbuck zu einem der bedeutendsten Verkehrsräume im Norden der inneren Stadt.
Siehe auch
- Unterstrass
- Oberstrass
- Kreis 6 (Zürich)
- Irchelpark
- Campus Irchel
- Universität Zürich
- Milchbucktunnel
- Schwamendingen
- Oerlikon
- Bucheggplatz
- Schaffhauserplatz
- Schaffhauserstrasse
- Tram Zürich
- Stadtkreise der Stadt Zürich
Weblinks
- Milchbuck im Stadtarchiv Zürich
- Unterstrass – Statistik Stadt Zürich
- Quartierspiegel Unterstrass
- Quartierzentrum Milchbuck
- Irchelpark
- Open Data Zürich
Einzelnachweise
- ↑ Milchbuck – Geografischer Begriff, Stadtarchiv Zürich.
- ↑ Städtebauliche Würdigung des Gebiets Milchbuck, Stadt Zürich.
- ↑ 3,0 3,1 Wohnsiedlungen der Gartenstadtgebiete – Inventarergänzung, Stadt Zürich.
- ↑ Interessenabwägung ISOS – Unterstrass, Stadt Zürich.
- ↑ 5,0 5,1 Schulanlage Milchbuck jetzt im Minergie-Standard, Stadt Zürich.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 Quartierzentrum Milchbuck, Stadt Zürich.
- ↑ 7,0 7,1 Neugestaltung der Haltestelle Milchbuck, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Schwamendingen-Mitte, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Milchbucktunnel – Eröffnung 1985, Stadtarchiv Zürich.
- ↑ Stadttunnel – Geschichte des Projekts, Stadt Zürich.
- ↑ Nationalstrassen – Milchbucktunnel, Staatsarchiv des Kantons Zürich.
- ↑ 12,0 12,1 Scheuchzerstrasse und Milchbuckstrasse, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierblöcke für Zürich, Stadt Zürich.
- ↑ Ring frei für Zürichs Mobilitätszukunft, Stadt Zürich.