Liste des UNESCO-Welterbes in der Schweiz

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Die Liste des UNESCO-Welterbes in der Schweiz umfasst die Kultur- und Naturstätten auf dem Gebiet der Schweiz, die in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden sind. Die Grundlage bildet das 1972 verabschiedete Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, das die Schweiz am 17. September 1975 ratifizierte.

Mit Stand Juli 2026 sind der Schweiz 13 Welterbestätten zugeordnet. Neun davon gehören zum Weltkulturerbe und vier zum Weltnaturerbe. Fünf Stätten sind grenzüberschreitend oder als transnationale serielle Welterbestätten gemeinsam mit anderen Staaten eingetragen.[1][2]

Die ersten Schweizer Stätten wurden 1983 in die Welterbeliste aufgenommen: die Altstadt von Bern, der Stiftsbezirk St. Gallen und das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair. Die bislang jüngste Erweiterung des Schweizer Welterbes erfolgte 2021, als vier Schweizer Waldgebiete Bestandteil der transnationalen Stätte Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas wurden.

Welterbekonvention und Aufnahmeverfahren

Die Welterbekonvention verfolgt das Ziel, Kultur- und Naturgüter von aussergewöhnlichem universellem Wert zu erfassen und langfristig zu erhalten. Ein Staat kann nur Stätten nominieren, die zuvor in seine nationale Tentativliste aufgenommen worden sind. Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet anschliessend über die Aufnahme in die Welterbeliste.

Kulturstätten werden fachlich durch den Internationalen Rat für Denkmalpflege beurteilt. Für Naturstätten erstellt die Internationale Union zur Bewahrung der Natur die fachliche Evaluation. Das Welterbekomitee kann eine Nominierung annehmen, zurückstellen, zur Überarbeitung zurückverweisen oder ablehnen.

Für die Aufnahme muss eine Stätte mindestens eines von zehn UNESCO-Kriterien erfüllen. Die Kriterien (i) bis (vi) gelten für Kulturgüter, die Kriterien (vii) bis (x) für Naturgüter. Zusätzlich müssen die Authentizität beziehungsweise die natürliche Unversehrtheit, ein wirksamer rechtlicher Schutz und ein langfristiges Verwaltungssystem gewährleistet sein.

Übersicht der Welterbestätten

Die folgende Tabelle ist nach dem Jahr der Aufnahme beziehungsweise der Schweizer Beteiligung geordnet. Bei später erweiterten Stätten sind auch die Jahre bedeutender Erweiterungen angegeben.

UNESCO-Welterbestätten in der Schweiz
Nr. Welterbestätte Aufnahme Typ Kriterien Lage in der Schweiz Transnational
1 Altstadt von Bern 1983 Kulturerbe (iii) Kanton Bern nein
2 Stiftsbezirk St. Gallen 1983 Kulturerbe (ii), (iv) Kanton St. Gallen nein
3 Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair 1983 Kulturerbe (iii) Kanton Graubünden nein
4 Drei Burgen sowie Festungs- und Stadtmauern von Bellinzona 2000 Kulturerbe (iv) Kanton Tessin nein
5 Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch 2001; erweitert 2007 Naturerbe (vii), (viii), (ix) Kanton Bern und Kanton Wallis nein
6 Monte San Giorgio 2003; erweitert 2010 Naturerbe (viii) Kanton Tessin ja, mit Italien
7 Lavaux, Weinberg-Terrassen 2007 Kulturerbe (iii), (iv), (v) Kanton Waadt nein
8 Schweizer Tektonikarena Sardona 2008 Naturerbe (viii) Kanton Glarus, Kanton Graubünden und Kanton St. Gallen nein
9 Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina 2008 Kulturerbe (ii), (iv) Kanton Graubünden ja, mit Italien
10 La Chaux-de-Fonds / Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie 2009 Kulturerbe (iv) Kanton Neuenburg nein
11 Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen 2011 Kulturerbe (iv), (v) 56 Teilstätten in 15 Kantonen ja, mit fünf weiteren Staaten
12 Das architektonische Werk von Le Corbusier 2016 Kulturerbe (i), (ii), (vi) Corseaux im Kanton Waadt und Genf ja, mit sechs weiteren Staaten
13 Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas 2007; Schweizer Teilstätten seit 2021 Naturerbe (ix) Kanton Tessin und Kanton Solothurn ja, insgesamt 18 Staaten

Kulturerbestätten

Altstadt von Bern

Die Altstadt von Bern liegt auf einer von der Aare umflossenen Halbinsel. Die im 12. Jahrhundert gegründete Stadt entwickelte sich nach einem ungewöhnlich klaren und über Jahrhunderte beibehaltenen städtebaulichen Konzept. Charakteristisch sind die langen Häuserzeilen, die Lauben, die historischen Keller, die Figurenbrunnen, der Zytglogge und das Berner Münster.

Obwohl ein grosser Teil der mittelalterlichen Stadt nach dem Stadtbrand von 1405 neu aufgebaut und im 18. Jahrhundert verändert wurde, blieb die ursprüngliche Stadtstruktur weitgehend erhalten. Die UNESCO würdigte Bern als aussergewöhnliches Beispiel einer mittelalterlichen Stadt, die sich an neue politische und gesellschaftliche Funktionen anpassen konnte, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren.[3]

Stiftsbezirk St. Gallen

Der Stiftsbezirk St. Gallen geht auf die frühmittelalterliche Klostergemeinschaft beim Grab des Wandermönchs Gallus zurück. Vom 8. Jahrhundert bis zur Aufhebung des Klosters im Jahr 1805 gehörte die Abtei zu den bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren Europas.

Zum Welterbe gehören insbesondere die barocke Stiftskirche, die heutige Kathedrale, die Stiftsbibliothek St. Gallen und das Stiftsarchiv. Die Bibliothek bewahrt eine der ältesten und wertvollsten Handschriftensammlungen der Welt. Zu ihren Beständen gehört der im frühen 9. Jahrhundert entstandene St. Galler Klosterplan, der älteste erhaltene Architekturplan des europäischen Mittelalters.[4]

Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair

Das Benediktinerinnenkloster St. Johann befindet sich in Müstair im Val Müstair. Die Gründung wird traditionell mit Karl dem Grossen und der karolingischen Erschliessung des Alpenraums in Verbindung gebracht.

Von besonderer Bedeutung ist der umfangreiche frühmittelalterliche Wandmalereizyklus in der Klosterkirche. Die um 800 entstandenen Malereien gehören zu den wichtigsten erhaltenen Beispielen karolingischer Monumentalmalerei. Hinzu kommen romanische Fresken, Stuckarbeiten und Bauphasen aus mehr als zwölf Jahrhunderten. Das Kloster wird bis heute von einer benediktinischen Frauengemeinschaft bewohnt.[5]

Drei Burgen von Bellinzona

Die Welterbestätte in Bellinzona umfasst die Burgen Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro sowie die erhaltenen Festungs- und Stadtmauern. Das Befestigungssystem kontrollierte einen strategisch wichtigen Zugang zu mehreren Alpenpässen.

Die heutige Anlage entstand hauptsächlich im Spätmittelalter, als Bellinzona unter der Herrschaft der Herzöge von Mailand stand. Die Burgen und Mauern bilden eines der vollständigsten erhaltenen Beispiele mittelalterlicher Befestigungsarchitektur im Alpenraum. 2023 nahm die UNESCO eine geringfügige Anpassung der Grenzen der Welterbestätte vor.[6]

Lavaux, Weinberg-Terrassen

Die Weinberg-Terrassen des Lavaux erstrecken sich am nördlichen Ufer des Genfersees zwischen dem östlichen Stadtrand von Lausanne und der Gegend um Vevey und Montreux. Die steilen Hänge wurden über Jahrhunderte durch Stützmauern, Wege, Dörfer und Rebterrassen geprägt.

Der Weinbau ist in der Region seit der Römerzeit belegt. Die heutige Kulturlandschaft geht wesentlich auf die Tätigkeit benediktinischer und zisterziensischer Klöster seit dem 11. Jahrhundert zurück. Die UNESCO betrachtet das Lavaux als herausragendes Beispiel für die langfristige Wechselwirkung zwischen Menschen und einer anspruchsvollen natürlichen Umgebung.[7]

Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

Die Welterbestätte umfasst die Albulabahn und die Berninabahn der Rhätischen Bahn sowie die von ihnen durchquerten Kulturlandschaften. Sie reicht vom schweizerischen Albulatal über das Engadin und den Berninapass bis ins italienische Tirano.

Die Bahnlinien wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet. Zahlreiche Viadukte, Kehrtunnel, Galerien und andere Kunstbauten ermöglichten die Erschliessung einer topografisch schwierigen Hochgebirgslandschaft. Zu den bekanntesten Bauwerken gehören der Landwasserviadukt, die Spiraltunnel bei Bergün/Bravuogn und der Kreisviadukt von Brusio. Die UNESCO würdigte die Verbindung von Ingenieurbaukunst, Architektur und Landschaftsgestaltung.[8]

La Chaux-de-Fonds und Le Locle

Die Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle entwickelten sich seit dem 18. Jahrhundert zu Zentren der schweizerischen Uhrenindustrie. Nach schweren Stadtbränden wurden sie nach rationalen, rasterartigen Plänen wieder aufgebaut.

Wohnhäuser, Werkstätten und Fabriken wurden so angeordnet, dass sie den besonderen Bedürfnissen der dezentral organisierten Uhrenproduktion entsprachen. Die Stadtlandschaft zeigt auf aussergewöhnliche Weise, wie sich eine einzelne Industrie auf Stadtplanung, Architektur und gesellschaftliche Strukturen auswirkte.[9]

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen sind eine serielle Welterbestätte aus 111 archäologischen Fundplätzen in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien. Die Siedlungen entstanden ungefähr zwischen 5000 und 500 v. Chr. an Seen, Flüssen und in Feuchtgebieten.

Von den 111 Teilstätten befinden sich 56 in der Schweiz. Sie verteilen sich auf 15 Kantone und bilden damit den grössten nationalen Anteil der Welterbestätte. Aufgrund der feuchten und sauerstoffarmen Lagerungsbedingungen blieben Holz, Textilien, Pflanzenreste, Nahrungsmittel und andere organische Materialien aussergewöhnlich gut erhalten. Die Fundplätze ermöglichen detaillierte Einblicke in Alltag, Landwirtschaft, Handel und technische Entwicklung während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit.[10]

Das architektonische Werk von Le Corbusier

Die transnationale serielle Welterbestätte umfasst 17 Bauwerke des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier in sieben Staaten. Sie dokumentieren die Entwicklung einer neuen Architektursprache und den internationalen Einfluss der modernen Architektur im 20. Jahrhundert.

Zwei Teilstätten befinden sich in der Schweiz: die Villa Le Lac in Corseaux am Genfersee und das Immeuble Clarté in Genf. Die übrigen Bauwerke liegen in Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien und Japan. Die ausgewählten Bauten stehen für Le Corbusiers experimentellen Umgang mit Raum, Konstruktion, industrieller Fertigung und urbanem Wohnen.[11]

Naturerbestätten

Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

Die Welterbestätte Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch umfasst eine weitgehend unberührte Hochgebirgslandschaft in den Kantonen Bern und Wallis. Zu ihr gehören unter anderem die Berggruppen um Eiger, Mönch, Jungfrau, Bietschhorn und Finsteraarhorn sowie der Grosse Aletschgletscher.

Das Gebiet wurde 2001 zunächst unter der Bezeichnung «Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn» aufgenommen und 2007 auf 82'400 Hektaren erweitert. Es dokumentiert die Entstehung der Hochalpen, glaziale Prozesse, die Entwicklung alpiner Ökosysteme und die Auswirkungen des Klimawandels. Zugleich gilt es als eine der landschaftlich eindrücklichsten Regionen der Alpen.[12]

Monte San Giorgio

Der Monte San Giorgio liegt südlich des Luganersees im Kanton Tessin und in der italienischen Lombardei. Die schweizerische Seite wurde 2003 in die Welterbeliste aufgenommen; 2010 wurde die Stätte um das italienische Gebiet erweitert.

Die Gesteinsschichten enthalten aussergewöhnlich reiche Fossillagerstätten aus der Trias. Vor etwa 245 bis 230 Millionen Jahren befand sich hier eine tropische Lagune. Erhalten blieben Fossilien von Fischen, Meeresreptilien, Ammoniten, Muscheln, Krebstieren, Insekten und Pflanzen. Die Fundstellen erlauben eine besonders genaue Rekonstruktion des damaligen Ökosystems.[13]

Schweizer Tektonikarena Sardona

Die Schweizer Tektonikarena Sardona umfasst eine Gebirgslandschaft von 32'850 Hektaren in den Kantonen Glarus, Graubünden und St. Gallen. Ihr zentrales geologisches Merkmal ist die gut sichtbare Glarner Hauptüberschiebung.

Entlang dieser Überschiebung liegen ältere Gesteinsschichten über deutlich jüngeren Schichten. Die sichtbaren Strukturen spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der modernen Vorstellungen über Gebirgsbildung und Plattentektonik. Das Gebiet ist zudem von Gipfeln über 3000 Metern, tief eingeschnittenen Tälern und Spuren eiszeitlicher sowie nacheiszeitlicher Prozesse geprägt.[14]

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder Europas

Die Welterbestätte Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas besteht aus 93 räumlich getrennten Teilgebieten in 18 europäischen Staaten. Die ursprüngliche Stätte wurde 2007 eingetragen und 2011, 2017 und 2021 mehrfach erweitert.

Seit der Erweiterung von 2021 gehören vier Schweizer Waldgebiete zur Welterbestätte: die alten Buchenwälder in den Tälern Lodano, Busai und Soladino im Kanton Tessin sowie der Bettlachstock im Kanton Solothurn. Die Stätte dokumentiert die natürliche Ausbreitung der Rotbuche nach dem Ende der letzten Eiszeit und ihre Anpassung an unterschiedliche klimatische und geografische Bedingungen.[15]

Transnationale und serielle Welterbestätten

Fünf der Schweiz zugeordneten Welterbestätten erstrecken sich über mehrere Staaten:

Als seriell werden Welterbestätten bezeichnet, die aus mehreren räumlich voneinander getrennten, aber inhaltlich miteinander verbundenen Bestandteilen bestehen. Nicht jede serielle Stätte ist transnational. So bilden La Chaux-de-Fonds und Le Locle gemeinsam eine serielle Stätte, liegen jedoch beide in der Schweiz.

Schutz und Verwaltung

Mit der Aufnahme in die Welterbeliste verpflichtet sich die Schweiz, den aussergewöhnlichen universellen Wert der jeweiligen Stätte dauerhaft zu erhalten. Die UNESCO übernimmt die Stätten nicht und erhält auch keine unmittelbare Verfügungsgewalt über sie. Eigentumsverhältnisse und staatliche Zuständigkeiten bleiben unverändert.

Der Schutz beruht auf dem schweizerischen Bundesrecht sowie auf kantonalen und kommunalen Vorschriften. Dazu gehören insbesondere Bestimmungen des Natur- und Heimatschutzes, der Denkmalpflege, der Archäologie, der Raumplanung und des Waldschutzes.

Auf Bundesebene begleiten das Bundesamt für Kultur und das Bundesamt für Umwelt die Welterbestätten fachlich. Das Bundesamt für Kultur ist schwerpunktmässig für die Kulturerbestätten zuständig, während das Bundesamt für Umwelt die Naturerbestätten betreut. Die Koordinationsstelle UNESCO des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten vertritt die Schweiz in den internationalen Gremien. Die Schweizerische UNESCO-Kommission fördert die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und den Verantwortlichen der einzelnen Stätten.[16]

Für jede Welterbestätte müssen Schutz- und Managementinstrumente bestehen. Sie sollen unter anderem Bauvorhaben, Besucherlenkung, Naturgefahren, Klimawandel, Verkehr, touristische Nutzung und die langfristige Vermittlung des Welterbewerts berücksichtigen. Auch Projekte ausserhalb der eigentlichen Stättengrenzen können relevant sein, wenn sie Sichtachsen, Landschaftsbild, ökologische Prozesse oder die historische Umgebung beeinträchtigen.

Tentativliste

Die Tentativliste enthält Stätten, die ein Vertragsstaat möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt für die Welterbeliste nominieren möchte. Die Aufnahme in die Tentativliste stellt noch keine Anerkennung als Welterbe dar. Eine Stätte kann jedoch grundsätzlich nur dann offiziell nominiert werden, wenn sie zuvor auf dieser Liste stand.

Mit Stand Juli 2026 enthält die Schweizer Tentativliste eine Stätte:

Stätte auf der Schweizer Tentativliste
Stätte Kanton Eingereicht Vorgeschlagene Kriterien Beschreibung
Salginatobelbrücke Kanton Graubünden 31. Januar 2017 (i), (iv) Von Robert Maillart entworfene Stahlbeton-Bogenbrücke zwischen Schiers und Schuders, erbaut 1929–1930

Die Salginatobelbrücke überspannt die Schlucht der Salgina in einer Höhe von rund 90 Metern. Ihr dreigelenkiger Hohlkastenbogen galt zur Bauzeit als aussergewöhnliche technische und gestalterische Leistung. Die Brücke wird als bedeutendes Werk des modernen Ingenieurbaus und als ein Hauptwerk Robert Maillarts betrachtet.[17]

Abgrenzung zu anderen UNESCO-Programmen

Die Welterbeliste ist nicht mit anderen Verzeichnissen und Programmen der UNESCO gleichzusetzen. Nicht Bestandteil dieser Liste sind insbesondere:

Eine Region kann gleichzeitig in mehreren UNESCO-Programmen vertreten sein. Die jeweiligen Anerkennungen beruhen jedoch auf unterschiedlichen Übereinkommen, Kriterien und Schutzkonzepten.

Bedeutung für die Schweiz

Die Schweizer Welterbestätten decken einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren ab. Der Monte San Giorgio dokumentiert die Entwicklung des Lebens während der Trias, während die Tektonikarena Sardona und das Gebiet Jungfrau-Aletsch grundlegende geologische und glaziale Prozesse sichtbar machen.

Die Kulturstätten reichen von prähistorischen Feuchtbodensiedlungen über karolingische Klöster und mittelalterliche Städte bis zur Eisenbahn-, Uhren- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie spiegeln die sprachliche, landschaftliche und historische Vielfalt der Schweiz wider.

Der Welterbestatus dient nicht allein der touristischen Bekanntmachung. Im Zentrum stehen die wissenschaftliche Dokumentation, der langfristige Schutz, die Weitergabe an künftige Generationen und die Vermittlung des aussergewöhnlichen universellen Werts. Touristische und wirtschaftliche Nutzungen müssen mit diesen Schutzzielen vereinbar bleiben.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Switzerland – UNESCO World Heritage Convention, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. UNESCO-Welterbe, Bundesamt für Umwelt, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. Old City of Berne, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Abbey of St Gall, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Benedictine Convent of St John at Müstair, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Three Castles, Defensive Wall and Ramparts of the Market-Town of Bellinzona, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Lavaux, Vineyard Terraces, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  8. Rhaetian Railway in the Albula / Bernina Landscapes, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  9. La Chaux-de-Fonds / Le Locle, Watchmaking Town Planning, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  10. Prehistoric Pile Dwellings around the Alps, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  11. The Architectural Work of Le Corbusier, an Outstanding Contribution to the Modern Movement, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  12. Swiss Alps Jungfrau-Aletsch, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  13. Monte San Giorgio, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  14. Swiss Tectonic Arena Sardona, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  15. Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.
  16. Welterbe in der Schweiz, Schweizerische UNESCO-Kommission, abgerufen am 23. Juli 2026.
  17. Pont sur la gorge du Salgina, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 23. Juli 2026.