Bundesamt für Umwelt

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Bundesamt für Umwelt

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Schwyz

Bezirk

March

BFS-Nummer

1341

Postleitzahl

8852

Koordinaten

47.1925° N, 8.8300° E

Höhe

405 m ü. M.

Fläche

24.56 km²

Einwohner

7'437
(Stand: 31. Dezember 2025)

Gemeindepräsident

Beat Keller

Website

www.altendorf.ch

Altendorf, zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten auch Altendorf SZ genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk March des Kantons Schwyz. Sie liegt am südlichen Ufer des Obersees zwischen Lachen und Pfäffikon.

Das Gemeindegebiet reicht von der dicht besiedelten Ebene am See bis in die voralpinen Höhen des Stöcklichrüz und des Rinderweidhorns. Altendorf entwickelte sich im 20. und frühen 21. Jahrhundert von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandort innerhalb der Agglomeration Obersee.

Der Ort wurde 972 als Rahprehteswilare erstmals urkundlich erwähnt. Auf dem Gebiet von Altendorf befand sich der ursprüngliche Stammsitz der Herren von Rapperswil. Nach der Verlegung ihres Herrschaftszentrums auf die gegenüberliegende Seite des Zürichsees wurde die ältere Siedlung als Alt-Rapperswil und später als Altendorf bezeichnet.[1]

Name

Die älteste bekannte Namensform lautet Rahprehteswilare. Sie erscheint in einer Urkunde Kaiser Ottos II. vom 14. August 972, in der Besitzungen des Klosters Einsiedeln bestätigt wurden. Der Name wird als «Weiler des Raprecht» gedeutet und weist vermutlich auf einen alemannischen Siedlungsgründer des 7. oder 8. Jahrhunderts hin.[1]

Nachdem die Herren von Rapperswil zu Beginn des 13. Jahrhunderts die heutige Stadt Rapperswil auf der gegenüberliegenden Seeseite ausgebaut hatten, wurde die ältere Siedlung als vetus villa Rapperswile, Alt-Rapperswil oder Altes Dorf bezeichnet. Die Form Altendorf ist erstmals 1449 in einer Urkunde des Klosters Einsiedeln belegt.[1]

Der Zusatz SZ ist kein Bestandteil des amtlichen Gemeindenamens. Er wird im Verkehrswesen, in Verzeichnissen und im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet, um Altendorf von gleichnamigen Gemeinden und Ortschaften in Deutschland, Österreich und anderen Ländern zu unterscheiden.

Geographie

Lage

Altendorf liegt am Südufer des Obersees, dem östlichen Teil des Zürichsees. Das Dorf befindet sich in der schmalen Ebene zwischen dem Seeufer und den bewaldeten Vorbergen. Westlich schliesst sich das Siedlungsgebiet von Lachen an, östlich liegt das Gemeindegebiet von Freienbach mit Pfäffikon. Im Süden grenzt Altendorf an die Gemeinden Galgenen, Vorderthal und Einsiedeln.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer auf rund 405 Metern über Meer bis zum 1'317 Meter hohen Rinderweidhorn. Eine weitere bedeutende Erhebung ist das 1'248 Meter hohe Stöcklichrüz. Der Höhenzug trennt den Obersee vom Hochtal von Einsiedeln.[2]

Die Lage ermöglicht von den höher gelegenen Weilern und Wanderwegen Ausblicke über den Obersee, die Linthebene, den Etzel und die Voralpen. Auf der gegenüberliegenden Seeseite sind Rapperswil, Hurden und der Seedamm von Rapperswil sichtbar.

Fläche

Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 2'456,1 Hektaren beziehungsweise 24,56 Quadratkilometer. Darin ist ein Anteil des Zürichsees von rund 415 Hektaren enthalten. Die Landfläche umfasst somit rund 20,41 Quadratkilometer.[3]

Nutzung Fläche Anteil an der Gesamtfläche
Siedlungsfläche 161,3 ha 6,6 %
Verkehrsfläche 57,7 ha 2,4 %
Landwirtschaftlich genutzte Fläche 1'078,2 ha 43,9 %
Wald und übrige bestockte Fläche 718,2 ha 29,2 %
See 415,0 ha 16,9 %
Übrige Flächen 25,7 ha 1,0 %

Die landwirtschaftlichen Flächen liegen hauptsächlich an den Hängen oberhalb des Dorfes. Die höheren Lagen sind durch Wald, Alpweiden und verstreute Einzelhöfe geprägt.

Siedlungsstruktur

Zur Gemeinde gehören neben dem eigentlichen Dorf Altendorf der Uferweiler Seestatt, der an Lachen angrenzende Siedlungsteil Steinegg sowie zahlreiche Weiler und Streusiedlungen an den Hängen. Dazu zählen unter anderem Muschelberg, Mittlisberg, Schlipf, Vorderberg, Bilsten, Höhgaden und Autis.[4]

Das historische Dorfzentrum liegt rund um die Pfarrkirche St. Michael, den Dorfplatz und die Oberdorfstrasse. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden besonders zwischen Seeufer, Bahnlinie, Kantonsstrasse und Autobahn neue Wohn- und Gewerbequartiere.

Der westliche Teil des Siedlungsgebiets ist weitgehend mit Lachen zusammengewachsen. Im Osten bestehen noch einzelne unbebaute Abschnitte zwischen Altendorf und Pfäffikon.

Gewässer

Der Zürichsee prägt das Landschaftsbild und die Freizeitnutzung der Gemeinde. Mehrere kleinere Bäche entwässern die Berghänge in Richtung Obersee. Zu ihnen gehören der Talbach sowie verschiedene teilweise eingedolte Dorfbäche.

Die Uferzone wurde durch Bahn-, Strassen-, Gewerbe- und Hafenanlagen stark verändert. In einzelnen Bereichen blieben oder entstanden naturnahe Flachufer, Schilfzonen und Gehölzstreifen. Ein bedeutendes Aufwertungsprojekt ist der 2024 eröffnete Park am See.

Klima

Altendorf besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima. Der Zürichsee wirkt temperaturausgleichend, während die voralpinen Höhenlagen deutlich kühler und niederschlagsreicher sind als die Ebene.

Die südexponierten Hänge profitieren von vergleichsweise guter Sonneneinstrahlung. Historisch bestanden dort neben Wiesen, Weiden und Obstgärten auch Rebflächen. Starkniederschläge und instabile Hangbereiche können örtlich zu Rutschungen und Hochwasser führen. An den Berghängen erinnert der Flurname Schlipf an einen schweren Erdrutsch von 1704, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.[1]

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 waren nach kantonaler Berechnung 7'437 Einwohnerinnen und Einwohner in Altendorf registriert.[3]

Die Bevölkerungsentwicklung verlief bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vergleichsweise langsam. Seit den 1970er-Jahren nahm die Einwohnerzahl deutlich zu. Gründe waren die bessere Verkehrsanbindung, die Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich und die Entwicklung der Region March-Höfe zu einem bedeutenden Wohn- und Arbeitsgebiet.

Jahr Einwohner
1743 745
1799 978
1850 1'403
1900 1'279
1950 2'079
1970 2'348
2000 4'638
2025 7'437

Die historischen Werte bis 2000 stammen aus dem Historischen Lexikon der Schweiz; die Zahl für 2025 beruht auf der Einwohnerstatistik der Gemeinde.[4][3]

Deutsch ist die wichtigste Alltagssprache. Gesprochen wird traditionell ein Dialekt des Höchstalemannischen beziehungsweise des Schwyzerdeutschen. Durch Zuwanderung aus anderen Kantonen und dem Ausland nahm die sprachliche und kulturelle Vielfalt zu.

Die römisch-katholische Kirche prägte Altendorf über Jahrhunderte. Seit dem späten 20. Jahrhundert stiegen die Anteile der reformierten Bevölkerung, anderer Religionsgemeinschaften und der Personen ohne Konfessionszugehörigkeit.

Geschichte

Frühzeit und römische Funde

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet bereits vor der mittelalterlichen Ortsgründung genutzt wurde. Bei der Renovation der Pfarrkirche St. Michael in den Jahren 1960 und 1961 kamen Keramikscherben aus dem 1. bis 3. Jahrhundert, fünf römische Münzen und eine keltische Münze der Sequaner zum Vorschein.[1]

Die Fundschichten könnten von einer römischen Siedlung oder einem Gutshof in der näheren Umgebung stammen. Ein durchgehend bewohnter römischer Ort ist jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.

Die Lage am See und am Übergang zwischen der Linthebene, dem Zürichseegebiet und dem Raum Einsiedeln war bereits früh verkehrsgeografisch günstig. Wege führten dem Ufer entlang sowie über die Vorberge in das Sihltal und das Hochtal von Einsiedeln.

Mittelalterliche Siedlung

Die erste schriftliche Erwähnung von 972 steht im Zusammenhang mit dem Kloster Einsiedeln. Neben diesem besassen im Mittelalter weitere Klöster, Adelsfamilien und geistliche Einrichtungen Rechte und Grundstücke in der Region March.

Kirchlich gehörte Altendorf zunächst zur Grosspfarrei auf der Ufenau. Eine selbständige Pfarrkirche im Besitz der Herren von Rapperswil ist 1275 nachgewiesen. Das spätere Lachen gehörte ursprünglich zur Pfarrei Altendorf und wurde 1520 kirchlich selbständig.[1]

Alt-Rapperswil

Auf dem Muschelberg oberhalb des Dorfes befand sich die Burg Alt-Rapperswil. Sie war der ursprüngliche Stammsitz der Herren beziehungsweise späteren Grafen von Rapperswil. Das Geschlecht verfügte über Besitzungen und Rechte rund um den Zürichsee, in der March, im Glarnerland und in der Innerschweiz.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts verlegte Rudolf III. von Rapperswil den Schwerpunkt der Herrschaft an das nördliche Seeufer. Dort entstanden die Burg und die befestigte Stadt Rapperswil. Der ältere Sitz wurde danach als Alt-Rapperswil bezeichnet.

Im Jahr 1350 wurde die Burg Alt-Rapperswil von Zürcher Truppen unter Bürgermeister Rudolf Brun zerstört. Die Aktion stand im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Zürich und Graf Johann II. von Habsburg-Laufenburg, der mit den Rapperswilern verbunden war.[1]

Von der Burganlage sind nur archäologische Spuren erhalten. Das Gelände zählt als mittelalterliche Burgstelle zu den bedeutenden Kulturgütern der Gemeinde.[5]

Übergang an Schwyz

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts geriet die mittlere March unter den Einfluss der Appenzeller. Um 1405 wurde der regionale Markt von Alt-Rapperswil nach Lachen verlegt. Dieser Vorgang begünstigte den Aufstieg Lachens zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der March.

1424 kam die March als Lehen an Ital Reding aus Schwyz. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Region dauerhaft in den Herrschaftsbereich des Landes Schwyz eingebunden. Altendorf war fortan eine Gemeinde der Landschaft March.

Die bäuerliche Bevölkerung lebte hauptsächlich von Viehzucht, Ackerbau, Obstbau, Waldwirtschaft, Fischerei und lokalen Gewerben. Die höheren Lagen bestanden aus Einzelhöfen, Alpweiden und gemeinschaftlich genutzten Flächen.

Kirchen und Kapellen

Die Pfarrkirche St. Michael wurde zwischen 1462 und 1464 über den Resten älterer Kirchen errichtet. Teile des Turmes eines Vorgängerbaus wurden in den Neubau einbezogen. Die spätgotische Kirche wurde später mehrfach umgestaltet und barockisiert.[6]

Auf der Anhöhe von Alt-Rapperswil steht die St.-Johanns-Kapelle. Ihr Schiff wurde nach der Zerstörung der Burganlage wieder aufgebaut und 1476 geweiht. Die Kapelle bildet zusammen mit der ehemaligen Burgstelle ein wichtiges geschichtliches Ensemble.

18. und 19. Jahrhundert

Im Jahr 1704 ereignete sich an der Berghalde ein grosser Erdrutsch. Fünf Menschen wurden verschüttet. Der Name Schlipf beziehungsweise Schleipfen erinnert bis heute an dieses Ereignis.[1]

Während der Helvetischen Republik und der anschliessenden Mediationszeit wurde die überlieferte politische Ordnung der March vorübergehend verändert. Nach 1815 gehörte Altendorf wieder zum Bezirk March des Kantons Schwyz.

In den politischen Auseinandersetzungen zwischen Inner- und Ausserschwyz schloss sich Altendorf 1831 dem Kanton Schwyz äusseres Land an. Nach der eidgenössischen Intervention wurden die beiden Kantonsteile 1833 wieder vereinigt.

1848 entstand die Kantonsstrasse in ihrer heutigen Grundausrichtung. 1861 erhielt Altendorf eine Postablage. Der Ausbau der Verkehrswege erleichterte den Handel und verringerte die Abhängigkeit von der Schifffahrt auf dem Obersee.

1875 wurde die Bahnstrecke der Schweizerischen Nordostbahn durch das Gemeindegebiet gebaut. Zunächst hielten die Züge jedoch nicht in Altendorf. Erst 1918 erhielt die Gemeinde einen regelmässig bedienten Bahnhalt.[1]

Entwicklung im 20. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb Altendorf noch weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Neben dem Dorf bestanden zahlreiche Bergschulen und kleinere Siedlungen. 1934 wurde eine neue Bergschule eröffnet, 1940 folgte ein Schulhaus in der Pfarrwiese.

Ein bedeutendes Industrie- und Infrastrukturprojekt war der Bau des Etzelwerks zwischen 1932 und 1937. Das Wasser des neu geschaffenen Sihlsees wird durch einen Druckstollen und Druckleitungen zur Kraftwerkszentrale bei Altendorf geführt. Das Werk erzeugt vor allem Bahnstrom für die Schweizerischen Bundesbahnen.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bautätigkeit zu. Die Einwohnerzahl überschritt 1950 die Marke von 2'000 Personen. Neue Wohnquartiere entstanden in der Ebene und an den unteren Hängen.

Zwischen 1970 und 1973 wurde die Nationalstrasse N3, die heutige Autobahn A3, durch das Dorf gebaut. Die Trasse durchschnitt das Siedlungsgebiet und verursachte erhebliche Lärm- und Raumprobleme. 1998 genehmigten die Stimmberechtigten die Überdeckung eines zentralen Abschnitts. Die Bauarbeiten wurden 2002 abgeschlossen.[1]

1972 feierte Altendorf sein tausendjähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt lebten rund 2'600 Personen in der Gemeinde. Weitere wichtige kommunale Bauprojekte waren die Schul- und Turnanlage von 1974, das Alterswohnheim Engelhof von 1983, das Dorfzentrum von 1988 und die Mehrzweckhalle von 1998.

Entwicklung seit 2000

Seit der Jahrtausendwende setzte sich das Bevölkerungs- und Siedlungswachstum fort. Die Schulanlage Burggasse wurde 2007 erweitert. 2019 entstand ein Pumptrack.

Im Jahr 2022 beging Altendorf das Jubiläum seiner 1050-jährigen urkundlichen Geschichte. Die Gemeinde dokumentierte ihre Entwicklung in mehreren Dorfchroniken, die die Zeiträume 972–1972, 1972–1999 und 2000–2022 behandeln.[8]

2024 wurde der Park am See eröffnet. Gleichzeitig begann die Gemeinde mit umfangreichen Investitionen in neue Schul- und Sportanlagen, um auf das Bevölkerungswachstum und steigende Schülerzahlen zu reagieren.

Politik

Gemeindeorganisation

Altendorf ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Schwyz organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen über die wichtigen kommunalen Sachgeschäfte.

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie berät und beschliesst unter anderem über:

  • Gemeindeordnung und kommunale Reglemente;
  • Voranschlag und Steuerfuss;
  • Jahresrechnung und Nachtragskredite;
  • Finanzplanung;
  • Einbürgerungen;
  • grössere Investitionen und Grundstücksgeschäfte.

Bestimmte Geschäfte werden nach der Beratung an der Gemeindeversammlung den Stimmberechtigten an der Urne vorgelegt.[9]

Gemeinderat

Der Gemeinderat ist die kommunale Exekutive. Er führt die laufenden Geschäfte, bereitet Vorlagen für die Gemeindeversammlung vor und vollzieht deren Beschlüsse sowie die Ergebnisse kommunaler Urnenabstimmungen.

Gemeindepräsident ist seit mehreren Amtsperioden Beat Keller. Der Gemeinderat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Säckelmeister und weiteren Mitgliedern mit eigenen Ressorts.[10]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Dorfzentrum am Dorfplatz 3.

Bezirk und Kanton

Altendorf gehört zum Bezirk March. Bezirkshauptort ist Lachen. Die Gemeinde ist in den kantonalen und eidgenössischen politischen Strukturen des Kantons Schwyz vertreten.

Im politischen Leben bestehen Ortsparteien verschiedener kantonaler und nationaler Parteien. Daneben beeinflussen Vereine, Gewerbeorganisationen, Kirchgemeinden und lokale Interessengruppen die kommunale Meinungsbildung.

Wirtschaft

Landwirtschaft und Forstwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt besonders die höher gelegenen Gemeindeteile. Viehhaltung, Milchwirtschaft, Futterbau und Obstbau sind die wichtigsten Betriebszweige. In den Berglagen werden Weiden und Alpen genutzt.

Der Strukturwandel führte zu einer Abnahme der Zahl landwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig bewirtschaften die verbleibenden Höfe grössere Flächen. Direktverkauf, regionale Produkte und agrotouristische Angebote ergänzen teilweise die traditionelle Landwirtschaft.

Der Wald dient der Holzproduktion, dem Schutz vor Naturgefahren, der Erholung und dem Naturschutz. In steilen Lagen besitzt er eine wichtige Schutzfunktion gegen Rutschungen und Erosion.

Gewerbe und Dienstleistungen

Im Dorf und in den Gewerbezonen bestehen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen. Vertreten sind unter anderem Baugewerbe, Handwerk, Detailhandel, Gastronomie, Immobilienwirtschaft, Beratung, Finanzdienstleistungen, Gesundheitsberufe und technische Betriebe.

Ein bedeutender Arbeitgeber und Infrastrukturbetrieb ist das Etzelwerk. Die Kraftwerkszentrale bei Altendorf erzeugt Bahnstrom für die Ost- und Zentralschweiz sowie den Grossraum Zürich. Seit 1987 ist die Schweizerische Bundesbahn alleinige Eigentümerin der Etzelwerk AG.[7]

Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde. Bedeutende Arbeitszentren befinden sich in Lachen, Pfäffikon, Rapperswil-Jona, Zürich und in der übrigen Region March-Höfe.

Wohnstandort

Die Lage am Zürichsee, die gute Verkehrsanbindung und die steuerlichen Rahmenbedingungen des Kantons Schwyz machten Altendorf zu einem gefragten Wohnstandort. Der Siedlungsdruck führte zu einer starken Verdichtung und zu steigenden Immobilienpreisen.

Die Raumplanung steht vor der Aufgabe, Wohnraum, Gewerbeentwicklung, Verkehrsflächen, Landschaftsschutz und die Erhaltung des historischen Dorfkerns miteinander zu verbinden. Neue Bauprojekte konzentrieren sich zunehmend auf bereits erschlossene Gebiete.

Verkehr

Eisenbahn

Altendorf besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Zürich–Pfäffikon–Ziegelbrücke. Regional- und S-Bahn-Züge verbinden die Gemeinde mit Lachen, Pfäffikon, Rapperswil und Zürich.

Die Bahnlinie wurde 1875 durch Altendorf geführt. Ein regulärer Halt besteht seit 1918.[1] Die Eisenbahn ist für den Pendlerverkehr von grosser Bedeutung. Der Bahnhof liegt zwischen dem Dorfzentrum und dem Seeufer.

Strassenverkehr

Die Autobahn A3 verbindet Altendorf in Richtung Zürich sowie über die Linthebene mit Chur. Die nächstgelegenen Anschlüsse befinden sich bei Lachen und Pfäffikon.

Die Hauptstrasse am südlichen Zürichseeufer führt durch das Dorf und verbindet Altendorf mit den Nachbargemeinden. Weitere Strassen erschliessen die höher gelegenen Weiler und Einzelhöfe.

Die Überdeckung der A3 im Dorfzentrum reduzierte die Trennwirkung der Autobahn und schuf zusätzliche nutzbare Flächen. Dennoch führen der Pendlerverkehr und die wachsende Bevölkerung weiterhin zu Verkehrsbelastungen.

Bus, Schiff und Langsamverkehr

Busverbindungen ergänzen das Bahnangebot und erschliessen die umliegenden Gemeinden und regionalen Zentren. Wander- und Velowege führen dem See entlang sowie in die Vorberge.

Der Seeweg in Richtung Pfäffikon ist Teil des Freizeit- und Fusswegnetzes am Obersee. Saisonale Schiffsangebote verbinden einzelne Orte der Region. Der öffentliche Verkehr ermöglicht nach Angaben der Gemeinde eine Reisezeit von ungefähr 30 Minuten nach Zürich.[2]

Bildung

Die Gemeinde führt Kindergärten und die Primarschule. Die Schulstandorte befinden sich hauptsächlich im Bereich Burggasse und Pfarrwiese. Zum kommunalen Angebot gehören integrative Förderung, Deutsch als Zweitsprache, schulergänzende Betreuung, Schulsozialarbeit, Bibliothek und verschiedene Unterstützungsangebote.[11]

Die Sekundarstufe I wird innerhalb der regionalen Schulorganisation des Bezirks March geführt. Weiterführende Schulen befinden sich unter anderem in Pfäffikon, Nuolen, Einsiedeln, Rapperswil und Zürich.

Die Musikschule Lachen-Altendorf bietet Instrumental- und Gesangsunterricht an. Vereine und private Einrichtungen ergänzen das Bildungsangebot mit Sport-, Kultur- und Freizeitkursen.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums beschloss die Gemeinde den Neubau und die Erweiterung von Schul- und Sportanlagen. Das Projekt umfasst unter anderem zusätzliche Unterrichtsräume, Kindergärten und eine Doppelturnhalle.

Religion

Die römisch-katholische Pfarrei St. Michael ist die historisch bedeutendste Religionsgemeinschaft. Die Pfarrkirche und der Friedhof liegen im Dorfzentrum.

Die reformierte Bevölkerung gehört zu einer regional organisierten Kirchgemeinde in der March. Daneben leben in Altendorf Angehörige weiterer christlicher Kirchen, islamischer Gemeinschaften, anderer Religionen sowie Personen ohne Religionszugehörigkeit.

Kirchliche Vereine, Chöre und soziale Organisationen wirken am kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde mit.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Michael

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael steht erhöht im historischen Dorfzentrum. Der spätgotische Bau entstand zwischen 1462 und 1464 über zwei älteren Kirchen. Spätere Umbauten verliehen dem Innenraum barocke Elemente.[6]

Zusammen mit dem Pfarrhaus, dem Friedhof und dem Beinhaus St. Anna bildet die Kirche ein ortsbildprägendes Ensemble. Der hohe Kirchturm ist vom See und von weiten Teilen der Gemeinde sichtbar.

St.-Johanns-Kapelle und Alt-Rapperswil

Die St.-Johanns-Kapelle steht auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes im Bereich des früheren Stammsitzes der Herren von Rapperswil. Das Schiff wurde nach der Zerstörung der Burg wiederaufgebaut und 1476 geweiht.

Die Kapelle und die archäologische Burgstelle erinnern an die mittelalterliche Bedeutung Altendorfs. Von der Anhöhe reicht der Blick über den Obersee bis nach Rapperswil und in die Linthebene.

Breitenhof

Der Breitenhof an der Oberdorfstrasse wurde im frühen 17. Jahrhundert errichtet. Das denkmalgeschützte Gebäude besitzt reich verzierte Täfer und gilt als eines der kulturhistorisch wertvollsten Häuser der Gemeinde.

Nach einer umfassenden Renovation wurde der Breitenhof 2005 als kulturelle Begegnungsstätte eröffnet. Er dient für Kammerkonzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen.[12]

Dorfzentrum und Dorfgaden

Das 1988 eröffnete Dorfzentrum umfasst die Gemeindeverwaltung, Vereinsräume und weitere öffentliche Einrichtungen. Es bildet gemeinsam mit Kirche, Schule, Mehrzweckhalle und Dorfgaden den heutigen kommunalen Mittelpunkt.

Der Dorfgaden wird für Märkte, Ausstellungen und gesellschaftliche Anlässe genutzt. Zu den regelmässigen Veranstaltungen zählen die Dorfchilbi, Konzerte, Vereinsanlässe und saisonale Märkte.

Park am See

Der Park am See wurde nach einer fast zwanzigjährigen Planungs- und Entscheidungsphase im Mai 2024 eröffnet. Das Gelände liegt am Bahnweg unmittelbar am Obersee.

Der östliche Teil dient der intensiveren Freizeitnutzung mit Spiel- und Liegewiesen, Spielangeboten, Pavillon, Grillstelle und Sitzmöglichkeiten. Der westliche Bereich wurde naturnäher gestaltet. Ein neues Flachufer schafft Lebensräume für Fische, Wasserpflanzen, Kleintiere und Vögel.[13]

Ein rollstuhlgängiger Weg führt durch das Gelände zu einem Steg über dem Wasser. Das Baden ist im ökologisch gestalteten Flachuferbereich nicht gestattet.

Etzelwerk

Die Kraftwerkszentrale des Etzelwerks liegt westlich des Dorfes in der Nähe des Obersees. Das zwischen 1932 und 1937 errichtete Pumpspeicherkraftwerk nutzt Wasser des Sihlsees.

Zur Anlage gehören der Sihlsee, ein Druckstollen durch den Berg, Druckleitungen und die Zentrale in Altendorf. Das abgearbeitete Wasser fliesst in den Obersee. Das Werk ist ein bedeutendes Beispiel schweizerischer Energie- und Verkehrsinfrastruktur des 20. Jahrhunderts.[7]

Freizeit und Natur

Die Gemeinde verfügt über ein ausgedehntes Wanderwegnetz. Wege führen über Bilsten, Höhgaden, Autis und weitere Bergsiedlungen zum Stöcklichrüz und in Richtung Einsiedeln.

Das Stöcklichrüz ist ein beliebtes Wanderziel mit Aussicht auf den Zürichsee, den Sihlsee, die Linthebene und die Alpen. Im Winter werden die höher gelegenen Wege je nach Schneelage für Winterwandern, Schneeschuhtouren und andere Aktivitäten genutzt.

Am See befinden sich eine öffentliche Badeanlage, der Park am See, Bootsanlagen und Spazierwege. Der Erlebnisweg Obersee verbindet Natur-, Landschafts- und Kulturthemen der Uferregion.

Sportplätze, Turnhallen, ein Pumptrack und zahlreiche Vereine ermöglichen ein breites Freizeitangebot. In Altendorf bestehen unter anderem Fussball-, Turn-, Schiess-, Musik-, Fasnachts- und Wassersportvereine.

Brauchtum

Das örtliche Brauchtum wird vor allem durch die Fasnacht, die Dorfchilbi, kirchliche Feiertage und Vereinsfeste gepflegt. Mehrere Fasnachtsgesellschaften und Maskengruppen beteiligen sich an Umzügen und Veranstaltungen in Altendorf und der March.

Die Nähe zu Lachen, Rapperswil und Einsiedeln führte zu einem Austausch verschiedener regionaler Traditionen. Musikvereine, Kirchenchor, Trachtengruppen und weitere Organisationen tragen zum kulturellen Leben bei.

Persönlichkeiten

Mit Altendorf verbunden sind unter anderem:

  • Charles Vögele (1923–2002), Unternehmer, lebte und starb in Altendorf;
  • Peter Marvey (* 1971), Illusionist, betreibt in Altendorf ein Theater und Produktionszentrum;
  • Muriel Züger, Sportschützin;
  • Angehörige des mittelalterlichen Geschlechts der Herren und Grafen von Rapperswil.

Siehe auch

Literatur

  • Gemeinde Altendorf: 1000 Jahre Altendorf 972–1972. Festschrift, Altendorf 1972.
  • Eugen Diethelm: Altendorf 1972–1999. Dorfchronik. Altendorf.
  • Markus Suter, Roger Züger, Peter Arbenz und Nik Meier: Altendorf 2000–2022. Dorfchronik. Altendorf 2022.
  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Band 1, Birkhäuser, Basel 1927.
  • Martin Ochsner: Die March. Einsiedeln 1928.
  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 Gemeinde Altendorf: Geschichte, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Gemeinde Altendorf: Überblick, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Gemeinde Altendorf: Altendorf in Zahlen, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Josef Mächler: Altendorf. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 2. Juli 2009, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Bundesamt für Bevölkerungsschutz: Schweizerisches Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung, Kanton Schwyz, Stand 1. Januar 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Schweizer Radio und Fernsehen: Römisch-katholischer Gottesdienst aus Altendorf SZ, abgerufen am 2. August 2026.
  7. 7,0 7,1 7,2 Schweizerische Bundesbahnen: Wasserkraftwerk Etzelwerk, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Gemeinde Altendorf: Dorfchronik, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Gemeinde Altendorf: Gemeindeversammlung, abgerufen am 2. August 2026.
  10. Gemeinde Altendorf: Gemeinderat, abgerufen am 2. August 2026.
  11. Schule Altendorf: Offizielle Website, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Gemeinde Altendorf: Breitenhof – kulturelle Begegnungsstätte, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Gemeinde Altendorf: Park am See, abgerufen am 2. August 2026.