Vevey

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Vevey
Wappen Wappen von Vevey
Kanton Waadt
Bezirk Riviera-Pays-d’Enhaut
BFS-Nummer 5890
Postleitzahl 1800
Koordinaten 46° 28′ N, 6° 51′ O
Höhe 383 m ü. M.
Fläche 2,39 km²
Einwohner 20'179
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Bevölkerungsdichte rund 8'443 Einwohner je km²
Amtssprache Französisch
Syndique Laurie Willommet (PS)
Website www.vevey.ch

Vevey ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton Waadt in der Schweiz. Sie ist der Hauptort des Bezirks Riviera-Pays-d’Enhaut und liegt am Nordufer des Genfersees zwischen Lausanne und Montreux. Die Stadt gehört zur französischsprachigen Schweiz und bildet gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden einen zentralen Teil der Waadtländer Riviera.

Auf einer Fläche von lediglich 2,39 Quadratkilometern lebten Ende 2025 insgesamt 20'179 Personen. Vevey zählt damit zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden der Schweiz.[1] Das Stadtgebiet ist nahezu vollständig überbaut und geht ohne deutliche landschaftliche Trennung in die Nachbargemeinden Corseaux, Corsier-sur-Vevey und La Tour-de-Peilz über.

International bekannt ist Vevey als Hauptsitz des Lebensmittelkonzerns Nestlé, als Austragungsort der Fête des Vignerons und als bedeutendes Kulturzentrum. Die Stadt beherbergt unter anderem das Alimentarium, das Musée Jenisch Vevey, das Schweizer Kameramuseum und das Historische Museum Vevey. Unter dem Namen «Vevey, ville d’images» positioniert sie sich zudem als Zentrum für Fotografie, Grafik und visuelle Künste.

Name

Der Ortsname ist bereits aus der Antike überliefert. In römischen Quellen erscheinen Formen wie Viviscus und Vibiscum. Die genaue Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Wahrscheinlich geht er auf einen älteren keltischen oder gallorömischen Flurnamen zurück.

Die deutsche Bezeichnung Vivis war früher verbreitet, wird heute jedoch kaum noch verwendet. Im französischsprachigen Alltag und in der amtlichen Verwendung lautet der Ortsname ausschliesslich Vevey.

Geographie

Vevey liegt am Nordufer des Genfersees auf dem Schwemmkegel der Veveyse. Der Fluss tritt aus einem engen Tal am Fuss des Mont Pèlerin in das dicht bebaute Stadtgebiet ein und mündet östlich des historischen Zentrums in den See.

Die Stadt befindet sich rund 18 Kilometer südöstlich von Lausanne und etwa sechs Kilometer nordwestlich von Montreux. Gegenüber, am südlichen Seeufer, erheben sich die Savoyer Alpen. Im Norden steigt das Gelände zu den Hängen von Corsier-sur-Vevey, Chardonne und zum Mont Pèlerin an.

Das Gemeindegebiet umfasst nur 2,39 Quadratkilometer. Es erstreckt sich über den flachen Schwemmkegel der Veveyse und die unteren Hanglagen im Norden. Die mittlere Höhe des Stadtzentrums beträgt 383 Meter über Meer.

Vevey grenzt an:

  • Corseaux im Westen
  • Corsier-sur-Vevey im Norden
  • Blonay – Saint-Légier im Nordosten
  • La Tour-de-Peilz im Osten
  • den Genfersee im Süden

Die Bebauung ist ausserordentlich dicht. Nur kleine Teile des Gemeindegebiets bestehen aus Wald, Landwirtschaftsflächen oder unüberbauten Grünräumen. Zu den wichtigsten öffentlichen Freiflächen gehören die Seeuferanlagen, der Jardin Doret, der Parc de l’Arabie, der Parc du Panorama und die Umgebung der Kirche Saint-Martin.

Das Klima wird durch den Genfersee und die geschützte Lage am Alpenrand gemildert. Die Region gehört zur sogenannten Waadtländer Riviera und weist vergleichsweise milde Winter und warme Sommer auf. An den sonnigen Hängen westlich und nordwestlich der Stadt schliessen die Weinbaugebiete von Lavaux an.

Stadtbild und Quartiere

Vevey besitzt aufgrund seiner kleinen Fläche und seiner langen Siedlungsgeschichte ein kompaktes Stadtbild. Die mittelalterlich geprägte Altstadt, die grosse Place du Marché, die Bahnhofsquartiere, ehemalige Industrieareale und dicht bebaute Wohnquartiere liegen nahe beieinander.

Altstadt

Die Altstadt erstreckt sich zwischen dem Genfersee, der Veveyse, der Rue du Lac und der Umgebung der Kirche Saint-Martin. Schmale Gassen, Bürgerhäuser, Geschäfte, Restaurants und öffentliche Gebäude prägen das Gebiet.

Zu den wichtigsten Strassen und Plätzen gehören:

  • die Rue du Lac
  • die Rue des Deux-Marchés
  • die Rue du Conseil
  • die Rue du Centre
  • die Rue du Simplon
  • die Place Scanavin
  • die Place de l’Ancien-Port
  • die Place du Marché

Das historische Zentrum entwickelte sich aus mehreren ursprünglich getrennten Siedlungskernen. Zahlreiche ältere Häuser wurden im 18. und 19. Jahrhundert umgebaut und erhielten klassizistische Fassaden.

Plan-Dessus und Plan-Dessous

Die Quartiere Plan-Dessus und Plan-Dessous liegen nördlich und westlich des Stadtzentrums. Sie wurden besonders im 19. und 20. Jahrhundert bebaut. Wohnhäuser, Schulen, Gewerbebauten und frühere Industrieanlagen bestimmen das Stadtbild.

Plan-Dessus liegt oberhalb der Bahnlinie und besitzt eine Mischung aus älteren Mehrfamilienhäusern, Einfamilienhäusern und öffentlichen Einrichtungen. Plan-Dessous erstreckt sich zwischen dem Bahnhof, dem See und der westlichen Gemeindegrenze.

Charmontey und Gilamont

Die höher gelegenen Gebiete Charmontey und Gilamont befinden sich östlich beziehungsweise nordöstlich der Veveyse. Dort entstanden im 20. Jahrhundert grössere Wohnsiedlungen, Schulen und Sportanlagen.

Die Veveyse bildet in diesem Bereich einen tiefen Geländeeinschnitt. Brücken und Strassen verbinden die östlichen Quartiere mit dem Stadtzentrum und dem Bahnhof.

Ehemalige Industriegebiete

Entlang der Bahnlinie, der Veveyse und im nordwestlichen Stadtgebiet entwickelten sich im 19. und 20. Jahrhundert Industrie- und Gewerbezonen. Dort befanden sich Lebensmittelbetriebe, Maschinenfabriken, Lagerhäuser und Werkstätten.

Ein Teil dieser Flächen wurde seit dem späten 20. Jahrhundert in Wohn-, Büro- und Kulturareale umgewandelt. Ehemalige Fabrikbauten erinnern weiterhin an die industrielle Vergangenheit Veveys.

Geschichte

Frühgeschichte und Antike

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Veveyer Seeufers seit vorgeschichtlicher Zeit. Im Uferbereich wurden Spuren einer jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung entdeckt.

Im 4. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich auf dem Gebiet des heutigen Vevey eine bedeutendere Siedlung. Während der römischen Herrschaft lag Viviscus oder Vibiscum an einem wichtigen Verkehrsknoten. Hier verzweigten sich Strassen in Richtung Genf, Aventicum, den Grossen St. Bernhard und Oberitalien.[2]

Die römische Siedlung diente als Rast-, Handels- und Umschlagplatz. Der Genfersee ermöglichte den Transport von Personen und Gütern, während die Strassenverbindungen das Gebiet mit dem Rhonetal, dem Schweizer Mittelland und den Alpenpässen verbanden.

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches verlor der Ort zeitweise an Bedeutung. Brände, kriegerische Auseinandersetzungen und politische Veränderungen beeinträchtigten die Siedlungsentwicklung. Ab dem frühen Mittelalter entstand jedoch erneut ein regionales Zentrum.

Mittelalter

Im Mittelalter bestand Vevey aus mehreren Siedlungskernen, die verschiedenen geistlichen und weltlichen Grundherren unterstanden. Besonders einflussreich waren die Familien von Blonay und von Oron sowie die Bischöfe von Lausanne.

1257 gelangte Vevey unter die Herrschaft des Hauses Savoyen. Die verschiedenen Stadtteile erhielten 1356 erste gemeinsame Freiheiten. Graf Amadeus VI. von Savoyen weitete diese Rechte 1370 auf die gesamte Stadt aus. Diese Privilegien bildeten eine wesentliche Grundlage der kommunalen Selbstverwaltung.[3]

Die Lage am See und an wichtigen Landstrassen förderte Handel, Märkte und Handwerk. Wein, Getreide, Vieh, Salz, Textilien und weitere Waren wurden in Vevey gehandelt. Die Stadt besass einen Hafen und war eng mit den Dörfern und Rebgebieten der Umgebung verbunden.

Berner Herrschaft

1536 eroberte Bern das Waadtland. Vevey wurde Teil der bernischen Vogtei Lausanne und nahm die Reformation an. Klöster und kirchliche Einrichtungen wurden aufgehoben oder einer neuen Nutzung zugeführt.

Unter bernischer Herrschaft erlebte Vevey insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 liessen sich protestantische Flüchtlinge aus Frankreich in der Stadt und ihrer Umgebung nieder. Unter ihnen befanden sich Kaufleute, Bankiers, Handwerker und Unternehmer.[2]

Der Handel entwickelte sich weiter, und wohlhabende Familien liessen Bürgerhäuser und Landsitze errichten. Schulen, soziale Einrichtungen und gemeinnützige Stiftungen entstanden. Gleichzeitig blieb der Weinbau für die Stadt und ihr Umland von zentraler Bedeutung.

Revolution und Kanton Waadt

Im Januar 1798 endete die bernische Herrschaft während der Waadtländer Revolution. Vevey wurde Teil des Kantons Léman innerhalb der Helvetischen Republik.

Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton Waadt. Vevey wurde Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Diese Funktion behielt die Stadt bis zur waadtländischen Bezirksreform von 2006.

Seit dem 1. September 2006 ist Vevey Hauptort des neu gebildeten Bezirks Riviera-Pays-d’Enhaut.[4]

Industrialisierung und Tourismus

Im 19. Jahrhundert wandelte sich Vevey von einer Handels- und Weinbaustadt zu einem bedeutenden Industrie- und Tourismuszentrum. Die Dampfschifffahrt auf dem Genfersee und der Bau der Eisenbahn verbesserten die Verkehrsverbindungen erheblich.

Hotels, Pensionen und Kuranstalten entstanden. Reisende aus Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland und weiteren Ländern besuchten die Waadtländer Riviera wegen ihres milden Klimas und der Aussicht auf den See und die Alpen.

Zwischen 1861 und 1876 wurden grosse Teile des heutigen Quai Perdonnet angelegt. Die Uferaufschüttungen erweiterten das Stadtgebiet und schufen eine lange Promenade am See.[5]

Gleichzeitig siedelten sich Fabriken und Werkstätten an. Zu den wichtigsten Branchen gehörten die Lebensmittelproduktion, der Maschinen- und Metallbau, die Tabakverarbeitung, das Druckgewerbe und die Herstellung von Konsumgütern.

Nestlé und die Lebensmittelindustrie

Der aus Frankfurt am Main stammende Apotheker Henri Nestlé entwickelte 1867 in Vevey ein haltbares Kindermehl. Sein Unternehmen wurde zu einem Ausgangspunkt des späteren Nestlé-Konzerns.

1905 fusionierte das Unternehmen mit der Anglo-Swiss Condensed Milk Company. Vevey blieb ein zentraler Unternehmensstandort und ist heute Sitz der weltweiten Konzernleitung von Nestlé.[6]

Auch die Entwicklung der Milchschokolade ist mit Vevey verbunden. Der Schokoladenfabrikant Daniel Peter experimentierte mit der Verbindung von Kakao und Milch. 1875 gelang ihm unter Verwendung von Kondensmilch die Herstellung einer marktfähigen Milchschokolade.[7]

Die Lebensmittelindustrie prägte Veveys Wirtschaft, Stadtentwicklung und internationales Ansehen über Jahrzehnte. Ehemalige Fabrik- und Werkstattgebäude sind teilweise bis heute im Stadtbild erhalten.

Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wuchs Vevey mit den benachbarten Gemeinden zu einem zusammenhängenden Siedlungsraum zusammen. Neue Wohnquartiere, Schulen, Verwaltungsgebäude und Verkehrsanlagen entstanden.

Die traditionelle Industrie verlor gegen Ende des Jahrhunderts an Bedeutung. Mehrere Betriebe wurden geschlossen, verlegt oder grundlegend umstrukturiert. Vevey entwickelte sich zunehmend zu einem Dienstleistungs-, Verwaltungs-, Bildungs- und Kulturzentrum.

Unter dem Leitbild «Vevey, ville d’images» fördert die Stadt seit dem späten 20. Jahrhundert Fotografie, Grafik, audiovisuelle Medien und zeitgenössische Kunst. Museen, Ausbildungsstätten, Agenturen und Kulturveranstaltungen bilden ein Netzwerk rund um die visuelle Gestaltung.[2]

Ehemalige Industrieareale werden schrittweise in gemischte Stadtquartiere umgewandelt. Aufgrund der sehr kleinen Gemeindefläche konzentriert sich die Stadtentwicklung vor allem auf Verdichtung, Umnutzung und die Aufwertung öffentlicher Räume.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 zählte Vevey 20'179 ständig wohnhafte Einwohner. Davon waren 12'190 Schweizer und 7'989 ausländische Staatsangehörige.[1]

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug damit rund 39,6 Prozent. In Vevey lebten Menschen aus 132 verschiedenen Staaten.[8]

Die Bevölkerung ist aufgrund der Lage in der Metropolregion Genfersee, des internationalen Arbeitsmarkts und des Hauptsitzes von Nestlé stark international geprägt. Die wichtigste Amtssprache ist Französisch. Im Alltag werden daneben unter anderem Portugiesisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Albanisch und Deutsch gesprochen.

Die Bevölkerungsdichte liegt bei mehr als 8'400 Einwohnern pro Quadratkilometer. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in Mehrfamilienhäusern. Die begrenzte Fläche und die hohe Nachfrage nach Wohnraum führen zu einer intensiven Nutzung des bestehenden Siedlungsgebiets.

Politik und Verwaltung

Die politische Organisation Veveys entspricht dem für grössere Gemeinden des Kantons Waadt üblichen System.

Municipalité

Die Exekutive bildet die Municipalité. Seit Beginn der Legislaturperiode 2026–2031 besteht sie aus sieben Mitgliedern. Die Mitglieder werden direkt von den Stimmberechtigten gewählt und leiten jeweils mehrere Bereiche der Stadtverwaltung.

Seit dem 1. Juli 2026 ist Laurie Willommet vom Parti socialiste veveysan Syndique von Vevey. Sie wurde 2026 in stiller Wahl in das Stadtpräsidium gewählt.[9]

Zu den Aufgaben der Municipalité gehören unter anderem:

  • Finanzen und Personal
  • Stadtplanung und Mobilität
  • Bildung, Familie und Sport
  • Kultur
  • soziale Angelegenheiten
  • öffentliche Gebäude und Energie
  • Strassen, Grünanlagen und Unterhalt
  • Wirtschaft und Nachhaltigkeit

Conseil communal

Die Legislative ist der Conseil communal mit 100 Mitgliedern. Das Gemeindeparlament wird nach dem Proporzsystem gewählt. Es beschliesst das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Reglemente, Baukredite und weitere wichtige Geschäfte.[10]

Die Sitzungen finden in der Maison du Conseil statt und sind grundsätzlich öffentlich. Bestimmte Beschlüsse können dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Die Stimmberechtigten entscheiden zudem über kommunale Initiativen und obligatorische Volksabstimmungen.

Das Hôtel de Ville befindet sich an der Rue du Lac 2 im historischen Stadtzentrum.

Wirtschaft

Vevey ist ein bedeutendes regionales Arbeits- und Dienstleistungszentrum. Die Zahl der Arbeitsplätze ist im Verhältnis zur Wohnbevölkerung hoch. Viele Beschäftigte pendeln täglich aus den umliegenden Gemeinden und aus anderen Teilen des Kantons in die Stadt.

Nestlé

Der weltweit tätige Lebensmittelkonzern Nestlé hat seinen globalen Hauptsitz an der Avenue Nestlé in Vevey. Am Standort befinden sich ebenfalls zentrale Funktionen von Nespresso und Purina Europe.[11]

Das Hauptgebäude «En Bergère» wurde vom Schweizer Architekten Jean Tschumi entworfen und 1959 fertiggestellt. Spätere Erweiterungen ergänzten den Gebäudekomplex. Er gilt als bedeutendes Beispiel schweizerischer Unternehmensarchitektur der Nachkriegszeit.

Nestlé ist für die lokale Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und das internationale Ansehen Veveys von grosser Bedeutung. Der Konzern unterstützt zudem kulturelle, soziale und wissenschaftliche Einrichtungen in der Region.

Weitere Wirtschaftsbereiche

Neben Nestlé sind folgende Bereiche von Bedeutung:

  • Unternehmens- und Finanzdienstleistungen
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • öffentlicher Dienst
  • Bildung
  • Detailhandel und Gastronomie
  • Tourismus
  • Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Grafik, Fotografie und audiovisuelle Medien
  • Bau- und Immobilienwirtschaft

Die Innenstadt besitzt ein dichtes Netz aus Geschäften, Restaurants, Cafés und Dienstleistungsbetrieben. Die Wochenmärkte auf der Place du Marché ziehen Besucher aus der gesamten Region an.

Der Tourismus profitiert von der Lage am Genfersee, dem historischen Stadtbild, den Museen, den Kulturveranstaltungen und der Nähe zu Lavaux, Montreux und den Waadtländer Alpen.

Verkehr

Vevey ist ein wichtiger Verkehrsknoten an der Waadtländer Riviera. Bahn, Bus, Trolleybus, Schiff und Standseilbahn sind in den Tarifverbund Mobilis integriert.

Eisenbahn

Der Bahnhof Vevey liegt unmittelbar nördlich des Stadtzentrums an der Bahnstrecke Lausanne–Brig. Er wird von Fern-, Regional- und S-Bahn-Zügen bedient.

Direkte Bahnverbindungen bestehen unter anderem nach:

  • Lausanne
  • Genf
  • Genf Flughafen
  • Montreux
  • Aigle
  • Sion
  • Martigny
  • Brig

Vevey ist zudem Ausgangspunkt der meterspurigen Bahnstrecke über Saint-Légier und Blonay nach Les Pléiades. Die Strecke wird von den Transports Montreux–Vevey–Riviera betrieben.

Im Stadtgebiet befinden sich zusätzlich die Haltestellen Vevey-Funiculaire und Vevey-Vignerons. Von Vevey-Funiculaire führt eine Standseilbahn über Chardonne auf den Mont Pèlerin.

Bus und Trolleybus

Die Transports publics Vevey–Montreux–Chillon–Villeneuve betreiben ein dichtes Bus- und Trolleybusnetz. Die Linien verbinden Vevey mit Corseaux, Corsier-sur-Vevey, La Tour-de-Peilz, Montreux, Villeneuve und weiteren Gemeinden der Riviera.

Eine zentrale Rolle besitzt die Trolleybuslinie entlang des Genfersees. Sie bildet die wichtigste städtische Verkehrsachse zwischen Vevey, Montreux, Chillon und Villeneuve.

Die meisten Linien halten am Bahnhof Vevey, der als zentraler Umsteigeknoten dient. Das öffentliche Verkehrsangebot besteht grundsätzlich vom frühen Morgen bis Mitternacht und wird an Wochenenden durch Nachtverbindungen ergänzt.[12]

Schifffahrt

Kursschiffe der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman verbinden Vevey mit anderen Orten am Genfersee. Anlegestellen befinden sich am Veveyer Seeufer.

Von Vevey bestehen je nach Saison Schiffsverbindungen unter anderem nach Lausanne, Montreux, Chillon, Villeneuve und zu französischen Orten am südlichen Seeufer.

Strassenverkehr und Langsamverkehr

Vevey ist über die Autobahn A9 an Lausanne, das Wallis und das übrige Schweizer Nationalstrassennetz angebunden. Die Hauptstrassen entlang des Seeufers verbinden die Stadt mit Montreux und Lausanne.

Wegen der hohen Siedlungsdichte und der begrenzten Strassenfläche fördert die Stadt den Fuss- und Veloverkehr. Verkehrsberuhigte Bereiche, Velostreifen, Begegnungszonen und öffentliche Veloparkplätze werden schrittweise ausgebaut.

Die Uferpromenade ist eine wichtige Fuss- und Veloverbindung zwischen Corseaux, Vevey und La Tour-de-Peilz.

Bildung

Vevey besitzt mehrere öffentliche Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulen. Die Stadt arbeitet im Bildungsbereich eng mit den umliegenden Gemeinden zusammen.

Eine überregionale Bedeutung besitzt das Centre d’enseignement professionnel de Vevey (CEPV). Die kantonale Berufsfachschule bietet Ausbildungen in verschiedenen gestalterischen, handwerklichen und kaufmännischen Bereichen an. Besonders bekannt sind die Ausbildungsgänge in Fotografie, Grafik, Keramik und angewandter Kunst.

Die Ausrichtung auf Fotografie und Gestaltung trägt wesentlich zum Profil «Vevey, ville d’images» bei. Studierende, Kulturschaffende, Museen und Unternehmen arbeiten regelmässig in gemeinsamen Projekten zusammen.

Weiterführende Schulen und Hochschulen befinden sich in La Tour-de-Peilz, Montreux, Lausanne und anderen Gemeinden der Region.

Kultur

Vevey besitzt für eine Stadt seiner Grösse ein aussergewöhnlich vielfältiges Kulturangebot. Museen, Theater, Galerien, Festivals und Vereine prägen das öffentliche Leben.

Fête des Vignerons

Die Fête des Vignerons ist die bedeutendste kulturelle Tradition Veveys. Sie wird von der Confrérie des Vignerons organisiert und findet ungefähr einmal pro Generation auf der Place du Marché statt.

Die Veranstaltung ehrt die Arbeit der Winzer und Rebarbeiter in Lavaux und im Chablais. Musik, Theater, Tanz, Festumzüge und aufwendige Massenszenen verbinden Weinbau, Jahreszeiten und regionale Traditionen.

Die erste Fête des Vignerons in Form eines grossen öffentlichen Festspiels fand 1797 statt. Weitere Ausgaben folgten in unregelmässigen Abständen. Die jüngsten Feste wurden 1977, 1999 und 2019 durchgeführt.

Seit 2016 gehört die Fête des Vignerons zur Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO.[13]

Vevey, ville d’images

Vevey positioniert sich als «Stadt der Bilder». Die Fondation Vevey ville d’images organisiert Ausstellungen, Publikationen, Förderprogramme und die Biennale Images Vevey.

Die Biennale findet seit 2008 grundsätzlich alle zwei Jahre statt. Fotografische und visuelle Kunstwerke werden in Museen, Galerien, Parks, auf Hausfassaden und im öffentlichen Raum gezeigt. Viele Installationen werden speziell für ihren Standort in Vevey entwickelt.[14]

Zwischen den Biennalen zeigt L’Appartement – Espace Images Vevey im Bahnhofsgebäude wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Fotografie.

Theater und Musik

Das Théâtre Le Reflet ist der wichtigste Theater- und Veranstaltungsort der Stadt. Das Programm umfasst Schauspiel, Tanz, Musik, Zirkus, humoristische Darbietungen und Produktionen für Kinder.

Weitere Veranstaltungen finden in der Salle del Castillo, in Kirchen, Museen, Kulturzentren und im öffentlichen Raum statt. Vereine, Musikschulen und freie Kulturschaffende tragen zu einem vielfältigen Angebot bei.

Museen

Alimentarium

Das Alimentarium liegt am Quai Perdonnet in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Nestlé. Es wurde von Nestlé gegründet und 1985 eröffnet.

Das Museum widmet sich der Ernährung aus historischen, kulturellen, naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven. Es gilt als das weltweit erste Museum, das sich umfassend dem Thema Ernährung widmet.[15]

Vor dem Museum steht die monumentale Skulptur einer Gabel im Genfersee. Das Werk der Schweizer Künstlerin Jean-Pierre Zaugg wurde zu einem Wahrzeichen Veveys.

Musée Jenisch Vevey

Das Musée Jenisch wurde 1897 eröffnet. Die Errichtung des Gebäudes wurde durch eine Schenkung von Fanny Jenisch ermöglicht.

Das Kunstmuseum besitzt bedeutende Sammlungen von Zeichnungen, Druckgrafik und Malerei. Es beherbergt das Cabinet cantonal des estampes und eine besonders umfangreiche Sammlung von Werken Oskar Kokoschkas.

Mit mehr als 40'000 druckgrafischen Arbeiten zählt das Cabinet cantonal des estampes zu den bedeutendsten Grafiksammlungen der Schweiz.[16]

Schweizer Kameramuseum

Das Schweizer Kameramuseum befindet sich an der Place du Marché. Es dokumentiert die Geschichte der Fotografie, der Kameratechnik und der fotografischen Verfahren von den frühen optischen Geräten bis zur digitalen Bildproduktion.

Die Sammlung umfasst Kameras, Objektive, Projektoren, Laborgeräte, Fotografien und Dokumente. Zahlreiche Exponate können von den Besuchern interaktiv genutzt werden.[17]

Historisches Museum Vevey

Das Historische Museum wurde 1897 gegründet. Es befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert an der Rue du Château.

Die Sammlung behandelt die Stadtgeschichte, das Handwerk, das Alltagsleben, die Weinbautradition und die Fête des Vignerons. Möbel, Gemälde, Münzen, Waffen, Textilien und archäologische Objekte veranschaulichen die Entwicklung Veveys und seiner Umgebung.[18]

Sehenswürdigkeiten

Place du Marché

Die Place du Marché, auch Grande Place genannt, bildet das räumliche und gesellschaftliche Zentrum Veveys. Sie liegt unmittelbar am Genfersee und gehört zu den grössten offenen Stadtplätzen der Schweiz.

Auf dem Platz finden Wochenmärkte, Messen, Zirkusvorstellungen, politische Veranstaltungen, Konzerte und die Fête des Vignerons statt. An seinem Rand stehen die Grenette, das Château de l’Aile, die Salle del Castillo und zahlreiche historische Bürgerhäuser.

Am 3. November 2025 begannen umfangreiche Arbeiten zur Neugestaltung des rund 26'000 Quadratmeter grossen Platzes. Das Projekt soll die Aufenthaltsqualität verbessern, zusätzliche Begrünung schaffen und die Verbindung zwischen Stadt und See stärken. Die Bauzeit wurde auf ungefähr zweieinhalb bis drei Jahre veranschlagt.[19]

Grenette

Die Grenette wurde im frühen 19. Jahrhundert als Kornhalle errichtet. Das klassizistische Gebäude besitzt eine offene Säulenhalle und liegt am östlichen Rand der Place du Marché.

Sie wurde ursprünglich für den Getreidehandel und als gedeckter Markt genutzt. Heute dient sie als markantes öffentliches Gebäude und als Veranstaltungsort.

Château de l’Aile

Das Château de l’Aile steht am westlichen Rand der Place du Marché unmittelbar am See. Der heutige Bau entstand im 19. Jahrhundert im neugotischen und historistischen Stil.

Mit seinen Türmen, Zinnen und reich gestalteten Fassaden gehört das Schloss zu den auffälligsten Gebäuden Veveys. Nach einer umfassenden Restaurierung wird es privat und für Veranstaltungen genutzt.[20]

Kirche Saint-Martin

Die reformierte Kirche Saint-Martin liegt auf einer erhöhten Terrasse nördlich des Stadtzentrums. Ihre Ursprünge reichen ins Mittelalter zurück. Der heutige Bau entstand im Wesentlichen im spätgotischen Stil.

Von der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick über die Stadt, den Genfersee und die Alpen. Die Kirche besitzt eine bedeutende Orgel und wird neben Gottesdiensten auch für Konzerte genutzt.

Auf dem angrenzenden Friedhof befinden sich die Gräber mehrerer bekannter Persönlichkeiten, darunter der Schokoladenfabrikant Daniel Peter.

Kirche Sainte-Claire

Die reformierte Kirche Sainte-Claire liegt in der Altstadt. Sie geht auf eine mittelalterliche Klosterkirche zurück. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und die Kirche für den reformierten Gottesdienst genutzt.

Russische Kirche Sainte-Barbara

Die russisch-orthodoxe Kirche Sainte-Barbara wurde im 19. Jahrhundert für die russische Gemeinschaft der Waadtländer Riviera errichtet. Der historistische Bau besitzt einen zentralen Kuppelturm und eine reich ausgestattete Innenausstattung.

Seeufer und Quai Perdonnet

Die Uferpromenade erstreckt sich über mehrere Kilometer von Corseaux durch Vevey bis nach La Tour-de-Peilz. Sie bietet Ausblicke über den Genfersee auf die Savoyer Alpen.

Am Quai Perdonnet befinden sich das Alimentarium, die Skulptur der Gabel, die Statue Charlie Chaplins, Gärten, Spielplätze und Schiffsanlegestellen.

Die Bronzestatue Charlie Chaplins erinnert an den britischen Schauspieler und Regisseur, der von 1952 bis zu seinem Tod 1977 im nahe gelegenen Corsier-sur-Vevey lebte.

Natur und Freizeit

Der Genfersee bildet den wichtigsten Natur- und Freizeitraum Veveys. Die Uferanlagen werden zum Spazieren, Velofahren, Baden und für Wassersport genutzt.

Der Jardin Doret liegt westlich des Stadtzentrums nahe der Gemeindegrenze zu Corseaux. Er besitzt Liegewiesen, Spiel- und Sportflächen sowie einen direkten Zugang zum See.

Weitere Grünräume sind:

  • der Parc de l’Arabie
  • der Parc du Panorama
  • die Terrasse Saint-Martin
  • kleinere Quartierparks und öffentliche Gärten
  • die Uferbereiche der Veveyse

Die Stadt bemüht sich, Bäume, Grünflächen und naturnahe Uferbereiche trotz der hohen baulichen Dichte zu erhalten. Klimaanpassung, Beschattung und die Entsiegelung öffentlicher Flächen spielen bei neuen Stadtentwicklungsprojekten eine zunehmende Rolle.

Sport

Vevey verfügt über Sporthallen, Fussballplätze, Basketballanlagen, Schwimmmöglichkeiten und Wassersportvereine.

Der Fussballverein Vevey-Sports trägt seine Heimspiele im Stade de Copet aus. Der Verein besitzt eine lange Tradition und spielte zeitweise in höheren Schweizer Ligen.

Vevey Riviera Basket gehört zu den bekanntesten Basketballvereinen der Westschweiz. Heimspiele werden in der Halle Galeries du Rivage ausgetragen.

Auf dem Genfersee werden Segeln, Rudern, Paddeln, Stand-up-Paddling und Schwimmen betrieben. Die Uferpromenade und die Wege in Richtung Lavaux und Montreux sind beliebte Strecken für Läufer und Velofahrer.

Wappen

Das Wappen von Vevey ist von Gold und Blau gespalten und zeigt zwei ineinander verschlungene Buchstaben V in gewechselten Farben.

Eine eigene Stadtfahne ist seit 1395 belegt. Die einfache Teilung in Gold und Blau erscheint seit dem 16. Jahrhundert. Die beiden Buchstaben V sind erstmals 1603 auf einer Glocke der Kirche Saint-Martin nachgewiesen.[21]

Die Buchstaben stehen für den Namen der Stadt. Die ungewöhnliche Verbindung von Schriftzeichen und heraldischen Farben macht das Wappen leicht erkennbar.

Persönlichkeiten

Mit Vevey verbunden sind unter anderem:

  • Henri Nestlé (1814–1890), Apotheker, Unternehmer und Gründer des späteren Nestlé-Konzerns
  • Daniel Peter (1836–1919), Schokoladenfabrikant und Pionier der Milchschokolade
  • Ernest Ansermet (1883–1969), Dirigent und Gründer des Orchestre de la Suisse Romande
  • Edmond de Palézieux (1850–1924), Maler
  • Charlie Chaplin (1889–1977), Schauspieler und Regisseur, der im benachbarten Corsier-sur-Vevey lebte
  • Oskar Kokoschka (1886–1980), österreichischer Maler und Schriftsteller, dessen Werk im Musée Jenisch besonders umfangreich vertreten ist

Städtepartnerschaften

Vevey unterhält offizielle Städtepartnerschaften mit:

Die Partnerschaften umfassen kulturelle, schulische, sportliche und administrative Begegnungen. Mit Müllheim bestehen zudem historische Verbindungen über den Weinbau. Im 18. Jahrhundert gelangten Chasselas-Reben aus der Region Vevey ins Markgräflerland, wo die Sorte als Gutedel bekannt wurde.[22]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistique Vaud: Population résidante permanente au 31 décembre 2025, abgerufen am 6. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Ville de Vevey: Histoire, abgerufen am 6. August 2026.
  3. Dictionnaire historique de la Suisse: Vevey, abgerufen am 6. August 2026.
  4. Bundesamt für Statistik: Gemeinde Vevey, BFS-Nummer 5890, abgerufen am 6. August 2026.
  5. Ville de Vevey: Un quai nommé Perdonnet, abgerufen am 6. August 2026.
  6. Nestlé: Meet our founder Henri Nestlé, abgerufen am 6. August 2026.
  7. Nestlé: The timeline of Nestlé’s company history, abgerufen am 6. August 2026.
  8. Ville de Vevey: Angaben zur Bevölkerung von Vevey, 10. März 2026, abgerufen am 6. August 2026.
  9. Ville de Vevey: Municipalité, abgerufen am 6. August 2026.
  10. Ville de Vevey: Conseil communal, abgerufen am 6. August 2026.
  11. Nestlé: Discover our locations, abgerufen am 6. August 2026.
  12. Ville de Vevey: Transports publics, abgerufen am 6. August 2026.
  13. UNESCO: La Fête des Vignerons de Vevey, abgerufen am 6. August 2026.
  14. Fondation Vevey ville d’images: Information, abgerufen am 6. August 2026.
  15. Alimentarium: Visiting the Museum, abgerufen am 6. August 2026.
  16. Musée Jenisch Vevey: Geschichte, Leitbild und Sammlungen, abgerufen am 6. August 2026.
  17. Schweizer Kameramuseum: Das Museum, abgerufen am 6. August 2026.
  18. Ville de Vevey: Musée historique de Vevey, abgerufen am 6. August 2026.
  19. Ville de Vevey: Réaménagement de la place du Marché, abgerufen am 6. August 2026.
  20. Ville de Vevey: Notes historiques, abgerufen am 6. August 2026.
  21. Ville de Vevey: Les armoiries de Vevey, abgerufen am 6. August 2026.
  22. Ville de Vevey: Jumelages, abgerufen am 6. August 2026.

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