Schlatt ZH
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Schlatt ZH |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0226 |
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Postleitzahl |
8418 |
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Koordinaten |
47.470833° N, 8.829167° E |
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Höhe |
656 m ü. M. |
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Fläche |
8.97 km² |
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Website |
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Schlatt, zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten häufig Schlatt ZH genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt südöstlich von Winterthur am Übergang zwischen dem Eulachtal, dem Tösstal und den nördlichen Ausläufern des Zürcher Oberlands. Die Gemeinde besteht aus den vier Dörfern Unterschlatt, Oberschlatt, Waltenstein und Nussberg.
Schlatt gehört zu den kleinen und ausgesprochen ländlich geprägten Gemeinden des Kantons Zürich. Das hügelige und stark bewaldete Gemeindegebiet reicht vom Talboden des Heitertals bis in die Umgebung des Schauenbergs. Landwirtschaft, Waldwirtschaft, historische Bauernhäuser und eine lockere Siedlungsstruktur bestimmen das Erscheinungsbild.
Name
Der Ortsname Schlatt geht auf einen alten Flurnamen zurück. Er bezeichnete vermutlich eine feuchte, sumpfige oder mit Schilf bewachsene Geländestelle beziehungsweise eine Waldlichtung. Erst später wurde der Flurname auf die dort entstandene Siedlung übertragen.[1]
In einer Urkunde aus dem Jahr 754 erscheint der Ort als Sclatte. Die Bezeichnung Schlatt bei Winterthur diente während längerer Zeit zur Unterscheidung von anderen Schweizer Ortschaften namens Schlatt. Seit 1999 lautet der amtliche Gemeindename nur noch Schlatt, wobei im allgemeinen Sprachgebrauch und in Adressen weiterhin häufig der Kantonszusatz ZH verwendet wird.
Geographie
Schlatt liegt im südöstlichen Teil des Bezirks Winterthur, ungefähr zehn Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Winterthur. Das Gemeindegebiet befindet sich am Fuss des Schauenbergs zwischen dem Eulach- und dem Tösstal. Es umfasst rund neun Quadratkilometer und weist beträchtliche Höhenunterschiede auf.
Der tiefste Punkt liegt im Heitertal auf etwas mehr als 500 Metern über Meer. Die höchsten Stellen befinden sich im bewaldeten Hügelgebiet südlich und östlich der Siedlungen. Der Funkenbüel erreicht eine Höhe von rund 877 Metern über Meer. Das Dorfgebiet liegt überwiegend zwischen etwa 600 und 700 Metern.
Die Gemeinde grenzt an Elsau, Elgg, Hofstetten, Turbenthal und Zell. Die Grenzen verlaufen teilweise durch ausgedehnte Waldgebiete und entlang kleiner Bäche und Geländerippen.
Ein grosser Teil der Gemeindefläche ist bewaldet. Daneben nehmen Landwirtschaftsflächen mit Wiesen, Weiden und Ackerland einen bedeutenden Anteil ein. Die eigentlichen Siedlungsflächen sind vergleichsweise klein und verteilen sich auf mehrere voneinander getrennte Dorfkerne und Einzelhöfe.
Gemeindegliederung
Die politische Gemeinde besteht aus vier historischen Dörfern:
- Unterschlatt bildet das politische und kirchliche Zentrum der Gemeinde. Hier befinden sich die reformierte Kirche, das Pfarrhaus und die Gemeindeverwaltung.
- Oberschlatt liegt südöstlich von Unterschlatt an der Strasse in Richtung Elgg und Hofstetten.
- Waltenstein befindet sich westlich von Unterschlatt auf einer Anhöhe über dem Eulachtal.
- Nussberg liegt im nordöstlichen Teil der Gemeinde und ist von Landwirtschaftsflächen und Wald umgeben.
Zum Gemeindegebiet gehören ausserdem verschiedene Hofgruppen, Weiler und Einzelhöfe, darunter Heitertal, Rüteren, Schwändi, Tüebberg, Johannestal und Rosengarten. Die dezentrale Siedlungsstruktur ist für die voralpine Hügellandschaft südöstlich von Winterthur charakteristisch.
Geschichte
Frühmittelalter
Das stark bewaldete und hügelige Gebiet wurde vermutlich im frühen Mittelalter dauerhaft besiedelt. Nussberg wird bereits 743 oder 746 unter der Bezeichnung Nuzperech erwähnt. Schlatt erscheint 754 als Sclatte in einer Urkunde.[2]
Die frühen Erwähnungen stehen mit Güterschenkungen an die Abtei St. Gallen in Verbindung. Das Kloster erweiterte seinen Besitz in der Gegend während des 9. Jahrhunderts. Die Besiedlung dürfte zunächst aus einzelnen Höfen und kleineren Rodungssiedlungen bestanden haben.
Der Name Nussberg verweist wahrscheinlich auf einen mit Nussbäumen bestandenen Berg oder Hang. Die mittelalterlichen Siedlungen entstanden entlang von Wegen, an Quellhorizonten und auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen zwischen den Waldgebieten.
Herren von Schlatt
Die Herren von Schlatt werden 1094 erstmals erwähnt. Sie gehörten vom 12. bis zum 14. Jahrhundert zum Ministerialadel der Grafen von Kyburg und später der Habsburger.[2] Ihr Sitz befand sich in einer Turmburg unmittelbar neben der heutigen Kirche in Unterschlatt.
Die Burg wechselte im Verlauf des Mittelalters mehrfach den Besitzer. 1531 gelangte sie an die Pfrundherren des säkularisierten Stifts Heiligberg bei Winterthur. Das Gebäude wurde zum Pfarrhaus umgebaut. Teile der mittelalterlichen Bausubstanz blieben dabei erhalten.
Auch bei Nussberg befand sich im 13. Jahrhundert eine Burganlage. Dort waren die Herren von Schännis ansässig, die in der Umgebung über Grundbesitz verfügten. Von der Anlage sind heute nur noch Geländespuren erhalten.
Zürcher Herrschaft
Die vier Dörfer gelangten zusammen mit der Grafschaft Kyburg 1424 und endgültig 1452 unter die Herrschaft der Stadt Zürich. Sie wurden dem Enneren Amt der Landvogtei Kyburg zugeteilt.
Die niederen Gerichtsrechte in Oberschlatt gehörten zeitweise zum sogenannten Stählernen Bund, einem Verband verschiedener Gerichtsherrschaften. Zürich erwarb diese Rechte 1494. Damit wurde die städtische Herrschaft über das Gebiet weiter vereinheitlicht.
Vom 16. Jahrhundert an entwickelten sich Unterschlatt, Oberschlatt, Waltenstein und Nussberg zu eigenständigen Dorfgemeinden. Sie regelten lokale Angelegenheiten wie Wege, Brunnen, Wälder und gemeinschaftlich genutzte Güter weitgehend selbst.
Helvetik und moderne Gemeinde
Nach dem Einmarsch französischer Truppen und dem Ende der Alten Eidgenossenschaft entstand 1798 im Gebiet der Kirchgemeinde Schlatt eine politische Gemeinde. Sie gehörte während der Helvetischen Republik zunächst zum Distrikt Elgg und wurde 1803 dem Bezirk Winterthur zugeteilt.[2]
Die vier Dörfer behielten als Zivilgemeinden zunächst eine gewisse Selbstständigkeit. Die Zivilgemeinden regelten insbesondere die Wasserversorgung, das Strassenwesen, gemeinschaftliche Grundstücke und weitere örtliche Aufgaben. Ihre Zuständigkeiten wurden später schrittweise auf die politische Gemeinde übertragen. Die letzten Zivilgemeinden wurden im frühen 20. Jahrhundert aufgehoben.
Die Gemeinde trug bis 1999 den amtlichen Namen Schlatt bei Winterthur. Danach wurde die kürzere Form Schlatt eingeführt. Der Zusatz ZH wird weiterhin verwendet, um die Gemeinde von Schlatt TG, Schlatt-Haslen und weiteren gleichnamigen Orten zu unterscheiden.
Kirche und kirchliche Verhältnisse
Die reformierte Kirche in Unterschlatt ist dem heiligen Petrus geweiht. Das Kollaturrecht, also das Recht zur Besetzung der Pfarrstelle, befand sich 1241 im Besitz Konrads von Schlatt. Später gelangte es an die Herren von Breitenlandenberg und 1473 an das Stift Heiligberg bei Winterthur.
Das Stift inkorporierte die Kirche und verfügte damit über deren Einkünfte und kirchliche Rechte. 1485 ging das Kollaturrecht an die Stadt Zürich und 1529 an Winterthur über.
Die Kirche wurde um 1500 weitgehend neu erbaut und 1655 umgestaltet. Sie ist ein bedeutendes Zeugnis der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Baugeschichte der Region. Das neben der Kirche stehende Pfarrhaus ging aus der ehemaligen Turmburg der Herren von Schlatt hervor.
Mit der Reformation wurde Schlatt im 16. Jahrhundert evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirchgemeinde ist heute organisatorisch mit weiteren Kirchgemeinden der Umgebung verbunden. Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zu einer regionalen Pfarrei.
Bevölkerungsentwicklung
Im Spätmittelalter war Schlatt nur dünn besiedelt. Für 1467 werden ungefähr 65 Einwohnerinnen und Einwohner angenommen. 1634 lebten bereits 317 Menschen in den vier Dörfern. Bis 1792 stieg die Bevölkerungszahl auf 722.[2]
Im Jahr 1850 zählte Schlatt rund 700 Einwohnerinnen und Einwohner. Danach setzte eine längere Abwanderungsphase ein. Viele Menschen verliessen die ländliche Gemeinde, weil in Winterthur und anderen industrialisierten Orten mehr Arbeitsmöglichkeiten bestanden. Um 1900 lebten nur noch 521 Personen in Schlatt.
Die Bevölkerungszahl blieb während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitgehend stabil. 1950 wurden 517 und 1960 noch 475 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Damit erreichte die Gemeinde einen ihrer tiefsten Bevölkerungsstände der Neuzeit.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl wieder zu. Verbesserte Verkehrsverbindungen und die zunehmende Motorisierung ermöglichten es, in Schlatt zu wohnen und in Winterthur oder anderen regionalen Zentren zu arbeiten. Trotzdem gehört Schlatt weiterhin zu den bevölkerungsärmsten Gemeinden des Kantons Zürich.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in Silber einen schreitenden roten Hirsch mit goldenem Geweih. Das Motiv geht auf das Wappen der mittelalterlichen Herren von Schlatt zurück.
Historische Darstellungen des Wappens unterschieden sich teilweise in Einzelheiten. Im Zuge der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen im 20. Jahrhundert wurde die heutige Form festgelegt. Der Hirsch erinnert an die ehemalige lokale Adelsfamilie und an die mittelalterliche Geschichte der Gemeinde.
Politik und Verwaltung
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden an ihr über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Bauvorhaben und weitere wichtige Sachgeschäfte.
Der Gemeinderat ist die Exekutive der politischen Gemeinde. Er führt die Gemeindeverwaltung und ist für Bereiche wie Finanzen, Planung, Hochbau, Tiefbau, Sicherheit, Gesundheit und Soziales zuständig.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich in Unterschlatt. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl arbeitet Schlatt bei verschiedenen öffentlichen Aufgaben mit benachbarten Gemeinden und regionalen Zweckverbänden zusammen. Dies betrifft unter anderem Schule, Feuerwehr, Abfallentsorgung, Sozialwesen und Altersversorgung.
Die lokale Politik ist von der ländlichen Struktur der Gemeinde geprägt. Bei kantonalen und eidgenössischen Wahlen erzielen bürgerliche Parteien traditionell hohe Stimmenanteile.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde über Jahrhunderte. Viehzucht, Milchwirtschaft, Ackerbau, Obstbau und Waldnutzung bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen. Zahlreiche historische Bauernhäuser zeugen von dieser Vergangenheit.
Auch heute wird ein grosser Teil der offenen Flächen landwirtschaftlich genutzt. Viele Betriebe sind auf Milchwirtschaft, Viehhaltung, Futterbau oder gemischte Produktionsformen ausgerichtet. Hochstammobstgärten und kleinere Anbauflächen ergänzen das Landschaftsbild.
Neben der Landwirtschaft bestehen kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die Zahl der Arbeitsplätze innerhalb der Gemeinde ist jedoch begrenzt. Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Winterthur, Elgg, Elsau oder in andere Gemeinden der Region.
Die bereits 1361 erwähnte Mühle im Heitertal gehörte während Jahrhunderten zu den wichtigsten Gewerbebetrieben der Gemeinde. Sie nutzte die Wasserkraft eines lokalen Bachs. Bei der Mühle in Unterschlatt bestand von 1825 bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts zudem eine kleine Baumwollspinnerei.[2]
Verkehr
Schlatt besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist durch regionale Busverbindungen an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Die Buslinie 680 verbindet die verschiedenen Ortsteile mit Elgg und Winterthur. An den Bahnhöfen Elgg und Winterthur bestehen Anschlüsse an das Netz der S-Bahn Zürich.
Nicht alle kleineren Siedlungen und Einzelhöfe verfügen über eine gleich gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Aufgrund der verstreuten Siedlungsstruktur und der Höhenunterschiede spielt der private Personenwagen weiterhin eine wichtige Rolle.
Strassen verbinden Schlatt mit Elsau, Elgg, Hofstetten, Turbenthal und Zell. Die Gemeinde liegt abseits der grossen Durchgangsachsen und besitzt deshalb nur wenig Transitverkehr. Dies trägt zum ruhigen ländlichen Charakter bei.
Für den Fuss- und Veloverkehr bestehen zahlreiche Nebenstrassen, Waldwege und Wanderwege. Sie verbinden die Dörfer untereinander und führen in Richtung Schauenberg, Tösstal und Eulachtal.
Bildung
Die Kinder aus Unterschlatt, Oberschlatt, Waltenstein und Nussberg besuchen die Primarschule Schlatt. Diese ist Teil der Schule Elsau-Schlatt.[3]
Für höhere Schulstufen arbeitet die Gemeinde mit den umliegenden Gemeinden zusammen. Sekundarschulen und weiterführende Bildungseinrichtungen befinden sich insbesondere in Elsau, Elgg und Winterthur.
Die kleine Grösse der Primarschule ermöglicht einen engen Kontakt zwischen Schule, Eltern und Dorfbevölkerung. Schulische Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.
Ortsbild und Baukultur
Die vier Dörfer besitzen eigenständige historische Ortskerne. Ihr Erscheinungsbild wird von traditionellen Bauernhäusern, Scheunen, Wohnhäusern, Brunnen und schmalen Dorfstrassen geprägt. In mehreren Ortsteilen sind noch zahlreiche Fachwerkbauten erhalten.
Unterschlatt zeichnet sich durch das Ensemble aus Kirche, Pfarrhaus und umliegenden historischen Gebäuden aus. Die erhöht gelegenen Dörfer Oberschlatt, Waltenstein und Nussberg weisen teilweise besonders gut erhaltene bäuerliche Siedlungsstrukturen auf.
Die Ortsbilder von Unterschlatt, Oberschlatt, Waltenstein und Nussberg werden in der kommunalen Raumplanung als schutzwürdig behandelt.[4] Neue Bauten sollen sich hinsichtlich Stellung, Volumen und Gestaltung in die bestehenden Dorfstrukturen einfügen.
Die geringe Bautätigkeit während des 19. und eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts trug dazu bei, dass viele historische Gebäude und Siedlungsformen erhalten blieben. Gleichzeitig stellen die Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude und die energetische Sanierung alter Häuser besondere Anforderungen an Eigentümer und Behörden.
Natur und Landschaft
Schlatt liegt in einer abwechslungsreichen Übergangslandschaft zwischen Mittelland und voralpinem Hügelland. Wälder, Wiesen, Äcker, Bachläufe, Hecken und Obstgärten bilden ein vielfältiges Landschaftsmosaik.
Die ausgedehnten Wälder besitzen eine grosse Bedeutung für die Forstwirtschaft, den Naturhaushalt und die Erholung. Sie schützen die steilen Hänge vor Erosion und bieten Lebensraum für Rehe, Füchse, Dachse, Greifvögel und zahlreiche kleinere Tierarten.
Hecken, Feldgehölze, Waldränder und Hochstammobstgärten dienen als ökologische Vernetzungselemente. Mehrere Landwirtschaftsbetriebe beteiligen sich an Programmen zur Förderung der Biodiversität und der Landschaftsqualität.
Die ruhige Umgebung ist bei Wandernden, Spaziergängern und Velofahrenden beliebt. Von den Anhöhen bestehen Ausblicke über das Eulachtal, in Richtung Winterthur und auf die Hügel des Zürcher Oberlands.
Schauenberg und Umgebung
Südlich der Gemeinde erhebt sich der Schauenberg, einer der markanten Aussichtspunkte der Region. Sein Gipfel liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Turbenthal, ist jedoch von Schlatt aus über Wanderwege erreichbar.
Auf dem Schauenberg befand sich im Mittelalter eine Burganlage. Heute sind noch Geländespuren und Mauerreste erkennbar. Bei guter Sicht reicht das Panorama über das Schweizer Mittelland bis zu den Alpen und zum Schwarzwald.
Das Gebiet um den Schauenberg bildet einen wichtigen Naherholungsraum. Die Wege führen durch Wälder, über Weiden und entlang historischer Hofsiedlungen. Im Winter können die höher gelegenen Gebiete länger schneebedeckt sein als das nahe Eulachtal.
Kultur und Dorfleben
Das gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Schule, Kirchgemeinde und lokalen Veranstaltungen getragen. Vereine aus den Bereichen Sport, Musik, Schiesswesen und Kultur fördern den Kontakt zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern der verschiedenen Ortsteile.
Die räumliche Trennung der vier Dörfer führte historisch zu ausgeprägten lokalen Identitäten. Gleichzeitig bilden gemeinsame Gemeindeanlässe, politische Versammlungen und schulische Aktivitäten wichtige verbindende Elemente.
Traditionelle Dorf- und Vereinsfeste, Gottesdienste sowie Veranstaltungen in öffentlichen Lokalen tragen zur Pflege des gemeinschaftlichen Lebens bei. Viele Einwohnerinnen und Einwohner engagieren sich ehrenamtlich in Behörden, Kommissionen und Vereinen.
Persönlichkeiten
- Oscar Egg (1890–1961), Schweizer Radrennfahrer, Stundenweltrekordhalter und Konstrukteur von Fahrradkomponenten
- Johannes Schwend (im 14. Jahrhundert geboren, 1445 letztmals erwähnt), Zürcher Ratsherr, Tagsatzungsgesandter und Landvogt, über seine Ehe mit dem Geschlecht von Schlatt verbunden
Siehe auch
Literatur
- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VIII: Der Bezirk Winterthur, nördlicher Teil. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1986, ISBN 3-7643-1812-0.
- Ueli Müller: Schlatt (ZH). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Schlatt
- Schlatt ZH im Historischen Lexikon der Schweiz
- Gemeindeporträt Schlatt beim Statistischen Amt des Kantons Zürich
- Schlatt ZH auf ortsnamen.ch
Einzelnachweise
- ↑ Schlatt (ZH), ortsnamen.ch, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Ueli Müller: Schlatt (ZH), in: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 17. Januar 2013, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Primarschule Schlatt, Schule Elsau-Schlatt, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Schlatt: Bau- und Zonenordnung, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Schlatt ZH