Bahnhof Pfäffikon SZ

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Bahnhof Pfäffikon SZ
Bahnhofsgebäude von Pfäffikon SZ
Stationsname Pfäffikon SZ
Gemeinde Freienbach
Ortschaft Pfäffikon SZ
Kanton Schwyz
Bezirk Höfe
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Knotenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Stationsgleise 7, davon 6 Perrongleise
Abkürzung PF
IBNR 8503209
Höhe 412 m ü. M.
Eröffnung 20. September 1875
Heutiges Aufnahmegebäude 1931
Infrastrukturbetreiber Schweizerische Bundesbahnen
Mitbenutzer Schweizerische Südostbahn
Strecken Linksufrige Zürichseebahn
Bahnstrecke Rapperswil–Pfäffikon SZ
Bahnstrecke Pfäffikon SZ–Samstagern
Tarifzone 181 (ZVV)
Fernverkehr IR35 Aare Linth, IR Voralpen-Express
S-Bahn-Linien S2, S5, S8, S25, S40, SN5, SN8
Koordinaten 47,203056° N, 8,778056° E

Der Bahnhof Pfäffikon SZ ist ein bedeutender Knotenbahnhof in der Ortschaft Pfäffikon SZ, die zur politischen Gemeinde Freienbach im Bezirk Höfe des Kantons Schwyz gehört. Er liegt am oberen Zürichsee und verbindet die linksufrige Zürichseebahn mit den Strecken über den Seedamm nach Rapperswil sowie über Samstagern und Biberbrugg in Richtung Einsiedeln und Arth-Goldau.

Der Bahnhof wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben und von der Schweizerischen Südostbahn (SOB) mitbenutzt. Er ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Fernverkehr, S-Bahn Zürich, regionalen Buslinien und dem Ortsverkehr von Freienbach.

Pfäffikon SZ besitzt Direktverbindungen nach Zürich, Zürich Flughafen, Winterthur, Zug, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen, Rapperswil, Ziegelbrücke, Linthal und Einsiedeln. Der Bahnhof gehört damit zu den wichtigsten Verkehrsknoten der Region Ausserschwyz und des grenzüberschreitenden Siedlungsraums am Obersee.

Die Abkürzung SZ dient der Unterscheidung von der gleichnamigen Gemeinde Pfäffikon ZH im Zürcher Oberland.

Lage

Der Bahnhof liegt im Zentrum von Pfäffikon zwischen der Bahnhofstrasse auf der Südseite und Wohn-, Gewerbe- und Bildungsgebieten auf der Nordseite. Das historische Dorfzentrum, die kantonalen Verwaltungsgebäude, die Kantonsschule Ausserschwyz, der Zürichsee und der Hafen sind zu Fuss erreichbar.

Südlich des Bahnhofs befinden sich der Bahnhofplatz, das Aufnahmegebäude, der Bushof und verschiedene Geschäfts- und Dienstleistungsbetriebe. Nördlich der Gleise liegen Parkierungsanlagen, Wohnquartiere und weitere Zugänge zu den Perrons.

Pfäffikon ist der grösste Ortsteil der Gemeinde Freienbach und bildet zusammen mit Wollerau den Hauptort des Bezirks Höfe. Der Ort entwickelte sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Wirtschafts-, Verwaltungs- und Bildungszentrum. Im Juni 2026 zählte Pfäffikon 7554 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]

Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 181 des Zürcher Verkehrsverbunds.[2]

Bedeutung als Eisenbahnknoten

Pfäffikon SZ liegt an drei Bahnstrecken:

  • der linksufrigen Zürichseebahn von Zürich über Thalwil, Wädenswil und Pfäffikon nach Ziegelbrücke,
  • der Bahnstrecke über den Seedamm nach Rapperswil,
  • der Strecke von Pfäffikon über Freienbach SOB und Samstagern nach Biberbrugg.

Die Hauptachse Zürich–Pfäffikon–Ziegelbrücke verbindet Zürich mit dem Glarnerland, dem Walenseegebiet, dem Sarganserland und Graubünden. Sie wird von S-Bahn-, Fernverkehrs- und Güterzügen benutzt.

Die SOB-Strecken stellen Verbindungen nach Rapperswil, St. Gallen, Einsiedeln, Arth-Goldau und Luzern her. Aufgrund der unterschiedlichen Fahrtrichtungen und der zahlreichen Anschlussbeziehungen finden im Bahnhof regelmässig Zugkreuzungen und Fahrstrassenkonflikte statt.

Nach Angaben der SBB wurde der Bahnhof im Jahr 2022 an einem durchschnittlichen Werktag von rund 15'300 Reisenden benutzt.[3]

Geschichte

Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn

Der Bahnhof wurde am 20. September 1875 mit der linksufrigen Zürichseebahn der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) eröffnet. Die neue Strecke führte vom Zürcher Hauptbahnhof über Wiedikon, Enge, Thalwil, Horgen, Wädenswil, Richterswil und Pfäffikon nach Ziegelbrücke und weiter in Richtung Näfels.

Die Bahn ersetzte einen grossen Teil des zuvor mit Pferdefuhrwerken und Schiffen abgewickelten Personen- und Güterverkehrs. Pfäffikon erhielt direkte Verbindungen nach Zürich, zum Walensee und ins Glarnerland.

Zur ersten Bahnhofanlage gehörten ein Aufnahmegebäude, ein Güterschuppen, Perrons, Ladegleise und Einrichtungen für die Gepäck- und Güterabfertigung. Das Gebäude von 1875 diente bis 1931 dem Personen- und Güterverkehr.[4]

Verbindung über den Seedamm

Am 28. August 1878 eröffnete die Zürichsee–Gotthardbahn die Bahnverbindung von Rapperswil über den neu errichteten Seedamm nach Pfäffikon. Der Seedamm verband erstmals das rechte und das linke Zürichseeufer durch eine feste Strassen- und Eisenbahnverbindung.

Mit der neuen Strecke wurde Pfäffikon zum Abzweig- und Knotenbahnhof. Reisende und Güter konnten von Zürich und der March direkt nach Rapperswil und in die Ostschweiz weiterbefördert werden.

Die Zürichsee–Gotthardbahn verfolgte ursprünglich das Ziel, eine Zufahrtsstrecke zur Gotthardbahn zu schaffen. Das Unternehmen geriet jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und konnte seine weitergehenden Pläne nicht selbstständig verwirklichen.

Anschluss an die Südostbahn

Die Fortsetzung von Pfäffikon über Freienbach und Samstagern wurde 1891 eröffnet. Über die bestehenden und neu errichteten Strecken entstand eine Verbindung nach Biberbrugg und Arth-Goldau.

Die Strecke wurde Teil des Netzes der neu gegründeten Schweizerischen Südostbahn. Dadurch erhielt Pfäffikon direkte Bahnverbindungen in Richtung Einsiedeln, Sattel und Gotthardbahn.

Die topografisch anspruchsvolle SOB-Strecke steigt vom Zürichsee über den Etzel und die Höhen von Schindellegi nach Biberbrugg an. Auf dem Abschnitt Pfäffikon–Biberbrugg werden Steigungen von bis zu 50 Promille erreicht.[5]

Übergang an die SBB

Mit der Verstaatlichung der Nordostbahn ging die linksufrige Zürichseebahn 1902 an die Schweizerischen Bundesbahnen über. Der Bahnhof blieb gleichzeitig ein gemeinsam von SBB und SOB benutzter Knoten.

Die gemeinsame Nutzung erforderte Vereinbarungen über den Betrieb, die Gleisanlagen, das Bahnhofpersonal und die Kostenverteilung. Im SBB-Archiv sind entsprechende Dossiers zur Mitbenutzung des Bahnhofs durch die Südostbahn erhalten.[6]

Die Strecken wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts elektrifiziert. Der elektrische Betrieb ermöglichte leistungsfähigere Züge und kürzere Fahrzeiten auf den steigungsreichen SOB-Strecken.

Neues Aufnahmegebäude

Wegen des zunehmenden Personen- und Güterverkehrs wurde die Bahnhofanlage in den Jahren um 1930 umfassend erweitert. Im Jahr 1931 ging ein neues Aufnahmegebäude in Betrieb.

Der Neubau besitzt einen charakteristischen Treppengiebel und eine langgestreckte, parallel zu den Gleisen angeordnete Fassade. Er enthielt ursprünglich Schalter-, Gepäck-, Verwaltungs- und Diensträume sowie Wartesäle und weitere Einrichtungen für Reisende.

Das erste Stationsgebäude von 1875 wurde nach der Eröffnung des Neubaus als Güterschuppen und Lagergebäude weiterverwendet. Es ist erhalten geblieben und wurde später für Verkaufs-, Lager- und Wohnzwecke umgenutzt.[4]

Doppelspurausbau und Stellwerk

Der Abschnitt zwischen Bäch und Pfäffikon wurde bis 1931 auf Doppelspur ausgebaut. Im Jahr 1933 nahm die Bahn ein neues Reiterstellwerk des Herstellers Orenstein & Koppel in Betrieb. Die Stellwerkkabine befand sich oberhalb der Gleise und erlaubte dem Personal einen guten Überblick über die gesamte Bahnhofanlage.

Zuvor hatte seit 1894 eine mechanische Stellwerkanlage des Herstellers Jüdel bestanden. Die Doppelspur zwischen Pfäffikon und Lachen wurde 1941 vollendet.[4]

Das Reiterstellwerk blieb mehrere Jahrzehnte ein auffälliges Merkmal des Bahnhofs. Mit der Einführung moderner elektrischer und elektronischer Sicherungsanlagen verlor es seine betriebliche Funktion und wurde später entfernt.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 wurde Pfäffikon SZ in das neue Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.

Der Bahnhof erhielt regelmässige Direktverbindungen über die linksufrige Zürichseebahn nach Zürich. Die S-Bahn-Linien wurden in den folgenden Jahrzehnten mehrmals verändert und ausgebaut.

Pfäffikon entwickelte sich zum Endpunkt mehrerer Zürcher S-Bahn-Linien und zugleich zum Umsteigeknoten für Verbindungen nach Rapperswil, Einsiedeln, Ziegelbrücke und ins Glarnerland.

Ausbau des Fernverkehrs

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 bedient der InterRegio Aare Linth den Bahnhof. Die Linie verbindet Bern über Olten, Zürich und Pfäffikon mit Ziegelbrücke, Sargans und Chur.

Der Voralpen-Express der Südostbahn verkehrt stündlich zwischen St. Gallen und Luzern. Er führt von Rapperswil über den Seedamm nach Pfäffikon und anschliessend über Biberbrugg, Rothenthurm und Arth-Goldau in die Zentralschweiz.

Durch die beiden InterRegio-Verbindungen erhielt Pfäffikon direkte Fernverkehrsverbindungen in alle wichtigen Himmelsrichtungen.

Aufnahmegebäude

Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1931 eingeweiht. Es steht auf der Südseite der Gleisanlagen und bildet zusammen mit dem Bahnhofplatz und dem Bushof das städtebauliche Zentrum der Verkehrsanlage.

Der mehrgeschossige Bau besitzt einen markanten Treppengiebel. Die architektonische Gestaltung verbindet traditionelle Formen mit der sachlichen Bahnhofsarchitektur der Zwischenkriegszeit.

Im Gebäude befinden sich beziehungsweise befanden sich:

  • Reise- und Billettverkauf,
  • Gepäck- und Dienstleistungsangebote,
  • Geschäfts- und Verkaufsräume,
  • Büros und technische Räume,
  • Personal- und Betriebsräume.

Im Rahmen des Ausbauprojekts Pfäffikon SZ–Altendorf wurde das im Bahnhofgebäude untergebrachte Stellwerk zurückgebaut. Die bahntechnischen Funktionen wurden in neue Dienst- und Technikgebäude verlegt.[3]

Gleisanlagen

Der Bahnhof besitzt sieben nummerierte Stationsgleise. Davon dienen sechs dem regelmässigen Personenverkehr.

Die Gleisanordnung ist:

  • Gleis 1 am Hausperron des Aufnahmegebäudes,
  • Gleise 2 und 3 an einem Mittelperron,
  • Gleis 4 als perronloses Durchfahrtsgleis,
  • Gleise 5 und 6 an einem weiteren Mittelperron,
  • Gleis 7 an einem Aussenperron auf der Nordseite.

Die Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Zugänge bestehen von der Bahnhofstrasse und von der Nordseite der Anlage. Rampen und Treppen ermöglichen den Zugang zu den verschiedenen Perrons.

Die Gleise werden je nach Fahrplan für Züge in Richtung Zürich, Ziegelbrücke, Rapperswil, Einsiedeln und Arth-Goldau verwendet. Wegen Bauarbeiten oder betrieblicher Änderungen kann die Gleisbelegung wechseln.

Östlich des Personenbahnhofs liegen Abstell-, Dienst- und Gütergleise. Die umfangreichen Anlagen dienen unter anderem der Kreuzung und Überholung von Zügen sowie dem Wenden von S-Bahn-Kompositionen.

Personenverkehr

Fernverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 halten regelmässig zwei InterRegio-Angebote in Pfäffikon SZ:

  • IR35 Aare Linth: Bern – Burgdorf – Langenthal – Olten – Zürich Altstetten – Zürich Hauptbahnhof – Thalwil – Wädenswil – Pfäffikon SZ – Siebnen-Wangen – Ziegelbrücke – Sargans – Landquart – Chur
  • IR Voralpen-Express: St. Gallen – Herisau – Wattwil – Uznach – Schmerikon – Rapperswil SG – Pfäffikon SZ – Biberbrugg – Rothenthurm – Arth-Goldau – Küssnacht am Rigi – Luzern

Beide Verbindungen verkehren grundsätzlich stündlich. Der IR35 wird gemeinsam von SBB und SOB betrieben. Auf dem Voralpen-Express setzt die Südostbahn hauptsächlich Triebzüge des Typs Traverso ein.

Einzelne weitere Fernverkehrszüge können in den Randstunden oder bei besonderen Fahrplankonzepten ebenfalls in Pfäffikon halten.

S-Bahn Zürich

Im Jahresfahrplan 2026 wird Pfäffikon SZ von folgenden Linien der Zürcher S-Bahn bedient:[7]

Linie Linienweg Funktion in Pfäffikon SZ
S2 Zürich Flughafen – Zürich Oerlikon – Zürich Hauptbahnhof – Thalwil – Wädenswil – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke Durchgehende Linie
S5 Zug – Affoltern am Albis – Zürich Hauptbahnhof – Uster – Wetzikon – Rapperswil – Pfäffikon SZ Endstation
S8 Winterthur – Wallisellen – Zürich Hauptbahnhof – Thalwil – Wädenswil – Pfäffikon SZ Endstation
S25 Zürich Hauptbahnhof – Wädenswil – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke – Glarus – Linthal Durchgehende Linie
S40 Rapperswil SG – Pfäffikon SZ – Freienbach SOB – Samstagern – Biberbrugg – Einsiedeln Durchgehende Linie

Die S2 und S8 stellen zusammen ein dichtes Angebot auf der linksufrigen Zürichseebahn her. Die S5 verbindet Pfäffikon über Rapperswil und das Zürcher Oberland mit Zürich sowie über das Knonaueramt mit Zug.

Die S25 bietet eine beschleunigte Verbindung nach Zürich und ins Glarnerland. Die von der Südostbahn betriebene S40 verknüpft Rapperswil, Pfäffikon und Einsiedeln.

Nachtnetz

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird Pfäffikon von Nacht-S-Bahn-Linien bedient:

  • SN5: Knonau – Zürich Hauptbahnhof – Uster – Wetzikon – Rapperswil – Pfäffikon SZ
  • SN8: Pfäffikon ZH – Wallisellen – Zürich Hauptbahnhof – Thalwil – Pfäffikon SZ – Lachen SZ

Das Nachtnetz ermöglicht Verbindungen aus Zürich, dem Zürcher Oberland und der March bis in die frühen Morgenstunden.

Busverkehr

Südlich des Aufnahmegebäudes befindet sich die Bushaltestelle Pfäffikon SZ, Bahnhof. Sie besteht aus mehreren Haltekanten und wird von Regional-, Orts- und Nachtbuslinien bedient.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren unter anderem folgende Linien:[8]

Linie Verbindung
180 Pfäffikon SZ – Freienbach – Wilen bei Wollerau – Wollerau – Samstagern
188 Pfäffikon SZ, Bahnhof – Halten – Roggenacker – Feusisberg, First
189 Pfäffikon SZ, Bahnhof – Freienbach – Bäch SZ, Bahnhof
190 Pfäffikon SZ – Feusisberg – Schindellegi-Feusisberg, Bahnhof
195 Pfäffikon SZ, Bahnhof – Kantonsschulen – Seedamm-Center – Alpamare
521 Pfäffikon SZ – Lachen SZ – Siebnen-Wangen – Tuggen
522 Pfäffikon SZ – Lachen SZ – Siebnen-Wangen – Reichenburg
N29 Richterswil – Samstagern – Wollerau – Feusisberg – Pfäffikon SZ

Die Linien 188, 189 und 195 übernehmen einen grossen Teil der örtlichen Erschliessung von Pfäffikon und Freienbach. Die Linien 180 und 190 verbinden den Bahnhof mit den höher gelegenen Gemeinden des Bezirks Höfe.

Die Linien in Richtung Lachen, Siebnen-Wangen und Reichenburg stellen regionale Verbindungen durch die March her. Am Bahnhof bestehen Anschlüsse zwischen Bussen und S-Bahn-Zügen.

Ausstattung und Dienstleistungen

Der Bahnhof verfügt über ein Reisezentrum mit Billett-, Abonnements-, Freizeit- und Gepäckdienstleistungen. Die bediente Verkaufsstelle ist im Jahr 2026 von Montag bis Freitag geöffnet.[9]

Zur Ausstattung gehören:

  • Billettautomaten,
  • elektronische Abfahrtanzeigen,
  • Lautsprecher- und Fahrgastinformationen,
  • überdachte Wartebereiche,
  • Sitzgelegenheiten,
  • Schliessfächer und Gepäckangebote,
  • Geschäfte und Verpflegungsmöglichkeiten,
  • öffentliche Toiletten,
  • Veloabstellplätze,
  • P+Rail-Parkplätze,
  • Mobility-Carsharing.

Nach Angaben der SBB stehen 131 überdachte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 178 reguläre Parkplätze, zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung und mehrere reservierbare Plätze.[9]

Güterverkehr und Ausbau 2023 bis 2026

Die Bahnstrecke Zürich–Ziegelbrücke ist neben dem Personenverkehr eine wichtige Güterverkehrsachse. Güterzüge aus dem Raum Zürich und dem Rangierbahnhof Limmattal fahren über Pfäffikon in Richtung Ostschweiz, Sargans und Rheintal.

Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Fernverkehrs-, S-Bahn- und Güterzügen führten auf dem stark ausgelasteten Abschnitt zu betrieblichen Einschränkungen. Um den ganztägigen Halbstundentakt der InterCity-Züge zwischen Zürich und Chur zu ermöglichen, errichteten die SBB östlich des Bahnhofs ein neues Güterüberholgleis.

Das Projekt Pfäffikon SZ–Altendorf umfasste:[3]

  • ein rund 750 Meter langes Güterüberholgleis,
  • neue Weichen und Sicherungsanlagen,
  • Anpassungen der Fahrleitung,
  • ein neues Dienst- und Bahntechnikgebäude,
  • den Rückbau des bisherigen Dienstgebäudes,
  • den Rückbau des Stellwerks im Aufnahmegebäude,
  • Anpassungen an den SOB-Strecken in Richtung Rapperswil und Samstagern,
  • Erneuerungen an verschiedenen Brücken und Durchlässen.

Der gesamte Baubereich erstreckte sich über knapp sieben Kilometer von Freienbach SBB bis östlich von Altendorf. Das eigentliche Überholgleis entstand südlich der bestehenden Hauptstrecke zwischen Pfäffikon und Altendorf.

Die Hauptanlage wurde am 24. November 2025 in Betrieb genommen. Schluss- und Rückbauarbeiten waren bis Ende Juli 2026 vorgesehen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 83 Millionen Franken.

Städtebauliche Bedeutung

Der Bahnhof beeinflusste die Entwicklung Pfäffikons seit 1875 wesentlich. Das Siedlungsgebiet wuchs vom historischen Dorfkern in Richtung Bahnhof und Zürichsee.

Im Umfeld entstanden:

  • Wohn- und Geschäftsgebäude,
  • kantonale und kommunale Verwaltungseinrichtungen,
  • Schulen und Bildungsinstitutionen,
  • Einkaufs- und Dienstleistungsbetriebe,
  • Banken und Unternehmenssitze,
  • Freizeiteinrichtungen.

Die gute Erreichbarkeit trug zur Entwicklung Pfäffikons zu einem national bedeutenden Finanz- und Wirtschaftsstandort bei. Zahlreiche Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften haben ihren Sitz in der Gemeinde Freienbach.

Der Bahnhof ist zugleich ein wichtiger Zugang zu den Kantonsschulen, zum Seedamm-Center, zum Wasserpark Alpamare, zum Zürichsee und zu den Naherholungsgebieten am Etzel.

Freizeitverkehr

Pfäffikon SZ ist Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge. Vom Bahnhof aus sind der Zürichsee, der Hafen und der historische Dorfkern zu Fuss erreichbar.

Weitere Ziele sind:

  • das Seedamm-Center,
  • der Wasserpark Alpamare,
  • die Insel Ufenau,
  • der Holzsteg zwischen Hurden und Rapperswil,
  • das Naturschutzgebiet Frauenwinkel,
  • der Etzel und der Etzelpass,
  • das Kloster Einsiedeln,
  • die Altstadt von Rapperswil,
  • Wander- und Velowege rund um den Obersee.

Der Voralpen-Express ermöglicht direkte Ausflüge nach Luzern, Arth-Goldau, Wattwil, Herisau und St. Gallen. Mit der S40 sind Einsiedeln und Rapperswil ohne Umsteigen erreichbar.

Zukunft

Die Bedeutung des Bahnhofs dürfte mit dem weiteren Wachstum der Region Ausserschwyz und der Agglomeration Obersee zunehmen.

Zu den langfristigen Herausforderungen gehören:

  • die Bewältigung wachsender Fahrgastzahlen,
  • die Verbesserung der Umsteigewege,
  • zusätzliche Perron- und Unterführungskapazitäten,
  • die hindernisfreie Gestaltung aller Zugänge,
  • die Abstimmung zwischen SBB-, SOB- und Busverkehr,
  • der Ausbau der Bahnverbindungen nach Zürich, Rapperswil und Ziegelbrücke,
  • eine bessere Verknüpfung mit Fuss- und Veloverkehr.

Die zahlreichen niveaugleichen Fahrstrassenkreuzungen im Bahnhof begrenzen die betriebliche Leistungsfähigkeit. Langfristig werden deshalb unterschiedliche Varianten zur Entflechtung der Bahnstrecken und zur Weiterentwicklung des Knotens untersucht.

Chronologie

Jahr Ereignis
1875 Eröffnung des Bahnhofs mit der linksufrigen Zürichseebahn
1878 Eröffnung der Bahnstrecke über den Seedamm nach Rapperswil
1891 Eröffnung der Strecke von Pfäffikon über Samstagern in Richtung Biberbrugg und Arth-Goldau
1894 Inbetriebnahme einer mechanischen Jüdel-Stellwerkanlage
1902 Übergang der Nordostbahn und des SBB-Streckenteils an die Schweizerischen Bundesbahnen
1931 Eröffnung des neuen Aufnahmegebäudes und Fertigstellung der Doppelspur Bäch–Pfäffikon
1933 Inbetriebnahme des Reiterstellwerks von Orenstein & Koppel
1941 Fertigstellung der Doppelspur Pfäffikon–Lachen
1990 Einbindung in die Zürcher S-Bahn
2021 Einführung des IR35 Aare Linth zwischen Bern und Chur
2023 Beginn der Arbeiten am Güterüberholgleis Pfäffikon SZ–Altendorf
24. November 2025 Inbetriebnahme des neuen Güterüberholgleises
2026 Abschluss der Ausbau- und Rückbauarbeiten im Raum Pfäffikon

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Pfäffikon. In: Gemeinde Freienbach(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Regionalnetz-Pläne des ZVV-Gebiets. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. 3,0 3,1 3,2 Pfäffikon SZ–Altendorf: Bauarbeiten für ein Güterüberholgleis. In: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. 4,0 4,1 4,2 Mit der Welt verbunden – Bahnhof Pfäffikon SZ. In: 150 Jahre Zürichseebahn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Voralpen-Express bleibt Voralpen-Express. In: Schweizerische Südostbahn. 2020-01-15(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Station Pfäffikon SZ, Mitbenützung des Bahnhofs. In: SBB Historic(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Haltestellen- und Linienfahrpläne Pfäffikon SZ. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Fahrplanänderungen ab 14. Dezember 2025. Hrsg.: Kanton Schwyz(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  9. 9,0 9,1 Bahnhof Pfäffikon SZ. In: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.