Freienbach
Freienbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Höfe des Kantons Schwyz. Sie liegt am Südufer des Zürichsees und gehört zur Region Ausserschwyz. Die Gemeinde besteht aus den fünf Ortsteilen Freienbach, Pfäffikon, Bäch, Wilen und Hurden. Mit mehr als 17'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Freienbach zu den bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons Schwyz.[1]
Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Zürichsee über dicht bebaute Wohn- und Gewerbegebiete bis zu den Hanglagen am Fuss des Etzels. Zu Freienbach gehören auch Teile der für den oberen Zürichsee charakteristischen See- und Uferlandschaft. Pfäffikon ist der grösste Ortsteil und bildet das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Gemeinde. Dort befinden sich die Gemeindeverwaltung, bedeutende Unternehmen, Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen sowie einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte von Ausserschwyz.
Die Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich, die Lage an der Autobahn A3 und die guten Bahnverbindungen haben Freienbach seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark geprägt. Aus einer überwiegend landwirtschaftlich bestimmten Gemeinde entwickelte sich ein dicht besiedelter Wohn-, Dienstleistungs- und Wirtschaftsstandort.
Geografie
Freienbach liegt im nordöstlichen Teil des Kantons Schwyz am oberen Zürichsee. Die Gemeinde grenzt im Westen an Wollerau, im Süden an Feusisberg und im Osten an Altendorf. Über den Zürichsee und den Seedamm von Rapperswil bestehen enge geografische und verkehrliche Beziehungen zu Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen.
Das Gemeindegebiet umfasst gemäss den geografischen Kennzahlen des Bundesamtes für Statistik rund 13,8 Quadratkilometer Landfläche.[2] Zusätzlich gehören ausgedehnte Flächen des Zürichsees zum Gemeindegebiet. In der amtlichen Vermessung werden einschliesslich der Seeflächen rund 20,7 Quadratkilometer ausgewiesen.[3]
Die Siedlungsgebiete von Pfäffikon, Freienbach, Wilen und Bäch liegen heute teilweise nahe beieinander. Die kommunale Raumplanung verfolgt jedoch das Ziel, Grünräume und Siedlungstrenngürtel zu erhalten, damit die fünf historisch gewachsenen Dörfer weiterhin als eigenständige Ortsteile erkennbar bleiben.[4]
Zürichsee und Uferlandschaft
Der Zürichsee bestimmt die Landschaft im nördlichen Gemeindegebiet. Das Ufer ist teilweise dicht bebaut, umfasst aber auch ökologisch wertvolle Flachwasser-, Ried- und Schilfgebiete.
Von besonderer Bedeutung ist der Frauenwinkel zwischen Pfäffikon und Hurden. Er gehört zu den wichtigsten Flachmoor- und Uferlandschaften am Zürichsee. Zum Landschaftsraum gehören ausgedehnte Riedflächen, Schilfgürtel und Flachwasserzonen. Das Gebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Wasser- und Zugvögel, Amphibien, Fische und seltene Pflanzen.
Vor der Küste liegen die Inseln Ufenau und Lützelau. Die Ufenau gehört dem Kloster Einsiedeln und besitzt sowohl landschaftliche als auch kulturhistorische Bedeutung.
Seedamm und Hurden
Eine Besonderheit der Gemeinde ist die Halbinsel Hurden, die weit in den Zürichsee hineinragt. Zwischen Hurden und Rapperswil liegt die schmalste Stelle des oberen Zürichsees. Seit Jahrtausenden wurde dieser Bereich als Seeübergang genutzt.
Der heutige Seedamm wurde 1878 eröffnet. Über ihn verlaufen eine Strasse und eine Eisenbahnlinie zwischen Pfäffikon und Rapperswil. Parallel dazu verbindet seit 2001 ein Fussgängersteg Hurden mit Rapperswil und erinnert an die prähistorischen und mittelalterlichen Holzstege über die Seeenge.
Gemeindegliederung
Freienbach besteht aus fünf Ortsteilen, die jeweils eine eigene historische Entwicklung und ein eigenes Ortsbild besitzen.[5]
Freienbach
Der Ortsteil Freienbach gab der politischen Gemeinde ihren Namen. Er liegt zwischen Pfäffikon und Bäch beziehungsweise Wilen und bildet den historischen kirchlichen Mittelpunkt der Gemeinde.
Der alte Dorfkern entwickelte sich rund um die katholische Pfarrkirche. Während Freienbach früher hauptsächlich von Landwirtschaft und lokalem Gewerbe geprägt war, entstanden im 20. und 21. Jahrhundert zahlreiche Wohnquartiere sowie Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.
Ende 2024 zählte der Ortsteil Freienbach 3'134 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]
Pfäffikon
Pfäffikon ist mit 7'518 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2024 der mit Abstand grösste Ortsteil der Gemeinde.[1] Es ist Sitz der Gemeindeverwaltung und das bedeutendste Wirtschafts- und Verkehrszentrum des Bezirks Höfe.
Zu den prägenden Einrichtungen gehören der Bahnhof Pfäffikon SZ, das Seedamm-Center, das Erlebnisbad Alpamare, verschiedene Hotels und zahlreiche Finanz-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.
Pfäffikon besitzt mit dem mittelalterlichen Schlossturm zudem eines der bedeutendsten historischen Bauwerke der Gemeinde. Die Anlage gehörte über Jahrhunderte zum Besitz des Klosters Einsiedeln.
Wilen
Wilen liegt südwestlich von Freienbach und grenzt unmittelbar an die Gemeinde Wollerau. Der Ort wird deshalb postalisch als «Wilen bei Wollerau» bezeichnet, gehört politisch jedoch grösstenteils zur Gemeinde Freienbach.
Wilen entwickelte sich besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem ausgedehnten Wohngebiet. Ende 2024 lebten 4'167 Personen im Freienbacher Teil von Wilen.[1]
Bäch
Bäch liegt am Zürichsee zwischen Freienbach und der Kantonsgrenze zu Zürich. Der Ort ist politisch zwischen den Gemeinden Freienbach und Wollerau aufgeteilt, wobei der grössere Teil zur Gemeinde Freienbach gehört.
Das ehemalige Weinbau-, Landwirtschafts- und Fischerdorf besitzt heute vor allem Wohn- und Gewerbefunktion. Die Lage unmittelbar am See und die Nähe zu Zürich machten Bäch zu einer gefragten Wohnlage. Der zur Gemeinde Freienbach gehörende Ortsteil zählte Ende 2024 1'696 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]
Hurden
Hurden liegt auf einer schmalen Halbinsel zwischen Pfäffikon und Rapperswil. Mit 297 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2024 ist Hurden der kleinste der fünf Ortsteile.[1]
Das Dorf wird stark durch seine Lage am Zürichsee geprägt. Neben dem historischen Dorfkern bestehen Hafen-, Gastronomie- und Freizeitanlagen. Grosse Teile der Umgebung gehören zum geschützten Landschaftsraum des Frauenwinkels.
Geschichte
Frühe Besiedlung
Das Gebiet der heutigen Gemeinde Freienbach gehört zu den früh besiedelten Landschaften am Zürichsee. Archäologische Funde weisen auf menschliche Aktivitäten seit der Jungsteinzeit hin. Besonders bedeutend sind die Fundstellen im Bereich der Seeenge zwischen Hurden und Rapperswil.
Dort wurden Überreste prähistorischer Holzstege entdeckt, die belegen, dass Menschen den Zürichsee bereits mehrere Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung an dieser Stelle überquerten. Der Übergang blieb während der Bronzezeit, der Eisenzeit und später im Mittelalter von Bedeutung.
Die Inseln Ufenau und Lützelau erscheinen bereits 741 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen. Damit gehören sie zu den frühesten schriftlich erwähnten Orten der Region.
Mittelalter
Die Entwicklung der späteren Gemeinde war eng mit dem Kloster Einsiedeln verbunden. Kaiser Otto I. übertrug dem Kloster im Jahr 965 umfangreiche Besitzungen am oberen Zürichsee. In den entsprechenden Urkunden werden auch Güter im Gebiet von Pfäffikon erwähnt.
Weitere Schenkungen und Bestätigungen erfolgten unter Otto II.. Die Ortschaften Freienbach, Pfäffikon und Bäch sind in Urkunden des 10. Jahrhunderts belegt. Für Freienbach ist auch die historische Schreibweise «Freyenbach» überliefert.
Das Kloster Einsiedeln wurde in den folgenden Jahrhunderten zum wichtigsten Grundherrn der Region. Besonders Pfäffikon entwickelte sich zum Verwaltungszentrum der klösterlichen Besitzungen am Zürichsee. Um 1250 liess das Kloster dort einen mächtigen Wohnturm errichten, aus dem sich das heutige Schloss Pfäffikon entwickelte.
Kirchlich gehörten die Siedlungen am südlichen Zürichsee zunächst zur Pfarrei auf der Ufenau. Im Jahr 1308 entstand die selbstständige Pfarrei Freienbach. Dadurch gewann das Dorf Freienbach als religiöses Zentrum der umliegenden Siedlungen an Bedeutung.
Vorderer Hof
Die Gebiete um Pfäffikon und Freienbach bildeten historisch den sogenannten Vorderen Hof. Gemeinsam mit dem Hinteren Hof um Wollerau entstand daraus die Landschaft der Höfe.
Neben der Grundherrschaft des Klosters Einsiedeln spielten weltliche Schutz- und Herrschaftsrechte eine wichtige Rolle. Verschiedene Adelsgeschlechter und später Zürich und Schwyz versuchten, ihren Einfluss auf die strategisch günstig gelegene Region auszudehnen.
Während des Alten Zürichkriegs im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet mehrfach militärisch besetzt. 1440 brachte Schwyz die Höfe dauerhaft unter seine politische Kontrolle. Die grundherrlichen Rechte des Klosters Einsiedeln bestanden daneben weiter.
Die Bewohner der Höfe verfügten über eigene lokale Versammlungen, Genossenschaften und Nutzungsrechte. Politisch waren sie jedoch gegenüber dem Land Schwyz nicht vollständig gleichberechtigt.
Frühe Neuzeit
Während der frühen Neuzeit blieb die Landwirtschaft die wichtigste Lebensgrundlage. Viehzucht, Ackerbau, Obstbau, Weinbau, Fischerei und Forstwirtschaft wurden durch Handwerk und regionalen Handel ergänzt.
Die Lage zwischen Zürichsee, Einsiedeln und den wichtigen Verkehrswegen der Innerschweiz begünstigte Transportgewerbe, Gastwirtschaft und Handel. Pfäffikon profitierte zusätzlich von seiner Funktion als Verwaltungssitz der Einsiedler Klostergüter.
Im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 besetzten Zürcher Truppen unter anderem Pfäffikon. Der Frieden von Baden von 1714 bestätigte schliesslich die politische Zugehörigkeit der Höfe zu Schwyz.
Helvetik und Entstehung der politischen Gemeinde
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik 1798 endete die bisherige Untertanenordnung. Das Gebiet wurde vorübergehend dem Kanton Linth zugeteilt.
Durch die Mediationsakte von 1803 wurde der Kanton Schwyz wiederhergestellt. Aus dem Vorderen Hof entstand der Bezirk Pfäffikon, während der Hintere Hof den Bezirk Wollerau bildete.
In den politischen Konflikten zwischen dem alten Land Schwyz und den äusseren Bezirken kam es in den 1830er-Jahren zu erheblichen Spannungen. Teile von Ausserschwyz bildeten zeitweise den Kanton Schwyz äusseres Land.
1848 wurden die Bezirke Pfäffikon und Wollerau zum heutigen Bezirk Höfe vereinigt. In dieser Zeit entstand auch die moderne politische Gemeinde Freienbach mit ihren fünf Ortsteilen.[6]
Eisenbahn und Seedamm
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte einen grundlegenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Besonders wichtig war die Eröffnung des Seedamms zwischen Rapperswil und Pfäffikon im Jahr 1878.
Mit dem Damm entstand zugleich eine durchgehende Eisenbahnverbindung über den Zürichsee. Pfäffikon wurde dadurch zu einem Verkehrsknoten zwischen Zürich, Rapperswil, Chur, Einsiedeln und der Zentralschweiz.
Neue Bahn- und Strassenverbindungen erleichterten den Personen- und Güterverkehr und schufen Voraussetzungen für die spätere wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch behielten die fünf Dörfer bis weit ins 20. Jahrhundert einen überwiegend ländlichen Charakter.
Wachstum im 20. Jahrhundert
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein. Die Nähe zum Grossraum Zürich und die zunehmende Motorisierung machten Freienbach zu einem attraktiven Wohnort für Pendlerinnen und Pendler.
Einen weiteren Entwicklungsschub brachte die Autobahn A3. Dadurch verbesserten sich die Strassenverbindungen nach Zürich und in Richtung Chur deutlich.
Vor allem Pfäffikon entwickelte sich zu einem regionalen Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum. Neue Wohnquartiere, Gewerbegebiete, Schulen, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen entstanden.
In den 1970er-Jahren wurden in Pfäffikon unter anderem das Seedamm-Center und das Alpamare eröffnet. Seit den 1990er-Jahren siedelten sich verstärkt Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Vermögensverwaltung, Beratung und internationale Unternehmensdienstleistungen an.
Bevölkerung
Die Gemeinde Freienbach zählte am 31. Dezember 2024 insgesamt 17'115 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon waren 11'672 Schweizer Staatsangehörige und 5'394 ausländische Staatsangehörige; zusätzlich wurden 49 Wochenaufenthalter ausgewiesen. Der Ausländeranteil betrug rund 31,5 Prozent.[1]
Die Bevölkerung verteilte sich Ende 2024 wie folgt auf die Ortsteile:
| Ortsteil | Einwohner |
|---|---|
| Pfäffikon | 7'518 |
| Wilen | 4'167 |
| Freienbach | 3'134 |
| Bäch | 1'696 |
| Hurden | 297 |
| Heimaufenthalte | 303 |
| Gesamt | 17'115 |
Die grösste Gruppe der ausländischen Bevölkerung stammte Ende 2024 aus Deutschland, gefolgt von Italien und Kosovo.[1]
Das Bevölkerungswachstum war im 20. Jahrhundert besonders ausgeprägt. Zu den wichtigsten Ursachen gehören die Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich, die gute Verkehrserschliessung, das Arbeitsplatzangebot in Pfäffikon und im gesamten Zürichseeraum sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Kantons Schwyz.
Die Alltagssprache ist überwiegend Schweizerdeutsch. Amtssprache ist Deutsch. Durch die starke internationale Zuwanderung werden daneben zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.
Politik und Verwaltung
Freienbach ist eine politische Gemeinde nach dem Gemeinderecht des Kantons Schwyz. Die Stimmberechtigten entscheiden an Gemeindeversammlungen und bei Urnenabstimmungen über kommunale Geschäfte.
Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Die Gemeindeverwaltung befindet sich hauptsächlich in Pfäffikon. Damit liegt das administrative Zentrum der Gemeinde nicht im namensgebenden Dorf Freienbach, sondern im grössten Ortsteil.
Die fünf Ortsteile verfügen über ausgeprägte lokale Identitäten. Dorf- und Quartierorganisationen befassen sich mit lokalen Anliegen, Veranstaltungen und Fragen der Ortsentwicklung.
Seit 2024 befinden sich zudem wichtige Behörden des Bezirks Höfe im neuen Rathaus und Justizgebäude Leutschen in Freienbach. Untergebracht sind dort unter anderem Bezirksverwaltung, Bezirksgericht, Notariat und Grundbuchamt sowie weitere Bezirksstellen.[7]
Wirtschaft
Freienbach gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten im Kanton Schwyz. Besonders Pfäffikon weist eine hohe Konzentration von Unternehmen des Dienstleistungssektors auf.
Von Bedeutung sind insbesondere Finanzdienstleistungen, Vermögensverwaltung, Beteiligungsgesellschaften, Unternehmensberatung, Treuhandwesen, Immobilienwirtschaft, Handel und weitere unternehmensbezogene Dienstleistungen. Daneben bestehen Industrie-, Produktions- und Gewerbebetriebe.
Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch mehrere Faktoren begünstigt. Dazu gehören die Nähe zur Stadt Zürich, die gute Verkehrsanbindung, das steuerliche Umfeld des Kantons Schwyz und die Verfügbarkeit moderner Büro- und Gewerbeflächen.
Pfäffikon wurde seit den 1990er-Jahren zu einem international bekannten Standort für Vermögensverwalter, Anlagegesellschaften und Beteiligungsunternehmen. Zahlreiche Beschäftigte pendeln täglich aus anderen Gemeinden und Kantonen nach Freienbach.
Detailhandel und Freizeitwirtschaft
Ein bedeutender regionaler Anziehungspunkt ist das Seedamm-Center in Pfäffikon. Das Einkaufszentrum verfügt über zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe und zieht Kundschaft aus dem gesamten oberen Zürichseegebiet an.
In unmittelbarer Nähe liegt das 1977 eröffnete Alpamare. Das Erlebnisbad besitzt Innen- und Aussenbecken sowie zahlreiche Wasserrutschen und ist überregional bekannt.
Weitere wirtschaftlich bedeutende Bereiche sind Hotellerie, Gastronomie, Gesundheitsdienstleistungen, Baugewerbe und Immobilienwirtschaft.
Die Landwirtschaft hat gegenüber früher stark an Bedeutung verloren, prägt aber noch immer einzelne unbebaute Flächen zwischen den Ortsteilen und an den höher gelegenen Hängen.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Pfäffikon SZ ist der wichtigste öffentliche Verkehrsknoten der Gemeinde und einer der bedeutendsten Bahnhöfe in Ausserschwyz.
Er liegt an der Hauptstrecke entlang des linken Zürichseeufers zwischen Zürich und Chur. Weitere Bahnlinien führen über den Seedamm nach Rapperswil und über Feusisberg und Schindellegi nach Einsiedeln.
Von Pfäffikon bestehen direkte oder regelmässige Bahnverbindungen unter anderem nach Zürich, Rapperswil, Ziegelbrücke, Chur, Einsiedeln, Arth-Goldau und Luzern.
Der Bahnhof ist in das Netz der S-Bahn Zürich eingebunden und wird ausserdem von Regional- und Fernverkehrszügen bedient.
Der Ortsteil Freienbach besitzt mit Freienbach SOB einen eigenen Bahnhof an der Strecke Pfäffikon–Einsiedeln. Weitere Haltestellen und Buslinien erschliessen Wilen, Bäch und die übrigen Siedlungsgebiete.
Busverkehr
Das regionale Busnetz verbindet die fünf Ortsteile untereinander sowie mit Wollerau, Feusisberg, Schindellegi, Altendorf und weiteren Gemeinden.
Der Bahnhof Pfäffikon dient als zentraler Umsteigepunkt. Von dort werden auch das Seedamm-Center, Gewerbegebiete und grössere Wohnquartiere erschlossen.
Strassenverkehr
Die Autobahn A3 durchquert das Gemeindegebiet und verbindet Freienbach mit Zürich sowie mit der March, dem Glarnerland und Graubünden.
Über den Seedamm besteht eine direkte Strassenverbindung nach Rapperswil-Jona. Diese Achse ist aufgrund des starken Pendler-, Einkaufs- und Freizeitverkehrs regelmässig stark belastet.
Die Hauptstrassen verbinden Pfäffikon mit Freienbach, Bäch, Wollerau, Altendorf und Feusisberg.
Schifffahrt
Am Zürichsee bestehen Schiffsanlegestellen, die saisonal von der Zürichsee-Schifffahrt bedient werden. Der Schiffsverkehr besitzt heute vor allem touristische und freizeitbezogene Bedeutung.
Historisch spielte der See auch beim Transport von Personen, landwirtschaftlichen Produkten und anderen Waren eine wichtige Rolle.
Bildung
Die Gemeindeschule Freienbach führt Kindergärten und Primarschulen an verschiedenen Standorten in den fünf Ortsteilen. Die starke Bevölkerungsentwicklung erforderte insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen kontinuierlichen Ausbau der Schul- und Betreuungsinfrastruktur.
In Pfäffikon befindet sich ein Standort der Kantonsschule Ausserschwyz. Diese bietet gymnasiale und weitere kantonale Bildungsangebote für Jugendliche aus dem Bezirk Höfe und den angrenzenden Regionen.
Zusätzlich bestehen Musikschulen, private Bildungsangebote, Sprachschulen und Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung.
Religion
Historisch war die Gemeinde stark römisch-katholisch geprägt. Die kirchliche Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Kloster Einsiedeln und der ehemaligen Pfarrei auf der Ufenau.
Seit 1308 besteht die Pfarrei Freienbach. Die katholische Pfarrkirche im Dorf Freienbach bildet eines der historischen Zentren der Gemeinde.
Durch das Bevölkerungswachstum entstanden später weitere katholische Kirchen und kirchliche Einrichtungen, insbesondere in Pfäffikon.
Die evangelisch-reformierte Bevölkerung gehört zur Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Höfe. Daneben leben heute Angehörige weiterer christlicher Kirchen, anderer Religionen sowie konfessionslose Personen in der Gemeinde.
Natur und Erholung
Trotz der dichten Besiedlung besitzt Freienbach bedeutende Natur- und Naherholungsräume.
Der Frauenwinkel ist das wichtigste Schutzgebiet. Seine Riedflächen, Schilfgürtel und Flachwasserbereiche gehören zu den ökologisch wertvollsten Gebieten des oberen Zürichsees.
Die Seeufer bei Bäch, Freienbach, Pfäffikon und Hurden werden für Spaziergänge, Baden, Wassersport und Schifffahrt genutzt. Der Holzsteg zwischen Hurden und Rapperswil ist ein beliebter Fuss- und Wanderweg.
In Richtung Etzel und Feusisberg führen Wanderwege in die höher gelegenen Landschaften von Ausserschwyz. Von dort bestehen weite Ausblicke über den Zürichsee und in Richtung Zürcher Oberland und Glarner Alpen.
Die Gemeinde versucht, die starke Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung mit dem Schutz von Landschaft, Gewässern und ökologischen Vernetzungsräumen zu verbinden. Im kommunalen Richtplan wird insbesondere der Erhalt von Grünflächen zwischen den fünf Ortsteilen als Ziel genannt.[4]
Sehenswürdigkeiten
Schloss Pfäffikon
Das Schloss Pfäffikon gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken der Gemeinde. Kern der Anlage ist ein um 1250 durch das Kloster Einsiedeln errichteter Wohnturm.
Das Schloss diente als Verwaltungszentrum für die umfangreichen Besitzungen des Klosters am Zürichsee. Neben dem Turm umfasst die Anlage weitere historische Wohn-, Wirtschafts- und Sakralbauten.
Pfarrkirche Freienbach
Die katholische Pfarrkirche im Dorf Freienbach erinnert an die seit 1308 bestehende eigenständige Pfarrei. Sie bildet zusammen mit den umliegenden historischen Gebäuden den Kern des alten Dorfes.
Frauenwinkel
Der Frauenwinkel bei Pfäffikon und Hurden ist sowohl ein bedeutendes Naturschutzgebiet als auch eine charakteristische Kulturlandschaft des oberen Zürichsees. Von Wegen und Beobachtungspunkten lassen sich die Ried- und Uferlandschaften erleben, wobei grosse Teile zum Schutz empfindlicher Lebensräume nicht betreten werden dürfen.
Holzsteg Rapperswil–Hurden
Der 2001 eröffnete Holzsteg verbindet Hurden mit Rapperswil. Er folgt ungefähr einer jahrtausendealten Übergangsroute über die Seeenge und dient heute ausschliesslich dem Fussverkehr.
Der Steg ist Teil des historischen Pilgerweges nach Einsiedeln und gehört zur Via Jacobi.
Ufenau
Die Insel Ufenau liegt im Zürichsee vor dem Gemeindegebiet und befindet sich im Eigentum des Klosters Einsiedeln. Auf ihr stehen historische Sakralbauten. Die Insel ist zugleich ein wichtiger Bestandteil der geschützten Landschaft des oberen Zürichsees.
Siehe auch
- Pfäffikon SZ
- Bezirk Höfe
- Ausserschwyz
- Zürichsee
- Seedamm von Rapperswil
- Frauenwinkel
- Hurden
- Ufenau
- Bäch
- Wilen bei Wollerau
- Wollerau
- Feusisberg
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Freienbach
- Website des Kantons Schwyz
- Bundesamt für Statistik
- Kartenviewer des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Rechnung 2024, Gemeinde Freienbach, Einwohnerstatistik per 31. Dezember 2024, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Bundesamt für Statistik: Geographische Kennzahlen der Schweizer Gemeinden, Gemeinde Freienbach, BFS-Nr. 1322, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Gemeindeblatt Freienbach – Amtliche Vermessung, Kanton Schwyz, Stand 17. Dezember 2025, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Kommunaler Richtplan Freienbach, Gemeinde Freienbach, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Offizielle Website der Gemeinde Freienbach, Informationen zu Gemeinde und Ortsteilen, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Website des Kantons Schwyz, Informationen zu Gemeinden und Bezirk Höfe, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Staatskalender des Kantons Schwyz, Bezirk Höfe, Ausgabe 2026, abgerufen am 25. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Freienbach