Buchs ZH

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 25. Juli 2026, 20:31 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:310px; margin:0 0 1em 1em;" |+ '''Buchs ZH''' |- ! Kanton | Zürich |- ! Bezirk | Dielsdorf |- ! BFS-Nr. | 0083 |- ! Postleitzahl | 8107 |- ! Höhe | 442 m ü. M. |- ! Fläche | rund 5,9 km² |- ! Einwohnerbezeichnung | Buchser, Buchserin |- ! Gemeindepräsident | Pascal Schmid |- ! Website | [https://www.buchs-zh.ch www.buchs-zh.ch] |} '''Buchs ZH''' ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdo…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Buchs ZH
Kanton Zürich
Bezirk Dielsdorf
BFS-Nr. 0083
Postleitzahl 8107
Höhe 442 m ü. M.
Fläche rund 5,9 km²
Einwohnerbezeichnung Buchser, Buchserin
Gemeindepräsident Pascal Schmid
Website www.buchs-zh.ch

Buchs ZH ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Furttal am Südfuss der Lägern und gehört zur Agglomeration Zürich. Der Zusatz «ZH» dient zur Unterscheidung von gleichnamigen Gemeinden, insbesondere Buchs SG und Buchs AG.

Das historische Dorf entwickelte sich aus einer bäuerlichen Siedlung entlang des Hanges oberhalb des Furttaler Talbodens. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs Buchs stark und wandelte sich zu einer Wohn-, Gewerbe- und Industriegemeinde. Die Nähe zu Regensdorf, Dielsdorf, dem Flughafen Zürich und der Stadt Zürich sowie der Anschluss an die S-Bahn Zürich prägen die heutige Entwicklung.

Von besonderer historischer Bedeutung sind die Überreste eines grossen römischen Gutshofs. Die teilweise erhaltene Kryptoportikus mit Wandmalereien und Resten einer Bodenheizung gehört zu den bedeutenden römischen Baudenkmälern im Zürcher Unterland.[1]

Geografie

Buchs liegt im mittleren Furttal zwischen der Lägern im Norden und den Höhenzügen von Altberg und Gubrist im Süden. Der historische Dorfkern befindet sich leicht erhöht am Südfuss der Lägern, während sich neuere Wohn- und Gewerbegebiete bis in die Talebene ausdehnen.

Die Gemeinde grenzt an Dällikon, Regensdorf, Dielsdorf, Boppelsen und Otelfingen. Die Siedlungsgebiete von Buchs und Dällikon liegen teilweise nahe beieinander und bilden zusammen mit Regensdorf einen zusammenhängenden Wirtschafts- und Lebensraum.

Der Talboden wird vom Furtbach durchflossen. Dieser entspringt im Gebiet des Katzensees, fliesst westwärts durch das Furttal und mündet bei Würenlos in die Limmat. Kleinere Bäche entwässern den Lägernhang zum Furtbach.

Lägern

Die Lägern ist ein langgezogener Jurahöhenzug, der sich von Baden über Regensberg bis gegen Dielsdorf erstreckt. Ihr bewaldeter Südhang bildet die landschaftliche Kulisse von Buchs.

Die Hänge werden von Wald, Landwirtschaftsflächen, ehemaligen Steinbrüchen und kleineren Trockenstandorten geprägt. Wanderwege verbinden Buchs mit Regensberg, Dielsdorf, Boppelsen und den Höhen der Lägern.

Von verschiedenen Punkten oberhalb des Dorfes besteht Aussicht über das Furttal, den Raum Zürich und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.

Buchser Ried

Der Talboden des Furttals war ursprünglich stark versumpft. Ursache waren eiszeitliche Moränen, welche den Wasserabfluss behinderten. Das sogenannte Buchser Ried erstreckte sich zwischen Regensdorf, Buchs, Dällikon, Otelfingen und Würenlos.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Ried entwässert und 1921 melioriert. Dadurch entstanden neue Landwirtschaftsflächen, später aber auch Siedlungs-, Verkehrs- und Industriegebiete.[2]

Trotz der Entwässerung blieben im Furttal einzelne ökologisch wertvolle Feuchtgebiete, Bachräume und Riedflächen erhalten. Sie dienen als Lebensraum für Amphibien, Vögel, Insekten und feuchtigkeitsliebende Pflanzen.

Gemeindegliederung

Buchs besitzt keine amtlich voneinander getrennten Ortsteile. Die Siedlung besteht aus dem historischen Dorfkern, älteren Aussenhöfen sowie neueren Wohn- und Gewerbequartieren.

Zu den gebräuchlichen Flur- und Quartiernamen gehören unter anderem:

  • Altbach;
  • Dornen;
  • Meierwiesen;
  • Moos;
  • Petermoos;
  • Schwenkelberg;
  • Zihl;
  • Buchser Ried;
  • Industriegebiet Furttal.

Der historische Kern liegt im Bereich der reformierten Kirche und der alten Dorfstrassen. Die Quartiere Dornen und Meierwiesen entstanden hauptsächlich während des starken Bevölkerungswachstums seit den späten 1970er-Jahren.

Die Gewerbe- und Industriegebiete befinden sich vor allem in der Talebene und in der Nähe der Bahnlinie. Öffentliche Anlagen wie Schulen, Sporthallen, Bibliothek, Gemeindesaal und Feuerwehrgebäude verteilen sich auf mehrere Standorte.

Name

Buchs wurde im Jahr 870 erstmals als Puhsaha erwähnt. Spätere Namensformen sind unter anderem Buhsa und Buchs.[2]

Der Name wird als «Bach beim Buchs» gedeutet. Er verweist wahrscheinlich auf den Buchsstrauch und ein Gewässer in seiner Umgebung. Der Buchsbaum erscheint deshalb auch im Gemeindewappen.

Die Gemeinde verwendet offiziell die Bezeichnung «Buchs ZH», um Verwechslungen mit anderen Schweizer Orten namens Buchs zu vermeiden. In kantonalen und eidgenössischen Verzeichnissen erscheint häufig die Form «Buchs (ZH)».

Geschichte

Römische Zeit

Das Furttal lag in römischer Zeit an einer Verkehrsverbindung zwischen dem Legionslager Vindonissa, dem heutigen Windisch, und Vitudurum, dem heutigen Oberwinterthur. Von dort führten Strassen weiter in Richtung Bodensee und Donaugebiet.

Auf dem Gebiet von Buchs befand sich ein grosser römischer Gutshof. Die Anlage umfasste mindestens 5,2 Hektaren und bestand aus einem repräsentativen Herrenhaus sowie mehreren Wirtschaftsgebäuden.[1]

Das Herrenhaus wurde während der ersten drei Jahrhunderte nach Christus mehrfach umgebaut und erweitert. Erhalten sind Teile einer Kryptoportikus, also eines teilweise unterirdischen Ganges oder Raumes, sowie Wandmalereien und Überreste einer Hypokaustenheizung.

Eine Hypokauste leitete warme Luft unter dem Boden und teilweise durch Hohlräume in den Wänden. Solche Anlagen waren aufwendig und weisen auf den gehobenen Lebensstandard der Besitzer des Gutshofs hin.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft verfielen Teile der Anlage. Beim Zuzug alemannischer Bevölkerungsgruppen wurden Steine und andere Baumaterialien vermutlich für neue Gebäude wiederverwendet.

Erste Erwähnung

Die erste bekannte urkundliche Nennung erfolgte 870. Ein Grossgrundbesitzer namens Landeloh übertrug Ländereien im Limmat- und Furttal, darunter Besitz in Buchs, an das Kloster St. Gallen.[1]

Die Abtei St. Gallen behielt bis ins Mittelalter Grundbesitz und Rechte im Dorf. Im 13. und 14. Jahrhundert besassen auch die Zürcher Propstei, die Fraumünsterabtei und weitere geistliche Einrichtungen Grundstücke und Einkünfte in Buchs.

Die landwirtschaftliche Siedlung entwickelte sich am Hang oberhalb des feuchten Talbodens. Die erhöhte Lage bot Schutz vor Überschwemmungen und ermöglichte den Anbau auf vergleichsweise trockenen Böden.

Herrschaft Regensberg

Im Mittelalter stand Buchs im Einflussgebiet der Freiherren von Regensberg. Nach dem politischen und wirtschaftlichen Niedergang des Geschlechts wechselten Rechte und Herrschaften mehrfach den Besitzer.

1409 gelangte Buchs als Teil der habsburgischen Herrschaft Regensberg an die Stadt Zürich. Bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 gehörte das Dorf zur zürcherischen Landvogtei Regensberg.[1]

Die dörfliche Ordnung wurde in einer sogenannten Offnung festgehalten. Dieses Rechtsdokument regelte unter anderem die Nutzung von Wald, Allmend, Weiden und Wasserläufen. Nachdem eine ältere Fassung durch Feuer zerstört worden war, wurde die Offnung 1530 neu aufgezeichnet.[2]

Die Gemeindegutsrechnung von 1623 vermittelt einen Einblick in die damalige Wirtschaft. Einnahmen stammten aus Pacht- und Erblehenszinsen, dem Kircheneinkommen sowie der Nutzung von Wald, Wiesen, Äckern und Allmendflächen.

Kirche und Reformation

Ein Leutpriester in Buchs wurde 1250 erwähnt, die Pfarrkirche ist seit 1275 urkundlich belegt. Die Patronatsrechte und Teile des Zehnten gingen 1314 von den Regensbergern an das Johanniterhaus Bubikon über.

Mit der Zürcher Reformation nahm die Bevölkerung in den 1520er-Jahren den reformierten Glauben an. 1618 erwarb die Stadt Zürich den gesamten Besitz des Johanniterordens in ihrem Herrschaftsgebiet und damit auch dessen Rechte an der Buchser Kirche.[2]

Die heutige reformierte Kirche wurde 1631 erbaut. Der ältere Turm aus dem 14. Jahrhundert blieb erhalten. In seinem unteren Bereich befindet sich ein kleiner spätgotischer Chor mit spitzbogigem Kreuzgewölbe.[1]

Helvetik und Bezirkseinteilung

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endete die Landvogtei Regensberg.

Buchs wurde während der folgenden Jahre wechselnden Verwaltungsbezirken zugeteilt. Von 1803 bis 1814 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Bülach. Danach kam sie wieder zum Bezirk Regensberg.

1871 erhielt der Bezirk Regensberg den heutigen Namen Bezirk Dielsdorf. Seither gehört Buchs diesem Bezirk an.

Zwei Eisenbahnlinien

Im Jahr 1877 erhielt Buchs nahezu gleichzeitig Anschluss an zwei konkurrierende Bahnlinien. Die Furttallinie der Schweizerischen Nationalbahn führte durch den Talboden und bediente die heutige Station Buchs-Dällikon.

Eine zweite Strecke der Schweizerischen Nordostbahn verband Otelfingen über den Hang oberhalb des Dorfes mit Niederglatt und Bülach. Buchs besass dadurch zeitweise zwei Bahnhöfe beziehungsweise Haltestellen.[2]

Die obere Strecke verlor gegenüber der Talbahn an Bedeutung. Nach mehreren Versuchen der Schweizerischen Bundesbahnen, den Betrieb einzustellen, fuhr am 17. Januar 1937 der letzte reguläre Personenzug über die obere Buchser Linie.[1]

Die Strecke blieb danach teilweise bestehen, wurde aber nicht mehr regulär befahren. 1968 wurde sie endgültig stillgelegt. Im folgenden Jahr wurden die Gleise auf Buchser Gebiet entfernt.

Erhalten blieben das ehemalige Stationsgebäude, ein Wärterhaus und überwachsene Abschnitte des Bahndamms. Die Gemeinde kaufte das frühere Bahnareal 1975 und nutzte Teile davon für öffentliche Bauten und Strassen.

Quarzsandabbau

Zwischen 1881 und 1920 wurde am Lägernhang unterirdisch Quarzsand gewonnen. Er diente als Rohstoff für die Glashütte Bülach.[2]

Die Arbeiter hinterliessen in den Stollen Reliefs, Figuren und Inschriften. Diese gelten als ungewöhnliches Zeugnis nichtprofessioneller Arbeiterkunst aus der Zeit des frühen Industriezeitalters.

Der Abbau wurde eingestellt, nachdem die wirtschaftlich nutzbaren Vorkommen erschöpft waren oder die Förderung nicht mehr rentabel erschien. Die ehemaligen Stollen sind aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht allgemein zugänglich.

Industrialisierung

Die Industrialisierung setzte in Buchs zunächst nur langsam ein. Während des Ersten Weltkriegs entstand 1917 beziehungsweise 1918 eine Karbidfabrik. Das kurzlebige Unternehmen profitierte von der kriegsbedingten Nachfrage nach Ersatzstoffen und Energieprodukten.

1928 wurde die Blockmetall AG gegründet. Sie verarbeitete und recycelte Buntmetalle und gehörte zu den frühen dauerhaften Industriebetrieben im Ort.

1956 wurde ein Industriegleis in das ehemalige Gemeinderied gebaut. Das Gebiet wurde 1966 offiziell als Industriezone ausgeschieden. Bis Mitte der 1980er-Jahre hatten sich dort etwa 40 Betriebe mit rund 450 Arbeitsplätzen angesiedelt.[2]

1976 wurde eine Umfahrungsstrasse eröffnet. Sie entlastete Teile des historischen Dorfkerns vom Durchgangsverkehr und verbesserte die Erschliessung der Industriegebiete.

Bevölkerungswachstum

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Buchs ein relativ kleines Dorf. 1950 lebten 627 Menschen in der Gemeinde. Bis 1970 stieg die Einwohnerzahl auf 1552 und bis 1990 auf 3516.[2]

Der grösste Wachstumsschub begann nach 1979 mit dem Bau der Wohnquartiere Meierwiesen und Dornen. Weitere Überbauungen folgten in den folgenden Jahrzehnten.

Die Nähe zu Zürich und Regensdorf, die Bahnverbindung und das Angebot an Bauland machten Buchs zu einer attraktiven Wohngemeinde. Gleichzeitig entstanden neue Schul-, Sport-, Freizeit- und Verwaltungseinrichtungen.

Bevölkerung

Buchs zählt heute mehrere Tausend Einwohnerinnen und Einwohner. Die Bevölkerungszahl nahm seit dem Ende des 20. Jahrhunderts kontinuierlich zu.

Der Ort ist Teil des suburbanen Siedlungsraums im Nordwesten der Stadt Zürich. Viele Erwerbstätige pendeln nach Regensdorf, Zürich, Baden, zum Flughafen Zürich oder in andere Gemeinden des Limmat- und Furttals.

Die Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Aufgrund der Zuwanderung sind zahlreiche weitere Sprachen vertreten.

Seit der Reformation war die Bevölkerung lange mehrheitlich evangelisch-reformiert. Im 20. Jahrhundert wuchs die römisch-katholische Gemeinschaft. Heute leben Angehörige unterschiedlicher Religionen sowie viele konfessionslose Personen in der Gemeinde.

Politik

Die Gemeindeversammlung ist das oberste Organ der politischen Gemeinde. Sie besteht aus den stimmberechtigten Schweizer Bürgerinnen und Bürgern mit Wohnsitz in Buchs.

Die Gemeindeversammlung entscheidet unter anderem über:

  • Budget und Jahresrechnung;
  • kommunale Erlasse;
  • grössere Kredite;
  • Grundstücksgeschäfte;
  • Planungs- und Bauvorhaben;
  • Aufgabenübertragungen an Zweckverbände.

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er leitet die Verwaltung, setzt die Beschlüsse der Gemeindeversammlung um und vertritt Buchs nach aussen.[3]

Gemeindepräsident ist Pascal Schmid.[4]

Die Gemeinde arbeitet bei regionalen Aufgaben mit den Nachbargemeinden zusammen. Dazu gehören Schule, Abwasserreinigung, Feuerwehr, Zivilschutz, soziale Dienste, Verkehr und weitere öffentliche Aufgaben.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt einen grünen Buchsstrauch auf goldenem Grund. Es handelt sich um ein sogenanntes redendes Wappen, da die dargestellte Pflanze auf den Ortsnamen Buchs verweist.

Nach der örtlichen Überlieferung wurde der Buchsbaum von den Römern in die Region gebracht. Die Dorfbewohner verwendeten den Strauch bereits früh als Wappenmotiv.[1]

Die heutige Darstellung wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen im 20. Jahrhundert festgelegt.

Wirtschaft

Buchs besitzt eine gemischte Wirtschaftsstruktur aus Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft. Die Arbeitsplätze konzentrieren sich vor allem in den Gewerbe- und Industriezonen der Talebene.

Bedeutende Tätigkeitsfelder sind:

  • Metallverarbeitung und Recycling;
  • Maschinen- und Fahrzeugtechnik;
  • Bau- und Ausbaugewerbe;
  • Logistik und Lagerhaltung;
  • Handel;
  • Informatik und Unternehmensdienstleistungen;
  • Gastronomie und Detailhandel.

Die Nähe zu Regensdorf und den grossen Verkehrsachsen des Zürcher Wirtschaftsraums macht Buchs für Gewerbe- und Industriebetriebe attraktiv.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde. Gleichzeitig pendeln Beschäftigte aus benachbarten Orten zu den Buchser Betrieben.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft besitzt trotz des Siedlungswachstums weiterhin Bedeutung. Betriebe bewirtschaften Ackerflächen, Wiesen und Weiden am Lägernhang und in den verbliebenen Teilen des Talbodens.

Angebaut werden unter anderem Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben und Futterpflanzen. Daneben bestehen Viehhaltung und Milchwirtschaft.

Die Landwirtschaftsflächen stehen unter Druck durch Wohnungsbau, Gewerbe, Verkehr und weitere Infrastrukturen. Die Raumplanung versucht deshalb, die Siedlungsentwicklung stärker auf bereits überbaute und gut erschlossene Gebiete zu konzentrieren.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Buchs-Dällikon liegt an der Furttallinie zwischen Regensdorf-Watt und Otelfingen. Er befindet sich nahe der Gemeindegrenze und erschliesst sowohl Buchs als auch Dällikon.

Die Strecke ist Teil des Netzes der S-Bahn Zürich. Direkte Verbindungen führen über Regensdorf und Zürich Oerlikon in die Stadt Zürich sowie über Otelfingen in Richtung Baden.

Der Bahnhof spielt sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für die Erschliessung der regionalen Gewerbegebiete eine wichtige Rolle.

Busverkehr

Regionale Buslinien verbinden Buchs mit Regensdorf, Dällikon, Dielsdorf und weiteren Gemeinden des Furttals und Zürcher Unterlands.

Die Busse erschliessen Wohnquartiere, Schulen, Gewerbegebiete und den Bahnhof Buchs-Dällikon. Der öffentliche Verkehr ist in den Zürcher Verkehrsverbund eingebunden.

Strassenverkehr

Buchs liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Regensdorf, Dielsdorf, Otelfingen und dem Limmattal. Die Umfahrungsstrasse von 1976 leitet einen Teil des Verkehrs am historischen Dorfkern vorbei.

Über Regensdorf und das Limmattal bestehen Anschlüsse an die Autobahn A1 und die Autobahn A4. Die Stadt Zürich, der Flughafen Zürich und Baden sind mit dem Auto in vergleichsweise kurzer Zeit erreichbar.

Die starke Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung im Furttal führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Lärmschutz, Verkehrsberuhigung, Velowege und sichere Schulwege sind deshalb wiederkehrende Themen der kommunalen Planung.

Bildung

Buchs führt eine eigene Primarschule mit Kindergärten und schulergänzenden Betreuungsangeboten.

Die Sekundarstufe wird gemeinsam mit Regensdorf und Dällikon in der Sekundarschulgemeinde Regensdorf/Buchs/Dällikon organisiert. Ein wichtiger Schulstandort ist die Anlage Petermoos in Buchs.

Die Anlage wurde im 21. Jahrhundert erweitert. Neue Schulräume, Werkstätten und eine Dreifachsporthalle schufen zusätzliche Kapazitäten für die wachsenden Gemeinden.[5]

Weiterführende Schulen und Berufsbildungsangebote befinden sich unter anderem in Regensdorf, Dielsdorf, Zürich und Baden.

Die Regionale Musikschule Regensdorf bietet musikalischen Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Buchs und den umliegenden Gemeinden an.

Kirchen und Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche ist das bedeutendste historische Gebäude im Dorfzentrum. Der heutige Bau wurde 1631 errichtet.

Der Kirchturm stammt teilweise aus dem 14. Jahrhundert. In seinem unteren Bereich befindet sich ein spätgotischer Chor mit Kreuzgewölbe.

Die Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach renoviert und an die Bedürfnisse der reformierten Gemeinde angepasst. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und benachbarten älteren Gebäuden eine historische Baugruppe.

Katholische Bevölkerung

Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zu einer regionalen Kirchgemeinde im Furttal. Katholische Kirchen und Pfarreizentren befinden sich in den umliegenden grösseren Gemeinden.

Daneben bestehen freikirchliche Gemeinschaften sowie Angehörige weiterer Religionen. Die religiöse Zusammensetzung ist heute deutlich vielfältiger als noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Sehenswürdigkeiten

Römischer Gutshof

Der römische Gutshof ist die wichtigste archäologische Sehenswürdigkeit von Buchs. Die Anlage wurde während verschiedener Grabungen untersucht und teilweise konserviert.

Erhalten sind insbesondere:

  • Teile der Kryptoportikus;
  • römische Wandmalereien;
  • Reste einer Hypokaustenheizung;
  • Mauerzüge des Herrenhauses;
  • Spuren der südlichen Umgebung des Gebäudes.

Die Anlage kann im Rahmen angemeldeter Führungen besichtigt werden.[1]

Der Gutshof zeigt, dass das Furttal in römischer Zeit intensiv landwirtschaftlich genutzt und über regionale Verkehrswege mit grösseren Siedlungen verbunden war.

Reformierte Kirche

Die Kirche von 1631 mit ihrem älteren Turm gehört zu den markanten Bauwerken des Ortes. Ihr Erscheinungsbild verbindet mittelalterliche Bauteile mit Veränderungen aus der frühen Neuzeit und späteren Renovationen.

Ehemalige obere Bahnlinie

Überreste der früheren Bahnstrecke Otelfingen–Niederglatt sind noch an verschiedenen Stellen erkennbar. Dazu gehören das Stationsgebäude, ein Wärterhaus und Teile des bewachsenen Bahndamms.

Die Relikte erinnern an die Zeit, als Buchs von zwei konkurrierenden Bahnlinien erschlossen wurde.

Quarzsandstollen

Die ehemaligen Stollen des Quarzsandabbaus befinden sich am Lägernhang. In ihrem Inneren schufen Arbeiter Reliefs, Figuren und Inschriften.

Wegen Einsturzgefahr und aus Gründen des Natur- und Denkmalschutzes sind die Stollen nicht frei zugänglich. Ihre Geschichte wird in lokalen Publikationen und Führungen vermittelt.

Kultur und Freizeit

Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Kirchen, Schulen und kommunalen Einrichtungen getragen.

Zur öffentlichen Infrastruktur gehören:

  • Gemeindesaal;
  • Gemeindebibliothek;
  • Sporthallen;
  • Fussball- und Aussensportanlagen;
  • Hallenbad im Schulhaus Zihl;
  • Schützenhaus;
  • Vereins- und Mehrzweckräume.

Der Gemeindesaal und die Bibliothek entstanden zusammen mit der Erweiterung der Schulanlage Petermoos. Der Saal dient Konzerten, Versammlungen, Theateraufführungen, Vereinsanlässen und privaten Veranstaltungen.

Die Kulturkommission unterstützt Veranstaltungen und Projekte. Das Gemeindemagazin und lokale Publikationen vermitteln Informationen über Geschichte, Politik und gesellschaftliches Leben.

Vereine

In Buchs bestehen zahlreiche Sport-, Musik-, Kultur-, Freizeit- und Hilfsvereine. Sie organisieren Trainings, Wettkämpfe, Konzerte, Feste und gemeinnützige Aktivitäten.

Zu den verbreiteten Vereinsbereichen gehören:

  • Fussball;
  • Turnen;
  • Schiessen;
  • Musik;
  • Gesang;
  • Familien- und Jugendangebote;
  • Natur- und Umweltschutz;
  • Feuerwehr und Bevölkerungsschutz.

Das Vereinsleben verbindet das historische Dorf mit den seit dem späten 20. Jahrhundert entstandenen Wohnquartieren.

Natur und Erholung

Die Wälder am Lägernhang sind ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Spazier- und Wanderwege führen nach Dielsdorf, Regensberg, Boppelsen, Otelfingen und auf die Höhen der Lägern.

In der Talebene verlaufen Fuss- und Velowege entlang des Furtbachs und durch die Landwirtschaftsflächen. Sie verbinden Buchs mit Dällikon, Regensdorf und Otelfingen.

Die Gemeinde steht vor der Aufgabe, den wachsenden Bedarf an Wohnraum und Gewerbeflächen mit dem Schutz von Wald, Landwirtschaftsland, Gewässern und ökologisch wertvollen Flächen zu vereinbaren.

Furtbach

Der Furtbach ist neben seiner Funktion als Entwässerungsgewässer ein wichtiger ökologischer Verbindungskorridor. Naturnähere Uferbereiche bieten Lebensraum für Fische, Amphibien, Insekten und Vögel.

Hochwasserschutz, Wasserqualität und die ökologische Aufwertung des Bachs werden gemeindeübergreifend behandelt, da der Furtbach mehrere Gemeinden durchquert.

Energie und Umwelt

Buchs beteiligt sich an regionalen Projekten zur Energieversorgung und zur Reduktion fossiler Brennstoffe. Dazu gehört der Aufbau eines Energieverbunds, der Wärme aus regional verfügbaren Quellen in öffentliche und private Gebäude leiten soll.

Die Abwasserentsorgung wird gemeinsam mit Dällikon im Kläranlageverband Buchs-Dällikon organisiert. Die Kläranlage befindet sich im Furthof.[6]

Weitere kommunale Aufgaben betreffen Abfallbewirtschaftung, Trinkwasserversorgung, Gewässerunterhalt, Naturgefahren und die Pflege öffentlicher Grünflächen.

Persönlichkeiten

Mit Buchs ZH verbunden sind unter anderem Personen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Aufgrund der Nähe zur Stadt Zürich und der starken Bevölkerungsentwicklung leben in der Gemeinde zahlreiche Personen, deren beruflicher Schwerpunkt ausserhalb des Ortes liegt.

Zu den für die Lokalgeschichte bedeutenden Persönlichkeiten gehören insbesondere Forschende und Mitglieder lokaler Vereinigungen, die sich für die Erhaltung des römischen Gutshofs, der Bahnrelikte und der Ortsgeschichte einsetzten.

Siehe auch

Einzelnachweise