Altikon

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Altikon

Wappen von Altikon

Wappen

Lage von Altikon

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Zürcher Weinland

Bezirk

Winterthur

BFS-Nummer

0211

Postleitzahl

8479

Koordinaten

47.57361° N, 8.78083° E

Höhe

400 m ü. M.

Fläche

7,68 km²

Einwohner

759
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.altikon.ch

Altikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Thurtal am östlichen Rand des Zürcher Weinlands, nordöstlich von Winterthur und unmittelbar an der Grenze zum Kanton Thurgau. Zur Gemeinde gehören neben dem Dorf Altikon die Weiler und Siedlungen Schneit, Feldi und Herten.

Das Gemeindegebiet wird von einer weitgehend offenen, intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaft geprägt. Im Norden bildet die Thur die natürliche Grenze zum Thurgau. Altikon besitzt einen kompakten historischen Dorfkern mit der reformierten Kirche und dem ehemaligen Schloss, das heute die Gemeindeverwaltung beherbergt.

Altikon gehört zu den kleineren Gemeinden des Bezirks Winterthur. Die Nähe zu Winterthur, die regionalen Busverbindungen und der Bahnhof Thalheim-Altikon machen das Dorf dennoch zu einem gut erschlossenen Wohnort. Landwirtschaft, Gewerbe und Dienstleistungen bilden die wirtschaftliche Grundlage der Gemeinde.

Geografie

Lage

Altikon liegt rund zwölf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Winterthur. Das Dorf befindet sich auf einer leicht erhöhten Terrasse südlich der Thur auf ungefähr 400 Metern über Meer.

Das Gemeindegebiet grenzt im Westen an Thalheim an der Thur, im Südwesten an Dinhard, im Süden an Rickenbach, im Osten an Ellikon an der Thur und im Norden jenseits der Thur an die thurgauische Gemeinde Uesslingen-Buch.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 768 Hektaren beziehungsweise 7,68 Quadratkilometer. Der höchste Punkt liegt auf 466 Metern über Meer oberhalb des Gebiets Binz. Der tiefste Punkt befindet sich bei der Thur im Gebiet Fuchsbrugg auf rund 366 Metern über Meer.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst mehrere historisch eigenständige Siedlungen.

Ortsteil Beschreibung
Altikon Hauptdorf mit Gemeindeverwaltung, Kirche, Schule und dem grössten Teil der Bevölkerung
Schneit Ländlich geprägter Weiler südwestlich des Hauptdorfes
Feldi Weiler in der Thurebene, der wiederholt von Hochwasser betroffen war
Herten Östlich des Hauptdorfes gelegene Siedlung in Richtung Ellikon an der Thur

Feldi und Herten gehörten ursprünglich unterschiedlichen Kirchgemeinden und lokalen Verwaltungsverbänden an. Im Jahr 1884 wurden beide Siedlungen in kirchlichen, schulischen und politischen Angelegenheiten vollständig Altikon zugeteilt.[2]

Flächennutzung

Die Landwirtschaft nimmt mehr als zwei Drittel des Gemeindegebiets ein. Altikon zählt damit zu den besonders ländlich geprägten Gemeinden des Kantons Zürich.

Nutzungsart Anteil
Landwirtschaftsfläche 69 %
Wald 20 %
Siedlungsfläche 4 %
Gewässer 4 %
Verkehrsfläche 3 %

Die Landwirtschaftsflächen bestehen hauptsächlich aus Ackerland, Wiesen und Weiden. Hinzu kommen Obstgärten, Feldgehölze und kleinere ökologisch wertvolle Flächen. Die grösseren Waldgebiete liegen vor allem im südlichen und südwestlichen Teil der Gemeinde.

Die Bauzonen umfassen rund 20 Hektaren. Die Siedlungsentwicklung konzentriert sich weitgehend auf das Hauptdorf und bereits bestehende Wohnquartiere.[1]

Thur

Die Thur verläuft entlang der nördlichen Gemeindegrenze. Sie entspringt im Toggenburg, durchquert die Kantone St. Gallen, Thurgau und Zürich und mündet bei Flaach in den Rhein.

Der Fluss prägte die Entwicklung Altikons sowohl wirtschaftlich als auch landschaftlich. Die fruchtbaren Schwemmböden ermöglichten eine ertragreiche Landwirtschaft, gleichzeitig stellten Hochwasser während Jahrhunderten eine grosse Gefahr dar.

Flusskorrektionen und Hochwasserdämme veränderten die Thur im 19. und 20. Jahrhundert stark. Dadurch konnten grosse Teile der Ebene intensiver landwirtschaftlich genutzt werden. Die Hochwasserschutzanlagen boten jedoch keinen vollständigen Schutz, wie Überschwemmungen in den Jahren 1965 und 1978 zeigten.

Heute ist die Thur auch ein bedeutender Natur- und Erholungsraum. Wege entlang des Flusses werden zum Wandern, Velofahren und zur Naherholung genutzt. Ufergehölze, Kiesflächen und angrenzende Feuchtgebiete bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.

Name

Der Ortsname erscheint in Abschriften von Urkunden aus dem Jahr 1122 in der Form Altinchoven. In original erhaltenen Dokumenten sind ab 1244 beziehungsweise 1246 Formen wie Altrinchoven und Altlinkon belegt.[3]

Der Name setzt sich vermutlich aus einem althochdeutschen Personennamen, dem Zugehörigkeitselement «-ing-» und dem Grundwort «Hof» zusammen. Er bedeutete ursprünglich ungefähr «bei den Höfen der Sippe des Altilo».

Im lokalen Zürichdeutsch wird der Ortsname als Altike ausgesprochen.

Geschichte

Frühe Besiedlung

Die Lage im fruchtbaren Thurtal bot bereits in früher Zeit günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft und Besiedlung. Archäologische Einzelfunde aus der weiteren Umgebung weisen darauf hin, dass das Thurtal schon in vorgeschichtlicher und römischer Zeit genutzt wurde.

Die mittelalterliche Siedlung entwickelte sich wahrscheinlich aus mehreren Höfen. Der Ortsname deutet auf eine alemannische Gründung im frühen Mittelalter hin.

Herren von Altikon

Im 12. und 13. Jahrhundert ist ein niederadliges Geschlecht nachweisbar, das sich nach Altikon nannte. Die Herren von Altikon standen als Ministeriale im Dienst der Grafen von Kyburg.

Die Familie besass eine Burg oberhalb des Dorfes. Sie kontrollierte lokale Güter und Herrschaftsrechte und spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der mittelalterlichen Siedlung.

Nach dem Aussterben des Geschlechts wechselten Burg und Gerichtsherrschaft mehrfach den Besitzer. Zu den späteren Inhabern gehörten verschiedene Adelsfamilien und wohlhabende Bürger aus Zürich und Schaffhausen.

Das Familienwappen der Herren von Altikon bildete die Grundlage für das heutige Gemeindewappen.

Herrschaft und Schloss Altikon

Die mittelalterliche Burg stand an der Stelle des heutigen Schlosses. Sie bestand vermutlich aus einem befestigten Wohnbau, Wirtschaftsgebäuden und einer Umfassungsmauer. Ein Wassergraben schützte die Anlage zusätzlich.

Im 15. und 16. Jahrhundert wechselte die Gerichtsherrschaft mehrfach den Besitzer. Zeitweise gehörten Burg und Herrschaft den Familien Griessheim, Schwarzmurer, Löwenberg und Im Thurn.

1618 verkaufte Benedikt Im Thurn Schloss und Gericht Altikon für 17'000 Gulden an Graf Maximilian von Pappenheim und Stühlingen. Nach weiteren Besitzerwechseln gelangte die Herrschaft an die Zürcher Familie Hirzel.

Die Stadt Zürich erwarb 1696 die Gerichtsherrschaft und unterstellte Altikon einem Obervogt. Anders als die Landvögte in den grossen zürcherischen Landvogteien wohnte der zuständige Obervogt gewöhnlich in der Stadt Zürich und liess die lokalen Geschäfte durch Beamte verwalten.

Das frühere Schloss wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen oder umfassend umgebaut. An seiner Stelle entstand 1791 ein repräsentatives Landhaus.[2]

Nach der Aufhebung der Obervogtei wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer. Die Gemeinde Altikon erwarb es 1838. Im Jahr 1863 wurde es an die vereinigten Schulgenossenschaften Altikon, Feldi und Herten verkauft.

Nach dem Bau des neuen Schulhauses im Jahr 1963 diente das Schloss unter anderem als Kindergarten, Gemeindekanzlei und Wohnung des Abwarts. Eine umfassende Renovation wurde 2002 abgeschlossen. Heute befinden sich im Erdgeschoss die Räume der Gemeindeverwaltung, während die oberen Stockwerke als Wohnungen genutzt werden.

Kirche und Pfarrei

Altikon gehörte ursprünglich zur Kirchgemeinde Dinhard. Eine Kapelle wird 1328 erstmals schriftlich erwähnt.

Im Jahr 1641 wurde Altikon zu einer selbstständigen Kirchgemeinde. Die bestehende Kapelle wurde zur Kirche erweitert und entwickelte sich gemeinsam mit dem Pfarrhaus zum religiösen Mittelpunkt des Dorfes.

Von 1648 bis 2009 bestand eine Pfarrunion zwischen Altikon und Thalheim an der Thur. Beide Kirchgemeinden blieben rechtlich selbstständig, wurden aber durch dasselbe Pfarramt betreut.

2010 vereinigten sich die Kirchgemeinden Altikon und Thalheim. Im Jahr 2015 kam Ellikon an der Thur hinzu. Auf den 1. Januar 2020 schlossen sich Altikon-Thalheim-Ellikon, Dinhard, Rickenbach und Seuzach zur Reformierten Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal zusammen.[4]

Baumwollmanufaktur

Im 17. Jahrhundert entstand in Altikon eine frühe Form gewerblicher Textilproduktion. Nach 1641 betrieben der Zürcher Bürgermeister und Gerichtsherr Salomon Hirzel sowie seine Söhne eine Baumwollmanufaktur.

Die Produktion war vermutlich teilweise als Heimarbeit organisiert. Familien im Dorf und in der Umgebung verarbeiteten Baumwolle im Auftrag von Kaufleuten und Verlegern. Solche Formen der Protoindustrialisierung waren im Zürcher Unterland und im Thurtal weit verbreitet.

Die Textilproduktion blieb ein Nebenerwerb neben der Landwirtschaft und führte nicht zur Entstehung einer grösseren Fabrikindustrie.

Politische Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft endete 1798 die Obervogtei.

Während der Helvetischen Republik wurden die bisherigen feudalen Gerichts- und Herrschaftsrechte aufgehoben. Altikon wurde in die neue staatliche und kommunale Verwaltungsordnung eingegliedert.

Feldi gehörte früher zur Kirchgemeinde Uesslingen, während Herten kirchlich mit Ellikon an der Thur verbunden war. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten führten wiederholt zu Auseinandersetzungen über Schule, Kirche, Armenwesen und Gemeindeverwaltung.

1884 wurden Feldi und Herten vollständig Altikon zugeteilt. Die bisherigen Zivilgemeinden wurden aufgehoben und die politische Gemeinde erhielt im Wesentlichen ihre heutige Ausdehnung.[2]

Landwirtschaftliche Entwicklung

Altikon blieb bis weit ins 20. Jahrhundert ein ausgeprägtes Bauerndorf. Ackerbau, Viehzucht, Milchwirtschaft, Obstbau und Waldnutzung bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen.

Um 1963 wurde eine Güterzusammenlegung durchgeführt. Die zuvor stark zerstückelten Grundstücke wurden neu geordnet und durch ein verbessertes Flurwegnetz erschlossen. Dies erleichterte den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen und die rationellere Bewirtschaftung.

Einzelne Bauernhöfe wurden aus dem engen Dorfkern an den Rand der Siedlung oder in die offene Landschaft verlegt. Dadurch veränderte sich die historische Verbindung von Wohn- und Ökonomiegebäuden im Dorf.

Hochwasser von 1978

Am 7. August 1978 trat die Thur nach starken Niederschlägen über die Dämme. Besonders schwer betroffen waren der Weiler Feldi und mehrere Einzelhöfe in der Ebene.

Wohnhäuser, Ställe, Strassen und Landwirtschaftsflächen wurden überflutet. Einwohnerinnen und Einwohner sowie Tiere mussten teilweise mit Booten evakuiert werden.

Nach dem Hochwasser wurden die Schutzanlagen überprüft und verbessert. Das Ereignis blieb als eine der schwersten Naturkatastrophen der jüngeren Gemeindegeschichte in Erinnerung.

Siedlungsentwicklung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging die Bevölkerung zurück. Industrie- und Gewerbeorte wie Winterthur boten mehr Arbeitsplätze und zogen einen Teil der jüngeren Bevölkerung an.

Die Bautätigkeit blieb über lange Zeit gering. Erst ab den 1970er-Jahren entstanden mehrere neue Wohngebiete. Dazu gehören das Quartier Schlossacker von 1978, das Zelgli von 1984, das Oberdorf von 1999 und das Gebiet Thurblick von 2010.[2]

Seit den 2010er-Jahren verzeichnet Altikon erneut ein deutlicheres Bevölkerungswachstum. Die Einwohnerzahl stieg von 601 Personen im Jahr 2010 auf 759 Personen Ende 2025.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 zählte Altikon 759 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]

Jahr Einwohner
1467 62
1634 373
1671 434
1710 430
1771 409
1799 402
1850 452
1900 415
1950 471
1970 470
1980 459
1990 554
2000 590
2010 601
2020 702
2021 711
2022 729
2023 756
2024 774
2025 759

Die historischen Zahlen vor 1850 beruhen auf Haushalts-, Steuer- und Kirchenverzeichnissen und sind deshalb nur bedingt mit modernen Bevölkerungsstatistiken vergleichbar.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird hauptsächlich Zürichdeutsch beziehungsweise eine Mundart des Thurtals gesprochen. Die Nähe zum Kanton Thurgau wirkt sich auch auf Wortschatz und Aussprache aus.

Politik und Verwaltung

Altikon ist nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen über wichtige politische und finanzielle Geschäfte.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Für die Amtsperiode 2026 bis 2030 besteht er aus fünf Mitgliedern. Gemeindepräsident ist Roland Schenk.[5]

Zu den wichtigsten Aufgabenbereichen des Gemeinderats gehören:

  • Finanzen und kommunale Liegenschaften
  • Bildung und Jugend
  • Sozialwesen, Gesundheit und Gesellschaft
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gemeindewerke und Tiefbau
  • Hochbau und Raumplanung
  • Sicherheit

Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Schloss an der Adresse Schloss 2.

Aufgrund der geringen Gemeindegrösse arbeitet Altikon in zahlreichen Bereichen mit anderen Gemeinden zusammen. Gemeinsame Organisationen bestehen unter anderem für Feuerwehr, Zivilschutz, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Erwachsenenschutz und regionale Planung.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt das Erscheinungsbild und die Wirtschaftsstruktur Altikons. Rund 69 Prozent des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt.

Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören Ackerbau, Milchwirtschaft, Viehzucht, Obstbau und Futterproduktion. Die fruchtbaren Böden der Thurebene ermöglichen den Anbau von Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben und weiteren Kulturen.

Mehrere Betriebe vermarkten Fleisch, Milchprodukte, Obst, Süssmost, Blumen und andere Erzeugnisse direkt ab Hof. Einzelne Höfe bieten Ferienwohnungen oder Freizeitangebote an.

Gewerbe und Dienstleistungen

Neben der Landwirtschaft bestehen zahlreiche kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Vertreten sind unter anderem Bauunternehmen, Schreinereien, Gartenbau, Garagen, Vermessung, Finanzberatung, Sanitärtechnik und Medienangebote.

Der Dorfladen mit Postagentur stellt die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sicher. Weitere Einkaufs- und Dienstleistungsangebote befinden sich in Rickenbach, Seuzach, Frauenfeld und Winterthur.[6]

Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde. Bedeutende Arbeitsorte sind Winterthur, Frauenfeld, Seuzach und die Zürcher Agglomeration.

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Altikon besitzt keinen Bahnhof unmittelbar im Dorf. Die Gemeinde wird durch die Postautolinie 615 erschlossen.

Die Linie verbindet die Haltestellen Altikon, Brückenwaage und Altikon, Herten über Ellikon an der Thur und Rickenbach mit dem Bahnhof Rickenbach-Attikon. Dort bestehen Anschlüsse an die S-Bahn-Linien S24 und S30.

Die Buslinie verkehrt grundsätzlich im Stundentakt und während der Hauptverkehrszeiten teilweise im Halbstundentakt.[7]

Der Bahnhof Thalheim-Altikon liegt westlich des Dorfes an der Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen. Er wird von der Linie S29 bedient. Die Züge verkehren nach Winterthur sowie über Ossingen und Stammheim nach Stein am Rhein.

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag erschliesst die Nachtbuslinie N61 Altikon. Sie bietet Anschlüsse an Nachtzüge in Richtung Winterthur.

Strassenverkehr

Regionale Strassen verbinden Altikon mit Thalheim an der Thur, Dinhard, Rickenbach und Ellikon an der Thur.

Über Rickenbach und Seuzach ist Winterthur erreichbar. In Richtung Osten führen Strassen nach Frauenfeld und ins westliche Thurgau.

Der nächste Anschluss an die Autobahn A1 befindet sich im Raum Oberwinterthur. Zur Autobahn A4 in Richtung Schaffhausen bestehen Zufahrten über Winterthur oder Andelfingen.

Da Altikon abseits der grossen Hauptverkehrsachsen liegt, wird das Dorf weniger stark vom überregionalen Durchgangsverkehr belastet als viele Gemeinden in der Agglomeration Winterthur.

Fuss- und Veloverkehr

Feld- und Uferwege verbinden das Dorf mit den Weilern und den Nachbargemeinden. Die weitgehend flache Landschaft des Thurtals eignet sich gut zum Velofahren.

Entlang der Thur verlaufen regionale Freizeit- und Velorouten. Diese stellen Verbindungen in Richtung Frauenfeld, Andelfingen und zur Thurmündung her.

Bildung

Altikon verfügt über eine eigene Primarschule. Sie führt den Kindergarten sowie die erste bis sechste Klasse in altersdurchmischten beziehungsweise kombinierten Klassen.[8]

Das Primarschulhaus befindet sich an der Rickenbacherstrasse. Zum Schulareal gehören Unterrichtsräume, Kindergarten, Turnhalle, Sportflächen und Betreuungsangebote.

Nach der sechsten Klasse besuchen die meisten Schülerinnen und Schüler die Sekundarschule in Rickenbach. Altikon gehört zur Sekundarschulkreisgemeinde Rickenbach.[9]

Berufsfachschulen, Mittelschulen und weitere Bildungseinrichtungen befinden sich hauptsächlich in Winterthur und Frauenfeld.

Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern am Kirchrain. Ihr Ursprung liegt in einer 1328 erstmals erwähnten Kapelle.

Nach der Erhebung Altikons zur selbstständigen Kirchgemeinde im Jahr 1641 wurde das Gotteshaus erweitert und den Bedürfnissen der reformierten Gemeinde angepasst.

Die Kirche bildet gemeinsam mit dem Pfarrhaus, dem Friedhof und den umliegenden historischen Gebäuden ein wichtiges Ensemble im Ortsbild.

Seit 2020 gehört Altikon zur Reformierten Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal. Diese umfasst die politischen Gemeinden Altikon, Dinhard, Ellikon an der Thur, Rickenbach, Seuzach und Thalheim an der Thur.[4]

Weitere Konfessionen

Die römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner werden durch eine regionale katholische Kirchgemeinde betreut. Daneben leben in Altikon Angehörige weiterer Glaubensgemeinschaften sowie Personen ohne Konfessionszugehörigkeit.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Altikon

Das Schloss Altikon steht an der Stelle der mittelalterlichen Burg der Herren von Altikon. Das heutige Gebäude wurde 1791 als Landhaus errichtet.

Der schlichte, repräsentative Bau besitzt mehrere Geschosse und ein hohes Walmdach. Er hebt sich durch seine Lage und Gestaltung von den traditionellen Bauernhäusern des Dorfes ab.

Das Schloss diente im 19. und 20. Jahrhundert unterschiedlichen öffentlichen Zwecken. Seit der Renovation von 2002 befindet sich die Gemeindeverwaltung im Erdgeschoss.

Ein kleines Waschhaus gehört ebenfalls zum historischen Schlossensemble. Schloss und Nebengebäude stehen unter Denkmalschutz.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche ist neben dem Schloss das wichtigste historische Bauwerk der Gemeinde. Ihre erhöhte Lage macht sie zu einem weithin sichtbaren Orientierungspunkt.

Das Gotteshaus dokumentiert die Entwicklung von einer mittelalterlichen Kapelle zur reformierten Dorfkirche. Innenraum und Ausstattung wurden im Verlauf der Jahrhunderte wiederholt verändert und restauriert.

Historischer Dorfkern

Der alte Ortskern besteht aus Bauernhäusern, ehemaligen Ökonomiegebäuden und kleineren Wohnbauten. Mehrere Gebäude weisen Fachwerk, grosse Scheunentore und typische Dachformen des Zürcher Weinlands auf.

Die räumliche Nähe von Schloss, Kirche, Schule und Bauernhäusern veranschaulicht die historische Verbindung von Herrschaft, Religion, Bildung und Landwirtschaft.

Thur und Feldi

Die Thurlandschaft nördlich des Dorfes ist ein wichtiges Naherholungsgebiet. Spazier- und Velowege führen durch die Ebene und entlang der Hochwasserdämme.

Der Weiler Feldi erinnert durch seine Lage unmittelbar in der Flussebene an die frühere Abhängigkeit der Bevölkerung von den Hochwassern der Thur.

Freizeit und Vereinsleben

Altikon verfügt über ein aktives Vereinsleben. Vereine und Gruppen engagieren sich in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Jugend, Natur, Schiesswesen und Gesellschaft.

Die Schul-, Sport- und Freizeitanlage wird sowohl von der Schule als auch von Vereinen genutzt. Weitere öffentliche Räume stehen für Versammlungen, Kurse und private Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Wälder, Feldwege und die Thur bieten Möglichkeiten zum Wandern, Velofahren, Joggen und zur Naturbeobachtung. Das Dorf ist zudem Ausgangspunkt für Ausflüge in das Zürcher Weinland und in das benachbarte Thurgau.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Silber ein schwarzer Flug.

Der Flug ist eine heraldische Darstellung zweier miteinander verbundener Flügel. Das Motiv geht auf das Wappen der Ministerialen von Altikon aus dem 13. Jahrhundert zurück.

Das ursprüngliche Familienwappen zeigte weisse, abwärts gerichtete Flügel auf schwarzem Grund. Bei der Übernahme als Zeichen der zürcherischen Obervogtei wurden 1696 die Farben und die Richtung verändert.

Am 18. April 1928 bestimmte der Gemeinderat die heutige Darstellung zum amtlichen Gemeindewappen.

Siehe auch

Literatur

  • Bernhard Schneider: Die Entwicklung von Altikon seit dem Ersten Weltkrieg. Schneider Communications, Ottenbach 2009.
  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VIII: Der Bezirk Winterthur. Nördlicher Teil. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1986, ISBN 3-7643-1812-0, S. 200–226.
  • Martin Illi: Altikon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Altikon

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Zahlen der Gemeinde Altikon. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Geschichte von Altikon. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  3. Martin Illi: Altikon. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-24.
  4. 4,0 4,1 Reformierte Kirche Seuzach-Thurtal. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  5. Gemeinderat Altikon 2026–2030. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  6. Gewerbe in Altikon. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  7. Öffentlicher Verkehr in Altikon. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  8. Klassen der Primarschule Altikon. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.
  9. Sekundarschulkreisgemeinde. Hrsg.: Gemeinde Altikon. Abgerufen am 2026-07-24.