Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland

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Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland
Abkürzung DVZO
Art Museumsbahnverein
Gründung 25. Januar 1969
Sitz Bauma
Stammstrecke BaumaBäretswilHinwil
Streckenlänge 11,297 km
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Museumsbetrieb seit 6. Mai 1978
Mitglieder 770 (Ende 2024)
Aktivmitglieder 188 (Ende 2024)
Website dvzo.ch

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) ist ein Schweizer Verein, der historische Eisenbahnfahrzeuge erhält und eine Museumsbahn im Zürcher Oberland betreibt. Seine Stammstrecke führt über 11,297 Kilometer von Bauma über Bäretswil nach Hinwil und folgt einem erhaltenen Abschnitt der ehemaligen Uerikon-Bauma-Bahn.[1]

Der Verein wurde am 25. Januar 1969 gegründet. Seit dem 6. Mai 1978 führt er fahrplanmässige Museumsbahnfahrten durch, zunächst zwischen Bauma und Bäretswil und seit 1979 auf der gesamten Strecke bis Hinwil.[1] Zum historischen Fahrzeugbestand gehören Dampflokomotiven, Elektrolokomotiven, Traktoren sowie Personen-, Gepäck- und Güterwagen aus verschiedenen Epochen der Schweizer Eisenbahngeschichte.

Der Betrieb und ein grosser Teil des Unterhalts werden ehrenamtlich geleistet. Ende 2024 zählte der DVZO 770 Mitglieder, darunter 188 Aktivmitglieder.[2]

Geschichte

Uerikon-Bauma-Bahn

Hauptartikel: Uerikon-Bauma-Bahn

Die heutige Museumsbahnstrecke war ursprünglich Teil der Uerikon-Bauma-Bahn (UeBB). Die Bahn sollte das Zürcher Oberland mit dem Zürichsee verbinden und ging wesentlich auf den Unternehmer und Eisenbahnpionier Adolf Guyer-Zeller zurück.

Die Konzession für die Uerikon-Bauma-Bahn wurde am 29. Juni 1895 erteilt. Der Bau begann 1899, wenige Monate nach dem Tod Guyer-Zellers. Am 30. Mai 1901 wurde die Strecke Uerikon–Bubikon–Hinwil–Bauma offiziell eröffnet.[1]

Die wirtschaftliche Entwicklung der Bahn blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die UeBB stand im Wettbewerb mit anderen Bahnlinien und dem zunehmenden Strassenverkehr.

1946 stimmte die Zürcher Bevölkerung einer Neuordnung der Nebenbahnen im Kanton zu. In der Folge wurde ein Teil der UeBB stillgelegt.

Übernahme durch die SBB

Der Abschnitt Hinwil–Bäretswil–Bauma blieb erhalten und wurde elektrifiziert.

Am 11. Oktober 1947 übernahmen die SBB diesen Streckenteil. Die übrige Uerikon-Bauma-Bahn stellte ihren Betrieb im Oktober 1948 endgültig ein. Zwischen Uerikon, Bubikon und Hinwil wurden grosse Teile der Gleisanlagen später abgebrochen.[1]

Auf der Strecke Hinwil–Bauma führten die SBB weiterhin Personen- und Güterverkehr durch.

Gründung des DVZO

In den 1960er-Jahren nahm die Bedeutung der Dampflokomotive bei den Schweizer Bahnen rapide ab. Gleichzeitig entstanden erste Vereinigungen, die historische Eisenbahnfahrzeuge vor der Verschrottung bewahren wollten.

Am 25. Januar 1969 trafen sich 16 Eisenbahnfreunde zu einer «Gründungsversammlung eines Vereins zur Errichtung einer Museumsbahn im Zürcher Oberland». Daraus entstand der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland.[3]

Ausgangspunkt der Initiative war unter anderem die Idee junger Eisenbahnfreunde, historische Dampflokomotiven nicht lediglich museal auszustellen, sondern weiterhin im Betrieb zu zeigen.

Nur wenige Monate nach der Vereinsgründung stellte die SBB am 1. Juni 1969 den Personenverkehr zwischen Hinwil, Bäretswil und Bauma ein.[1]

Der Güterverkehr zwischen Hinwil und Bäretswil blieb zunächst erhalten.

Beginn des Museumsbetriebs

In den ersten Vereinsjahren beschaffte und restaurierte der DVZO historische Fahrzeuge. Gleichzeitig verhandelte er mit den SBB über die Nutzung der stillgelegten Strecke.

Am 6. Mai 1978 begann der öffentliche Dampfbahnbetrieb zwischen Bauma und Bäretswil.[1]

Zum Einsatz kam unter anderem die Dampflokomotive Ed 3/4 Nr. 2 «Hinwil», die sich zu einem der charakteristischen Fahrzeuge des Vereins entwickelte.

Ab 1979 wurden die Museumszüge über Bäretswil hinaus bis Hinwil geführt.[1]

Damit war eine der frühesten regelmässig betriebenen Museumsbahnen der Schweiz entstanden.

Strecke Bauma–Hinwil

Die Museumsbahnstrecke ist 11'297 Meter lang.[1]

Sie gliedert sich in folgende Abschnitte:

Abschnitt Länge
Hinwil–Ettenhausen Emmetschloo 3'606 m
Ettenhausen Emmetschloo–Bäretswil 2'114 m
Bäretswil–Neuthal 2'787 m
Neuthal–Bauma 2'790 m
Gesamt 11'297 m

[1]

Die Strecke ist normalspurig und mit dem in der Schweiz üblichen Bahnstromsystem von 15 kV bei 16,7 Hz elektrifiziert.

Der höchste Punkt liegt auf 714,8 m ü. M. Die grösste Steigung beträgt 29,2 Promille und befindet sich bei der Ausfahrt aus Bauma.[1]

Eigentumsverhältnisse

Der Streckenabschnitt zwischen Bauma und Bäretswil wurde im Jahr 2000 von der SBB für einen symbolischen Franken an den DVZO verkauft.[1]

Der Verein besitzt rund 5,5 Kilometer eigene Bahninfrastruktur zwischen Bauma und Bäretswil.

Der nördliche Abschnitt zwischen Bäretswil und Hinwil blieb zunächst im Eigentum der SBB. Später ging die Infrastruktur in diesem Bereich an die Sursee-Triengen-Bahn (ST) über.

Seit 2019 ist die Sursee-Triengen-Bahn auch für die Betriebsführung der DVZO-Strecke Bäretswil–Bauma zuständig. Die Strecke bleibt dabei Eigentum des DVZO und wird von der ST im Rahmen eines Pacht- beziehungsweise Betriebsführungsmodells betreut.[4]

Bauma

Hauptartikel: Bahnhof Bauma

Bauma bildet das betriebliche und touristische Zentrum der Museumsbahn.

Der Bahnhof wurde 1875 für die Tösstalbahn errichtet. Heute wird er im regulären Personenverkehr von Zügen der S-Bahn Zürich bedient.

Von Bauma zweigt die ehemalige UeBB-Strecke in Richtung Bäretswil ab.

Für den DVZO befinden sich in Bauma unter anderem:

  • historische Bahnhofshalle;
  • Lokremise;
  • Werkstatt- und Depotanlagen;
  • Abstellgleise;
  • Anlagen zur Versorgung der Dampflokomotiven.

Von hier beginnen zahlreiche öffentliche Museumsfahrten.

Historische Bahnhofshalle Bauma

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die historische Perronhalle des Museumsbahnbereichs.

Die Halle wurde ursprünglich 1860 für den ersten Bahnhof der Schweizerischen Centralbahn in Basel gebaut. Nach verschiedenen Veränderungen des Basler Bahnhofs wurde sie demontiert und später erhalten.

Der DVZO liess die historische Konstruktion in Bauma wieder aufbauen.

Am 6. September 2015 wurde die restaurierte Bahnhofshalle feierlich eingeweiht.[1]

Sie ergänzt den Museumsbahnhof und vermittelt zusammen mit historischen Fahrzeugen, Signalen und Bahnanlagen das Erscheinungsbild einer Schweizer Bahnstation aus früheren Jahrzehnten.

Strecke oberhalb von Bauma

Unmittelbar nach der Ausfahrt aus Bauma steigt die Strecke mit bis zu 29 Promille stark an.

Sie führt zunächst über den Holderbaum-Damm und überquert die Kantonsstrasse Bauma–Steg.

Es folgen mehrere Dämme, Einschnitte, kleinere Brücken und Bahnübergänge.

Das Gelände zeigt deutlich, welcher technische Aufwand beim Bau der Uerikon-Bauma-Bahn um 1900 erforderlich war.

Böhlviadukt

Oberhalb von Bauma liegt das Böhlviadukt.

Das rund 45 Meter lange Bauwerk ermöglicht der Strecke die Querung eines Geländeeinschnitts.[1]

Unterhalb der Bahnlinie befindet sich das monumentale Grabmal von Adolf Guyer-Zeller, dem wichtigsten Initianten der ursprünglichen Uerikon-Bauma-Bahn.

Neuthal

Die Station Neuthal liegt zwischen Bauma und Bäretswil.

Unmittelbar unterhalb der Bahnlinie befindet sich das historische Industrieensemble Neuthal, das eng mit der Familie Guyer-Zeller verbunden ist.

Heute beherbergt das Areal unter anderem das Museum Neuthal Textil- und Industriekultur.

Die Verbindung von Museumsbahn und Industrieensemble macht Neuthal zu einem wichtigen Ziel für industriegeschichtlich interessierte Besucherinnen und Besucher.

Weissenbachbrücke und Neuthalviadukt

Zu den bedeutendsten Kunstbauten der Strecke gehören die Weissenbachbrücke und das unmittelbar anschliessende Neuthalviadukt.

Die Weissenbachbrücke ist eine Stahlkonstruktion mit gemauerten Widerlagern und Mittelstütze. Das anschliessende Viadukt ist als klassisches Steinbogenbauwerk ausgeführt.[5]

Nach der Übernahme der Strecke musste der DVZO die Bauwerke umfassend sanieren. Die Arbeiten kosteten rund eine Million Franken.[5]

Bahnhof Bäretswil

Hauptartikel: Bahnhof Bäretswil

Der Bahnhof Bäretswil liegt ungefähr in der Mitte der Museumsbahnstrecke.

Er befindet sich im Eigentum des DVZO und besitzt für den Betrieb eine wichtige Funktion.

Historische Bahnanlagen, Nebengebäude und Signale tragen zum musealen Charakter des Bahnhofs bei.

Der reguläre Güterverkehr nach Bäretswil wurde 1990 eingestellt. In späteren Jahren wurde die Strecke jedoch wieder für einzelne Gütertransporte genutzt.

Bäretswil–Hinwil

Zwischen Bäretswil und Hinwil fällt die Strecke in Richtung Zürcher Oberland ab.

Sie passiert unter anderem:

  • Ettenhausen;
  • Emmetschloo;
  • mehrere Bahnübergänge;
  • das Aabachtobel.

Zu den grössten Bauwerken dieses Abschnitts gehört das rund 64 Meter lange Aabachtobelviadukt bei Neuegg.[1]

Bahnhof Hinwil

Hauptartikel: Bahnhof Hinwil

Hinwil bildet den nördlichen Endpunkt der Museumsbahn.

Der Bahnhof ist gleichzeitig Teil des regulären Netzes der S-Bahn Zürich.

Die Museumszüge können dadurch unmittelbar an das übrige normalspurige Schweizer Eisenbahnnetz anschliessen.

Infrastruktur

Die Strecke besitzt zahlreiche typische Elemente einer historischen Nebenbahn.

Dazu gehören:

  • Dämme;
  • Einschnitte;
  • Stein- und Stahlbrücken;
  • historische Bahnhöfe;
  • Bahnübergänge;
  • mechanische Signale;
  • historische Sicherungsanlagen.

2018 wurden für die gesamte Strecke 33 Bahnübergänge ausgewiesen, von denen 13 mit Barrieren gesichert waren.[1]

Historische Sicherungstechnik

Der DVZO bemüht sich, neben Fahrzeugen auch historische Eisenbahntechnik funktionsfähig zu erhalten.

Dazu gehören unter anderem:

  • mechanische Stellwerke;
  • Formsignale;
  • Läutewerke;
  • Barrierenanlagen;
  • historische Stationsausrüstung.

Dadurch unterscheidet sich der Betrieb von einer gewöhnlichen Fahrt mit historischen Fahrzeugen auf einem modernen Bahnnetz: Auf Teilen der Strecke bildet auch die Infrastruktur selbst ein technisches Denkmal.

Rollmaterial

Der DVZO verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge.

Der Fahrzeugpark umfasst beziehungsweise umfasste:

  • Dampflokomotiven;
  • Elektrolokomotiven;
  • Diesel- und Elektrotraktoren;
  • Motordraisinen;
  • Personenwagen;
  • Buffetwagen;
  • Gepäckwagen;
  • Güter- und Dienstwagen.

Die Fahrzeuge stammen überwiegend aus dem ersten Jahrhundert der Schweizer Eisenbahngeschichte zwischen 1847 und 1947 und vielfach aus der Zeit um 1900.[6]

Dampflokomotiven

Die Dampflokomotiven bilden die bekannteste Fahrzeuggruppe des Vereins.

Zu den historisch bedeutenden Maschinen gehört die Ed 3/4 Nr. 2 «Hinwil». Mit ihr nahm der DVZO am 6. Mai 1978 den öffentlichen Dampfbetrieb zwischen Bauma und Bäretswil auf.[7]

Zum Bestand gehört auch die Dampflokomotive Ed 3/3 Nr. 401, die historisch auf der Uerikon-Bauma-Bahn eingesetzt wurde.

Weitere Maschinen stammen von verschiedenen Schweizer Privat- und Nebenbahnen.

Dampflokomotive «Schwyz»

Zu den ältesten erhaltenen Fahrzeugen des DVZO gehört die Dampflokomotive «Schwyz» aus dem Jahr 1887.

Wie alle historischen Dampflokomotiven benötigt sie regelmässig umfangreiche Revisionen.

Der Erhalt eines betriebsfähigen Dampfkessels erfordert spezielle Kenntnisse traditioneller Techniken wie:

  • Nieten;
  • Anfertigen und Ersetzen von Stehbolzen;
  • Rohrarbeiten;
  • Bearbeitung historischer Stahl- und Kupferbauteile.

Der Verein sieht die Weitergabe dieses technischen Wissens als wichtigen Bestandteil seiner Aufgabe.[6]

Elektrischer Betrieb

Da die Strecke elektrifiziert ist, setzt der DVZO neben Dampflokomotiven auch historische Elektrolokomotiven ein.

Elektrische Museumstage ermöglichen es, eine weitere Epoche der Schweizer Eisenbahngeschichte zu zeigen.

Elektrolokomotiven werden ausserdem verwendet, wenn Dampfbetrieb beispielsweise aufgrund von Trockenheit, Waldbrandgefahr oder technischen Einschränkungen nicht sinnvoll möglich ist.

Personenwagen

Die historischen Personenwagen sind ein zentraler Bestandteil des Museumserlebnisses.

Viele Fahrzeuge besitzen:

  • Holzbänke;
  • offene Plattformen;
  • historische Innenausstattungen;
  • ältere Fenster- und Türsysteme.

Dadurch unterscheidet sich eine Fahrt deutlich vom modernen Regionalverkehr.

Zum Wagenbestand gehören auch Buffetwagen, die für gastronomische Angebote und besondere Veranstaltungen eingesetzt werden.

Werkstätten

Für die Erhaltung der historischen Fahrzeuge unterhält beziehungsweise nutzt der Verein Werkstätten insbesondere in:

  • Bauma;
  • Uster.

Dort werden zahlreiche Arbeiten von Vereinsmitgliedern selbst ausgeführt.

Die Tätigkeiten umfassen unter anderem:

  • mechanische Revisionen;
  • Kesselarbeiten;
  • Holzarbeiten;
  • Lackierung;
  • elektrische Arbeiten;
  • Bremsrevisionen;
  • Wagenunterhalt;
  • Fertigung nicht mehr erhältlicher Ersatzteile.

Ehrenamtliche Arbeit

Der Museumsbahnbetrieb wäre ohne Freiwilligenarbeit nicht möglich.

Ende 2024 zählte der Verein:

Mitgliederkategorie Anzahl
Aktivmitglieder 188
Ehrenmitglieder 34
Gönnermitglieder 87
Jugendmitglieder 6
Kollektivmitglieder 10
Passivmitglieder 445
Total 770

[2]

Aktivmitglieder arbeiten unter anderem:

  • als Lokführerinnen und Lokführer;
  • als Heizer;
  • im Zugpersonal;
  • in Werkstätten;
  • im Streckenunterhalt;
  • an Gebäuden und Infrastruktur;
  • in Administration und Organisation;
  • im Verkauf und Gastrobetrieb.

Ausbildung

Der Betrieb einer Eisenbahn unterliegt den schweizerischen Eisenbahnvorschriften.

Auch ehrenamtlich tätiges Personal muss deshalb je nach Funktion entsprechende Ausbildungen, Prüfungen und medizinische Voraussetzungen erfüllen.

Dies gilt insbesondere für:

  • Lokomotivpersonal;
  • Zugpersonal;
  • Rangierpersonal;
  • Sicherungsfunktionen;
  • Arbeiten an technischen Anlagen.

Der DVZO verbindet damit historisches Eisenbahnhandwerk mit den heutigen Anforderungen an einen sicheren Bahnbetrieb.

Eisenbahnrechtliche Stellung

Mit der Übernahme der Strecke Bauma–Bäretswil erhielt der DVZO auch eisenbahnrechtliche Aufgaben.

Im Jahr 2000 erteilte der Bundesrat dem Verein eine Eisenbahninfrastrukturkonzession für die Strecke Bäretswil–Bauma.[8]

Der öffentliche Museumsbetrieb unterliegt der Aufsicht des Bundesamts für Verkehr.

Öffentliche Fahrten

Die regulären Museumsfahrten finden im Sommerhalbjahr statt.

Traditionell verkehren an ausgewählten Sonntagen Dampfzüge zwischen Bauma und Hinwil.

Das konkrete Angebot wird für jede Saison neu festgelegt und kann neben Dampffahrten auch elektrische Museumszüge umfassen.

Zusätzlich führt der Verein:

  • Extrafahrten;
  • Charterzüge;
  • Themenfahrten;
  • gastronomische Fahrten;
  • Sonderveranstaltungen

durch.

Oldtimer-Postauto

Zum touristischen Angebot gehört auch ein historischer Postautobetrieb.

An ausgewählten Betriebstagen verkehren Oldtimer-Postautos von Bauma zur Hulftegg beziehungsweise auf Rundfahrten durch das Zürcher Oberland.

2024 nutzten insgesamt 2'282 Fahrgäste die Oldtimer-Postauto-Angebote des DVZO und seiner Partner.[9]

Bahn- und Busfahrten werden teilweise als kombinierte Ausflugsangebote vermarktet.

Touristische Bedeutung

Der DVZO gehört zu den bekanntesten touristischen Attraktionen des Zürcher Oberlands.

Die Museumsbahn verbindet mehrere Ziele der Region miteinander, darunter:

  • Bauma;
  • Industrieensemble Neuthal;
  • Bäretswil;
  • Hinwil.

Durch die Kombination aus Landschaft, historischen Fahrzeugen und technischer Infrastruktur besitzt die Bahn einen hohen Erlebniswert.

Zusammenarbeit mit Neuthal Textil- und Industriekultur

Die Museumsbahn arbeitet eng mit dem Industrieensemble Neuthal zusammen.

Das ehemalige Fabrikareal unterhalb der Bahnstrecke dokumentiert die Geschichte der Zürcher Textilindustrie.

Die Verbindung beider Angebote ermöglicht es, verschiedene Aspekte der Industrialisierung gemeinsam zu erleben:

  • Eisenbahngeschichte;
  • Textilproduktion;
  • Wasserkraft;
  • mechanische Kraftübertragung;
  • Industriearchitektur.

Depotareal Bauma

Der DVZO verfolgt seit mehreren Jahren das Projekt Depotareal Bauma.

Ziel ist es, die bestehenden Werkstatt-, Depot- und Museumsanlagen in Bauma langfristig zu verbessern.

Geplant sind unter anderem bessere Bedingungen für:

  • Unterhalt der historischen Fahrzeuge;
  • Wagenwerkstatt;
  • Lagerung;
  • Publikumsangebote;
  • Präsentation der Eisenbahngeschichte.

2024 wurde die Planungsphase eines umfangreichen Ausbauprojekts abgeschlossen. Das Plangenehmigungsdossier wurde am 18. September 2024 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht.[10]

Güterverkehr

Die Bahnstrecke dient nicht ausschliesslich dem Museumsbetrieb.

Auf dem Abschnitt Hinwil–Bäretswil verkehren weiterhin Güterzüge, insbesondere für die Bedienung eines Unternehmens in Bäretswil.

2024 fanden auf der Strecke Hinwil–Bäretswil beziehungsweise Teilabschnitten davon an 139 Tagen insgesamt 522 einfache Fahrten verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen statt.[4]

Neben dem DVZO nutzen daher auch andere Eisenbahnunternehmen Teile der Strecke.

Zusammenarbeit mit der Sursee-Triengen-Bahn

Seit 2019 spielt die Sursee-Triengen-Bahn eine wichtige Rolle beim Betrieb der Strecke.

Sie ist für die Infrastruktur zwischen Hinwil und Bäretswil verantwortlich und betreut im Auftrag beziehungsweise aufgrund der Pachtvereinbarung auch die DVZO-Infrastruktur zwischen Bäretswil und Bauma.[4]

Dadurch kann die Strecke sowohl für Museumszüge als auch für Güter-, Dienst- und andere Sonderfahrten genutzt werden.

Erhaltung von Kulturgut

Der DVZO versteht seine Tätigkeit nicht lediglich als touristischen Bahnbetrieb.

Ziel ist der betriebsfähige Erhalt historischer Eisenbahnkultur.

Dazu gehören:

  • Fahrzeuge;
  • Strecke;
  • Gebäude;
  • Signale;
  • Bahnhöfe;
  • Werkzeuge;
  • Arbeitsmethoden;
  • historisches Fachwissen.

Der Verein verfolgt damit das Prinzip eines «lebendigen Museums»: Die historischen Objekte werden nicht nur ausgestellt, sondern soweit möglich weiterhin für ihren ursprünglichen Zweck eingesetzt.

Bedeutung für die Schweizer Museumsbahnszene

Der DVZO gehört zu den ältesten und grössten Museumsbahnvereinen der Schweiz.

Besonders ist die Kombination aus:

  • eigener historischer Bahninfrastruktur;
  • regelmässigem Fahrplanbetrieb;
  • umfangreicher Fahrzeugsammlung;
  • ehrenamtlicher Werkstattarbeit;
  • authentischer historischer Bahntechnik.

Der Verein arbeitet mit verschiedenen anderen Museums- und historischen Bahnen zusammen. Fahrzeuge werden für besondere Veranstaltungen teilweise gegenseitig ausgeliehen oder im freien Netzzugang eingesetzt.

Chronologie

Jahr Ereignis
29. Juni 1895 Konzession für die Uerikon-Bauma-Bahn
5. Juni 1899 Beginn der Bauarbeiten
30. Mai 1901 Offizielle Eröffnung der Uerikon-Bauma-Bahn
1947 Elektrifizierung und Übernahme des Abschnitts Hinwil–Bäretswil–Bauma durch die SBB
2. Oktober 1948 Endgültige Einstellung der ursprünglichen Uerikon-Bauma-Bahn
25. Januar 1969 Gründung des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland
1. Juni 1969 Einstellung des SBB-Personenverkehrs Hinwil–Bäretswil–Bauma
6. Mai 1978 Beginn des öffentlichen DVZO-Dampfbetriebs Bauma–Bäretswil
1979 Ausdehnung der Museumsfahrten bis Hinwil
1990 Einstellung des regulären Güterverkehrs nach Bäretswil
30. Juni 2000 Übernahme des Streckenabschnitts Bäretswil–Bauma durch den DVZO
2001 Sanierung bedeutender Kunstbauten zwischen Neuthal und Bauma
6. September 2015 Einweihung der historischen Bahnhofshalle in Bauma
2019 Sursee-Triengen-Bahn übernimmt Aufgaben der Infrastruktur- und Betriebsführung
2024 Abschluss der Planungsphase für den Ausbau des Depotareals Bauma
18. September 2024 Einreichung des Plangenehmigungsdossiers für das Depotprojekt beim BAV

Siehe auch

Literatur

  • Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dampfexpress. Fahrgastmagazin des DVZO, verschiedene Jahrgänge.
  • Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2024. Bauma 2025.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
  • Hans Waldburger, Martin Senn: Die Uerikon-Bauma-Bahn. Geschichte einer Zürcher Nebenbahn.
  • Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dokumentationen zur Geschichte der Museumsbahn Bauma–Hinwil.

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dampfexpress 2018, Kennzahlen Bahnlinie Bauma–Bäretswil–Hinwil und DVZO, abgerufen am 26. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2024, S. 3, abgerufen am 26. August 2026.
  3. Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dampfexpress 2017, historische Beiträge zur Vereinsgründung, abgerufen am 26. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2024, Abschnitt Infrastruktur, abgerufen am 26. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dampfexpress 2021 – Die Strecke von Bauma nach Hinwil, abgerufen am 26. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Dampfexpress, Vereins- und Fahrzeugvorstellung, abgerufen am 26. August 2026.
  7. Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2016, abgerufen am 26. August 2026.
  8. Bundesverwaltungsgericht: Entscheid A-1004/2020 vom 7. Juli 2021, Angaben zur Infrastruktur- und Personenbeförderungskonzession des DVZO.
  9. Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2024, Abschnitt Oldtimer-Postautobetrieb, abgerufen am 26. August 2026.
  10. Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland: Jahresbericht 2024, Abschnitt Depotareal Bauma, abgerufen am 26. August 2026.