Hünenberg ZG
| Hünenberg ZG | |
|---|---|
| Kanton | Zug |
| BFS-Nr. | 1703 |
| Postleitzahl | 6331, 6333 |
| Höhe | 451 m ü. M. |
| Fläche | 18.41 km² |
| Einwohner | 8'990 |
| Website | huenenberg.ch |
Hünenberg ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Zug. Sie liegt im westlichen Teil des Kantons zwischen dem Zugersee und der Reuss und grenzt an die Kantone Aargau und Zürich. Ende 2024 betrug die ständige Wohnbevölkerung 8'990 Personen.[1]
Die früher stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer beliebten Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde innerhalb des Wirtschaftsraums Zug. Neben dem historischen Dorfkern gehören insbesondere Hünenberg See am Zugersee und das grosse Gewerbegebiet Bösch/Rothus zu den prägenden Teilen der Gemeinde.[2]
Seit der Eröffnung der Stadtbahn Zug im Jahr 2004 verfügt Hünenberg mit den Haltestellen Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten über einen direkten Bahnanschluss.[3]
Geographie
Hünenberg liegt in der voralpinen Landschaft westlich des Zugersees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer im Osten bis zur Reuss im Westen.
Die Fläche ohne Seen beträgt 1'841 Hektaren beziehungsweise 18,41 km². Die mittlere Höhenlage des Dorfzentrums liegt bei rund 451 m ü. M.[4]
Die Gemeinde gehört zusammen mit Zug, Baar, Cham, Risch, Steinhausen und Walchwil zur Talregion des Kantons Zug.[4]
Nachbargemeinden
Hünenberg grenzt innerhalb des Kantons Zug an:
Im Westen bildet die Reuss über weite Strecken die Grenze zum Kanton Aargau. Dort liegen unter anderem die Gemeinden:
Im Norden grenzt Hünenberg an Gemeinden des Zürcher Knonauer Amts, insbesondere:
Die Lage an der Grenze dreier Kantone verleiht Hünenberg eine besondere geografische Stellung.
Landschaft
Das Landschaftsbild ist trotz der starken baulichen Entwicklung weiterhin von Landwirtschaftsflächen, Wäldern, Bachläufen und der Flusslandschaft der Reuss geprägt.
Zwischen Dorf und Zugersee wechseln sich Wohnquartiere, Felder und kleinere Waldgebiete ab.
Zu den wichtigen Landschaftsräumen gehören:
- das Reussufer;
- die Ebene entlang der Reuss;
- der Chnodenwald;
- das Gebiet Dersbach am Zugersee;
- landwirtschaftliche Flächen um Stadelmatt und Drälikon;
- das Gebiet Bösch südlich des Dorfes.
Die Gemeinde besitzt sowohl Zugang zum Zugersee als auch zur Reuss.
Hünenberg Dorf
Der historische Dorfkern befindet sich im zentralen Teil der Gemeinde.
Hier liegen unter anderem:
- die Gemeindeverwaltung;
- der Dorfplatz;
- die katholische Kirche Heilig Geist;
- die Weinrebenkapelle;
- Schulen;
- Bibliothek und weitere öffentliche Einrichtungen.
Das Zentrum wurde im Verlauf des starken Bevölkerungswachstums mehrfach erweitert und aufgewertet.
Trotz moderner Wohnüberbauungen sind im Umfeld des Dorfes weiterhin ältere Bauernhäuser und historische Gebäude erhalten.
Hünenberg See
Hünenberg See bezeichnet den östlichen Gemeindeteil am Zugersee. Er besitzt die Postleitzahl 6333.
Das Gebiet entwickelte sich vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark und weist heute zahlreiche Wohnquartiere auf.
Durch die Lage unmittelbar am See und die gute Verbindung nach Zug, Cham und Rotkreuz gehört Hünenberg See zu den attraktiven Wohnlagen der Gemeinde.
Seit 2004 wird das Gebiet durch die beiden Stadtbahn-Haltestellen Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten erschlossen.[3]
Freiraum am See
Seit Mai 2024 steht der Bevölkerung an der Dersbachstrasse 7 der Freiraum am See zur Verfügung.
Das Grundstück bietet einen naturbelassenen öffentlichen Zugang zum Zugersee. Es kann zum Aufenthalt, Spielen und Baden auf eigene Verantwortung genutzt werden.[5]
Die Gemeinde eröffnete das Gelände mit dem Ziel, den öffentlichen Zugang zum See zu verbessern.
Reuss
Hauptartikel: Reuss
Die Reuss bildet einen grossen Teil der westlichen Gemeindegrenze.
Der Fluss prägte die Geschichte Hünenbergs sowohl wirtschaftlich als auch landschaftlich. Wiederholt kam es in der Vergangenheit zu schweren Überschwemmungen.
Besonders 1910 und 1912 trat die Reuss über die Ufer und überflutete grosse Gebiete. Ab 1915 wurden umfangreiche Arbeiten zur Verstärkung und Sicherung der Reussdämme durchgeführt.[6]
Heute ist das Reussufer ein bedeutendes Naherholungsgebiet mit Spazier- und Velowegen.
Frühgeschichte
Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet von Hünenberg stammen aus der Jungsteinzeit.
Bei archäologischen Untersuchungen im Bereich des Strandbads wurden zwei jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen aus dem 32. bis 30. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen.[7]
Auch aus der Eisenzeit und der römischen Epoche sind Spuren erhalten. Funde wurden unter anderem im Gebiet Eichmatt sowie bei der späteren Burgruine festgestellt.[7]
1887 entdeckte man beim Hof Marlachen ein alemannisches Gräberfeld aus dem 7. Jahrhundert. Zu den Funden gehörten Glasperlen, Äxte und Lanzenspitzen.[7]
Name
Der Ursprung des Namens Hünenberg lässt sich nicht abschliessend klären.
Nach Angaben der Gemeinde handelt es sich um eine typische hochmittelalterliche Burgnamensbildung. Der Name wurde zunächst für die Burg verwendet und später auf die Umgebung und die heutige Gemeinde übertragen.[8]
Die mittelalterliche Form Hunberg ist für das 12. Jahrhundert belegt.
Herren von Hünenberg
1173 erscheint mit Walter von Hunberg erstmals ein Angehöriger des Adelsgeschlechts der Herren von Hünenberg in einer Urkunde.[9]
Im 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelten sich die Herren von Hünenberg zum bedeutendsten Ministerialadelsgeschlecht im Gebiet des heutigen Kantons Zug.
Sie verfügten über Güter und Lehen:
- im Zugerland;
- im heutigen Kanton Luzern;
- im Aargau;
- am Zürichsee.
Ihre Stammburg stand südwestlich des heutigen Dorfzentrums.[9]
Mit dem politischen und gesellschaftlichen Niedergang des Ritterstandes verloren die Herren von Hünenberg zunehmend an Bedeutung. Mehrere Angehörige des Geschlechts zogen später nach Zug, Zürich, Luzern, Bremgarten, Rapperswil und Schaffhausen.
Hünenberger Pfeil
Mit dem Geschlecht der Hünenberger ist eine bekannte Sage aus der Zeit der Schlacht am Morgarten verbunden.
Der Überlieferung zufolge soll Heinrich von Hünenberg im Jahr 1315 einen Pfeil über die Letzimauer bei Arth geschossen haben. An dem Pfeil soll eine Warnung an die Schwyzer vor dem bevorstehenden habsburgischen Angriff befestigt gewesen sein.[9]
Die Geschichte gehört zum traditionellen Erzählgut der Region, ist historisch jedoch nicht eindeutig belegt.
Burgruine Hünenberg
Hauptartikel: Burg Hünenberg
Die Burgruine Hünenberg liegt auf einem bewaldeten Hügel südwestlich des Dorfes.
Sie war der Stammsitz der Herren von Hünenberg und zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Kulturdenkmälern der Gemeinde.
Die Anlage entstand auf älteren Vorgängerbauten. Heute sind insbesondere Mauerreste und Teile der früheren Burganlage sichtbar.
Der Burghügel ist öffentlich zugänglich und liegt am Hünenberger Themenweg.[10]
Verhältnis zur Stadt Zug
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts veränderten sich die politischen Verhältnisse grundlegend.
1414 kauften mehrere Angehörige der Familie Bütler Land und Rechte in Hünenberg. 1415 erwarben die Genossen weitere Herrschaftsrechte, darunter Twing, Bann und Gerichte.[11]
Am 21. Januar 1416 schlossen die Hünenberger mit der Stadt Zug einen Burgrechtsvertrag.
Die Genossen anerkannten die Zuger als ihre Herren, behielten aber verschiedene eigene Rechte und Freiheiten. Sie konnten unter anderem einen Zuger Bürger als Obervogt wählen.[9]
Hünenberg besass dadurch innerhalb der Zuger Vogteien eine vergleichsweise bevorzugte Stellung.
Selbständige Gemeinde
1798 löste die Stadt Zug im Zuge der Helvetischen Revolution ihre Untertanenverhältnisse auf.
Nach der helvetischen Ordnung sollte Hünenberg zunächst gemeinsam mit Cham eine Munizipalität bilden.
Die Hünenberger widersetzten sich diesem Plan und verlangten eine eigene politische Gemeinde.
Am 1. April 1799 stimmte eine grosse Mehrheit für die Trennung von Cham. Franz Basil Gretener wurde erster Gemeindepräsident der selbständigen Gemeinde Hünenberg.[11]
Zu dieser Zeit lebten rund 894 Personen in Hünenberg.[11]
1874 entstand im Rahmen der Neuorganisation des Zuger Gemeindewesens die heutige Einwohnergemeinde.[9]
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Hünenberg überwiegend landwirtschaftlich geprägt.
Die Verbesserung der Infrastruktur veränderte das Leben schrittweise.
1912 wurde die Elektrizitäts-Genossenschaft gegründet; im November desselben Jahres leuchteten in Hünenberg erstmals elektrische Glühlampen.[6]
1922 wurde auf dem Chnoden ein Wasserreservoir eingeweiht. Dadurch konnten die Häuser der Gemeinde zunehmend mit fliessendem Wasser versorgt werden.[6]
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.
Neue Wohnquartiere entstanden sowohl rund um das Dorf als auch in Richtung Zugersee.
Bevölkerung
Hünenberg gehört heute zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Zug.
Die ständige Wohnbevölkerung betrug Ende 2024 8'990 Personen.[1]
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg stark zu.
Die Entwicklung hängt unter anderem zusammen mit:
- der Nähe zu Zug;
- der guten Verkehrsanbindung;
- der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Zug;
- dem Ausbau von Hünenberg See;
- der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Bösch/Rothus.
Die Gemeinde bezeichnet sich heute als bevorzugtes Wohngebiet innerhalb des Wirtschaftsraums Zug.[2]
Wirtschaft
Hünenberg ist neben seiner Funktion als Wohnort auch eine bedeutende Arbeitsplatzgemeinde.
Nach Angaben der Gemeinde bestehen 1'238 Unternehmen mit insgesamt 7'319 Arbeitsplätzen.[12]
Die Arbeitsplätze verteilen sich auf:
| Wirtschaftssektor | Arbeitsplätze |
|---|---|
| Primärer Sektor | 270 |
| Sekundärer Sektor | 1'285 |
| Tertiärer Sektor | 5'764 |
| Gesamt | 7'319 |
Damit dominiert der Dienstleistungssektor deutlich.
Bösch/Rothus
Das wichtigste Industrie- und Gewerbegebiet der Gemeinde ist Bösch/Rothus im südlichen Teil Hünenbergs.
Dort haben sich zahlreiche Unternehmen unterschiedlicher Grösse angesiedelt.
Die Bandbreite reicht von kleinen Gewerbebetrieben bis zu international tätigen Unternehmen.[12]
Ein wesentlicher Standortvorteil ist die Nähe zum Autobahnanschluss Rotkreuz. Dieser liegt ungefähr einen Kilometer vom Gewerbegebiet entfernt.[3]
Hünenberg arbeitet in der Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Cham und Risch im Verein Wirtschaftsregion ZUGWEST zusammen.[13]
Landwirtschaft
Trotz des Bevölkerungswachstums besitzt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Bedeutung.
Vor allem im westlichen und nördlichen Gemeindegebiet bestehen grössere Landwirtschaftsflächen.
Traditionell waren:
- Milchwirtschaft;
- Viehzucht;
- Ackerbau;
- Obstbau
wichtige Erwerbszweige.
Die Landwirtschaft prägt auch heute noch grosse Teile der Landschaft zwischen Dorf und Reuss.
Weinbau
Unterhalb der Weinrebenkapelle befindet sich der einzige Rebberg der Gemeinde.
Dort wird der sogenannte Chäppeliwy produziert.[10]
Ein Teil des Rebbergs gehört der Einwohnergemeinde. Die Reben wurden im Jahr 2000 neu gepflanzt.
Einwohnerinnen und Einwohner können sich teilweise bei Pflege und Weinlese beteiligen.[10]
Verkehr
Hünenberg ist gut an den regionalen und nationalen Verkehr angebunden.
Von besonderer Bedeutung sind:
- Stadtbahn Zug;
- Buslinien der Zugerland Verkehrsbetriebe;
- die nahe Autobahn A4;
- die Bahnknoten Cham und Rotkreuz.
Stadtbahn Zug
Hauptartikel: Stadtbahn Zug
Seit 2004 verkehrt die Linie S1 der Stadtbahn Zug zwischen Baar, Zug, Cham und Rotkreuz.
Mit der Eröffnung der Stadtbahn erhielt Hünenberg erstmals einen direkten Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz.[3]
Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zwei Haltestellen:
- Hünenberg Zythus;
- Hünenberg Chämleten.
Die Fahrzeit von den Hünenberger Stadtbahnhaltestellen nach Zug beträgt nur wenige Minuten.
Bei der Haltestelle Zythus befindet sich eine Park-and-Ride-Anlage mit rund 70 Parkplätzen.[3]
Hünenberg Zythus
Die Haltestelle Hünenberg Zythus liegt im Gebiet Hünenberg See.
Sie wurde im Dezember 2004 gemeinsam mit der Stadtbahn Zug eröffnet.
Die Station erschliesst zahlreiche Wohnquartiere und besitzt eine wichtige Funktion für Pendlerinnen und Pendler.
Hünenberg Chämleten
Hünenberg Chämleten liegt weiter südlich nahe dem Zugersee.
Auch diese Haltestelle wurde 2004 eröffnet.
Sie erschliesst insbesondere den südlichen Bereich von Hünenberg See und liegt unweit des Strandbads.
Busverkehr
Die Zugerland Verkehrsbetriebe verbinden das Dorfzentrum mit den umliegenden Bahnhöfen.
Die Buslinie 641 benötigt von Hünenberg Dorf ungefähr zehn Minuten zum Bahnhof Cham.
Mit der Linie 651 ist der Bahnhof Rotkreuz in rund 15 Minuten erreichbar.[3]
Von beiden Bahnhöfen bestehen zahlreiche Bahnverbindungen in Richtung Zug, Zürich und Luzern.
Strassenverkehr
Das Gemeindegebiet liegt zwischen wichtigen Verkehrsachsen der Zentralschweiz.
Der Autobahnanschluss Rotkreuz an der A4 befindet sich unmittelbar südlich der Gemeindegrenze.
Vom Gewerbegebiet Bösch sind Zug und Luzern nach Angaben der Gemeinde in ungefähr 15 Minuten erreichbar. Die Fahrt zum Flughafen Zürich dauert bei günstiger Verkehrslage rund 45 Minuten.[3]
Reussbrücke Sins–Hünenberg
Eine historische gedeckte Holzbrücke verbindet Hünenberg über die Reuss mit Sins.
Die Brücke stammt in ihrer heutigen historischen Grundform aus dem Jahr 1641 und gehört zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Region.[10]
Während des Sonderbundskriegs wurde 1847 das rechtsufrige Joch gesprengt, um den Einmarsch eidgenössischer Truppen zu erschweren.
1852 wurde der zerstörte Teil wieder aufgebaut.[9]
Kirche St. Wolfgang
Die Kirche St. Wolfgang befindet sich im gleichnamigen Weiler.
Sie wurde 1475 durch den süddeutschen Baumeister Hans Felder im Auftrag der Stadt Zug erbaut und geweiht.[9]
St. Wolfgang entwickelte sich zu einem bekannten Wallfahrts- und Pilgerort.
Besonders wertvoll ist das reich verzierte Chorgestühl von Meister Ulrich von Rosenstain aus dem späten 15. Jahrhundert.[9]
Die Kirche wird heute unter anderem häufig für Hochzeiten genutzt.[10]
Weinrebenkapelle
Die Weinrebenkapelle befindet sich nahe dem Dorfzentrum.
Eine erste Kapelle wurde 1762 anstelle eines Feldkreuzes errichtet und später vergrössert.[9]
Unterhalb der Kapelle liegt der Hünenberger Rebberg.
Aufgrund ihrer Lage und historischen Bedeutung zählt die Kapelle zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.
Wart
Die Wart gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Gemeinde.
Das Haus diente im Lauf seiner Geschichte als:
- Gemeindehaus;
- Ratshaus;
- Schulhaus;
- Versammlungsort.
Seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.[10]
1702 zerstörte ein Brand das Gebäude teilweise. Bereits im folgenden Jahr wurde es wieder aufgebaut.[9]
Heute befindet sich darin ein Restaurant.
Lindenplatz
Unmittelbar bei der Wart liegt der historische Lindenplatz.
1712 wurden dort acht Linden in einem regelmässigen Viereck gepflanzt.[9]
Der Platz wurde auch Schwörplatz genannt, weil die Hünenberger dort ihrem Obervogt den Treueid leisteten.
Zudem wurden junge Männer dort früher durch Zuger Offiziere im Umgang mit Waffen ausgebildet.
Wappen
Das Hünenberger Gemeindewappen zeigt zwei silberne Einhörner mit roten Zungen auf blauem Grund über einem grünen Dreiberg.[8]
Das Wappen geht auf das mittelalterliche Geschlecht der Herren von Hünenberg zurück.
Die Einhörner waren im Mittelalter verbreitete heraldische Fabelwesen und galten unter anderem als Symbole von Reinheit und Unbesiegbarkeit.[8]
Sie besitzen keine direkte Beziehung zur Landschaft oder Tierwelt Hünenbergs.
Politik und Verwaltung
Hünenberg ist eine Einwohnergemeinde nach dem Gemeinderecht des Kantons Zug.
Die oberste politische Behörde ist die Einwohnergemeindeversammlung. Die Exekutive bildet der Gemeinderat.[14]
Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern.
Gemeindepräsidentin ist im Jahr 2026 Renate Huwyler. Sie übt das Amt seit 2018 aus und kündigte an, bei den Gesamterneuerungswahlen im Oktober 2026 nicht mehr für eine weitere Amtsperiode anzutreten.[15]
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an:
- Chamerstrasse 11
- 6331 Hünenberg
Bürgergemeinde
Neben der Einwohnergemeinde besteht die Bürgergemeinde Hünenberg.
Ihre historischen Wurzeln reichen bis zu den mittelalterlichen Genossenschaften zurück.
Die heutige Bürgergemeinde entstand im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der politischen Neuordnung des Kantons Zug.[11]
Sie nimmt insbesondere Aufgaben im Bereich des Gemeindebürgerrechts wahr und verwaltet eigenes Vermögen.
Korporation Hünenberg
Eine weitere traditionelle öffentlich-rechtliche Körperschaft ist die Korporation Hünenberg.
Sie geht auf die historischen Genossen zurück, die gemeinschaftliche Güter wie Wald und Allmenden besassen.
1816 wurde nach Auseinandersetzungen zwischen Genossen und Beisassen eine neue Ordnung geschaffen, aus der die moderne Korporation hervorging.[9]
Bildung
Die Gemeinde verfügt über mehrere Kindergarten-, Primar- und Oberstufenstandorte.
Das Schulangebot wurde im Verlauf des starken Bevölkerungswachstums kontinuierlich ausgebaut.
Zu den wichtigen Schularealen gehören unter anderem:
- Ehret;
- Kemmatten;
- Matten.
Für weiterführende kantonale Schulen bestehen gute Verbindungen nach Zug.
Religion
Hünenberg war historisch römisch-katholisch geprägt.
Zu den bedeutenden Sakralbauten gehören:
- Kirche St. Wolfgang;
- Weinrebenkapelle;
- katholische Kirche Heilig Geist.
Die Kirche Heilig Geist wurde 1975 eröffnet und gehört zu den auffälligen modernen Sakralbauten der Gemeinde.[10]
1997 entstand zudem das evangelisch-reformierte Kirchgemeindezentrum KIZ.[10]
Freizeit und Naherholung
Die Lage zwischen Zugersee und Reuss bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Naherholung.
Beliebt sind insbesondere:
- Spaziergänge entlang der Reuss;
- Velotouren;
- das Strandbad Hünenberg;
- der Freiraum am See;
- Wanderwege im Chnodenwald;
- Burgruine Hünenberg;
- Hünenberger Themenweg.
Hünenberger Themenweg
Der Hünenberger Themenweg wurde 2014 anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums gemeinsam von Korporation, Einwohner- und Bürgergemeinde realisiert.[16]
Er besitzt die Form einer liegenden Acht und führt vom Dorfplatz:
- über den Chnodenwald zum Zugersee und zurück;
- über die Burgruine zur Reuss, zum Zollhaus und über die Wart zurück ins Dorf.
An insgesamt 27 Stationen werden Themen aus Geschichte, Landwirtschaft, Gewerbe, Architektur und Gemeindeleben erklärt.[16]
HüPfad
Auf dem höchsten Punkt der Gemeinde im Chnodenwald befindet sich der HüPfad.
Der Erlebnisweg ist ebenfalls eines der Jubiläumsprojekte von 2014.
Er soll Besucherinnen und Besuchern den Wald und seine natürlichen Eigenschaften auf spielerische Weise näherbringen.[16]
Sehenswürdigkeiten
Zu den wichtigsten historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten gehören:
- Burgruine Hünenberg;
- Kirche St. Wolfgang;
- Weinrebenkapelle;
- Wart;
- Lindenplatz;
- gedeckte Holzbrücke über die Reuss;
- katholische Kirche Heilig Geist;
- evangelisch-reformiertes Kirchgemeindezentrum KIZ.
Siedlungsentwicklung
Die Entwicklung Hünenbergs unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Gemeindeteilen.
Das historische Dorf entwickelte sich rund um ältere Verkehrswege und landwirtschaftliche Betriebe.
Seit den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden zahlreiche neue Wohnquartiere.
Besonders stark wuchs der Bereich zwischen Dorf und Zugersee.
Hünenberg See entwickelte sich zu einem weitgehend eigenständigen Siedlungsschwerpunkt. Mit der Stadtbahn erhielt dieses Gebiet 2004 eine deutlich bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
Gleichzeitig entstand im Süden mit Bösch/Rothus ein grosser Arbeits- und Gewerbestandort.
Chronologie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 32.–30. Jahrhundert v. Chr. | Jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen im Gebiet des heutigen Strandbads |
| 7. Jahrhundert | Alemannisches Gräberfeld beim Hof Marlachen |
| 1173 | Walter von Hunberg wird erstmals urkundlich erwähnt |
| 13.–14. Jahrhundert | Blütezeit der Herren von Hünenberg |
| 1315 | Sage vom Warnpfeil Heinrichs von Hünenberg vor der Schlacht am Morgarten |
| 1414 | Loskauf mehrerer Hünenberger Genossen |
| 1415 | Erwerb weiterer Herrschaftsrechte durch die Genossen |
| 21. Januar 1416 | Abschluss des Burgrechtsvertrags mit der Stadt Zug |
| 1475 | Bau und Weihe der Kirche St. Wolfgang |
| 1641 | Bau der gedeckten Reussbrücke bei Sins |
| 1702 | Brand der Wart |
| 1712 | Anlage des Linden- beziehungsweise Schwörplatzes |
| 1762 | Bau der ersten Weinrebenkapelle |
| 1798 | Ende der alten Zuger Vogteiherrschaft |
| 1. April 1799 | Hünenberg entscheidet sich für die Trennung von Cham |
| 1816 | Neuordnung zwischen Genossen und Beisassen und Bildung der Korporation |
| 1847 | Sprengung eines Teils der Reussbrücke während des Sonderbundskriegs |
| 1852 | Wiederaufbau des zerstörten Brückenteils |
| 1874 | Entstehung der Einwohnergemeinde Hünenberg |
| 1912 | Einführung der elektrischen Versorgung |
| 1915 | Beginn der umfassenden Reussdammverbauung |
| 1922 | Einweihung des Wasserreservoirs auf dem Chnoden |
| 1975 | Einweihung der katholischen Kirche Heilig Geist |
| 1997 | Eröffnung des reformierten Kirchgemeindezentrums KIZ |
| 2000 | Neubepflanzung eines Teils des Rebbergs bei der Weinrebenkapelle |
| 2004 | Eröffnung der Stadtbahn Zug mit den Haltestellen Hünenberg Zythus und Hünenberg Chämleten |
| 2014 | 600-Jahr-Jubiläum und Eröffnung des Hünenberger Themenwegs und HüPfads |
| 2024 | Eröffnung des Freiraums am See |
| 2024 | Ständige Wohnbevölkerung erreicht 8'990 Personen |
Siehe auch
- Kanton Zug
- Cham ZG
- Risch ZG
- Zugersee
- Reuss
- Burg Hünenberg
- Stadtbahn Zug
- Hünenberg Zythus
- Hünenberg Chämleten
- Zugerland Verkehrsbetriebe
- Bahnhof Rotkreuz
- Bahnhof Cham
- Sins AG
Literatur
- Anne-Marie Setz-Frey, Ueli Ess, Klaus Meyer: Hünenberg – Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde. Erweiterter Nachdruck, Bürgergemeinde Hünenberg, Hünenberg 1998.
- Franz Karl Stadlin: Topographie des Kantons Zug. Band 1, Luzern 1818.
- Gemeinde Hünenberg: Historische Dokumentationen und Beiträge zur Gemeindeentwicklung.
- Bürgergemeinde Hünenberg: Dokumentationen zur Geschichte Hünenbergs und seiner Bürgergemeinde.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Hünenberg
- Gemeinde Hünenberg beim Kanton Zug
- Kanton Zug
- Zugerland Verkehrsbetriebe
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Gemeinde Hünenberg: Zahlen und Fakten, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Gemeinde Hünenberg: Porträt, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Gemeinde Hünenberg: Verkehr, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Kanton Zug: Gemeinden, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ Gemeinde Hünenberg: Freiraum am See – Seegrundstück, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Gemeinde Hünenberg: 20. Jahrhundert, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Gemeinde Hünenberg: Geschichte, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Gemeinde Hünenberg: Hünenberger Wappen, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 9,00 9,01 9,02 9,03 9,04 9,05 9,06 9,07 9,08 9,09 9,10 9,11 Gemeinde Hünenberg: 12. bis 19. Jahrhundert, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 10,6 10,7 10,8 Gemeinde Hünenberg: Sehenswürdigkeiten, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 11,3 Bürgergemeinde Hünenberg: Geschichte der Bürgergemeinde Hünenberg, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 12,2 Gemeinde Hünenberg: Zahlen und Fakten – Wirtschaft, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ Gemeinde Hünenberg: Wirtschaft, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ Gemeinde Hünenberg: Gemeinde Hünenberg, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ Gemeinde Hünenberg: Gesamterneuerungswahlen Gemeinderat 2026, 9. Januar 2026.
- ↑ 16,0 16,1 16,2 Gemeinde Hünenberg: Hünenberger Themenweg und HüPfad, abgerufen am 26. August 2026.