Bahnhof Arth-Goldau

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 9. August 2026, 15:41 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;" ! colspan="2" | Bahnhof Arth-Goldau |- ! Ort | Goldau, Gemeinde Arth |- ! Kanton | Schwyz |- ! Staat | Schweiz |- ! Höhe | ca. 510 m ü. M. |- ! Eröffnung | 1882 |- ! Heutige Grundform | seit 1897 |- ! Bahngesellschaften | SBB, SOB, Rigi Bahnen |- ! Hauptstrecken | Gotthar…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Bahnhof Arth-Goldau
Ort Goldau, Gemeinde Arth
Kanton Schwyz
Staat Schweiz
Höhe ca. 510 m ü. M.
Eröffnung 1882
Heutige Grundform seit 1897
Bahngesellschaften SBB, SOB, Rigi Bahnen
Hauptstrecken Gotthardbahn, Zug–Arth-Goldau, Luzern–Immensee, Arth-Goldau–Biberbrugg
Funktion Fernverkehrs-, Regionalverkehrs- und Umsteigebahnhof

Der Bahnhof Arth-Goldau ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt in Goldau, einem Ortsteil der politischen Gemeinde Arth im Kanton Schwyz. Er liegt an einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen der Schweiz und verbindet die Verkehrsrichtungen Zürich, Zug, Luzern, Tessin und die Zentralschweiz mit der Strecke der Schweizerischen Südostbahn in Richtung Biberbrugg, Pfäffikon SZ, Rapperswil und St. Gallen. Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich zudem der Ausgangspunkt der Zahnradbahn der Rigi Bahnen nach Rigi Kulm.

Arth-Goldau entwickelte sich insbesondere nach der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 zu einem wichtigen Verkehrsknoten. Seine heutige Grundstruktur als Keilbahnhof entstand 1897, als die Verbindungen von Zug und Luzern ausgebaut und mit den bestehenden Strecken verknüpft wurden.[1]

Der Bahnhof ist sowohl für den nationalen Fernverkehr als auch für den Regional- und Freizeitverkehr von grosser Bedeutung. Neben InterCity-, EuroCity- und InterRegio-Zügen halten hier Regionalzüge sowie der Voralpen-Express. Durch seine Lage am Fuss der Rigi ist Arth-Goldau ausserdem ein wichtiger Ausgangspunkt für den Tourismus in der Zentralschweiz.

Lage

Der Bahnhof liegt im Zentrum von Goldau auf rund 510 Metern über Meer. Goldau gehört zusammen mit Arth und Oberarth zur Gemeinde Arth. Das Siedlungsgebiet befindet sich zwischen Rigi, Rossberg und Lauerzersee und wurde wesentlich durch den Bergsturz von Goldau von 1806 geprägt.

Die Eisenbahnanlagen verlaufen durch das beim Bergsturz entstandene Gelände. Gerade diese geologischen Verhältnisse hatten erheblichen Einfluss auf die Planung der Gotthardbahn. Ursprünglich war vorgesehen, das Bergsturzgebiet mit einem langen Tunnel zwischen Oberarth und Steinen zu unterqueren. Wegen finanzieller und geologischer Schwierigkeiten wurde dieses Projekt jedoch aufgegeben. Stattdessen führte man die Bahn durch das Gebiet von Goldau und errichtete dort eine Station.[1]

Heute liegt der Bahnhof unmittelbar beim Ortszentrum von Goldau. Strassen und Buslinien verbinden ihn mit Arth, Oberarth, Lauerz, Schwyz, Brunnen und weiteren Orten der Region.

Geschichte

Arth-Rigi-Bahn und erste Eisenbahnen

Die Eisenbahngeschichte Goldaus begann bereits vor der Gotthardbahn. Am 4. Juni 1875 nahm die Arth-Rigi-Bahn ihren Betrieb auf. Sie verband Arth mit Goldau und führte von dort über Kräbel hinauf zur Rigi. Goldau erhielt dadurch einen ersten kleinen Bahnhof.[2]

Die ursprüngliche Strecke wurde zwischen Arth und Oberarth als Adhäsionsbahn betrieben. Von Oberarth in Richtung Rigi kam der Zahnradantrieb zum Einsatz. Der damalige Bahnhof der Arth-Rigi-Bahn befand sich an einem anderen Standort als die heutige Bergbahnstation.[3]

Zu dieser Zeit war noch keineswegs sicher, dass Goldau ein grosser Eisenbahnknoten werden würde. Für die Gotthardbahn war zunächst eine Linienführung vorgesehen, welche das Bergsturzgebiet umgangen beziehungsweise unterquert hätte. Ein etwa 2,5 Kilometer langer Tunnel von Oberarth in Richtung Steinen war geplant. Die Tunnelarbeiten wurden 1876 aus finanziellen Gründen eingestellt.[2]

Die Entscheidung, auf den Tunnel zu verzichten und die Gotthardbahn stattdessen durch Goldau zu führen, wurde für die weitere Entwicklung des Dorfes von entscheidender Bedeutung.

Eröffnung der Gotthardbahn

1882 wurde die Gotthardbahn eröffnet. In Goldau entstand ein erstes Stationsgebäude der Gotthardbahn.[1] Die Strecke führte von Immensee über Arth-Goldau und Schwyz weiter in Richtung Erstfeld, Göschenen, Airolo, Bellinzona und Norditalien.

Die neue Verbindung machte Goldau zu einem wichtigen Durchgangsort auf der internationalen Nord-Süd-Verkehrsachse. Gleichzeitig wurde die Bergstrecke der Arth-Rigi-Bahn ab 1882 direkt bei der neuen Eisenbahnhaltestelle Arth-Goldau begonnen.[3]

Der Name Arth-Goldau verband die politische Zugehörigkeit zur Gemeinde Arth mit dem tatsächlichen Standort im Ortsteil Goldau.

Anschluss der Südostbahn

Im August 1891 wurde Goldau an die damalige Schweizerische Südostbahn angeschlossen. Die neue Verbindung führte über Sattel, Rothenthurm und Biberbrugg und schuf eine Verbindung in Richtung Einsiedeln und Zürichseegebiet.[2]

Mit diesem Anschluss begann eine bedeutende Erweiterung der Bahnanlagen.[1]

Die Südostbahnverbindung ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des Bahnknotens. Sie wird unter anderem vom Voralpen-Express sowie von Regionalzügen genutzt.

Ausbau zum Keilbahnhof

Den entscheidenden Ausbau erlebte Arth-Goldau 1897. In diesem Jahr wurden die Bahnstrecke von Zug nach Goldau und die Verbindung von Luzern über Meggen und Immensee in Betrieb genommen beziehungsweise in den Bahnknoten integriert. Gleichzeitig entstand ein neues Bahnhofsgebäude.[1]

Der Bahnhof wurde als Keilbahnhof angelegt. Bei dieser Bauform liegt das Empfangsgebäude zwischen auseinanderlaufenden Streckenästen. Dadurch konnte der Verkehr aus Richtung Luzern und aus Richtung Zug mit der Gotthardstrecke und der Südostbahn verbunden werden.

1897 war Goldau zu einem Eisenbahnknoten mit fünf in verschiedene Richtungen verlaufenden Bahnstrecken geworden.[2]

Die Bedeutung des neuen Bahnhofs zeigte sich auch bei der Zahl der Beschäftigten. Nach Angaben der Gemeinde Arth stieg der Personalbestand des Bahnhofs allein 1897 von zehn auf 63 Personen. Die Gotthardbahn errichtete für das zusätzliche Personal mehrere Wohnhäuser.[1]

Die Entwicklung löste in Goldau einen starken Bauboom aus. Zahlreiche Wohnhäuser, Gasthäuser und Gewerbebauten entstanden in der Umgebung des Bahnhofs. Damit trug die Eisenbahn wesentlich dazu bei, dass Goldau innerhalb der Gemeinde Arth stark wuchs.

Hochperron der Arth-Rigi-Bahn

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bahnhofs wurde auch die Arth-Rigi-Bahn neu organisiert. Das markante Hochperron für die Rigi-Bahn entstand in den 1890er-Jahren und wurde mit dem Keilbahnhof verbunden.[3]

Die Verbindung zwischen Arth und Goldau blieb zunächst bestehen. Der Talabschnitt wurde später hauptsächlich als lokale Bahnverbindung genutzt und erhielt im Volksmund den Charakter eines Trams. Das sogenannte Arther Trämli verband Arth, Oberarth und Goldau bis 1959. Danach wurde der Talverkehr durch Busse ersetzt.[4]

Die Zahnradbahn von Goldau auf die Rigi besteht dagegen weiterhin. Arth-Goldau ist heute eine der wichtigsten Talstationen für Fahrten auf die Rigi.

Übergang an die SBB

1909 ging die Gotthardbahn und damit der Hauptteil des Bahnhofs Arth-Goldau an die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über.[1]

1922 wurde die Gotthardstrecke im Raum Arth-Goldau elektrifiziert. Die Elektrifizierung war Teil der umfassenden Umstellung der wichtigen Schweizer Hauptstrecken vom Dampfbetrieb auf elektrische Traktion.[1]

Auch die Bergbahn auf die Rigi war früh elektrifiziert worden. Die Strecke Goldau–Rigi Kulm wurde 1907 elektrisch betrieben und gehörte damit zu den Pionierstrecken der elektrischen Zahnradbahnen.[5]

Brand von 1947

Am 8. August 1947 wurde das Bahnhofsgebäude durch einen Brand schwer beschädigt. Das oberste Stockwerk brannte vollständig aus. Beim anschliessenden Wiederaufbau erhielt das Gebäude sein später charakteristisches Dach. Seitentürmchen des ursprünglichen Gebäudes waren bereits 1933 entfernt worden.[1]

Umbauten im 20. und 21. Jahrhundert

Zwischen 1982 und 1985 wurden die Bahnanlagen und das Stationsgebäude umfassend erneuert. In diesem Zusammenhang entstand unter anderem ein neues Stellwerkgebäude. Von Arth-Goldau aus konnten danach auch Weichen und Signale weiterer Bahnhöfe der Region ferngesteuert werden.[1]

Die Publikumsbereiche wurden ebenfalls mehrfach modernisiert und den veränderten Anforderungen des Bahnverkehrs angepasst. Das traditionelle Bahnhofbuffet Arth-Goldau bestand bis Ende 2000. Nach Angaben der Gemeinde Arth war es das letzte klassische Bahnhofbuffet im Kanton Schwyz; die Betreiberfamilie Simon hatte den Restaurationsbetrieb über vier Generationen während 118 Jahren geführt.[1]

Heute befinden sich im Bahnhof verschiedene Verkaufs-, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote.

Bahnanlagen

Arth-Goldau besitzt mehrere Gleise und Perrons für den Fern- und Regionalverkehr. Die besondere Form des Bahnhofs ergibt sich aus den unterschiedlichen Streckenrichtungen.

Von Norden beziehungsweise Nordosten erreichen die Züge aus Richtung Zug den Bahnhof. Von Nordwesten führt die Bahnverbindung aus Richtung Luzern über Küssnacht SZ und Immensee nach Arth-Goldau. Südlich des Bahnhofs vereinigen sich die Verbindungen auf der Gotthardachse in Richtung Schwyz, Brunnen und Tessin.

Eine weitere Strecke verlässt Arth-Goldau in Richtung Steinerberg, Sattel und Biberbrugg. Sie gehört zum Netz der SOB.

Die Anlagen der Rigi Bahnen befinden sich unmittelbar neben dem SBB-Bahnhof. Von Goldau führen deren Züge über Kräbel und Rigi Klösterli nach Rigi Kulm.[6]

Bahnstrecken

Arth-Goldau liegt an beziehungsweise am Schnittpunkt mehrerer für die Zentralschweiz bedeutender Bahnstrecken.

Gotthardachse

Die wichtigste Verbindung führt von Arth-Goldau über Schwyz, Brunnen, Flüelen und Erstfeld in Richtung Gotthard. Der Bahnhof ist sowohl mit der historischen Gotthard-Bergstrecke als auch über die weiterführende Nord-Süd-Achse mit dem Gotthard-Basistunnel verbunden.

Dadurch bestehen direkte Fernverkehrsverbindungen in das Tessin und teilweise weiter nach Italien.

Strecke nach Zug und Zürich

Über die Strecke Arth-Goldau–Zug bestehen direkte Verbindungen nach Zug und Zürich HB. Diese Strecke wurde 1897 eröffnet und war ein entscheidender Faktor beim Ausbau Arth-Goldaus zum Eisenbahnknoten.[1]

Strecke nach Luzern

Die Verbindung nach Luzern führt über Immensee, Küssnacht SZ und Meggen. Sie ermöglicht direkte Verbindungen zwischen Luzern und der Gotthardachse.

Zusammen mit der Zuger Strecke bildet sie die charakteristische keilförmige Struktur des Bahnhofs.

Strecke der Südostbahn

Die Schweizerische Südostbahn verbindet Arth-Goldau über Steinerberg, Sattel, Rothenthurm und Biberbrugg mit dem Raum Einsiedeln, dem Zürichseegebiet und der Ostschweiz.

Die Strecke ist unter anderem Teil der Route des Voralpen-Express.

Rigi-Bahn

Die Zahnradbahn Goldau–Rigi Kulm stellt eine wichtige touristische Verbindung dar. Sie führt von Goldau über Kräbel und verschiedene Stationen auf den Gipfelbereich der Rigi.

Die Fahrt von Goldau nach Rigi Kulm dauert knapp eine Stunde.[6]

Personenverkehr

Fernverkehr

Arth-Goldau wird von mehreren Linien des Schweizer Fernverkehrs bedient. Im Fahrplan 2026 bestehen unter anderem regelmässige direkte Verbindungen nach Zürich, Zug, Luzern, Basel, Bellinzona, Lugano und Locarno.[7]

Zu den Zugskategorien gehören:

  • InterCity IC2 auf der Achse Zürich–Zug–Arth-Goldau–Tessin;
  • InterCity IC21 auf der Verbindung Basel–Luzern–Arth-Goldau–Tessin;
  • EuroCity-Verbindungen zwischen der Deutschschweiz und Italien;
  • InterRegio-Züge des Treno Gottardo.

Die Linien IR26 und IR46 des Treno Gottardo führen über die historische Gotthard-Bergstrecke. Sie verbinden Locarno abwechselnd mit Basel beziehungsweise Zürich und bedienen dabei Arth-Goldau.[8]

Durch die Kombination der verschiedenen Fernverkehrslinien besitzt Arth-Goldau trotz seiner vergleichsweise kleinen Standortgemeinde eine aussergewöhnlich gute nationale Erschliessung.

Voralpen-Express

Der Voralpen-Express der Schweizerischen Südostbahn verbindet Luzern über Arth-Goldau, Biberbrugg, Pfäffikon SZ, Rapperswil, Wattwil und weitere Orte mit St. Gallen.

Die Züge verkehren grundsätzlich stündlich zwischen Luzern und St. Gallen.[9]

Arth-Goldau übernimmt dabei eine wichtige Umsteigefunktion zwischen dem Voralpen-Express, dem Gotthardverkehr und den Verbindungen nach Zürich.

Regionalverkehr

Im Regionalverkehr wird Arth-Goldau durch mehrere Bahnlinien erschlossen. Zum Angebot des Fahrplans 2026 gehören insbesondere:

  • die S2 auf der Achse Baar Lindenpark–Zug–Arth-Goldau–Schwyz–Brunnen–Erstfeld;
  • die S3 zwischen Luzern, Arth-Goldau und Brunnen;
  • die S31 der SOB zwischen Arth-Goldau und Biberbrugg.[10]

Die S31 stellt insbesondere für die Orte entlang der SOB-Strecke eine wichtige Verbindung zum Bahnknoten Arth-Goldau dar.

Busverkehr

Vor dem Bahnhof bestehen Anschlüsse an das regionale Busnetz. Von besonderer Bedeutung sind die Verbindungen in Richtung Arth, Lauerz, Schwyz, Muotathal, Brunnen, Gersau und Küssnacht SZ.

Zu den wichtigen Linien gehören die Buslinien 501 und 502 der Auto AG Schwyz. Sie verbinden Arth und Arth-Goldau mit verschiedenen Gemeinden und touristischen Zielen im inneren Kantonsteil.[10]

Der Busverkehr übernahm auch die Funktion der 1959 stillgelegten Talstrecke der Arth-Rigi-Bahn zwischen Arth und Goldau.

Bedeutung als Umsteigebahnhof

Eine der wichtigsten Funktionen von Arth-Goldau ist der Umsteigeverkehr. Reisende aus der Ostschweiz und dem Raum Einsiedeln können hier auf Züge in Richtung Gotthard, Luzern, Zug und Zürich wechseln. Umgekehrt dient der Bahnhof Reisenden aus diesen Regionen als Zugang zum Netz der Südostbahn und zur Rigi.

Auch für Fahrten zwischen Luzern und Zürich beziehungsweise Zug bestehen verschiedene Umsteigemöglichkeiten.

Die Lage an mehreren national und regional bedeutenden Strecken macht Arth-Goldau zu einem der wichtigsten Bahnknoten der Zentralschweiz ausserhalb der grossen Städte.

Touristische Bedeutung

Der Bahnhof besitzt eine besondere Bedeutung für den Tourismus. Direkt neben den SBB-Anlagen befindet sich der Ausgangspunkt der Rigi-Bahn. Die Rigi gehört zu den traditionsreichsten Ausflugsbergen der Schweiz und ist von Arth-Goldau ohne zusätzliche Busfahrt erreichbar.[11]

Weitere Ziele in der Umgebung sind der Natur- und Tierpark Goldau, das Bergsturzgebiet, der Lauerzersee und verschiedene Wandergebiete.

Der Bahnhof dient deshalb nicht nur Pendlerinnen und Pendlern sowie dem Fernverkehr, sondern auch einer grossen Zahl von Freizeit- und Ausflugsreisenden.

Dienstleistungen

Der Bahnhof verfügt über verschiedene Einrichtungen für Reisende. Dazu gehören Billettverkauf, Einkaufsmöglichkeiten, Schliessfächer und weitere Dienstleistungen.

Nach Angaben der SBB stehen beim Bahnhof überdachte Veloabstellplätze sowie P+Rail-Parkplätze zur Verfügung.[12]

Durch die zentrale Lage sind auch Restaurants, Geschäfte und weitere Einrichtungen des Ortszentrums von Goldau zu Fuss erreichbar.

Bedeutung für die Entwicklung Goldaus

Kaum eine andere Verkehrsanlage beeinflusste die Entwicklung Goldaus so stark wie der Bahnhof. Nach dem verheerenden Bergsturz von 1806 war das Gebiet zunächst nur dünn besiedelt. Der Rigi-Tourismus und insbesondere der Ausbau der Eisenbahn führten im späten 19. Jahrhundert zu einem starken Wachstum.[2]

Mit den Bahnlinien kamen Eisenbahner, Lokomotivführer, Kondukteure, Handwerker, Gastronomen und weitere Beschäftigte nach Goldau. Rund um den Bahnhof entstanden neue Wohn- und Geschäftshäuser.

Nach der Eröffnung der zusätzlichen Strecken im Jahr 1897 beschleunigte sich die Bautätigkeit erheblich. Allein in diesem Jahr entstanden nach Angaben der Gemeinde Arth 15 neue Wohn- und Gasthäuser.[1]

Aus dem zuvor vergleichsweise kleinen Ort entwickelte sich dadurch ein wichtiger Wohn- und Verkehrsort. Bis heute prägen Bahnhof und Eisenbahn die räumliche Struktur und Identität Goldaus.

Architektur

Das historische Bahnhofsgebäude stammt im Kern aus der grossen Ausbauphase der 1890er-Jahre. Der Architekt Heinrich Meili war zwischen 1892 und 1898 Chefarchitekt der Gotthardbahn und war unter anderem für den Bahnhof Arth-Goldau verantwortlich.[13]

Die Lage des Empfangsgebäudes zwischen den auseinanderlaufenden Gleisgruppen macht Arth-Goldau zu einem charakteristischen Beispiel eines Keilbahnhofs.

Das Erscheinungsbild wurde im Laufe der Jahrzehnte durch Umbauten verändert. Besonders der Brand von 1947 und die anschliessende Wiederherstellung des Daches beeinflussten die heutige Gestalt des Gebäudes.[1]

Zusammen mit dem historischen Hochperron der Rigi-Bahn und weiteren Bahnbauten bildet das Bahnhofareal ein sichtbares Zeugnis der Entwicklung des Eisenbahnwesens in der Zentralschweiz.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 Gemeinde Arth: SBB-Bahnhof Arth-Goldau, abgerufen am 9. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Gemeinde Arth: Goldau wird Eisenbahnknotenpunkt, abgerufen am 9. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Gemeinde Arth: ARB-Bahnhof und Eichmatt, abgerufen am 9. August 2026.
  4. Gemeinde Arth: Abschied vom Arther Trämli, abgerufen am 9. August 2026.
  5. Rigi Bahnen: Geschichte, abgerufen am 9. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Rigi Bahnen: Zahnradbahn Goldau–Rigi Kulm, abgerufen am 9. August 2026.
  7. SBB: Direktverbindungen Fernverkehr ab Arth-Goldau, abgerufen am 9. August 2026.
  8. Schweizerische Südostbahn: Treno Gottardo, abgerufen am 9. August 2026.
  9. Schweizerische Südostbahn: Voralpen-Express, abgerufen am 9. August 2026.
  10. 10,0 10,1 Kanton Schwyz: Fahrplanänderungen ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 9. August 2026.
  11. Rigi Bahnen: Anreise nach Goldau, abgerufen am 9. August 2026.
  12. SBB: Bahnhof Arth-Goldau, abgerufen am 9. August 2026.
  13. Heinrich Meili im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 9. August 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Arth-Goldau