Bahnhof Felben-Wellhausen
| Bahnhof Felben-Wellhausen | |
|---|---|
| Bild | |
| Bahnhofstyp | Zwischenbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 2 |
| Gleisnummern | 2 und 3 |
| Abkürzung | FEL |
| IBNR | 8506101 |
| Eröffnung | 16. Mai 1855 |
| Gemeinde | Felben-Wellhausen |
| Kanton | Thurgau |
| Höhe | 396 m ü. M. |
| Koordinaten | 47.57715° N, 8.94318° E |
| Strecke | Winterthur–Romanshorn |
| Tarifzone | 922 (OSTWIND) |
| Eigentümerin | SBB |
| Infrastrukturbetreiberin | SBB |
| Personenverkehr | Thurbo |
Der Bahnhof Felben-Wellhausen ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Felben-Wellhausen im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau. Er liegt an der Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn, der sogenannten Thurtallinie, zwischen den Bahnhöfen Frauenfeld und Hüttlingen-Mettendorf.
Der Bahnhof befindet sich zwischen den historisch selbständigen Dörfern Felben und Wellhausen. Die Bahnlinie bildet im Siedlungsgebiet eine räumliche Trennlinie: Felben liegt vorwiegend nördlich, Wellhausen hauptsächlich südlich der Gleise. Mehrere Unterführungen verbinden die beiden Gemeindeteile miteinander.
Im Personenverkehr wird Felben-Wellhausen von den Linien S24 und S30 der S-Bahn Zürich bedient. Beide Linien verkehren zeitlich versetzt und bilden zwischen Weinfelden, Felben-Wellhausen, Frauenfeld und Winterthur grundsätzlich einen Halbstundentakt. Am Wochenende hält zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN30.
Die Station wurde am 16. Mai 1855 zusammen mit der Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn eröffnet. Seit der Verstaatlichung der Schweizerischen Nordostbahn im Jahr 1902 gehört sie den Schweizerischen Bundesbahnen. Von 2017 bis 2018 wurde die Bahnhofsanlage umgebaut und mit zwei neuen Aussenperrons versehen.
Lage
Der Bahnhof liegt im Zentrum des zusammengewachsenen Siedlungsgebiets von Felben und Wellhausen. Nördlich der Gleise befinden sich die Poststrasse, das Gemeindehaus, die reformierte Kirche und der ältere Dorfkern von Felben. Südlich liegen die Bahnhofstrasse, die Schulanlagen und die Wohnquartiere von Wellhausen.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofsbereich annähernd von Westen nach Osten. In westlicher Richtung führt sie nach Frauenfeld, Islikon und Winterthur. Östlich folgen Hüttlingen-Mettendorf, Müllheim-Wigoltingen, Märstetten und Weinfelden.
Die Entfernung zum Bahnhof Frauenfeld beträgt nur wenige Kilometer. Felben-Wellhausen gehört deshalb zum engeren Einzugsgebiet der Kantonshauptstadt. Für Pendlerinnen und Pendler bestehen direkte Bahnverbindungen nach Frauenfeld, Winterthur, zum Flughafen Zürich, nach Zürich und nach Weinfelden.
Die Station liegt auf rund 396 Metern über Meer. Das umgebende Gelände gehört zur weitgehend ebenen Thurtalebene. Südlich des Siedlungsgebiets fliesst die Thur, während sich nördlich die Hänge des Wellenbergs erheben.
Bahnhofsanlage
Gleise und Perrons
Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Hauptgleise. Sie tragen die Nummern 2 und 3 und sind jeweils über einen Aussenperron zugänglich.
Im Regelbetrieb werden die Gleise folgendermassen genutzt:
| Gleis | Übliche Richtung | Wichtige Ziele |
|---|---|---|
| 2 | Richtung Westen | Frauenfeld, Winterthur, Flughafen Zürich, Zürich und Zug |
| 3 | Richtung Osten | Hüttlingen-Mettendorf, Märstetten und Weinfelden |
Betriebsbedingte Abweichungen von dieser Gleisbelegung sind möglich. Die Fernverkehrs- und Güterzüge benutzen dieselben beiden Hauptgleise, halten jedoch nicht in Felben-Wellhausen.
Die Nummerierung mit den Gleisen 2 und 3 erinnert an die frühere umfangreichere Gleisanlage. Historisch bestanden beim Aufnahmegebäude zusätzliche Neben-, Lade- und Gütergleise. Diese wurden nach dem Rückgang des örtlichen Güterverkehrs schrittweise entfernt.
Bis zum Umbau von 2017 und 2018 verfügte der Bahnhof über ein Mittelperron zwischen den beiden Hauptgleisen. Der Zugang erforderte teilweise das Überschreiten eines Gleises beziehungsweise entsprach nicht mehr den Anforderungen an einen modernen und barrierefreien Bahnhof.
Im Rahmen des Ausbaus der Strecke Winterthur–Weinfelden wurde das Mittelperron abgebrochen. An beiden Aussenseiten entstanden neue Perrons. Dadurch konnten die Zugänge übersichtlicher gestaltet und die Sicherheit für die Reisenden verbessert werden.[1]
Zugänge
Die Bahnsteige sind von beiden Seiten der Bahnlinie erreichbar. Unterführungen stellen die Verbindung zwischen Felben und Wellhausen her und verhindern, dass die stark befahrenen Gleise ebenerdig überquert werden müssen.
Die wichtigste Strassenunterführung befindet sich bei der Bahnhofstrasse. Sie wurde 1979 als Ersatz für einen Bahnübergang gebaut. Die Gemeindechronik nennt den 1. Oktober 1979 als Datum der Aufhebung des Bahnübergangs Bahnhofstrasse und der Inbetriebnahme der Unterführung.[2]
Ein weiterer Bahnübergang im Gebiet Ständeler wurde am 31. Mai 1979 geschlossen. Die Unterführung Ständeler–Heuberg wurde am 20. September 2002 eingeweiht. Sie verbessert insbesondere die Verbindung für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende zwischen den Quartieren nördlich und südlich der Bahn.[2]
Die Perrons sind über Rampen beziehungsweise stufenfreie Wege zugänglich. Zusammen mit den erhöhten Perronkanten ermöglicht dies bei den eingesetzten Niederflurzügen einen weitgehend niveaugleichen Ein- und Ausstieg.
Ausstattung
Der Bahnhof ist eine unbediente Station. Ein personell besetzter Billettschalter besteht nicht. Fahrausweise können am Automaten, über die SBB-Mobile-App, im Internet und über weitere elektronische Vertriebskanäle gekauft werden.
Zur Ausstattung gehören:
- gedeckte Wartebereiche;
- Sitzgelegenheiten;
- Fahrgastinformationen;
- Beleuchtung;
- Billettautomat;
- gedeckte Veloabstellplätze;
- P+Rail-Parkplätze;
- ein Behindertenparkplatz.
Nach Angaben der SBB stehen 70 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 16 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz.[3]
Schliessfächer, ein Reisezentrum und grössere kommerzielle Angebote bestehen am Bahnhof nicht. Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen befinden sich jedoch in unmittelbarer Nähe im Gemeindezentrum.
Aufnahmegebäude und Güterschuppen
Das historische Aufnahmegebäude befindet sich nördlich der Hauptgleise. Es entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Bodenseebahn Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde später mehrfach verändert.
Das Gebäude diente ursprünglich dem Bahnpersonal, dem Billettverkauf, der Gepäckabfertigung und der betrieblichen Steuerung. Unter einem Vordach befand sich zeitweise ein mechanisches Kurbelstellwerk, mit dem Weichen, Signale und Bahnschranken bedient wurden.
Historische Fotografien aus dem Bestand von SBB Historic zeigen das Stationsgebäude mit den früheren Gleis-, Signal- und Stellwerksanlagen. Im Zuge der Zentralisierung des Bahnbetriebs verlor das Gebäude seine ursprünglichen betrieblichen Funktionen.
Zum historischen Ensemble gehört ein ehemaliger Güterschuppen. Teile des Bauwerks sollen aus der Eröffnungszeit der Strecke von 1855 stammen. Der Schuppen zählt damit zu den ältesten erhaltenen bahnbetrieblichen Gebäuden entlang der Thurtallinie.
Die früheren Gütergleise und Verladerampen dienten dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse, von Stückgut und später auch von Industrieprodukten. Mit der Verlagerung des kleinteiligen Güterverkehrs auf die Strasse wurden die Anlagen weitgehend entbehrlich.
Geschichte
Planung der Bodenseebahn
Bereits in den 1830er- und 1840er-Jahren entstanden Pläne für eine Eisenbahnverbindung von Zürich über Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden zum Bodensee. Die Strecke sollte den Wirtschaftsraum Zürich mit dem Kanton Thurgau und dem Hafen Romanshorn verbinden.
Für Romanshorn war eine besondere Rolle vorgesehen. Über den Bodensee sollten Reisende und Güter mit Schiffen und später mit Eisenbahnfähren nach Friedrichshafen und Lindau transportiert werden. Die Verbindung versprach dem Thurgau einen besseren Zugang zu Zürich, Süddeutschland und Österreich.
Die Zürich-Bodenseebahn begann mit der Planung und dem Bau. Noch während der Arbeiten schloss sie sich mit der Schweizerischen Nordbahn zur Schweizerischen Nordostbahn zusammen. Die neu entstandene Gesellschaft vollendete die Strecke und übernahm den Betrieb.
Die Trasse wurde weitgehend durch die ebene Thurtalebene geführt. Dadurch konnten grosse Steigungen und enge Kurven vermieden werden. Die günstige Linienführung ermöglichte später vergleichsweise hohe Fahrgeschwindigkeiten.
Eröffnung 1855
Die Strecke Winterthur–Romanshorn und der Bahnhof Felben-Wellhausen wurden am 16. Mai 1855 eröffnet. Die Thurtallinie gehört damit zu den ältesten Eisenbahnstrecken innerhalb der Schweiz.
In der Gemeindechronik wird für die Anfangszeit eine Fahrzeit von ungefähr einer Stunde und 40 Minuten zwischen Winterthur und Romanshorn genannt. Ein Billett der 3. Klasse kostete drei Franken.[2]
Die Züge wurden zunächst von Dampflokomotiven geführt. Für die Bevölkerung bedeutete die Bahn eine erhebliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. Frauenfeld, Winterthur und der Bodensee konnten deutlich schneller erreicht werden als zuvor mit Fuhrwerken und Postkutschen.
Auch für die Landwirtschaft und das Gewerbe war die Station von Bedeutung. Getreide, Obst, Vieh, Milchprodukte und andere Waren konnten über grössere Entfernungen transportiert werden. Gleichzeitig gelangten Kohle, Maschinen, Baumaterialien und Konsumgüter einfacher in die Gemeinde.
Schweizerische Nordostbahn
Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Bahnhof von der Schweizerischen Nordostbahn betrieben. Die Strecke entwickelte sich zur wichtigsten Eisenbahnverbindung des Kantons Thurgau.
Die Station erhielt neben den beiden Hauptgleisen mehrere Güter- und Ladegleise. Ein Aufnahmegebäude, ein Güterschuppen und weitere betriebliche Einrichtungen dienten dem Personen- und Güterverkehr.
Die Bahn beeinflusste auch die Siedlungsentwicklung. Entlang der Bahnhofstrasse und in der Umgebung der Station entstanden Wohnhäuser, Handwerksbetriebe und später Industrieanlagen. Die Entfernung zwischen den alten Dorfkernen von Felben und Wellhausen verringerte sich durch die zunehmende Bebauung.
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Der Bahnhof und die Strecke Winterthur–Romanshorn gingen damit in das Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen über.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bauten die SBB die stark belastete Thurtallinie schrittweise auf Doppelspur aus. Der Ausbau erhöhte die Kapazität und verringerte die Abhängigkeit von Zugkreuzungen in den Bahnhöfen.
Mit dem Doppelspurbetrieb erhielt der Bahnhof zwei durchgehende Hauptgleise. Die mechanischen Stellwerks- und Sicherungsanlagen wurden im Laufe der Jahrzehnte wiederholt modernisiert.
Elektrifizierung
1928 stellten die SBB die Thurtallinie auf elektrischen Betrieb um. Die Fahrleitung wird mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom gespeist.
Elektrische Lokomotiven und Triebwagen ersetzten die Dampflokomotiven. Sie ermöglichten höhere Leistungen, kürzere Fahrzeiten und einen wirtschaftlicheren Betrieb. Gleichzeitig verschwanden Rauch, Russ und das aufwendige Versorgen der Dampflokomotiven mit Wasser und Kohle.
Industrie und Güterverkehr
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Felben eine Stickereiindustrie. 1896 entstand eine Fabrik mit Arbeitsplätzen für rund 190 Personen. Nach dem Niedergang der Stickerei nach dem Ersten Weltkrieg bezog 1922 die Abteilung Buchbindereimaschinen der Maschinenfabrik Martini aus Frauenfeld die Fabrikanlage.[2]
Das spätere Unternehmen Müller Martini entwickelte sich zu einem bedeutenden Arbeitgeber. Der Bahnhof und seine Güteranlagen erleichterten die Anlieferung von Rohstoffen und den Versand von Maschinen.
Weitere Industrie- und Gewerbebetriebe siedelten sich westlich und südlich des Bahnhofs an. Dazu gehörten Unternehmen der Metallverarbeitung, des Maschinenbaus und der Oberflächentechnik.
Mit der zunehmenden Bedeutung des Lastwagens verlor der örtliche Wagenladungs- und Stückgutverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Die Güterabfertigung wurde eingestellt, und die meisten Nebengleise wurden zurückgebaut.
Unterführungen von 1979
Bis in die 1970er-Jahre bestanden im Gemeindegebiet mehrere niveaugleiche Bahnübergänge. Schrankenanlagen unterbrachen den Strassenverkehr bei jeder Zugfahrt und stellten trotz technischer Sicherung ein Unfallrisiko dar.
1979 wurden die Übergänge Im Ständeler und Bahnhofstrasse geschlossen. Bei der Bahnhofstrasse entstand eine Unterführung für den Strassenverkehr. Sie verbesserte die Verbindung zwischen Felben und Wellhausen und beseitigte einen bedeutenden Konfliktpunkt zwischen Bahn- und Strassenverkehr.[2]
Die alten Schranken wurden zuvor vom Bahnhof aus bedient. Mit dem Bau der Unterführungen und der späteren Fernsteuerung der Bahnanlagen verlor die örtliche Bedienung zunehmend an Bedeutung.
Entwicklung des Regionalverkehrs
Die Einführung des schweizerischen Taktfahrplans im Jahr 1982 brachte regelmässigere Abfahrtszeiten und besser abgestimmte Anschlüsse in Frauenfeld, Winterthur und Weinfelden.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Regionalverkehrsangebot schrittweise verdichtet. Mit der Gründung von Thurbo im Jahr 2001 erhielt der Regionalverkehr in der Ostschweiz eine eigene Betreibergesellschaft. Die SBB blieben Eigentümerin und Infrastrukturbetreiberin des Bahnhofs.
Seit Dezember 2018 halten die Linien S24 und S30 in Felben-Wellhausen. Die Überlagerung der beiden stündlich verkehrenden Linien ergibt grundsätzlich zwei Verbindungen pro Stunde und Richtung.[4]
Umbau 2017 bis 2018
Der Bahnhof wurde als Teil des Ausbauprogramms Winterthur–Weinfelden umfassend modernisiert. Die Arbeiten fanden unter laufendem Bahnbetrieb statt und waren mit weiteren Streckenmassnahmen zwischen Winterthur und Weinfelden verbunden.
Zu den Massnahmen in Felben-Wellhausen gehörten:
- der Abbruch des bisherigen Mittelperrons;
- der Bau von zwei neuen Aussenperrons;
- die Anpassung der Perronzugänge;
- die Verbesserung des stufenfreien Zugangs;
- die Erneuerung von Gleisunterbau und Fahrbahn;
- Anpassungen an Fahrleitung und Sicherungsanlagen;
- der Bau beziehungsweise die Erneuerung von Lärmschutzanlagen.
Der Rückbau des Mittelperrons und die Arbeiten am neuen Perron fanden hauptsächlich zwischen März und Juni 2018 statt. Während einzelner Bauphasen konnte der Verkehr nur über eines der beiden Gleise geführt werden.
Der neue Bahnhof wurde auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 abgestimmt. Gleichzeitig wurden die Anschlüsse im Thurgauer Bahnnetz verbessert und die Fahrzeiten des Fernverkehrs zwischen Winterthur und Weinfelden verkürzt.[1]
Bahnverkehr
S-Bahn
Im Fahrplanjahr 2026 wird Felben-Wellhausen von den Linien S24 und S30 der S-Bahn Zürich bedient.
| Linie | Verlauf | Angebot |
|---|---|---|
| S24 | Weinfelden – Märstetten – Müllheim-Wigoltingen – Hüttlingen-Mettendorf – Felben-Wellhausen – Frauenfeld – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Thalwil – Baar – Zug | grundsätzlich stündlich |
| S30 | Winterthur – Oberwinterthur – Wiesendangen – Rickenbach-Attikon – Islikon – Frauenfeld – Felben-Wellhausen – Hüttlingen-Mettendorf – Müllheim-Wigoltingen – Märstetten – Weinfelden | grundsätzlich stündlich |
Die S24 und S30 verkehren zeitlich versetzt. Dadurch besteht tagsüber grundsätzlich ein Halbstundentakt zwischen Felben-Wellhausen, Frauenfeld, Winterthur und Weinfelden.[4]
Die S30 übernimmt die regionale Grunderschliessung der Thurtallinie und hält an sämtlichen Stationen zwischen Winterthur und Weinfelden. Die S24 verbindet den Bahnhof zusätzlich ohne Umsteigen mit dem Flughafen Zürich, Zürich Hauptbahnhof, Thalwil, Baar und Zug.
Die Fahrzeit nach Frauenfeld beträgt nur wenige Minuten. Winterthur und Weinfelden werden in ungefähr 15 bis 25 Minuten erreicht. Die direkte Fahrt nach Zürich Hauptbahnhof dauert je nach Verbindung knapp eine Stunde.
Die Züge werden überwiegend von Thurbo mit elektrischen Niederflurtriebzügen geführt. Diese bieten stufenarme Einstiege, Mehrzweckbereiche für Velos und Kinderwagen sowie Fahrgastinformationssysteme.
Nachtverkehr
In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird Felben-Wellhausen von der Linie SN30 bedient. Sie verkehrt auf der Thurtallinie zwischen Winterthur, Frauenfeld, Weinfelden und Romanshorn.
Die Nachtverbindung ermöglicht nach Mitternacht Rückfahrten aus Winterthur und Frauenfeld. Seit der Abschaffung des früheren Nachtzuschlags gelten grundsätzlich die gewöhnlichen Fahrausweise des öffentlichen Verkehrs, sofern ihr räumlicher und zeitlicher Geltungsbereich die Fahrt umfasst.[5]
Fernverkehr
Fernverkehrszüge auf der Achse Zürich–Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden durchfahren Felben-Wellhausen ohne Halt. Dazu gehören InterCity- und InterRegio-Verbindungen in Richtung Kreuzlingen, Konstanz, Romanshorn und St. Gallen.
Der nächstgelegene Fernverkehrshalt ist Frauenfeld. Weitere Fernverkehrsanschlüsse bestehen in Winterthur und Weinfelden.
Güterverkehr
Die Thurtallinie ist eine bedeutende Güterverkehrsverbindung zwischen der Ostschweiz und dem Raum Zürich. Güterzüge durchfahren den Bahnhof ohne planmässigen Halt.
Von Bedeutung sind unter anderem Transporte aus dem Bodenseeraum, dem St. Galler Rheintal und den Industriegebieten des Thurgaus. Während der Zuckerrübenkampagne verkehren zusätzliche Güterzüge zur Zuckerfabrik Frauenfeld.
Der frühere örtliche Güterverkehr in Felben-Wellhausen wurde dagegen weitgehend eingestellt. Die meisten Gütergleise und Verlademöglichkeiten bestehen nicht mehr.
Tarif
Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 922 des Tarifverbunds OSTWIND. Für Fahrten innerhalb des Verbundgebiets gelten zonenbezogene Fahrausweise für Bahn und Bus.[6]
Für Reisen in Richtung Zürich können je nach Ziel und Fahrausweisart auch Angebote des Z-Pass oder des nationalen Direkten Verkehrs verwendet werden. Persönliche Abonnemente werden auf dem SwissPass referenziert.
Die Stadt Frauenfeld liegt ebenfalls in der Zone 922. Für Fahrten von Felben-Wellhausen nach Frauenfeld genügt deshalb ein Fahrausweis für eine Zone, sofern dessen zeitlicher Geltungsbereich eingehalten wird.
Bus-, Velo- und Fussverkehr
Der Bahnhof ist in erster Linie ein Bahnhalt und besitzt keinen grossen Busbahnhof. Regionale Bushaltestellen befinden sich im Dorfgebiet, unter anderem beim Schulhaus und an der Hauptstrasse.
Die kurzen Entfernungen innerhalb der Gemeinde machen den Fuss- und Veloverkehr zu wichtigen Zubringern. Die gedeckten Veloabstellplätze werden vor allem von Pendlerinnen und Pendlern aus Felben, Wellhausen und den umliegenden Weilern genutzt.
Über die Unterführungen bestehen sichere Verbindungen zwischen den Quartieren auf beiden Seiten der Bahn. Die Unterführung Ständeler–Heuberg ist besonders für den Fuss- und Veloverkehr von Bedeutung.
Für Autofahrende stehen P+Rail-Parkplätze zur Verfügung. Die Anlage dient vor allem Einwohnerinnen und Einwohnern aus den ländlichen Gebieten nördlich und südlich der Gemeinde, die ihre Reise mit der Bahn fortsetzen.
Fahrgastaufkommen
Felben-Wellhausen gehört zu den kleineren Stationen der Thurtallinie. Das Fahrgastaufkommen wird überwiegend vom Berufs-, Ausbildungs- und Einkaufsverkehr nach Frauenfeld, Winterthur und Zürich geprägt.
Die Bedeutung des Bahnhofs nahm mit dem starken Bevölkerungswachstum der Gemeinde zu. Felben-Wellhausen wuchs von 1632 Einwohnern im Jahr 1990 auf mehr als 3100 Einwohner Anfang der 2020er-Jahre.[7]
Die direkte Verbindung zum Flughafen Zürich und nach Zürich Hauptbahnhof macht den Bahnhof auch für längere Pendler- und Freizeitfahrten attraktiv.
Bedeutung für die Gemeindeentwicklung
Die Bahnlinie war zunächst eine klare Grenze zwischen den Dörfern Felben und Wellhausen. Mit dem Bevölkerungswachstum und der Ausdehnung der Siedlungsflächen entstand rund um den Bahnhof jedoch ein gemeinsames Gemeindezentrum.
Entlang der Bahnhofstrasse wurden Schulen, Sportanlagen und Wohnbauten errichtet. Nördlich der Gleise entstanden das Gemeindehaus, Geschäfte und weitere Dienstleistungen. Der Bahnhof liegt dadurch heute nicht mehr am Rand, sondern im Zentrum des zusammenhängenden Siedlungsgebiets.
Die gute Erreichbarkeit begünstigte die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben. Besonders für die Maschinenindustrie und die metallverarbeitenden Betriebe war der Bahnanschluss lange Zeit ein wichtiger Standortfaktor.
Auch nach dem Rückgang des Güterverkehrs blieb die Bahn für die Gemeindeentwicklung bedeutend. Der regelmässige S-Bahn-Verkehr ermöglicht es, in Felben-Wellhausen zu wohnen und in Frauenfeld, Winterthur, Zürich oder Weinfelden zu arbeiten.
Historische Sicherungsanlagen
Der Bahnhof verfügte während eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts über mechanische Stellwerksanlagen. Die Weichen und Signale wurden mit Kurbeln und Hebeln vom Aufnahmegebäude aus bedient.
Auch die Schranken der benachbarten Bahnübergänge waren mit dem Bahnhof verbunden. Vor dem Bau der Unterführungen musste das Bahnpersonal die Übergänge für jede Zugfahrt schliessen und wieder öffnen.
Mit der Einführung elektrischer Stellwerke und der Fernsteuerung wurden die mechanischen Anlagen überflüssig. Die Betriebsführung erfolgt heute aus zentralen Leitstellen der SBB.
Historische Pläne und Fotografien des Bahnhofs werden im Archiv von SBB Historic aufbewahrt. Sie dokumentieren unter anderem das Stationsgebäude, die früheren Güteranlagen, Signale und Stellwerke.
Umgebung
In der näheren Umgebung des Bahnhofs befinden sich:
- das Gemeindehaus Felben-Wellhausen;
- die Schulanlagen an der Bahnhofstrasse;
- die Heuberghalle;
- die reformierte Kirche Felben;
- Wohn- und Gewerbequartiere;
- Einkaufsmöglichkeiten;
- Fuss- und Velowege in Richtung Thur und Wellenberg.
Die Thur liegt südlich der Gemeinde und ist über lokale Wege erreichbar. Nördlich führen Wanderwege zum Schloss Wellenberg und in die bewaldeten Höhenzüge.
Siehe auch
- Felben-Wellhausen
- Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn
- Bahnhof Frauenfeld
- Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf
- S24 (S-Bahn Zürich)
- S30 (S-Bahn Zürich)
- Thurbo
- Tarifverbund Ostwind
- Schweizerische Nordostbahn
Literatur
- Paul Bärtschi: Die Bodenseebahn 1855–2005. Romanshorn–Winterthur–Zürich. Minirex, Luzern 2005.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 2010.
- Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
- 125 Jahre Thurtal-Linie 1855–1980. Frauenfeld 1980.
Weblinks
- Bahnhof Felben-Wellhausen auf der Website der SBB
- Website von Thurbo
- Offizielle Website der Gemeinde Felben-Wellhausen
- Website des Tarifverbunds OSTWIND
- Archiv von SBB Historic
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Winterthur–Weinfelden: Schnelle Verbindung Zürich–Thurgau. In: Specogna Bau AG. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Geschichte. In: Gemeinde Felben-Wellhausen. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ Bahnhof Felben-Wellhausen. In: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ 4,0 4,1 Haltestellen- und Linienfahrpläne Felben-Wellhausen. In: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ OSTWIND-Nachtnetzplan 2026. Hrsg.: Tarifverbund OSTWIND. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ OSTWIND-Zonenplan 2026. Hrsg.: Tarifverbund OSTWIND. Abgerufen am 2026-08-05.
- ↑ Zahlen und Fakten. In: Gemeinde Felben-Wellhausen. Abgerufen am 2026-08-05.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Felben-Wellhausen