Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf

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Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf
Betriebsstellenart Haltestelle
Gemeinde Hüttlingen
Kanton Thurgau
Ortschaft Mettendorf
Betreiberin Schweizerische Bundesbahnen
Eisenbahnverkehrsunternehmen Thurbo
IBNR 8506102
Strecke Thurtallinie
Streckenkilometer 48,67
Höhe 403,7 m ü. M.
Perrongleise 2
Perrons 2 Aussenperrons
Eröffnung 1855
Elektrifizierung 4. Mai 1928
Tarifverbund OSTWIND
Tarifzone 922
Linien S24, S30, SN30

Der Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf ist eine Eisenbahnhaltestelle in der politischen Gemeinde Hüttlingen im Kanton Thurgau. Sie liegt an der zweigleisigen Thurtallinie zwischen den Bahnhöfen Felben-Wellhausen und Müllheim-Wigoltingen. Die Infrastruktur gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), während die haltenden Regionalzüge von Thurbo betrieben werden.

Die Station erschliesst insbesondere die Dörfer Hüttlingen und Mettendorf. Obwohl sie im allgemeinen Sprachgebrauch als Bahnhof bezeichnet wird, ist sie eisenbahnbetrieblich heute eine Haltestelle ohne Weichen und Nebengleise. Sie verfügt über zwei Durchgangsgleise mit je einem Aussenperron.

Im Fahrplanjahr 2026 halten die Linien S24 und S30 der S-Bahn Zürich in Hüttlingen-Mettendorf. Zusammen stellen sie tagsüber grundsätzlich einen Halbstundentakt zwischen Frauenfeld, Hüttlingen-Mettendorf und Weinfelden her. In den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen wird die Station zusätzlich von der Nacht-S-Bahn SN30 bedient.[1]

Lage

Die Haltestelle befindet sich am nördlichen Rand des Siedlungsgebiets von Mettendorf und nordöstlich des Dorfkerns von Hüttlingen. Sie liegt an der Bahnhofstrasse in der landwirtschaftlich geprägten Ebene des Thurtals. Die Distanz zu den beiden Dorfzentren ist annähernd vergleichbar, woraus sich der Doppelname Hüttlingen-Mettendorf erklärt.

Die Bahnstrecke verläuft in diesem Bereich ungefähr von Südwesten nach Nordosten. Westlich der Station führt sie über Felben-Wellhausen nach Frauenfeld und Winterthur. In östlicher Richtung erreicht sie kurz nach Hüttlingen-Mettendorf die Thurbrücke bei Eschikofen und danach Müllheim-Wigoltingen, Märstetten und Weinfelden.

Der Bahnhof liegt bei Streckenkilometer 48,67 der Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn auf einer Höhe von rund 403,7 Metern über Meer.[2]

Von Hüttlingen und Mettendorf führen lokale Strassen sowie Fuss- und Velowege zur Station. Das Einzugsgebiet umfasst daneben einzelne Weiler, Landwirtschaftsbetriebe und Gewerbebauten in der Umgebung.

Name

Der Doppelname verweist auf die beiden nahe gelegenen Dörfer Hüttlingen und Mettendorf. Beide waren bis Ende 1998 selbstständige Ortsgemeinden innerhalb der damaligen Munizipalgemeinde Hüttlingen. Am 1. Januar 1999 vereinigten sich die Ortsgemeinden Hüttlingen, Mettendorf, Eschikofen und Harenwilen zur heutigen politischen Gemeinde Hüttlingen.

Die Bezeichnung ermöglicht zugleich die Unterscheidung vom deutschen Hüttlingen in Baden-Württemberg. In schweizerischen Fahrplänen und Bahnhofverzeichnissen wird die Station ohne Kantonszusatz als Hüttlingen-Mettendorf geführt.

Geschichte

Bau der Thurtallinie

Die Bahnstrecke durch das Thurtal wurde von der Zürich-Bodenseebahn geplant. Noch während der Bauzeit fusionierte diese mit der Schweizerischen Nordbahn zur Schweizerischen Nordostbahn (NOB).

Die neue Verbindung sollte Winterthur mit Frauenfeld, Weinfelden und dem Bodenseehafen Romanshorn verbinden. Von Romanshorn aus bestanden später Eisenbahnfährverbindungen nach Friedrichshafen und Lindau. Damit erhielt die Strecke sowohl für den regionalen Verkehr als auch für den internationalen Waren- und Personenverkehr grosse Bedeutung.

Die Bahnlinie wurde am 14. Mai 1855 feierlich eingeweiht und am 16. Mai 1855 dem regulären Verkehr übergeben. Hüttlingen-Mettendorf gehört zu den frühen Stationen der Strecke.[3]

Die Bahn war bei ihrer Eröffnung eingleisig. Bereits bei der Planung wurde der Unterbau jedoch so angelegt, dass später ein zweites Gleis ergänzt werden konnte.

Erstes Stationsgebäude

Die ursprüngliche Anlage bestand aus dem Streckengleis, einem einfachen Perron und einem Stationsgebäude. Später kamen ein Kreuzungs- beziehungsweise Nebengleis, Anlagen für den Güterumschlag und ein angebauter Güterschuppen hinzu.

Das Stationsgebäude entsprach dem für kleinere Stationen der Nordostbahn verbreiteten Bautyp. Es enthielt Diensträume für das Bahnpersonal, einen Wartesaal und zeitweise eine Dienstwohnung. Der Güterschuppen diente insbesondere dem Versand und Empfang landwirtschaftlicher Erzeugnisse, von Stückgut, Baumaterialien und anderen Waren.

Historische Aufnahmen aus dem Archiv von SBB Historic dokumentieren das Stationsgebäude mit seinem hölzernen Güterschuppen noch gegen Ende des 20. Jahrhunderts.[4]

Ausbau zur Doppelspur

Mit dem wachsenden Verkehr reichte die ursprüngliche eingleisige Anlage nicht mehr aus. Die SBB, die das Netz der Nordostbahn 1902 im Zuge der Verstaatlichung übernommen hatten, bauten die Thurtallinie abschnittsweise auf Doppelspur aus.

Der Abschnitt Frauenfeld–Müllheim-Wigoltingen, zu dem Hüttlingen-Mettendorf gehört, wurde am 1. Oktober 1905 zweigleisig in Betrieb genommen. Im Zusammenhang mit diesem Ausbau mussten auch Brücken, Durchlässe und Bahnhöfe angepasst werden.

Besonders aufwendig war der Ersatz der gedeckten hölzernen Eisenbahnbrücke über die Thur und ihr Vorland bei Eschikofen. Die 1854 und 1855 errichtete Holzbrücke war rund 180 Meter lang und galt zeitweise als eine der bedeutendsten hölzernen Eisenbahnbrücken der Schweiz. Sie wurde 1902 bis 1904 durch zwei nebeneinanderliegende Stahlfachwerkbrücken ersetzt.[5]

Elektrifizierung

Die SBB elektrifizierten die Strecke Winterthur–Romanshorn mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom. Der elektrische Betrieb wurde am 4. Mai 1928 aufgenommen.

Die Elektrifizierung löste den regulären Dampfbetrieb ab und ermöglichte leistungsfähigere und wirtschaftlichere Zugverbindungen. Gleichzeitig verbesserten sich die Fahrzeiten zwischen den Thurgauer Gemeinden, Winterthur und Romanshorn.

Rückbau zur Haltestelle

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlor der lokale Güterverkehr an Bedeutung. Stückgut und landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden zunehmend mit Lastwagen transportiert. Die Nebengleise und Güteranlagen in Hüttlingen-Mettendorf wurden daher nicht mehr benötigt und schrittweise zurückgebaut.

Auch das historische Stationsgebäude mit Güterschuppen wurde abgebrochen. Damit wandelte sich die frühere besetzte Bahnstation in eine einfache, unbediente Haltestelle zurück. Die Bezeichnung Bahnhof blieb im allgemeinen Sprachgebrauch und in den offiziellen Kundeninformationen der SBB erhalten.

Heute bestehen nur noch die beiden Streckengleise, die Perrons und die für den Personenverkehr notwendigen Einrichtungen.

Anlagen

Hüttlingen-Mettendorf besitzt zwei Durchgangsgleise. Beide werden von seitlich angeordneten Aussenperrons erschlossen:

  • Gleis 1 wird in der Regel von Zügen in Richtung Frauenfeld, Winterthur, Zürich und Zug benutzt;
  • Gleis 2 dient grundsätzlich den Zügen in Richtung Müllheim-Wigoltingen und Weinfelden.

Die tatsächliche Gleisbenutzung kann bei Bauarbeiten, Störungen oder betrieblichen Änderungen abweichen.

Die Haltestelle besitzt keine Weichen, Abstellgleise und Güteranlagen mehr. Zugkreuzungen sind aufgrund der durchgehend zweigleisigen Strecke nicht erforderlich. Die Perrons sind über lokale Zugänge von der Bahnhofstrasse und der Umgebung erreichbar.

Zur Ausstattung gehören Unterstände, Sitzgelegenheiten, Fahrplaninformationen, Billettautomaten und Veloabstellplätze. Bei der Station befindet sich ausserdem eine P+Rail-Anlage.[6]

Ein bedienter Verkaufsschalter, Schliessfächer und grössere kommerzielle Einrichtungen sind nicht vorhanden. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität können je nach eingesetztem Fahrzeug und benutztem Perron besondere Bedingungen gelten. Die SBB empfehlen, die Angaben zur Barrierefreiheit vor der Reise zu prüfen.

Bahnverkehr

S-Bahn Zürich

Hüttlingen-Mettendorf wird im Fahrplanjahr 2026 von zwei Linien der S-Bahn Zürich bedient. Die Züge werden von Thurbo geführt.

Die S24 verbindet die Station in westlicher Richtung über Frauenfeld, Winterthur, den Flughafen Zürich, Zürich Hauptbahnhof, Thalwil und Horgen Oberdorf mit Zug. In der Gegenrichtung fährt sie von Hüttlingen-Mettendorf nach Weinfelden. Einzelne Zugläufe und Linienäste der S24 verkehren im Raum Winterthur zusätzlich in Richtung Schaffhausen und Thayngen.

Die S30 verkehrt zwischen Winterthur und Weinfelden und bedient dabei grundsätzlich alle Stationen der Thurtallinie. Durch die zeitlich versetzte Führung von S24 und S30 besteht tagsüber meist eine Verbindung im Halbstundentakt.

Folgende Linien halten in Hüttlingen-Mettendorf:

  • S24: Zug–Thalwil–Zürich HB–Zürich Flughafen–Winterthur–Frauenfeld–Hüttlingen-Mettendorf–Weinfelden
  • S30: Winterthur–Frauenfeld–Hüttlingen-Mettendorf–Weinfelden

Die S24 schafft eine umsteigefreie Verbindung nach Zürich und Zug. Die S30 ergänzt das Angebot auf dem Abschnitt zwischen Winterthur und Weinfelden.[7][8]

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen bedient die Nacht-S-Bahn SN30 die Station. Sie verbindet Hüttlingen-Mettendorf mit Winterthur sowie über Weinfelden, Sulgen und Amriswil mit Romanshorn.

In Winterthur bestehen Nachtverbindungen in Richtung Zürich. Das Ostschweizer Nachtnetz wird ohne besonderen Nachtzuschlag mit einem für die Strecke gültigen Fahrausweis benutzt.[9]

  • SN30: Winterthur–Frauenfeld–Hüttlingen-Mettendorf–Weinfelden–Romanshorn

Bedeutung für die Gemeinde

Der Bahnhof ist die einzige Eisenbahnstation der politischen Gemeinde Hüttlingen. Er ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern der vier Gemeindeteile Hüttlingen, Mettendorf, Eschikofen und Harenwilen den Zugang zum überregionalen öffentlichen Verkehr.

Von besonderer Bedeutung ist die Verbindung nach Frauenfeld, das nur wenige Bahnminuten entfernt liegt. Dort bestehen Anschlüsse an Fernverkehrszüge in Richtung Zürich, Konstanz, Romanshorn und St. Gallen. Weinfelden dient als weiterer Umsteigeknoten für Verbindungen nach Kreuzlingen, Konstanz, Wil und St. Gallen.

Die direkte S24 macht Hüttlingen-Mettendorf auch für Pendlerinnen und Pendler in Richtung Winterthur, Flughafen Zürich und Zürich attraktiv. Dadurch trägt die Station zur Wohnqualität und zur verkehrlichen Erschliessung der ländlich geprägten Gemeinde bei. Die Gemeinde hebt den eigenen Bahnhof als einen ihrer Standortvorteile hervor.[10]

Umgebung

Das Bahnhofsumfeld wird von Landwirtschaftsflächen, Wohnhäusern und kleineren Gewerbebetrieben geprägt. Südlich der Station liegen die historischen Dorfkerne von Mettendorf und Hüttlingen mit zahlreichen für den Thurgau typischen Fachwerk- und Riegelhäusern.

In der näheren Umgebung befinden sich Wander- und Velorouten durch das Thurtal und über den Wellenberg. Die Ebene zwischen Frauenfeld und Weinfelden wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist von Entwässerungsgräben, Baumgruppen und kleineren Waldflächen durchzogen.

Östlich der Station führt die Bahnstrecke zur historischen Thurquerung bei Eschikofen. Die beiden Stahlfachwerkbrücken der Thurtallinie und die benachbarte Strassenbrücke bilden ein markantes Ensemble der regionalen Verkehrsgeschichte.

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010.
  • Hans-Peter Bärtschi: Die Bodenseebahn 1855–2005. Romanshorn–Winterthur–Zürich. Minirex, Luzern 2005.
  • Paul Bär: 150 Jahre Thurtallinie. Die Eisenbahn im Kanton Thurgau. Frauenfeld 2005.
  • Michael Mente: Die Seelinie und ihre Geschichte. Herausgegeben vom Verein Historische Mittel-Thurgau-Bahn und Flügelrad Thurgau, 2025.

Einzelnachweise

  1. Haltestellen- und Linienfahrpläne Hüttlingen-Mettendorf. Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 5. August 2026.
  2. Thurtallinie Winterthur–Romanshorn. Schienenverkehr Schweiz, abgerufen am 5. August 2026.
  3. Prägende Bauten: Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf. Gemeinde Hüttlingen, abgerufen am 5. August 2026.
  4. Station Hüttlingen-Mettendorf, Fotografien und Archivunterlagen. SBB Historic, abgerufen am 5. August 2026.
  5. Geschichte und Erneuerung der Thurvorlandbrücke bei Eschikofen. Amt für Archäologie des Kantons Thurgau, abgerufen am 5. August 2026.
  6. Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf. Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 5. August 2026.
  7. Linienfahrplan S24. Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 5. August 2026.
  8. Linienfahrplan S30. Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 5. August 2026.
  9. OSTWIND-Nachtnetzplan 2026. Tarifverbund OSTWIND, abgerufen am 5. August 2026.
  10. Willkommen in Hüttlingen. Gemeinde Hüttlingen, abgerufen am 5. August 2026.