Bahnhof Birmensdorf ZH

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Bahnhof Birmensdorf ZH
Offizielle Bezeichnung Birmensdorf ZH
Bahnhofstyp Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof
Gemeinde Birmensdorf
Bezirk Dietikon
Kanton Zürich
Eröffnung 1. Juni 1864
Betreiberin SBB
Bahnstrecke Zürich Altstetten–Zug
Perrongleise 2
Bahnsteige 2 Aussenperrons
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe 488 m ü. M.
Betriebsstellenkürzel BIR
IBNR 8502221
Tarifzone 154 (ZVV)
S-Bahn-Linien S5, S14
Nachtverkehr SN5, N22
Buslinien 215, 227, 245, 314, 350
Adresse Zürcherstrasse 49, 8903 Birmensdorf
Koordinaten 47.3574° N, 8.4376° E
Website Bahnhof Birmensdorf ZH bei den SBB

Der Bahnhof Birmensdorf ZH ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen in der Gemeinde Birmensdorf im Bezirk Dietikon. Er liegt an der Bahnstrecke von Zürich Altstetten über das Knonauer Amt nach Zug und wird von den Linien S5 und S14 der S-Bahn Zürich bedient.

Der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen der Eisenbahn und mehreren regionalen Buslinien. Diese verbinden Birmensdorf unter anderem mit Zürich Wiedikon, Dietikon, Stallikon, Bonstetten, Affoltern am Albis, dem Mutschellen und dem Freiamt. Durch das Zusammenwirken der beiden S-Bahn-Linien bestehen tagsüber in der Regel vier Verbindungen pro Stunde in Richtung Zürich.

Die Station wurde am 1. Juni 1864 gemeinsam mit der Bahnverbindung Zürich–Zug–Luzern eröffnet. Die heutige Bahnhofsanlage entstand zu Beginn der 1990er-Jahre im Zusammenhang mit dem Ausbau der Zürcher S-Bahn. Das ursprüngliche Aufnahmegebäude wurde abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Zwei Aussenperrons, eine Personenunterführung und stufenfreie Zugänge lösten die zuvor betrieblich unübersichtliche Anlage ab.[1]

Die offizielle Ergänzung ZH dient der Unterscheidung von Birmenstorf AG, dessen Name ähnlich ausgesprochen wird, und von anderen gleichnamigen beziehungsweise ähnlich benannten Ortschaften.

Lage

Der Bahnhof liegt am nordöstlichen Rand des historischen Dorfzentrums von Birmensdorf zwischen der Zürcherstrasse, der Stationsstrasse und der Bahnlinie.

Die Strecke verläuft im Bahnhof annähernd von Nordosten nach Südwesten. In nordöstlicher Richtung führt sie über Urdorf Weihermatt und Urdorf nach Zürich Altstetten. Südwestlich folgen Bonstetten-Wettswil, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau.

Der Dorfkern mit der reformierten Kirche, der Gemeindeverwaltung und den wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten liegt südwestlich des Bahnhofs. Zwischen Bahnhof und Zentrum besteht eine kurze Fussverbindung entlang der Zürcherstrasse.

Nördlich der Gleise schliessen Wohngebiete und Landwirtschaftsflächen an. Südlich der Station befinden sich Schulen, Sportanlagen, Wohnquartiere und die Strassenverbindungen nach Aesch, Stallikon und Uitikon.

Der Bahnhof liegt auf rund 488 Metern über Meer im Tal der Reppisch. Das Gelände steigt sowohl in Richtung Uetliberg als auch gegen den Mutschellen und den Albis an. Die Hanglage beeinflusste die Gestaltung der Perrons, Zugänge und Stützmauern.

Name

Der Bahnhof trägt die offizielle Bezeichnung Birmensdorf ZH. Der Kantonszusatz wird im Eisenbahnverkehr verwendet, um Verwechslungen mit dem ähnlich benannten Birmenstorf im Kanton Aargau zu verhindern.

Die Bushaltestelle unmittelbar beim Bahnhof heisst Birmensdorf ZH, Bahnhof. Auf der Südseite der Anlage befindet sich zusätzlich die Haltestelle Birmensdorf ZH, Bahnhof Süd. Sie wird von einzelnen Buskursen beziehungsweise nur in einer Fahrtrichtung bedient.

In älteren Eisenbahnunterlagen erscheint die Station teilweise lediglich als Birmensdorf. Das Betriebsstellenkürzel BIR leitet sich von dieser kürzeren Form ab.

Funktion im Bahnnetz

Birmensdorf ist ein Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof an der teilweise eingleisigen Verbindung Zürich–Zug.

Die beiden durchgehenden Perrongleise ermöglichen Begegnungen von Zügen aus den Gegenrichtungen. Die Kreuzungsmöglichkeit ist für den dichten S-Bahn-Verkehr zwischen Zürich und Affoltern am Albis von grosser Bedeutung.

Die Station liegt zwischen dem Zürcher Stadt- und Agglomerationsgebiet und dem Knonauer Amt. Sie dient deshalb sowohl dem lokalen Verkehr als auch dem überregionalen Pendlerverkehr.

Neben den fahrplanmässigen Personenzügen können Bau-, Dienst-, Güter- und Umleitungszüge die Strecke benutzen. Im Bereich Birmensdorf bestehen beziehungsweise bestanden Nebengleise für betriebliche und logistische Zwecke.

Der frühere lokale Güterverkehr wurde weitgehend aufgegeben. Das Gebiet besitzt jedoch weiterhin Bedeutung für den bahngebundenen Aushub- und Baustofftransport.

Geschichte

Erste Eisenbahnprojekte

In den 1850er-Jahren entstanden verschiedene Pläne für eine Eisenbahnverbindung von Zürich über Zug nach Luzern.

Die Schweizerische Ostwestbahn plante eine weitreichende Verbindung von der Westschweiz über Bern, das Emmental, Luzern und Zug nach Zürich. Das Unternehmen begann mit Bauarbeiten, obwohl die Finanzierung nicht ausreichend gesichert war, und geriet 1861 in Konkurs.

Die Schweizerische Nordostbahn übernahm die Konzessionen und Teile der bereits ausgeführten Arbeiten für die Verbindung Zürich–Zug–Luzern. Für den Bau und Betrieb gründete sie die Zürich-Zug-Luzern-Bahn.

Die Strecke sollte von Zürich Altstetten durch das Reppischtal und das Knonauer Amt nach Zug führen. Von dort bestand über Cham und Rotkreuz eine Verbindung nach Luzern.

Bau in Birmensdorf

Die Bauarbeiten begannen in den frühen 1860er-Jahren. Für die Trasse mussten in Birmensdorf landwirtschaftliche Grundstücke erworben beziehungsweise enteignet werden. Der Zürcher Regierungsrat behandelte entsprechende Verzeichnisse bereits 1862.[2]

Der Bahnhof wurde nordöstlich des damaligen Dorfes angelegt. Der Standort bot ausreichend Platz für ein Aufnahmegebäude, Kreuzungs- und Gütergleise sowie Ladeeinrichtungen.

Die Linienführung folgte weitgehend dem Reppischtal. Trotzdem waren Dämme, Einschnitte, Brücken und Durchlässe erforderlich.

Eröffnung 1864

Am 1. Juni 1864 nahm die Zürich-Zug-Luzern-Bahn die Strecken Zürich Altstetten–Zug und Zug–Luzern in Betrieb.[3]

Zu den Zwischenbahnhöfen zwischen Zürich Altstetten und Zug gehörten:

  • Urdorf;
  • Birmensdorf;
  • Bonstetten;
  • Hedingen;
  • Affoltern am Albis;
  • Mettmenstetten;
  • Knonau.

Die ersten Züge wurden von Dampflokomotiven geführt. Sie beförderten Personen, Gepäck, Post und Güter.

Für Birmensdorf bedeutete die Bahn einen grundlegenden Fortschritt. Zürich und Zug waren wesentlich schneller erreichbar als zuvor mit Postkutschen und Fuhrwerken. Landwirtschaftliche Erzeugnisse und gewerbliche Waren konnten einfacher auf städtische Märkte gebracht werden.

Erstes Aufnahmegebäude

Das ursprüngliche Aufnahmegebäude entstand 1864. Es gehörte zu einer Gruppe standardisierter Landbahnhöfe, die der Nordostbahn-Architekt Jakob Friedrich Wanner für die Strecke entwarf.

Ähnliche Bauten entstanden unter anderem in Urdorf, Bonstetten, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau.

Das Gebäude war ein zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach. Es enthielt ursprünglich:

  • Stationsbüro;
  • Billettschalter;
  • Wartesäle;
  • Gepäckabfertigung;
  • Diensträume;
  • eine Wohnung für das Bahnpersonal.

Zum Bahnhofensemble gehörten ferner ein Güterschuppen, Ladeflächen und kleinere Nebengebäude. Das örtliche Personal bediente Weichen und Signale und leitete die Zugkreuzungen.

Landwirtschaft und Güterverkehr

Birmensdorf war bei der Bahneröffnung stark landwirtschaftlich geprägt. Der Bahnhof erleichterte den Transport von Milch, Vieh, Getreide, Kartoffeln, Obst, Holz und weiteren Erzeugnissen.

In der Gegenrichtung wurden Kohle, Düngemittel, Baumaterialien, Maschinen und Konsumgüter angeliefert.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region gewann auch der Versand von gewerblichen Produkten an Bedeutung. Güterwagen konnten auf Nebengleisen bereitgestellt und an Rampen be- oder entladen werden.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der lokale Stückgutverkehr zunehmend auf die Strasse. Nicht mehr benötigte Güteranlagen wurden später entfernt oder für andere bahnbetriebliche Aufgaben genutzt.

Eingliederung in die Nordostbahn

Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn stand von Beginn an unter starkem Einfluss der Schweizerischen Nordostbahn.

Am 1. Januar 1892 wurde die Gesellschaft vollständig in die Nordostbahn eingegliedert. Der Bahnhof Birmensdorf gehörte danach unmittelbar zum Streckennetz der NOB.

Verlagerung des Fernverkehrs

Die Strecke über Birmensdorf war zunächst die wichtigste Eisenbahnverbindung zwischen Zürich und Zug.

Am 1. Juni 1897 eröffnete die Nordostbahn jedoch die direktere Bahnstrecke von Thalwil durch den Zimmerbergtunnel nach Zug. Gleichzeitig entstand die Verbindung Zug–Arth-Goldau.

Der Fern- und Gotthardverkehr verlagerte sich daraufhin weitgehend auf die neue Route. Die Strecke über Birmensdorf und das Knonauer Amt erhielt zunehmend den Charakter einer Regionalbahn.

Für die Gemeinden entlang der Linie blieb sie dennoch die wichtigste Verbindung mit Zürich.

Übergang an die SBB

Am 1. Januar 1902 wurde die Nordostbahn verstaatlicht. Ihre Anlagen, Fahrzeuge und Bahnhöfe gingen an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB modernisierten den Betrieb schrittweise. Gleise, Signale, Sicherungsanlagen und Gebäude wurden wiederholt erneuert.

Elektrifizierung

Am 15. Oktober 1932 nahmen die SBB den elektrischen Betrieb zwischen Zürich Altstetten und Zug auf.

Die Strecke erhielt das schweizerische Normalbahnstromsystem mit 15 Kilovolt Einphasenwechselstrom. Die Frequenz betrug ursprünglich 16⅔ Hertz und wird heute mit 16,7 Hertz bezeichnet.

Elektrische Lokomotiven und Triebwagen ersetzten die Dampflokomotiven. Die neuen Fahrzeuge beschleunigten schneller und bewältigten die Steigungen der Strecke wirtschaftlicher.

Stellwerk von 1958

1958 erhielt Birmensdorf ein elektrisches Schalterwerk. Das Stellwerk steuerte die Weichen und Signale des Bahnhofs.

Die Anlage blieb bis 1992 in Betrieb. Anschliessend wurde sie durch ein Gleisbildstellwerk des Typs Integra Domino 67 ersetzt.[4]

Das neue Stellwerk wurde später in die Fernsteuerung einbezogen. Die Überwachung erfolgt heute durch die SBB-Betriebszentrale Ost am Flughafen Zürich.

Planung der S-Bahn

In den 1970er- und 1980er-Jahren plante der Kanton Zürich ein umfassendes S-Bahn-System.

Für den Bahnhof Birmensdorf war eine vollständige Erneuerung vorgesehen. Die damalige Anlage entsprach weder den Anforderungen eines dichten Taktverkehrs noch den modernen Sicherheitsstandards.

Personen- und Güterverkehr behinderten sich gegenseitig. Zudem waren die Perronzugänge und die Gleisgeometrie für regelmässige Zugkreuzungen unzureichend.

Der Kanton und die SBB planten deshalb:

  • eine Vereinfachung der Gleisanlage;
  • die Trennung von Personen- und Güterverkehr;
  • zwei Aussenperrons;
  • eine zentrale Personenunterführung;
  • Rampen und Treppen;
  • Stützmauern mit einer Gesamtlänge von rund 400 Metern;
  • ein neues Stellwerk;
  • ein neues Aufnahme- und Dienstgebäude.

Die Kosten wurden 1989 auf 13 Millionen Franken veranschlagt.[1]

Einführung der S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf.

Birmensdorf wurde zunächst von der damaligen S9 bedient. Das neue Taktangebot verbesserte die Verbindungen nach Zürich und ins Knonauer Amt deutlich.

In den folgenden Jahren wurde das Liniennetz mehrfach verändert. Heute bedienen die S5 und die S14 den Bahnhof.

Bahnhofsumbau 1990 bis 1992

Der historische Bahnhof wurde Anfang der 1990er-Jahre grundlegend umgebaut.

Neben dem alten Stationsgebäude entstand ein moderner Neubau mit Sichtbacksteinfassaden, gedeckten Zugängen und Räumen für Verkauf, Dienstleistungen und Bahntechnik.

Nach der Fertigstellung des Neubaus wurde das Aufnahmegebäude von 1864 abgebrochen. Fotografien von SBB Historic zeigen beide Gebäude während dieser Übergangsphase.[5]

Die Personenanlagen erhielten zwei Aussenperrons. Eine zentrale Unterführung ersetzte die früheren niveaugleichen Gleisquerungen.

1992 nahm das neue Stellwerk den Betrieb auf. Der Umbau verbesserte die Sicherheit, Fahrplanstabilität und Zugänglichkeit des Bahnhofs.

Stationshaltung durch Dritte

Seit den 2000er-Jahren werden Teile der Kundendienst- und Verkaufsangebote von einem privaten Unternehmen betrieben.

Heute befindet sich im Bahnhof eine Geschäftsstelle der Swiss Travel Association. Sie bietet Reiseberatung und verschiedene Dienstleistungen an.[6]

Die eigentliche Betriebsführung des Bahnhofs erfolgt vollständig zentral. Örtliches Personal ist für Weichen, Signale und Zugabfertigung nicht mehr erforderlich.

Fahrbahnerneuerung 2026

Im Sommer 2026 erneuerten die SBB die Fahrbahn zwischen Birmensdorf und Bonstetten-Wettswil.

Vom 13. Juli bis 2. August 2026 war die Bahnstrecke zwischen Zürich Altstetten beziehungsweise Schlieren und Bonstetten-Wettswil zeitweise vollständig gesperrt. Ersatzbusse übernahmen den Personenverkehr.[7]

Gleichzeitig wurden Gleise, Unterbau und verschiedene betriebliche Anlagen erneuert. Auch der Bahnübergang bei der Zürcherstrasse war während der Hauptarbeiten gesperrt.

Bahnhofsanlage

Die heutige Anlage besitzt zwei regelmässig für den Personenverkehr genutzte Gleise und zwei Aussenperrons.

Gleis Übliche Fahrtrichtung Bahnsteig
1 Urdorf, Zürich Altstetten, Zürich HB und Zürcher Oberland Aussenperron
2 Bonstetten-Wettswil, Affoltern am Albis und Zug Aussenperron

Die tatsächliche Gleisbelegung kann bei Bauarbeiten, Störungen oder betrieblichen Änderungen abweichen. Massgebend sind die Anzeigen und Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof.

Eine zentrale Personenunterführung verbindet die beiden Perrons mit der Zürcherstrasse, der Stationsstrasse und den Bushaltestellen.

Die Zugänge besitzen Rampen und Treppen. Dadurch können Reisende die Gleise ohne niveaugleiche Querung erreichen.

Zur Ausstattung gehören:

  • Perrondächer;
  • Sitzgelegenheiten;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecher;
  • Bahnhofuhren;
  • Billettautomaten;
  • Beleuchtung;
  • Informations- und Notrufeinrichtungen;
  • öffentliche Toilette;
  • Veloabstellplätze;
  • P+Rail;
  • Mobility-Carsharing.

Aufnahmegebäude

Das heutige Stationsgebäude entstand zu Beginn der 1990er-Jahre.

Es handelt sich um einen mehrteiligen Bau mit Sichtbacksteinfassaden. Ein gedeckter Durchgang verbindet die Räume des Gebäudes mit den Zugängen zu den Perrons und dem Bahnhofvorplatz.

Der Neubau vereint:

  • Verkaufs- und Dienstleistungsräume;
  • technische Einrichtungen;
  • Büroflächen;
  • Wohnungen beziehungsweise anderweitig nutzbare Obergeschosse;
  • gedeckte Aufenthalts- und Durchgangsbereiche.

Das Gebäude dokumentiert die funktionale SBB-Architektur der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre. Es unterscheidet sich deutlich vom ländlich geprägten Stationsbau von 1864.

Eisenbahnverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 wird Birmensdorf ZH von den Linien S5 und S14 bedient.[8]

Linie Verbindung über Birmensdorf ZH Funktion
S5 Zug – Knonau – Affoltern am Albis – Birmensdorf ZH – Zürich Altstetten – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rüti – Rapperswil – Pfäffikon SZ Durchgehende Verbindung nach Zug, Zürich und an den oberen Zürichsee
S14 Affoltern am Albis – Birmensdorf ZH – Zürich Altstetten – Zürich HB – Zürich Oerlikon – Wallisellen – Dübendorf – Uster – Wetzikon – Hinwil Verdichtung zwischen Affoltern am Albis und Zürich sowie Verbindung ins Glattal und Zürcher Oberland

S5

Die S5 verbindet Birmensdorf in südwestlicher Richtung mit Bonstetten-Wettswil, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten, Knonau, Steinhausen und Zug.[9]

In Richtung Zürich fährt sie über Urdorf Weihermatt, Urdorf, Zürich Altstetten und Zürich Hardbrücke zum Zürich Hauptbahnhof.

Danach führt sie durch den Hirschengrabentunnel nach Zürich Stadelhofen und weiter über Uster, Wetzikon, Rüti, Jona und Rapperswil nach Pfäffikon SZ.

Die S5 bietet damit umsteigefreie Verbindungen zu zahlreichen wichtigen Arbeits-, Bildungs- und Einkaufsstandorten.

S14

Die S14 beginnt beziehungsweise endet in Affoltern am Albis.

Von Birmensdorf fährt sie über Urdorf und Zürich Altstetten direkt zum Zürich Hauptbahnhof. Im Gegensatz zur S5 hält sie nicht in Zürich Hardbrücke.

Nördlich des Hauptbahnhofs bedient die Linie Zürich Oerlikon, Wallisellen, Dübendorf, Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee. Danach führt sie über Uster, Aathal und Wetzikon nach Hinwil.[10]

Angebot und Reisezeiten

Beide Linien verkehren grundsätzlich im Halbstundentakt. Zusammen ergeben sie zwischen Birmensdorf, Zürich und Affoltern am Albis in der Regel vier Verbindungen pro Stunde.

Ungefähre Reisezeiten betragen:

Ziel Ungefähre Fahrzeit
Zürich Altstetten rund 10 Minuten
Zürich Hauptbahnhof rund 15 bis 20 Minuten
Bonstetten-Wettswil rund 5 Minuten
Affoltern am Albis rund 15 Minuten
Zug rund 35 Minuten
Uster rund 40 Minuten

Die tatsächlichen Reisezeiten unterscheiden sich je nach Linie und Fahrplanlage.

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen wird Birmensdorf von der Nacht-S-Bahn SN5 bedient.

Linie Verbindung
SN5 Knonau – Affoltern am Albis – Birmensdorf ZH – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rapperswil – Pfäffikon SZ
N22 Zürich – Birmensdorf ZH – Bonstetten – Hedingen – Affoltern am Albis – Obfelden

Die SN5 verkehrt auf einer ähnlichen Route wie die Tageslinie S5, besitzt jedoch teilweise andere Endpunkte und Fahrzeiten.[11]

Busverkehr

Die Bushaltestelle Birmensdorf ZH, Bahnhof befindet sich unmittelbar beim Eisenbahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 wird sie von fünf Tages- und einer Nachtlinie bedient.[8]

Linie Verbindung Funktion
215 Zürich, Bahnhof Wiedikon – Uitikon – Birmensdorf ZH – Aesch – Oberlunkhofen – Affoltern am Albis Regionale Verbindung zwischen Zürich, Kelleramt und Knonauer Amt
227 Birmensdorf ZH – Landikon – Stallikon – Sellenbüren – Bonstetten-Wettswil Erschliessung des Reppischtals und Verbindung zur Bahnstation Bonstetten-Wettswil
245 Zürich, Bahnhof Wiedikon – Uitikon – Birmensdorf ZH – Oberlunkhofen – Muri AG Regionalverbindung zwischen Zürich und dem Freiamt
314 Birmensdorf ZH – Urdorf – Dietikon Querverbindung ins Limmattal
350 Zürich Wiedikon – Triemli – Birmensdorf ZH – Oberwil-Lieli – Berikon-Widen Verbindung zwischen Zürich und dem Mutschellen
N22 Nachtverbindung in Richtung Obfelden Ergänzung des nächtlichen Bahnangebots

Linie 215

Die Linie 215 verbindet den Bahnhof über Uitikon und Zürich Triemli mit dem Bahnhof Wiedikon.

In der Gegenrichtung fährt sie über Aesch, Arni und Oberlunkhofen nach Affoltern am Albis.

Sie ergänzt die Bahn insbesondere für die entlang der Hauptstrasse gelegenen Siedlungen und schafft eine direkte Verbindung zum Kelleramt.

Linie 227

Die Linie 227 beginnt in Birmensdorf und führt über das Gemeindegebiet, Landikon, Stallikon und Sellenbüren zum Bahnhof Bonstetten-Wettswil.[12]

Sie erschliesst mehrere kleinere Siedlungen im Reppischtal und an den Hängen des Albis.

Linie 245

Die Linie 245 verkehrt zwischen Zürich Wiedikon und Muri AG.

Sie folgt bis Oberlunkhofen teilweise derselben Route wie die Linie 215 und verbindet Birmensdorf mit dem Mutschellen, dem Kelleramt und dem Freiamt.

Linie 314

Die Linie 314 führt von Birmensdorf über Oberurdorf und Urdorf Nord nach Dietikon.[13]

Sie stellt eine wichtige Querverbindung zwischen der Bahnstrecke Zürich–Zug und dem Limmattal her. In Dietikon bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr, weitere S-Bahn-Linien, Busse und die Limmattalbahn.

Linie 350

Die Linie 350 verbindet Zürich Wiedikon über Triemli, Uitikon, Birmensdorf und Oberwil-Lieli mit dem Bahnhof Berikon-Widen.

Sie erschliesst das Gebiet am Mutschellen und bietet eine direkte Strassenverbindung in Richtung Bremgarten.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 154.[14]

Die Zone umfasst neben Birmensdorf unter anderem Urdorf, Schlieren, Uitikon, Aesch und Teile des Limmattals.

Mit einem gültigen ZVV-Zonenbillett können Reisende während dessen Gültigkeitsdauer grundsätzlich alle integrierten Bahn-, Bus-, Tram- und Schiffsverbindungen innerhalb der gelösten Zonen benutzen.

Für Fahrten nach Zürich ist zusätzlich die Stadtzone 110 erforderlich. Diese zählt aufgrund des besonders dichten Verkehrsangebots als zwei Tarifzonen.

Für Reisen über die Grenzen des Zürcher Verkehrsverbunds hinaus gelten Z-Pass-Angebote oder die Tarife des nationalen Direkten Verkehrs.

Dienstleistungen

Der Bahnhof besitzt kein von den SBB selbst betriebenes Reisezentrum.

Im Stationsgebäude befindet sich eine Geschäftsstelle der Swiss Travel Association. Sie ist werktags geöffnet und bietet Reiseberatung sowie weitere Dienstleistungen an.[6]

Billette können ausserdem über folgende Kanäle gekauft werden:

  • SBB-Billettautomaten;
  • SBB Mobile;
  • ZVV-App;
  • Internetseiten von SBB und ZVV;
  • SBB Contact Center;
  • andere bediente Verkaufsstellen.

Die öffentliche Toilette ist nach Angaben der SBB täglich rund um die Uhr geöffnet.

Velo- und Autoverkehr

Beim Bahnhof bestehen 45 gedeckte Veloparkplätze und zwölf weitere überdachte Plätze für Zweiräder.[6]

Die Abstellanlagen werden von Pendlern aus dem Dorf und den umliegenden Wohngebieten genutzt.

Die P+Rail-Anlage umfasst 31 reguläre Autoabstellplätze und einen Behindertenparkplatz.

Zusätzlich befindet sich beim Bahnhof ein Mobility-Carsharing-Standort. Ein weiterer Mobility-Standort liegt im Zentrum von Birmensdorf.

Die Parkierungsanlagen unterstützen die kombinierte Nutzung von Auto, Velo, Bus und Bahn. Aufgrund der zentralen Lage erreicht ein grosser Teil der Fahrgäste den Bahnhof jedoch zu Fuss.

Hindernisfreiheit

Die beiden Aussenperrons sind über eine schienenfreie Personenunterführung erreichbar.

Rampen ermöglichen den Zugang ohne Treppen. Die erhöhten Bahnsteige sind auf die Niederflureinstiege der eingesetzten Doppelstockzüge abgestimmt.

Nach den Angaben des Zürcher Verkehrsverbunds ist in Birmensdorf bei den planmässigen Zügen der S5 und S14 grundsätzlich ein selbständiger Ein- und Ausstieg möglich.[15]

Bei älteren Doppelstockpendelzügen befinden sich die niederflurigen Einstiege nur im Zwischenwagen. Kurzfristige Änderungen des eingesetzten Rollmaterials sind möglich.

Bedeutung für Birmensdorf

Der Bahnhof prägte die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung der Gemeinde wesentlich.

Bei seiner Eröffnung lag er am Rand des damaligen Dorfes. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden zwischen dem historischen Zentrum und der Bahnlinie neue Wohn-, Gewerbe- und Schulbauten.

Die Eisenbahn ermöglichte das tägliche Pendeln nach Zürich, Zug und in weitere Arbeitszentren. Birmensdorf entwickelte sich dadurch von einer überwiegend landwirtschaftlichen Gemeinde zu einem Wohn- und Dienstleistungsstandort innerhalb der Zürcher Agglomeration.

Heute besitzt der Bahnhof Bedeutung für:

  • Berufspendler;
  • Schülerinnen, Schüler und Studierende;
  • Beschäftigte der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft;
  • Angehörige des Waffenplatzes Reppischtal;
  • Einwohner der Nachbargemeinden;
  • den regionalen Busverkehr;
  • den Freizeit- und Wanderverkehr.

Die kurze Reisezeit zum Zürich Hauptbahnhof gehört zu den wichtigsten Standortvorteilen Birmensdorfs.

Bahnhof und Ortsentwicklung

Das Bahnhofgebiet bildet einen Übergang zwischen dem historischen Dorfzentrum und den neueren Wohnquartieren.

Die Zürcherstrasse verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum. Entlang dieser Achse befinden sich Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe, Restaurants und öffentliche Einrichtungen.

Zu den planerischen Aufgaben im Umfeld gehören:

  • sichere Fuss- und Veloverbindungen;
  • ausreichend breite und hindernisfreie Bushaltestellen;
  • attraktive öffentliche Aufenthaltsräume;
  • die Koordination von Bahn-, Bus- und Individualverkehr;
  • genügend Veloabstellplätze;
  • Schutz der angrenzenden Wohngebiete vor Verkehrslärm;
  • sorgfältige Verdichtung des Siedlungsgebiets.

Das Bahnhofumfeld besitzt aufgrund der guten Erreichbarkeit ein beträchtliches Potenzial für zusätzliche Wohn- und Arbeitsnutzungen.

Bahnstrecke Zürich–Zug

Die Bahnstrecke Zürich–Zug verbindet Zürich Altstetten durch das Knonauer Amt mit Zug.

Die wichtigsten Stationen sind:

Bahnhof Gemeinde Funktion
Zürich Altstetten Zürich Anschluss an Fernverkehr und weitere S-Bahn-Linien
Urdorf Urdorf/Schlieren Regionalbahnhof
Urdorf Weihermatt Urdorf S-Bahn- und Busknoten
Birmensdorf ZH Birmensdorf Kreuzungsbahnhof und regionaler Busknoten
Bonstetten-Wettswil Bonstetten Gemeinsamer Bahnhof für Bonstetten und Wettswil
Hedingen Hedingen Zwischenbahnhof
Affoltern am Albis Affoltern am Albis Regionaler Knoten und Endpunkt der S14
Mettmenstetten Mettmenstetten Zwischenbahnhof
Knonau Knonau Zwischenbahnhof
Steinhausen Steinhausen Bahnhof im Kanton Zug
Steinhausen Rigiblick Steinhausen Stadtbahnhaltestelle
Zug Zug Anschluss an Fernverkehr und weitere S-Bahn-Linien

Die Strecke ist vollständig elektrifiziert und auf mehreren Abschnitten zweigleisig. Weitere Doppelspurausbauten sind langfristig im kantonalen Richtplan gesichert.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  • Schweizerische Bundesbahnen: Archivunterlagen und Planmaterial zum Bahnhof Birmensdorf ZH. SBB Historic.
  • Kanton Zürich: Zweite Teilergänzungen der S-Bahn Zürich. Kreditvorlage und Projektdokumentation, Zürich 1989.
  • Gemeinde Birmensdorf: Birmensdorf – Geschichte und Gegenwart einer Zürcher Gemeinde. Birmensdorf.
  • Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahn, Busse und Schiffe. Liniennetzplan 2026. Zürich 2025.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kanton Zürich: Beschluss über einen Rahmenkredit für die zweiten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich. In: Amtsblatt des Kantons Zürich, 1989, S. 609–627, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Staatsarchiv des Kantons Zürich: Expropriationen in der Gemeinde Birmensdorf für die Eisenbahnunternehmung Zürich–Zug–Luzern, Regierungsratsbeschluss vom 16. Oktober 1862, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Schienenverkehr Schweiz: Bahnstrecke Luzern–Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Stellwerksdatenbank: Birmensdorf, abgerufen am 3. August 2026.
  5. SBB Historic: Plan- und Bildmaterial zum Bahnhof Birmensdorf ZH, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Birmensdorf ZH, Geschäfte und Services, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Gemeinde Aesch ZH: «Birmensdorf ZH: Bahnstrecke drei Wochen gesperrt», 29. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 8,0 8,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Birmensdorf ZH, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S5, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S14, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan SN5, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Zürcher Verkehrsverbund: Fahrplan der Linie 227, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan 314, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Zürcher Verkehrsverbund: Regionalnetz und Tarifzonen, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Zürcher Verkehrsverbund: Angaben zur Hindernisfreiheit der S14, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.