Bezirk Höfe

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Bezirk Höfe
Wappen des Bezirks Höfe
Kanton Schwyz
Region Ausserschwyz
Gemeinden 3
Gemeindenamen Feusisberg, Freienbach und Wollerau
Fläche 44,7 km²
Einwohner rund 29'400
Bevölkerungsdichte rund 658 Einwohner pro km²
Historische Hauptorte Pfäffikon und Wollerau
Verwaltungssitz Freienbach
Höchster Punkt Hochetzel, 1098 m ü. M.
Bezirksammann Nicole Fritsche
Website www.hoefe.ch

Der Bezirk Höfe ist einer der sechs Bezirke des Kantons Schwyz. Er liegt am südlichen Ufer des Zürichsees und umfasst die politischen Gemeinden Feusisberg, Freienbach und Wollerau. Der Bezirk gehört zur Region Ausserschwyz und bildet zusammen mit dem benachbarten Bezirk March einen stark urbanisierten Wirtschafts- und Siedlungsraum zwischen Zürichsee, Etzel und oberem Zürichsee.

Auf einer Fläche von 44,7 Quadratkilometern leben rund 29'400 Einwohnerinnen und Einwohner. Höfe ist damit der flächenmässig kleinste Mehrgemeindebezirk des Kantons, zugleich aber dessen am dichtesten besiedelter und steuerkräftigster Bezirk.[1]

Im Unterschied zu Bezirken in vielen anderen Schweizer Kantonen ist der Bezirk Höfe nicht lediglich eine statistische oder administrative Gebietseinteilung. Er ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigenen Stimmberechtigten, einer Bezirksgemeinde, einem gewählten Bezirksrat, einer Verwaltung, einem Bezirksgericht und einem eigenen Steuerhaushalt.[2]

Der Name «Höfe» erinnert an die beiden historischen Herrschafts- und Gerichtsbezirke Vorderer Hof Pfäffikon und Hinterer Hof Wollerau. Diese wurden 1848 zum heutigen Bezirk Höfe vereinigt.

Geografie

Lage

Der Bezirk Höfe liegt im Nordosten des Kantons Schwyz. Im Norden bildet der Zürichsee die natürliche Grenze. Im Osten schliesst der Bezirk March an, im Süden der Bezirk Einsiedeln. Im Westen grenzt Höfe an den Kanton Zürich, insbesondere an die Gemeinden Richterswil und Wädenswil.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Zürichsees liegen die Stadt Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen und verschiedene Zürcher Seegemeinden. Der Seedamm von Rapperswil verbindet Pfäffikon über die Halbinsel Hurden mit Rapperswil.

Das Bezirksgebiet erstreckt sich vom Zürichsee auf etwa 406 m ü. M. über die dicht besiedelten Ufer- und Hanglagen bis zum Hochetzel auf 1098 m ü. M. Die Gemeinde Feusisberg bildet mit ihren erhöht gelegenen Ortsteilen und Waldgebieten das landschaftliche Dach des Bezirks.[3]

Landschaftsräume

Die Landschaft des Bezirks lässt sich in mehrere Zonen gliedern:

  • die Uferlandschaft des Zürichsees mit Buchten, Schilfgürteln und der Halbinsel Hurden;
  • die dicht besiedelte Ebene und die unteren Hänge zwischen Pfäffikon, Freienbach, Bäch und Wollerau;
  • die höher gelegenen Wohn- und Landwirtschaftsgebiete von Wilen, Wollerau und Feusisberg;
  • die bewaldeten Höhen des Etzels;
  • die Übergangslandschaft um Schindellegi und Biberbrugg in Richtung Einsiedeln und Sihltal.

Das Gelände steigt vom See in südlicher Richtung deutlich an. Dadurch bieten viele Hanglagen Aussicht über den Zürichsee, das Zürcher Oberland und bei klarer Sicht bis zum Albis, zum Säntis und zu den Glarner Alpen.

Die günstige Aussichtslage, die Nähe zur Stadt Zürich und die gute Verkehrserschliessung führten seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer starken Bautätigkeit. Besonders Wollerau, Wilen, Feusisberg und die Hänge oberhalb von Pfäffikon entwickelten sich zu gefragten Wohnlagen.

Gewässer

Das wichtigste Gewässer ist der Zürichsee. Der grösste Teil des Bezirks entwässert über kleinere Bäche direkt in den See. Der südöstliche Teil gehört teilweise zum Einzugsgebiet der Sihl.

Zu den Fliessgewässern gehören unter anderem:

  • der Krebsbach;
  • der Roosbach;
  • der Sihleggbach;
  • der Grenzbach;
  • der Sarenbach;
  • kleinere Hang- und Dorfbäche.

Der Bezirk ist für den Unterhalt verschiedener offener Fliessgewässer zuständig. Hochwasserschutzprojekte sollen Siedlungen, Verkehrswege und Gewerbegebiete vor Überschwemmungen schützen.[4]

Inseln Ufnau und Lützelau

Zum Gebiet des Bezirks gehören die Zürichseeinseln Ufnau und Lützelau. Beide liegen vor der Halbinsel Hurden.

Die Ufnau gehört politisch zur Gemeinde Freienbach und befindet sich im Eigentum des Klosters Einsiedeln. Sie ist die grössere der beiden Inseln und besitzt mit der Kirche St. Peter und Paul sowie der Kapelle St. Martin bedeutende kulturhistorische Bauwerke.

Die Lützelau befindet sich im Eigentum der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Sie wird saisonal als Freizeit- und Campinginsel genutzt. Die Inseln und ihre Uferbereiche bilden zusammen mit der Halbinsel Hurden und dem Frauenwinkel einen ökologisch bedeutenden Landschaftsraum.[1]

Frauenwinkel

Der Frauenwinkel bei Pfäffikon und Hurden ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete am Zürichsee. Er umfasst Flachmoore, Schilfgürtel, Riedwiesen, offene Wasserflächen und Uferbereiche.

Das Gebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Wasser-, Zug- und Brutvögel sowie für Amphibien, Fische, Insekten und seltene Pflanzen. Teile des Frauenwinkels gehören zu den Flachmooren und Wasser- und Zugvogelreservaten von nationaler Bedeutung.

Die starke Siedlungs- und Freizeitnutzung in der Umgebung erfordert eine gezielte Besucherlenkung. Wegegebote, Schutzbereiche und Pflegearbeiten sollen Störungen vermindern und die traditionelle Riedlandschaft erhalten.

Etzel

Der Etzel ist die landschaftlich markanteste Erhebung des Bezirks. Der Hochetzel erreicht 1098 m ü. M. und liegt im Gemeindegebiet von Feusisberg.

Der Berg ist ein beliebtes Wander- und Aussichtsziel. Vom Etzel reicht der Blick über den Zürichsee, den Obersee, die Linthebene und die Voralpen. Wanderwege verbinden Pfäffikon, Feusisberg und Schindellegi mit dem Etzelpass und dem Bezirk Einsiedeln.

Der historische Pilgerweg von Rapperswil nach Einsiedeln führt über Hurden, Pfäffikon und den Etzelpass. Er ist heute Teil der ViaJacobi und damit des schweizerischen Jakobswegnetzes.

Gemeinden

Der Bezirk Höfe umfasst drei politische Gemeinden.

Gemeinde Bedeutende Ortsteile Charakter
Freienbach Pfäffikon, Freienbach, Bäch, Wilen bei Wollerau und Hurden Bevölkerungsreichste Gemeinde und wirtschaftliches Zentrum des Bezirks
Wollerau Wollerau und umliegende Hang- und Gewerbegebiete Dicht besiedelte Wohn- und Wirtschaftsgemeinde an der Grenze zum Kanton Zürich
Feusisberg Feusisberg, Schindellegi und Teile von Biberbrugg, Egg und Wollerau Flächenmässig grösste Gemeinde mit ländlichen Gebieten, Gewerbe und wichtigen Verkehrsachsen

Freienbach

Freienbach ist die bevölkerungsreichste Gemeinde des Bezirks. Der Hauptort Pfäffikon bildet das wirtschaftliche, verkehrstechnische und zunehmend auch administrative Zentrum der Region.

Die Gemeinde besitzt eine ungewöhnlich vielfältige Siedlungsstruktur. Pfäffikon ist ein dicht bebauter Regionalort mit Bahnhof, Einkaufszentren, Schulen, Finanzunternehmen und kantonalen Einrichtungen. Freienbach und Bäch besitzen historische Dorfkerne am See, während Wilen bei Wollerau vorwiegend als Wohnort geprägt ist. Hurden liegt auf der schmalen Halbinsel zwischen Zürichsee und Obersee.

Historisch gehörten Freienbach, Pfäffikon und Hurden zum Vorderen Hof Pfäffikon. Bäch und Wilen waren dagegen Bestandteile des Hinteren Hofs Wollerau.[5]

Wollerau

Wollerau liegt auf den Hängen über dem Zürichsee und grenzt unmittelbar an den Kanton Zürich. Die Gemeinde entwickelte sich von einer landwirtschaftlichen Streusiedlung zu einer dicht bebauten Wohn- und Gewerbegemeinde.

Die Nähe zu Zürich, der vergleichsweise niedrige Steuerfuss und die Aussichtslage machten Wollerau zu einem bevorzugten Wohnort. Neben Wohnquartieren bestehen bedeutende Gewerbe- und Dienstleistungsgebiete.

Wollerau war der Mittelpunkt des historischen Hinteren Hofs. Nach der Bildung des Bezirks Höfe im Jahr 1848 übernahm der Ort während jeweils vier Jahren die Funktion des Bezirkshauptorts, bevor diese für zwei Jahre an Pfäffikon wechselte.[6]

Feusisberg

Feusisberg umfasst die Dörfer Feusisberg und Schindellegi sowie kleinere Gebietsanteile an weiteren Siedlungen. Mit 17,6 Quadratkilometern ist sie die flächenmässig grösste Gemeinde des Bezirks.

Das Dorf Feusisberg liegt auf einer Aussichtsterrasse über dem Zürichsee. Schindellegi befindet sich an einem wichtigen Übergang zwischen Zürichsee, Sihltal und Einsiedeln. Während Feusisberg stärker durch Wohnen, Landwirtschaft und Tourismus geprägt ist, besitzt Schindellegi grössere Gewerbe-, Industrie- und Logistikgebiete.

Zum Gemeindegebiet gehören der Hochetzel und der Rossberg. 2025 lebten in der Gemeinde 5'584 Einwohnerinnen und Einwohner.[7]

Name

Der Bezirksname ist die Mehrzahl des Wortes «Hof». Er verweist nicht auf einzelne Bauernhöfe, sondern auf zwei mittelalterliche Herrschafts-, Wirtschafts- und Gerichtsbezirke des Klosters Einsiedeln:

  • den Vorderen oder Oberen Hof Pfäffikon;
  • den Hinteren oder Unteren Hof Wollerau.

Beide Gebiete entwickelten eigene Gerichte, Versammlungen und lokale Verwaltungsstrukturen. Obwohl sie während Jahrhunderten derselben Grundherrschaft und später derselben Schwyzer Oberhoheit unterstanden, blieben sie politisch und organisatorisch voneinander getrennt.

Erst 1848 wurden die beiden Höfe zum Bezirk Höfe vereinigt. Der Name bewahrt diese historische Zweiteilung bis heute.

Geschichte

Frühe Besiedlung

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet des heutigen Bezirks bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurde. Besonders der Übergang bei Hurden besass eine grosse Bedeutung. Zwischen den beiden Seeufern bestanden seit der Jungsteinzeit Stege und Verkehrsverbindungen.

Römische Siedlungs- und Verkehrsreste weisen auf eine weitere Nutzung des Seeufers hin. Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstanden alemannische Hof- und Dorfsiedlungen.

Die fruchtbaren Uferbereiche eigneten sich für Ackerbau und Fischerei. An den Hängen wurden Viehzucht, Waldwirtschaft und Obstbau betrieben.

Kloster Einsiedeln

Die Geschichte der Höfe ist eng mit dem Kloster Einsiedeln verbunden. Kaiser Otto I. schenkte dem Kloster im Jahr 965 unter anderem die Insel Ufnau und den Hof Pfäffikon.

Das Kloster besass umfangreiche Grundrechte, erhob Abgaben und übte kirchliche sowie wirtschaftliche Funktionen aus. Zur Erschliessung und Bewirtschaftung des Landes wurden Höfe, Wege, Kirchen und Kapellen angelegt.

Der Vordere Hof Pfäffikon und der Hintere Hof Wollerau entwickelten sich als getrennte Verwaltungseinheiten. Die Bewohner besassen gemeinschaftliche Nutzungsrechte an Wäldern, Weiden und Gewässern. Gleichzeitig bestanden Verpflichtungen gegenüber dem Kloster.

Die grundherrlichen Rechte des Klosters blieben auch nach späteren politischen Veränderungen teilweise bestehen. Die Verbindung ist auf der Ufnau, im Schloss Pfäffikon und in zahlreichen historischen Dokumenten sichtbar.

Rapperswiler und Zürcher Vogtei

Die weltliche Schutz- und Vogteigewalt über die klösterlichen Besitzungen wurde zeitweise von den Grafen von Rapperswil ausgeübt. Nach dem Niedergang des Rapperswiler Herrschaftshauses wechselten die Vogteirechte zwischen verschiedenen Trägern.

Im Spätmittelalter gewann die Stadt Zürich zunehmend Einfluss auf die Höfe. Die Lage am Verkehrsweg zwischen Zürich, Rapperswil und den Innerschweizer Gebieten machte die Region strategisch bedeutsam.

Die Zürcher Herrschaft blieb jedoch umstritten. Das Land Schwyz versuchte im 14. und 15. Jahrhundert, seinen Einfluss auf Einsiedeln, die March und die Höfe auszudehnen.

Eroberung durch Schwyz

Während des Alten Zürichkriegs besetzten Schwyzer Truppen im Jahr 1440 die Höfe Pfäffikon und Wollerau. Die Vogteirechte gingen von Zürich an Schwyz über.

Die Höfe wurden nicht als gleichberechtigter Teil des Alten Landes Schwyz aufgenommen. Sie besassen zwar eigene lokale Institutionen, blieben jedoch politisch von Schwyz abhängig. Die Bevölkerung war von wichtigen Entscheidungen der Schwyzer Landsgemeinde weitgehend ausgeschlossen.[8]

Schwyz setzte Vögte und Amtsträger ein und kontrollierte die Aussenpolitik, die hohe Gerichtsbarkeit und wesentliche Teile der Verwaltung. Die lokalen Hofleute konnten ihre Allmenden, Genossenschaften und Teile des niederen Gerichtswesens selbst organisieren.

Zweiter Villmergerkrieg

Nach der Niederlage der katholischen Orte im Zweiten Villmergerkrieg besetzte Zürich 1712 die strategisch wichtige Anlage in Pfäffikon.

Der Friede von Baden von 1714 bestätigte die Höfe jedoch als Bestandteil des Landes Schwyz. Die kurze Besetzung zeigte erneut die militärische Bedeutung des Übergangs zwischen Zürichsee und Innerschweiz.[9]

Helvetische Republik

Mit dem französischen Einmarsch und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft endete 1798 die Untertanenstellung der Höfe. Die Bewohner erhielten rechtlich die gleichen politischen Rechte wie die Bevölkerung des Alten Landes Schwyz.

Während der Helvetischen Republik gehörten die Höfe zum Distrikt Rapperswil im neu geschaffenen Kanton Linth. Die alten Grenzen und Herrschaftsrechte wurden vorübergehend aufgehoben.

Die Zentralisierung der Helvetischen Republik stiess in der Region auf Widerstand. Militärische Kämpfe, Einquartierungen und wirtschaftliche Belastungen prägten die Jahre zwischen 1798 und 1803.

Bezirke Pfäffikon und Wollerau

Die Mediationsakte von 1803 stellte den Kanton Schwyz wieder her. Die beiden Höfe wurden als selbstständige Bezirke Pfäffikon und Wollerau organisiert.

Die politische Gleichstellung mit dem Alten Land blieb umstritten. In den 1820er- und frühen 1830er-Jahren verlangten die äusseren Bezirke eine gerechtere Vertretung in den kantonalen Behörden.

Während der kantonalen Verfassungskrise von 1831 bis 1833 beteiligten sich Teile der Höfe an der Bewegung von Ausserschwyz. Nach einer vorübergehenden Spaltung wurde der Kanton unter eidgenössischem Druck wiedervereinigt.

Bildung des Bezirks Höfe

Die Kantonsverfassung von 1848 vereinigte die Bezirke Pfäffikon und Wollerau zum neuen Bezirk Höfe. Gleichzeitig entstanden die heutigen politischen Gemeinden Freienbach, Wollerau und Feusisberg.

Der Hauptort sollte zwischen Wollerau und Pfäffikon wechseln:

  • Wollerau übte die Funktion jeweils während vier Jahren aus;
  • Pfäffikon übernahm sie während der folgenden zwei Jahre.

Die Regelung spiegelte den historischen Ausgleich zwischen dem Vorderen und dem Hinteren Hof. Mit dem Ausbau einer ständigen Bezirksverwaltung verlor der turnusmässige Wechsel jedoch zunehmend seine praktische Bedeutung.

Rathaus in Wollerau

1979 eröffnete der Bezirk an der Roosstrasse in Wollerau ein neues Rathaus. Dort wurden die Bezirksverwaltung, das Bezirksgericht und verschiedene Ämter zusammengeführt.

Die Wahl Wollerau als Verwaltungsstandort beendete faktisch den regelmässigen Wechsel der zentralen Behörden. Bezirksgemeinden fanden jedoch weiterhin abwechselnd in Wollerau und im Gemeindegebiet von Freienbach statt.

Mit dem Bevölkerungswachstum und der zunehmenden Zahl von Verwaltungs- und Gerichtsverfahren stiess das Gebäude an seine räumlichen und betrieblichen Grenzen.

Rathaus und Justizgebäude Leutschen

Im Sommer 2024 zogen das Bezirksgericht, die Verwaltung und die Bezirksämter in das neue Rathaus und Justizgebäude Leutschen in Freienbach um.[10]

Das Bezirksgericht und das Erbschaftsamt befinden sich an der Rebhaldenstrasse 13. Die Bezirkskanzlei, das Notariat und Grundbuchamt, das Konkursamt, das Betreibungsamt und die Finanzverwaltung sind an der Rebhaldenstrasse 15 untergebracht.[11]

Damit befindet sich die zentrale Bezirksverwaltung erstmals dauerhaft in der Gemeinde Freienbach.

Jahr Ereignis
965 Kaiser Otto I. schenkt dem Kloster Einsiedeln unter anderem die Ufnau und den Hof Pfäffikon
1440 Schwyz erobert die Höfe während des Alten Zürichkriegs
1712 Zürich besetzt Pfäffikon im Zweiten Villmergerkrieg
1714 Der Friede von Baden bestätigt die Zugehörigkeit zu Schwyz
1798 Ende der Untertanenstellung und Eingliederung in den helvetischen Kanton Linth
1803 Bildung der Bezirke Pfäffikon und Wollerau
1848 Vereinigung zum Bezirk Höfe
1979 Eröffnung des Bezirksrathauses in Wollerau
2024 Umzug der zentralen Verwaltung und des Gerichts nach Freienbach

Bevölkerung

Im Bezirk leben rund 29'400 Menschen. Bei einer Fläche von 44,7 Quadratkilometern ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von ungefähr 658 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Quadratkilometer.[1]

Die Bevölkerung ist räumlich ungleich verteilt. Die dichteste Besiedlung befindet sich entlang des Zürichsees und auf den unteren Hängen. Weite Teile der Gemeinde Feusisberg sowie die Waldgebiete am Etzel sind dagegen vergleichsweise dünn besiedelt.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieben die Höfe ausserhalb der Dorfkerne überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Danach setzte ein starkes Wachstum ein. Ursachen waren:

  • die Nähe zur Stadt Zürich;
  • der Ausbau von Eisenbahn und Autobahn;
  • attraktive Wohnlagen;
  • ein grosses Arbeitsplatzangebot;
  • vergleichsweise niedrige Steuern;
  • die Entwicklung Pfäffikons zum regionalen Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum.

Die Bevölkerung ist international zusammengesetzt. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb des Bezirks, insbesondere in Zürich, Zug, Rapperswil-Jona, der March und den angrenzenden Zürcher Gemeinden. Gleichzeitig pendeln zahlreiche Beschäftigte zu Unternehmen im Bezirk.

Das Wachstum führt zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Steigende Grundstücks- und Mietpreise, die Verdichtung bestehender Quartiere und der Mangel an preisgünstigen Wohnungen gehören zu den wichtigen politischen Themen.

Politische Organisation

Rechtsstellung

Nach der Schwyzer Kantonsverfassung sind die Bezirke selbstständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie sind innerhalb des übergeordneten Rechts autonom und erfüllen die ihnen durch das kantonale Recht übertragenen staatlichen Aufgaben.[2]

Der Bezirk Höfe besitzt:

  • eine eigene Rechtspersönlichkeit;
  • eigene politische Behörden;
  • eine Bezirksgemeinde;
  • ein Bezirksgericht;
  • eine Verwaltung;
  • eigene Liegenschaften;
  • einen eigenen Finanzhaushalt;
  • das Recht, Bezirkssteuern zu erheben.

Die Aufgabenverteilung zwischen Kanton, Bezirk und Gemeinden unterscheidet sich von jener anderer Schweizer Kantone. Insbesondere die Sekundarstufe I, das Bezirksgericht und verschiedene zivilrechtliche Ämter werden auf Bezirksebene geführt.

Bezirksgemeinde

Die Bezirksgemeinde ist die Versammlung der Stimmberechtigten des Bezirks. Sie entscheidet über Budget, Rechnung, Steuerfuss und bestimmte Sachgeschäfte.

Grössere Ausgaben, Rechtserlasse und weitere Vorlagen können zusätzlich einer Urnenabstimmung unterstehen. Die Stimmberechtigten wählen den Bezirksrat, Mitglieder des Bezirksgerichts und weitere Behörden.

Die Bezirksgemeinde tagt traditionell abwechselnd in Wollerau und in Pfäffikon beziehungsweise Freienbach. Üblicherweise findet im Frühjahr eine Versammlung zur Rechnung und im Herbst eine Versammlung zum Voranschlag statt.

Bezirksrat

Der Bezirksrat ist die Exekutive des Bezirks. Er führt die Verwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten und beaufsichtigt die bezirkseigenen Aufgabenbereiche.

Die Mitglieder werden von den Stimmberechtigten gewählt. Der Vorsitz wird durch den Bezirksammann beziehungsweise die Bezirksammannfrau ausgeübt. Weitere traditionelle Amtsbezeichnungen sind Statthalter und Säckelmeister.

Seit dem 1. Juli 2026 wird der Bezirk von Nicole Fritsche geleitet. Die Amtsperiode dauert von 2026 bis 2028.[12]

Mitglied Funktion Partei Ressort
Nicole Fritsche Frau Bezirksammann Die Mitte Präsidiales und Gesundheit
Edgar Reichmuth Statthalter unabhängig Umwelt
Christian Eggimann Säckelmeister FDP Finanzen
René Zwahlen Bezirksrat SVP Bildung
Stefan Helfenstein Bezirksrat SVP Liegenschaften
Patrick Hutter Bezirksrat FDP Volkswirtschaft
vakant Bezirksrat Öffentliche Ordnung und Gesellschaft

Die Angaben zur Zusammensetzung entsprechen dem Stand vom 2. August 2026. Für den vakanten Sitz wurde eine Ersatzwahl für den 27. September 2026 angesetzt.[13]

Bezirksgericht

Das Bezirksgericht Höfe ist das erstinstanzliche Gericht für Zivil- und Strafsachen, soweit keine andere Behörde zuständig ist.

Es behandelt unter anderem:

  • zivilrechtliche Streitigkeiten;
  • familienrechtliche Verfahren;
  • erbrechtliche Angelegenheiten;
  • Strafverfahren im erstinstanzlichen Zuständigkeitsbereich;
  • schuldbetreibungs- und konkursrechtliche Verfahren;
  • vorsorgliche Massnahmen.

Dem Bezirk sind ausserdem das Erbschaftsamt, das Vermittleramt und die Schlichtungsbehörde im Mietwesen zugeordnet. Das Bezirksgericht befindet sich seit 2024 im Justizgebäude Leutschen in Freienbach.

Bezirksverwaltung

Zur Bezirksverwaltung gehören:

  • die Bezirkskanzlei;
  • die Finanzverwaltung;
  • das Notariat und Grundbuchamt;
  • das Betreibungsamt;
  • das Konkursamt;
  • das Erbschaftsamt;
  • das Vermittleramt;
  • die Schlichtungsbehörde im Mietwesen;
  • die Schulverwaltung der Sek eins Höfe;
  • verschiedene Fachstellen und Kommissionen.

Die Bezirkskanzlei unterstützt den Bezirksrat, organisiert Wahlen und Abstimmungen, bereitet die Bezirksgemeinden vor und koordiniert die Verwaltung.

Bildung

Primarschulen

Die Gemeinden Freienbach, Wollerau und Feusisberg führen ihre Kindergärten und Primarschulen selbst. Die Schulstandorte verteilen sich auf die verschiedenen Dörfer und Quartiere.

Wegen des Bevölkerungswachstums mussten die Gemeinden in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt zusätzliche Schulhäuser, Kindergärten, Sportanlagen und Betreuungsangebote erstellen.

Sek eins Höfe

Der Bezirk ist Träger der Sek eins Höfe, der öffentlichen Sekundarstufe I für die Jugendlichen aller drei Gemeinden.

Die Schule besitzt zwei Standorte:

  • die Schule Weid in Pfäffikon;
  • die Schule Riedmatt in Wollerau.

Die Sekundarstufe dauert in der Regel drei Jahre. Sie wird als dreigliedrige Schule mit Sekundar-, Real- und Werkstufe geführt. Ergänzend bestehen Förder-, Integrations- und besondere Bildungsangebote.[14]

Die strategische Führung obliegt dem Bezirksschulrat. Für die operative Leitung ist das Rektorat zuständig.

Weiterführende Bildung

In Pfäffikon befindet sich die Kantonsschule Ausserschwyz. Sie bietet gymnasiale Bildungsgänge und eine Fachmittelschule an und wird vom Kanton Schwyz getragen.

Berufsfachschulen, Hochschulen und weitere Bildungsinstitutionen befinden sich in Rapperswil-Jona, Zürich, Zug, Pfäffikon, Lachen und anderen Orten der Region.

Wirtschaft

Der Bezirk Höfe gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen der Schweiz. Seine Entwicklung wird durch die Nähe zur Wirtschaftsmetropole Zürich, die gute Verkehrsanbindung, eine hohe Steuerkraft und ein breites Angebot an Arbeitsplätzen begünstigt.

Nach Angaben des Bezirks arbeiten ungefähr:

  • 80 Prozent der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor;
  • 18 Prozent in Industrie und Gewerbe;
  • 2 Prozent in der Landwirtschaft.[1]

Finanz- und Dienstleistungszentrum Pfäffikon

Pfäffikon entwickelte sich seit den 1980er-Jahren zu einem bedeutenden Finanz- und Unternehmensstandort. Zahlreiche Gesellschaften aus den Bereichen Vermögensverwaltung, Beteiligungen, Unternehmensberatung, Handel und Technologie haben ihren Sitz in der Gemeinde Freienbach.

Das Gebiet rund um den Bahnhof, den Seedamm und die Autobahn besitzt eine hohe Konzentration an Büro-, Einkaufs- und Dienstleistungsnutzungen. Pfäffikon erfüllt zentrale Funktionen für den gesamten Raum Ausserschwyz.

Neben Finanzdienstleistungen sind Handel, Gesundheitswesen, Bildung, Immobilienwirtschaft, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen von Bedeutung.

Industrie und Gewerbe

Industrie- und Gewerbezonen befinden sich insbesondere in:

  • Pfäffikon;
  • Bäch;
  • Wollerau;
  • Wilen;
  • Schindellegi;
  • Biberbrugg.

Vertreten sind Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bauwirtschaft, Elektrotechnik, Logistik, Lebensmittelverarbeitung, Medizintechnik und zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe.

Schindellegi besitzt aufgrund seiner Lage an den Verkehrswegen zwischen Zürich, Zug, Einsiedeln und der March eine besondere Bedeutung für Logistik- und Industrieunternehmen.

Landwirtschaft

Trotz der starken Überbauung wird ein Teil des Bezirks weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Landwirtschaftliche Betriebe befinden sich vor allem in den höheren Lagen von Feusisberg, Schindellegi, Wollerau und am Etzel.

Wichtig sind Viehhaltung, Milchwirtschaft, Futterbau und Obstbau. Die Landwirtschaft trägt zum Erhalt offener Wiesen, Hecken, Hochstammobstgärten und traditioneller Kulturlandschaften bei.

Der Siedlungsdruck erschwert jedoch die langfristige Sicherung landwirtschaftlicher Flächen.

Steuerkraft

Der Bezirk Höfe weist die höchste Steuerkraft unter den Schwyzer Bezirken auf. Auch die Gemeinden Wollerau, Freienbach und Feusisberg gehören zu den finanzstarken Gemeinden des Kantons.

Im innerkantonalen Finanzausgleich leistet der Bezirk deshalb erhebliche Beiträge zugunsten finanzschwächerer Bezirke. Für das Ausgleichsjahr 2026 belief sich die Belastung auf 517 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.[15]

Verkehr

Strassenverkehr

Die Autobahn A3 führt durch den Bezirk und verbindet ihn mit Zürich, dem Walensee, Chur und der übrigen Ostschweiz. Autobahnanschlüsse bestehen in oder nahe Pfäffikon, Wollerau und Richterswil.

Der Seedamm verbindet Pfäffikon und Hurden mit Rapperswil-Jona. Er trägt sowohl eine Strasse als auch eine Eisenbahnlinie und bildet einen der wichtigsten Übergänge über den Zürichsee.

Schindellegi liegt an der Hauptstrasse zwischen Wädenswil und Einsiedeln. Weitere Strassen führen nach Biberbrugg, in die March, nach Richterswil und zu den Höhen des Etzels.

Die starke Pendler- und Einkaufsmobilität führt besonders während der Hauptverkehrszeiten zu hoher Belastung. Verkehrsplanung, Lärmschutz, sichere Veloverbindungen und die Abstimmung von Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sind wichtige regionale Aufgaben.

Eisenbahn

Der Bahnhof Pfäffikon SZ ist der wichtigste Bahnknoten des Bezirks. Dort treffen die linksufrige Zürichseelinie, die Strecke über den Seedamm nach Rapperswil und die Linie der Schweizerischen Südostbahn nach Samstagern zusammen.

Weitere Bahnhöfe und Haltestellen sind:

  • Bäch;
  • Freienbach SBB;
  • Freienbach SOB;
  • Wilen bei Wollerau;
  • Wollerau;
  • Schindellegi-Feusisberg.

Direkte oder umsteigefreie Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich, Rapperswil-Jona, Ziegelbrücke, Chur, Einsiedeln, Wädenswil und in weitere Teile der Zentralschweiz.

Die Eisenbahn trug seit dem späten 19. Jahrhundert wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Die linksufrige Zürichseebahn wurde 1875 eröffnet, die Verbindung Wädenswil–Einsiedeln folgte 1877.

Busverkehr

Regionale Buslinien erschliessen die Siedlungsgebiete ausserhalb der Bahnlinien. Sie verbinden Bahnhöfe, Wohnquartiere, Schulen und Gewerbegebiete.

Wichtige Umsteigepunkte befinden sich in Pfäffikon, Wollerau, Schindellegi und Biberbrugg. Die Linien sind in den Tarifverbund Ostwind und teilweise in überregionale Tarifangebote eingebunden.

Schifffahrt und Fusswege

Schiffe auf dem Zürichsee bedienen saisonal verschiedene Orte und Ausflugsziele der Region. Die Ufnau ist mit Kursschiffen erreichbar.

Der historische Holzsteg zwischen Hurden und Rapperswil dient Fussgängerinnen und Fussgängern. Er folgt einer jahrtausendealten Verkehrsverbindung und ist Teil des Jakobswegs.

Natur- und Landschaftsschutz

Die starke Siedlungsentwicklung stellt den Bezirk vor besondere ökologische Herausforderungen. Wertvolle Lebensräume liegen häufig unmittelbar neben Wohnquartieren, Gewerbezonen und Verkehrswegen.

Zu den bedeutenden Naturgebieten gehören:

  • der Frauenwinkel;
  • die Inseln Ufnau und Lützelau;
  • die Uferbereiche bei Hurden und Bäch;
  • Ried- und Feuchtflächen;
  • Waldgebiete am Etzel;
  • Bachläufe und Tobel;
  • Hochstammobstgärten und Heckenlandschaften.

Der Bezirk, die Gemeinden, der Kanton und private Organisationen führen Pflege- und Aufwertungsmassnahmen durch.

Landschaftsentwicklungskonzept Höfe

Das Landschaftsentwicklungskonzept Höfe koordiniert ökologische Aufwertungen im gesamten Bezirk. Beteiligt sind Bezirks- und Gemeindevertreter sowie Fachpersonen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei, Gartenbau und Gewerbe.

Zu den Massnahmen gehören:

  • Pflanzung einheimischer Hecken und Bäume;
  • Pflege von Waldrändern;
  • Aufwertung von Bachläufen;
  • Förderung von Hochstammobstgärten;
  • Vernetzung von Lebensräumen;
  • Bekämpfung invasiver Pflanzen;
  • Information der Bevölkerung.

Das Konzept soll Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung miteinander verbinden.

Hochwasserschutz

Dichte Bebauung, versiegelte Flächen und steile Bacheinzugsgebiete erhöhen das Risiko von Überschwemmungen. Der Bezirk unterhält deshalb offene Gewässer und beteiligt sich an Hochwasserschutzprojekten.

Technische Schutzbauten werden zunehmend mit ökologischen Aufwertungen kombiniert. Wo möglich, sollen Bäche mehr Raum erhalten und naturnaher gestaltet werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Pfäffikon

Das Schloss Pfäffikon ist eines der bedeutendsten historischen Bauwerke des Bezirks. Die Anlage diente dem Kloster Einsiedeln zur Verwaltung seiner Güter und Rechte in den Höfen.

Der markante Schlossturm stammt in seinen ältesten Teilen aus dem Mittelalter. Die Anlage wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Sie erinnert an die jahrhundertelange Grundherrschaft des Klosters Einsiedeln.

Insel Ufnau

Die Ufnau besitzt eine aussergewöhnliche Verbindung von Natur- und Kulturgeschichte. Auf der Insel befinden sich die romanische Kirche St. Peter und Paul, die Kapelle St. Martin sowie ein historisches Gasthaus.

Der Humanist und Reichsritter Ulrich von Hutten starb 1523 auf der Insel. Die Ufnau blieb trotz ihrer Nähe zum dicht besiedelten Seeufer weitgehend unüberbaut.

Kirchen und Kapellen

Zu den bedeutenden Sakralbauten gehören:

  • die Pfarrkirche St. Adelrich in Freienbach;
  • die Pfarrkirche St. Verena in Wollerau;
  • die Pfarrkirche St. Jakobus in Feusisberg;
  • die Pfarrkirche St. Anna in Schindellegi;
  • die Kirchen und Kapellen auf der Ufnau;
  • verschiedene Weg-, Hof- und Quartierkapellen.

Die historischen Kirchgemeinden spielten bei der Entwicklung der politischen Gemeinden eine wichtige Rolle.

Historische Verkehrswege

Der Übergang bei Hurden gehört zu den ältesten nachweisbaren Verkehrsverbindungen der Schweiz. Archäologische Untersuchungen belegen Steganlagen aus verschiedenen vorgeschichtlichen Epochen.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nutzten Pilger den Weg von Rapperswil über Hurden, Pfäffikon und den Etzel nach Einsiedeln. Der heutige Holzsteg macht einen Teil dieser historischen Route wieder erlebbar.

Ortsbilder und Bauernhäuser

In Freienbach, Bäch, Wollerau, Feusisberg und Schindellegi sind einzelne historische Dorfbereiche, Bauernhäuser und Gasthäuser erhalten.

Viele traditionelle Gebäude wurden durch das starke Wachstum von neuen Wohn- und Geschäftsbauten umgeben. Der Schutz historischer Ortsbilder steht deshalb häufig im Spannungsfeld mit Verdichtung und wirtschaftlicher Nutzung.

Regionale Identität

Die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks werden als Höfner bezeichnet. Der Begriff findet sich in Vereinsnamen, regionalen Institutionen und in der lokalen Presse.

Die regionale Identität beruht auf mehreren historischen und geografischen Gemeinsamkeiten:

  • der Herkunft aus den beiden klösterlichen Höfen;
  • der jahrhundertelangen Abhängigkeit von Schwyz;
  • der Lage am Zürichsee;
  • der Zugehörigkeit zu Ausserschwyz;
  • der wirtschaftlichen Orientierung nach Zürich;
  • der gemeinsamen Bezirksverwaltung und Bezirksschule.

Gleichzeitig besitzen die einzelnen Dörfer und Gemeinden ausgeprägte lokale Identitäten. Historische Grenzen zwischen Vorderem und Hinterem Hof sind im Alltagsleben teilweise noch erkennbar.

Herausforderungen

Der Bezirk Höfe gehört zu den dynamischsten Regionen des Kantons Schwyz. Das Wachstum schafft wirtschaftliche Möglichkeiten, führt aber auch zu politischen und planerischen Herausforderungen.

Dazu gehören:

  • hohe Wohn- und Grundstückspreise;
  • Mangel an preisgünstigem Wohnraum;
  • zunehmende Verkehrsbelastung;
  • Verdichtung bestehender Quartiere;
  • Schutz des Frauenwinkels und weiterer Naturgebiete;
  • Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen;
  • Ausbau von Schulen und öffentlicher Infrastruktur;
  • Hochwasserschutz;
  • Anpassung an Hitze und Starkniederschläge;
  • Koordination zwischen drei Gemeinden, Bezirk und Kanton.

Die begrenzte Fläche verstärkt die Nutzungskonflikte. Neue Wohn- und Gewerbeflächen können fast nur noch durch Verdichtung, Umnutzung bestehender Areale oder sorgfältig begrenzte Erweiterungen geschaffen werden.

Bedeutung

Der Bezirk Höfe verbindet Merkmale einer historischen Schwyzer Landschaft mit jenen eines modernen Agglomerations- und Wirtschaftsraums.

Die mittelalterlichen Höfe Pfäffikon und Wollerau prägen bis heute Name, politische Organisation und regionale Identität. Gleichzeitig ist die Region eng mit dem Grossraum Zürich verflochten.

Pfäffikon besitzt als Wirtschafts-, Bildungs- und Verkehrszentrum eine über den Bezirk hinausreichende Bedeutung. Wollerau und Feusisberg gehören zu den bekanntesten Wohnlagen am Zürichsee. Die Landschaft mit Frauenwinkel, Ufnau, Hurden und Etzel verleiht dem dicht besiedelten Bezirk zugleich einen hohen Natur- und Erholungswert.

Als öffentlich-rechtliche Körperschaft übernimmt der Bezirk Aufgaben, die in anderen Kantonen häufig bei den Gemeinden oder dem Kanton liegen. Bezirksgericht, Sekundarschule, Notariat, Grundbuchamt und weitere Einrichtungen machen Höfe zu einer politisch und administrativ eigenständigen regionalen Einheit.

Siehe auch

Literatur

  • Markus Bamert: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Neue Ausgabe IV: Der Bezirk Höfe. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2010.
  • Historischer Verein des Kantons Schwyz (Hrsg.): Geschichte des Kantons Schwyz. Chronos, Zürich 2012.
  • Hof + Hof = Höfe. Die schwyzerischen Höfe Wollerau und Pfäffikon und ihre Vereinigung zum Bezirk Höfe 1848. In: Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Band 84, 1992.
  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Band I: Die Bezirke Einsiedeln, Höfe und March. Birkhäuser, Basel 1927.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Bezirk Höfe: Portrait des Bezirks Höfe, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Kanton Schwyz: Verfassung des Kantons Schwyz, insbesondere §§ 69–73.
  3. Gemeinde Feusisberg: Willkommen in Feusisberg, abgerufen am 2. August 2026.
  4. Bezirk Höfe: Gewässerunterhalt und Hochwasserschutz, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Gemeinde Freienbach: Geschichte der Gemeinde Freienbach, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Gemeinde Wollerau: Die Entstehung der Gemeinde Wollerau, abgerufen am 2. August 2026.
  7. Gemeinde Feusisberg: Zahlen und Fakten, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Historischer Verein des Kantons Schwyz: Von der Talgemeinde zum Länderort Schwyz, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Historisches Lexikon der Schweiz: Pfäffikon (SZ), abgerufen am 2. August 2026.
  10. Bezirk Höfe: Startseite und Bezirksgeschichte, abgerufen am 2. August 2026.
  11. Bezirk Höfe: Ämter und Kontaktstellen, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Bezirk Höfe: Behörden und Politik, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Bezirk Höfe: Wahlen und Abstimmungen 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  14. Bezirk Höfe: Schulen im Bezirk Höfe, abgerufen am 2. August 2026.
  15. Kanton Schwyz: Schwyzer Finanzausgleich 2026, S. 7.

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