Autobahn A53
| Autobahn A53 | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Frühere Bezeichnung | A53 |
| Heutige Bezeichnung | A15 |
| Nationalstrasse | N15 |
| Strassentyp | Autobahn und Autostrasse |
| Verlauf | Brüttisellen–Uster–Hinwil–Rapperswil-Jona–Reichenburg |
| Kantone | Zürich, St. Gallen, Schwyz |
| Beginn | Verzweigung Brüttisellen an der A1 |
| Ende | Verzweigung Reichenburg an der A3 |
| Wichtige Verbindung | A52 bei Hinwil |
| Netzlücke | zwischen Uster-Ost und Hinwil |
| Betreiber seit 2020 | Bundesamt für Strassen |
Die Autobahn A53 war bis Ende 2019 die Bezeichnung der heutigen Schweizer Autobahn A15. Sie führt von der Verzweigung Brüttisellen im Kanton Zürich durch das Zürcher Oberland und die Region Linthgebiet zur Verzweigung Reichenburg an der A3. Die Strecke besteht aus unterschiedlich ausgebauten Autobahn- und Autostrassenabschnitten.
Seit dem 1. Januar 2020 gehört die Verbindung zur Nationalstrasse N15 und wird auf der Wegweisung mit der Nummer A15 bezeichnet. Die frühere Nummer A53 ist deshalb keine aktuelle offizielle Strassenbezeichnung mehr. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist sie besonders in älteren Dokumenten, Karten, Medienberichten und Ortsangaben jedoch weiterhin anzutreffen.[1]
Der Zürcher Abschnitt wird gewöhnlich als Oberlandautobahn bezeichnet. Zwischen dem Anschluss Uster-Ost und dem Raum Hinwil besteht eine Netzlücke, die gegenwärtig über Hauptstrassen durch das Aathal, Wetzikon und Hinwil überbrückt wird. Der Bund plant, diese Lücke durch eine neue Hochleistungsstrasse zu schliessen.
Bezeichnung
Die Nummer A53 wurde verwendet, als grosse Teile der Strasse noch Kantonsstrassen der Kantone Zürich und St. Gallen waren. Obwohl die Verbindung in ihrer Ausgestaltung einer Autobahn oder Autostrasse entsprach, gehörte sie nicht vollständig zum damaligen Nationalstrassennetz des Bundes.
Mit der Erweiterung des Nationalstrassennetzes gingen die kantonalen Abschnitte zwischen Brüttisellen und Reichenburg Anfang 2020 in die Verantwortung des Bundes über. Gleichzeitig wurde die Strasse der Nationalstrasse N15 zugeordnet und von A53 in A15 umbenannt.[2]
Die Bezeichnungen besitzen unterschiedliche Funktionen:
- N15 ist die administrative Nummer der Nationalstrasse.
- A15 ist die auf grünen Wegweisern verwendete Verkehrsnummer.
- A53 ist die frühere Verkehrsnummer.
- Oberlandautobahn bezeichnet vor allem den Abschnitt im Kanton Zürich.
Die Umnummerierung sollte eine einheitliche Bezeichnung der gesamten Verbindung schaffen. Zuvor waren verschiedene Teilstrecken je nach Kanton und Eigentumsverhältnissen unterschiedlich klassiert.
Verlauf
Brüttisellen bis Uster
Die frühere A53 beginnt an der Verzweigung Brüttisellen bei Wangen-Brüttisellen. Dort zweigt sie von der A1 ab, die Zürich mit Winterthur und der Ostschweiz verbindet.
Vom Brüttiseller Kreuz führt die Strasse zunächst in südöstlicher Richtung durch das Glattal. Der erste Abschnitt erschliesst die Gemeinden Wangen-Brüttisellen, Volketswil und Uster. Zu den wichtigen Anschlüssen gehören:
- Hegnau
- Volketswil
- Uster-West
- Uster-Nord
- Uster-Ost
Die Strecke ist in diesem Bereich als richtungsgetrennte Autobahn mit zwei Fahrstreifen pro Richtung ausgebaut. Sie dient sowohl dem regionalen Verkehr im Zürcher Oberland als auch den Pendlerströmen zwischen Uster, dem Glattal und der Stadt Zürich.
Der Abschnitt zwischen Brüttisellen und Uster zählt zu den am stärksten belasteten Teilen der Verbindung. Insbesondere im Bereich des Brüttiseller Kreuzes treffen die Verkehrsströme der A1 und der Oberlandautobahn aufeinander. Zu den Hauptverkehrszeiten entstehen regelmässig Rückstaus.
Netzlücke zwischen Uster und Hinwil
Beim Anschluss Uster-Ost endet die durchgehend ausgebaute Autobahn. Der Verkehr wird auf die Aathalstrasse geleitet und folgt der heutigen Nationalstrasse durch das Aathal, Seegräben, Wetzikon und Hinwil.
Die Ersatzverbindung führt teilweise durch dicht besiedelte Gebiete. Sie weist zahlreiche Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten auf und entspricht nicht dem Standard einer Autobahn. Der überregionale Verkehr vermischt sich deshalb mit dem lokalen Verkehr.
Die wichtigsten Orte entlang der Netzlücke sind:
- Uster-Ost
- Aathal
- Wetzikon
- Hinwil
- Kreisel Betzholz
Die Durchfahrt durch das Aathal und Wetzikon ist insbesondere während der Hauptverkehrszeiten stark belastet. Staus beeinträchtigen auch den Busverkehr und erschweren die Erschliessung angrenzender Wohn- und Gewerbegebiete.
Die bestehende Verbindung gehört seit 2020 vorläufig zur Nationalstrasse N15. Nach dem Bau des neuen Autobahnabschnitts sollen Teile der heutigen Durchgangsstrasse wieder in die Verantwortung des Kantons Zürich übergehen.
Hinwil bis Rüti
Beim Kreisel Betzholz südlich von Hinwil beginnt der nächste ausgebaute Abschnitt. Dort besteht eine Verbindung mit der A52, die als Forchautostrasse in Richtung Forch, Küsnacht und Zürich führt.
Vom Raum Betzholz verläuft die Strasse in südöstlicher Richtung an Hinwil vorbei. Sie erschliesst unter anderem:
- Hinwil
- Dürnten
- Rüti ZH
Dieser Abschnitt wurde bereits vor der Aufnahme ins Nationalstrassennetz als Teil der Oberlandautobahn betrieben. Er weist überwiegend einen Autobahnstandard mit getrennten Richtungsfahrbahnen auf.
Rüti bis Rapperswil-Jona
Östlich von Rüti führt die Strasse in den Kanton St. Gallen. Sie verläuft über Wagen und Eschenbach in Richtung Rapperswil-Jona.
Die bauliche Ausgestaltung wechselt in diesem Bereich. Neben richtungsgetrennten Abschnitten existieren Teile, die als Autostrasse ohne vollständige bauliche Trennung der Fahrtrichtungen ausgeführt sind. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt deshalb nicht auf der gesamten Strecke bei 120 km/h.
Zu den bedeutenden Bauwerken gehört der Balmenraintunnel bei Eschenbach. Der Tunnel ist Teil eines nicht durchgehend richtungsgetrennten Autostrassenabschnitts.[3]
Die A15 führt nicht in das Zentrum von Rapperswil, sondern umgeht das Siedlungsgebiet südlich und östlich. Über Anschlüsse besteht eine Verbindung zur Stadt, zum Seedamm und zum regionalen Strassennetz.
Rapperswil-Jona bis Schmerikon
Von Rapperswil-Jona verläuft die Strasse weiter durch das Linthgebiet. Sie erschliesst die Gemeinden Eschenbach, Uznach und Schmerikon.
In diesem Abschnitt befinden sich mehrere Tunnel und Kunstbauten. Dazu gehören der Balmenraintunnel und der Uznabergtunnel. Letzterer führt durch das Gebiet zwischen Neuhaus und Uznach.[4]
Die Strasse übernimmt hier eine wichtige Entlastungsfunktion für die Ortszentren. Sie verbindet das Zürcher Oberland mit dem oberen Zürichsee, der Linthebene und der A3.
Schmerikon bis Reichenburg
Östlich von Schmerikon führt die Strecke durch die flache Landschaft der Linthebene. Sie passiert den Raum Tuggen im Kanton Schwyz und erreicht anschliessend die Verzweigung Reichenburg.
Zu den Anschlüssen des östlichen Streckenteils gehören:
- Schmerikon
- Tuggen
- Reichenburg
An der Verzweigung Reichenburg geht die A15 in die A3 über. In Richtung Westen führt die A3 nach Pfäffikon SZ und Zürich, in Richtung Osten nach Niederurnen, Sargans und Chur.
Der Abschnitt zwischen Tuggen und Reichenburg gehörte bereits vor 2020 zum Nationalstrassennetz. Mit der Übernahme der übrigen Strecken wurde die gesamte Verbindung organisatorisch zusammengeführt.
Das Bundesamt für Strassen führt die A15 offiziell als Verbindung von Brüttisellen über Uster-Ost, Hinwil, Dürnten, Rüti und Eschenbach bis Reichenburg.[5]
Ausbauzustand
Die ehemalige A53 besitzt keinen einheitlichen Ausbauzustand. Sie umfasst:
- vierspurige und richtungsgetrennte Autobahnabschnitte
- nicht richtungsgetrennte Autostrassenabschnitte
- Tunnelstrecken
- eine provisorische Verbindung über gewöhnliche Hauptstrassen
- städtische und regionale Anschlüsse
- die Autobahnverzweigungen Brüttisellen und Reichenburg
Der Abschnitt Brüttisellen–Uster ist als klassische Autobahn ausgebaut. Auf dem östlichen Abschnitt zwischen Hinwil und Reichenburg wechseln sich Autobahn- und Autostrassenstandards ab.
Die heutige Verbindung durch die Netzlücke ist für den Langsamverkehr teilweise zugänglich und besitzt zahlreiche niveaugleiche Kreuzungen. Sie unterscheidet sich damit deutlich von den anschliessenden Hochleistungsstrassen.
Geschichte
Erste Planungen
Die Planung einer leistungsfähigen Strassenverbindung durch das Zürcher Oberland reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1965 wurde erstmals eine zusammenhängende Linienführung für die Oberlandautobahn festgelegt.
Das ursprüngliche Konzept sah eine durchgehende Hochleistungsstrasse von Brüttisellen über Uster, Wetzikon und Hinwil in Richtung Rapperswil und Reichenburg vor. Ergänzend sollte die Forchautostrasse das Zürcher Oberland mit der Stadt Zürich verbinden.
Die Strecke wurde in mehreren Etappen geplant. Aus finanziellen, politischen und umweltrechtlichen Gründen konnten jedoch nicht alle Abschnitte gleichzeitig gebaut werden. Der Bereich zwischen Uster und Hinwil blieb unvollendet.[6]
Bau in Etappen
Zunächst entstanden die Abschnitte zwischen Brüttisellen und Uster sowie zwischen Hinwil und Rüti. Später wurde die Verbindung über das Gebiet des Kantons St. Gallen bis zur A3 bei Reichenburg verlängert.
Mit den Umfahrungen und Tunnelanlagen im Raum Eschenbach, Uznach und Schmerikon wurde die Strasse schrittweise zu einer leistungsfähigen Verbindung zwischen dem Zürcher Oberland und der Linthebene ausgebaut.
Die verschiedenen Bauetappen wurden von den Kantonen Zürich, St. Gallen und Schwyz geplant und finanziert. Dadurch entstanden unterschiedliche technische Standards und Eigentumsverhältnisse.
Projekt für den Lückenschluss
Der Kanton Zürich nahm 1995 eine Linienführung zwischen Uster-Ost und dem Kreisel Betzholz in seinen Richtplan auf. Das Projekt sah eine neue Autobahn mit mehreren oberirdischen Abschnitten, Tunneln und Anschlüssen vor.
Ein Ausführungsprojekt wurde 2005 öffentlich aufgelegt. Dagegen gingen Einsprachen ein, insbesondere wegen möglicher Auswirkungen auf geschützte Landschaften, Moore und Grundwasservorkommen.
Nach einer Überarbeitung wurde das Projekt 2007 erneut aufgelegt. Das Bundesgericht kam 2012 zum Ergebnis, dass Teile der geplanten Linienführung mit dem Schutz der Moorlandschaft nicht vereinbar seien. Es hiess mehrere Beschwerden gut und wies das Projekt an den Regierungsrat zurück.[6]
Der Kanton entwickelte daraufhin eine neue Richtplanvariante. Diese sah eine weitgehend unterirdische Umfahrung von Wetzikon über den Raum Grüt und eine Verbindung mit der Forchautostrasse bei Ottikon vor.
Aufnahme ins Nationalstrassennetz
Am 12. Februar 2017 stimmte die Schweizer Bevölkerung der Schaffung des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds zu. Damit war auch die Erweiterung des Nationalstrassennetzes verbunden.
Am 1. Januar 2020 übernahm der Bund die Verbindung zwischen dem Brüttiseller Kreuz und Reichenburg. Die bisherige A53 wurde zur A15 beziehungsweise N15.[2]
Mit dem Eigentumsübergang wurde das Bundesamt für Strassen für Betrieb, Unterhalt und weitere Projektierung zuständig. Die umfangreichen Vorarbeiten des Kantons Zürich für den Lückenschluss wurden dem ASTRA übergeben.
Lückenschliessung der Oberlandautobahn
Ziele des Projekts
Mit dem Projekt soll die fehlende Hochleistungsstrasse zwischen Uster-Ost und dem Raum Hinwil gebaut werden. Zu den wichtigsten Zielen gehören:
- Entlastung von Aathal, Wetzikon und Hinwil vom Durchgangsverkehr
- Verbesserung der Verkehrssicherheit
- zuverlässigere Reisezeiten
- bessere Verbindung zwischen Glattal, Zürcher Oberland und Linthebene
- Entlastung des regionalen Busverkehrs von Staus
- Reduktion des Ausweichverkehrs durch Wohnquartiere
- Schaffung einer durchgehenden Nationalstrasse zwischen A1 und A3
Das Projekt befindet sich in der Phase des Generellen Projekts. In dieser Phase werden die grundlegende Linienführung, die Anschlussstellen und die wichtigsten Bauwerke festgelegt.
Richtplanvariante
Die vom Kanton Zürich entwickelte Richtplanvariante führt von Uster-Ost in Richtung Wetzikon. Anschliessend soll sie Wetzikon grossräumig über Grüt und Gossau ZH umfahren und beim Anschluss Ottikon mit der Forchautostrasse verbunden werden.
Der Verkehr würde auf der ausgebauten Forchautostrasse bis zum Raum Betzholz geführt. Ein grosser Teil der neuen Strecke soll unterirdisch verlaufen, um Siedlungen und Landschaftsräume zu schonen.
Variante Tunnel tief
Das ASTRA untersuchte daneben verschiedene Varianten mit tiefer liegenden Tunneln. Eine Variante sieht eine Verbindung von einem möglichen Anschluss Wetzikon direkt zum Kreisel Betzholz vor.
Geologische Untersuchungen zeigten, dass die Felsoberfläche teilweise tiefer liegt als zunächst angenommen. Dadurch wurden zusätzliche Varianten möglich, die weiter unter dem Aathal und den angrenzenden Gebieten verlaufen.
Variante Tunnel tief lang
Seit 2024 wird zusätzlich die Variante Tunnel tief lang geprüft. Sie sieht einen durchgehenden Tunnel vom Anschluss Uster-Ost bis zum Betzholz-Kreisel vor.
Bei dieser Lösung würden sowohl ein Autobahnanschluss in Wetzikon als auch ein ursprünglich vorgesehenes Viadukt im Aathal entfallen. Das ASTRA erwartet davon eine stärkere Entlastung des nachgelagerten Strassennetzes, da weniger zusätzlicher Verkehr zu einem Anschluss Wetzikon geführt würde.[7]
Ein durchgehender tiefer Tunnel wäre bautechnisch anspruchsvoll. Zu untersuchen sind insbesondere:
- Verlauf der Felsoberfläche
- Beschaffenheit der Lockergesteine
- Grundwasser im Aathal
- Lage und Leistungsfähigkeit der Grundwasserleiter
- Tunnelportale und Anschlussbauwerke
- Lüftung und Sicherheit
- Baukosten und Bauzeit
- Auswirkungen auf Siedlung, Landwirtschaft und Natur
Sondierbohrungen
Zwischen August 2023 und August 2024 führte das ASTRA rund 43 Sondierbohrungen durch. Weil sich die geologischen Verhältnisse anders als erwartet darstellten, waren weitere Untersuchungen erforderlich.
Eine zweite Bohrkampagne fand zwischen November 2024 und Frühjahr 2025 statt. Weitere Sondierungen folgten bis Juni 2025.
Von März bis Juni 2026 wurde eine vierte Bohrkampagne durchgeführt. Sie konzentrierte sich auf den Untergrund zwischen Uster-Ost und Wetzikon und sollte klären, ob die Variante Tunnel tief lang geologisch realisierbar ist. Untersucht wurden insbesondere der Grundwasserleiter im Aathal-Schotter und die Lage der Felsoberfläche.[8]
Das ASTRA plant, die Bestvariante bis Ende 2026 zu bestimmen. Erst danach können das Generelle Projekt abgeschlossen und die weiteren Genehmigungsverfahren vorbereitet werden.[6]
Verkehrliche Bedeutung
Die ehemalige A53 bildet eine wichtige Achse für den Osten des Kantons Zürich und die angrenzenden Gebiete der Kantone St. Gallen und Schwyz.
Sie verbindet:
- das Zürcher Oberland mit der Agglomeration Zürich
- Uster mit der A1
- Hinwil und Rüti mit dem nationalen Autobahnnetz
- Rapperswil-Jona mit dem Zürcher Oberland
- das Linthgebiet mit der A1 und der A3
- die Region Zürich mit dem Raum Glarus, Sargans und Graubünden
Für den regionalen Wirtschaftsverkehr ist die Strasse von grosser Bedeutung. Entlang der Verbindung liegen zahlreiche Industrie-, Gewerbe- und Logistikbetriebe.
Die Strecke dient auch als Verbindung zwischen den Räumen Winterthur, Glattal, Zürichsee und Linthgebiet. Wegen der Netzlücke kann sie ihre Funktion als durchgehende Alternative zu anderen Autobahnverbindungen jedoch nur eingeschränkt erfüllen.
Verkehrsbelastung
Auf dem Abschnitt zwischen Brüttisellen und Uster treten während der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten regelmässig Staus auf. Ursachen sind die hohe Zahl der Pendlerfahrten, die Nähe zum Brüttiseller Kreuz und die begrenzte Kapazität der Anschlüsse.
Im Bereich der Netzlücke entstehen Engpässe vor allem:
- am Autobahnende Uster-Ost
- im Aathal
- an den Zufahrten nach Wetzikon
- auf der Westtangente Wetzikon
- im Gewerbegebiet Hinwil
- am Kreisel Betzholz
Bei Störungen auf der Hauptverbindung weicht ein Teil des Verkehrs auf untergeordnete Strassen und Wohnquartiere aus. Die Gemeinden fordern deshalb neben dem Autobahnbau auch verkehrslenkende Begleitmassnahmen.
Unterhalt
Vor der Übernahme durch den Bund waren die Kantone für den Unterhalt der meisten Streckenabschnitte verantwortlich. Der Kanton Zürich sanierte die A53 zwischen Brüttisellen und Uster in mehreren Etappen.
Die Sanierungsarbeiten umfassten unter anderem:
- Erneuerung des Strassenbelags
- Instandsetzung von Brücken
- Verbesserung von Entwässerungsanlagen
- Erneuerung von Leiteinrichtungen
- Anpassung des Lärmschutzes
- Erneuerung der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung
Seit 2020 liegt die Verantwortung für den Unterhalt beim ASTRA. Dieses koordiniert die Arbeiten über die Kantonsgrenzen hinweg und führt Reparaturen an Fahrbahnen, Brücken, Tunneln und technischen Anlagen durch.
Umwelt und Landschaft
Die Planung des fehlenden Abschnitts ist wegen der empfindlichen Landschaft des Zürcher Oberlands besonders anspruchsvoll. Im Projektgebiet befinden sich:
- Grundwasservorkommen
- Moore und Moorlandschaften
- Drumlinlandschaften
- landwirtschaftlich genutzte Flächen
- Gewässer und Feuchtgebiete
- dicht besiedelte Gebiete
- archäologisch und landschaftlich bedeutende Zonen
Ein wichtiges Schutzgebiet ist die Moorlandschaft im Raum Wetzikon und Hinwil. Der verfassungsrechtliche Moorschutz schränkt mögliche oberirdische Linienführungen erheblich ein.
Tunnellösungen können die sichtbaren Eingriffe in die Landschaft reduzieren. Gleichzeitig sind Bau und Betrieb langer Tunnel mit hohen Kosten, einem grossen Materialbedarf und erheblichen technischen Anforderungen verbunden.
Auch das Grundwasser im Aathal spielt eine zentrale Rolle. Tunnelbauwerke dürfen die Strömungsverhältnisse und die Nutzung des Grundwassers nicht unzulässig beeinträchtigen.
Verkehrssicherheit
Die verschiedenen Ausbauformen der Strecke stellen unterschiedliche Anforderungen an die Verkehrsteilnehmenden. Auf Autobahnabschnitten sind die Richtungsfahrbahnen getrennt, während auf einzelnen Autostrassenabschnitten Gegenverkehr besteht.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern:
- Übergänge zwischen Autobahn und Autostrasse
- Tunnel mit Gegenverkehr
- Anschlussbereiche
- das Autobahnende bei Uster-Ost
- der Kreisel Betzholz
- die stark belastete Hauptstrasse durch die Netzlücke
Mit dem Lückenschluss soll der Durchgangsverkehr von Strassen mit niveaugleichen Kreuzungen und zahlreichen Zufahrten auf eine kontrollierte Hochleistungsstrasse verlagert werden.
Rezeption der Umnummerierung
Die Umbenennung von A53 in A15 wurde nicht überall sofort wahrgenommen. In Navigationsgeräten, privaten Karten, Firmenanschriften und älteren Wegbeschreibungen blieb die Bezeichnung A53 teilweise noch mehrere Jahre erhalten.
Auch in der regionalen Bevölkerung wird die Nummer A53 gelegentlich weiterhin verwendet. Deutlich verbreiteter ist jedoch der traditionelle Name Oberlandautobahn.
Die heutige Signalisation verwendet grundsätzlich die Nummer A15. Die Bezeichnung A53 ist vor allem von historischem Interesse und sollte bei aktuellen Verkehrsangaben nicht mehr verwendet werden.
Siehe auch
- Autobahn A15
- Autobahn A1
- Autobahn A3
- Autobahn A52
- Autobahnen und Autostrassen in der Schweiz
- Nationalstrasse
- Zürcher Oberland
- Brüttiseller Kreuz
- Linthgebiet
Weblinks
- Projektseite des Bundesamts für Strassen zur Lückenschliessung
- Informationen des ASTRA zu den Sondierbohrungen 2026
- Erläuterungen des ASTRA zur Bezeichnung A15 und N15
- Informationen des Kantons Zürich zur ehemaligen kantonalen A53
Einzelnachweise
- ↑ Bundesamt für Strassen: A, H oder N für die Nationalstrassen?, 28. Januar 2022, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Kanton Zürich: Bauprogramm der Staatsstrassen für die Jahre 2021–2023, S. 4, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Kanton St. Gallen: Eschenbach: Selbstunfall im Balmenraintunnel, 7. März 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Kanton St. Gallen: Neuhaus/Uznach/Schmerikon: Vier Unfälle auf der Autobahn A15, 9. Januar 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ [https://www.astra.admin.ch/dam/de/sd-web/7Swk2idPM86L/merkblatt_dauerbewilligungen_streckenabschnitte_2024.pdf Bundesamt für Strassen: Streckenabschnitte und Limiten für Dauerbewilligungen, gültig ab 1. Januar 2025, S. 2, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Bundesamt für Strassen: A15 Uster–Hinwil, Lückenschliessung Oberlandautobahn, Faktenblatt vom 12. Februar 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Bundesamt für Strassen: A15: Lückenschliessung Oberlandautobahn – Variantenentscheid im Jahr 2026 geplant, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Bundesamt für Strassen: A15: Vierte Bohrkampagne zur Linienführung der Oberlandautobahn-Lücke startet im März, 12. März 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Autobahn A15