Swissinfo
| SWI swissinfo.ch | |
|---|---|
| Kurzbezeichnung | SWI |
| Frühere Bezeichnungen | Schweizerischer Kurzwellendienst, Schweizer Radio International, swissinfo/SRI |
| Medientyp | mehrsprachiges digitales Nachrichten- und Informationsangebot |
| Gründung | 1935 als Schweizerischer Kurzwellendienst |
| Onlineangebot seit | 1999 |
| Sitz | Bern |
| Trägerschaft | SRG SSR |
| Direktorin und Chefredaktorin | Larissa M. Bieler |
| Zielpublikum | internationales Publikum und Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer |
| Sprachen | Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch und Russisch |
| Mitarbeitende | 95 Personen (Ende 2025) |
| Verbreitung | Website, App, Newsletter, Podcasts, Video und soziale Medien |
| Website | www.swissinfo.ch |
SWI swissinfo.ch, meist kurz Swissinfo oder SWI genannt, ist der internationale digitale Informationsdienst der SRG SSR. Das Medienangebot veröffentlicht Nachrichten, Analysen, Hintergrundberichte, Videos, Podcasts und weitere journalistische Inhalte über die Schweiz in mehreren Sprachen. Es richtet sich vor allem an ein internationales Publikum mit Interesse an der Schweiz sowie an die im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer.
Swissinfo entstand aus dem 1935 gegründeten Schweizerischen Kurzwellendienst, der später als Schweizer Radio International bekannt wurde. Nach dem Bedeutungsverlust der Kurzwelle verlagerte die SRG ihren internationalen Dienst schrittweise ins Internet. Die Website swissinfo.ch ging 1999 online; 2004 wurden die letzten regulären Radioausstrahlungen eingestellt.
Als Unternehmenseinheit der SRG besitzt SWI einen eigenen publizistischen Leistungsauftrag. Das Angebot soll die internationale Meinungsbildung über die Schweiz unterstützen, schweizerische Positionen und Verhältnisse erklären und Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern Informationen zur Ausübung ihrer politischen Rechte vermitteln. Die redaktionelle Arbeit erfolgt nach den journalistischen Grundsätzen der SRG und ist institutionell von staatlichen Behörden getrennt.[1]
Name
Die offizielle Bezeichnung lautet SWI swissinfo.ch. Das Kürzel SWI verweist auf den internationalen Dienst der SRG und wird im organisatorischen Zusammenhang als Bezeichnung der Unternehmenseinheit verwendet.
Der Markenname swissinfo.ch entstand mit dem Aufbau des Internetangebots in den 1990er Jahren. Die Schreibweise mit der Schweizer Länderbezeichnung und der Internetdomain sollte den weltweiten Zugang und den thematischen Bezug zur Schweiz hervorheben.
In älteren Veröffentlichungen finden sich auch die Bezeichnungen swissinfo, swissinfo/SRI und Swiss Radio International. Seit der stärkeren organisatorischen Positionierung innerhalb der SRG wird überwiegend die Bezeichnung SWI swissinfo.ch verwendet.
Die russische, chinesische, japanische, arabische und andere Sprachredaktionen verwenden teilweise eigene übersetzte Markenbezeichnungen. Domain, Logo und organisatorische Zugehörigkeit bleiben jedoch sprachübergreifend einheitlich.
Auftrag
Swissinfo erfüllt den publizistischen Auslandauftrag der SRG. Dieser Auftrag ist nicht ausschliesslich in der allgemeinen Konzession der SRG geregelt, sondern wird durch eine besondere Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund und der SRG konkretisiert.[2]
Das Informationsangebot soll:
- internationale Ereignisse mit Bezug zur Schweiz einordnen;
- politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Entwicklungen in der Schweiz erklären;
- die Vielfalt schweizerischer Positionen darstellen;
- das Verständnis für das politische und gesellschaftliche System der Schweiz fördern;
- Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer über Ereignisse in ihrem Herkunftsland informieren;
- Informationen zu eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen bereitstellen;
- zur internationalen Präsenz und Wahrnehmung der Schweiz beitragen.
Swissinfo soll dabei nicht als Kommunikationsorgan des Bundesrates oder anderer staatlicher Stellen auftreten. Die Redaktion entscheidet nach journalistischen Kriterien über Themen, Gewichtung und Darstellung.
Zum Auslandangebot der SRG gehören neben swissinfo.ch auch die italienischsprachige Plattform tvsvizzera.it sowie die Zusammenarbeit der SRG mit den internationalen Fernsehsendern 3sat und TV5Monde.
Zielpublikum
Das Angebot richtet sich an zwei Hauptgruppen. Die erste Gruppe umfasst Menschen ausserhalb der Schweiz, die sich für das Land, seine Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft interessieren.
Zur zweiten Gruppe gehören die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die häufig als Fünfte Schweiz bezeichnet werden. Sie benötigen Informationen aus der Schweiz, obwohl sie ausserhalb des Landes leben und schweizerische Radio- und Fernsehangebote nicht überall in gleicher Weise empfangen können.
Für die Auslandschweizer sind insbesondere folgende Themen von Bedeutung:
- eidgenössische Volksabstimmungen;
- Wahlen in den Nationalrat und Ständerat;
- konsularische Dienstleistungen;
- Altersvorsorge und Sozialversicherungen;
- Rückkehr in die Schweiz;
- Schweizer Bürgerrecht;
- Bildung und Arbeit;
- Beziehungen zwischen der Schweiz und dem jeweiligen Aufenthaltsland.
Swissinfo richtet sich darüber hinaus an Medienschaffende, Forschende, Studierende, diplomatische Vertretungen, internationale Organisationen und Fachpersonen, die Informationen aus schweizerischer Perspektive suchen.
Geschichte
Schweizerischer Kurzwellendienst
Die Geschichte von Swissinfo begann im Jahr 1935. Damals nahm der Schweizerische Kurzwellendienst seinen Betrieb auf. Die erste Sendung wurde im September 1935 über eine Sendeanlage des Völkerbundes in Prangins ausgestrahlt.[3]
Der Kurzwellendienst sollte die im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer erreichen und zugleich Informationen aus der Schweiz weltweit verbreiten. Kurzwellen konnten über sehr grosse Entfernungen empfangen werden und waren von nationalen Kabel- oder UKW-Netzen unabhängig.
1939 nahm in Schwarzenburg ein eigener Kurzwellensender den Betrieb auf. Er strahlte Programme nach Nord- und Südamerika aus. Kurz nach der Eröffnung wurde die Anlage durch einen Brand schwer beschädigt, später jedoch wieder aufgebaut.
Während des Zweiten Weltkriegs gewann der Kurzwellendienst stark an Bedeutung. Die Schweiz war von kriegführenden Staaten umgeben, und internationale Nachrichten unterlagen in vielen Ländern der Zensur oder Propaganda. Die Sendungen aus der neutralen Schweiz galten bei Teilen des ausländischen Publikums als vergleichsweise glaubwürdige Informationsquelle.
Die Programme wurden zunächst in den schweizerischen Landessprachen und Englisch verbreitet. Später kamen Spanisch, Portugiesisch und weitere Sprachen hinzu.
Zeit des Kalten Krieges
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Kurzwelle ein wichtiges internationales Medium. Während des Kalten Krieges konnten Kurzwellensendungen politische Grenzen überwinden und auch Staaten erreichen, in denen der Zugang zu ausländischen Medien eingeschränkt war.
Der Schweizer Kurzwellendienst berichtete über die schweizerische Innen- und Aussenpolitik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Zugleich übernahm er Nachrichten und Beiträge der sprachregionalen Radiostudios der SRG.
Neben aktuellen Nachrichten wurden Magazine, Musiksendungen, Tourismusinformationen und Programme für Auslandschweizer produziert. Ein wichtiges Element war die Vermittlung eines Bildes der mehrsprachigen und politisch neutralen Schweiz.
1978 erhielt der Dienst die Bezeichnung Schweizer Radio International (SRI). Auf Französisch hiess er Radio Suisse Internationale, auf Italienisch Radio Svizzera Internazionale und auf Englisch Swiss Radio International.
Satellitenverbreitung
Seit den 1980er und 1990er Jahren ergänzte die Satellitenübertragung die Kurzwelle. Satelliten ermöglichten eine bessere Tonqualität, setzten jedoch geeignete Empfangsanlagen voraus.
Schweizer Radio International verbreitete zeitweise eigene Programme und beteiligte sich an europäischen Satellitenangeboten. Gleichzeitig nahm die Zahl international verfügbarer Fernseh- und Radioprogramme stark zu.
Die politischen Umbrüche nach 1989, der Ausbau nationaler Rundfunknetze und die wachsende Verfügbarkeit des Internets verminderten die Bedeutung der Kurzwelle. Der Betrieb leistungsstarker Sender war zudem mit hohen Kosten verbunden.
Aufbau von swissinfo.ch
In den 1990er Jahren begann Schweizer Radio International mit dem Aufbau eines Internetangebots. Die Website swissinfo.ch wurde 1999 offiziell lanciert.[3]
Das Internet erlaubte es, Texte, Bilder, Tonaufnahmen und später Videos auf einer gemeinsamen Plattform zu veröffentlichen. Nutzerinnen und Nutzer konnten die Inhalte jederzeit abrufen und mussten keine festen Sendezeiten beachten.
Die Website wurde zunächst parallel zu den Radioangeboten betrieben. Mit der wachsenden Internetnutzung verlagerte SRI immer mehr personelle und finanzielle Mittel in das digitale Angebot.
Swissinfo gehörte zu den frühen mehrsprachigen Online-Nachrichtenangeboten der Schweiz. Die verschiedenen Sprachversionen bestanden nicht nur aus automatischen oder vollständigen Übersetzungen desselben Inhalts. Die Sprachredaktionen wählten Themen auch entsprechend den Interessen ihrer Zielregionen aus.
Ende der Radiosendungen
Am 30. Oktober 2004 stellte Schweizer Radio International seine letzten regulären Radioausstrahlungen über Kurzwelle und Satellit ein. Damit endete eine fast 70-jährige Phase des internationalen Schweizer Rundfunks.[4]
Der internationale Dienst wurde anschliessend vollständig als multimediales Internetangebot weitergeführt. Die Redaktion produzierte weiterhin Audioinhalte, diese wurden jedoch nicht mehr als lineares Radioprogramm ausgestrahlt.
Der Übergang führte zu einer Neuausrichtung der Arbeitsweise. Texte und Bilder gewannen zunächst an Bedeutung; später kamen Streamingvideo, Podcasts, interaktive Grafiken und soziale Medien hinzu.
Ausbau des mehrsprachigen Angebots
Zum Zeitpunkt der Einstellung des Radiobetriebs erschien swissinfo.ch in neun Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Arabisch, Chinesisch und Japanisch.
2013 wurde Russisch als zehnte reguläre Sprache eingeführt. Damit sollte insbesondere ein Publikum in Russland, der Ukraine, Belarus, Zentralasien und weiteren russischsprachigen Regionen erreicht werden.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 stellte Swissinfo zusätzlich Inhalte in ukrainischer Sprache bereit. Diese ergänzenden Angebote bedeuteten nicht zwingend die Einrichtung einer vollständig gleich ausgestatteten elften Sprachredaktion.
Die redaktionellen Schwerpunkte der einzelnen Sprachdienste entwickelten sich entsprechend den Zielregionen. So widmet sich das spanische Angebot besonders dem Verhältnis der Schweiz zu Spanien und Lateinamerika, während die portugiesische Redaktion einen starken Bezug zu Brasilien und der portugiesischsprachigen Welt besitzt.
Organisatorische Neuausrichtung
Swissinfo wurde als eigene Unternehmenseinheit der SRG organisatorisch gestärkt. Seit Oktober 2018 ist Larissa M. Bieler Direktorin von SWI swissinfo.ch. Sie war bereits zuvor Chefredaktorin und vereinte beide Funktionen nach einer Neuorganisation.[5]
2022 bezogen Swissinfo und Teile von Schweizer Radio und Fernsehen einen gemeinsamen Standort in Bern. Die räumliche Zusammenführung sollte die redaktionelle und technische Zusammenarbeit innerhalb der SRG erleichtern.
Trotz der Kooperation mit anderen Unternehmenseinheiten verfügt Swissinfo weiterhin über einen eigenständigen Leistungsauftrag, eine eigene Leitung und ein internationales redaktionelles Profil.
Organisation
Swissinfo ist eine Unternehmenseinheit der SRG SSR. Zu den weiteren Unternehmenseinheiten gehören:
- Schweizer Radio und Fernsehen für die deutschsprachige Schweiz;
- Radio Télévision Suisse für die französischsprachige Schweiz;
- Radiotelevisione svizzera für die italienischsprachige Schweiz;
- Radiotelevisiun Svizra Rumantscha für die rätoromanische Schweiz.
Im Unterschied zu diesen sprachregionalen Einheiten richtet sich Swissinfo nicht hauptsächlich an ein Publikum innerhalb eines bestimmten Landesteils. Der internationale Auftrag und die Mehrsprachigkeit bestimmen die organisatorische Struktur.
Die Leitung besteht aus der Direktion, der Chefredaktion und weiteren Verantwortlichen für Sprachen, Themenbereiche, Technik, Distribution, Marketing und Administration.
Ende 2025 beschäftigte SWI 95 Personen. Ein Teil der Mitarbeitenden arbeitet in mehreren Sprachen oder besitzt persönliche und berufliche Verbindungen zu den jeweiligen Zielregionen.[6]
Standorte
Der Hauptsitz von Swissinfo befindet sich in Bern. Die Nähe zum Bundeshaus, zu den Bundesbehörden, diplomatischen Vertretungen und nationalen politischen Institutionen ist für die Berichterstattung von Bedeutung.
Swissinfo nutzt zudem Arbeitsplätze im Medienzentrum Bundeshaus. Dort verfolgen Medienschaffende Medienkonferenzen, Parlamentsdebatten und politische Ereignisse.
In Genf bestehen Arbeitsmöglichkeiten für die Berichterstattung über das Internationale Genf, die Vereinten Nationen, humanitäre Organisationen, Menschenrechte und globale Gesundheit.
Mitarbeitende und Korrespondenten arbeiten ausserdem in verschiedenen Ländern und Weltregionen. Ein erheblicher Teil der internationalen Berichterstattung entsteht durch Kooperationen, freie Mitarbeitende und Recherchereisen.
Sprachangebot
Swissinfo veröffentlicht reguläre journalistische Inhalte in zehn Sprachen.
| Sprache | Hauptsächliche Zielregionen |
|---|---|
| Deutsch | deutschsprachige Schweiz, Deutschland, Österreich und Auslandschweizer |
| Französisch | französischsprachige Schweiz, Frankreich, Belgien, Kanada und frankophone Staaten |
| Italienisch | italienischsprachige Schweiz, Italien und italienischsprachige Gemeinschaften |
| Englisch | weltweites internationales Publikum |
| Spanisch | Spanien, Lateinamerika und spanischsprachige Gemeinschaften |
| Portugiesisch | Brasilien, Portugal und portugiesischsprachige Staaten |
| Arabisch | Naher Osten, Nordafrika und arabischsprachige Gemeinschaften |
| Chinesisch | China und chinesischsprachige Gemeinschaften |
| Japanisch | Japan und japanischsprachiges Publikum |
| Russisch | Russland, Osteuropa, Zentralasien und russischsprachige Gemeinschaften |
Die deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Angebote richten sich in besonderem Mass an Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer aus den entsprechenden Sprachregionen.
Englisch dient als wichtigste globale Verkehrssprache und erreicht ein Publikum in zahlreichen Staaten. Die übrigen Sprachangebote setzen eigene regionale Akzente und erklären schweizerische Themen für Leserinnen und Leser mit unterschiedlichen politischen und kulturellen Hintergründen.
Nicht jeder Beitrag erscheint in sämtlichen Sprachen. Einige Themen werden sprachübergreifend geplant und angepasst, andere entstehen gezielt für eine bestimmte Sprachgemeinschaft.
Redaktionelle Arbeitsweise
Swissinfo arbeitet nach den publizistischen Grundsätzen der SRG. Dazu gehören Sachgerechtigkeit, Vielfalt, Unabhängigkeit, Transparenz und die Trennung von journalistischen und kommerziellen Interessen.
Die Redaktion produziert eigene Artikel, Interviews, Analysen, Reportagen, Videos und Podcasts. Daneben bearbeitet sie Meldungen und Beiträge anderer SRG-Einheiten sowie der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Bei Übersetzungen werden Inhalte nicht immer wörtlich übertragen. Namen von Institutionen, politische Begriffe und schweizerische Besonderheiten müssen für ein internationales Publikum erklärt werden.
Begriffe wie Bundesrat, Ständerat, Volksinitiative, Vernehmlassung oder Konkordanzdemokratie besitzen ausserhalb der Schweiz oft keine unmittelbare Entsprechung. Die Sprachredaktionen ergänzen deshalb Hintergrundinformationen und passen Aufbau und Wortwahl an ihre Zielgruppen an.
Themenbereiche
Politik und direkte Demokratie
Die schweizerische Politik gehört zu den wichtigsten redaktionellen Schwerpunkten. Swissinfo berichtet über Bundesrat, Parlament, Parteien, Volksinitiativen, Referenden und Wahlen.
Vor eidgenössischen Abstimmungen veröffentlicht die Redaktion Erklärungen zu den Vorlagen, Argumenten, politischen Lagern und möglichen Folgen.
Die Berichterstattung richtet sich besonders an Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die auf Bundesebene stimmberechtigt sind. Für sie ist ein verständlicher Zugang zu den Abstimmungsthemen notwendig, da sie die politische Debatte nicht täglich über lokale Schweizer Medien verfolgen können.
Swissinfo behandelt die direkte Demokratie zugleich als internationales Thema. Berichte vergleichen das schweizerische System mit demokratischen Beteiligungsformen in anderen Staaten.
Aussenpolitik
Die Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten und internationalen Organisationen bilden einen weiteren Schwerpunkt.
Behandelt werden unter anderem:
- Neutralität;
- Gute Dienste;
- Sanktionen;
- Europapolitik;
- Beziehungen zur Europäischen Union;
- Entwicklungspolitik;
- Friedensförderung;
- internationale Zusammenarbeit;
- Sicherheitspolitik;
- internationale Abkommen.
Swissinfo erklärt sowohl die offizielle Schweizer Politik als auch Kritik und unterschiedliche gesellschaftliche Positionen.
Internationales Genf
Die in Genf ansässigen internationalen Organisationen besitzen für die Berichterstattung besondere Bedeutung.
Swissinfo berichtet über die Vereinten Nationen, den Menschenrechtsrat, die Weltgesundheitsorganisation, die Welthandelsorganisation, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und weitere Einrichtungen.
Die Berichterstattung verbindet internationale Ereignisse mit der Rolle der Schweiz als Gaststaat und diplomatischer Standort.
Wirtschaft und Finanzplatz
Die Wirtschaftsrubrik behandelt Unternehmen, Konjunktur, Handel, Arbeitsmarkt, Währungen, Banken und den schweizerischen Finanzplatz.
Typische Themen sind:
- Schweizer Franken;
- Schweizerische Nationalbank;
- Bankenregulierung;
- Rohstoffhandel;
- Pharmaindustrie;
- Uhrenindustrie;
- Tourismus;
- Landwirtschaft;
- internationale Unternehmen;
- Steuern und Unternehmenspolitik.
Für ein internationales Publikum werden dabei häufig schweizerische Wirtschaftsstrukturen und ihre globale Bedeutung erklärt.
Wissenschaft und Innovation
Swissinfo berichtet über Schweizer Hochschulen, Forschungsinstitute, Technologieunternehmen und wissenschaftliche Projekte.
Bedeutende Themen sind die ETH Zürich, die École polytechnique fédérale de Lausanne, das CERN, Raumfahrt, Medizin, Klimaforschung, künstliche Intelligenz und Biotechnologie.
Die Redaktion produziert zu Wissenschaft und Innovation auch Podcasts und multimediale Langformate. Dabei werden Forschungsergebnisse sowohl hinsichtlich ihrer Chancen als auch ihrer gesellschaftlichen und ethischen Folgen behandelt.
Gesellschaft
Gesellschaftliche Themen umfassen Migration, Integration, Bildung, Gesundheit, Religion, Gleichstellung, Wohnen und soziale Sicherheit.
Swissinfo richtet besondere Aufmerksamkeit auf Themen, bei denen sich die schweizerische Situation von jener anderer Länder unterscheidet. Dazu gehören das duale Bildungssystem, die Krankenversicherung, der Föderalismus und die kommunale Autonomie.
Kultur und Geschichte
Die Kulturberichterstattung behandelt Literatur, Film, Musik, bildende Kunst, Architektur und kulturelles Erbe.
Historische Beiträge beschäftigen sich mit der Entstehung des Bundesstaates, der Neutralität, den Weltkriegen, Migration, Kolonialismus, wirtschaftlichen Beziehungen und gesellschaftlichem Wandel.
Die historischen Archive von Schweizer Radio International werden teilweise digital aufbereitet und erneut veröffentlicht. Dadurch bleiben frühere Radiointerviews, Berichte und Originaltöne zugänglich.
Auslandschweizer
Ein eigener Themenbereich widmet sich dem Leben von Schweizerinnen und Schweizern im Ausland.
Swissinfo berichtet über Auswanderung, Doppelbürgerschaft, konsularische Fragen, politische Rechte, Renten, Versicherungen und Rückkehrmöglichkeiten.
Porträts zeigen den Alltag von Auslandschweizern in verschiedenen Ländern. Die Beiträge sollen zugleich den Kontakt zwischen der Fünften Schweiz und der Bevölkerung im Inland stärken.
Nachrichtenquellen
Swissinfo nutzt verschiedene eigene und externe Quellen.
Dazu gehören:
- eigene Recherchen und Interviews;
- Beiträge anderer Unternehmenseinheiten der SRG;
- Meldungen von Keystone-SDA;
- offizielle Dokumente und Statistiken;
- wissenschaftliche Publikationen;
- internationale Nachrichtenagenturen;
- öffentliche Datenbanken;
- Medienberichte aus den Zielregionen;
- Korrespondenten und freie Mitarbeitende.
Übernommene oder übersetzte Inhalte werden redaktionell geprüft. Bei Meldungen aus anderen SRG-Einheiten oder von Nachrichtenagenturen wird die Herkunft angegeben.
Multimediale Angebote
Video
Swissinfo produziert Interviews, Erklärvideos, Reportagen und Dokumentationen.
Videos werden auf der eigenen Website und über soziale Netzwerke verbreitet. Untertitel und sprachlich angepasste Fassungen ermöglichen eine Nutzung in mehreren Sprachräumen.
Historische Film- und Radioaufnahmen der SRG werden teilweise mit aktuellen Erklärungen verbunden.
Podcasts
Podcasts behandeln unter anderem Wissenschaft, schweizerische Politik, Demokratie, gesellschaftliche Fragen und die Erfahrungen von Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern.
Sie erscheinen je nach Format in einer oder mehreren Sprachen. Einzelne Reihen richten sich besonders an ein englischsprachiges internationales Publikum.
Podcasts ergänzen die schriftliche Berichterstattung durch längere Gespräche, Erzählformen und Originaltöne.
Newsletter
Swissinfo bietet sprach- und themenspezifische Newsletter an.
Ein wichtiges Angebot ist das regelmässige Briefing für Auslandschweizer. Es fasst zentrale Nachrichten und politische Entwicklungen aus der Schweiz zusammen.
Weitere Newsletter widmen sich bestimmten Sprachregionen oder Themen wie Wissenschaft, Demokratie und internationalen Beziehungen.
SWIplus
SWIplus ist ein digitales Angebot für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Es stellt Nachrichten, Hintergrundberichte und praktische Informationen gebündelt zur Verfügung.
Die zugehörige App ermöglicht personalisierte Benachrichtigungen und einen mobilen Zugriff auf Inhalte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Abstimmungen, Wahlen und Themen der Fünften Schweiz.
Soziale Medien
Swissinfo verbreitet Inhalte über verschiedene soziale Netzwerke. Die Auswahl der Plattformen unterscheidet sich je nach Land und Sprachraum.
Über soziale Medien erreicht das Angebot auch Nutzerinnen und Nutzer, die swissinfo.ch nicht regelmässig direkt besuchen. Gleichzeitig entsteht eine Abhängigkeit von den technischen Regeln, Algorithmen und Geschäftsmodellen privater Plattformunternehmen.
Finanzierung
Das publizistische Auslandangebot der SRG wird anders finanziert als die rein sprachregionalen Angebote.
Nach den Angaben des Bundesamts für Kommunikation wird das Auslandangebot je zur Hälfte aus allgemeinen Bundesmitteln und aus den Einnahmen der Radio- und Fernsehabgabe finanziert.[7]
Die Finanzierung wird in Leistungsvereinbarungen festgelegt. Dadurch kann der Bund bestimmte Leistungen und Zielgruppen definieren, ohne redaktionelle Einzelentscheidungen zu treffen.
Swissinfo ist nicht gewinnorientiert. Das Angebot ist grundsätzlich frei zugänglich und besitzt keine gewöhnliche Bezahlschranke.
Veränderungen der Bundesfinanzen, der Medienabgabe und der SRG-Strategie können Auswirkungen auf Umfang, Personalbestand und Sprachangebot haben.
Redaktionelle Unabhängigkeit
Obwohl ein Teil der Finanzierung aus Bundesmitteln stammt, ist Swissinfo kein staatliches Nachrichtenportal.
Die redaktionelle Unabhängigkeit wird durch das Radio- und Fernsehrecht, die organisatorische Struktur der SRG und journalistische Richtlinien gewährleistet.
Bundesrat, Bundesverwaltung und politische Parteien können der Redaktion keine konkreten Berichte oder Bewertungen vorschreiben.
Swissinfo berichtet auch kritisch über die Politik des Bundes, kantonale Behörden, öffentliche Unternehmen und die SRG selbst.
Beschwerden gegen publizistische Inhalte können zunächst an die zuständige Ombudsstelle und anschliessend unter bestimmten Voraussetzungen an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen gerichtet werden.
Qualitätsmanagement
Die Redaktion verwendet interne publizistische Leitlinien und Kontrollverfahren.
Dazu gehören:
- redaktionelle Gegenprüfung;
- transparente Quellenangaben;
- Korrektur sachlicher Fehler;
- Trennung von Fakten und Kommentaren;
- Beachtung des Persönlichkeitsschutzes;
- Schutz vertraulicher Quellen;
- Kennzeichnung automatisiert oder mithilfe künstlicher Intelligenz erstellter Bestandteile;
- sprachliche und kulturelle Anpassung von Übersetzungen.
Swissinfo beteiligt sich an internationalen Initiativen zur Stärkung vertrauenswürdiger Medien und ist nach den Anforderungen der Journalism Trust Initiative zertifiziert.
In Untersuchungen zur Qualität schweizerischer Medien erreichte Swissinfo wiederholt gute Bewertungen. Bewertet werden unter anderem Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität.
Einsatz künstlicher Intelligenz
Swissinfo verwendet technische Werkzeuge zur Transkription, Übersetzung, Rechercheunterstützung und Aufbereitung von Inhalten.
Künstliche Intelligenz kann beispielsweise bei der ersten Übersetzung einer Agenturmeldung eingesetzt werden. Journalisten prüfen und bearbeiten den Text anschliessend hinsichtlich Bedeutung, Genauigkeit, Verständlichkeit und kulturellem Kontext.
Die Verantwortung für veröffentlichte Inhalte verbleibt bei der Redaktion. Automatisch erzeugte Texte sollen nicht ungeprüft veröffentlicht werden.
Der Einsatz solcher Systeme wirft Fragen zu Fehlern, Urheberrecht, Datenschutz, Transparenz und dem möglichen Verlust sprachlicher Besonderheiten auf. Swissinfo veröffentlicht deshalb Informationen über seine Arbeitsprozesse und den Einsatz technischer Hilfsmittel.
Zusammenarbeit innerhalb der SRG
Swissinfo übernimmt und bearbeitet Beiträge von SRF, RTS, RSI und RTR. Umgekehrt können Recherchen von Swissinfo auch von den sprachregionalen Redaktionen verwendet werden.
Die Zusammenarbeit ist besonders bei Themen sinnvoll, die gleichzeitig eine nationale und internationale Bedeutung besitzen.
Beispiele sind:
- eidgenössische Abstimmungen;
- Schweizer Aussenpolitik;
- internationale Unternehmen;
- Wissenschaft und Forschung;
- grosse Gerichtsverfahren;
- Naturkatastrophen;
- internationale Sport- und Kulturereignisse.
Swissinfo ergänzt die Beiträge häufig um Erklärungen für Personen, die das schweizerische politische oder rechtliche System nicht kennen.
Internationale Zusammenarbeit
Swissinfo arbeitet mit öffentlichen und privaten Medienorganisationen, Hochschulen, Stiftungen und journalistischen Netzwerken zusammen.
2022 wurde SWI in die Gruppe internationaler öffentlich-rechtlicher Nachrichtenanbieter aufgenommen, der unter anderem BBC World Service, Deutsche Welle, France Médias Monde, NHK World-Japan, ABC Australia und CBC/Radio-Canada angehören.[8]
Die Kooperationen dienen dem Austausch journalistischer Inhalte, technischer Erfahrungen und gemeinsamer Standards.
Swissinfo arbeitet zudem mit der Auslandschweizer-Organisation zusammen. Die Partnerschaft betrifft Informationen, Distribution und die Pflege der Beziehungen zur Fünften Schweiz.
Reichweite
Swissinfo erreicht sein Publikum über die Website, Apps, Newsletter, Suchmaschinen, soziale Medien und Partnerplattformen.
Die internationale Reichweite schwankt je nach Nachrichtenlage, Sprache, Plattform und Messmethode. Weltpolitische Krisen, eidgenössische Abstimmungen und stark beachtete Schweizer Themen können zu deutlichen Ausschlägen führen.
2021 gab die SRG eine monatliche Reichweite von rund vier Millionen Nutzerinnen und Nutzern weltweit an. Neuere Berichte weisen Reichweiten, Abonnemente und Interaktionen nach Plattformen und Sprachdiensten getrennt aus.
Die englische Ausgabe besitzt aufgrund ihrer weltweiten Zielgruppe eine besonders grosse Bedeutung. Chinesische, spanische, portugiesische, arabische, japanische und russische Angebote erreichen jeweils unterschiedliche regionale Öffentlichkeiten.
Die Reichweite über soziale Netzwerke ist nur teilweise mit direkten Besuchen der Website vergleichbar. Nutzer können Beiträge sehen oder Videos abspielen, ohne die eigene Plattform von Swissinfo zu öffnen.
Verhältnis zur Auslandschweizer-Organisation
Swissinfo und die Auslandschweizer-Organisation verfolgen teilweise ähnliche Ziele, besitzen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Die Auslandschweizer-Organisation vertritt politische und gesellschaftliche Interessen der im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer. Swissinfo ist dagegen ein journalistisches Medienangebot und keine Interessenvertretung.
Beide Institutionen arbeiten bei der Verbreitung von Informationen und der Ansprache der Fünften Schweiz zusammen. Swissinfo stellt ausgewählte journalistische Inhalte zur Einbindung auf den Plattformen der Organisation bereit.
Die redaktionelle Verantwortung und Themenauswahl bleiben bei Swissinfo.
Bedeutung für die Auslandschweizer
Für Auslandschweizer bietet Swissinfo einen Zugang zu schweizerischen Nachrichten unabhängig von geografischer Lage und Zeitzone.
Besonders wichtig ist die Information über politische Rechte. Im Ausland registrierte Schweizer Stimmberechtigte können an eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen teilnehmen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Swissinfo erläutert die Abstimmungsvorlagen, veröffentlicht Analysen und berichtet über die politischen Kampagnen. Die Beiträge ersetzen jedoch nicht die offiziellen Abstimmungsunterlagen des Bundes.
Weitere praktische Inhalte betreffen Renten, Steuern, Versicherungen, konsularische Vertretungen und die Rückkehr in die Schweiz.
Bedeutung für das Bild der Schweiz
Swissinfo trägt dazu bei, wie die Schweiz im Ausland wahrgenommen wird. Es erklärt Einrichtungen und Debatten, die in internationalen Medien häufig nur begrenzt behandelt werden.
Dazu gehören die direkte Demokratie, der Föderalismus, die Neutralität, das duale Bildungssystem, der Finanzplatz und die Rolle des Internationalen Genf.
Das Angebot beschränkt sich nicht auf positive Darstellungen. Es behandelt auch problematische oder umstrittene Themen wie Geldwäscherei, Rohstoffhandel, Steuerpolitik, Waffenexporte, Diskriminierung und historische Verbindungen zum Kolonialismus.
Diese kritische Berichterstattung unterscheidet Swissinfo von staatlicher Landeskommunikation und touristischer Werbung.
Verhältnis zu Präsenz Schweiz
Präsenz Schweiz ist eine Einheit des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten und für die Landeskommunikation zuständig.
Swissinfo und Präsenz Schweiz können bei einzelnen Veranstaltungen oder der Verbreitung von Informationen zusammenarbeiten. Ihre institutionellen Aufgaben unterscheiden sich jedoch grundlegend.
Präsenz Schweiz verfolgt staatliche Kommunikationsziele und soll die Wahrnehmung der Schweiz im Ausland fördern. Swissinfo arbeitet nach journalistischen Kriterien und muss auch kritische Positionen gegenüber der offiziellen Schweiz darstellen.
Archive
Swissinfo verfügt über historische Audio-, Text-, Foto- und Videobestände aus der Zeit von Schweizer Radio International.
Die Aufnahmen dokumentieren politische Ereignisse, Interviews, Musik, Kultur und den Alltag der Auslandschweizer seit den 1930er Jahren.
Ein Teil der historischen Inhalte wurde digitalisiert und auf swissinfo.ch veröffentlicht. Die Archive ergänzen die Sammlungen der SRG, der Schweizerischen Nationalphonothek und weiterer Gedächtnisinstitutionen.
Bei der Onlineveröffentlichung müssen Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und technische Fragen der Langzeitarchivierung berücksichtigt werden.
Kritik und Diskussion
Staatliche Mitfinanzierung
Die teilweise Finanzierung aus allgemeinen Bundesmitteln wird mit dem besonderen Auslandauftrag begründet.
Kritiker sehen darin eine mögliche Nähe zum Staat oder stellen infrage, ob ein öffentlich finanziertes internationales Medienangebot im digitalen Zeitalter notwendig sei.
Befürworter verweisen auf die journalistische Unabhängigkeit, die Bedeutung für Auslandschweizer und den Mangel an mehrsprachiger Berichterstattung über die Schweiz.
Kosten und Sparmassnahmen
Swissinfo war wiederholt von Sparprogrammen des Bundes und der SRG betroffen. Bereits der Übergang vom Radio zum Internet wurde durch finanzielle Kürzungen beschleunigt.
Diskussionen über die Höhe der Radio- und Fernsehabgabe sowie die künftige Finanzierung der SRG betreffen auch das Auslandangebot.
Sparmassnahmen können zu Stellenabbau, weniger Eigenproduktionen oder einer Reduktion einzelner Sprachangebote führen. Besonders fremdsprachige Redaktionen stehen unter Rechtfertigungsdruck, weil sie kein grosses inländisches Publikum bedienen.
Reichweite und Wirkung
Die Wirkung internationaler Medienangebote lässt sich nur begrenzt anhand von Seitenaufrufen messen.
Ein kleiner Sprachdienst kann politisch oder gesellschaftlich bedeutsam sein, obwohl er weniger Nutzer erreicht als die englische Ausgabe. Gleichzeitig müssen öffentlich finanzierte Angebote ihre Reichweite und Relevanz nachweisen.
Die Nutzung über Drittplattformen erschwert die Messung, weil Aufrufe, Interaktionen und tatsächliche Lektüre nicht identisch sind.
Themenauswahl
Swissinfo muss zwischen Themen mit internationaler Bedeutung und innenpolitischen Ereignissen abwägen.
Ein Teil des Publikums erwartet eine umfassende tägliche Schweizer Nachrichtenseite. Der Leistungsauftrag legt jedoch einen Schwerpunkt auf Einordnung, internationale Zusammenhänge und spezifische Zielgruppen.
Nicht sämtliche regionalen oder lokalen Schweizer Nachrichten werden deshalb übernommen.
Mehrsprachigkeit
Die Mehrsprachigkeit ist eine besondere Stärke, verursacht jedoch hohe Kosten.
Qualitativ gute Übersetzungen erfordern Sprachkenntnisse, journalistische Erfahrung und Kenntnisse der Zielkultur. Eine rein automatische Übertragung könnte sachliche Nuancen und politische Begriffe verfälschen.
Gleichzeitig ermöglicht künstliche Intelligenz eine schnellere Produktion. Die Herausforderung besteht darin, technische Effizienz mit menschlicher redaktioneller Kontrolle zu verbinden.
Soziale Medien
Die Verbreitung über soziale Netzwerke erhöht die Reichweite, macht Swissinfo jedoch von privaten Plattformen abhängig.
Änderungen von Algorithmen können die Sichtbarkeit erheblich beeinflussen. Plattformen können zudem in einzelnen Staaten gesperrt oder staatlich kontrolliert werden.
Swissinfo muss deshalb zwischen direkter Nutzung der eigenen Website und der Präsenz auf externen Plattformen abwägen.
Auszeichnungen und Anerkennung
Beiträge von Swissinfo wurden mit journalistischen und multimedialen Preisen ausgezeichnet.
Die Plattform erhielt zudem Anerkennung für Datenjournalismus, visuelle Erzählformen, internationale Berichterstattung und ihre Arbeit für Auslandschweizer.
Im Jahrbuch Qualität der Medien 2025 erreichte Swissinfo bei der Beurteilung schweizerischer Online-Medien eine hohe Bewertung und wurde als eines der qualitativ stärkeren untersuchten Angebote eingestuft.[9]
Gegenwart
Swissinfo bezeichnet sich im Jahresbericht 2025 als zehnsprachiges, journalistisch unabhängiges internationales Medienangebot der SRG.
Die Inhalte werden über die Website, die SWIplus-App, Podcasts, Newsletter, Videos und soziale Netzwerke verbreitet.[10]
Zu den strategischen Herausforderungen gehören die Finanzierung des medialen Service public, der technologische Wandel, künstliche Intelligenz, der Wettbewerb um internationale Aufmerksamkeit und die zunehmende Verbreitung von Desinformation.
Gleichzeitig gewinnt die Fähigkeit an Bedeutung, komplexe schweizerische Themen für Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Hintergründen verständlich zu erklären.
Siehe auch
- SRG SSR
- Schweizer Radio International
- Auslandschweizer
- Auslandschweizer-Organisation
- Medien in der Schweiz
- Schweizer Radio und Fernsehen
- Radio Télévision Suisse
- Radiotelevisione svizzera
- Radiotelevisiun Svizra Rumantscha
- Präsenz Schweiz
- Service public in der Schweiz
Literatur
- SWI swissinfo.ch: Jahresbericht 2025. Bern 2026.
- SRG SSR: Geschäftsbericht 2025. Bern 2026.
- Schweizer Radio International: 50 Jahre Schweizer Kurzwellendienst. Bern 1985.
- Bundesamt für Kommunikation: Leistungsvereinbarung über das publizistische Angebot für das Ausland. Biel.
- Theo Mäusli, Andreas Steigmeier, François Vallotton (Hrsg.): Radio und Fernsehen in der Schweiz. Geschichte der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG 1958–1983. hier + jetzt, Baden.
- Markus T. Drack (Hrsg.): Radio und Fernsehen in der Schweiz. Geschichte der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft SRG bis 1958. hier + jetzt, Baden.
Weblinks
- Offizielle Website von SWI swissinfo.ch
- Informationen über SWI swissinfo.ch
- Einblicke in die Arbeit der Redaktion
- Zahlen und Fakten 2025
- Jahresbericht 2025
- Offizielle Website der SRG SSR
- Informationen des Bundesamts für Kommunikation zum Auslandmandat
Einzelnachweise
- ↑ Willkommen bei SWI swissinfo.ch, SWI swissinfo.ch, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Auslandmandat, Bundesamt für Kommunikation, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Als die Welt sich über Kurzwellen informierte, SWI swissinfo.ch, 3. November 2019, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Die Radiostimme der Schweiz ist verstummt, SWI swissinfo.ch, 29. Oktober 2004, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Larissa M. Bieler wird Direktorin von SWI swissinfo.ch, SRG SSR, 20. September 2018, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Fragen zur SRG, SRG SSR, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ SRG SSR, Bundesamt für Kommunikation, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ SWI swissinfo.ch tritt dem DG7-Netzwerk bei, SRG SSR, 20. Dezember 2021, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Swissinfo ist zweitbestes Online-Medium der Schweiz, SWI swissinfo.ch, 27. Oktober 2025, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Zahlen und Fakten 2025, SWI swissinfo.ch, abgerufen am 26. Juli 2026.