Solothurn

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Solothurn
Staat Schweiz
Kanton Kanton Solothurn
Bezirk Solothurn
BFS-Nummer 2601
Koordinaten 47° 12′ 30″ N, 7° 32′ 15″ O
Höhe 439 m ü. M.
Fläche 6,29 km²
Bevölkerung 16'893 (31. Dezember 2025)[1]
Amtssprache Deutsch
Postleitzahl 4500
Bezeichnung der Bevölkerung Solothurnerinnen und Solothurner
Website stadt-solothurn.ch

Solothurn ist eine Stadt, politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Kantons Solothurn. Sie liegt beidseits der Aare am südlichen Fuss des Juras und bildet das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Solothurn. Die Gemeinde ist zugleich die einzige Gemeinde des Bezirks Solothurn.

Aufgrund ihres gut erhaltenen historischen Zentrums wird Solothurn häufig als «schönste Barockstadt der Schweiz» bezeichnet. Das heutige Stadtbild entstand jedoch nicht ausschliesslich im Barock, sondern vereint römische, mittelalterliche, renaissancezeitliche, barocke und klassizistische Bauelemente. Von 1530 bis 1792 residierten die französischen Gesandten bei der Alten Eidgenossenschaft in Solothurn. Aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung Ambassadorenstadt.

Name

Der Name geht auf das römische Salodurum zurück. Er ist erstmals im Jahr 219 n. Chr. in einer steinernen Weihinschrift in der Form vico salod[uro] belegt.[2] Der wahrscheinlich keltische Name wird häufig als «Wassertor» gedeutet und verweist möglicherweise auf den Aareübergang und die Lage an einem Verkehrsweg.

Auf Französisch heisst die Stadt Soleure, auf Italienisch Soletta und auf Rätoromanisch Soloturn.

Geografie

Lage

Solothurn liegt im nordwestlichen Teil des Schweizer Mittellands am Jurasüdfuss. Die Aare durchquert das Gemeindegebiet von Westen nach Osten und teilt die Stadt in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Die historische Altstadt liegt hauptsächlich nördlich des Flusses, während sich südlich der Aare die Vorstadt, der Hauptbahnhof und weitere Wohn- und Gewerbegebiete befinden.

Nördlich der Stadt steigt das Gelände in Richtung der ersten Jurakette an. Rund fünf Kilometer von Solothurn entfernt erhebt sich der 1'395 Meter hohe Weissenstein, der als Hausberg der Stadt gilt. Von seinem Höhenzug reicht die Aussicht über das Mittelland bis zu den Alpen.

Das nur 6,29 km² grosse Gemeindegebiet ist dicht besiedelt. Die Bebauung geht an mehreren Stellen nahezu ohne Unterbrechung in die Siedlungsgebiete der Nachbargemeinden über. Solothurn bildet den Kern einer Agglomeration, die auch Gemeinden des Bezirks Lebern und des Bezirks Wasseramt umfasst.

Nachbargemeinden

Solothurn grenzt im Westen an Bellach, im Norden an Langendorf und Rüttenen, im Osten an Feldbrunnen-St. Niklaus und Zuchwil sowie im Süden an Biberist.

Gewässer und Landschaft

Die Aare ist das prägende Landschaftselement der Stadt. An ihren Ufern befinden sich Promenaden, Grünanlagen, Gaststätten und historische Gebäude. Mehrere kleinere Bäche, darunter der Obach und der Brühlgraben, durchziehen das Gemeindegebiet oder verlaufen teilweise unterirdisch.

Die Altstadt liegt auf einer eiszeitlichen Geländeerhebung. Sie entstand auf einer Endmoräne des Rhonegletschers, die nach dem Rückzug des Eises die Entwicklung der Landschaft am Jurasüdfuss beeinflusste.

Geschichte

Römische Zeit

Das Gebiet von Solothurn war bereits vor der römischen Epoche besiedelt. Seine besondere Bedeutung ergab sich aus der Lage an einem günstigen Übergang über die Aare. In römischer Zeit entstand hier vermutlich zwischen 15 und 25 n. Chr. eine Strassenstation an der Verbindung von Aventicum über den Jurasüdfuss nach Augusta Raurica und Vindonissa.

Um die Station entwickelte sich der Vicus Salodurum. Archäologische Funde belegen Wohnhäuser, Werkstätten, Badeanlagen, Töpfereien und Gräberfelder. Die Siedlung erstreckte sich über einen beträchtlichen Teil der heutigen Altstadt und der südlich der Aare gelegenen Vorstadt.

Im 4. Jahrhundert wurde ein kleinerer Teil der Siedlung mit einer starken Mauer befestigt. Dieses spätantike Kastell diente dem Schutz des Flussübergangs und der Verkehrswege. Teile seiner Mauern sind bis heute in Gebäuden der Altstadt erhalten oder archäologisch nachweisbar.

Frühmittelalter

Nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb das Gebiet wahrscheinlich durchgehend bewohnt. Im Frühmittelalter bestanden ein weltlicher Siedlungskern innerhalb des ehemaligen Kastells und ein kirchliches Zentrum bei den Gräbern der späteren Stadtpatrone Ursus und Victor.

Die Verehrung der beiden Heiligen ist seit dem frühen Mittelalter belegt. Über dem vermuteten Grab des Ursus entstand eine Kirche, die sich zu einem Wallfahrtsort entwickelte. Das Stift St. Ursen wird im 9. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. An seinem Standort steht heute die St.-Ursen-Kathedrale.

Im Jahr 1038 hielt Kaiser Konrad II. in Solothurn einen Reichstag ab. Dabei wurde sein Sohn Heinrich, der spätere Kaiser Heinrich III., zum König von Burgund gekrönt.

Reichsstadt und eidgenössischer Ort

Im Hochmittelalter stand Solothurn zeitweise unter dem Einfluss der Zähringer. Nach dem Aussterben des Geschlechts im Jahr 1218 entwickelte sich die Stadt schrittweise zu einer freien Reichsstadt. Eine Stadtmauer umschloss den älteren Siedlungskern, die Stiftskirche und die im Osten entstandenen Quartiere.

Solothurn schloss 1295 ein Bündnis mit Bern und näherte sich damit der Eidgenossenschaft an. Die Stadt unterstützte die eidgenössischen Orte unter anderem während der Auseinandersetzungen mit den Habsburgern. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts erwarb Solothurn Herrschaftsrechte über zahlreiche umliegende Gebiete.

Im Jahr 1481 wurde Solothurn gemeinsam mit Freiburg als vollberechtigter Ort in die Alte Eidgenossenschaft aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte nach den durch das Stanser Verkommnis beigelegten Konflikten zwischen den Länder- und Städteorten. Solothurn baute sein Territorium weiter aus, bis es im frühen 16. Jahrhundert annähernd die heutige Gestalt des Kantons erreicht hatte.[2]

Reformation und katholische Stadtrepublik

Die Reformation fand auch in Solothurn Anhänger. Zeitweise wurden in der Stadt reformierte Predigten gehalten, und die religiösen Spannungen drohten in offene Gewalt umzuschlagen. Der Überlieferung nach verhinderte Schultheiss Niklaus Wengi der Jüngere eine bewaffnete Auseinandersetzung, indem er sich vor eine Kanone stellte, die auf reformierte Bürger gerichtet war.

Solothurn blieb schliesslich beim römisch-katholischen Glauben. Die Stadt gehörte danach zu den wichtigen katholischen Orten der Eidgenossenschaft und pflegte enge Beziehungen zu Frankreich.

Ambassadorenstadt

Von 1530 bis zum Ende der französischen Monarchie 1792 war Solothurn der ständige Sitz der französischen Gesandten bei der Eidgenossenschaft. Diese Diplomaten wurden als Ambassadoren bezeichnet. Ihre Anwesenheit machte die relativ kleine Stadt zu einem Ort der internationalen Diplomatie und beeinflusste Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Architektur.

Adelige Familien, Offiziere in französischen Diensten und wohlhabende Patrizier errichteten repräsentative Wohnhäuser und Landsitze. Französische Einflüsse verbanden sich mit italienischer Baukunst und einheimischen Traditionen. Zu den bedeutenden Bauten dieser Epoche gehören das Palais Besenval, das Sommerhaus Vigier und das nahe gelegene Schloss Waldegg.

Zwischen 1667 und dem frühen 18. Jahrhundert wurde Solothurn mit einer barocken Festungsanlage aus Bastionen und Schanzen umgeben. Von dieser Anlage sind unter anderem die Riedholzschanze und Teile der Befestigungen beim Baseltor erhalten.

Helvetik und 19. Jahrhundert

1798 besetzten französische Truppen Solothurn. Die patrizische Herrschaft brach zusammen, und die Stadt wurde Teil der zentralistisch organisierten Helvetischen Republik. Nach deren Ende kehrten die alten Führungsschichten während der Restaurationszeit zunächst an die Macht zurück.

Die liberale Bewegung von 1830 und 1831 beendete die Vorherrschaft des Patriziats. Eine neue Kantonsverfassung führte zu einer breiteren politischen Beteiligung und trennte die städtischen Angelegenheiten stärker von der kantonalen Verwaltung.

Im Jahr 1828 wurde Solothurn zum Sitz des neu umschriebenen Bistums Basel. Die St.-Ursen-Kirche erhielt damit den Rang einer Kathedrale. Obwohl das Bistum den Namen Basel trägt, befinden sich der Bischofssitz und die Kathedrale seither in Solothurn.

Zwischen 1835 und 1905 wurden grosse Teile der barocken Befestigungen abgebrochen. Dadurch konnte sich die Stadt über die bisherigen Grenzen hinaus ausdehnen. Neue Wohnquartiere, Strassen, öffentliche Gebäude und Eisenbahnanlagen entstanden ausserhalb der Altstadt.

Industrialisierung und Gegenwart

Die Industrialisierung setzte in Solothurn im späten 19. Jahrhundert verstärkt ein. Betriebe der Metallverarbeitung, Maschinenindustrie, Uhrenindustrie und des Baugewerbes entstanden in der Stadt und ihrer Umgebung. Der Ausbau der Eisenbahnlinien verbesserte die Verbindung zu Bern, Biel, Olten und Basel.

Im 20. Jahrhundert wuchs Solothurn mit den umliegenden Gemeinden zu einem zusammenhängenden Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Mehrere Vorhaben zur Eingemeindung benachbarter Gemeinden kamen jedoch nicht zustande.

Der Schutz der Altstadt gewann nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung. Historische Gebäude wurden restauriert, der Durchgangsverkehr wurde eingeschränkt und der öffentliche Raum aufgewertet. Im Jahr 1980 erhielt Solothurn den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes für den verantwortungsvollen Umgang mit seinem Ortsbild.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt Solothurn 16'893 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon besassen 3'879 Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit.[1]

Im Jahr 1850 lebten rund 5'400 Menschen in der Gemeinde. Bis 1900 stieg die Bevölkerung auf etwa 10'000 Personen und erreichte 1970 mit ungefähr 17'700 Einwohnerinnen und Einwohnern einen vorläufigen Höchststand. Danach nahm die Einwohnerzahl infolge kleiner werdender Haushalte und der Verlagerung von Wohnraum in die Agglomerationsgemeinden zeitweise ab. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wächst sie wieder langsam.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend eine regionale Variante des Schweizerdeutschen gesprochen. Daneben werden aufgrund der Zuwanderung zahlreiche weitere Sprachen verwendet.

Politik und Verwaltung

Solothurn ist Sitz des Regierungsrats, des Kantonsrats und der kantonalen Verwaltung. In der Stadt befinden sich ausserdem verschiedene Gerichte und weitere kantonale Institutionen.

Die politische Organisation der Einwohnergemeinde unterscheidet sich von jener vieler anderer Schweizer Städte. Oberstes beschlussfassendes Organ ist die Gemeindeversammlung, an der die stimmberechtigte Bevölkerung teilnehmen kann. Bestimmte Geschäfte werden obligatorisch oder auf Verlangen an der Urne entschieden.

Der Gemeinderat besteht aus 30 Mitgliedern und nimmt strategische sowie exekutive Aufgaben wahr. Aus seiner Mitte wird eine siebenköpfige Gemeinderatskommission gebildet, die weitere Führungs-, Vorbereitungs- und Vollzugsaufgaben übernimmt. Das Stadtpräsidium leitet den Gemeinderat und die Gemeindeversammlung und führt die Stadtverwaltung.[3]

Die Stimmberechtigten wählen den Gemeinderat, das Stadtpräsidium und das Vizepräsidium. Daneben stehen ihnen die in der schweizerischen direkten Demokratie üblichen Instrumente zur Verfügung.

Wirtschaft

Solothurn ist das wichtigste Arbeitsplatz- und Dienstleistungszentrum der näheren Region. Die Zahl der Arbeitsplätze übersteigt die Zahl der erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohner deutlich, weshalb täglich zahlreiche Menschen aus den umliegenden Gemeinden in die Stadt pendeln.

Von besonderer Bedeutung sind die kantonale und kommunale Verwaltung, das Gesundheitswesen, die Bildung, der Detailhandel, die Gastronomie, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen sowie kulturelle Einrichtungen. Das Bürgerspital Solothurn gehört zu den wichtigsten medizinischen Zentren des Kantons.

Industrie- und Gewerbebetriebe befinden sich vor allem in den westlichen und südlichen Stadtgebieten sowie in den angrenzenden Gemeinden. Historisch spielten die Metall-, Maschinen-, Uhren- und Präzisionsindustrie eine wichtige Rolle. Heute wird die Wirtschaftsstruktur überwiegend vom Dienstleistungssektor geprägt.

Auch der Tourismus hat eine grosse Bedeutung. Die Altstadt, die Aare, die Nähe zum Weissenstein und ein vielfältiges Kulturangebot machen Solothurn zu einem beliebten Ziel für Tages- und Wochenendreisen.

Verkehr

Der Bahnhof Solothurn liegt südlich der Aare und ist ein bedeutender regionaler Eisenbahnknoten. Direkte Verbindungen führen unter anderem nach Biel/Bienne, Bern, Olten, Zürich, Genf und Lausanne.

Neben den Schweizerischen Bundesbahnen bedienen die BLS, der Regionalverkehr Bern–Solothurn und Aare Seeland mobil die Stadt. Die meterspurige Bahnstrecke des Regionalverkehrs Bern–Solothurn verbindet Solothurn über Jegenstorf mit Bern. Eine weitere Schmalspurbahn führt über Niederbipp in Richtung Oensingen.

Mehrere Buslinien erschliessen die Stadt und die Agglomeration. Der Busbetrieb wird hauptsächlich durch den Busbetrieb Solothurn und Umgebung organisiert.

Die Autobahn A5 verläuft südlich der Stadt und stellt Verbindungen in Richtung Biel sowie über die A1 nach Bern, Zürich und Basel her. Die historische Altstadt ist weitgehend vom motorisierten Durchgangsverkehr befreit.

Auf der Aare verkehren in der Sommersaison Kursschiffe zwischen Solothurn und Biel. Die Strecke führt durch die naturnahe Flusslandschaft bis zum Bielersee und gilt als längste zusammenhängende Personenschifffahrtsstrecke auf einem Schweizer Fluss.

Bildung

Die Stadtschulen Solothurn führen Kindergärten, Primarschulen und die Sekundarstufe I. Weiterführende Schulen werden überwiegend durch den Kanton getragen. Dazu gehören die Kantonsschule Solothurn, Berufsbildungszentren und verschiedene Fachschulen.

Die Kantonsschule besitzt eine lange Bildungstradition, die unter anderem auf das mittelalterliche Stift St. Ursen und das spätere Jesuitenkollegium zurückgeht. Heute bietet sie gymnasiale und weitere allgemeinbildende Ausbildungsgänge an.

In Solothurn befinden sich zudem die Zentralbibliothek Solothurn und mehrere kantonale Bildungs- und Weiterbildungsinstitutionen.

Kultur

Solothurn besitzt trotz seiner geringen Grösse ein vielfältiges Kulturangebot. Das Stadttheater Solothurn ist gemeinsam mit dem Theater in Biel Teil von Theater Orchester Biel Solothurn. Aufgeführt werden Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Konzerte in deutscher und französischer Sprache.

Zu den bedeutendsten Museen gehören:

  • das Kunstmuseum Solothurn mit einer umfangreichen Sammlung schweizerischer Kunst vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart;
  • das Museum Altes Zeughaus mit Waffen, Rüstungen und militärhistorischen Objekten;
  • das Naturmuseum Solothurn;
  • das Historische Museum Blumenstein;
  • das Domschatzmuseum der St.-Ursen-Kathedrale.

Das Kunstmuseum besitzt bedeutende Werke von Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Frank Buchser, Meret Oppenheim und weiteren Schweizer Künstlerinnen und Künstlern.[4]

Sehenswürdigkeiten

St.-Ursen-Kathedrale

Die St.-Ursen-Kathedrale ist das Wahrzeichen Solothurns und die Kathedrale des Bistums Basel. Der heutige Bau entstand von 1762 bis 1773 nach Plänen von Gaetano Matteo Pisoni und Paolo Antonio Pisoni. Die Kirche gilt als eines der bedeutendsten frühklassizistischen Bauwerke der Schweiz.[5]

Eine monumentale Freitreppe führt von der Hauptgasse zum Haupteingang. Die Fassade und grosse Teile des Gebäudes bestehen aus hellem Kalkstein aus der Region, der traditionell als «Solothurner Marmor» bezeichnet wird. Der 66 Meter hohe Turm besitzt elf Glocken und bietet eine Aussicht über die Stadt, den Jura und das Mittelland.

Jesuitenkirche

Die Jesuitenkirche wurde im späten 17. Jahrhundert neben dem ehemaligen Jesuitenkollegium errichtet. Ihre reich ausgestattete Fassade und der mit Stuck, Gemälden und Altären geschmückte Innenraum machen sie zu einem der bedeutendsten Barockbauten der Stadt.

Zeitglockenturm

Der Zeitglockenturm in der Hauptgasse gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Solothurns. Sein unterer Teil geht auf das Mittelalter zurück. Die astronomische Uhr zeigt neben der Zeit auch astronomische Angaben. Ein mechanisches Figurenspiel mit Ritter, König und Tod wird zu bestimmten Zeiten in Bewegung gesetzt.

Befestigungen und Stadttore

Das Baseltor östlich der Altstadt entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts und bildet einen markanten Zugang zur St.-Ursen-Kathedrale. Im Westen steht das Bieltor, dessen Ursprünge ins Mittelalter zurückreichen. Weitere erhaltene Wehrbauten sind der Buristurm, der Krummturm und Teile der Riedholzschanze.

Rathaus und historische Wohnbauten

Das Rathaus besteht aus mehreren Gebäudeteilen unterschiedlicher Epochen. Seine Entwicklung vom mittelalterlichen Verwaltungssitz zum repräsentativen politischen Zentrum lässt sich an der Architektur ablesen.

Das Palais Besenval an der Aare ist ein bedeutender barocker Stadtpalast. Weitere sehenswerte Bauten sind das Von-Roll-Haus, das Sommerhaus Vigier und zahlreiche Zunft- und Bürgerhäuser in der Hauptgasse und den angrenzenden Gassen.

Brunnen und Plätze

Das Stadtbild wird von historischen Figurenbrunnen geprägt. Dazu gehören der St.-Ursen-Brunnen, der Mauritiusbrunnen, der Gerechtigkeitsbrunnen und der Simsonbrunnen. Der Marktplatz, im lokalen Sprachgebrauch «Märetplatz» genannt, bildet einen zentralen Treffpunkt der Altstadt.

Die Zahl Elf

Solothurn wird in besonderer Weise mit der Zahl Elf verbunden. Die Tradition entstand vermutlich, weil Solothurn in einer historischen Zählweise als elfter Ort der Alten Eidgenossenschaft galt. Später wurde die Zahl bewusst in Architektur, Brauchtum und Stadtmarketing aufgenommen.

Besonders deutlich zeigt sich dies an der St.-Ursen-Kathedrale. Ihre Bauzeit betrug elf Jahre, die Freitreppe besteht aus drei Gruppen zu je elf Stufen, im Turm hängen elf Glocken, und im Innern befinden sich elf Altäre. Der Turm ist 66 Meter beziehungsweise sechs mal elf Meter hoch.[6]

Auch elf historische Brunnen, Türme, Kirchen und Kapellen werden mit dieser Tradition in Verbindung gebracht. Eine moderne Uhr am Amthausplatz besitzt lediglich elf Stundenmarkierungen.

Veranstaltungen

Die 1966 gegründeten Solothurner Filmtage finden jährlich im Januar statt. Sie präsentieren das aktuelle Schweizer Filmschaffen und gehören zu den wichtigsten Veranstaltungen der nationalen Filmbranche.[7]

Die Solothurner Literaturtage bringen jedes Jahr Autorinnen, Autoren, Übersetzende, Verlage und ein literaturinteressiertes Publikum aus allen Sprachregionen der Schweiz zusammen.

Weitere bekannte Veranstaltungen sind die Solothurner Fasnacht, die Herbstmesse HESO, die Barocktage, das Märetfest und verschiedene Musik-, Theater- und Freiluftveranstaltungen entlang der Aare.

Sport und Freizeit

Die Aare ist im Sommer ein beliebter Ort zum Schwimmen, Paddeln und für weitere Wassersportarten. Wege entlang des Flusses und in Richtung Weissenstein werden zum Wandern und Velofahren genutzt.

Der bekannteste Fussballverein ist der FC Solothurn, der seine Heimspiele im Stadion Solothurn austrägt. Daneben bestehen zahlreiche Vereine für Handball, Leichtathletik, Turnen, Eishockey, Tennis, Rudern und weitere Sportarten.

Ein bedeutendes Naherholungsgebiet liegt in der benachbarten Gemeinde Rüttenen. Dort führen Wanderwege durch die Verenaschlucht zu einer Einsiedelei und den Kapellen St. Verena und St. Martin.

Partnerstädte

Solothurn unterhält Städtepartnerschaften mit:

Die Partnerschaften dienen dem kulturellen, gesellschaftlichen, schulischen und politischen Austausch.

Siehe auch

Einzelnachweise