Bahnhof Zug

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Bahnhof Zug
Bahnhof Zug
Bildtext Eingangshalle des heutigen Bahnhofs
Lage Zug, Kanton Zug
Bauform Keilbahnhof und Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Gleisnummern 1–7
Abkürzung ZG
IBNR 8502204
Eröffnung 1. Juni 1864
heutiger Standort seit 1. Juni 1897
Höhe 425 m ü. M.
Architekten Jakob Friedrich Wanner (1864)
Robert Moser und Gustav Wülfke (1897)
Klaus Hornberger (2003)
Eigentümerin SBB
Betreiberinnen SBB und Südostbahn
Strecken Bahnstrecke Thalwil–Zug
Bahnstrecke Zug–Arth-Goldau
Bahnstrecke Zug–Luzern
Bahnstrecke Zürich–Zug
Verkehr Fernverkehr, Stadtbahn Zug und S-Bahn Zürich
Tarifzone 610 im Tarifverbund Zug
Koordinaten 47° 10′ 27″ N, 8° 30′ 56″ O

Der Bahnhof Zug ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Zug und der zentrale Eisenbahnknoten des Kantons Zug. Er liegt an der Verzweigung der Bahnverbindungen von Zürich über Thalwil, von Zürich über das Knonaueramt, von Luzern sowie von Arth-Goldau und der Gotthardachse. Der Bahnhof wird von nationalen und internationalen Fernverkehrszügen, den beiden Linien der Stadtbahn Zug und den Linien S5 und S24 der S-Bahn Zürich bedient.

Die heutige Bahnhofanlage befindet sich seit 1897 an ihrem Standort zwischen dem Stadtzentrum und den Quartieren Metalli und Grafenau. Sie ist als Keilbahnhof angelegt: Die Gleise der Strecken nach Thalwil und Arth-Goldau verlaufen östlich beziehungsweise südöstlich des zentralen Gebäudebereichs, während die Zufahrt aus Richtung Kollermühle, Cham und Knonau westlich davon liegt.

Das heutige Aufnahmegebäude wurde zwischen 2001 und 2004 nach Plänen des Architekten Klaus Hornberger errichtet. Es verbindet die verschiedenen Bahnsteige und die durch das Gleisfeld getrennten Stadtteile. Besonders bekannt ist die in das Gebäude integrierte Lichtinstallation Light Transport des amerikanischen Künstlers James Turrell.[1]

Lage

Der Bahnhof befindet sich nördlich der historischen Altstadt und rund 600 Meter vom Ufer des Zugersees entfernt. Auf der Süd- und Westseite liegen der Bahnhofplatz, die Baarerstrasse, die Dammstrasse und die in Richtung Stadtzentrum führende Alpenstrasse. Die Ostseite grenzt an das Einkaufs- und Dienstleistungsgebiet Metalli.

Die Bahnhofanlage liegt innerhalb eines dicht bebauten Stadtgebiets. Sie bildet eine wichtige Fussgängerverbindung zwischen dem Stadtzentrum, der Neustadt, dem Metalli-Quartier und den Gebieten Grafenau und Guthirt. Durch die zentrale Passage des Aufnahmegebäudes können die Gleisanlagen auf Stadtniveau unterquert beziehungsweise durchquert werden.

Unmittelbar beim Bahnhof befinden sich mehrere Bushaltestellen. Die wichtigsten tragen die Bezeichnungen Zug, Bahnhofplatz, Zug, Metalli/Bahnhof, Zug, Landis & Gyr/Bahnhof und Zug, Dammstrasse/Bahnhof. Zusammen bilden sie den bedeutendsten Busknoten im Netz der Zugerland Verkehrsbetriebe.

Die Altstadt, der Bundesplatz, das Regierungsgebäude, die kantonalen Verwaltungsstellen, die Einkaufsstrassen und die Seepromenade sind vom Bahnhof zu Fuss erreichbar. Damit dient die Anlage nicht nur als Verkehrsknoten, sondern auch als eines der wichtigsten Eingangstore zur Stadt Zug.

Geschichte

Erster Bahnhof von 1864

Der erste Zuger Bahnhof wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Zürich-Zug-Luzern-Bahn errichtet. Diese Gesellschaft plante eine Eisenbahnverbindung von Zürich über das Knonaueramt nach Zug und von dort weiter nach Luzern.

Am 1. Juni 1864 wurden die Strecken Zürich–Zug und Zug–Luzern gleichzeitig eröffnet. Die Züge aus Zürich erreichten Zug über Altstetten, Affoltern am Albis, Knonau und Steinhausen. Die Verbindung nach Luzern führte über Cham und Rotkreuz.

Der erste Bahnhof befand sich nicht am heutigen Standort, sondern im Gebiet der heutigen Bundesstrasse und des Bundesplatzes. Das Aufnahmegebäude stand ungefähr zwischen der reformierten Kirche und der später angelegten Bahnhofstrasse.[2]

Die Anlage war als Kopfbahnhof ausgeführt. Die Gleise endeten im Stadtgebiet, sodass Züge, die über Zug hinaus verkehren sollten, ihre Fahrtrichtung wechseln mussten. Im Gebiet Kollermühle bestand gleichzeitig ein Gleisdreieck. Über dessen Verbindungskurve konnten Züge zwischen Zürich und Luzern verkehren, ohne in den Kopfbahnhof Zug einzufahren.

Das Aufnahmegebäude wurde nach Plänen von Jakob Friedrich Wanner errichtet, der zu den bedeutendsten Bahnhofarchitekten der Schweizerischen Nordostbahn gehörte. Der Bau enthielt Wartesäle, Billettschalter, Gepäckräume, Diensträume und Wohnungen für Bahnpersonal.

Der Bahnhof förderte die städtebauliche Entwicklung nördlich der Zuger Altstadt. Entlang der Zufahrtsstrassen entstanden Hotels, Gaststätten, Wohnhäuser und Gewerbebetriebe.

Neubau der Eisenbahnverbindungen

Nach der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882 verkehrten die Züge zwischen Zürich und der Gotthardstrecke zunächst über das Knonaueramt, Rotkreuz und Immensee. Diese Verbindung war vergleichsweise lang und betrieblich umständlich.

Die Nordostbahn plante deshalb eine direktere Strecke von Zürich über Thalwil nach Zug. Gleichzeitig sollte eine neue Linie von Zug über Walchwil und Arth-Goldau den Anschluss an die Gotthardbahn herstellen.

Der Bau dieser beiden Strecken machte eine vollständige Neuordnung des Zuger Eisenbahnknotens erforderlich. Der bisherige Kopfbahnhof lag für die neuen Linien ungünstig und hätte nur mit aufwendigen Richtungswechseln weiterverwendet werden können.

Die Nordostbahn entschied deshalb, den Bahnhof an den heutigen Standort nördlich des damaligen Stadtzentrums zu verlegen. Die neue Anlage wurde als Keilbahnhof konzipiert, in dem sich die Streckenäste in verschiedene Richtungen auffächerten.

Bahnhof von 1897

Die Bahnstrecke Thalwil–Zug und die Bahnstrecke Zug–Arth-Goldau wurden am 1. Juni 1897 eröffnet. Bereits am 31. Mai fand ein offizielles Eröffnungsfest für die neuen Strecken und den neuen Bahnhof statt.

Das Aufnahmegebäude des zweiten Bahnhofs wurde nach Plänen der Architekten Robert Moser und Gustav Wülfke errichtet. Der repräsentative Bau stand im Keil zwischen den Gleisanlagen und war von mehreren Seiten zugänglich.

Mit den neuen Bahnlinien erhielt Zug eine wesentlich schnellere Verbindung nach Zürich und eine direkte Zufahrt zur Gotthardbahn. Der überregionale Verkehr verlagerte sich weitgehend von der Strecke durch das Knonaueramt auf die neue Verbindung über Thalwil.

Das Aufnahmegebäude des ersten Bahnhofs wurde nicht abgebrochen. Es wurde 1897 und 1898 zerlegt, nach Zürich transportiert und als Stationsgebäude des Bahnhofs Zürich Wollishofen wieder aufgebaut. Der translozierte Bau ist dort bis heute erhalten.[3]

Übergang an die SBB

Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn war bereits 1892 vollständig von der Nordostbahn übernommen worden. Nach der Verstaatlichung der grossen schweizerischen Privatbahnen gingen der Bahnhof und die zuführenden Strecken 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB erweiterten die Anlage im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach. Die Bahnsteige wurden verlängert, zusätzliche Gleise und Unterführungen angelegt und die Sicherungsanlagen modernisiert.

Die Strecken rund um Zug wurden in den frühen 1920er-Jahren elektrifiziert. Eingesetzt wurde das schweizerische Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom. Die elektrische Traktion ersetzte den Dampfbetrieb und ermöglichte kürzere Fahrzeiten sowie leistungsfähigere Züge.

Der Bahnhof entwickelte sich zu einem wichtigen Halt der Fernverkehrszüge zwischen Zürich, Luzern und dem Gotthard. Gleichzeitig nahm der regionale Pendlerverkehr aufgrund des starken Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums im Kanton Zug kontinuierlich zu.

Planungen für einen neuen Bahnhof

Das Aufnahmegebäude von 1897 entsprach gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen des stark gewachsenen Verkehrs. Die Zugänge waren eng, die Orientierung zwischen den verschiedenen Perrons schwierig und die Verbindung zwischen den Stadtteilen auf beiden Seiten des Gleisfelds unzureichend.

1989 wurde ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt. Das Projekt des Zürcher Architekten Klaus Hornberger erhielt den ersten Preis. Sein Entwurf sah keinen isolierten Bahnhofsbau, sondern eine offene, mehrgeschossige Stadtpassage vor.

Die Bahnhofhalle sollte die im Keil auseinanderlaufenden Gleisbereiche zusammenfassen und gleichzeitig eine öffentlich zugängliche Verbindung zwischen dem Bahnhofplatz und dem Metalli-Quartier bilden. Wegen der komplexen Eigentums-, Finanzierungs- und Planungsverhältnisse dauerte es mehr als ein Jahrzehnt, bis das Projekt ausgeführt werden konnte.

Heutiges Aufnahmegebäude

Die Bauarbeiten für das heutige Bahnhofgebäude begannen 2001. Der Betrieb der Eisenbahn musste während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden.

Am 28. November 2003 wurde der neue Bahnhof offiziell eröffnet. Einzelne Abschlussarbeiten dauerten bis 2004. Die gesamten Baukosten lagen bei rund 65 Millionen Franken.

Der Neubau besteht aus zwei schmalen Baukörpern, die den keilförmigen Verlauf der Gleise aufnehmen. Dazwischen liegt eine hohe, von Glas geprägte Bahnhofhalle. Offene Galerien, Treppen und Liftanlagen verbinden die verschiedenen Ebenen.

Die Passage auf Stadtniveau enthält Geschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Dienstleistungen. Auf Gleisniveau bestehen direkte Zugänge zu den Perrons. In den Obergeschossen befinden sich hauptsächlich Büro- und Praxisräume.

Der Neubau ersetzte das Stationsgebäude von 1897. Einzelne ältere Bahnbauten und technische Anlagen im Umfeld blieben erhalten oder wurden in die Neugestaltung des Areals einbezogen.

Architektur

Gebäude und Bahnhofhalle

Der heutige Bahnhof ist als Teil der Stadt und nicht als geschlossenes Einzelgebäude gestaltet. Die Halle ist von mehreren Seiten zugänglich und ermöglicht Blickbeziehungen zwischen Bahnhofplatz, Gleisen, Galerien und Metalli.

Massive Gebäudeköpfe aus Sichtbeton bilden die seitlichen Abschlüsse. Dazwischen spannen Stahl- und Glaskonstruktionen die mehrgeschossige Halle auf. Die offenen Erschliessungsgalerien prägen sowohl den Innenraum als auch die äussere Glasfassade.[4]

Die Fussgängerpassage verbindet die zuvor durch den Bahndamm stärker voneinander getrennten Quartiere. Zugleich erschliesst sie die Perrons, die Verkaufsflächen und die oberen Geschosse.

Die Bahnhofanlage verfügt über mehr als 5600 Quadratmeter vermietbare Flächen für Geschäfte, Gastronomie, Büros, Praxen und Dienstleistungen.[5]

Light Transport

Die Lichtinstallation Light Transport ist integraler Bestandteil der Architektur. Sie wurde vom amerikanischen Lichtkünstler James Turrell in Zusammenarbeit mit Klaus Hornberger entwickelt.

Rot, Grün und Blau leuchtende Elemente sind in die Fassade, die Galerien und weitere Gebäudeteile eingebaut. Durch unterschiedliche Mischungen und Helligkeiten entstehen sich langsam verändernde Farbräume.

Die Installation wird nach Einbruch der Dämmerung sichtbar. Das farbige Licht lässt den Bahnhof aus verschiedenen Blickrichtungen und zu unterschiedlichen Zeiten anders erscheinen. Die Glasfassade verwandelt sich dabei in eine weithin sichtbare Lichtskulptur.[6]

Für die Architektur und die Lichtinstallation erhielt der Bahnhof 2005 zwei Brunel Awards. Die Auszeichnung würdigt herausragende Architektur-, Kunst- und Designprojekte im internationalen Eisenbahnwesen.

Gleisanlage

Der Bahnhof besitzt sieben Gleise für den Personenverkehr. Sechs davon sind Durchgangsgleise, eines endet innerhalb der Bahnhofanlage. Die Gleise liegen an einem Seitenperron und drei Mittelperrons. Einer der Mittelperrons ist wegen der Keilform des Bahnhofs ebenfalls keilförmig angelegt.

Bestandteil Ausführung
Bahnsteiggleise 7
Gleisnummern 1 bis 7
Perrons ein Seitenperron und drei Mittelperrons
Durchgangsgleise 6
Endendes Gleis 1
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom

Die Perrons sind durch Treppen, Rolltreppen und Lifte mit den Bahnhofsebenen verbunden. Die Zugänge ermöglichen weitgehend hindernisfreie Wege zwischen dem Stadtgebiet, den Perrons und den Bushaltestellen.[7]

Die Keilform ergibt sich aus den unterschiedlichen Streckenrichtungen. Die Gleise in Richtung Thalwil und Arth-Goldau verlaufen auf einer gebogenen Achse, während die Strecken nach Cham, Luzern und durch das Knonaueramt von der westlichen Bahnhofsseite wegführen.

Neben den Perrongleisen bestehen im Umfeld des Bahnhofs Abstell-, Dienst- und Verbindungsgleise. Im Gebiet Kollermühle verzweigen sich die Strecken in Richtung Cham und Luzern sowie in Richtung Steinhausen und Knonau.

Fernverkehr

Der Bahnhof Zug liegt an zwei der wichtigsten Fernverkehrsachsen der Zentralschweiz: Zürich–Zug–Luzern und Zürich–Zug–Gotthard–Tessin. Im Fahrplanjahr 2026 halten insbesondere folgende Linien:[8]

Linie Grundstrecke Funktion
EC Zürich HB–Zug–Arth-Goldau–Bellinzona–Lugano–Milano Centrale Einzelne internationale Verbindungen zwischen Zürich und Italien
IC 2 Zürich HB–Zug–Arth-Goldau–Bellinzona–Lugano Schnelle Verbindung zwischen Zürich und dem Tessin
IR 46 Zürich HB–Zug–Arth-Goldau–Erstfeld–Bellinzona–Locarno Verbindung über die Gotthard-Bergstrecke
IR 70 Zürich HB–Zug–Luzern Schnelle Verbindung zwischen Zürich, Zug und Luzern
IR 75 Zürich Flughafen–Zürich HB–Thalwil–Zug–Rotkreuz–Luzern Direkte Verbindung zum Flughafen Zürich und nach Luzern

Die Züge nach Zürich erreichen den Hauptbahnhof in ungefähr 25 Minuten. Die Fahrt nach Luzern dauert je nach Verbindung rund 20 bis 30 Minuten.

Auf der Gotthardachse verkehren sowohl SBB-Züge als auch die von der Schweizerischen Südostbahn betriebenen Züge des Treno-Gottardo-Angebots. Einzelne Linien und Durchbindungen können sich während Bauarbeiten oder bei Fahrplanwechseln ändern.

Regionalverkehr

Stadtbahn Zug

Der Bahnhof ist der zentrale Knoten der Stadtbahn Zug. Das System wurde am 12. Dezember 2004 eröffnet und benutzt die bestehenden SBB-Strecken. Für die Stadtbahn entstanden im Kanton Zug mehrere neue Haltestellen.[9]

  • S1: Baar–Zug–Cham–Rotkreuz–Luzern; ein Teil der Züge wird bis Sursee durchgebunden
  • S2: Baar Lindenpark–Baar–Zug–Zug Oberwil–Walchwil–Arth-Goldau–Schwyz–Erstfeld

Die S1 verkehrt zwischen Baar, Zug und Rotkreuz grundsätzlich im Viertelstundentakt. Jeder zweite Zug fährt weiter über Rotkreuz nach Luzern beziehungsweise Sursee.

Die S2 verkehrt zwischen Baar Lindenpark und Walchwil grundsätzlich im Halbstundentakt. Stündlich wird eine Verbindung über Arth-Goldau und Schwyz nach Erstfeld geführt. Während grösserer Bauarbeiten an der Gotthardstrecke können die Züge zeitweise bereits in Brunnen oder Arth-Goldau enden.[10]

Im Stadtgebiet bedienen die Stadtbahnlinien unter anderem die Stationen Zug Schutzengel, Zug Chollermüli, Zug Postplatz, Zug Fridbach und Zug Oberwil. Der Hauptbahnhof bleibt jedoch der wichtigste Umsteigepunkt zu Fernverkehr, S-Bahn und Bus.

S-Bahn Zürich

Zug ist Endpunkt zweier Linien der S-Bahn Zürich:

  • S5 Zug–Steinhausen Rigiblick–Steinhausen–Knonau–Mettmenstetten–Affoltern am Albis–Zürich HB–Uster–Wetzikon–Rapperswil–Pfäffikon SZ
  • S24 Zug–Baar–Horgen Oberdorf–Thalwil–Zürich HB–Zürich Wipkingen–Zürich Flughafen–Winterthur–Thayngen beziehungsweise Weinfelden

Die S5 fährt durch das Knonaueramt und stellt eine direkte Verbindung nach Zürich und in das Zürcher Oberland her. Sie verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt.[11]

Die S24 führt über Baar, den Albistunnel und Thalwil nach Zürich. Im Zürcher Hauptbahnhof wechselt sie die Fahrtrichtung und fährt über Wipkingen und den Flughafen nach Winterthur. Von dort verkehren die Züge stündlich nach Thayngen beziehungsweise Weinfelden.[12]

Busverkehr

Die Zugerland Verkehrsbetriebe bedienen im unmittelbaren Bahnhofsgebiet mehrere Haltestellen. Die Linien verbinden den Bahnhof mit den Stadtquartieren, den Nachbargemeinden sowie dem Ägerital, dem Ennetsee und dem Zugerberg.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren im engeren Bahnhofsumfeld insbesondere folgende Linien:[13]

Linie Grundstrecke
601 Zug, Bahnhofplatz–Unterägeri–Oberägeri
602 Zug, Bahnhofplatz–Menzingen, Kreuzegg
603 Baar, Lättich–Zug–Schönegg–Zugerberg
604 Zug–Inwil bei Baar–Baar–Blickensdorf
605 Zug, Bahnhofplatz–Oberwil bei Zug–Walchwil, Bahnhof
606 Zug–Steinhausen–Cham
607 Zug, Steinhof–Zug–Cham, Gewerbestrasse
611 Zug, St. Johannes–Zug–Oberwil bei Zug
612 Zug, Bahnhofplatz–Allenwinden–Unterägeri–Oberägeri
613 Zug, Bahnhofplatz–Zug, Obersack
614 Zug, Gimenen–Zug, Metalli/Bahnhof–Inwil bei Baar
616 Zug, Dammstrasse/Bahnhof–Steinhausen, Zugerland EKZ

In den Wochenendnächten fahren die Nachtexpresslinien N1 bis N6. Sie verbinden den Bahnhof unter anderem mit Oberägeri, Menzingen, Neuheim, Cham, Walchwil, Arth, Schwyz, Brunnen und dem Freiamt.

Die Bushaltestellen sind auf mehrere Bereiche rund um den Bahnhof verteilt. Die Fahrgäste werden durch Wegweiser, elektronische Anzeigen und den offiziellen Bahnhofplan zu den jeweiligen Abfahrtskanten geführt.

Dienstleistungen

Der Bahnhof verfügt über ein SBB-Reisezentrum, Billettautomaten, Schliessfächer, öffentliche Toiletten und elektronische Fahrgastinformationen. Im Gebäude befinden sich zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Cafés, Gesundheitsangebote und weitere Dienstleistungsbetriebe.

Das SBB-Reisezentrum ist an allen Wochentagen geöffnet. Billette können zusätzlich an Automaten, im Online-Fahrplan und über mobile Anwendungen gekauft werden.[14]

Auf beiden Seiten der Gleisanlage bestehen Veloabstellplätze. In der Umgebung befinden sich ausserdem Parkhäuser, Kurzzeitparkplätze, Taxistandplätze und Carsharing-Angebote.

Der Bahnhof ist weitgehend hindernisfrei. Die Perrons sind mit Liften erreichbar, und taktile Leitlinien unterstützen sehbehinderte Reisende. Die genaue Zugänglichkeit einzelner Fahrzeuge hängt vom eingesetzten Rollmaterial und von der jeweiligen Perronhöhe ab.

Bedeutung

Der Bahnhof Zug gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten der Zentralschweiz. Er verbindet die nationalen Achsen Zürich–Luzern und Zürich–Gotthard mit dem regionalen Bahn- und Busnetz des Kantons Zug.

Seine Bedeutung ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt verbunden. Die direkte Verbindung nach Zürich, Luzern, zum Flughafen Zürich und ins Tessin trägt wesentlich zur Attraktivität Zugs als Wohn-, Arbeits- und Unternehmensstandort bei.

Im regionalen Verkehr dient der Bahnhof als zentraler Umsteigepunkt zwischen der Stadtbahn, der S-Bahn Zürich und den Buslinien der Zugerland Verkehrsbetriebe. Ein grosser Teil der Gemeinden des Kantons ist von hier aus ohne Umstieg oder mit nur einem Umstieg erreichbar.

Das heutige Aufnahmegebäude besitzt zudem eine städtebauliche Funktion. Seine öffentlich zugängliche Passage verbindet die Quartiere auf beiden Seiten der Gleise und integriert den Bahnhof in das städtische Fusswegnetz.

Durch die Verbindung von Verkehr, Architektur und Lichtkunst gilt der Bau als eines der bekanntesten modernen Bahnhofsgebäude der Schweiz.

Zukünftige Entwicklung

Der Bahnkorridor Zürich–Zug–Luzern gehört zu den am stärksten belasteten Strecken der Schweiz. Im Rahmen des Bahnausbauschritts 2035 sind der Zimmerberg-Basistunnel II und ein drittes Gleis zwischen Baar und Zug vorgesehen.

Der neue Tunnel soll die bestehende Strecke zwischen Thalwil und Baar entlasten, zusätzliche Fern- und Regionalzüge ermöglichen und die Fahrzeit zwischen Zürich und Zug verkürzen. Das dritte Gleis zwischen Baar und Zug soll die Zufahrt zum Bahnhof leistungsfähiger und betrieblich stabiler machen.[15]

Der Ausbau wird voraussichtlich auch Anpassungen an den Gleis-, Sicherungs- und Abstellanlagen im Raum Zug erfordern. Die endgültige Ausgestaltung des zukünftigen Fahrplans und der einzelnen Bahnhofsmassnahmen wird im Rahmen der weiteren Projektierung festgelegt.

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Matthias Haldemann (Hrsg.): James Turrell. Zug Zuoz. Hatje Cantz, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7757-2602-3.

Einzelnachweise

  1. Bahnhof Zug, Hornberger Architekten, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Alterswohnungen Neustadt 2: Geschichte des Standorts, Stadt Zug, abgerufen am 4. August 2026.
  3. SBB-Objekte Stadt Zürich: Inventarergänzung, Stadt Zürich, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Stationsgebäude SBB in Zug, Architekturbibliothek, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Bahnhof Zug, SBB Immobilien, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Light Transport, Kunstbulletin, 1. Januar 2003, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Bahnhofplan Zug, Schweizerische Bundesbahnen, Stand März 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  8. Direktverbindungen im Fernverkehr ab Zug, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Stadtbahn Zug, Kanton Zug, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Stadtbahnlinie S2, Kanton Zug, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Linie S5, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  12. Linie S24, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  13. Liniennetzplan ZVB, Zugerland Verkehrsbetriebe, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  14. Billette und Abonnemente im Bahnhof Zug, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  15. Stadtbahn Zug und Bahnausbau 2035, Regierungsrat des Kantons Zug, 31. Oktober 2023.

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