Bahnhof Dietlikon: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 3. August 2026, 19:37 Uhr
| Bahnhof Dietlikon | |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | Dietlikon |
| Bahnhofstyp | Trennungs- und Zwischenbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Gemeinde | Dietlikon |
| Kanton | Zürich |
| Eröffnung | 27. Dezember 1855 |
| Eigentümerin und Betreiberin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Abkürzung | DTL |
| IBNR | 8503306 |
| Perrongleise | 3 |
| Perrons | 1 Seitenperron und 1 Mittelperron |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Tarifzone | 121 |
| Adresse | Bahnhofstrasse, 8305 Dietlikon |
| Website | sbb.ch |
Der Bahnhof Dietlikon ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der politischen Gemeinde Dietlikon im Kanton Zürich. Er liegt an der Bahnstrecke Zürich–Winterthur und bildet einen wichtigen Knoten der S-Bahn Zürich im mittleren Glatttal.
Südlich des Bahnhofs verzweigen sich die Bahnstrecken in Richtung Zürich Oerlikon über Wallisellen sowie in Richtung Zürich Stadelhofen über Stettbach. Nördlich führen die Gleise gemeinsam über Effretikon nach Winterthur. Aufgrund dieser Lage besitzt Dietlikon neben seiner örtlichen Erschliessungsfunktion auch eine erhebliche betriebliche Bedeutung für den Bahnverkehr zwischen Zürich und Winterthur.
Der Bahnhof ist nicht mit dem ähnlich benannten Bahnhof Dietikon im Limmattal zu verwechseln. Dietlikon liegt nordöstlich von Zürich im Bezirk Bülach, während Dietikon westlich der Stadt Zürich liegt und Hauptort des gleichnamigen Bezirks ist.
Lage
Der Bahnhof befindet sich westlich des historischen Dorfkerns von Dietlikon. Die Bahnanlagen verlaufen ungefähr von Südwesten nach Nordosten und bilden eine deutliche räumliche Trennlinie innerhalb des Gemeindegebiets.
Auf der Ostseite liegen die Bahnhofstrasse, das Ortszentrum, Wohnquartiere und verschiedene öffentliche Einrichtungen. Westlich der Gleise befinden sich unter anderem das Freizeitbad Aqua-Life, grössere Parkplatzanlagen sowie Gewerbe- und Einkaufsgebiete.
In der näheren Umgebung des Bahnhofs liegen:
- das Gemeindezentrum von Dietlikon,
- das Freizeitbad Aqua-Life,
- die reformierte Kirche,
- die katholische Kirche St. Michael,
- die Poststelle,
- verschiedene Einkaufsmöglichkeiten,
- Wohnquartiere beidseits der Bahnanlagen,
- die grossflächigen Gewerbe- und Einkaufsgebiete von Dietlikon und Brüttisellen.
Der Bahnhof liegt ungefähr sieben Kilometer nordöstlich des Zürcher Stadtzentrums. Mit der S-Bahn ist der Zürcher Hauptbahnhof je nach Verbindung in rund 15 Minuten erreichbar.
Geschichte
Eröffnung der Bahnstrecke
Der Bahnhof wurde am 27. Dezember 1855 zusammen mit der Bahnstrecke von Oerlikon über Wallisellen und Dietlikon nach Winterthur eröffnet. Betreiberin war die Schweizerische Nordostbahn, die unter der Leitung des Zürcher Politikers und Unternehmers Alfred Escher eines der grössten privaten Eisenbahnnetze der Schweiz aufbaute.[1]
Die Strecke stellte zunächst die Verbindung zwischen Winterthur und Oerlikon her. Am 26. Juni 1856 wurde sie durch den Wipkingertunnel bis zum Zürcher Hauptbahnhof verlängert. Dadurch entstand eine durchgehende Bahnverbindung von Zürich über Winterthur in Richtung Ostschweiz und Bodensee.
Dietlikon war zur Zeit der Bahneröffnung noch stark landwirtschaftlich geprägt. Die Station lag ausserhalb des damaligen Dorfkerns. Ihre Lage an einer der wichtigsten Bahnverbindungen des Kantons förderte jedoch langfristig die Ansiedlung von Gewerbe, Industrie und Wohnbauten.
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen eingegliedert. Der Bahnhof Dietlikon sowie die Strecke Zürich–Winterthur gingen damit in das Eigentum der SBB über.
In den folgenden Jahrzehnten wurden die Gleis-, Signal- und Sicherungsanlagen wiederholt erweitert. Die Strecke entwickelte sich zu einer der am stärksten belasteten Eisenbahnverbindungen der Schweiz. Neben Personenzügen benutzten auch zahlreiche Güterzüge den Abschnitt zwischen Zürich und Winterthur.
Die Elektrifizierung der Strecke erfolgte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der elektrische Betrieb ermöglichte leistungsfähigere und schneller beschleunigende Züge und erhöhte die Kapazität der Verbindung.
Veränderung des Gemeindegebiets
Die Eisenbahn beeinflusste die räumliche Entwicklung Dietlikons erheblich. Das Dorf wuchs im Verlauf des 20. Jahrhunderts über den ursprünglichen Siedlungskern hinaus. Rund um den Bahnhof entstanden Wohnhäuser, Gewerbebetriebe, öffentliche Einrichtungen und Verkehrsanlagen.
Zusammen mit der Winterthurerstrasse teilten die Bahngleise das Gemeindegebiet zunehmend in mehrere Bereiche. Unterführungen, Bahnübergänge und Fussgängerverbindungen erhielten deshalb eine wichtige Funktion für den innerörtlichen Verkehr.
Seit den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelten sich westlich und südwestlich des Bahnhofs grossflächige Gewerbe- und Einkaufsgebiete. Die gute Erreichbarkeit mit Bahn und Strasse trug dazu bei, dass Dietlikon zu einem bedeutenden Detailhandelsstandort der Zürcher Agglomeration wurde.
Einführung der Zürcher S-Bahn
Ein grundlegender Ausbau erfolgte im Zusammenhang mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990. Mit dem Zürichbergtunnel und dem Bahnhof Stettbach entstand eine neue direkte Bahnverbindung zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und dem Glatttal.
Südlich von Dietlikon wurde die neue Strecke mit der bestehenden Hauptstrecke nach Winterthur verbunden. Der Bahnhof wurde dadurch zu einem Trennungsbahnhof: Züge können seither entweder über Stettbach und Zürich Stadelhofen oder über Wallisellen und Zürich Oerlikon in Richtung Zürcher Zentrum verkehren.
Für den dichteren S-Bahn-Betrieb wurden Gleise, Weichen, Perrons und Sicherungsanlagen angepasst. Die Strecke über Stettbach übernahm einen beträchtlichen Teil des regionalen Verkehrs, während die Verbindung über Wallisellen weiterhin von S-Bahn-, Fern- und Güterzügen genutzt wird.
Bahnhofsanlage
Der Bahnhof besitzt gegenwärtig drei Perrongleise. Gleis 1 liegt an einem Seitenperron auf der östlichen Seite der Anlage. Die Gleise 2 und 3 werden von einem Mittelperron erschlossen.
Die Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Zusätzlich überspannt eine Passerelle die Bahnanlagen. Die Zugänge dienen nicht nur den Bahnreisenden, sondern stellen auch wichtige Verbindungen zwischen den östlich und westlich der Gleise gelegenen Teilen Dietlikons dar.
Die heutige Bahnhofsanlage umfasst:
- drei durchgehende Perrongleise,
- einen Seitenperron,
- einen Mittelperron,
- eine Personenunterführung,
- eine Fussgängerpasserelle,
- teilweise überdachte Wartebereiche,
- elektronische Abfahrtsanzeigen,
- Billettautomaten,
- Veloabstellanlagen,
- P+Rail-Parkplätze,
- Bushaltestellen,
- Laden- und Verpflegungsangebote.
Das kleinere Aufnahmegebäude steht auf der Ostseite der Gleise. Es enthält beziehungsweise enthielt neben bahnbetrieblichen Räumen auch öffentlich zugängliche Nutzungen. Ein Avec-Shop ergänzt das Angebot am Bahnhof.[2]
Gleisverzweigung
Die besondere betriebliche Bedeutung des Bahnhofs ergibt sich aus der südlich gelegenen Streckenverzweigung. Dort teilen sich die Verbindungen nach Zürich auf zwei unterschiedliche Achsen.
Die westliche Strecke führt über:
- Wallisellen,
- Zürich Oerlikon,
- den Wipkinger- oder Weinbergtunnel,
- Zürich Hauptbahnhof.
Die südöstliche Strecke führt über:
- Stettbach,
- den Zürichbergtunnel,
- Zürich Stadelhofen,
- den Hirschengrabentunnel,
- Zürich Hauptbahnhof.
Nördlich des Bahnhofs vereinigen sich die Verbindungen wieder mit der Hauptstrecke in Richtung Effretikon und Winterthur.
Die heutige Gleisanordnung besitzt mehrere höhengleiche Kreuzungen. Züge, die von einer Strecke auf die andere wechseln, können deshalb entgegenkommende Fahrstrassen blockieren. Dieser betriebliche Engpass soll mit dem geplanten Dietlikontunnel und dem Ausbau auf vier Bahnhofgleise beseitigt werden.
Bahnverkehr
Der Bahnhof wird ausschliesslich von Zügen der S-Bahn Zürich bedient. Fernverkehrszüge zwischen Zürich und Winterthur durchfahren Dietlikon in der Regel ohne Halt.
Im Fahrplanjahr 2026 halten die Linien S3, S8 und S19 am Bahnhof.[3]
S3
Die S3 verbindet Dietlikon über Effretikon, Illnau, Fehraltorf und Pfäffikon ZH mit Wetzikon. In der Gegenrichtung fährt sie über Stettbach, Zürich Stadelhofen, Zürich Hauptbahnhof und Zürich Hardbrücke. Ein Teil der Züge wird über Zürich Oerlikon und das Glatttal bis Bülach verlängert.
Die S3 benutzt südlich von Dietlikon die Strecke über Stettbach. Sie stellt damit eine direkte Verbindung zum unterirdischen Bahnhof Zürich Stadelhofen und zu den Durchgangsgleisen des Zürcher Hauptbahnhofs her.[4]
S8
Die S8 verkehrt von Winterthur über Effretikon, Dietlikon, Wallisellen und Zürich Oerlikon zum Zürcher Hauptbahnhof. Anschliessend führt sie über Thalwil und das linke Zürichseeufer nach Pfäffikon SZ.
Sie bietet direkte Verbindungen unter anderem nach:
- Winterthur,
- Wallisellen,
- Zürich Oerlikon,
- Zürich Hauptbahnhof,
- Zürich Wiedikon,
- Zürich Enge,
- Thalwil,
- Wädenswil,
- Pfäffikon SZ.
Die S8 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt und bildet zusammen mit den übrigen S-Bahn-Linien ein dichtes Angebot zwischen Dietlikon und Zürich.
S19
Die S19 ist eine beschleunigte Ergänzung des S-Bahn-Angebots und verkehrt vor allem an Werktagen. Sie verbindet das Zürcher Oberland über Effretikon und Dietlikon mit Zürich sowie dem Limmattal und Teilen des Kantons Aargau.
Die Linie fährt je nach Tageszeit unter anderem zwischen Pfäffikon ZH, Zürich Hauptbahnhof, Dietikon und Koblenz. Nicht alle Züge bedienen die vollständige Strecke. In Dietlikon ergänzt die S19 insbesondere während der Hauptverkehrszeiten die S3 und die S8.
Nachtverkehr
In den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen wird Dietlikon auch durch das Zürcher Nachtnetz erschlossen. Nacht-S-Bahnen und Nachtbusse stellen Verbindungen nach Zürich, Winterthur und in weitere Gemeinden des Glatttals her.
Das genaue Nachtangebot kann sich mit den jährlichen Fahrplanwechseln ändern.
Busverkehr
Die Bushaltestelle beim Bahnhof bildet einen regionalen Umsteigepunkt. Sie wird von Linien der Verkehrsbetriebe Glattal bedient und verbindet den Bahnhof mit Wohn-, Gewerbe- und Einkaufsgebieten in Dietlikon und den umliegenden Gemeinden.
Im Jahr 2026 bedienen insbesondere die Linien 765, 787 und 796 den Bahnhofsbereich. Verbindungen bestehen unter anderem in Richtung:
- Brüttisellen,
- Bassersdorf,
- Kloten,
- Flughafen Zürich,
- Wallisellen,
- Zürich Oerlikon,
- die Einkaufsgebiete von Dietlikon.
Im Zusammenhang mit den Vorbereitungsarbeiten für den Bahnausbau wurden die Bushaltestellen und Zugangswege teilweise verlegt. Die frühere Bezeichnung «Dietlikon, Bahnhof/Bad» wurde dabei durch «Dietlikon, Bahnhof» ersetzt beziehungsweise an die neuen örtlichen Verhältnisse angepasst.[5]
Tarifsystem
Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 121 des Zürcher Verkehrsverbunds. ZVV-Fahrausweise gelten innerhalb der gelösten Zonen für Bahn, Tram, Bus, Schiff und weitere in den Verbund integrierte Verkehrsmittel.
Die Nähe zu den Stadtzürcher Tarifzonen ermöglicht kurze Fahrzeiten in das Zürcher Zentrum. Für Fahrten nach Winterthur, ins Zürcher Oberland, zum Flughafen oder in weitere Regionen müssen die entsprechenden zusätzlichen Zonen gelöst werden.
Generalabonnement, Halbtaxabonnement, Junior-Karte und Kinder-Mitfahrkarte werden nach den schweizweit geltenden Tarifbestimmungen anerkannt.
Dienstleistungen und kombinierte Mobilität
Der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Bahn, Bus, Velo und Auto. Nach den Angaben der SBB standen 2026 rund 471 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung.[2]
Die P+Rail-Anlage umfasste 299 reguläre Parkplätze und fünf Behindertenparkplätze. Weitere Parkmöglichkeiten bestanden auf dem Gemeindeparkplatz Faisswiesen. Wegen der Bauarbeiten für den Mehrspurausbau kann die Zahl der verfügbaren Plätze vorübergehend eingeschränkt sein.
Zum Angebot gehören ausserdem:
- ein Avec-Shop,
- SBB-Billettautomaten,
- gedeckte Veloabstellplätze,
- P+Rail,
- Mobility- beziehungsweise Carsharing-Angebote,
- Taxi- und Abholmöglichkeiten,
- Busanschlüsse.
Ein bedientes SBB-Reisezentrum besteht nicht. Billette können an Automaten, über die SBB- und ZVV-Apps oder über andere digitale Verkaufskanäle erworben werden.
Fahrgastaufkommen
Dietlikon gehört zu den stark genutzten Vorortsbahnhöfen im Glatttal. Für das Jahr 2018 weist die Statistik der SBB durchschnittlich rund 9'600 Ein- und Aussteigende pro Werktag aus.[6]
Zum eigentlichen Bahnverkehr kommen Personen hinzu, die beim Bahnhof zwischen Buslinien umsteigen, die Geschäfte benutzen oder die Unterführung und Passerelle als örtliche Fussverbindung verwenden.
Das Fahrgastaufkommen wird insbesondere durch folgende Faktoren geprägt:
- den Pendlerverkehr nach Zürich und Winterthur,
- den Umsteigeverkehr zwischen Bahn und Bus,
- die zahlreichen Arbeitsplätze in Dietlikon und Brüttisellen,
- die regional bedeutenden Einkaufsgebiete,
- die kurzen Fahrzeiten ins Zürcher Stadtzentrum,
- die Anschlüsse ins Zürcher Oberland.
MehrSpur Zürich–Winterthur
Der Bahnhof Dietlikon ist ein zentraler Bestandteil des Grossprojekts MehrSpur Zürich–Winterthur. Das Projekt soll den grössten verbleibenden Engpass im Zürcher Bahnnetz beseitigen und die Voraussetzungen für ein deutlich erweitertes Bahnangebot schaffen.
Kernstück ist der rund 8,3 Kilometer lange Brüttenertunnel zwischen dem Raum Dietlikon beziehungsweise Bassersdorf und Winterthur. Er besteht aus zwei getrennten Einspurtunneln, die durch Querstollen miteinander verbunden werden.[7]
Der neue Tunnel schafft eine zusätzliche Doppelspur zwischen Zürich und Winterthur. Die bestehende Strecke über Effretikon bleibt erhalten. Dadurch entstehen zwei voneinander unabhängige Verbindungen, die mehr Züge, kürzere Reisezeiten und eine höhere Betriebsstabilität ermöglichen sollen.
Neubau des Bahnhofs
Der bestehende Bahnhof soll zwischen 2027 und 2032 vollständig um- und ausgebaut werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird er über vier statt bisher drei Perrongleise verfügen.[8]
Vorgesehen sind:
- vier Perrongleise,
- zwei teilweise überdachte Mittelperrons,
- breitere und höhere Perrons,
- stufenfreie Einstiege in die Züge,
- eine erweiterte und hellere Personenunterführung,
- eine neue beziehungsweise verschobene Passerelle,
- Liftanlagen,
- zusätzliche Ladenflächen,
- neue Billettautomaten,
- Veloabstellplätze,
- P+Rail- und Carsharing-Plätze,
- neue Zugänge zum Busverkehr.
Die beiden bestehenden Gleise in Richtung Effretikon werden seitlich verschoben. Zwischen ihnen entstehen die zwei neuen Gleise, die nördlich des Bahnhofs in Richtung Brüttenertunnel führen.
Der Ausbau erfolgt unter laufendem Bahnbetrieb. Während der einzelnen Bauphasen müssen jeweils genügend Gleise für den Personen- und Güterverkehr verfügbar bleiben.
Dietlikontunnel
Südlich des Bahnhofs ist der sogenannte Dietlikontunnel vorgesehen. Dabei handelt es sich nicht um einen langen Streckentunnel, sondern um ein kurzes unterirdisches Verzweigungsbauwerk.
Der Tunnel soll ermöglichen, dass Züge zwischen der Strecke über Wallisellen und der Strecke über Stettbach wechseln können, ohne entgegenkommende Züge auf gleicher Höhe zu kreuzen. Dadurch werden die Fahrstrassen voneinander entflochten.
Der Bau des Dietlikontunnels ist nach dem SBB-Bauprogramm für die Jahre 2029 bis 2032 vorgesehen.[8]
Die neue Anlage soll:
- gegenseitige Behinderungen von Zügen reduzieren,
- die Fahrplanstabilität erhöhen,
- kürzere Zugfolgezeiten ermöglichen,
- zusätzliche S-Bahn- und Fernverkehrsverbindungen zulassen,
- die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs steigern.
Weitere Bauwerke
Der Bahnausbau erfordert umfangreiche Veränderungen an Strassen, Wegen, Unterführungen und Werkleitungen im Umfeld des Bahnhofs.
Zu den wichtigsten Vorhaben gehören:
- der Neubau der Strassenunterführung Faisswiesen als Ersatz für den Bahnübergang,
- die Tieferlegung und der Neubau der Unterführung Bahnhofstrasse,
- die neue Unterführung Schönenhof für den Fuss- und Veloverkehr,
- die Anpassung der Unterführung Riedmühlestrasse,
- die Verbreiterung des Bahndamms,
- zusätzliche Lärmschutzwände,
- die Anpassung der Bushaltestellen,
- der Bau einer kantonalen Velohauptverbindung.
Der bisherige Bahnübergang an der Brüttisellerstrasse wird durch eine kreuzungsfreie Strassenverbindung ersetzt. Damit entfallen die regelmässigen Wartezeiten vor geschlossenen Bahnschranken.
Vorbereitende Leitungs- und Strassenarbeiten begannen bereits vor dem eigentlichen Bahnhofausbau. Seit 2026 werden im Raum Dietlikon mehrere Installationsflächen für Maschinen, Baumaterial und Baustellenlogistik eingerichtet.[9]
Kantonale Velohauptverbindung
Parallel zum Bahnausbau plant der Kanton Zürich eine Velohauptverbindung durch Dietlikon und entlang der Bahnstrecke. Sie soll eine direkte und möglichst konfliktarme Verbindung für den Alltagsveloverkehr schaffen.
Im Bahnhofgebiet wird die Veloroute mit den neuen Unterführungen, Zugängen und Abstellanlagen abgestimmt. Ziel ist eine bessere Verbindung zwischen Dietlikon, Wallisellen, Wangen-Brüttisellen und weiteren Gemeinden des Glatttals.
Die neue Infrastruktur soll zugleich die Querung der Bahngleise erleichtern und die bisherigen Konflikte zwischen Fuss-, Velo- und motorisiertem Verkehr reduzieren.
Bedeutung für Dietlikon
Der Bahnhof war ein wesentlicher Auslöser für die Entwicklung Dietlikons von einer bäuerlich geprägten Gemeinde zu einem suburbanen Wohn-, Gewerbe- und Einkaufsstandort.
Die Bahn ermöglichte kurze Arbeitswege nach Zürich und Winterthur und machte Dietlikon für neue Einwohnerinnen und Einwohner attraktiv. Gleichzeitig erleichterte sie die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben.
Heute erfüllt der Bahnhof mehrere Funktionen:
- Verkehrsknoten der Zürcher S-Bahn,
- Ausgangspunkt des regionalen Busverkehrs,
- Verbindung zwischen Wohn- und Gewerbegebieten,
- Zugang zum Gemeindezentrum,
- Pendlerbahnhof für die Region,
- Bestandteil der überregionalen Hauptstrecke Zürich–Winterthur.
Mit dem Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur wird seine Bedeutung weiter zunehmen. Der Bahnhof soll künftig nicht nur mehr Züge aufnehmen, sondern auch eine bessere städtebauliche Verbindung zwischen den durch die Bahn getrennten Gemeindeteilen schaffen.
Literatur
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
- Hans-Peter Bärtschi: Industrialisierung, Eisenbahnschlachten und Städtebau. Zürich.
- Schweizerische Bundesbahnen: MehrSpur Zürich–Winterthur. Projektunterlagen, Zürich, verschiedene Jahrgänge.
- Gemeinde Dietlikon: MehrSpur Zürich–Winterthur – Unterlagen zum Plangenehmigungsverfahren. Dietlikon 2023.
Weblinks
- Bahnhof Dietlikon auf der Website der SBB
- Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur
- Bauprojekte in Dietlikon
- Website der Gemeinde Dietlikon
- Liniennetzpläne des Zürcher Verkehrsverbunds
Einzelnachweise
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: Schweizerische Nordostbahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Dietlikon, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahnen, Busse und Schiffe, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: S3 Wetzikon–Zürich HB–Bülach, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Dietlikon und Verkehrsbetriebe Glattal: Fahrgastinformation zur Umstellung am Bahnhof Dietlikon, April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Ein- und Aussteigende an Bahnhöfen, Datensatz zur Passagierfrequenz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Dietlikon: MehrSpur Zürich–Winterthur – Plangenehmigungsverfahren, 25. Mai 2023, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bauprojekte MehrSpur Zürich–Winterthur, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Dietlikon: Bahnübergang beim Bahnhof Dietlikon wird gesperrt, 17. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
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