Bahnhof Oberglatt: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 3. August 2026, 19:48 Uhr

Bahnhof Oberglatt
Offizielle Bezeichnung Oberglatt ZH
Bahnhofstyp Trennungs- und Durchgangsbahnhof
Gemeinde Oberglatt ZH
Kanton Zürich
Eröffnung 1. Mai 1865
Betreiberin SBB
Bahnstrecken Oerlikon–Bülach
Oberglatt–Niederweningen
Perrongleise 3
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Betriebsstellenkürzel OGL
IBNR 8503312
Tarifzone 121 (ZVV)
S-Bahn-Linien S3, S9, S15
Nachtverkehr SN9, N50, N51
Buslinien 504, 510, 525, 535
Website Bahnhof Oberglatt ZH bei den SBB

Der Bahnhof Oberglatt, in den Fahrgastinformationen offiziell als Oberglatt ZH bezeichnet, ist ein Bahnhof in der Gemeinde Oberglatt ZH im Bezirk Dielsdorf. Er liegt an der Eisenbahnstrecke von Zürich Oerlikon über Glattbrugg, Rümlang und Oberglatt nach Bülach. Im Bahnhof zweigt die Wehntalbahn über Niederhasli, Dielsdorf und Niederweningen von der Hauptstrecke ab.

Aufgrund dieser Verzweigung ist Oberglatt ein wichtiger regionaler Bahnknoten im Zürcher Unterland. Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von den Linien S3, S9 und S15 der S-Bahn Zürich bedient. Die S3 und S9 verkehren auf der Strecke in Richtung Bülach, während die S15 in Oberglatt auf die Wehntalbahn nach Niederweningen abzweigt.[1]

Der Bahnhof wurde am 1. Mai 1865 durch die Bülach-Regensberg-Bahn eröffnet. Er war von Beginn an als Trennungsbahnhof einer Y-förmigen Bahnstrecke angelegt: Ein Ast führte nach Bülach, der andere zunächst nach Dielsdorf. Damit gehört Oberglatt zu den ältesten noch betriebenen Eisenbahnknoten des Kantons Zürich.

Lage

Der Bahnhof liegt westlich des historischen Dorfkerns von Oberglatt. Die Hauptstrecke verläuft im Bahnhofsbereich annähernd von Südosten nach Nordwesten. Von Südosten erreichen die Züge die Station aus Richtung Rümlang und Zürich. Nordwestlich führt die Hauptlinie nach Niederglatt und Bülach, während die Wehntalbahn nach Westen beziehungsweise Südwesten in Richtung Niederhasli abzweigt.

Das Aufnahmegebäude und der Bahnhofplatz befinden sich auf der südlichen Seite der Gleisanlagen. Der historische Dorfkern liegt weiter östlich an der Glatt und entlang der Kaiserstuhlstrasse. Zwischen dem alten Dorf und der Bahnstation entstand im 20. Jahrhundert ein zusammenhängendes Wohn- und Geschäftsgebiet.

Bei der Eröffnung lag der Bahnhof ausserhalb der damals dicht bebauten Siedlung. Erst ab etwa 1900 setzte eine stärkere Bebauung entlang der Bahnhofstrasse und der Alten Stationsstrasse ein. Wohnhäuser, Gewerbebauten und öffentliche Einrichtungen verbanden die Station schrittweise mit dem Dorfzentrum.[2]

Der Bahnhof erschliesst neben dem Dorf Oberglatt auch die Ortsteile und Siedlungsgebiete Hofstetten, Rietli und Chliriet. Durch die Busverbindungen besitzt er zudem Bedeutung für Nachbargemeinden, die keinen eigenen direkten Bahnanschluss in Richtung Zürich oder Flughafen haben.

Funktion im Bahnnetz

Oberglatt ist ein Trennungsbahnhof. Aus Richtung Zürich führen die Züge zunächst über dieselbe zweigleisige Strecke. Im nördlichen Bahnhofbereich teilen sich die Fahrwege:

  • Die Hauptstrecke führt über Niederglatt und Bülach weiter in Richtung Eglisau, Rafz und Schaffhausen.
  • Die Wehntalbahn zweigt nach Westen ab und führt über Niederhasli, Dielsdorf und Steinmaur nach Niederweningen.

Die Strecke von Zürich Oerlikon nach Bülach ist Teil der internationalen Verbindung von Zürich über Schaffhausen und Singen nach Süddeutschland. Auf ihr verkehren neben den haltenden S-Bahn-Zügen auch durchfahrende Personen- und Güterzüge.

Die Wehntalbahn ist ab Oberglatt eingleisig. Planmässige Zugkreuzungen sind auf dieser Strecke nur an entsprechend ausgerüsteten Bahnhöfen möglich. Oberglatt bildet deshalb eine wichtige betriebliche Übergangsstelle zwischen der zweigleisigen Hauptstrecke und der eingleisigen Nebenlinie.

Die Verzweigung ermöglicht Direktverbindungen aus beiden Ästen nach Zürich. Fahrgäste aus dem Wehntal müssen in Oberglatt im regulären Fahrplan nicht umsteigen, da die S15 durchgehend über Zürich Hauptbahnhof bis Rapperswil verkehrt.

Geschichte

Planung der Bülach-Regensberg-Bahn

In den 1850er- und frühen 1860er-Jahren bemühten sich die Bezirke Bülach und Regensberg um einen Anschluss an das entstehende schweizerische Eisenbahnnetz. Die geplante Bahn sollte landwirtschaftliche Erzeugnisse, Gewerbebetriebe und die regionalen Märkte besser mit Zürich verbinden.

1860 entstanden in beiden Bezirken Eisenbahnkomitees. Sie nahmen Verhandlungen mit dem Kanton Zürich und der Schweizerischen Nordostbahn auf.

Die schliesslich gewählte Strecke besass die Form eines Y. Von Oerlikon führte eine gemeinsame Linie über Glattbrugg und Rümlang nach Oberglatt. Dort teilte sie sich in zwei Äste:

  • nach Bülach im Nordosten;
  • nach Dielsdorf im Westen.

Oberglatt wurde damit als betrieblicher Mittelpunkt der neuen Bahn vorgesehen. Für den kürzeren Ast nach Dielsdorf war vorübergehend sogar ein Pferdebahnbetrieb im Gespräch. Wegen der kürzeren Reisezeit und des einheitlicheren Betriebs entschied man sich jedoch auch dort für Dampflokomotiven.

Am 1. Juli 1863 erteilte der Zürcher Grosse Rat die Konzession für die Bahn. Der Kanton, die beteiligten Gemeinden und die Nordostbahn trugen die Finanzierung gemeinsam.

Eröffnung 1865

Am 1. Mai 1865 eröffnete die Bülach-Regensberg-Bahn gleichzeitig die Strecken Oerlikon–Oberglatt–Bülach und Oberglatt–Dielsdorf.[3]

Der Bahnhof Oberglatt nahm damit von Beginn an die Funktion eines Trennungsbahnhofs ein. Die Züge aus Zürich konnten entweder nach Bülach oder nach Dielsdorf weiterfahren. Ein Teil der Verbindungen erforderte in Oberglatt einen Umstieg oder eine betriebliche Neuordnung der Wagen.

Das Verkehrsangebot war zunächst bescheiden. Täglich verkehrten nur wenige Zugpaare. Die Reisezeiten waren gegenüber dem Strassenverkehr dennoch deutlich kürzer und zuverlässiger.

Die Bahn erhielt im Volksmund die Bezeichnung Herdöpfelbahn. Der Name bezog sich auf die Kartoffeln und weitere landwirtschaftliche Güter, deren Transport als wichtiges Geschäft der neuen Linie erwartet wurde. Wegen der Y-förmigen Streckenführung wurde sie auch Gabeleisenbahn genannt.

Frühe Bahnhofsanlage

Zur ersten Anlage gehörten ein Aufnahmegebäude, Perrons, Gleise für Zugkreuzungen und Rangierbewegungen sowie Einrichtungen für den Güterverkehr.

Da sich die Strecke in Oberglatt teilte, waren mehr Weichen und Signale erforderlich als an einer gewöhnlichen Zwischenstation. Bahnpersonal stellte die Fahrstrassen, fertigte die Züge ab und koordinierte die Anschlüsse zwischen den beiden Streckenästen.

Der Güterverkehr besass zunächst eine erhebliche Bedeutung. Umgeschlagen wurden unter anderem:

  • Kartoffeln und Getreide;
  • Vieh;
  • Milch und andere landwirtschaftliche Produkte;
  • Holz;
  • Kohle;
  • Baumaterialien;
  • Waren für das lokale Gewerbe.

Der Bahnhof förderte die Entwicklung eines neuen Siedlungsbereichs westlich des Dorfes. Gasthäuser, Wohnhäuser und Gewerbebetriebe entstanden entlang der Zufahrtsstrassen.

Übernahme durch die Nordostbahn

Die Bülach-Regensberg-Bahn blieb nur knapp zwölf Jahre selbständig. Am 1. Januar 1877 wurde sie von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen.

Die Nordostbahn verband zahlreiche Strecken in der Nord- und Ostschweiz. Durch die Übernahme wurde Oberglatt in ein grösseres Bahnnetz integriert. Der Betrieb konnte nun gemeinsam mit den Strecken von Zürich nach Winterthur, Romanshorn, Schaffhausen und in weitere Regionen organisiert werden.

Die Nordostbahn modernisierte die Anlagen und bereitete die Verlängerung des Dielsdorfer Streckenastes in das Wehntal vor.

Verlängerung nach Niederweningen

Der Wunsch nach einer Verlängerung der Bahn von Dielsdorf nach Niederweningen bestand bereits seit der Eröffnung. Das Projekt verzögerte sich jedoch durch Streitigkeiten über die Linienführung, die Lage der Stationen und die Finanzierung.

Am 12. August 1891 eröffnete die Nordostbahn die Strecke von Dielsdorf über Steinmaur und Schöfflisdorf-Oberweningen nach Niederweningen Dorf.[4]

Der frühere kurze Dielsdorfer Ast entwickelte sich damit zur Wehntalbahn. Oberglatt blieb deren östlicher Ausgangspunkt und Verbindung zum Zürcher Bahnnetz.

1938 wurde die Strecke am westlichen Ende bis zum heutigen Bahnhof Niederweningen verlängert. Die frühere Endstation erhielt die Bezeichnung Niederweningen Dorf.

Übergang an die SBB

Am 1. Januar 1902 wurde die Nordostbahn verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen eingegliedert. Damit gelangten der Bahnhof Oberglatt und beide Bahnstrecken in Bundeseigentum.

Die SBB vereinheitlichten Betrieb, Signale, Fahrzeuge und Tarife. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden Dampflokomotiven durch elektrische Fahrzeuge ersetzt, Stellwerke modernisiert und die Gleisanlagen mehrfach umgebaut.

Der Bahnhof behielt seine Funktion als Trennungsbahnhof. Das Verkehrsaufkommen nahm durch das Wachstum der Zürcher Agglomeration und den zunehmenden Pendlerverkehr deutlich zu.

Elektrifizierung

Die Hauptstrecke zwischen Oerlikon, Oberglatt und Bülach wurde im Zuge der schrittweisen Elektrifizierung des SBB-Netzes auf elektrischen Betrieb umgestellt.

Die Wehntalbahn blieb wesentlich länger im Dampfbetrieb. Sie gehörte zu den letzten regelmässig von Dampflokomotiven befahrenen Personenstrecken der SBB. Am 28. Mai 1960 wurde der elektrische Betrieb zwischen Oberglatt und Niederweningen aufgenommen.[5]

Die Feier zum Abschluss der Elektrifizierung fand im Bahnhof Oberglatt statt. Seither werden beide Strecken mit 15 Kilovolt Wechselstrom und einer Frequenz von 16,7 Hertz betrieben.

Ausbau der Hauptstrecke

Die Strecke zwischen Oerlikon und Bülach war ursprünglich eingleisig. Mit dem Wachstum der Agglomeration und dem zunehmenden Personen- und Güterverkehr wurde sie abschnittsweise auf Doppelspur ausgebaut.

Die Doppelspur zwischen Oberglatt und Niederglatt ging 1983 in Betrieb. Zwei Jahre später folgte der Abschnitt Rümlang–Oberglatt. Seit 1985 ist die Hauptstrecke zwischen Glattbrugg, Rümlang, Oberglatt und Bülach durchgehend zweigleisig.[6]

Für den Ausbau musste auch der Bahnhof Oberglatt umgestaltet werden. Weichen, Signale, Perrons und Fahrstrassen wurden an den dichteren Zugverkehr angepasst.

Vor dem Umbau kreuzten sich die Züge der Bülacher beziehungsweise Schaffhauser Linie teilweise unmittelbar vor dem Zug ins Wehntal. Die damalige Gleisanordnung führte zu längeren Umsteigewegen und betrieblichen Abhängigkeiten.

Zürcher S-Bahn

Am 27. Mai 1990 wurde die S-Bahn Zürich eröffnet. Oberglatt wurde in das neue Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds aufgenommen.

Regelmässige Taktfahrpläne und direkte Durchbindungen durch Zürich Hauptbahnhof verbesserten das Angebot erheblich. Aus dem früheren Regionalverkehr entstanden nummerierte S-Bahn-Linien.

Die Bedienung der beiden Streckenäste änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach. Linien wurden verlängert, neu verknüpft oder miteinander ausgetauscht. Oberglatt blieb dabei stets der Verzweigungspunkt zwischen der Bülacher Linie und der Wehntalbahn.

Ausbau der Wehntalbahn

Im Rahmen der vierten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich wurden die Bahnhöfe und Sicherungsanlagen der Wehntalbahn umfassend modernisiert.

Die Projekte ermöglichten einen zuverlässigeren Halbstundentakt und den Einsatz längerer beziehungsweise modernerer Züge. Perrons wurden erhöht, Zugänge verbessert und technische Anlagen erneuert.

Der Bahnhof Oberglatt wurde zugleich an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst.

Hindernisfreier Umbau 2017 bis 2020

Zwischen 2017 und 2020 modernisierten die SBB die Perronanlagen des Bahnhofs. Der Hausperron an Gleis 1 und der Mittelperron an den Gleisen 2 und 3 wurden auf eine Höhe von 55 Zentimetern gebracht.

Diese Höhe ermöglicht bei den eingesetzten Niederflurzügen einen weitgehend stufenfreien Einstieg. Gleichzeitig wurden Perronmöblierung, Wartebereiche, Beleuchtung, Kabelanlagen und technische Einrichtungen erneuert.[7]

Der Umbau verbesserte den Bahnhof nicht nur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern auch für Reisende mit Kinderwagen, Velo oder schwerem Gepäck.

Bahnhofsanlage

Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise. Gleis 1 liegt an einem Hausperron beim Aufnahmegebäude. Die Gleise 2 und 3 werden durch einen Mittelperron erschlossen.

Gleisbereich Anlage Hauptfunktion
Gleis 1 Hausperron Personenverkehr auf der Hauptstrecke beziehungsweise betriebliche Nutzung entsprechend dem Fahrplan
Gleis 2 Mittelperron S-Bahn-Verkehr in Richtung Zürich, Bülach oder Wehntal
Gleis 3 Mittelperron S-Bahn-Verkehr und Abzweigung zur Wehntalbahn

Die konkrete Gleisbelegung kann je nach Linie, Tageszeit, Bauarbeiten und betrieblicher Lage wechseln. Reisende müssen deshalb die Anzeigen am Bahnhof beachten.

Die Perrons sind über eine Personenunterführung erreichbar. Sie verbindet den Bahnhofplatz mit den Bereichen auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise. Treppen und stufenfreie Zugänge führen zu den Bahnsteigen.

Neben den Perrongleisen bestehen Weichen, Durchfahrgleise und technische Anlagen, die für die Verzweigung der beiden Strecken erforderlich sind.

Im nördlichen Bahnhofbereich trennen sich die Fahrstrassen nach Bülach und Niederweningen. Der eingleisige Wehntaler Ast verlässt die Hauptstrecke in einem Bogen nach Westen.

Aufnahmegebäude und Bahnhofplatz

Das Aufnahmegebäude steht südlich der Gleise am Bahnhofplatz. Es enthält beziehungsweise enthielt Räume für den Bahnbetrieb, Reisende, Verkauf und Dienstleistungen.

Die ursprünglichen Bahnhofsfunktionen veränderten sich im Laufe der Zeit. Der örtlich bediente Billettverkauf und die Gepäckabfertigung verloren mit Automaten, digitalen Verkaufskanälen und der Zentralisierung des Bahnbetriebs an Bedeutung.

Heute ist der Bahnhof überwiegend eine Selbstbedienungsstation. Im Bahnhofbereich befindet sich ein Migrolino-Geschäft. Die SBB führen ausserdem eine öffentliche Toilette auf.[8]

Der Bahnhofplatz dient als Umsteigebereich zwischen Bahn, Bus, Velo, Taxi und privatem Motorfahrzeug. Bushaltekanten und kurze Fusswege verbinden die verschiedenen Verkehrsmittel.

Eisenbahnverkehr

Im Jahresfahrplan 2026 halten die Linien S3, S9 und S15 in Oberglatt.[1]

Linie Verbindung über Oberglatt Funktion
S3 Bülach – Oberglatt – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Effretikon – Pfäffikon ZH – Wetzikon Direkte Verbindung zwischen Zürcher Unterland, Zürich und Zürcher Oberland
S9 Schaffhausen – Rafz – Eglisau – Bülach – Niederglatt – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Stettbach – Uster Verbindung nach Schaffhausen, Zürich und Uster
S15 Niederweningen – Dielsdorf – Niederhasli – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Uster – Wetzikon – Rüti – Rapperswil Hauptlinie der Wehntalbahn und direkte Verbindung nach Zürich und Rapperswil

S3

Die S3 verbindet Bülach über Oberglatt mit Zürich und dem Zürcher Oberland. Sie hält zwischen Bülach und Zürich unter anderem in Glattbrugg, Zürich Oerlikon und Zürich Hardbrücke.

Nach Zürich Hauptbahnhof fährt sie durch den Hirschengrabentunnel nach Zürich Stadelhofen. Anschliessend führt die Linie über Stettbach, Dietlikon und Effretikon nach Wetzikon.[9]

S9

Die S9 verkehrt von Schaffhausen über den deutschen Jestetter Zipfel, Rafz, Eglisau und Bülach nach Oberglatt. Von dort führt sie über Rümlang, Glattbrugg und Oerlikon nach Zürich Hauptbahnhof.

Südöstlich von Zürich verbindet sie Stettbach, Dübendorf, Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee mit Uster.[10]

Die S9 bleibt in Oberglatt auf der Hauptstrecke nach Bülach. Sie erschliesst gemeinsam mit der S3 den nördlichen Streckenast.

S15

Die S15 ist die einzige reguläre S-Bahn-Linie auf der Wehntalbahn. Sie fährt von Niederweningen über Schöfflisdorf-Oberweningen, Steinmaur, Dielsdorf und Niederhasli nach Oberglatt.

Nach der Einfädelung auf die Hauptstrecke verkehrt sie über Rümlang, Glattbrugg und Oerlikon nach Zürich Hauptbahnhof. Anschliessend führt sie über Uster, Wetzikon und Rüti bis Rapperswil.[11]

Durch die lange Durchmesserverbindung erhalten Reisende aus dem Wehntal direkte Fahrmöglichkeiten in die Zürcher Innenstadt, ins Glattal, Zürcher Oberland und an den oberen Zürichsee.

Nachtnetz

In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen wird der Bahnhof durch die Nacht-S-Bahn SN9 bedient.

Linie Verbindung
SN9 Bülach – Niederglatt – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Stettbach – Uster
N50 Oberglatt – Niederglatt – Stadel – Bachs
N51 Oberglatt – Niederhasli – Dielsdorf – Steinmaur – Niederweningen – Schneisingen

Die Nachtbuslinien stellen insbesondere die Erschliessung jener Ortschaften sicher, die nachts nicht oder nur eingeschränkt durch die Bahn bedient werden.[12]

Busverkehr

Die Bushaltestelle trägt die offizielle Bezeichnung Oberglatt ZH, Bahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 bedienen vier Tages- und zwei Nachtbuslinien den Bahnhof.[13]

Linie Verbindung beziehungsweise Hauptziel
504 Oberglatt ZH, Bahnhof – Bülach, Bahnhof
510 Kaiserstuhl AG, Bahnhof – Stadel – Niederglatt – Oberglatt – Zürich Flughafen, Bahnhof
525 Oberglatt ZH, Bahnhof – Niederglatt – Bülach, Bahnhof
535 Oberglatt ZH, Bahnhof – Niederhasli – Steinmaur – Bülach, Bahnhof
N50 Oberglatt ZH, Bahnhof – Neu-Bachs
N51 Oberglatt ZH, Bahnhof – Schneisingen, Mitteldorf

Die Linie 510 ist für Oberglatt besonders wichtig, da sie eine direkte Verbindung zum Flughafen Zürich herstellt. Sie erschliesst innerhalb der Gemeinde unter anderem die Haltestellen Rietli, Zentrum und Mösli Hofstetten.

Die übrigen Buslinien ergänzen das Bahnangebot in Richtung Bülach, Niederglatt, Niederhasli, Steinmaur und weitere Gemeinden des Zürcher Unterlands.

Die Bezeichnung der Bushaltestelle enthält ein Komma zwischen Orts- und Haltestellennamen. Die Eisenbahnstation wird dagegen als Oberglatt ZH ohne Komma geführt.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 121.[14]

Die Zone umfasst neben Oberglatt weitere Gebiete im Umfeld des Flughafens und des mittleren Glattals. Mit einem gültigen ZVV-Zonenbillett können innerhalb der gelösten Zonen grundsätzlich sämtliche integrierten Bahn-, Bus-, Tram- und Schiffsverbindungen benutzt werden.

Für Fahrten über das ZVV-Gebiet hinaus gelten der nationale Direkte Verkehr oder die Tarife der angrenzenden Verbünde.

Dienstleistungen und kombinierte Mobilität

Der Bahnhof ist nicht mehr mit einem klassischen bedienten Reisezentrum ausgestattet. Billette können an Automaten, über die SBB-App, die ZVV-App und weitere digitale Verkaufskanäle gekauft werden.

Zur Ausstattung gehören beziehungsweise gehören je nach aktuellem Betriebsstand:

  • Billettautomaten;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecher und Bahnhofuhren;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • Sitzgelegenheiten;
  • eine öffentliche Toilette;
  • ein Migrolino-Geschäft;
  • Veloabstellplätze;
  • P+Rail-Parkplätze;
  • Mobility-Carsharing;
  • Kurzhalte- und Abholmöglichkeiten;
  • Bushaltekanten unmittelbar beim Bahnhof.

Der Bahnhof übernimmt damit die Funktion einer regionalen Mobilitätsdrehscheibe. Ein grosser Teil der Fahrgäste erreicht ihn zu Fuss oder mit dem Velo. Aus den umliegenden Gemeinden kommen zudem Reisende mit Bus oder Auto.

Hindernisfreiheit

Seit dem Umbau von 2017 bis 2020 besitzen der Hausperron und der Mittelperron eine Höhe von 55 Zentimetern.

Bei geeigneten Niederflurfahrzeugen ist damit ein weitgehend stufenfreier Einstieg möglich. Davon profitieren insbesondere:

  • Personen mit Rollstuhl oder Gehhilfe;
  • Reisende mit Kinderwagen;
  • ältere Menschen;
  • Fahrgäste mit schwerem Gepäck;
  • Reisende mit Velo.

Die Perrons sind über stufenfreie Wege erreichbar. Je nach eingesetztem Fahrzeug und konkreter Betriebssituation können beim Einstieg dennoch kleine Spalt- oder Höhenunterschiede bestehen.

Aktuelle Informationen zur Zugänglichkeit der einzelnen Verbindungen werden im elektronischen Fahrplan und in den Anwendungen der SBB bereitgestellt.

Bahnhofgebiet und räumliche Entwicklung

Der Bahnhof liegt zwischen dem historischen Dorfzentrum und neueren Wohn- und Gewerbegebieten. Die Gemeinde und der Kanton betrachten das Bahnhofumfeld als wichtiges Entwicklungsgebiet.

Die planerischen Ziele umfassen unter anderem:

  • eine stärkere Verbindung zwischen Bahnhof und Zentrum;
  • zusätzliche Wohn- und Gewerbenutzungen;
  • attraktivere öffentliche Räume;
  • sichere Fuss- und Veloverbindungen;
  • bessere Umsteigemöglichkeiten zwischen Bahn und Bus;
  • zusätzliche oder neu geordnete Veloabstellplätze;
  • eine effizientere Nutzung bisher wenig bebauter Flächen.

Das Agglomerationsprogramm Unterland–Furttal sieht vor, die Siedlungslücke zwischen dem Bahnhof und dem Gemeindezentrum schrittweise zu schliessen. Neue Verbindungen sollen die Trennwirkung der Bahngleise vermindern und die Erreichbarkeit des Bahnhofs verbessern.[15]

Die Entwicklung muss mit den Anforderungen des Eisenbahnbetriebs, des Lärmschutzes, des Hochwasserschutzes und der Nähe zum Flughafen abgestimmt werden.

Bedeutung für Oberglatt

Die Eisenbahn hatte einen grossen Einfluss auf die Entwicklung Oberglatts. Vor 1865 war die Gemeinde vor allem landwirtschaftlich geprägt und über Strassen mit Zürich, Bülach und den Nachbardörfern verbunden.

Die Eröffnung der Bülach-Regensberg-Bahn verkürzte die Reisezeiten und erleichterte den Transport landwirtschaftlicher Produkte. Der Bahnhof förderte die Ansiedlung von Gewerbe und die Entstehung eines neuen Quartiers entlang der Bahnhofstrasse.

Im 20. Jahrhundert wandelte sich Oberglatt zunehmend zu einer Wohngemeinde innerhalb der Zürcher Agglomeration. Der Bahnhof ermöglichte das Pendeln nach Zürich, Oerlikon, Bülach und in weitere Arbeitszentren.

Seine heutige Bedeutung beruht insbesondere auf:

  • drei direkten S-Bahn-Linien;
  • der Verzweigung nach Bülach und Niederweningen;
  • den Direktverbindungen nach Zürich;
  • der Nähe zum Flughafen Zürich;
  • den regionalen Busanschlüssen;
  • seiner Funktion für den Fuss-, Velo- und Autoverkehr.

Durch die Linien S3, S9 und S15 verfügt Oberglatt tagsüber über ein dichtes Zugangebot in Richtung Zürich. Gleichzeitig bestehen umsteigefreie Verbindungen nach Schaffhausen, Bülach, ins Wehntal, nach Uster, Wetzikon und Rapperswil.

Siehe auch

Literatur

  • Beat Frei: Oberglatt hat Geschichte. Gemeinde Oberglatt, Oberglatt 2011.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  • Hans G. Wägli: «Bülach-Regensberg-Bahn im Fokus der Bahngeschichte Europas». In: Eisenbahn Amateur, Nr. 12, 2015.
  • R. Wanner, St. Frei: «Die SBB im Wehntal und im Surbtal. Teil 1: Wehntal». In: Eisenbahn Amateur, Nr. 5, 2010.
  • Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahn, Busse und Schiffe. Liniennetzplan 2026. Zürich 2025.
  • Kanton Zürich: Agglomerationsprogramm Unterland–Furttal. Zürich 2025.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Oberglatt ZH, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Kantonale Denkmalpflege Zürich: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung, Oberglatt, Abschnitt zur Entwicklung des Bahnhofquartiers, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Schienenverkehr Schweiz: Bahnstrecke Zürich–Schaffhausen, Abschnitt zur Bülach-Regensberg-Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Schienenverkehr Schweiz: Eröffnungsdaten der Wehntalbahn, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Dokumentation der Feier zur Elektrifizierung der Wehntallinie im Bahnhof Oberglatt, Mai 1960, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  7. Boess Infra AG: Stufenfreies Einsteigen am SBB-Bahnhof Oberglatt, 15. September 2020, abgerufen am 3. August 2026.
  8. SBB: Bahnhof Oberglatt ZH, Geschäfte und Dienstleistungen, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S3, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S9, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S15, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan SN9, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellenfahrplan Oberglatt ZH, Bahnhof, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Zürcher Verkehrsverbund: Regionalnetz und Tarifzonen, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Kanton Zürich: Entwicklung Bahnhofsgebiet Zentrum Oberglatt, abgerufen am 3. August 2026.

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