Bahnhof Wald ZH: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 3. August 2026, 19:38 Uhr
| Bahnhof Wald ZH | |
|---|---|
| Bahnhofstyp | Durchgangsbahnhof |
| Gemeinde | Wald ZH |
| Kanton | Zürich |
| Eröffnung | 29. September 1876 |
| Anschluss an die Tösstalbahn | 15. Oktober 1876 |
| Infrastrukturbetreiberin | SBB |
| Eisenbahnverkehrsunternehmen | Thurbo |
| Bahnstrecke | Winterthur–Bauma–Wald–Rüti |
| Perrongleise | 1 im regulären Personenverkehr |
| Weitere Gleise | Durchfahr-, Kreuzungs- und Abstellgleise |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | 616,28 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | WLB |
| IBNR | 8503138 |
| Tarifzone | 134 (ZVV) |
| S-Bahn-Linie | S26 |
| Buslinien | 854, 885, 892, 893, N85 |
| Adresse | Bahnhofstrasse 41, 8636 Wald ZH |
| Koordinaten | 47.27277° N, 8.91392° E |
| Website | Bahnhof Wald ZH bei den SBB |
Der Bahnhof Wald ZH ist ein Bahnhof in der Gemeinde Wald ZH im Bezirk Hinwil. Er liegt an der durchgehenden Bahnstrecke von Winterthur durch das Tösstal und das obere Jonatal nach Rüti ZH. Die Eisenbahninfrastruktur gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), während der planmässige Personenverkehr von Thurbo als Linie S26 der S-Bahn Zürich durchgeführt wird.
Der Bahnhof entstand 1875 und 1876 gleichzeitig mit den Strecken der Tösstalbahn und der Wald–Rüti-Bahn. Der Abschnitt von Wald nach Rüti wurde am 29. September 1876 eröffnet. Am 15. Oktober desselben Jahres folgte die Verbindung über Fischenthal und Bauma nach Winterthur.[1]
Damit wurde Wald innerhalb weniger Wochen aus zwei Richtungen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Station entwickelte sich zu einem wichtigen Verkehrsknoten der damals stark industrialisierten Gemeinde. Baumwolle, Kohle, Maschinen und andere Rohstoffe wurden mit der Bahn angeliefert, während Textilien und weitere Erzeugnisse der Walder Fabriken auf der Schiene abtransportiert wurden.
Heute ist Wald ein regionaler Umsteigepunkt zwischen der S-Bahn und mehreren Buslinien. Der Bahnhof erschliesst das Gemeindezentrum, die Aussenwachten, das Rehazentrum Wald sowie Ausflugsgebiete am Bachtel, im Tösstal und im angrenzenden Kanton St. Gallen.
Lage
Der Bahnhof liegt nordöstlich des historischen Ortskerns auf einer Geländeterrasse beim Nordholz. Die Gleise verlaufen annähernd von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Nordwesten führt die Strecke über Gibswil, Fischenthal und Bauma nach Winterthur. Südöstlich verläuft sie über Tann-Dürnten nach Rüti.
Bei der Eröffnung befand sich die Station deutlich ausserhalb des damaligen Dorfes. Die Lage war das Ergebnis langwieriger Auseinandersetzungen über die Linienführung und die Eigentumsverhältnisse der beiden auf Wald zulaufenden Eisenbahnstrecken.
Um das Dorfzentrum mit dem abgelegenen Bahnhof zu verbinden, wurde die Bahnhofstrasse als weitgehend gerade Achse angelegt. Entlang dieser Strasse entstand im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein neues Bahnhofquartier mit Wohnhäusern, Gasthäusern, Geschäften und Gewerbebauten.
Die Bahnhofstrasse verbindet die Station mit dem Schwertplatz und dem historischen Ortskern. Südlich und westlich des Bahnhofareals befinden sich heute dicht bebaute Wohn- und Geschäftsgebiete. Nördlich der Gleise schliessen Gewerbeflächen, das Gebiet Nordholz und landwirtschaftlich geprägte Hänge an.
Die Schienenhöhe des Bahnhofs beträgt nach Angaben der Gemeinde 616,28 Meter über Meer.[2]
Geschichte
Industrialisierung und Wunsch nach einer Eisenbahn
Wald entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Zentren der schweizerischen Textilindustrie. Entlang der Jona und ihrer Zuflüsse entstanden mechanische Spinnereien, Webereien und Ausrüstungsbetriebe.
Die Fabriken benötigten grosse Mengen an Baumwolle, Kohle, Maschinen und weiteren Gütern. Gleichzeitig mussten die hergestellten Stoffe möglichst rasch zu den Absatzmärkten transportiert werden. Die bestehenden Strassen nach Rüti und durch das Tösstal waren für den zunehmenden Güterverkehr nur beschränkt geeignet.
In den 1860er- und frühen 1870er-Jahren entstanden deshalb mehrere Eisenbahnprojekte. Ein Teil der Walder Unternehmer und Politiker bevorzugte eine Verbindung nach Rüti, wo Anschluss an die Strecke der Vereinigten Schweizerbahnen in Richtung Zürich, Rapperswil und Chur bestand. Andere unterstützten eine Bahn über Fischenthal und Bauma nach Winterthur.
Die unterschiedlichen Interessen führten zu einem langwierigen Streit über Konzessionen, Finanzierung, Linienführung und die Lage des gemeinsamen Bahnhofs. Schliesslich wurden beide Strecken verwirklicht.
Wald–Rüti-Bahn
Die Wald–Rüti-Bahn wurde als eigenständige Gesellschaft gegründet. Ihre etwas mehr als sechs Kilometer lange Strecke verband Wald über Tann mit dem Bahnhof Rüti.
Die Betriebsführung übernahmen zunächst die Vereinigten Schweizerbahnen, da die kleine Gesellschaft keine eigene vollständige Betriebsorganisation und keinen ausreichenden Fahrzeugbestand besass.
Am 29. September 1876 wurde die Strecke Wald–Rüti eröffnet. Wald erhielt damit eine direkte Verbindung zur Glatthalbahn und über Rüti in Richtung Zürich und Rapperswil.[3]
Der Bahnhof in Wald gehörte jedoch der Tösstalbahn. Die Wald–Rüti-Bahn durfte die gemeinsame Station und deren Anlagen aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mitbenutzen.[4]
Anschluss an die Tösstalbahn
Die Tösstalbahn hatte bereits am 4. Mai 1875 ihren ersten Abschnitt von Winterthur-Grüze über Seen, Kollbrunn und Turbenthal nach Bauma eröffnet.
Der Weiterbau von Bauma nach Wald war wegen des schwierigen Geländes, grosser Steigungen und verschiedener Kunstbauten aufwendiger als der untere Streckenabschnitt. Von Bauma führt die Linie über Saland, Steg, Fischenthal und Gibswil nach Wald.
Am 15. Oktober 1876 wurde die Verlängerung eröffnet. Wald war nun von Winterthur und Rüti aus per Bahn erreichbar und bildete die Verbindung zwischen den Strecken zweier unterschiedlicher Gesellschaften.
Der Abschnitt zwischen Wald und Gibswil besitzt Steigungen von bis zu rund 32 Promille. Aufgrund dieser für eine Adhäsionsbahn erheblichen Steigung wird er gelegentlich als «kleiner Gotthard» der Tösstalbahn bezeichnet.
Bahnhofquartier
Da der Bahnhof beim Nordholz weit ausserhalb des historischen Dorfkerns errichtet worden war, entstand zwischen dem Zentrum und der Station die neue Bahnhofstrasse.
An ihr wurden spätklassizistische und historistische Wohn- und Geschäftshäuser gebaut. Das 1894 bis 1896 errichtete Restaurant Zürcherhof bildet einen markanten südlichen Auftakt des Bahnhofquartiers. Die kantonale Denkmalpflege bezeichnet die Station als 1875 und 1876 erbauten Endpunkt dieser regelmässigen Bebauungsachse.[5]
Die Bahnhofstrasse veränderte die räumliche Ausrichtung des Dorfes. Geschäfte, Hotels, Restaurants und öffentliche Einrichtungen orientierten sich zunehmend an der neuen Verbindung zwischen Ortskern und Eisenbahn.
Güterverkehr und Textilindustrie
Die Eisenbahn spielte für die Walder Textilindustrie eine zentrale Rolle. Zu den angelieferten Gütern gehörten Baumwolle, Kohle, Farbstoffe, Maschinen und Baumaterialien.
Die fertigen Stoffe und Garne wurden über Rüti oder Winterthur zu den schweizerischen und internationalen Märkten transportiert. Neben den grossen Fabriken nutzten auch kleinere Gewerbebetriebe, Landwirtschaft und Handel den Bahnhof.
Zum Bahnhof gehörten ein Güterschuppen, Verladerampen, Abstellgleise und ein Stumpengleis. Güter konnten zwischen Eisenbahnwagen und Fuhrwerken beziehungsweise später Lastwagen umgeladen werden.
Mit dem Niedergang der traditionellen Textilindustrie und der Verlagerung des Stückgutverkehrs auf die Strasse verlor der lokale Güterverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark an Bedeutung.
Wechsel der Betriebsführung
Nach der Verstaatlichung der Vereinigten Schweizerbahnen im Jahr 1902 übernahm die Tösstalbahn auch die Betriebsführung auf der Wald–Rüti-Bahn.
Die beiden Gesellschaften blieben rechtlich zunächst getrennt. Betrieblich bildeten ihre Strecken jedoch zunehmend eine zusammenhängende Verbindung zwischen Winterthur und Rüti.
1918 wurden sowohl die Tösstalbahn als auch die Wald–Rüti-Bahn vom Bund übernommen. Der Eigentumsübergang an die Schweizerischen Bundesbahnen erfolgte rückwirkend auf den 1. Januar 1918.
Damit befanden sich erstmals die gesamte Strecke, der Bahnhof und die Betriebsführung in derselben staatlichen Organisation.
Elektrifizierung
Die Elektrifizierung der beiden auf Wald zulaufenden Strecken erfolgte zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Der Abschnitt Wald–Rüti wurde am 30. April 1944 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Die Tösstalbahn zwischen Winterthur-Grüze und Wald folgte am 7. Oktober 1951.[6]
Seitdem wird die Strecke mit dem bei den SBB üblichen Einphasenwechselstrom von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben.
Die Elektrifizierung war mit einer umfassenden Modernisierung verbunden. Neben der Fahrleitung wurden Gleise, Sicherungsanlagen, Bahnhöfe und weitere Einrichtungen erneuert. Elektrische Triebwagen und Lokomotiven ermöglichten kürzere Fahrzeiten und einen wirtschaftlicheren Betrieb.
S-Bahn Zürich
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Wald in das Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.
Die Regionalzüge durch das Tösstal wurden als S-Bahn-Linie geführt. Das Angebot und die Linienbezeichnungen änderten sich in den folgenden Jahrzehnten mehrfach.
Zwischen Wald und Rüti bestand zeitweise ein zusätzlicher Pendelverkehr unter der Linienbezeichnung S43. Dieser wurde im Dezember 2006 eingestellt und teilweise durch Busverbindungen ersetzt.
Die S26 blieb die Hauptlinie der durchgehenden Strecke zwischen Winterthur, Bauma, Wald und Rüti.
Modernisierung der Tösstalbahn
Im Zusammenhang mit den vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurden die Sicherungsanlagen und mehrere Stationen der Tösstalbahn modernisiert.
Die Projekte sollten einen durchgehenden Halbstundentakt, hindernisfreie Zugänge und den Einsatz moderner Niederflurfahrzeuge ermöglichen. Zugkreuzungen wurden auf geeignete Bahnhöfe verteilt, darunter die neu ausgebaute Station Tann-Dürnten.
In Wald war im neuen Fahrplankonzept keine regelmässige Kreuzung von Personenzügen vorgesehen. Deshalb genügte ein für beide Fahrtrichtungen verwendetes Perrongleis.[7]
Bahnhofumbau 2017
2017 wurden die Perronanlagen grundlegend umgebaut. Das Gleis unmittelbar vor dem Aufnahmegebäude wurde entfernt. An seiner Stelle entstand ein erhöhtes Aussenperron am bisherigen Gleis 2.
Der neue Bahnsteig wurde bis vor das Aufnahmegebäude verlängert. Zuvor hielten die Personenzüge an einem schmalen Perron, der seitlich versetzt und teilweise weit vom Bahnhofsgebäude entfernt lag.
Die Perronkante wurde auf 55 Zentimeter erhöht. Dadurch wurde ein weitgehend stufenfreier Einstieg in die Niederflurzüge möglich.
Gleichzeitig entfernten die SBB das nicht mehr benötigte Stumpengleis beim Güterschuppen. Dieses Gleis hatte früher dem Umschlag von Baumwolle, Stoffballen und weiteren Gütern gedient.[8]
Durchgehender Halbstundentakt
Für den Ausbau des Angebots wurde Tann-Dürnten zu einer Kreuzungsstation erweitert. Dort können sich die Züge der S26 begegnen, ohne dass dafür in Wald ein zweiter Personenbahnsteig erforderlich ist.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 besteht zwischen Winterthur, Bauma, Wald und Rüti ein durchgehender, regelmässiger Halbstundentakt.
Die S26 wurde später über Rüti und Jona bis Rapperswil verlängert. Dadurch erhielt Wald direkte Verbindungen zum Tösstal, nach Winterthur und an den oberen Zürichsee.
Schliessung des Reisezentrums
Bis Ende 2024 verfügte der Bahnhof Wald über ein bedientes SBB-Reisezentrum.
Die SBB schlossen den Schalter am 1. Januar 2025. Als Grund nannten sie die stark gesunkene Nachfrage nach persönlich am Schalter gekauften Billetten. Wald wurde zu einem Bahnhof mit Selbstbedienung.[9]
Billette und Abonnemente können seither am Automaten, über die SBB-App, die ZVV-App, im Internet oder über das SBB Contact Center gekauft werden.
Bahnhofsanlage
Die Station ist ein Durchgangsbahnhof an der überwiegend eingleisigen Tösstalbahn. Im regulären Personenverkehr halten die Züge beider Fahrtrichtungen am Gleis 1.
Das Perron liegt unmittelbar vor dem Aufnahmegebäude. Es besitzt eine Höhe von 55 Zentimetern und ermöglicht bei den eingesetzten Niederflurfahrzeugen einen weitgehend stufenfreien Einstieg.
Neben dem Perrongleis bestehen weitere Gleise für betriebliche Zwecke. Sie ermöglichen das Kreuzen, Überholen oder Abstellen von Dienst-, Bau- und Sonderzügen. Im regulären S-Bahn-Fahrplan sind keine Zugkreuzungen in Wald vorgesehen.
Zur Anlage gehören:
- das Aufnahmegebäude;
- ein überdachter Perronbereich;
- der historische Güterschuppen;
- ein Technik- und Stellwerksgebäude;
- Durchfahr- und Abstellgleise;
- der Bushof;
- Velo- und Autoabstellplätze;
- kleinere Dienstleistungs- und Verkaufsflächen.
Das Stellwerk wird ferngesteuert. Die Betriebsführung erfolgt nicht mehr durch örtliches Bahnpersonal.
Aufnahmegebäude
Das historische Aufnahmegebäude wurde zusammen mit dem Bahnhof in den Jahren 1875 und 1876 errichtet. Es ist ein mehrgeschossiger Bau mit Satteldach und einem langgezogenen, zur Bahnseite orientierten Perrondach.
Die Architektur entspricht dem repräsentativen Bahnhofbau des späten 19. Jahrhunderts. Das Gebäude enthielt ursprünglich Diensträume, Billettschalter, Wartesäle, Gepäckabfertigung und Wohnungen für Bahnpersonal.
Im Verlauf seiner Geschichte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Teile der Innenräume wurden an veränderte betriebliche und kommerzielle Anforderungen angepasst.
Das Aufnahmegebäude bildet gemeinsam mit dem Güterschuppen, weiteren historischen Bahnbauten und der geradlinigen Bahnhofstrasse ein bedeutendes Zeugnis der Walder Verkehrs- und Industriegeschichte.
Eisenbahnverkehr
Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von der Linie S26 der S-Bahn Zürich bedient.[10]
| Linie | Verbindung über Wald ZH | Grundangebot |
|---|---|---|
| S26 | Winterthur – Winterthur Grüze – Winterthur Seen – Sennhof-Kyburg – Kollbrunn – Turbenthal – Wila – Bauma – Steg im Tösstal – Fischenthal – Gibswil – Wald ZH – Tann-Dürnten – Rüti ZH – Jona – Rapperswil SG | grundsätzlich halbstündlich |
Die Züge werden von Thurbo mit elektrischen Niederflurtriebzügen betrieben.
In Richtung Norden und Westen verbindet die S26 Wald mit dem Tösstal und dem Bahnhof Winterthur. Dort bestehen Anschlüsse nach Zürich, Schaffhausen, Frauenfeld, St. Gallen und in weitere Regionen.
In Richtung Süden erreicht die Linie Rüti, Jona und Rapperswil. In Rüti bestehen Anschlüsse an die Linien S5 und S15 nach Wetzikon, Uster und Zürich.
Die gesamte Fahrt zwischen Wald und Rüti dauert ungefähr acht Minuten. Die Reise nach Winterthur dauert rund eine Stunde.
Busverkehr
Der Bushof trägt die offizielle Haltestellenbezeichnung Wald ZH, Bahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 wird er von den Linien 854, 885, 892 und 893 sowie der Nachtbuslinie N85 bedient.[11]
| Linie | Verbindung beziehungsweise Funktion |
|---|---|
| 854 | Rüti ZH – Wald ZH – Gibswil – Fischenthal – Steg im Tösstal – Bauma |
| 885 | Rapperswil SG – Rüti ZH – Wald ZH – Goldingen – Atzmännig |
| 892 | Bahnhof Wald – Ortszentrum – Rehazentrum Wald |
| 893 | Ortsbus-Rundkurs innerhalb der Gemeinde Wald |
| N85 | Nachtverbindung von Wald über Gibswil und Fischenthal nach Steg im Tösstal |
Die Buslinien erschliessen Gebiete, die nicht unmittelbar an der Bahnstrecke liegen. Dazu gehören Laupen, das Rehazentrum, die Aussenwachten der Gemeinde und die Ausflugsregion Atzmännig.
Die Linie 854 verläuft weitgehend parallel zur S26. Sie bedient jedoch zusätzliche Ortschaften und Haltestellen zwischen Rüti, Wald und Bauma.
Die Linie 885 verbindet Wald mit Rapperswil-Jona sowie mit Goldingen und dem Freizeitgebiet Atzmännig im Kanton St. Gallen.
Tarif
Wald liegt in der ZVV-Tarifzone 134.[12]
Mit einem gültigen ZVV-Billett können Reisende innerhalb der gelösten Zonen grundsätzlich Bahn, Bus, Tram, Schiff und weitere in den Verbund integrierte Verkehrsmittel benutzen.
Für Wald besteht zudem ein ZVV-Lokalnetz. City-Tickets nach Wald können eine Tageskarte für den örtlichen öffentlichen Verkehr einschliessen.
Ausstattung und Dienstleistungen
Im Aufnahmegebäude befindet sich ein Avec-Geschäft. Es bietet Lebensmittel, Getränke, Reisebedarf und weitere Convenience-Produkte an.[13]
Zur Ausstattung gehören:
- SBB-Billettautomat;
- elektronische Abfahrtsanzeigen;
- Lautsprecheranlage;
- überdachte Sitz- und Wartebereiche;
- öffentliche Toilette;
- Veloabstellplätze;
- P+Rail-Parkplätze;
- Bushaltestellen;
- Carsharing-Angebot.
Die SBB weisen 36 überdachte Veloabstellplätze aus. Die Anlage verfügt zudem über eine Velowaschstation.
Für den kombinierten Verkehr stehen 32 P+Rail-Parkplätze und ein Behindertenparkplatz zur Verfügung.
Hindernisfreiheit
Der 2017 errichtete Bahnsteig besitzt eine Perronhöhe von 55 Zentimetern. Dies entspricht dem Standard für einen möglichst stufenfreien Einstieg in moderne Regionalzüge.
Das Perron ist vom Bereich des Aufnahmegebäudes ohne Unterquerung eines regelmässig von Personenzügen benutzten Gleises erreichbar.
Die Verwendung nur eines Perrongleises vereinfacht die Orientierung und vermeidet Gleisquerungen durch Reisende. Zugkreuzungen der S26 erfolgen planmässig in anderen Bahnhöfen, insbesondere in Tann-Dürnten.
Je nach Fahrzeug, Tür und konkreter Betriebslage können beim Einstieg dennoch kleine Höhen- oder Spaltunterschiede bestehen. Aktuelle Angaben zur Zugänglichkeit sind im elektronischen Fahrplan und in der Anwendung SBB Inclusive verfügbar.
Bahnhofareal und Ortsentwicklung
Das Bahnhofareal gehört zu den wichtigsten Entwicklungsgebieten der Gemeinde Wald. Teile früherer Güter-, Lager- und Betriebsflächen werden für den heutigen Eisenbahnbetrieb nicht mehr benötigt.
Die Gemeinde und die SBB entwickelten deshalb einen öffentlichen Gestaltungsplan. Dieser soll die bauliche Verdichtung, neue Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen und eine bessere Verkehrsdrehscheibe ermöglichen.
Der Gestaltungsplan wurde 2022 öffentlich aufgelegt und im Dezember 2023 von der Gemeindeversammlung genehmigt. Für den öffentlichen Raum folgten ein Betriebs- und Gestaltungskonzept sowie ein Vorprojekt.
Im Juni 2026 begann das öffentliche Mitwirkungsverfahren für die Neugestaltung des Bahnhofumfelds.[14]
Vorgesehen sind unter anderem:
- eine deutlichere Platzgestaltung;
- mehr Bäume und Grünflächen;
- sichere Bereiche für Fussgänger;
- verbesserte Veloabstellmöglichkeiten;
- Neuordnung der Parkplätze;
- bessere Verknüpfung von Bahn, Bus, Auto, Velo und Fussverkehr;
- ein kleiner parkähnlicher Bereich beim Aufnahmegebäude;
- hindernisfreie Zugänge zu Neubauten und Mobilitätsangeboten.
Der Bahnhof soll dadurch stärker als Eingangstor und öffentlicher Begegnungsraum der Gemeinde wahrgenommen werden.[15]
Bedeutung für Wald
Der Eisenbahnanschluss war ein entscheidender Schritt in der wirtschaftlichen Entwicklung Walds. Die Bahn verband die Textilfabriken mit den nationalen Beschaffungs- und Absatzmärkten und erleichterte den Personenverkehr nach Zürich, Winterthur und Rapperswil.
Durch die abgelegene Lage der Station entstand ein neues Bahnhofquartier. Die Bahnhofstrasse wurde zu einer wichtigen Geschäfts- und Verkehrsachse und beeinflusste die Ausdehnung des Ortskerns nach Nordosten.
Nach dem Rückgang der Textilindustrie wandelte sich die Funktion des Bahnhofs. Der Güterverkehr verlor an Bedeutung, während der Pendler-, Ausbildungs- und Freizeitverkehr zunahm.
Heute ist der Bahnhof der wichtigste Knoten des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde. Er verbindet Wald mit den Arbeits- und Bildungszentren Winterthur, Rapperswil-Jona und Zürich sowie mit den Gemeinden des Tösstals und des Zürcher Oberlands.
Zugleich ist die Station ein Ausgangspunkt für Wanderungen zum Bachtel, ins Sagenraintobel, nach Goldingen und in weitere voralpine Landschaften.
Siehe auch
- Wald ZH
- Tösstalbahn
- Wald–Rüti-Bahn
- Bahnhof Rüti ZH
- Bahnhof Bauma
- Bahnhof Gibswil
- Bahnhof Tann-Dürnten
- S-Bahn Zürich
- Thurbo
- Zürcher Verkehrsverbund
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Literatur
- IG Tösstallinie: 125 Jahre Tösstalbahn. Jubiläumsausgabe der Zeitschrift Zug-Nummer, 2001.
- Hans-Peter Bärtschi: Industrialisierung, Eisenbahnschlachten und Städtebau. Basel 1983.
- Gemeinde Wald ZH: Wald im Zürcher Oberland. Heimatkundliche Bilder aus drei Jahrhunderten. Wald 1951.
- SBB und Zürcher Verkehrsverbund: Vierte Teilergänzungen der S-Bahn Zürich – Tösstallinie. Projektdokumentationen.
- Gemeinde Wald ZH: Öffentlicher Gestaltungsplan Bahnhof Wald. Wald 2023.
Weblinks
- Bahnhof Wald ZH auf der Website der SBB
- Fahrpläne für Wald ZH beim Zürcher Verkehrsverbund
- Informationen der Gemeinde Wald zum öffentlichen Verkehr
- Geschichte des Bahnhofs bei Wald360
- Projekt zur Gestaltung des Bahnhofumfelds
- Interessengemeinschaft Tösstallinie
Einzelnachweise
- ↑ Schienenverkehr Schweiz: Tösstalbahn Winterthur–Rüti ZH, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Wald ZH: Wald ZH in Zahlen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Rüti ZH: Geschichte, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Wald360: Ein Bahnhof für Wald, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Kanton Zürich: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung, Restaurant «Zürcherhof», abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Schienenverkehr Schweiz: Eröffnung und Elektrifikation der Tösstalbahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Regierungsrat des Kantons Zürich: Anfrage betreffend den Ausbau des Bahnhofs Wald, Beschluss vom 15. April 2009, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Marcel Sandmeyer: «Der Zug kommt zum Bahnhof». In: WAZ – Die Zeitschrift für Wald, Juni 2017, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB: Auch ohne Schalter einfach zum Billett an sechs SBB-Bahnhöfen im Kanton Zürich, 5. August 2024, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S26, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Wald ZH, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Regionalnetz-Pläne und Tarifzonen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB: Bahnhof Wald ZH, Geschäfte und Dienstleistungen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Wald ZH: Gestaltung öffentlicher Raum am Bahnhof Wald, 15. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Wald ZH: Gestaltung öffentlicher Raum am Bahnhof Wald, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Wald ZH