Flagge der Schweiz: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; clear:right; width:300px; margin:0 0 1em 1em; font-size:90%;" |+ '''Flagge der Schweiz''' |- | colspan="2" style="text-align:center; background:#f8f9fa;" | 250px|rahmenlos|Flagge der Schweiz |- ! Andere Bezeichnungen | Schweizerfahne, Schweizer Flagge |- ! Verwendung | Nationalflagge, Staatsflagge und Hoheitszeichen |- ! Seitenverhältnis | 1:1 |- ! Gestaltung | Weiss…» |
|||
| Zeile 75: | Zeile 75: | ||
=== Quadratische Form === | === Quadratische Form === | ||
Die quadratische Form gehört zu den auffälligsten Merkmalen der Schweizerfahne. Sie geht auf militärische Fahnen und Feldzeichen zurück, die häufig annähernd quadratisch gestaltet waren. Neben der Flagge der | Die quadratische Form gehört zu den auffälligsten Merkmalen der Schweizerfahne. Sie geht auf militärische Fahnen und Feldzeichen zurück, die häufig annähernd quadratisch gestaltet waren. Neben der Flagge der Vatikanstadt zählt die Schweizerfahne zu den wenigen quadratischen Nationalflaggen der Gegenwart. | ||
Bei internationalen Veranstaltungen wird die Schweizerfahne gelegentlich in rechteckiger Form dargestellt, damit alle teilnehmenden Staaten ein einheitliches Flaggenformat erhalten. Solche Anpassungen werden beispielsweise bei gewissen Sportveranstaltungen verwendet. Sie entsprechen jedoch nicht der regulären amtlichen Form der Schweizerfahne. | Bei internationalen Veranstaltungen wird die Schweizerfahne gelegentlich in rechteckiger Form dargestellt, damit alle teilnehmenden Staaten ein einheitliches Flaggenformat erhalten. Solche Anpassungen werden beispielsweise bei gewissen Sportveranstaltungen verwendet. Sie entsprechen jedoch nicht der regulären amtlichen Form der Schweizerfahne. | ||
Aktuelle Version vom 26. Juli 2026, 19:21 Uhr
| Andere Bezeichnungen | Schweizerfahne, Schweizer Flagge |
|---|---|
| Verwendung | Nationalflagge, Staatsflagge und Hoheitszeichen |
| Seitenverhältnis | 1:1 |
| Gestaltung | Weisses, freistehendes Kreuz auf rotem Grund |
| Offizielle Form | Quadratische Fahne |
| Historische Einführung | 1840 als eidgenössische Truppenfahne |
| Staatliche Anerkennung | 1848 |
| Festlegung der Kreuzform | 12. Dezember 1889 |
| Rechtsgrundlage | Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen |
| Informationen | aboutswitzerland.eda.admin.ch |
Die Flagge der Schweiz, in der Schweiz üblicherweise Schweizerfahne genannt, ist die Nationalflagge der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie zeigt ein aufrechtes, freistehendes weisses Kreuz auf rotem Grund. Die vier Arme des Kreuzes sind gleich lang und jeweils um einen Sechstel länger als breit.[1]
Charakteristisch ist die quadratische Form der Fahne. Damit unterscheidet sie sich von den meisten Nationalflaggen, die ein rechteckiges Format besitzen. Das Schweizerkreuz gehört zu den bekanntesten staatlichen Symbolen der Schweiz und wird sowohl von Behörden als auch von Privatpersonen, Vereinen, Unternehmen und schweizerischen Vertretungen im Ausland verwendet. Seine Nutzung ist jedoch teilweise gesetzlich geregelt.
Das weisse Kreuz auf rotem Grund entwickelte sich aus militärischen Erkennungszeichen der alten Eidgenossenschaft. Im 19. Jahrhundert wurde es zu einem gemeinsamen Symbol des Bundes und schliesslich zum Hoheitszeichen des 1848 gegründeten Bundesstaates.[2]
Bezeichnung
In der Schweiz wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger von der Schweizerfahne als von der Schweizer Flagge gesprochen. Das Wort «Fahne» bezeichnet dabei sowohl das konkrete Tuch als auch das darauf dargestellte nationale Zeichen. In amtlichen Texten kommen je nach Zusammenhang beide Begriffe vor.
Die Bezeichnung Schweizerkreuz bezieht sich auf das freistehende weisse Kreuz, das sowohl auf der Fahne als auch im Schweizerwappen erscheint. Fahne und Wappen verwenden dasselbe Grundmotiv, unterscheiden sich jedoch in ihrer äusseren Form: Die Fahne bildet ein quadratisches rotes Feld, während das Wappen aus einem roten Wappenschild mit weissem Kreuz besteht.
Gestaltung
Die Schweizerfahne besteht aus einem quadratischen roten Feld mit einem weissen Kreuz in der Mitte. Das Kreuz berührt die Ränder der Fahne nicht und wird deshalb als freistehend bezeichnet. Seine vier Arme sind gleich lang.
Die Proportionen des Kreuzes wurden durch einen Bundesbeschluss vom 12. Dezember 1889 festgelegt. Danach sind die Arme des Kreuzes um einen Sechstel länger als breit. Diese Regel betrifft das Verhältnis zwischen Länge und Breite der einzelnen Kreuzarme und nicht die Gesamtgrösse des Kreuzes im Verhältnis zur Fahne.[1]
Die heute geltenden gesetzlichen Darstellungen bestimmen zusätzlich die Anordnung des Kreuzes innerhalb des roten Feldes. Die Schweizerfahne ist grundsätzlich quadratisch und besitzt somit ein Seitenverhältnis von 1:1.
Farbe
Die traditionellen Farben der Schweiz sind Weiss und Rot. Für das Erscheinungsbild der Bundesverwaltung wird ein bestimmter Rotton verwendet, der unter anderem der Farbreferenz Pantone 485 C entspricht. Je nach Druckverfahren, Material und digitalem Farbraum können technische Ersatzwerte verwendet werden.
Historisch war der genaue Rotton nicht immer einheitlich festgelegt. Ältere Fahnen können deshalb unterschiedliche Schattierungen von Rot zeigen. Für die Erkennbarkeit des Hoheitszeichens ist vor allem der deutliche Kontrast zwischen dem weissen Kreuz und dem roten Grund entscheidend.
Quadratische Form
Die quadratische Form gehört zu den auffälligsten Merkmalen der Schweizerfahne. Sie geht auf militärische Fahnen und Feldzeichen zurück, die häufig annähernd quadratisch gestaltet waren. Neben der Flagge der Vatikanstadt zählt die Schweizerfahne zu den wenigen quadratischen Nationalflaggen der Gegenwart.
Bei internationalen Veranstaltungen wird die Schweizerfahne gelegentlich in rechteckiger Form dargestellt, damit alle teilnehmenden Staaten ein einheitliches Flaggenformat erhalten. Solche Anpassungen werden beispielsweise bei gewissen Sportveranstaltungen verwendet. Sie entsprechen jedoch nicht der regulären amtlichen Form der Schweizerfahne.
Eine besondere Verwendung besteht in der Seeschifffahrt. Schweizer Seeschiffe führen die Schweizer Flagge nach den dafür geltenden seerechtlichen Vorschriften. Die Führung der Schweizer Flagge auf See ist an die Eintragung und Berechtigung des jeweiligen Schiffes gebunden.
Geschichte
Mittelalterliche Ursprünge
Der genaue Ursprung des Schweizerkreuzes ist nicht abschliessend geklärt. Das Kreuz war im europäischen Mittelalter ein weit verbreitetes christliches, militärisches und heraldisches Symbol. Es wurde von Herrschern, Städten, Ritterorden und Truppenverbänden in unterschiedlichen Farben und Formen verwendet.
Als wichtiger Schritt in der Entwicklung des eidgenössischen Kreuzzeichens gilt die Schlacht bei Laupen von 1339. Kämpfer aus verschiedenen Orten der Eidgenossenschaft sollen weisse Stoffkreuze an ihrer Kleidung oder Rüstung getragen haben, um sich auf dem Schlachtfeld gegenseitig erkennen zu können. Das Zeichen war zunächst kein einheitliches Staatswappen, sondern ein militärisches Erkennungsmerkmal.[3]
In den folgenden Jahrhunderten erschien das weisse Kreuz zunehmend auf Bannern, Waffen, Kleidung und anderen Ausrüstungsgegenständen eidgenössischer Truppen. Die einzelnen Orte der Alten Eidgenossenschaft führten weiterhin ihre eigenen Fahnen. Das Kreuz ergänzte diese lokalen Zeichen und machte die gemeinsame Zugehörigkeit im Feld sichtbar.
Verbindung mit dem roten Grund
Die Verbindung eines weissen Kreuzes mit einem roten Hintergrund entwickelte sich schrittweise. Der rote Grund wird teilweise mit dem Banner des Standes Schwyz in Verbindung gebracht. Andere Deutungen führen die Farbe auf religiöse oder militärische Traditionen zurück. Eine allgemein anerkannte eindeutige Erklärung für die Wahl des roten Hintergrunds besteht nicht.
Das Kreuz war zunächst nicht immer in der später festgelegten Form dargestellt. Historische Abbildungen zeigen unterschiedliche Proportionen, Grössen und Anordnungen. Teilweise reichten die Kreuzarme weiter in das rote Feld hinein, teilweise waren sie schmaler oder unregelmässig gestaltet.
Helvetische Republik
Während der Helvetischen Republik von 1798 bis 1803 wurde das traditionelle eidgenössische Kreuz nicht als zentrale Nationalflagge verwendet. Der zentralistische Staat führte eine waagrecht angeordnete Trikolore in den Farben Grün, Rot und Gelb. Diese Fahne gilt als erste gesamtschweizerische Nationalflagge im modernen staatlichen Sinn.
Nach dem Ende der Helvetischen Republik wurde die Trikolore wieder aufgegeben. Die einzelnen Kantone und eidgenössischen Truppen verwendeten erneut ihre traditionellen Zeichen. Das weisse Kreuz auf rotem Grund gewann im frühen 19. Jahrhundert jedoch zunehmend an Bedeutung als gemeinsames Symbol.
Bundesvertrag von 1815
Mit dem Bundesvertrag von 1815 erhielt das Schweizerkreuz eine stärkere gesamtstaatliche Funktion. Das Bundessiegel zeigte ein freistehendes weisses Kreuz auf rotem Grund, umgeben von den Wappen der Kantone. Damit wurde das Kreuz sichtbar als gemeinsames Zeichen der Eidgenossenschaft verwendet.
Der Schweizer General Niklaus Franz von Bachmann hatte bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts das weisse Kreuz auf rotem Feld als gemeinsames Feldzeichen für eidgenössische Truppen eingesetzt. Dies trug zur Vereinheitlichung der bis dahin unterschiedlichen militärischen Kennzeichen bei.
Eidgenössische Truppenfahne von 1840
Auf Initiative von General Guillaume-Henri Dufour wurde 1840 eine einheitliche eidgenössische Truppenfahne eingeführt. Sie zeigte das weisse Kreuz auf rotem Grund und ersetzte bei den eidgenössischen Truppen schrittweise die uneinheitlichen kantonalen Feldzeichen.
Die neue Fahne sollte die Zusammengehörigkeit der Truppen aus den verschiedenen Kantonen stärken. Dufour, der später im Sonderbundskrieg von 1847 als Oberbefehlshaber der eidgenössischen Armee wirkte, betrachtete gemeinsame militärische Symbole als ein Mittel zur Förderung der eidgenössischen Einheit.
Bundesstaat von 1848
Mit der Gründung des modernen schweizerischen Bundesstaates im Jahr 1848 wurde das weisse Kreuz auf rotem Grund zum offiziellen Hoheitszeichen der Schweiz. Die neue Bundesverfassung übernahm das eidgenössische Wappen und bestätigte damit das Kreuz als Symbol des Bundes.[2]
Die Gestaltung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in allen Einzelheiten vereinheitlicht. Verschiedene Darstellungen zeigten unterschiedlich breite oder lange Kreuzarme. Auch die Form des Wappenschildes und die Stellung des Kreuzes konnten variieren.
Festlegung von 1889
Am 12. Dezember 1889 legte die Bundesversammlung die Form des Schweizerkreuzes genauer fest. Sie bestimmte, dass das eidgenössische Wappen aus einem aufrechten, freistehenden weissen Kreuz auf rotem Grund besteht. Die vier gleich langen Arme sollten jeweils um einen Sechstel länger als breit sein.[3]
Diese Beschreibung wurde zur grundlegenden geometrischen Regel für das Schweizerkreuz. Die gesetzliche Präzisierung trug dazu bei, uneinheitliche und teilweise stark voneinander abweichende Darstellungen zu vermeiden.
Im modernen Wappenschutzrecht wurden die Formen der Schweizerfahne, des Schweizerwappens und des Schweizerkreuzes nochmals genauer definiert und durch verbindliche Abbildungen ergänzt.
Rechtlicher Status
Die Schweizerfahne gehört zu den öffentlichen Zeichen der Eidgenossenschaft. Ihr Schutz wird insbesondere durch das Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen geregelt. Das Gesetz unterscheidet zwischen der Schweizerfahne beziehungsweise dem Schweizerkreuz und dem Schweizerwappen.[4]
Das Schweizerwappen mit seinem charakteristischen Wappenschild ist grundsätzlich der Eidgenossenschaft vorbehalten. Das Schweizerkreuz und die Schweizerfahne dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch von Privaten und Unternehmen verwendet werden. Die Verwendung darf jedoch nicht irreführend sein, gegen geltendes Recht verstossen oder den Eindruck einer nicht bestehenden amtlichen Beziehung erwecken.[5]
Für Waren und Dienstleistungen ist die Verwendung des Schweizerkreuzes eng mit den Regeln über schweizerische Herkunftsangaben verbunden. Produkte, die mit dem Schweizerkreuz beworben werden, müssen grundsätzlich die gesetzlichen Voraussetzungen für eine schweizerische Herkunft erfüllen. Diese Bestimmungen werden häufig unter dem Begriff Swissness zusammengefasst.[5]
Eine missbräuchliche Verwendung kann untersagt und je nach Fall strafrechtlich verfolgt werden. Besonders streng geschützt sind Darstellungen, die mit dem amtlichen Schweizerwappen verwechselt werden können.[4]
Unterschied zwischen Fahne, Kreuz und Wappen
Die Begriffe Schweizerfahne, Schweizerkreuz und Schweizerwappen bezeichnen verwandte, aber rechtlich und gestalterisch unterschiedliche Zeichen.
Die Schweizerfahne besteht aus einem quadratischen roten Feld mit einem weissen Kreuz. Das Schweizerkreuz ist das weisse freistehende Kreuz als eigenständiges Zeichen, gewöhnlich auf rotem Hintergrund. Das Schweizerwappen zeigt dasselbe Kreuz innerhalb eines roten Wappenschildes.[5]
In alltäglichen Darstellungen werden Fahne und Wappen häufig miteinander verwechselt. Rechtlich ist die Unterscheidung jedoch wichtig, weil das Wappen als Zeichen staatlicher Macht und Würde einen stärkeren Schutz geniesst und grundsätzlich nur von der Eidgenossenschaft verwendet werden darf.
Verwendung
Öffentliche Gebäude und Behörden
Die Schweizerfahne wird an Gebäuden des Bundes, an Botschaften, Konsulaten, militärischen Einrichtungen und weiteren öffentlichen Orten gehisst. Häufig erscheint sie zusammen mit den Fahnen der Kantone und Gemeinden.
An offiziellen Feiertagen, bei Staatsbesuchen, militärischen Anlässen und nationalen Gedenkveranstaltungen spielt die Fahne eine zentrale zeremonielle Rolle. Besonders sichtbar ist sie am Bundesfeiertag vom 1. August, wenn öffentliche Gebäude, Strassen, Häuser und Gärten mit Schweizer- und Kantonsfahnen geschmückt werden.
= Militär
Die militärische Tradition ist für die Entstehung der Schweizerfahne von grundlegender Bedeutung. In der Schweizer Armee werden Truppenfahnen und Standarten als besondere Symbole der Einheiten geführt. Sie enthalten neben dem Schweizerkreuz meist kantonale oder truppenspezifische Gestaltungselemente.
Die Übergabe und Rückgabe einer Truppenfahne erfolgen in feierlichen militärischen Zeremonien. Die Fahne symbolisiert den Zusammenhalt, den Auftrag und die Verantwortung einer militärischen Formation.
Die Schweizer Luftwaffe verwendet zudem eine Kokarde mit weissem Kreuz auf rotem Grund als nationales Erkennungszeichen an Luftfahrzeugen.
Diplomatie und internationale Organisationen
Schweizer Botschaften und Konsulate verwenden die Fahne als sichtbares Zeichen der staatlichen Vertretung. Bei internationalen Konferenzen wird sie neben den Flaggen anderer Staaten gezeigt.
Auch an den Sitzen internationaler Organisationen, denen die Schweiz angehört, ist die Schweizerfahne vertreten. Seit dem Beitritt der Schweiz zu den Vereinten Nationen im Jahr 2002 wird sie unter anderem vor dem Hauptsitz der UNO in New York gehisst.
= Sport
Bei internationalen Sportveranstaltungen ist die Schweizerfahne ein wichtiges Erkennungszeichen der schweizerischen Mannschaften und Athletinnen und Athleten. Sie wird bei Eröffnungsfeiern, Rangverkündigungen und Siegerehrungen verwendet und von Zuschauerinnen und Zuschauern auf Tribünen gezeigt.
Da Veranstalter häufig ein einheitliches rechteckiges Format für alle Flaggen verlangen, kann die Schweizerfahne bei solchen Anlässen in einer rechteckigen Darstellung erscheinen. Dabei bleibt das weisse Kreuz auf rotem Grund erhalten, obwohl das traditionelle Seitenverhältnis von 1:1 verändert wird.
Private Nutzung
Das Hissen von Fahnen durch Privatpersonen ist in der Schweiz weit verbreitet. Schweizerfahnen werden an Wohnhäusern, Bauernhöfen, Hotels, Restaurants, Vereinsgebäuden und in Gärten angebracht. Oft werden sie zusammen mit Kantons- oder Gemeindefahnen verwendet.
Eine allgemeine Verpflichtung zum Hissen der Nationalflagge besteht für Privatpersonen nicht. Die Verwendung erfolgt freiwillig und kann Zugehörigkeit, Verbundenheit mit dem Land, festliche Stimmung oder Unterstützung für schweizerische Sportmannschaften ausdrücken.
Schweizerfahne und Rotes Kreuz
Das Schutzzeichen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz besteht aus einem roten Kreuz auf weissem Grund. Es entspricht in seinen Grundfarben einer Umkehrung der Schweizerfahne.
Das Symbol wurde 1863 beziehungsweise 1864 als neutrales Schutzzeichen für den Sanitätsdienst im Krieg eingeführt. Die Wahl stand im Zusammenhang mit der Schweiz als Herkunftsland der humanitären Bewegung und als Ort der Genfer Verhandlungen. Zu den Gründungsmitgliedern des Internationalen Komitees gehörten der Genfer Humanist Henry Dunant und General Guillaume-Henri Dufour.
Das rote Kreuz ist kein religiöses Zeichen und keine Nationalflagge. Es ist ein völkerrechtlich geschütztes Emblem. Seine missbräuchliche Verwendung ist verboten, weil sie die Schutzwirkung des Zeichens in bewaffneten Konflikten gefährden könnte.
Bedeutung und Wahrnehmung
Die Schweizerfahne steht im In- und Ausland für die Schweiz und wird mit unterschiedlichen Eigenschaften des Landes verbunden. Dazu gehören politische Stabilität, Neutralität, Föderalismus, direkte Demokratie, humanitäre Tradition und wirtschaftliche Qualität.
In der Werbung und Produktgestaltung wird das Schweizerkreuz häufig als Hinweis auf schweizerische Herkunft oder Qualität eingesetzt. Diese wirtschaftliche Bedeutung erklärt, weshalb die Verwendung des Zeichens gesetzlich geregelt ist. Das Kreuz soll nicht auf Produkten erscheinen, die keinen ausreichenden Bezug zur Schweiz besitzen.[5]
Die Fahne dient zugleich als gemeinsames Symbol eines mehrsprachigen und föderal aufgebauten Staates. Sie enthält weder sprachliche noch regionale Elemente und kann daher von allen Landesteilen verwendet werden.
Ähnliche Flaggen und Zeichen
Das weisse Kreuz auf rotem Grund findet sich auch in anderen historischen und heraldischen Zusammenhängen. Besonders bekannt ist das Wappen des Hauses Savoyen. Bei diesem reicht das weisse Kreuz gewöhnlich bis an die Ränder des roten Schildes. Beim Schweizerkreuz bleibt dagegen zwischen den Kreuzarmen und dem Rand des Feldes ein roter Zwischenraum.
Auch mehrere Schweizer Kantons- und Gemeindewappen enthalten Kreuze. Ihre Gestaltung, Farben und historische Herkunft unterscheiden sich jedoch vom eidgenössischen Schweizerkreuz.
Die Flagge der Vatikanstadt ist wie die Schweizerfahne quadratisch, zeigt aber zwei senkrechte Felder in Gelb und Weiss sowie die päpstlichen Schlüssel und die Tiara.
Fahnengebrauch und Protokoll
Für den Umgang mit der Schweizerfahne bestehen protokollarische Gepflogenheiten. Bei einer gemeinsamen Beflaggung mit Kantons- oder Gemeindefahnen erhält die Schweizerfahne üblicherweise einen besonders hervorgehobenen Platz. Bei internationalen Anlässen werden die Flaggen der beteiligten Staaten grundsätzlich gleichwertig behandelt.
Beschädigte, stark verschmutzte oder ausgebleichte Fahnen sollten ersetzt werden. Die Fahne soll so angebracht werden, dass das Kreuz aufrecht erscheint und das Tuch den Boden nicht berührt.
Anders als in einigen Staaten gibt es in der Schweiz keine umfassende allgemeine gesetzliche Flaggenordnung für sämtliche privaten Situationen. Behörden, Armee, diplomatische Vertretungen und Organisationen können jedoch eigene Vorschriften oder Richtlinien für die Beflaggung anwenden.
Kulturelle Bedeutung
Die Schweizerfahne ist in der Alltagskultur stark präsent. Sie erscheint auf Souvenirs, Kleidung, Sportartikeln, Verpackungen, Fahrzeugen und touristischen Werbemitteln. Besonders während des Bundesfeiertags und internationaler Sportturniere nimmt ihre Sichtbarkeit deutlich zu.
Das Schweizerkreuz wird auch in grafischen Gestaltungen verwendet, die nicht unmittelbar eine Fahne darstellen. Dabei kann es als Zeichen schweizerischer Herkunft, als dekoratives Motiv oder als Bestandteil einer Marke auftreten. Solche Nutzungen müssen die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz öffentlicher Zeichen und zur Herkunftsangabe beachten.[4]
In der Kunst und politischen Kommunikation kann die Fahne unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Sie kann nationale Zusammengehörigkeit ausdrücken, aber auch Gegenstand kritischer, satirischer oder verfremdeter Darstellungen sein.
Siehe auch
- Wappen der Schweiz
- Schweizerkreuz
- Schweiz
- Alte Eidgenossenschaft
- Bundesfeiertag
- Swissness
- Liste der Schweizer Kantonswappen und Kantonsfahnen
- Internationales Komitee vom Roten Kreuz
Literatur
- Louis Mühlemann: Wappen und Fahnen der Schweiz. Bühler-Verlag, Lengnau 1991.
- Walter Angst: Die Schweizer Fahne und das Schweizer Wappen. Schweizerische Gesellschaft für Fahnen- und Flaggenkunde, Zollikofen.
- Schweizerisches Bundesarchiv: Weiss auf Rot – das Schweizer Kreuz. Bern.
Weblinks
- Die Schweizerfahne bei Präsenz Schweiz
- Die Schweizerfahne: ein Plus für das Land bei Präsenz Schweiz
- Weiss auf Rot: das Schweizer Kreuz beim Schweizerischen Bundesarchiv
- Schweizerwappen beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum
- Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen in Fedlex
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Fahne. In: Präsenz Schweiz. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ 2,0 2,1 Die Schweizerfahne: ein Plus für das Land. In: Präsenz Schweiz. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ 3,0 3,1 Weiss auf Rot: das Schweizer Kreuz. Hrsg.: Schweizerisches Bundesarchiv. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen. In: Fedlex. Hrsg.: Schweizerische Eidgenossenschaft. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 Schweizerwappen. Hrsg.: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum. Abgerufen am 2026-07-26.
Wikimedia Commons: Medien zu Flagge der Schweiz