Thurgauer Kantonalbank

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Thurgauer Kantonalbank
Abkürzung TKB
Frühere Bezeichnung Thurgauische Kantonalbank
Rechtsform Selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Gründung 1871
Aufnahme des Geschäftsbetriebs 1. Mai 1871
Sitz Weinfelden
Haupteigentümer Kanton Thurgau
Anteil des Kantons am Gesellschaftskapital 80 %
Partizipationskapital im Publikum 20 %
Staatsgarantie Ja
Bankratspräsident Roman Brunner
Vorsitzender der Geschäftsleitung Thomas Koller
Geschäftsstellen 29
Mitarbeitende 926 Personen
Vollzeitäquivalente 778
Bilanzsumme 36,0 Milliarden Franken
Kundenausleihungen 27,3 Milliarden Franken
Kundeneinlagen 19,4 Milliarden Franken
Verwaltete Kundenvermögen 28,7 Milliarden Franken
Jahresgewinn 162 Millionen Franken
Stand der Finanz- und Personaldaten 31. Dezember 2025
Hauptsitz Bankplatz 1
8570 Weinfelden
Bankenclearingnummer 784
SWIFT-BIC KBTGCH22
Börsentitel Partizipationsschein
Tickersymbol TKBP
ISIN CH0231351104
Website www.tkb.ch

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) ist die Kantonalbank des Kantons Thurgau. Sie ist eine selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts mit Sitz in Weinfelden und verfügt über eine gesetzliche Staatsgarantie. Der Kanton stellt 80 Prozent des Gesellschaftskapitals bereit und besitzt das alleinige Stimmrecht. Die übrigen 20 Prozent bestehen aus stimmrechtslosem Partizipationskapital, das sich im Publikumsbesitz befindet.

Die Bank wurde 1871 unter der Bezeichnung Thurgauische Kantonalbank gegründet. Am 1. Mai 1871 öffnete sie ihren ersten Schalter im Rathaus von Weinfelden. Ihre Gründung war eine Forderung der Demokratischen Bewegung, die der Bevölkerung, der Landwirtschaft und dem Gewerbe einen besseren Zugang zu Krediten und sicheren Sparmöglichkeiten ermöglichen wollte.[1]

Die TKB entwickelte sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts von einer Spar- und Hypothekarbank zu einer modernen Universalbank. Sie bietet Dienstleistungen in den Bereichen Konten, Zahlungsverkehr, Sparen, Finanzieren, Anlegen, Vorsorgen, Vermögensverwaltung und Unternehmensfinanzierung an. Ihr Marktgebiet konzentriert sich auf den Kanton Thurgau und die angrenzenden Regionen.

Mit einer Bilanzsumme von rund 36 Milliarden Franken, 29 Geschäftsstellen und mehr als 900 Mitarbeitenden gehört die TKB zu den grösseren Banken der Schweiz. Sie bezeichnet sich als Marktführerin im Kanton Thurgau. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im Kanton unterhält nach Angaben der Bank eine Geschäftsbeziehung mit ihr.[2]

Der Partizipationsschein der TKB wird seit dem 7. April 2014 an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Die Titel verleihen Vermögensrechte, aber keine Stimm- oder Mitwirkungsrechte. Das alleinige Stimmrecht über die Bank verbleibt beim Kanton Thurgau.[3]

Gesetzlicher Auftrag

Der Auftrag der Thurgauer Kantonalbank ist im Gesetz über die Thurgauer Kantonalbank geregelt.

Die Bank soll in sozialer Verantwortung zur volkswirtschaftlichen Entwicklung des Kantons beitragen. Zu ihren gesetzlichen Aufgaben gehören insbesondere:

  • die Deckung des privaten und öffentlichen Kreditbedarfs;
  • die Ermöglichung einer sicheren und verzinslichen Anlage von Kapitalien und Ersparnissen;
  • das Angebot zeitgemässer Finanzdienstleistungen.

Die Bank ist nach marktwirtschaftlichen und kaufmännischen Grundsätzen zu führen. Sie soll ihren öffentlichen Auftrag erfüllen und zugleich rentabel, risikobewusst und wettbewerbsfähig arbeiten.[4]

Das Gesetz erlaubt der TKB grundsätzlich alle Arten von Bankgeschäften. Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung sind ihr jedoch untersagt.

Der Geschäftskreis umfasst in erster Linie den Kanton Thurgau. Geschäfte in der übrigen Schweiz und im Ausland sind zulässig, sofern dadurch die Anlage- und Kreditbedürfnisse im Kanton nicht beeinträchtigt werden und keine besonderen Risiken entstehen.[4]

Die TKB ist zudem kantonale Depositenanstalt. Kantonale Behörden und weitere öffentlich-rechtliche Institutionen können ihr deshalb Gelder und Wertschriften nach den gesetzlichen Vorschriften anvertrauen.

Geschichte

Voraussetzungen der Gründung

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts veränderte die Industrialisierung die thurgauische Wirtschaft. Textilbetriebe, Maschinenfabriken, Gewerbeunternehmen und Landwirtschaftsbetriebe benötigten zunehmend Kapital.

Bestehende private Kreditinstitute und lokale Sparkassen konnten den wachsenden Finanzierungsbedarf nur teilweise decken. Besonders für Landwirte, Handwerker und kleinere Unternehmen war der Zugang zu langfristigen und bezahlbaren Krediten schwierig.

Während der politischen Reformbewegungen der 1830er- und 1840er-Jahre wurde deshalb die Gründung einer staatlichen Bank gefordert. Die Demokratische Bewegung wollte den wirtschaftlichen Einfluss privater Kapitalgeber begrenzen und der breiten Bevölkerung Zugang zu einem verlässlichen Kreditinstitut verschaffen.

1849 schuf der Grosse Rat bei der Revision der Kantonsverfassung eine verfassungsrechtliche Grundlage für eine staatliche Bank.[5]

Gründung 1871

Die Thurgauische Kantonalbank nahm ihren Betrieb am 1. Mai 1871 im Weinfelder Rathaus auf.

Die Bank übernahm zugleich die gemeindeeigene Vorschusskasse Weinfelden. Ihre ursprünglichen Aufgaben bestanden vor allem in der Annahme von Spargeldern, der Vergabe von Hypotheken und Krediten sowie der Finanzierung von Landwirtschaft und Gewerbe.

Die Bank durfte eigene Banknoten herausgeben und übernahm dadurch im Kanton teilweise Funktionen, die später von der Schweizerischen Nationalbank wahrgenommen wurden.

Von Beginn an profitierte auch die Allgemeinheit vom Geschäftserfolg. Ein Teil der Erträge floss in einen kantonalen Hilfsfonds, aus dem unter anderem Schäden nach Unwettern gedeckt wurden.[5]

Aufbau des Geschäftsstellennetzes

Die Bank expandierte rasch. Innerhalb ihres ersten Jahrzehnts errichtete sie rund 30 sogenannte Einnehmereien im gesamten Kanton.

Diese Annahmestellen nahmen Einlagen entgegen und vermittelten Bankgeschäfte an die Zentrale. Das dezentrale Netz war besonders wichtig, weil viele Dörfer nur schlecht mit den kantonalen Zentren verbunden waren.

Das Vertrauen in die Bank wuchs trotz der wirtschaftlich schwierigen 1870er-Jahre. Bis zum Ersten Weltkrieg nahm insbesondere der Hypothekenbestand stark zu.

Die Bank entwickelte sich damit zu einem wichtigen Finanzierungspartner für Landwirtschaft, Wohnungsbau, Gewerbe und kommunale Infrastruktur.

Banknoten und Zentralbankfunktion

Wie verschiedene andere Kantonalbanken gab die Thurgauische Kantonalbank eigene Banknoten heraus.

Die Vielzahl unterschiedlicher Banknoten schweizerischer Banken erschwerte jedoch den Zahlungsverkehr. Mit der Gründung der Schweizerischen Nationalbank im Jahr 1907 ging das ausschliessliche Recht zur Ausgabe von Banknoten auf die neue Zentralbank über.

Für die TKB verlor damit eine ihrer ursprünglichen Funktionen an Bedeutung. Sie konzentrierte sich stärker auf Spar-, Kredit- und Hypothekargeschäfte.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Der Erste Weltkrieg brachte Versorgungsprobleme, wirtschaftliche Unsicherheit und starke Schwankungen auf den Finanzmärkten.

Die Thurgauische Kantonalbank begegnete diesen Risiken mit einer vorsichtigen Geschäftspolitik. Sie baute gleichzeitig ihr Geschäftsstellennetz weiter aus.

In den 1920er-Jahren stieg sie zeitweise zur viertgrössten Kantonalbank der Schweiz auf.[1]

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 führte in der Schweiz zu Bankzusammenbrüchen, Unternehmenskonkursen und Schwierigkeiten im Hypothekarmarkt. Verschiedene Banken kündigten Kredite und Hypotheken.

Die Thurgauische Kantonalbank verzichtete auch in dieser Krise auf umfassende Hypothekenkündigungen. Dadurch sollte verhindert werden, dass Haushalte und Landwirtschaftsbetriebe ihre Liegenschaften verloren.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs übernahm die Bank zusätzliche Aufgaben im Zusammenhang mit der Kriegswirtschaft.

Der normale Bankbetrieb war durch staatliche Vorschriften, eingeschränkten internationalen Zahlungsverkehr und wirtschaftliche Unsicherheit geprägt.

Die Bank überstand die Kriegsjahre ohne existenzielle Verluste. Nach 1945 profitierte sie vom wirtschaftlichen Aufschwung und von der steigenden Nachfrage nach Wohnraum, Infrastruktur und Investitionskrediten.

Nachkriegszeit und Hochkonjunktur

In der Hochkonjunktur der 1950er- und 1960er-Jahre stieg das Geschäftsvolumen stark an.

Die Bank finanzierte zunehmend:

  • private Wohnbauten;
  • Industrie- und Gewerbebetriebe;
  • landwirtschaftliche Modernisierungen;
  • Projekte des Kantons;
  • Investitionen der Gemeinden;
  • öffentliche Infrastruktur.

Die Bilanzsumme erhöhte sich zwischen 1947 und 1973 von rund 550 Millionen auf 2,8 Milliarden Franken.[1]

1964 trat ein revidiertes Bankgesetz in Kraft. Dieses erlaubte der Thurgauischen Kantonalbank, alle wesentlichen Bankgeschäfte anzubieten. Damit begann der umfassende Ausbau zur Universalbank.

1969 nahm die Bank ihren heutigen Hauptsitz am Bankplatz in Weinfelden in Betrieb.

Entwicklung zur Universalbank

Seit den 1970er-Jahren erweiterte die Bank ihr Angebot in den Bereichen Anlageberatung, Wertschriften, Vorsorge, Zahlungsverkehr und Unternehmensfinanzierung.

Die zunehmende Automatisierung veränderte die internen Arbeitsabläufe. Elektronische Datenverarbeitung ersetzte schrittweise manuelle Buchungs- und Kontrollverfahren.

Bankautomaten, elektronische Zahlungen und später E-Banking reduzierten die Bedeutung des klassischen Schalters. Gleichzeitig gewann die persönliche Beratung bei Finanzierungen, Anlagen und Vorsorgefragen an Gewicht.

1988 änderte die Bank ihren Namen von Thurgauische Kantonalbank in Thurgauer Kantonalbank. Die neue Bezeichnung entsprach dem modernen Sprachgebrauch und führte zur heutigen Abkürzung TKB.[1]

Reformen seit den 1990er-Jahren

1992 nahm die TKB ein neues Betriebszentrum in Weinfelden in Betrieb. Dort wurden unter anderem Logistik-, Ausbildungs- und interne Dienstleistungsfunktionen zusammengefasst.

Im Jahr 2002 stimmte die Thurgauer Bevölkerung über eine Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft ab. Der Grosse Rat unterstützte die Vorlage, sie wurde jedoch vom Stimmvolk mit einem Nein-Anteil von 56 Prozent abgelehnt.

Die TKB blieb deshalb eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt.

2011 wurde die politische Oberaufsicht neu geordnet. Seither teilen sich Regierungsrat und Grosser Rat verschiedene Eigentümer- und Aufsichtsfunktionen. Gleichzeitig wurde die gesetzliche Abgeltung für die Staatsgarantie eingeführt.[1]

Börsengang 2014

2014 wandelte der Kanton 50 Millionen Franken seines Grundkapitals in Partizipationskapital um und platzierte die entsprechenden Titel im Publikum.

Seit dem 7. April 2014 werden die Partizipationsscheine an der SIX Swiss Exchange gehandelt.

2015 folgte eine zweite Platzierung von Partizipationskapital im Umfang von 30 Millionen Franken. Das öffentlich gehandelte Partizipationskapital stieg damit auf 80 Millionen Franken.

Der Kanton erhielt durch die Platzierungen finanzielle Mittel, blieb aber Haupteigentümer und alleiniger Träger der Stimmrechte. Die Rechtsform der Bank wurde nicht verändert.

Digitalisierung

Die Digitalisierung wurde seit den 1990er-Jahren zu einem zentralen Entwicklungsbereich.

Die TKB führte schrittweise folgende Angebote ein:

  • E-Banking;
  • Mobile Banking;
  • elektronische Kundenportale;
  • digitale Kontoeröffnung;
  • Online-Hypotheken;
  • elektronische Anlage- und Vorsorgelösungen;
  • digitale Dokumente;
  • mobile Zahlungsmittel.

2018 lancierte die Bank das elektronische Kundenportal OLIVIA. 2019 wurden eine neue E-Banking-Lösung und eine neue Mobile-Banking-Anwendung eingeführt.

2022 brachte die TKB unter der Marke myhypo.ch eine Online-Hypothek auf den Markt. Die Plattform richtet sich an Kundinnen und Kunden, die einen grossen Teil der Finanzierung digital abwickeln möchten.

2024 ermöglichte die Bank ihrer Kundschaft erstmals den Handel mit ausgewählten Kryptowährungen und deren Verwahrung. Gleichzeitig schaffte sie die Kontoführungsgebühren für ihre Basisangebote ab.[1]

150-jähriges Bestehen

2021 feierte die Bank ihr 150-jähriges Bestehen.

Im selben Jahr eröffnete sie in Islikon ihre 29. Geschäftsstelle. Das Jubiläumsprogramm wurde wegen der Covid-19-Pandemie teilweise angepasst.

Zum Jubiläum veröffentlichte die Bank historische Beiträge, Filme und Publikationen über ihre Entwicklung und die wirtschaftliche Geschichte des Kantons.

Rechtsform und Kapitalstruktur

Die Thurgauer Kantonalbank ist keine Aktiengesellschaft, sondern eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts.

Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit und führt ihre Geschäfte unter eigener Verantwortung. Ihre Organisation und die Zuständigkeiten der kantonalen Behörden werden durch das TKB-Gesetz geregelt.

Das Gesellschaftskapital betrug Ende 2025 insgesamt 400 Millionen Franken.

Kapitalstruktur per 31. Dezember 2025
Kapitalart Betrag Anteil Stimmrecht
Grundkapital des Kantons Thurgau 320 Mio. Fr. 80 % Ja
Partizipationskapital im Publikum 80 Mio. Fr. 20 % Nein
Gesamt 400 Mio. Fr. 100 %

Der Grosse Rat legt die Höhe des Grundkapitals fest. Die Bank verzinst dieses Kapital zu marktüblichen Bedingungen.

Das Partizipationskapital darf nach dem Gesetz höchstens die Hälfte des Grundkapitals betragen. Ende 2025 lag es mit 80 Millionen Franken deutlich unter dieser Grenze.[6]

Staatsgarantie

Der Kanton Thurgau haftet für die Verbindlichkeiten der TKB, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen.

Die Staatsgarantie ist subsidiär. Zuerst müssen das Vermögen und die Eigenmittel der Bank zur Deckung von Verpflichtungen eingesetzt werden. Erst bei einer darüber hinausgehenden Unterdeckung würde der Kanton haften.

Für die Garantie bezahlt die Bank dem Kanton jährlich eine gesetzlich festgelegte Abgeltung. Diese beträgt 0,5 Prozent der nach dem Bankengesetz erforderlichen Eigenmittel.

Im Geschäftsjahr 2025 belief sich die Abgeltung auf 8,8 Millionen Franken.[7]

Die Staatsgarantie gilt nicht für das Partizipationskapital. Die Besitzerinnen und Besitzer von Partizipationsscheinen tragen das mit dem Beteiligungstitel verbundene Anlagerisiko selbst.

Seit der Gründung der Bank im Jahr 1871 musste die Staatsgarantie nach Angaben der TKB nie beansprucht werden.[8]

Geschäftstätigkeit

Die TKB ist eine Universalbank. Ihre Dienstleistungen richten sich an:

  • Privatkundinnen und Privatkunden;
  • Gewerbebetriebe;
  • kleine und mittlere Unternehmen;
  • grössere Firmen;
  • landwirtschaftliche Betriebe;
  • institutionelle Kunden;
  • Gemeinden und öffentlich-rechtliche Körperschaften;
  • vermögende Privatpersonen.

Die wichtigste Ertragsquelle ist das Zinsengeschäft. Dieses umfasst vor allem Hypotheken, Firmenkredite, öffentliche Finanzierungen und die Entgegennahme von Kundeneinlagen.

Weitere Erträge stammen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie dem Handel mit Devisen, Wertschriften und Edelmetallen.

Die Auslandaktivitäten sind im Vergleich zum inländischen Geschäft von untergeordneter Bedeutung. Im Anlagegeschäft betreut die Bank auch Kundinnen und Kunden aus dem süddeutschen Raum.

Privatkundengeschäft

Das Privatkundengeschäft umfasst Konten, Sparprodukte, Zahlungsverkehr, Karten, Finanzierungen, Anlagen und Vorsorge.

Die Bank bietet unter anderem:

  • Privat- und Lohnkonten;
  • Jugend- und Ausbildungskonten;
  • Sparkonten;
  • Debit- und Kreditkarten;
  • E-Banking und Mobile Banking;
  • Hypotheken;
  • Baukredite;
  • Vorsorgekonten der Säule 3a;
  • Anlageberatung;
  • Finanz- und Pensionsplanung.

Ein bedeutender Teil des Privatkundengeschäfts entfällt auf die Finanzierung von Wohneigentum.

Zu den angebotenen Finanzierungsformen gehören Festhypotheken, SARON-Hypotheken und variable Hypotheken. Ergänzend bietet die Bank Beratungen zu Tragbarkeit, Amortisation, energetischen Sanierungen und der Absicherung finanzieller Risiken an.

Seit August 2026 wird das Privatkundengeschäft von Francesca Keller geleitet. Sie folgte auf Daniel Kummer, der die Bank altersbedingt verliess.[9]

Geschäftskunden

Die TKB betreut Unternehmen unterschiedlicher Grösse und Rechtsform.

Das Angebot umfasst:

  • Geschäftskonten;
  • Zahlungsverkehr;
  • Betriebskredite;
  • Investitionskredite;
  • Immobilienfinanzierungen;
  • Leasing- und Exportfinanzierungen;
  • Liquiditätsmanagement;
  • Devisen- und Zinsabsicherung;
  • Nachfolgefinanzierungen;
  • Unternehmens- und Vorsorgeberatung.

Besondere Bedeutung haben kleine und mittlere Unternehmen, die einen grossen Teil der thurgauischen Wirtschaftsstruktur bilden.

Die Kundenberater arbeiten mit Fachstellen für Kreditprüfung, Immobilienbewertung, Vorsorge, Anlageberatung und Unternehmensnachfolge zusammen.

Auch Gemeinden, Zweckverbände, Genossenschaften und weitere öffentlich-rechtliche Körperschaften gehören zum Kundenkreis.

Private Banking und Anlagegeschäft

Das Private Banking richtet sich an vermögende Privatpersonen und institutionelle Kunden.

Die Dienstleistungen umfassen:

  • Vermögensverwaltung;
  • Anlageberatung;
  • Finanzplanung;
  • Vorsorge- und Pensionsberatung;
  • Nachlassplanung;
  • Wertschriftendepots;
  • Fonds- und Strukturierte-Produkte-Lösungen;
  • nachhaltige Anlagelösungen.

Die Bank bietet sowohl Beratungsmandate als auch Vermögensverwaltungsmandate an. Bei einem Beratungsmandat trifft die Kundschaft die Anlageentscheide selbst. Bei einem Vermögensverwaltungsmandat verwaltet die Bank das Vermögen innerhalb einer vereinbarten Strategie.

Seit 2026 bildet Private Banking einen eigenständigen Geschäftsbereich unter der Leitung von Tobias Hilpert.

Im Jahr 2025 wurden die Dienstleistungen für Vorsorge und Pensionierung unter der Marke TKB Pensionszentrum zusammengefasst. Das Angebot steht auch Personen offen, die keine bestehende Kundenbeziehung zur Bank besitzen.[7]

Digitales Banking

Das elektronische Kundenportal und E-Banking der Bank tragen den Namen OLIVIA.

Über die digitalen Angebote können Kundinnen und Kunden unter anderem:

  • Kontostände und Buchungen abrufen;
  • Zahlungen erfassen;
  • Daueraufträge verwalten;
  • Wertschriften kaufen und verkaufen;
  • elektronische Dokumente abrufen;
  • Karten verwalten;
  • Nachrichten sicher an die Bank übermitteln;
  • mobile Zahlungen ausführen;
  • Konto- und Vorsorgeprodukte eröffnen.

Die TKB betreibt neben eigenen Plattformen weitere digitale Angebote. Dazu gehören die Online-Hypothek myhypo.ch und die Plattform brokermarket.ch für Hypothekenvermittler.

Die Digitalisierung dient nicht nur der Entwicklung neuer Kundendienstleistungen. Sie verändert auch Kreditprüfung, Datenverarbeitung, Risikomanagement, Compliance und interne Verwaltungsabläufe.

Partizipationsschein

Der Partizipationsschein der TKB ist ein börsenkotierter Beteiligungstitel ohne Stimmrecht.

Die Besitzerinnen und Besitzer haben Anspruch auf:

  • eine Dividende im Rahmen der gesetzlichen Gewinnverwendung;
  • den Bezug neu ausgegebener Partizipationsscheine nach einem entsprechenden Beschluss;
  • einen verhältnismässigen Anteil an einem allfälligen Liquidationsergebnis.

Sie besitzen dagegen keine Stimm-, Wahl- oder sonstigen Mitwirkungsrechte.

Basisdaten des TKB-Partizipationsscheins
Merkmal Angabe
Anzahl Titel 4'000'000
Nennwert 20 Fr.
Gesamtes Partizipationskapital 80 Mio. Fr.
Tickersymbol TKBP
Valorennummer 23 135 110
ISIN CH0231351104
Börse SIX Swiss Exchange
Erster Handelstag 7. April 2014
Dividende für 2025 3.60 Fr.

Die Bank strebt eine kontinuierliche Dividendenpolitik an. Die Ausschüttungsquote soll grundsätzlich zwischen 40 und 60 Prozent des massgeblichen Bilanzgewinns liegen.[6]

Die Partizipantinnen und Partizipanten werden regelmässig zu einer Versammlung eingeladen. Diese dient der Information und dem Austausch, stellt aber keine Generalversammlung mit gesellschaftsrechtlichen Stimmrechten dar.

Organisation

Die wichtigsten Organe der TKB sind:

  • Bankrat;
  • Bankausschuss;
  • Geschäftsleitung;
  • externe Revisionsstelle;
  • Interne Revision beziehungsweise Inspektorat.

Die strategische und die operative Leitung sind voneinander getrennt. Der Bankrat bestimmt die Strategie und überwacht die Geschäftsführung. Die Geschäftsleitung führt den laufenden Bankbetrieb.[10]

Bankrat

Der Bankrat ist das strategische Leitungs- und Aufsichtsorgan. Er entspricht funktional dem Verwaltungsrat einer privatrechtlichen Bank.

Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Festlegung der Unternehmensstrategie;
  • Bestimmung der Organisation;
  • Erlass von Reglementen;
  • Überwachung der Geschäftsleitung;
  • Festlegung der Risikopolitik;
  • Wahl der Geschäftsleitung;
  • Wahl der Leitung der Internen Revision;
  • Genehmigung wichtiger geschäftspolitischer Entscheide;
  • Überwachung der Eigenmittel-, Ertrags- und Risikosituation.

Der Bankrat besteht laut Gesetz aus sieben bis neun Mitgliedern. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Die Mitglieder und das Präsidium werden vom Grossen Rat auf Vorschlag des Regierungsrats gewählt.

Am 3. August 2026 gehörten dem Bankrat neun Personen an:

Bankrat der Thurgauer Kantonalbank
Person Funktion
Roman Brunner Präsident
Roman Giuliani Vizepräsident
Albert Koller Aktuar
Susanne Brandenberger Mitglied
Mike Franz Mitglied
Jeanine Huber-Maurer Mitglied
Rico Kaufmann Mitglied
Christoph Kohler Mitglied
Jörg Schläpfer Mitglied

Roman Brunner gehört dem Bankrat seit 2020 an und präsidiert ihn seit Juni 2022.[11]

Innerhalb des Bankrats bestehen mehrere Ausschüsse:

  • Bankausschuss;
  • Strategieausschuss;
  • Risiko- und Prüfausschuss;
  • Personalausschuss.

Die Ausschüsse bereiten Geschäfte vor und überwachen besondere Aufgabenbereiche. Die Gesamtverantwortung verbleibt beim Bankrat.

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung ist für die operative Führung der Bank verantwortlich.

Sie setzt die Strategie um, führt die Geschäftsbereiche, steuert Risiken und legt dem Bankrat regelmässig Rechenschaft ab.

Am 3. August 2026 setzte sich die Geschäftsleitung wie folgt zusammen:

Geschäftsleitung der Thurgauer Kantonalbank
Person Funktion
Thomas Koller Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter Banksteuerung
Remo Lobsiger Stellvertretender Vorsitzender und Leiter Geschäftskunden
Francesca Keller Leiterin Privatkunden
Marcel Stauch Leiter Digitalisierung und Services
Tobias Hilpert Leiter Private Banking
Hanspeter Hutter Leiter Finance und Risk

Thomas Koller ist seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung und seit Januar 2019 deren Vorsitzender.[12]

Politische Oberaufsicht

Der Kanton Thurgau besitzt als Haupteigentümer besondere Aufsichts- und Mitwirkungsrechte.

Regierungsrat

Der Regierungsrat:

  • legt die Eigentümerstrategie fest;
  • schlägt die Mitglieder und das Präsidium des Bankrats vor;
  • kann die Tätigkeit der Bankorgane überprüfen;
  • stellt Antrag zur Genehmigung von Geschäftsbericht und Jahresrechnung;
  • schlägt die externe Revisionsstelle vor.

Grosser Rat

Der Grosse Rat:

  • genehmigt Geschäftsbericht und Jahresrechnung;
  • genehmigt die Eigentümerstrategie;
  • wählt die Mitglieder und das Präsidium des Bankrats;
  • wählt die Revisionsstelle;
  • übt die parlamentarische Oberaufsicht aus.

Die operative Geschäftsführung liegt nicht bei den politischen Behörden. Bankrat und Geschäftsleitung müssen innerhalb des gesetzlichen Auftrags selbstständig und nach bankfachlichen Kriterien handeln.

Am 29. April 2026 genehmigte der Grosse Rat den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht sowie die Jahresrechnung 2025. Gleichzeitig verabschiedete er die Eigentümerstrategie für die Jahre 2026 bis 2030.[13]

Bankenaufsicht und Revision

Die TKB untersteht wie andere schweizerische Banken der Aufsicht durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht.

Sie muss die bundesrechtlichen Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität, Risikomanagement, Rechnungslegung, Geldwäschereibekämpfung und Kundenschutz erfüllen.

Die externe Revisionsstelle ist PricewaterhouseCoopers AG. Sie prüft die Jahresrechnung und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften.

Die Interne Revision ist von der Geschäftsleitung unabhängig und direkt dem Bankrat unterstellt. Sie überprüft interne Kontrollen, Abläufe, Risiken und die Einhaltung bankinterner Vorgaben.

Geschäftsstellennetz

Die TKB unterhält 29 Geschäftsstellen im Kanton Thurgau. Damit verfügt sie über eines der dichtesten Geschäftsstellennetze einer Schweizer Kantonalbank.[14]

Geschäftsstellen der Thurgauer Kantonalbank
Ort Region
Aadorf Thurgau West
Affeltrangen Mittelthurgau
Altnau Thurgau See
Amriswil Oberthurgau
Arbon Oberthurgau
Berg Mittelthurgau
Bischofszell Oberthurgau
Bürglen Mittelthurgau
Diessenhofen Thurgau West
Erlen Oberthurgau
Ermatingen Thurgau See
Eschenz Thurgau See
Eschlikon Thurgau West
Frauenfeld Thurgau West
Gachnang-Islikon Thurgau West
Horn Oberthurgau
Kreuzlingen Thurgau See
Kreuzlingen Seepark Thurgau See
Müllheim Mittelthurgau
Münchwilen Thurgau West
Neukirch-Egnach Oberthurgau
Rickenbach bei Wil Thurgau West
Romanshorn Oberthurgau
Sirnach Thurgau West
Steckborn Thurgau See
Sulgen Mittelthurgau
Tägerwilen Thurgau See
Wängi Thurgau West
Weinfelden Mittelthurgau

Einige kleinere Geschäftsstellen bieten persönliche Beratung nur nach Vereinbarung an. Die grösseren Standorte verfügen über Schalter, Beratungsräume und Selbstbedienungszonen.

Zusätzlich betreibt die Bank rund 70 Bancomaten. Kundinnen und Kunden können mit der TKB-Debitkarte auch die Bancomaten anderer Kantonalbanken in der Schweiz nutzen.

Hauptsitz in Weinfelden

Der Hauptsitz befindet sich am Bankplatz 1 in Weinfelden.

Das Hauptgebäude wurde 1969 eröffnet. Es beherbergt Teile der Geschäftsleitung, zentrale Fachbereiche, Beratungseinheiten und administrative Funktionen.

2017 nahm die TKB einen fünfgeschossigen Erweiterungsbau in Betrieb. Das Gebäude ist durch eine Passerelle mit dem bestehenden Hauptsitz verbunden und bietet Arbeitsplätze für rund 100 Mitarbeitende.

Für das Hauptgebäude aus dem Jahr 1969 ist eine umfassende Sanierung vorgesehen. Im Jahr 2024 wurde das Siegerprojekt des Architekturverfahrens bestimmt.[1]

Geschäftszahlen

Die TKB erzielte 2025 nach eigenen Angaben das höchste Jahresergebnis ihrer bisherigen Geschichte.

Kennzahlen des Geschäftsjahrs 2025
Kennzahl Wert
Bilanzsumme 36,0 Mrd. Fr.
Hypothekarforderungen rund 26 Mrd. Fr.
Kundenausleihungen 27,3 Mrd. Fr.
Kundeneinlagen 19,4 Mrd. Fr.
Verwaltete Kundenvermögen 28,7 Mrd. Fr.
Geschäftsertrag 439 Mio. Fr.
Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft 301 Mio. Fr.
Erfolg aus Kommissions- und Dienstleistungen 87 Mio. Fr.
Handelserfolg 45 Mio. Fr.
Geschäftserfolg 230 Mio. Fr.
Jahresgewinn 162 Mio. Fr.
Kapitalquote 21,0 %
Cost-Income-Ratio 44,4 %

Die Kundenausleihungen stiegen 2025 um 1,4 Prozent. Das Hypothekarvolumen erhöhte sich um rund 440 Millionen Franken.

Die verwalteten Kundenvermögen nahmen um rund zwei Milliarden Franken zu. Davon entfielen 944 Millionen Franken auf Nettoneugeld.

Der Geschäftsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent. Der Jahresgewinn erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 162 Millionen Franken.[7]

Gewinnverwendung und Leistungen an die öffentliche Hand

Vom Ergebnis der TKB profitieren der Kanton, bestimmte Gemeinden und die Besitzerinnen und Besitzer der Partizipationsscheine.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden folgende Zahlungen beschlossen:

Ausschüttungen und Abgaben für das Geschäftsjahr 2025
Empfänger oder Zweck Betrag
Gewinnablieferung an den Kanton Thurgau 55,7 Mio. Fr.
Abgeltung der Staatsgarantie 8,8 Mio. Fr.
Verzinsung des Grundkapitals 1,9 Mio. Fr.
Gewinnanteil für berechtigte Gemeinden 3,0 Mio. Fr.
Dividende auf dem Partizipationskapital 14,4 Mio. Fr.
Steuern rund 11 Mio. Fr.

Insgesamt beliefen sich die Leistungen an die öffentliche Hand auf rund 80 Millionen Franken. Dies entsprach nach Berechnung der Bank knapp 270 Franken je Einwohnerin und Einwohner des Kantons.[7]

Nach dem TKB-Gesetz erhalten politische Gemeinden ohne eigene Bankniederlassung einen Anteil am verbleibenden Gewinn. Dieser beträgt zehn Prozent, ist jedoch auf insgesamt drei Millionen Franken begrenzt.

Der nach den Ausschüttungen verbleibende Gewinn wird überwiegend den Reserven zugewiesen und stärkt damit die Eigenmittel der Bank.

Personal

Ende 2025 beschäftigte die TKB insgesamt 926 Personen:

Personalbestand am 31. Dezember 2025
Beschäftigtengruppe Personen
Vollzeitbeschäftigte 498
Teilzeitbeschäftigte 371
Lernende und Praktikanten 57
Gesamt 926

Umgerechnet auf Vollzeitstellen entsprach dies 778 Personaleinheiten. Unter Einbezug der im Stundenlohn Beschäftigten waren es 779 Personaleinheiten.[6]

Die TKB gehört zu den grössten Arbeitgebern des Kantons. Sie bildet jedes Jahr Kaufleute, Informatikerinnen und Informatiker sowie weitere Nachwuchskräfte aus.

Die Bank bietet interne und externe Weiterbildungen, Fachkarrieren, Führungsprogramme und flexible Arbeitsmodelle an.

Der Frauenanteil in Führungspositionen betrug Ende 2025 rund 21 Prozent. Die Bank verfolgt das Ziel, die Diversität in Führungs- und Fachfunktionen weiter zu erhöhen.

Nachhaltigkeit

Die TKB veröffentlicht neben ihrem Geschäftsbericht eine nichtfinanzielle Berichterstattung und einen Klimabericht.

Die Nachhaltigkeitsstrategie umfasst die Bereiche:

  • verantwortungsvolle Unternehmensführung;
  • nachhaltige Finanzierungen;
  • nachhaltige Anlageangebote;
  • Klimaschutz;
  • regionale Wirtschaft;
  • Arbeitgeberverantwortung;
  • gesellschaftliches Engagement.

2023 bekannte sich die Bank zum Ziel, ihre Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 auf Netto null zu reduzieren.

Der Klimabericht orientiert sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures. Er beschreibt die Steuerung klimabezogener Chancen und Risiken, die Auswirkungen auf das Kreditportfolio sowie betriebliche Emissionen.[15]

Bei Immobilienfinanzierungen berücksichtigt die Bank zunehmend Energieeffizienz, Sanierungsbedarf und mögliche Klimarisiken.

Auf eigenen Gebäuden betreibt sie Photovoltaikanlagen. 2025 entstand auf der Geschäftsstelle Arbon die bis dahin grösste bankeigene Photovoltaikanlage.

Gesellschaftliches Engagement

Die Bank unterstützt kulturelle, sportliche, soziale und wirtschaftliche Projekte im Kanton.

Das Engagement umfasst:

  • Sponsoring von Veranstaltungen;
  • Unterstützung von Vereinen;
  • Kulturförderung;
  • Bildungs- und Jugendprojekte;
  • Wirtschafts- und Innovationsförderung;
  • gemeinnützige Stiftungen;
  • kostenlose Finanzseminare;
  • regionale Publikationen.

Die jährlichen Sponsoringleistungen betragen mehr als 1,6 Millionen Franken.[6]

Während der Covid-19-Pandemie führte die TKB die Aktion «Ein Herz für den Thurgau» durch. Alle Haushalte erhielten einen Gutschein, der beim lokalen Gewerbe eingelöst werden konnte.

Die Bank setzte zudem die vom Bund garantierten Covid-19-Kredite um. Rund 1'500 Unternehmen erhielten über die TKB Kredite im Umfang von ungefähr 190 Millionen Franken.

Rating und Stabilität

Die TKB verfügt über ein langfristiges Kreditrating von AA durch S&P Global Ratings.

Die Bewertung berücksichtigt unter anderem:

  • die Eigenmittelausstattung;
  • die Qualität des Kreditportfolios;
  • die Ertragskraft;
  • die Marktstellung;
  • die Staatsgarantie;
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kantons.

Die Kapitalquote betrug Ende 2025 21 Prozent und lag damit deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.

Der überwiegende Teil der Ausleihungen ist durch inländische Immobilien gesichert. Diese Konzentration bildet zugleich ein wesentliches Risiko, weil Veränderungen am regionalen Immobilienmarkt grosse Auswirkungen auf das Kreditportfolio haben können.

Risiken und Herausforderungen

Die Thurgauer Kantonalbank steht vor verschiedenen wirtschaftlichen, technologischen und regulatorischen Herausforderungen.

Zinsentwicklung

Das Zinsengeschäft ist die wichtigste Ertragsquelle. Veränderungen der Leitzinsen beeinflussen deshalb Hypothekarzinsen, Sparzinsen, Refinanzierungskosten und Zinsmargen.

Stark sinkende oder rasch steigende Zinsen können die Ertragslage und das Kundenverhalten verändern.

Immobilienmarkt

Ein grosser Teil der Kundenausleihungen besteht aus Hypotheken.

Hohe Immobilienpreise, steigende Baukosten oder ein wirtschaftlicher Abschwung könnten die Nachfrage, die Tragbarkeit von Finanzierungen und den Wert der Sicherheiten beeinflussen.

Digitalisierung

Digitale Banken, Finanztechnologieunternehmen und neue Zahlungsanbieter erhöhen den Wettbewerb.

Die TKB muss deshalb erhebliche Mittel in Informatik, automatisierte Prozesse, Datenschutz und benutzerfreundliche digitale Angebote investieren.

Cybersicherheit

Cyberangriffe, Betrugsversuche, Schadsoftware und Ausfälle technischer Systeme gehören zu den bedeutendsten operationellen Risiken.

Die Bank betreibt technische und organisatorische Schutzmassnahmen, schult ihre Mitarbeitenden und informiert die Kundschaft über Phishing und andere Betrugsformen.

Regulierung

Die Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität, Geldwäschereibekämpfung, Datenschutz, Anlageberatung und Nachhaltigkeitsberichterstattung nehmen zu.

Die Umsetzung verursacht erhebliche Kosten und erfordert spezialisierte Fachkräfte.

Geschäftsstellennetz

Das dichte Geschäftsstellennetz ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Verankerung, verursacht aber höhere Kosten als ein ausschliesslich digitales Vertriebsmodell.

Die Bank wandelt deshalb verschiedene Standorte zu Beratungsbanken um. Klassische Schaltertransaktionen verlieren an Bedeutung, während persönliche Gespräche zu komplexen Finanzfragen weiterhin angeboten werden.

Fachkräfte

Die TKB steht bei Informatik-, Risiko-, Anlage- und Finanzfachleuten im Wettbewerb mit Banken in Zürich, St. Gallen und anderen Finanzzentren.

Flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung, Ausbildung und eine starke regionale Arbeitgebermarke sollen die Rekrutierung erleichtern.

Bedeutung für den Kanton Thurgau

Die Thurgauer Kantonalbank besitzt eine zentrale wirtschaftliche und finanzpolitische Bedeutung.

Sie finanziert einen wesentlichen Teil der Wohnbauten, Gewerbebetriebe, Landwirtschaftsunternehmen und kommunalen Investitionen im Kanton.

Durch das Geschäftsstellennetz stellt sie auch in kleineren Ortschaften Bank- und Beratungsdienstleistungen bereit.

Für den kantonalen Finanzhaushalt sind die Gewinnablieferung, die Verzinsung des Grundkapitals, die Garantieabgeltung und die Steuerzahlungen bedeutende Einnahmen.

Die Staatsgarantie und das alleinige Stimmrecht des Kantons unterstreichen den öffentlichen Charakter der Bank. Gleichzeitig muss die TKB im Wettbewerb mit Grossbanken, Raiffeisenbanken, Regionalbanken und digitalen Finanzdienstleistern bestehen.

Zeittafel

Wichtige Ereignisse in der Geschichte der TKB
Jahr Ereignis
1849 Verfassungsrechtliche Grundlage für eine staatliche Bank
1871 Gründung der Thurgauischen Kantonalbank
1. Mai 1871 Eröffnung des ersten Schalters im Rathaus Weinfelden
1871–1881 Aufbau von rund 30 Einnehmereien im Kanton
1907 Ende der eigenen Banknotenausgabe nach Gründung der Schweizerischen Nationalbank
1919 Weitere Vergrösserung des Filialnetzes
1920er-Jahre Aufstieg zur zeitweise viertgrössten Kantonalbank der Schweiz
1929–1930er-Jahre Bewältigung der Weltwirtschaftskrise ohne umfassende Hypothekenkündigungen
1945 Beginn einer starken Nachkriegs-Wachstumsphase
1964 Neues Bankgesetz ermöglicht den Ausbau zur Universalbank
1969 Bezug des Hauptsitzes am Bankplatz in Weinfelden
1988 Umbenennung von Thurgauische Kantonalbank in Thurgauer Kantonalbank
1992 Eröffnung des Betriebszentrums in Weinfelden
2002 Ablehnung der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft durch die Stimmberechtigten
2011 Neuordnung der politischen Oberaufsicht und Einführung der Garantieabgeltung
2014 Börsengang mit Partizipationsscheinen
2015 Erhöhung des Partizipationskapitals auf 80 Millionen Franken
2017 Eröffnung des Erweiterungsbaus am Hauptsitz
2018 Lancierung des elektronischen Kundenportals OLIVIA
2021 150-jähriges Bestehen und Eröffnung der 29. Geschäftsstelle
2022 Roman Brunner übernimmt das Bankratspräsidium
2023 Bekenntnis zum Netto-null-Ziel bis 2050
2024 Zehn Jahre TKB-Partizipationsschein und Einführung des Kryptohandels für Kunden
2025 Höchster Jahresgewinn der bisherigen Bankgeschichte
2026 Inkraftsetzung einer eigenständigen Private-Banking-Organisation und Eintritt von Francesca Keller in die Geschäftsleitung

Siehe auch

Literatur

  • Thurgauer Kantonalbank: Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025. Weinfelden 2026.
  • Thurgauer Kantonalbank: Die Thurgauer Bank. 150 Jahre Thurgauer Kantonalbank. Weinfelden 2021.
  • Thurgauer Kantonalbank: Chronik der Thurgauer Kantonalbank. Weinfelden.
  • Kanton Thurgau: Gesetz über die Thurgauer Kantonalbank. Frauenfeld.
  • Regierungsrat des Kantons Thurgau: Eigentümerstrategie für die Thurgauer Kantonalbank 2026–2030. Frauenfeld.
  • Historischer Verein des Kantons Thurgau: Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte. Frauenfeld.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Thurgauer Kantonalbank: Geschichte der Thurgauer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Thurgauer Kantonalbank: Porträt der Thurgauer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Thurgauer Kantonalbank: Der TKB-Partizipationsschein, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Kanton Thurgau: Gesetz über die Thurgauer Kantonalbank vom 21. März 1988, RB 951.1.
  5. 5,0 5,1 Thurgauer Kantonalbank: Gründung und Aufbau 1871–1911, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Thurgauer Kantonalbank: Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025, Weinfelden 2026.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Thurgauer Kantonalbank: TKB präsentiert ein Spitzenergebnis, Medienmitteilung zum Jahresergebnis 2025.
  8. Thurgauer Kantonalbank: Staatsgarantie, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Thurgauer Kantonalbank: TKB-Geschäftsleitung neu mit Francesca Keller, Medienmitteilung vom 3. August 2026.
  10. Thurgauer Kantonalbank: Organisation und Corporate Governance, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Thurgauer Kantonalbank: Bankrat, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Thurgauer Kantonalbank: Geschäftsleitung, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Thurgauer Kantonalbank: TKB-Geschäftsbericht 2025 verabschiedet, Medienmitteilung vom 29. April 2026.
  14. Thurgauer Kantonalbank: Geschäftsstellen, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Thurgauer Kantonalbank: ESG- und Nachhaltigkeitsinformationen, abgerufen am 3. August 2026.