Sunrise

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Sunrise
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Muttergesellschaft Sunrise Communications AG
Operative Gesellschaft Sunrise GmbH
Gründung 1996
Sitz Opfikon, Kanton Zürich
Leitung André Krause, Chief Executive Officer
Branche Telekommunikation
Tätigkeitsgebiet Schweiz
Produkte Mobilfunk, Festnetztelefonie, Breitbandinternet, Fernsehen und ICT-Dienstleistungen
Marken Sunrise, yallo, Lebara, Swype und weitere Partnermarken
Beschäftigte rund 2850 Vollzeitstellen
Börsenkotierung SIX Swiss Exchange
Börsensymbol SUNN
ISIN CH1386220409
Website www.sunrise.ch

Sunrise ist ein schweizerisches Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Opfikon im Kanton Zürich. Das Unternehmen bietet Mobilfunk, Festnetztelefonie, Breitbandinternet, digitales Fernsehen sowie Informations- und Kommunikationstechnik für Privat- und Geschäftskunden an. Sunrise ist nach Swisscom der zweitgrösste Telekommunikationsanbieter der Schweiz und betreibt eines der drei landesweiten schweizerischen Mobilfunknetze.

Die heutige Unternehmensgruppe entstand aus verschiedenen Telekommunikationsunternehmen und Marken. Einen entscheidenden Entwicklungsschritt bildete 2020 die Übernahme von Sunrise durch den internationalen Telekommunikationskonzern Liberty Global. Anschliessend wurde Sunrise mit dem ebenfalls zu Liberty Global gehörenden Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz zusammengeführt. Seit 2022 tritt das vereinigte Unternehmen gegenüber der Kundschaft hauptsächlich unter der Marke Sunrise auf.

Im November 2024 wurde Sunrise wieder von Liberty Global abgespalten und als selbstständiges Unternehmen an die SIX Swiss Exchange gebracht. Die Aktien der Sunrise Communications AG werden dort unter dem Symbol SUNN gehandelt.[1]

Sunrise verfolgt eine Mehrmarkenstrategie. Die Hauptmarke Sunrise richtet sich vor allem an das mittlere und obere Marktsegment. Mit yallo und Swype spricht das Unternehmen preisbewusste und digital orientierte Kundengruppen an. Die lizenzierte Marke Lebara konzentriert sich unter anderem auf internationale Telefonie.[2]

Unternehmen

Die börsenkotierte Muttergesellschaft der Gruppe ist die Sunrise Communications AG. Das operative Schweizer Telekommunikationsgeschäft wird überwiegend durch die Sunrise GmbH geführt.

Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als führenden Herausforderer im schweizerischen Telekommunikationsmarkt. Es verfügt über eigene Mobilfunkinfrastruktur und nutzt für Festnetzdienste unterschiedliche Zugangstechnologien. Dazu gehören das aus UPC hervorgegangene Kabelnetz, Glasfaseranschlüsse und teilweise Kupferleitungen.

Sunrise beschäftigt rund 2850 Mitarbeitende in Vollzeitstellen. Die Beschäftigten stammen nach Unternehmensangaben aus etwa 80 Nationen.[2]

Zu den wichtigsten Kundengruppen gehören:

  • private Mobilfunkkundinnen und Mobilfunkkunden;
  • Haushalte mit Internet-, Telefonie- und Fernsehanschlüssen;
  • kleine und mittlere Unternehmen;
  • Grossunternehmen;
  • öffentliche Verwaltungen;
  • Betreiber vernetzter Geräte und Maschinen;
  • Grosshandels- und Partnerunternehmen.

Für Geschäftskunden bietet Sunrise neben klassischer Telefonie und Internetzugängen auch Lösungen für Unternehmensnetzwerke, Cloud-Dienste, Cybersicherheit, das Internet der Dinge und die digitale Zusammenarbeit an.

Geschichte

Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes

Der schweizerische Telekommunikationsmarkt wurde bis in die 1990er-Jahre weitgehend von den PTT-Betrieben beherrscht. Mit der Liberalisierung des Fernmeldemarktes entstanden neue private Anbieter, die mit der späteren Swisscom konkurrierten.

Die Marke Sunrise wurde 1996 lanciert. Sie ging aus einem Gemeinschaftsunternehmen der damaligen Schweizerischen Bundesbahnen, der Elektrizitätswirtschaft und des britischen Telekommunikationsunternehmens British Telecom hervor. Das Unternehmen bot zunächst hauptsächlich Festnetz- und internationale Telefoniedienste an.

Parallel dazu entstand das Telekommunikationsunternehmen diAx. Es wurde von der Schweizer Elektrizitätswirtschaft aufgebaut und erhielt eine Konzession zum Betrieb eines eigenen Mobilfunknetzes. Der kommerzielle Mobilfunkbetrieb von diAx begann Ende der 1990er-Jahre.

Zusammenschluss mit diAx

Im Jahr 2000 kündigten Sunrise und diAx ihren Zusammenschluss an. Aus den beiden Unternehmen entstand 2001 die TDC Switzerland AG. Der Name bezog sich auf den dänischen Telekommunikationskonzern TDC, der die Kontrolle über das vereinigte Unternehmen übernahm.

Die Angebote wurden weiterhin unter der Marke Sunrise verkauft. Durch den Zusammenschluss vereinte das Unternehmen Festnetz-, Internet- und Mobilfunkdienste unter einer gemeinsamen Marke.

Sunrise entwickelte sich in den folgenden Jahren zum wichtigsten privaten Konkurrenten der Swisscom. Das Unternehmen investierte in sein Mobilfunknetz, erschloss Haushalte mit Internetanschlüssen und bot entbündelte Festnetzanschlüsse an.

Eigentümerwechsel

2006 verkaufte TDC das Schweizer Unternehmen an ein Konsortium aus privaten Beteiligungsgesellschaften. Dazu gehörten unter anderem Blackstone, Kohlberg Kravis Roberts, Permira und Providence Equity Partners.

Im selben Jahr übernahm Sunrise den schweizerischen Internetanbieter Tele2. Dadurch gewann das Unternehmen zusätzliche Privat- und Geschäftskunden im Festnetz- und Internetbereich.

2010 wurde Sunrise von der Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners übernommen. In den folgenden Jahren wurde das Unternehmen organisatorisch und finanziell auf einen Börsengang vorbereitet.

Erste Börsenkotierung

Am 6. Februar 2015 wurden die Aktien der damaligen Sunrise Communications Group AG erstmals an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Der Börsengang gehörte zu den grösseren schweizerischen Aktienplatzierungen des Jahres.

Die Börsenkotierung verschaffte Sunrise Zugang zum Kapitalmarkt. Gleichzeitig blieb CVC zunächst ein bedeutender Aktionär und verkaufte seine Beteiligung später schrittweise.

Nach dem Börsengang investierte Sunrise weiter in Mobilfunkfrequenzen, den Ausbau von 4G und die Anbindung an Glasfasernetze. Das Unternehmen versuchte zudem, sein Angebot aus Mobilfunk, Internet, Festnetz und Fernsehen stärker zu bündeln.

Geplante Übernahme von UPC

Im Februar 2019 kündigte Sunrise an, UPC Schweiz von Liberty Global übernehmen zu wollen. Der geplante Kaufpreis betrug rund 6,3 Milliarden Franken.

Mit der Übernahme wollte Sunrise ein Unternehmen mit einem eigenen Mobilfunknetz und einem grossen Kabelnetz schaffen. Die Finanzierung des Geschäfts sollte unter anderem durch eine Kapitalerhöhung erfolgen.

Ein Teil der Sunrise-Aktionäre lehnte die Bedingungen der geplanten Transaktion ab. Besonders der deutsche Telekommunikationskonzern Freenet, damals ein bedeutender Sunrise-Aktionär, kritisierte den Kaufpreis und die finanziellen Risiken.

Sunrise sagte die ausserordentliche Generalversammlung zur Kapitalerhöhung im Oktober 2019 ab. Damit scheiterte die geplante Übernahme zunächst.

Übernahme durch Liberty Global

Im August 2020 legte Liberty Global seinerseits ein öffentliches Kaufangebot für Sunrise vor. Liberty Global war bereits Eigentümerin von UPC Schweiz und verfolgte nun das umgekehrte Modell: Nicht Sunrise sollte UPC erwerben, sondern Liberty Global sollte Sunrise übernehmen.

Die Übernahme wurde von den zuständigen Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden genehmigt. Liberty Global konnte eine ausreichende Zahl von Sunrise-Aktien erwerben und übernahm das Unternehmen Ende 2020 vollständig.

Die Sunrise-Aktien wurden daraufhin von der SIX Swiss Exchange dekotiert. Sunrise und UPC Schweiz wurden unter dem Dach von Liberty Global zusammengeführt.

Zusammenschluss mit UPC Schweiz

Die operative Integration von Sunrise und UPC begann 2021. Das vereinigte Unternehmen verfügte über ein eigenes Mobilfunknetz und über das schweizweit ausgebaute Kabelnetz von UPC.

Zunächst bestanden die Marken Sunrise und UPC parallel. Im Mai 2022 wurde die Marke UPC im schweizerischen Privatkundengeschäft weitgehend aufgegeben. Neue und vereinheitlichte Angebote wurden fortan hauptsächlich unter der Marke Sunrise vermarktet.

Bestehende UPC-Verträge und technische Systeme wurden schrittweise migriert. Die vollständige Integration war ein mehrjähriger Prozess, da beide Unternehmen unterschiedliche Abrechnungs-, Kunden- und Netzsysteme verwendet hatten.

Der Zusammenschluss veränderte die Stellung von Sunrise wesentlich. Vorher war das Unternehmen besonders im Mobilfunk stark, verfügte jedoch nur über eine begrenzte eigene Festnetzinfrastruktur. Durch UPC erhielt Sunrise Zugang zu einem grossen Kabelnetz und wurde zu einem vollständig integrierten Anbieter von Mobilfunk, Breitbandinternet und Fernsehen.

Abspaltung von Liberty Global

Im Februar 2024 kündigte Liberty Global an, Sunrise als eigenständiges börsenkotiertes Unternehmen abzuspalten. Die Aktionäre von Liberty Global stimmten der Transaktion im Oktober 2024 zu.

Die Abspaltung erfolgte durch die Verteilung von Sunrise-Aktien beziehungsweise American Depositary Shares an die Liberty-Global-Aktionäre. Seit dem 13. November 2024 werden Sunrise-Wertpapiere in Form von American Depositary Shares an der Nasdaq gehandelt.

Am 15. November 2024 begann der Handel der Sunrise-A-Aktien an der SIX Swiss Exchange. Der Eröffnungskurs lag bei 44,75 Franken, woraus sich zu Handelsbeginn eine Marktkapitalisierung von ungefähr 3,2 Milliarden Franken ergab.[1]

Durch die Abspaltung wurde Sunrise erneut zu einem selbstständigen schweizerischen Telekommunikationsunternehmen. Liberty Global blieb nach Abschluss der Transaktion nicht mehr die Muttergesellschaft.

Marken

Sunrise betreibt mehrere Marken, die unterschiedliche Kundengruppen ansprechen.

Sunrise

Sunrise ist die Hauptmarke der Unternehmensgruppe. Unter diesem Namen werden Mobilfunkabonnemente, Prepaid-Angebote, Festnetzanschlüsse, Internet, Fernsehen, Geräte und Geschäftskundenlösungen vertrieben.

Die Hauptmarke verfügt über ein Netz von Verkaufsstellen in der Schweiz. Ergänzt wird der Vertrieb durch Onlineshops, telefonische Beratung und externe Handelspartner.

yallo

Yallo wurde 2005 als Mobilfunkmarke eingeführt und gehört heute vollständig zur Sunrise-Gruppe. Die Marke richtet sich an preisbewusste Kundinnen und Kunden.

Ursprünglich konzentrierte sich yallo auf günstige Mobiltelefonie und internationale Gespräche. Später kamen Mobilfunkabonnemente, Prepaid-Angebote, Festnetzinternet und Fernsehen hinzu.

Yallo nutzt das Mobilfunknetz von Sunrise. Viele Angebote werden mit zeitlich begrenzten oder dauerhaft gewährten Rabatten verkauft.

Lebara

Lebara ist eine international verwendete Telekommunikationsmarke. In der Schweiz werden die Lebara-Angebote durch Sunrise bereitgestellt.

Die Marke richtet sich besonders an Kundinnen und Kunden, die regelmässig ins Ausland telefonieren oder internationale Leistungen benötigen. Neben Prepaid-Produkten bietet Lebara auch Mobilfunkabonnemente an.

Swype

Swype ist eine digital ausgerichtete Mobilfunkmarke der Sunrise-Gruppe. Bestellung, Aktivierung und Verwaltung erfolgen hauptsächlich über eine Smartphone-Anwendung.

Die Marke verzichtet weitgehend auf klassische Verkaufsstellen und richtet sich an Kundinnen und Kunden, die ihren Mobilfunkvertrag selbstständig online verwalten möchten.

UPC

UPC war die Marke des grössten schweizerischen Kabelnetzbetreibers. Nach der Zusammenführung mit Sunrise wurde sie 2022 im Neukundengeschäft weitgehend durch die Marke Sunrise ersetzt.

Der Name UPC blieb während einer Übergangszeit in Verträgen, technischen Systemen und beim Kundendienst sichtbar. Die frühere Infrastruktur von UPC bildet weiterhin einen wesentlichen Teil des Sunrise-Festnetzes.

Weitere Marken und Partnerschaften

Neben den eigenen Marken stellt Sunrise sein Mobilfunknetz weiteren Anbietern zur Verfügung. Zu den über das Sunrise-Netz abgewickelten Angeboten gehörten oder gehören unter anderem Aldi Suisse Mobile, Galaxus Mobile, TalkTalk und Quickline Mobile.

Die konkrete Zuordnung von Partnermarken kann sich durch neue Verträge oder Netzwechsel verändern.

Mobilfunknetz

Sunrise betreibt eines der drei landesweiten Mobilfunknetze der Schweiz. Die beiden anderen Netze gehören Swisscom und Salt.

Das Sunrise-Netz unterstützt 4G/LTE und 5G. Ende 2025 erreichte Sunrise nach Angaben der Eidgenössischen Kommunikationskommission mehr als 99 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit grundlegenden 5G-Diensten und 5G Standalone. Rund 79 Prozent der Bevölkerung konnten 5G-Breitbandverbindungen mit Übertragungsraten von bis zu 2 Gigabit pro Sekunde nutzen.[3]

Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt unter anderem vom verwendeten Frequenzband, der Entfernung zur Antenne, der Zahl gleichzeitig aktiver Geräte, dem Endgerät und dem gebuchten Abonnement ab.

GSM und 2G

Das GSM-Netz bildete seit den späten 1990er-Jahren die Grundlage des Sunrise-Mobilfunks. Es wurde für Sprachtelefonie, SMS und einfache Datendienste verwendet.

Mit der Verbreitung von 4G und 5G verlor die ältere Technologie an Bedeutung. Sunrise nahm sein öffentliches 2G-Netz Anfang 2023 ausser Betrieb.

Die Abschaltung betraf neben älteren Mobiltelefonen auch Alarmanlagen, Aufzüge, Zahlungsterminals und andere Geräte, die ausschliesslich über GSM kommunizierten.

UMTS und 3G

Sunrise führte 3G in den 2000er-Jahren ein. Die Technologie ermöglichte gegenüber GSM wesentlich schnellere mobile Datenverbindungen.

Mitte 2025 schaltete Sunrise das 3G-Netz vollständig ab. Die dadurch freigewordenen Frequenzen können seither effizienter für 4G und 5G genutzt werden.[4]

Nach der Abschaltung benötigen Mobiltelefone mindestens 4G und für herkömmliche Sprachanrufe die Unterstützung von VoLTE. Ältere Geräte ohne VoLTE können im Sunrise-Netz keine normalen Mobilfunkgespräche mehr führen.

LTE und 4G

4G/LTE bildet weiterhin eine zentrale Grundlage des Sunrise-Mobilfunknetzes. Die Technologie wird für mobile Daten, Sprachtelefonie über VoLTE und zahlreiche Anwendungen des Internets der Dinge eingesetzt.

Durch die Bündelung mehrerer Frequenzbereiche können kompatible Geräte höhere Datenraten erreichen. Diese Technik wird häufig als LTE Advanced oder 4G+ bezeichnet.

5G

Sunrise startete sein kommerzielles 5G-Angebot 2019. Die dafür benötigten zusätzlichen Frequenzen wurden im selben Jahr von der ComCom versteigert.

5G wird in verschiedenen Frequenzbereichen eingesetzt. Tiefere Frequenzen ermöglichen eine grosse Reichweite und eine bessere Versorgung innerhalb von Gebäuden. Höhere Frequenzen bieten mehr Kapazität und Geschwindigkeit, besitzen jedoch eine geringere Reichweite.

Sunrise betreibt neben 5G in Verbindung mit einem 4G-Kernnetz auch 5G Standalone. Bei dieser Architektur wird ein eigenständiges 5G-Kernnetz verwendet. Dadurch werden unter anderem kürzere Reaktionszeiten, eine flexiblere Netzsteuerung und neue Geschäftsanwendungen ermöglicht.

Festnetz

Das Sunrise-Festnetz besteht aus mehreren technischen Infrastrukturen. Der bedeutendste eigene Netzbestandteil ist das frühere Kabelnetz von UPC Schweiz.

Kabelnetz

Das Kabelnetz erreicht einen grossen Teil der schweizerischen Haushalte. Es wurde ursprünglich für die Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen errichtet und später für Internetzugänge und Telefonie ausgebaut.

Sunrise verwendet im Kabelnetz den internationalen DOCSIS-Standard. Mit DOCSIS 3.1 können hohe Datenraten bereitgestellt werden, ohne dass bis in jede Wohnung eine neue Glasfaserleitung verlegt werden muss.

Das Netz besitzt eine hybride Struktur aus Glasfaser- und Koaxialkabeln und wird deshalb als HFC-Netz bezeichnet. Glasfaserleitungen führen in die Quartiere, während der letzte Abschnitt zu vielen Gebäuden über Koaxialkabel verläuft.

Glasfaser

Sunrise bietet Internetanschlüsse über Glasfasernetze verschiedener Eigentümer an. Dazu gehören Netze von Swisscom, kommunalen Elektrizitätswerken und regionalen Infrastrukturunternehmen.

Bei einem Glasfaseranschluss bis in die Wohnung wird gewöhnlich die Bezeichnung FTTH verwendet. Je nach Netz und Tarif sind symmetrische oder asymmetrische Datenraten im Gigabitbereich verfügbar.

Sunrise errichtet nicht in allen Regionen eine eigene Glasfaserinfrastruktur. Das Unternehmen kauft deshalb vielerorts Zugang zu bestehenden Netzen ein.

Kupfernetz

In Gebieten ohne geeigneten Kabel- oder Glasfaseranschluss kann Sunrise teilweise das Kupfernetz der Swisscom nutzen. Die Leistung solcher DSL-Anschlüsse hängt stark von Leitungslänge und Leitungsqualität ab.

Die Bedeutung des Kupfernetzes nimmt mit dem Ausbau von Glasfaser und leistungsfähigeren Mobilfunknetzen ab.

Internet über Mobilfunk

Sunrise bietet auch stationäre Internetzugänge über 4G und 5G an. Dabei stellt ein Mobilfunkrouter die Verbindung her und verteilt sie im Haushalt über WLAN oder Netzwerkkabel.

Solche Angebote können besonders an Standorten ohne leistungsfähigen Kabel- oder Glasfaseranschluss eine Alternative darstellen. Geschwindigkeit und Stabilität hängen jedoch von der lokalen Mobilfunkversorgung und Netzauslastung ab.

Fernsehen

Sunrise bietet digitales Fernsehen über Kabel, Glasfaser, Internetprotokoll und mobile Anwendungen an.

Das Fernsehangebot umfasst lineare Sender, zeitversetztes Fernsehen, Aufnahmen, Mediatheken und die Einbindung externer Streamingdienste. Kundinnen und Kunden können Inhalte über eine Set-Top-Box, einen Webbrowser oder mobile Anwendungen nutzen.

Nach der Zusammenführung von Sunrise und UPC wurden die vorher getrennten Fernsehplattformen schrittweise vereinheitlicht.

MySports

MySports ist eine von UPC aufgebaute Sportfernsehmarke, die heute zu Sunrise gehört. Der Sender wurde 2017 lanciert und konzentriert sich besonders auf den schweizerischen Eishockeysport.

MySports überträgt Spiele der National League und weitere Sportveranstaltungen. Die Programme werden über Sunrise und verschiedene Partnernetze verbreitet.

Die Sportrechte bilden einen wichtigen Bestandteil der Fernsehstrategie, da exklusive Inhalte zur Bindung von Internet- und Fernsehkunden beitragen können.

Geschäftskunden

Sunrise Business bietet Dienstleistungen für Unternehmen und öffentliche Institutionen an.

Zum Angebot gehören:

  • Mobilfunk- und Festnetzanschlüsse;
  • Unternehmensnetzwerke;
  • Internetzugänge;
  • virtuelle private Netzwerke;
  • Cloud-Dienste;
  • Telefonanlagen;
  • Videokonferenz- und Zusammenarbeitslösungen;
  • Cybersicherheitsdienste;
  • Rechenzentrumsleistungen;
  • Lösungen für das Internet der Dinge;
  • private Mobilfunknetze.

Für Grossunternehmen entwickelt Sunrise integrierte ICT-Lösungen. Kleine Unternehmen können standardisierte Pakete aus Internet, Telefonie, Mobilfunk und weiteren Diensten beziehen.

Im Bereich des Internets der Dinge stellt Sunrise Verbindungen für Fahrzeuge, Messgeräte, industrielle Anlagen und andere vernetzte Systeme bereit.

Marktstellung

Sunrise ist gemessen an der Zahl der Mobilfunkanschlüsse der zweitgrösste Netzbetreiber der Schweiz.

Ende 2024 entfielen nach Angaben der ComCom rund 54,2 Prozent des schweizerischen Mobilfunkmarktes auf Swisscom, 24,7 Prozent auf Sunrise und 17,3 Prozent auf Salt. Weitere Anbieter erreichten zusammen etwa 3,9 Prozent. In den Zahlen der Netzbetreiber sind zahlreiche Zweit- und Partnermarken enthalten.[5]

Im Breitbandmarkt gehört Sunrise durch das übernommene UPC-Kabelnetz ebenfalls zu den grössten Anbietern. Das Unternehmen konkurriert dort vor allem mit Swisscom, Salt, Quickline sowie regionalen Kabel- und Glasfaseranbietern.

Sunrise beschreibt seine Marktposition als die eines integrierten Herausforderers. Das Unternehmen versucht, Kundinnen und Kunden durch kombinierte Mobilfunk-, Internet- und Fernsehangebote an sich zu binden.

Börsenkotierung

Die Aktien der Sunrise Communications AG sind seit dem 15. November 2024 an der SIX Swiss Exchange kotiert. Das Börsensymbol lautet SUNN, die internationale Wertpapierkennnummer CH1386220409.[6]

Die Kotierung von 2024 war kein klassischer Börsengang mit einem öffentlichen Aktienangebot. Die Aktien entstanden im Rahmen der Abspaltung von Liberty Global.

Neben den börsengehandelten A-Aktien bestehen B-Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechts- und Umtauschbedingungen. American Depositary Shares der Gesellschaft werden zudem an der Nasdaq gehandelt.

Sunrise war bereits von 2015 bis 2020 an der SIX kotiert. Diese erste Kotierung endete nach der vollständigen Übernahme durch Liberty Global.

Regulierung

Sunrise untersteht dem schweizerischen Fernmelderecht. Zu den wichtigsten Behörden gehören das Bundesamt für Kommunikation und die Eidgenössische Kommunikationskommission.

Die ComCom vergibt Frequenzkonzessionen und entscheidet über bestimmte Fragen des Netzzugangs. Das BAKOM verwaltet das Frequenzspektrum, überwacht fernmelderechtliche Pflichten und erstellt Marktstatistiken.

Für den Betrieb von Mobilfunkantennen gelten zusätzlich das Bau-, Raumplanungs- und Umweltrecht. Besonders wichtig ist die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung.

Als marktmächtiges Telekommunikationsunternehmen kann Sunrise in bestimmten Bereichen von wettbewerbs- und fernmelderechtlichen Verfahren betroffen sein. Fusionen und Übernahmen werden von der Wettbewerbskommission geprüft.

Netztests

Das Sunrise-Mobilfunknetz wird regelmässig in unabhängigen Netztests untersucht. Dabei werden unter anderem Telefonie, Datenübertragung, Verfügbarkeit, Leistung in Städten, auf Strassen und in Zügen sowie die Qualität von Sprachverbindungen bewertet.

In schweizerischen Vergleichstests erreichten alle drei grossen Mobilfunknetze wiederholt hohe Ergebnisse. Unterschiede zwischen Swisscom, Sunrise und Salt können je nach Messverfahren, Region und Technologie variieren.

Die landesweiten Testergebnisse erlauben keine sichere Aussage über die Qualität an einem einzelnen Standort. Für Kundinnen und Kunden ist die Abdeckung am Wohnort, Arbeitsplatz und auf häufig genutzten Verkehrswegen meist entscheidender.

Sponsoring

Sunrise engagiert sich im Sport-, Kultur- und Unterhaltungsbereich.

Das Unternehmen ist unter anderem Partner des Schweizerischen Skiverbands Swiss-Ski. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit tritt Sunrise bei verschiedenen Wintersportveranstaltungen und in der Kommunikation rund um Schweizer Athletinnen und Athleten auf.

Über MySports ist Sunrise besonders mit dem schweizerischen Eishockey verbunden. Die Übertragungsrechte der National League bilden einen zentralen Bestandteil des Sportangebots.

Sunrise nutzt Sponsoring sowohl zur Markenbekanntheit als auch zur Vermarktung seiner Mobilfunk-, Internet- und Fernsehangebote.

Nachhaltigkeit

Sunrise bezeichnet Nachhaltigkeit als Bestandteil seiner Unternehmensstrategie. Das Unternehmen veröffentlicht Angaben zu Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Kreislaufwirtschaft und gesellschaftlicher Verantwortung.

Ein bedeutender Teil des Energieverbrauchs entsteht beim Betrieb von Mobilfunkantennen, Rechenzentren und Festnetzinfrastruktur. Durch die Abschaltung älterer Mobilfunktechnologien und die Modernisierung technischer Anlagen soll die Energieeffizienz verbessert werden.

Weitere Massnahmen betreffen die Rücknahme und Wiederverwendung von Mobiltelefonen, elektronische Rechnungen, energieeffiziente Router und Set-Top-Boxen sowie die Reduktion betrieblicher Emissionen.

Sunrise unterstützt zudem Projekte zur digitalen Teilhabe und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.

Kritik

Sunrise war wiederholt Gegenstand öffentlicher Kritik und regulatorischer Verfahren.

Häufige Kritikpunkte betrafen:

  • Kundendienst und Erreichbarkeit;
  • Rechnungsstellung;
  • automatische Vertragsverlängerungen;
  • Kündigungsbedingungen;
  • zeitlich begrenzte Aktionspreise;
  • lange Mindestvertragszeiten;
  • Gebühren bei vorzeitiger Vertragsauflösung;
  • technische Probleme während der Integration von UPC;
  • Störungen im Mobilfunk-, Internet- oder Fernsehnetz;
  • Roamingkosten;
  • Bau und Betrieb neuer Mobilfunkantennen.

Nach dem Zusammenschluss mit UPC berichteten einzelne Kundinnen und Kunden über Schwierigkeiten bei Vertragsmigrationen, Abrechnungen und der Zusammenführung technischer Systeme.

Sunrise verweist bei Netzstörungen und Integrationsproblemen auf die Komplexität der Infrastrukturen sowie auf laufende Investitionen in Netze, Kundendienst und digitale Verwaltungsangebote.

Bedeutung

Sunrise spielte eine wichtige Rolle bei der Liberalisierung des schweizerischen Telekommunikationsmarktes. Das Unternehmen gehörte zu den ersten grossen privaten Konkurrenten der ehemaligen staatlichen PTT beziehungsweise der Swisscom.

Mit dem Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes trug Sunrise zum Wettbewerb bei Mobilfunktarifen und technischen Innovationen bei. Die Zusammenführung mit UPC schuf einen grossen integrierten Anbieter mit eigener Mobilfunk- und Kabelinfrastruktur.

Die erneute Börsenkotierung von 2024 machte Sunrise wieder zu einem rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen schweizerischen Telekommunikationskonzern.

Chronologie

Jahr Ereignis
1996 Lancierung der Marke Sunrise
1998 Beginn der vollständigen Liberalisierung des schweizerischen Telekommunikationsmarktes
1999 diAx nimmt sein Mobilfunknetz in Betrieb.
2000 Ankündigung des Zusammenschlusses von Sunrise und diAx
2001 Entstehung der TDC Switzerland AG; Weiterführung der Marke Sunrise
2006 Verkauf durch TDC an ein Konsortium von Beteiligungsgesellschaften
2008 Übernahme des Schweizer Geschäfts von Tele2
2010 Übernahme durch CVC Capital Partners
2015 Erste Kotierung der Sunrise Communications Group AG an der SIX Swiss Exchange
2019 Ankündigung und späteres Scheitern der geplanten Übernahme von UPC Schweiz
2020 Übernahme von Sunrise durch Liberty Global und Dekotierung der Aktien
2021 Beginn der operativen Zusammenführung von Sunrise und UPC Schweiz
2022 Weitgehende Ablösung der Marke UPC durch Sunrise
2024 Abspaltung von Liberty Global und erneute Kotierung an der SIX Swiss Exchange
2025 Vollständige Abschaltung des Sunrise-3G-Netzes

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 SIX: Sunrise, Leading Challenger in the Swiss Telecom Market, Shines Again at SIX Swiss Exchange, 15. November 2024, abgerufen am 26. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Sunrise: Über uns, abgerufen am 26. Juli 2026.
  3. Eidgenössische Kommunikationskommission: Mobilfunkabdeckung, 29. Mai 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.
  4. Sunrise: Abschaltung des 3G-Netzes, abgerufen am 26. Juli 2026.
  5. Eidgenössische Kommunikationskommission: Marktanteile der Mobilfunkanbieter, 29. Mai 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.
  6. SIX: Sunrise Communications AG, abgerufen am 26. Juli 2026.