Mobilfunkanbieter in der Schweiz

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Mobilfunkanbieter in der Schweiz
Markt Telekommunikation in der Schweiz
Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt
Regulierung BAKOM und ComCom
Rechtsgrundlage Fernmeldegesetz
Verfügbare Netztechnologien 4G/LTE und 5G
Mobilfunkverträge rund 9,9 Millionen Ende 2024
Mobilfunkpenetration 131,7 % Ende 2024
Netzkennzahl +41
Notrufnummern 112, 117, 118, 143, 144 und 147
Informationsstellen www.bakom.admin.ch
www.comcom.admin.ch

Als Mobilfunkanbieter in der Schweiz werden Unternehmen bezeichnet, die Mobilfunkdienste wie Sprachtelefonie, mobile Datenübertragung, Kurznachrichten und den Zugang zum Internet anbieten. Der Schweizer Markt besteht aus drei Unternehmen mit eigenen landesweiten Mobilfunknetzen sowie einer grösseren Zahl von Zweitmarken, Detailhandelsmarken und virtuellen Mobilfunkanbietern.

Die drei Betreiber eigener öffentlicher Mobilfunknetze sind Swisscom, Sunrise und Salt. Diese Unternehmen besitzen Konzessionen zur Nutzung von Mobilfunkfrequenzen, betreiben eigene Antennenanlagen und stellen ihre Netze teilweise auch anderen Marken zur Verfügung. Zahlreiche weitere Anbieter verkaufen Abonnemente oder Prepaid-Angebote, ohne ein eigenes landesweites Funknetz zu unterhalten.

Ende 2024 bestanden in der Schweiz rund 9,9 Millionen Mobilfunkverträge. Die sogenannte Mobilfunkpenetration lag bei 131,7 Prozent, da viele Personen mehrere SIM-Karten, Geschäftsanschlüsse, Datentarife oder vernetzte Geräte verwenden.[1]

Marktstruktur

Der Schweizer Mobilfunkmarkt lässt sich in drei Gruppen gliedern:

  • Netzbetreiber mit eigenen Mobilfunkfrequenzen und eigener Funkinfrastruktur;
  • Zweit- und Drittmarken, die einem Netzbetreiber gehören;
  • unabhängige oder mit Detailhandelsunternehmen verbundene virtuelle Mobilfunkanbieter.

Die drei Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt decken zusammen praktisch den gesamten Mobilfunkmarkt ab. In ihren veröffentlichten Kundenzahlen sind vielfach auch Anschlüsse ihrer Tochter-, Zweit- und Partnermarken enthalten.[2]

Virtuelle Mobilfunkanbieter werden international als Mobile Virtual Network Operators oder MVNO bezeichnet. Sie nutzen das Funknetz eines bestehenden Netzbetreibers, gestalten jedoch eigene Tarife, Marken, Verkaufswege und teilweise eigene technische Plattformen.

Die Kundschaft sieht bei einem virtuellen Anbieter im Alltag gewöhnlich dessen Marke. Die eigentliche Funkverbindung wird jedoch über das Netz von Swisscom, Sunrise oder Salt hergestellt.

Netzbetreiber

Swisscom

Swisscom ist das grösste Telekommunikationsunternehmen der Schweiz. Das Unternehmen ging aus dem früheren staatlichen Fernmeldebetrieb der PTT hervor und wurde 1998 in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Bund hält weiterhin die Mehrheit der Aktien.

Swisscom betreibt ein landesweites Mobilfunknetz und bietet Mobilfunkdienste für Privat- und Geschäftskunden an. Neben der Hauptmarke Swisscom werden mehrere weitere Marken und Partnerangebote über das Swisscom-Netz geführt.

Ende 2024 zählte Swisscom in der Schweiz rund 6,33 Millionen Mobilfunkkundinnen und -kunden. Der Marktanteil lag nach Angaben der ComCom bei ungefähr 54 Prozent.[3]

Swisscom versorgte Ende 2025 nach Angaben der ComCom rund 99 Prozent der Bevölkerung mit 5G. Für einen grossen Teil der Bevölkerung stand zudem das leistungsfähigere, von Swisscom als 5G+ bezeichnete Netz zur Verfügung.[4]

Zum Swisscom-Netz gehören oder gehörten unter anderem Angebote der Marken:

  • Wingo;
  • Coop Mobile;
  • M-Budget Mobile;
  • Mucho Mobile;
  • Digital Republic;
  • verschiedene Geschäftskunden- und Partnermodelle.

Wingo ist eine vollständig auf digitale Vertriebskanäle ausgerichtete Marke von Swisscom. Die Mobilfunkangebote von Wingo werden im Swisscom-Netz bereitgestellt.[5]

Auch Coop Mobile nutzt das Mobilfunknetz von Swisscom. Seit Ende Juli 2025 stehen den Kundinnen und Kunden von Coop Mobile grundsätzlich auch 5G-Dienste im Swisscom-Netz zur Verfügung.[6]

M-Budget Mobile ist eine Mobilfunkmarke der Migros. Die Angebote werden ebenfalls über das Swisscom-Netz abgewickelt.[7]

Sunrise

Sunrise ist der zweitgrösste Mobilfunknetzbetreiber der Schweiz. Das Unternehmen entstand in den 1990er-Jahren im Zuge der Liberalisierung des schweizerischen Telekommunikationsmarktes.

Sunrise betreibt ein eigenes landesweites Mobilfunknetz und bietet Mobilfunk-, Festnetz-, Internet- und Fernsehdienste an. Im Jahr 2020 übernahm Sunrise das Kabelnetzunternehmen UPC Schweiz. Seit der Zusammenführung treten die Angebote überwiegend unter der Marke Sunrise auf.

Das Unternehmen gehörte nach mehreren Eigentümerwechseln zum internationalen Telekommunikationskonzern Liberty Global. Seit November 2024 werden die Aktien der ausgegliederten Sunrise Communications AG an der Schweizer Börse SIX gehandelt.

Der Marktanteil von Sunrise lag Ende 2024 bei rund 26,5 Prozent.[3]

Zum Sunrise-Netz gehören neben der Hauptmarke verschiedene eigene und externe Marken. Dazu zählen insbesondere:

  • yallo;
  • Lebara;
  • Swype;
  • Aldi Suisse Mobile;
  • TalkTalk;
  • Galaxus Mobile;
  • Quickline Mobile;
  • weitere Partner- und Geschäftskundenangebote.

Yallo ist eine auf preisgünstige Mobilfunk-, Internet- und Fernsehangebote ausgerichtete Zweitmarke von Sunrise. Die Mobilfunkdienste werden über das Sunrise-Netz erbracht.[8]

Lebara richtet sich unter anderem an Kundinnen und Kunden mit einem hohen Bedarf an internationalen Gesprächen und Roaming-Leistungen. Auch diese Marke gehört zur Sunrise-Gruppe.

Swype ist eine vollständig digital verwaltete Marke. Abschluss, Aktivierung und Verwaltung der Abonnemente erfolgen hauptsächlich über eine Smartphone-Anwendung.

Sunrise nahm Mitte 2025 sein bisheriges 3G-Netz ausser Betrieb. Die frei werdenden Frequenzen werden für modernere Mobilfunktechnologien genutzt.[9]

Salt

Salt ist der drittgrösste Betreiber eines eigenen Mobilfunknetzes in der Schweiz. Das Unternehmen nahm seinen Betrieb 1999 unter dem Namen Orange Communications auf.

Im Jahr 2012 verkaufte der damalige Eigentümer France Télécom das Schweizer Unternehmen an die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners. Seit 2015 tritt der Anbieter unter der Marke Salt auf. Später wurde das Unternehmen von der französischen Telekommunikationsgruppe NJJ Capital übernommen.

Salt betreibt ein eigenes Mobilfunknetz und bietet Mobilfunkabonnemente, Prepaid-Produkte sowie Festnetz- und Glasfaserangebote an. Der Anteil von Salt am Schweizer Mobilfunkmarkt lag Ende 2024 bei ungefähr 19,5 Prozent, wobei die genaue Berechnung je nach berücksichtigten Anschlüssen und Marken leicht abweichen kann.[2]

Zu den Marken und Partnerangeboten im Salt-Netz gehören unter anderem:

  • Salt;
  • GoMo;
  • Lidl Connect;
  • Post Mobile;
  • Spusu;
  • verschiedene Geschäftskundenangebote.

GoMo ist eine digitale Niedrigpreismarke von Salt. Die Angebote werden online verkauft und weitgehend über digitale Kundendienstkanäle verwaltet.

Lidl Connect wird gemeinsam mit dem Detailhandelsunternehmen Lidl Schweiz angeboten. Post Mobile ist eine Mobilfunkmarke der Schweizerischen Post und nutzt ebenfalls das Netz von Salt.

Salt betrieb 2026 noch ein 3G-Netz. Nach Angaben der ComCom wurde dessen Abschaltung bis Ende 2026 erwartet.[4]

Übersicht wichtiger Marken

Die Zuordnung einzelner Marken kann sich durch neue Partnerschaften, Eigentümerwechsel oder Netzwechsel verändern. Die folgende Übersicht zeigt wichtige Anbieter und die im Jahr 2026 verwendeten Mobilfunknetze.

Anbieter oder Marke Verwendetes Netz Art des Angebots Bemerkung
Swisscom Swisscom Netzbetreiber Grösster Mobilfunkanbieter der Schweiz
Sunrise Sunrise Netzbetreiber Zweitgrösster Netzbetreiber
Salt Salt Netzbetreiber Dritter landesweiter Netzbetreiber
Wingo Swisscom Zweitmarke Digitale Marke von Swisscom
Coop Mobile Swisscom Detailhandelsmarke Angebot von Coop in Zusammenarbeit mit Swisscom
M-Budget Mobile Swisscom Detailhandelsmarke Mobilfunkmarke der Migros
Mucho Mobile Swisscom Virtueller Anbieter Schwerpunkt auf internationalen Angeboten
Digital Republic Swisscom Virtueller Anbieter Datenabonnemente und Angebote für vernetzte Geräte
yallo Sunrise Zweitmarke Marke der Sunrise-Gruppe
Lebara Sunrise Zweitmarke Schwerpunkt auf internationaler Kommunikation
Swype Sunrise Digitale Marke Verwaltung hauptsächlich über eine App
Aldi Suisse Mobile Sunrise Detailhandelsmarke Angebot von Aldi Suisse
Galaxus Mobile Sunrise Detailhandelsmarke Angebot des Onlinehändlers Galaxus
TalkTalk Sunrise Virtueller Anbieter Mobilfunk- und Festnetzangebote
Quickline Mobile Sunrise Telekommunikationsmarke Teil eines Verbunds regionaler Kabelnetzunternehmen
GoMo Salt Zweitmarke Digitale Niedrigpreismarke von Salt
Lidl Connect Salt Detailhandelsmarke Angebot von Lidl Schweiz
Post Mobile Salt Detailhandelsmarke Mobilfunkangebot der Schweizerischen Post
Spusu Salt Virtueller Anbieter Schweizer Angebot eines österreichischen Mobilfunkunternehmens

Die Tabelle ist keine vollständige Liste aller in der Schweiz tätigen Mobilfunkanbieter. Kleinere Geschäftskundenanbieter, Anbieter für das Internet der Dinge und reine Datendienstleister sind nicht vollständig erfasst.

Zweitmarken und virtuelle Anbieter

Die grosse Zahl von Marken kann den Eindruck erwecken, dass in der Schweiz zahlreiche voneinander unabhängige Mobilfunknetze bestehen. Tatsächlich werden fast alle öffentlichen Mobilfunkangebote über eines der drei Netze von Swisscom, Sunrise oder Salt abgewickelt.

Zweitmarken gehören direkt oder indirekt zu einem Netzbetreiber. Sie werden häufig eingesetzt, um Kundengruppen anzusprechen, die tiefere Preise, einfachere Tarife oder eine ausschliesslich digitale Verwaltung bevorzugen.

Detailhandelsmarken entstehen durch Kooperationen zwischen Netzbetreibern und Unternehmen wie Coop, Migros, Aldi, Lidl, Galaxus oder der Schweizerischen Post. Die Detailhandelsunternehmen stellen dabei ihre Marke und ihre Vertriebskanäle zur Verfügung, während technische Leistungen durch den Netzbetreiber oder einen spezialisierten Dienstleister erbracht werden.

Unabhängige MVNO kaufen Netzzugang bei einem Netzbetreiber ein. Je nach Geschäftsmodell betreiben sie eigene Systeme für Abrechnung, Kundenverwaltung, SIM-Karten oder Roaming. Bei einfacheren Modellen übernimmt der Netzbetreiber einen grösseren Teil der technischen und administrativen Aufgaben.

Die Nutzung desselben Funknetzes bedeutet nicht zwingend, dass alle Marken identische Leistungen anbieten. Unterschiede können bestehen bei:

  • maximaler Datenübertragungsrate;
  • Zugang zu 5G;
  • Priorisierung bei hoher Netzauslastung;
  • Verfügbarkeit von VoLTE;
  • Telefonie über WLAN;
  • eSIM-Unterstützung;
  • Roaming;
  • Kundendienst;
  • Zusatzoptionen;
  • Vertragsdauer und Kündigungsfristen.

Mobilfunktechnologien

Analoges Mobilfunknetz

Der öffentliche Mobilfunk begann in der Schweiz 1978 mit dem analogen Natel-A-Netz. Die Bezeichnung Natel war ursprünglich eine Abkürzung für Nationales Autotelefonnetz.

Auf Natel A folgten die Systeme Natel B und Natel C. Diese Netze waren vor allem für Fahrzeugtelefone und grosse tragbare Geräte bestimmt. Der Zugang blieb wegen hoher Geräte- und Gesprächskosten zunächst auf vergleichsweise wenige Personen beschränkt.

GSM und 2G

In den 1990er-Jahren begann der Übergang zum digitalen GSM-Standard. Swisscom nahm 1993 ein GSM-Netz in Betrieb. Mit der Liberalisierung des Marktes entstanden später die Netze der heutigen Anbieter Sunrise und Salt.

GSM ermöglichte kleinere Mobiltelefone, Textnachrichten und eine wesentlich grössere Zahl von Anschlüssen. Die erste Prepaid-Karte von Swisscom wurde im Oktober 1996 unter der Bezeichnung Natel Easy eingeführt.[10]

Die schweizerischen Netzbetreiber nahmen ihre öffentlichen 2G-Netze zwischen 2019 und 2023 schrittweise ausser Betrieb. Ältere Telefone, Alarmanlagen, Aufzüge und Messgeräte mussten deshalb ersetzt oder technisch angepasst werden.[11]

UMTS und 3G

3G wurde in der Schweiz ab 2004 kommerziell genutzt. Die Technologie ermöglichte schnelleres mobiles Internet, Videotelefonie und eine grössere Datenkapazität als GSM.

Mit der Verbreitung von 4G und 5G verlor 3G an Bedeutung. Sunrise schaltete sein 3G-Netz Mitte 2025 ab, Swisscom folgte Ende 2025. Salt führte den 3G-Betrieb 2026 noch weiter, plante jedoch ebenfalls einen Übergang zu neueren Technologien.[9]

Geräte ohne Unterstützung für 4G-Telefonie können nach der Abschaltung von 3G teilweise keine normalen Mobilfunkgespräche mehr führen. Für Telefonie über 4G wird VoLTE benötigt.

LTE und 4G

4G beziehungsweise LTE bildet weiterhin die Grundlage eines grossen Teils der mobilen Datenübertragung und Sprachtelefonie. Alle drei Netzbetreiber verfügen über eine weitreichende LTE-Abdeckung.

Über VoLTE werden Telefongespräche direkt über das 4G-Netz übertragen. Dadurch können Gespräche schneller aufgebaut und gleichzeitig mobile Daten genutzt werden.

4G wird auch für stationäre Internetzugänge, Router, Zahlungsterminals, Fahrzeuge, Alarmanlagen und industrielle Anwendungen eingesetzt.

5G

Die Schweiz gehörte 2019 zu den ersten europäischen Staaten mit kommerziell verfügbaren 5G-Netzen. Die dafür benötigten Frequenzen waren im selben Jahr von der ComCom an Swisscom, Sunrise und Salt vergeben worden.

5G ermöglicht höhere Datenraten, kürzere Reaktionszeiten und eine effizientere Nutzung der verfügbaren Frequenzen. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt vom Frequenzband, der Distanz zur Antenne, dem Endgerät, der Netzbelastung und dem gebuchten Tarif ab.

Die Frequenzen wurden technologieneutral vergeben. Die Netzbetreiber können deshalb innerhalb der rechtlichen und technischen Vorgaben entscheiden, welche Mobilfunktechnologie sie in einem Frequenzband einsetzen.[4]

Neben klassischem 5G mit Teilen der bestehenden 4G-Infrastruktur wird schrittweise auch 5G Standalone eingeführt. Bei dieser Architektur wird ein eigenständiges 5G-Kernnetz verwendet.

Netzabdeckung

Die drei Schweizer Mobilfunknetze erreichen nahezu die gesamte ständig bewohnte Bevölkerung. Die geographische Flächenabdeckung ist wegen der Alpen, dünn besiedelter Täler und schwer zugänglicher Gebiete geringer als die Bevölkerungsabdeckung.

Eine hohe landesweite Bevölkerungsabdeckung bedeutet nicht, dass alle Netze an jedem Ort gleich gut funktionieren. Unterschiede können insbesondere auftreten:

  • in Gebäuden mit dicken Wänden;
  • in Kellern und Tiefgaragen;
  • in Bergtälern;
  • auf abgelegenen Wanderwegen;
  • in Eisenbahntunneln;
  • in stark ausgelasteten Stadtzentren;
  • entlang von Landesgrenzen;
  • in schnell fahrenden Zügen.

Das Bundesamt für Kommunikation veröffentlicht einen Breitbandatlas, in dem die erwartete Abdeckung mit 4G und 5G dargestellt wird. Die Mobilfunkabdeckung wird in Planquadraten von 100 mal 100 Metern angezeigt.[12]

Zusätzlich veröffentlichen Swisscom, Sunrise und Salt eigene Abdeckungskarten. Diese beruhen überwiegend auf Modellrechnungen. Die tatsächlich erreichbare Qualität kann deshalb von den Kartendarstellungen abweichen.

Frequenzen und Konzessionen

Mobilfunkfrequenzen sind eine begrenzte öffentliche Ressource. Die Zuständigkeit für ihre Vergabe liegt bei der Eidgenössischen Kommunikationskommission.

Swisscom, Sunrise und Salt verfügen über Konzessionen für verschiedene Frequenzbereiche. Dazu gehören Frequenzen unterhalb von 1 GHz, die sich wegen ihrer grossen Reichweite und besseren Gebäudedurchdringung für die Flächenversorgung eignen, sowie höhere Frequenzbereiche mit grösserer verfügbarer Datenkapazität.

Bei der Frequenzauktion von 2019 wurden zusätzliche Frequenzen an die drei Netzbetreiber vergeben. Die Auktion brachte dem Bund Einnahmen von rund 380 Millionen Franken. Teile dieser Frequenzen werden für 5G genutzt.

Seit dem 1. Januar 2026 dürfen Mobilfunk-Repeater grundsätzlich nur noch von konzessionierten Mobilfunkanbieterinnen betrieben werden. In der Schweiz betrifft dies Swisscom, Sunrise und Salt.[13]

Abonnemente und Prepaid

Die Mobilfunkanbieter verkaufen ihre Leistungen hauptsächlich in Form von Abonnementen und Prepaid-Angeboten.

Bei einem Abonnement werden die Leistungen periodisch in Rechnung gestellt. Häufig sind Anrufe, Nachrichten und mobile Daten innerhalb der Schweiz ganz oder teilweise unlimitiert. Unterschiede bestehen vor allem bei Geschwindigkeit, Roaming, Zusatzkarten und Vertragsdauer.

Bei Prepaid-Angeboten wird ein Guthaben im Voraus aufgeladen. Die Nutzung wird anschliessend vom vorhandenen Guthaben abgezogen. Prepaid eignet sich unter anderem für Personen mit geringem Verbrauch, Zweitgeräte, Kinder, Reisende und kurzfristige Aufenthalte.

Der Anteil der Abonnemente nahm über längere Zeit zu. Viele Anbieter wandelten ihre Tarife in monatlich kündbare oder digital verwaltete Abonnemente um.

Bei der Auswahl eines Angebots sind nicht nur der beworbene Monatspreis, sondern auch Aktivierungsgebühren, Mindestvertragsdauer, automatische Verlängerungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Roaming-Kosten zu berücksichtigen.

Nummernübertragung

Mobilfunkkundinnen und -kunden können ihre bestehende Telefonnummer beim Wechsel zu einem anderen Anbieter grundsätzlich behalten.

Die Nummernübertragung wird als Portierung bezeichnet. Der neue Anbieter übernimmt normalerweise die administrative Abwicklung. Die Kundendaten beim bisherigen und beim neuen Anbieter müssen übereinstimmen.

Eine Portierung beendet nicht automatisch in jedem Fall sämtliche vertraglichen Verpflichtungen. Insbesondere Mindestlaufzeiten, Gerätezahlungen oder Kündigungsfristen können weiterhin gelten.

eSIM

Neben klassischen SIM-Karten bieten viele Schweizer Mobilfunkanbieter eine eSIM an. Dabei wird das Mobilfunkprofil elektronisch auf einem kompatiblen Gerät gespeichert.

eSIM wird bei Smartphones, Tablets, Smartwatches und vernetzten Geräten verwendet. Einige Geräte können eine physische SIM-Karte und mehrere eSIM-Profile gleichzeitig speichern.

Nicht alle virtuellen Anbieter unterstützen sämtliche eSIM-Funktionen. Unterschiede bestehen insbesondere bei Smartwatches, Zusatzkarten und der Übertragung eines Profils auf ein neues Gerät.

Roaming

Da die Schweiz weder Mitglied der Europäischen Union noch des Europäischen Wirtschaftsraums ist, gelten die EU-Vorschriften zum Roaming nicht automatisch für Schweizer Mobilfunkverträge.

Viele Anbieter schliessen bestimmte europäische Länder dennoch in ihre Tarife ein. Der genaue Geltungsbereich unterscheidet sich erheblich. Einige Abonnemente umfassen die EU und das Vereinigte Königreich, andere zusätzlich die Vereinigten Staaten, Kanada oder weitere Staaten.

Bei Reisen ausserhalb der eingeschlossenen Zonen können hohe Kosten entstehen. Besonders Datenübertragung, Anrufe auf Schiffen und die Verbindung mit Satellitennetzen können teuer sein.

Das schweizerische Fernmelderecht enthält Schutzvorschriften wie Kostenlimiten und Informationspflichten. Die konkreten Tarife werden jedoch von den Anbietern festgelegt.

Netztests und Qualität

Die schweizerischen Mobilfunknetze erreichen in internationalen Vergleichstests regelmässig hohe Bewertungen. Die Unterschiede zwischen Swisscom, Sunrise und Salt wurden in den vergangenen Jahren kleiner.

Im Tätigkeitsbericht 2025 hielt die ComCom fest, dass alle drei Netzbetreiber in einem grossen Netzvergleich das Prädikat «überragend» erhielten. Swisscom, Sunrise und Salt konnten ihre Resultate weiter verbessern.[9]

Testergebnisse können je nach Messmethode unterschiedlich ausfallen. Manche Tests bewerten die maximale Geschwindigkeit, andere die Verfügbarkeit, Telefonie, Verbindungen in Zügen oder die Leistung in stark ausgelasteten Gebieten.

Für einzelne Kundinnen und Kunden ist die lokale Abdeckung an Wohnort, Arbeitsplatz und häufig genutzten Verkehrswegen meist wichtiger als ein gesamtschweizerischer Testsieg.

Swisscom, Sunrise und Salt beteiligen sich zudem am Messwerkzeug Network Test. Damit kann die Qualität eines Internetzugangs über die Mobilfunknetze gemessen werden.[14]

Regulierung

Bundesamt für Kommunikation

Das Bundesamt für Kommunikation ist die Fachbehörde des Bundes für Telekommunikation, Rundfunk und Postwesen.

Zu seinen Aufgaben im Mobilfunkbereich gehören:

  • Vorbereitung und Vollzug fernmelderechtlicher Vorschriften;
  • Verwaltung des Frequenzspektrums;
  • Führung der Fernmeldestatistik;
  • Marktbeobachtung;
  • technische Vorschriften;
  • Überwachung bestimmter Pflichten der Anbieter;
  • Information über Antennenstandorte und Netzabdeckung;
  • Unterstützung der ComCom.

Eidgenössische Kommunikationskommission

Die Eidgenössische Kommunikationskommission ist eine unabhängige Behördenkommission. Sie vergibt Mobilfunkfrequenzkonzessionen und entscheidet über bestimmte Zugangs- und Interkonnektionsfragen.

Die ComCom veröffentlicht jährlich einen Tätigkeitsbericht mit Angaben zur Entwicklung des Schweizer Telekommunikationsmarktes.

Fernmeldegesetz

Die wichtigste Rechtsgrundlage bildet das Fernmeldegesetz. Es regelt unter anderem die Erbringung von Fernmeldediensten, die Nutzung von Frequenzen, die Rechte der Kundschaft, die Interkonnektion und die Grundversorgung.

Mobilfunkanbieter müssen verschiedene Informations- und Schutzpflichten erfüllen. Dazu gehören Vorschriften über Notrufe, Nummernübertragung, Roaming, Vertragsinformationen und die Messung der Internetqualität.

Antennen und Umweltschutz

Mobilfunkantennen unterstehen dem Bau-, Raumplanungs- und Umweltrecht. Für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung gilt insbesondere die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung.

Die Schweiz verwendet neben den Immissionsgrenzwerten zusätzliche Anlagegrenzwerte für Orte mit empfindlicher Nutzung. Dazu gehören beispielsweise Wohnungen, Schulen, Kindergärten und dauerhaft genutzte Arbeitsplätze.

Der Ausbau von 5G führte in mehreren Kantonen und Gemeinden zu politischen Diskussionen und Einsprachen. Strittig waren insbesondere adaptive Antennen, Bewilligungsverfahren, Messmethoden und die Auswirkungen auf Landschaft und Ortsbild.

Das BAKOM veröffentlicht eine Karte mit Standorten von Sendeanlagen. Dort können Mobilfunkanlagen und die verwendeten Frequenzbereiche eingesehen werden.[15]

Wettbewerb und Preise

Die Liberalisierung des Fernmeldemarktes führte seit den 1990er-Jahren zu einem zunehmenden Wettbewerb. Neben den drei Netzen entstanden zahlreiche Zweit- und Partnermarken.

Der Wettbewerb findet vor allem über Aktionspreise, unlimitierte Daten, Roaming-Pakete, Bündelangebote und digitale Vertriebskanäle statt. Viele Anbieter gewähren dauerhaft wirkende Rabatte auf offiziell höhere Listenpreise.

Die Preise unterscheiden sich stark nach Vertragsart. Günstige Digitalmarken bieten einfache Tarife mit begrenztem Kundendienst, während die Hauptmarken häufig zusätzliche Dienstleistungen, Ladengeschäfte, Gerätefinanzierungen und umfassendere Geschäftskundenlösungen anbieten.

Im internationalen Vergleich waren bestimmte Schweizer Mobilfunktarife lange vergleichsweise teuer. Bei grossen Datenpaketen und unlimitierten Angeboten nahm der Preisunterschied zu anderen Staaten jedoch ab.

Kritik

Der Schweizer Mobilfunkmarkt wird trotz der grossen Zahl von Marken von nur drei Netzen beherrscht. Kritiker sehen darin eine begrenzte strukturelle Konkurrenz.

Weitere Kritikpunkte betreffen:

  • schwer vergleichbare Aktions- und Listenpreise;
  • lange Mindestvertragszeiten;
  • Gebühren bei vorzeitiger Kündigung;
  • teure Roaming-Nutzung ausserhalb eingeschlossener Länder;
  • unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb desselben Netzes;
  • geringe Transparenz über Priorisierung und technische Einschränkungen;
  • Probleme beim Kundendienst;
  • Unterschiede zwischen beworbener und tatsächlicher Netzqualität;
  • Auswirkungen neuer Antennen auf Ortsbild und Landschaft.

Die Anbieter verweisen demgegenüber auf die hohen Investitionskosten, die anspruchsvolle Topographie, strenge Grenzwerte und die international hohe Qualität der Schweizer Netze.

Wirtschaftliche Bedeutung

Mobilfunk ist eine zentrale Infrastruktur für Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehr und öffentliche Dienste. Neben der privaten Kommunikation werden die Netze für Zahlungssysteme, Logistik, Gesundheitsdienste, Energieversorgung und industrielle Steuerungen genutzt.

Die wachsende Zahl vernetzter Geräte erhöht die Bedeutung von Maschinenkommunikation und dem Internet der Dinge. Mobilfunkanschlüsse werden nicht mehr nur in Telefonen, sondern auch in Fahrzeugen, Messgeräten, Alarmanlagen, Uhren und Produktionsanlagen eingesetzt.

Das über Mobilfunknetze heruntergeladene Datenvolumen stieg 2024 gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent. Das Wachstum wurde insbesondere durch Videodienste, soziale Netzwerke, Cloud-Anwendungen und mobile Arbeitsformen getragen.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise