Swisscom

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Swisscom AG
Logo von Swisscom
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0008742519
Gründung 1. Oktober 1997
Ursprung Telecom PTT beziehungsweise Fernmeldedienste der Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe
Sitz Ittigen, Kanton Bern
Unternehmensleitung Christoph Aeschlimann, CEO
Verwaltungsratspräsident Michael Rechsteiner
Branche Telekommunikation und Informationstechnologie
Tätigkeitsgebiete Mobilfunk, Festnetz, Internet, Fernsehen, IT-Dienstleistungen und digitale Dienste
Mehrheitsaktionär Schweizerische Eidgenossenschaft, 51 %
Italienische Tochtergesellschaft Fastweb + Vodafone
Umsatz 15,048 Milliarden Franken, 2025
Mitarbeitende Rund 24'000, Ende 2025
Website www.swisscom.ch

Die Swisscom AG ist das grösste Telekommunikationsunternehmen der Schweiz und einer der bedeutendsten Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie im Land. Das Unternehmen betreibt Mobilfunk-, Festnetz- und Glasfasernetze, bietet Internet- und Fernsehdienste an und erbringt umfangreiche IT-Dienstleistungen für Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Institutionen.

Swisscom entstand 1997 aus dem Telekommunikationsbereich der früheren Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe, kurz PTT. Seit 1998 ist das Unternehmen an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Schweizerische Eidgenossenschaft hält aufgrund gesetzlicher Vorgaben eine Mehrheit des Aktienkapitals und der Stimmen. Ihr Anteil beträgt 51 Prozent.[1]

Der Konzern ist hauptsächlich in der Schweiz und in Italien tätig. In der Schweiz tritt er unter der Marke Swisscom auf. Das Italiengeschäft umfasst die aus Fastweb und Vodafone Italia entstandene Unternehmenseinheit Fastweb + Vodafone. Swisscom schloss den Erwerb von Vodafone Italia am 31. Dezember 2024 ab und führte das Unternehmen anschliessend mit der bereits seit 2007 zum Konzern gehörenden Fastweb zusammen.[2]

Swisscom gilt als Marktführerin im schweizerischen Mobilfunk-, Breitband- und Digitalfernsehmarkt. Neben der kommerziellen Tätigkeit erfüllt das Unternehmen verschiedene gesetzlich und politisch bestimmte Aufgaben. Besonders wichtig ist die Grundversorgung mit Fernmeldediensten, deren Konzession Swisscom für die ganze Schweiz innehat.

Name

Der Name Swisscom setzt sich aus der englischen Bezeichnung für die Schweiz, «Swiss», und der Kurzform von «communication» zusammen.

Die Bezeichnung wurde im Oktober 1997 eingeführt, als der Telekommunikationsbereich der PTT organisatorisch verselbstständigt wurde. Zuvor trat dieser Bereich unter dem Namen Telecom PTT auf.

In den vier Landessprachen wird der Unternehmensname nicht übersetzt. Die Firma lautet offiziell Swisscom AG, auf Französisch Swisscom SA und auf Italienisch Swisscom SA.

Geschichte

Frühe Telegrafie und Telefonie

Die Geschichte von Swisscom geht auf die Anfänge der staatlichen Telekommunikation in der Schweiz zurück.

1852 beschloss die Eidgenossenschaft den Aufbau eines öffentlichen Telegrafennetzes. Der Betrieb wurde als staatliche Aufgabe organisiert, da die Telegrafie für Verwaltung, Wirtschaft, Eisenbahn und Landesverteidigung von grosser Bedeutung war.

Die ersten Telefonnetze entstanden ab den späten 1870er-Jahren. Zunächst bestanden private Konzessionen, doch der Bund übernahm den Betrieb schrittweise. 1880 nahm die Eidgenossenschaft das erste staatliche Telefonnetz in Zürich in Betrieb.

Mit dem Ausbau der Telefonie entstanden lokale und regionale Vermittlungsstellen. Die Verbindungen wurden anfangs von Hand hergestellt. Telefonistinnen verbanden die Teilnehmer über Steckverbindungen miteinander.

Die schweizerische Gebirgslandschaft und die zahlreichen abgelegenen Siedlungen machten den Aufbau eines flächendeckenden Netzes technisch und finanziell anspruchsvoll.

Entstehung der PTT

1920 wurden die Postverwaltung und die Telegrafenverwaltung organisatorisch zu den Schweizerischen Post-, Telefon- und Telegrafenbetrieben zusammengeführt.

Die PTT waren ein staatlicher Regiebetrieb und unterstanden dem Bund. Sie besassen im Post- und Fernmeldewesen weitreichende Monopolrechte.

Zu den Aufgaben gehörten Postverkehr, Telefonie, Telegrafie, Rundfunkübertragung und später verschiedene Formen elektronischer Kommunikation.

Die Einnahmen aus den Fernmeldediensten dienten teilweise zur Mitfinanzierung anderer öffentlicher Leistungen. Die PTT entwickelten sich zu einem der grössten Arbeitgeber der Schweiz.

Automatisierung des Telefonnetzes

Die ersten Telefonverbindungen wurden manuell durch Vermittlungspersonal hergestellt. Mit der wachsenden Zahl der Anschlüsse begann die schrittweise Automatisierung.

Die erste automatische Telefonzentrale der Schweiz wurde 1922 in Zürich-Hottingen in Betrieb genommen. In den folgenden Jahrzehnten ersetzten automatische Wählzentralen die handbedienten Vermittlungen.

1959 wurde mit der Automatisierung des Netzes in Scuol die vollständige automatische Telefonwahl innerhalb der Schweiz erreicht.

Die Digitalisierung der Vermittlungstechnik begann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Analoge Systeme wurden schrittweise durch elektronische und digitale Anlagen ersetzt.

Einführung des Fernsehens

Die PTT waren auch am Aufbau der technischen Infrastruktur für Radio und Fernsehen beteiligt.

Ab den 1950er-Jahren errichteten sie Richtfunk- und Sendernetze für die Übertragung von Fernsehprogrammen. Die Inhalte wurden von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft produziert.

Die Richtfunkanlagen verbanden Studios, Sender und internationale Netze. Später kamen Satelliten- und Glasfaserverbindungen hinzu.

Die Trennung zwischen Programmproduktion und technischer Übertragung blieb ein grundlegendes Merkmal des schweizerischen Rundfunksystems.

Mobilfunk

Die Schweiz führte ab 1978 mit dem Nationalen Autotelefonnetz ein erstes weitgehend automatisiertes Mobilfunknetz ein. Das als Natel bezeichnete System war zunächst für den Einsatz in Fahrzeugen bestimmt.

Der Name Natel entstand aus der Bezeichnung «Nationales Autotelefon». Er entwickelte sich in der Schweiz zeitweise zu einem allgemeinen Ausdruck für Mobiltelefone.

1987 folgte das analoge Natel-C-Netz. Es ermöglichte kleinere und tragbare Geräte, blieb jedoch teuer und war vor allem für Geschäftsleute und wohlhabende Privatpersonen bestimmt.

1993 nahmen die PTT das digitale GSM-Netz Natel D in Betrieb. Die neue Technik verbesserte Sprachqualität, Kapazität und internationale Nutzungsmöglichkeiten.

Mit sinkenden Geräte- und Verbindungspreisen entwickelte sich der Mobilfunk seit den späten 1990er-Jahren zu einem Massenmarkt.

Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts

In den 1980er- und 1990er-Jahren setzte in Europa eine Liberalisierung des Telekommunikationswesens ein. Technologische Veränderungen und internationale Handelsregeln stellten die traditionellen staatlichen Monopole zunehmend infrage.

Die Europäische Union öffnete ihre Telekommunikationsmärkte schrittweise für private Anbieter. Die Schweiz passte ihr Recht ebenfalls an und ermöglichte Wettbewerb in immer mehr Bereichen.

1992 wurden bestimmte Endgeräte und Dienstleistungen liberalisiert. Der Bund bereitete anschliessend eine umfassende Neuordnung von Post und Telekommunikation vor.

Die Reform sollte einerseits einen wettbewerbsfähigen Telekommunikationsmarkt schaffen und andererseits die flächendeckende Grundversorgung gewährleisten.

Trennung von Post und Telekommunikation

Am 1. Oktober 1997 wurden die PTT in zwei selbstständige Unternehmen aufgeteilt. Aus dem Postbereich entstand Die Schweizerische Post, während der Fernmeldebereich zunächst als Telecom PTT und anschliessend als Swisscom auftrat.

Swisscom wurde als spezialgesetzliche Aktiengesellschaft organisiert. Der Bund blieb Eigentümer des Unternehmens.

Am 1. Januar 1998 trat das neue Fernmeldegesetz in Kraft. Der Markt für Telekommunikationsdienste wurde grundsätzlich für den Wettbewerb geöffnet.

Private Unternehmen erhielten die Möglichkeit, eigene Netze aufzubauen und Dienstleistungen anzubieten. Zu den frühen Konkurrenten gehörten diAx und Orange, aus denen später Sunrise beziehungsweise Salt hervorgingen.

Börsengang

Am 5. Oktober 1998 wurden Swisscom-Aktien erstmals an der Schweizer Börse gehandelt.

Der Bund verkaufte einen Teil seiner Beteiligung, behielt aber die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit. Der Börsengang gehörte zu den grössten Aktienplatzierungen in der Geschichte des schweizerischen Kapitalmarkts.

Swisscom wurde dadurch stärker nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt. Gleichzeitig blieb das Unternehmen aufgrund der Bundesbeteiligung und der Grundversorgungsaufgaben eng mit dem Staat verbunden.

Die Verbindung von staatlicher Mehrheitsbeteiligung und Börsenkotierung prägt die Unternehmensstruktur bis heute.

Expansion und Beteiligungen

In den ersten Jahren nach der Verselbstständigung beteiligte sich Swisscom an verschiedenen Unternehmen im In- und Ausland.

Zu den Tätigkeitsgebieten gehörten Mobilfunk, Internetzugang, Unternehmenskommunikation, IT-Dienste und digitale Verzeichnisse.

Mehrere internationale Beteiligungen wurden später wieder verkauft. Das Unternehmen konzentrierte sich zunehmend auf den Schweizer Markt und auf ausgewählte Aktivitäten in Italien.

Die Beteiligungsstrategie wurde wiederholt politisch diskutiert, da grössere Auslandsinvestitionen finanzielle Risiken für ein mehrheitlich im Besitz des Bundes befindliches Unternehmen mit sich bringen können.

Übernahme von Fastweb

2007 übernahm Swisscom die Mehrheit an der italienischen Fastweb. Später erwarb sie auch die verbleibenden Aktien und nahm das Unternehmen vollständig von der Börse.

Fastweb war 1999 gegründet worden und gehörte zu den frühen italienischen Anbietern von Breitbandanschlüssen über Glasfaser.

Mit der Übernahme erhielt Swisscom einen Zugang zum italienischen Telekommunikationsmarkt. Fastweb entwickelte sich zu einem bedeutenden Anbieter von Festnetz-, Internet-, Mobilfunk- und Geschäftskundendiensten.

Das Italiengeschäft wurde im Laufe der Zeit zu einem wichtigen zweiten Standbein des Konzerns.

Übernahme von Vodafone Italia

Am 15. März 2024 gab Swisscom bekannt, Vodafone Italia für acht Milliarden Euro übernehmen zu wollen.

Ziel war die Zusammenführung von Vodafone Italia mit Fastweb. Die beiden Unternehmen verfügten über sich ergänzende Stärken: Fastweb war besonders im Festnetz- und Geschäftskundengeschäft vertreten, Vodafone Italia verfügte über ein grosses Mobilfunknetz und eine breite Privatkundenbasis.

Nach der Zustimmung der zuständigen Behörden wurde die Transaktion am 31. Dezember 2024 abgeschlossen.[3]

Der Kauf war die grösste Unternehmensübernahme in der Geschichte von Swisscom. Er veränderte die Grösse und internationale Ausrichtung des Konzerns erheblich.

Die zusammengeführte Einheit tritt unter der Bezeichnung Fastweb + Vodafone auf. Sie bietet Festnetz-, Mobilfunk-, Internet-, Cloud- und IT-Dienste für Privat- und Geschäftskunden in Italien an.

Eigentumsverhältnisse

Die Schweizerische Eidgenossenschaft hält 51 Prozent des Aktienkapitals von Swisscom. Die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz und werden an der SIX Swiss Exchange gehandelt.

Das Telekommunikationsunternehmungsgesetz schreibt vor, dass der Bund die kapital- und stimmenmässige Mehrheit an Swisscom halten muss.[4]

Die Aktionärsrechte des Bundes werden durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation und die Eidgenössische Finanzverwaltung wahrgenommen.

Der Bundesrat legt für Swisscom jeweils strategische Ziele über einen Zeitraum von vier Jahren fest. Diese betreffen unter anderem Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Personalpolitik, Nachhaltigkeit und Risikomanagement.

Swisscom wird nicht direkt durch die Bundesverwaltung geführt. Verwaltungsrat und Konzernleitung tragen die unternehmerische Verantwortung.

Die Bundesbeteiligung ist regelmässig Gegenstand politischer Diskussionen. Während Befürworter sie mit Infrastruktur-, Sicherheits- und Versorgungsinteressen begründen, verlangen Kritiker eine teilweise oder vollständige Privatisierung.

Der Bundesrat bestätigte 2024 nach einer Überprüfung, dass die Eidgenossenschaft ihre Mehrheitsbeteiligung weiterhin behalten soll. Dabei spielten insbesondere sicherheitspolitische Überlegungen und die Bedeutung der Telekommunikationsinfrastruktur eine Rolle.

Unternehmensführung

Oberstes Organ der Swisscom AG ist die Generalversammlung der Aktionärinnen und Aktionäre.

Der Verwaltungsrat bestimmt die strategische Ausrichtung, überwacht die Konzernleitung und vertritt die Interessen des Unternehmens. Die Eidgenossenschaft kann aufgrund ihrer Aktienmehrheit massgeblichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Verwaltungsrats nehmen.

Die operative Führung liegt bei der Konzernleitung. Seit Juni 2022 ist Christoph Aeschlimann Chief Executive Officer von Swisscom.[5]

Aeschlimann ist Informatikingenieur und war vor seiner Ernennung zum Konzernchef als Leiter des Bereichs IT, Network & Infrastructure tätig.

Die Vergütung der leitenden Organe wird im Geschäftsbericht veröffentlicht und unterliegt den schweizerischen Vorschriften für börsenkotierte Unternehmen. Wegen der Bundesbeteiligung werden Höhe und Struktur der Vergütungen regelmässig auch politisch diskutiert.

Konzernstruktur

Die Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen in die Bereiche Schweiz und Italien gegliedert.

Im Segment Schweiz erbringt Swisscom Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen für Privatkunden, kleine und mittlere Unternehmen, Grossunternehmen und öffentliche Institutionen.

Das Segment Italien umfasst Fastweb + Vodafone. Die Unternehmenseinheit betreibt Festnetz- und Mobilfunkinfrastrukturen und bietet Telekommunikations- sowie IT-Dienste an.

Weitere Konzerngesellschaften sind in Bereichen wie IT-Beratung, Cybersicherheit, Gebäudeinformatik, Zahlungsdienste und digitale Medien tätig.

Swisscom passt ihre Organisation regelmässig an technologische Entwicklungen und Veränderungen im Markt an.

Geschäftszahlen

Durch die vollständige Einbeziehung von Vodafone Italia stieg der ausgewiesene Konzernumsatz 2025 stark an.

Kennzahl Geschäftsjahr 2025
Nettoumsatz 15,048 Milliarden Franken
Betriebsergebnis vor Abschreibungen nach Leasingaufwand 4,984 Milliarden Franken
Investitionen Mehrere Milliarden Franken in Netze, IT und Infrastruktur
Mitarbeitende Rund 24'000

Bei einem Vergleich, der Vodafone Italia auch für das Vorjahr vollständig einbezieht, entwickelte sich der Umsatz weniger stark als der reine Vergleich der veröffentlichten Konzernzahlen vermuten lässt.

Das Schweizer Geschäft ist von Preiswettbewerb und einem teilweise gesättigten Telekommunikationsmarkt geprägt. Wachstumsmöglichkeiten bestehen vor allem bei IT-Dienstleistungen, Cloud-Angeboten, Cybersicherheit und digitalen Geschäftslösungen.

Swisscom schüttet regelmässig eine Dividende an ihre Aktionäre aus. Aufgrund des Bundesanteils fliesst mehr als die Hälfte der Dividendensumme an die Eidgenossenschaft.[6]

Geschäft mit Privatkunden

Swisscom bietet Privatkunden Mobilfunkabonnemente, Prepaid-Angebote, Festnetztelefonie, Internetanschlüsse und digitales Fernsehen an.

Die Produkte werden häufig in kombinierten Paketen angeboten. Kundinnen und Kunden können Mobilfunk, Internet, Festnetz und Fernsehen in einem gemeinsamen Vertrag beziehen.

Die Hauptmarke richtet sich an Kundinnen und Kunden, die ein umfassendes Angebot, ein dichtes Filialnetz und zusätzliche Dienstleistungen wünschen.

Mit den Marken Wingo und M-Budget Mobile ist Swisscom auch im preisgünstigeren Marktsegment vertreten. Diese Angebote nutzen grundsätzlich das Mobilfunk- beziehungsweise Festnetz von Swisscom, unterscheiden sich aber bei Preis, Kundendienst und Leistungsumfang.

Mobilfunk

Swisscom betreibt eines der drei landesweiten Mobilfunknetze der Schweiz. Die beiden anderen physischen Mobilfunknetze gehören Sunrise und Salt.

Das Unternehmen bietet Sprach-, Nachrichten- und mobile Datendienste an. Verschiedene kleinere Anbieter nutzen das Swisscom-Netz für eigene Mobilfunkangebote.

Das GSM-Netz wurde 1993 eingeführt und über viele Jahre ausgebaut. Später folgten UMTS beziehungsweise 3G, LTE beziehungsweise 4G und ab 2019 der Mobilfunkstandard 5G.

Swisscom gehörte zu den ersten europäischen Netzbetreibern, die ein kommerzielles 5G-Netz in grösserem Umfang in Betrieb nahmen.

Das Mobilfunknetz deckt nahezu die gesamte bewohnte Schweiz ab. Die Versorgung in Tunneln, Gebirgsregionen und dünn besiedelten Gebieten ist technisch besonders anspruchsvoll.

5G

Swisscom begann 2018 mit ersten öffentlichen 5G-Testnetzen. Im April 2019 nahm das Unternehmen nach der Freigabe geeigneter Endgeräte den kommerziellen Betrieb auf.

5G ermöglicht höhere Datenraten, kürzere Reaktionszeiten und die gleichzeitige Verbindung einer grossen Zahl von Geräten.

Neben privaten Smartphones wird die Technik für Industrieanlagen, Verkehrssysteme, Sensoren, medizinische Anwendungen und temporäre Breitbandverbindungen eingesetzt.

Der Ausbau führte zu politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über Strahlenschutz, Bewilligungsverfahren und die Berechnung der Belastung durch adaptive Antennen.

Swisscom verweist darauf, dass ihre Anlagen die schweizerischen Grenzwerte einhalten müssen und von den zuständigen Behörden kontrolliert werden.

Festnetz

Das Festnetz von Swisscom umfasst traditionelle Kupferleitungen, Koaxial- und Glasfaserverbindungen sowie verschiedene technische Übergangslösungen.

Über Jahrzehnte beruhte die Festnetztelefonie hauptsächlich auf Kupferkabeln. Diese Infrastruktur wurde ursprünglich für analoge Sprachübertragung aufgebaut und später auch für digitale Internetanschlüsse verwendet.

Mit DSL-Techniken konnten über bestehende Telefonleitungen zunehmend höhere Datenraten angeboten werden.

Swisscom stellte die traditionelle analoge und ISDN-basierte Telefonie schrittweise auf das Internetprotokoll um. Die sogenannte All-IP-Migration wurde in den späten 2010er-Jahren weitgehend abgeschlossen.

Telefonie, Internet und Fernsehen werden seither grundsätzlich über eine gemeinsame IP-basierte Infrastruktur übertragen.

Glasfasernetz

Der Ausbau von Glasfaseranschlüssen ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte von Swisscom.

Bei Fiber to the Home wird eine Glasfaserleitung bis in die Wohnung oder das Geschäftsgebäude geführt. Diese Technik ermöglicht wesentlich höhere Datenraten als traditionelle Kupferleitungen.

Swisscom baut das Netz teilweise allein und teilweise gemeinsam mit Städten, Gemeinden, Energieversorgungsunternehmen und anderen Partnern aus.

In den frühen Ausbauphasen wurde häufig ein Mehrfasermodell verwendet. Dabei wurden mehrere Fasern bis zu einem Anschluss verlegt, sodass verschiedene Anbieter direkten Zugang erhalten konnten.

Später setzte Swisscom bei einem Teil des Ausbaus auf eine Punkt-zu-Mehrpunkt-Architektur. Die Wettbewerbskommission untersuchte dieses Modell, da alternative Anbieter keinen vollständig unabhängigen physischen Zugang zu jeder einzelnen Leitung erhielten.

Das Bundesverwaltungsgericht und später das Bundesgericht bestätigten vorsorgliche wettbewerbsrechtliche Einschränkungen. Swisscom passte daraufhin ihre Ausbaupläne und einen Teil der bereits errichteten Infrastruktur an.

Der Konflikt verzögerte den Glasfaserausbau und führte zu erheblichen Zusatzkosten.

Internetangebote

Swisscom bietet Breitbandanschlüsse über Glasfaser, Kupfer, Mobilfunk und kombinierte Technologien an.

Die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit hängt vom Standort, von der Leitungslänge, vom Ausbaustand und von der verwendeten Technik ab.

In Gebieten ohne direkten Glasfaseranschluss werden teilweise Kupferleitungen mit zusätzlichen technischen Verfahren beschleunigt.

Für abgelegene Standorte kann eine Kombination aus Festnetz und Mobilfunk eingesetzt werden. Dabei wird die Datenverbindung bei Bedarf durch das Mobilfunknetz ergänzt.

Swisscom betreibt auch öffentliche WLAN-Zugänge und Internetdienste für Hotels, Veranstaltungen und Verkehrsbetriebe.

Swisscom blue TV

Swisscom führte 2006 ein digitales Fernsehangebot über das Breitbandnetz ein. Es trug zunächst den Namen Bluewin TV und später Swisscom TV.

Seit 2020 wird das Angebot unter der Marke blue TV vermarktet.

Der Dienst umfasst lineare Fernsehprogramme, zeitversetztes Fernsehen, Aufnahmen, Video-on-Demand, Sportübertragungen und verschiedene Streaming-Anwendungen.

Swisscom produziert und vertreibt unter der Marke blue auch eigene Film- und Sportangebote. Besonders bedeutend sind Übertragungsrechte für Fussball, Eishockey und weitere Sportarten.

Die Fernsehplattform konkurriert mit Angeboten von Sunrise, Kabelnetzbetreibern und internationalen Streamingdiensten.

Bluewin

Bluewin wurde 1996 als Internetdienst der damaligen Telecom PTT gegründet.

Die Marke entwickelte sich zu einem der bekanntesten Internetportale und E-Mail-Dienste der Schweiz. Bluewin bot Nachrichten, Suchfunktionen, Unterhaltung, elektronische Post und Internetzugänge an.

Die Internetzugänge wurden später vollständig in die Swisscom-Angebote integriert. Der Name Bluewin blieb insbesondere für E-Mail-Adressen und das Nachrichtenportal erhalten.

Das Portal veröffentlicht Inhalte aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Unterhaltung.

Geschäftskunden

Swisscom bietet Unternehmen Telekommunikations- und IT-Dienste aus einer Hand.

Zum Angebot gehören Internet- und Standortvernetzung, Mobilfunk, Cloud-Dienste, Rechenzentren, Arbeitsplatzlösungen, Cybersicherheit und Unternehmenssoftware.

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten standardisierte Produkte und Beratungsleistungen. Für Grossunternehmen und öffentliche Institutionen entwickelt Swisscom komplexe, individuell angepasste Lösungen.

Der Geschäftskundenbereich arbeitet mit Banken, Versicherungen, Industrieunternehmen, Gesundheitsorganisationen, Behörden und Verkehrsbetrieben zusammen.

Die zunehmende Verbindung von Telekommunikation und Informationstechnologie hat diesen Bereich stark verändert. Klassische Sprach- und Datenanschlüsse werden immer häufiger durch cloudbasierte Plattformen ersetzt.

IT-Dienstleistungen

Swisscom gehört zu den grössten IT-Dienstleistern der Schweiz.

Das Unternehmen betreibt Rechenzentren, entwickelt Software, integriert Unternehmenssysteme und unterstützt Kunden bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse.

Ein Schwerpunkt liegt auf Cloud-Angeboten. Swisscom betreibt eigene Cloud-Infrastrukturen und arbeitet gleichzeitig mit internationalen Technologieunternehmen zusammen.

Im Bereich Banken bietet Swisscom Dienstleistungen für Zahlungsverkehr, Wertschriftenabwicklung, Kernbankensysteme und digitale Kundenplattformen an.

Weitere Tätigkeitsfelder sind Gesundheitsinformatik, industrielle Vernetzung, elektronische Identifikation, Datenanalyse und künstliche Intelligenz.

Cybersicherheit

Swisscom bietet Dienstleistungen zur Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen an.

Dazu gehören Sicherheitsüberwachung, Schutz von Netzwerken und Endgeräten, Identitätsverwaltung, Verschlüsselung, Angriffssimulationen und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Das Unternehmen betreibt Sicherheitszentren, in denen Spezialisten Netzwerke und Systeme von Kunden überwachen.

Als Betreiber kritischer Kommunikationsinfrastruktur ist Swisscom selbst ein mögliches Ziel von Cyberangriffen. Das Unternehmen muss deshalb umfangreiche technische und organisatorische Schutzmassnahmen umsetzen.

Swisscom arbeitet mit Bundesstellen, Hochschulen, Branchenorganisationen und internationalen Sicherheitspartnern zusammen.

Rechenzentren

Swisscom betreibt mehrere Rechenzentren in der Schweiz.

Sie dienen dem Betrieb eigener Dienste und der Bereitstellung von IT-Infrastruktur für Unternehmen und Behörden.

Die Anlagen verfügen über redundante Stromversorgung, Kühlung, physische Sicherheitsmassnahmen und mehrfach angebundene Datenleitungen.

Bei der Standortwahl spielen Datenschutz, Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und geologische Risiken eine wichtige Rolle.

Die Nachfrage nach Rechenleistung steigt durch Cloud-Dienste, künstliche Intelligenz, Streaming und die Digitalisierung von Unternehmen.

Fastweb + Vodafone

Fastweb + Vodafone bildet das italienische Geschäft von Swisscom.

Die Einheit entstand nach der Übernahme von Vodafone Italia und ihrer Zusammenführung mit Fastweb. Sie verfügt über eigene Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur.

Fastweb war traditionell stark bei Glasfaseranschlüssen, Geschäftskunden und Festnetzdiensten. Vodafone Italia verfügte über eine grosse Mobilfunkkundenbasis und ein landesweites Mobilfunknetz.

Die Kombination soll ein vollständig integriertes Telekommunikationsunternehmen schaffen, das Festnetz-, Mobilfunk-, Internet- und IT-Dienste anbieten kann.

Die Integration umfasst Netze, Marken, IT-Systeme, Vertrieb, Personal und Unternehmensstrukturen. Swisscom erwartet langfristig erhebliche Kostenvorteile, insbesondere durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Technologie.

Die Übernahme erhöhte gleichzeitig die Verschuldung und die unternehmerischen Risiken des Konzerns.

Grundversorgung

Das schweizerische Fernmeldegesetz verpflichtet den Bund, eine landesweit verfügbare Grundversorgung mit grundlegenden Telekommunikationsdiensten sicherzustellen.

Die Eidgenössische Kommunikationskommission vergibt dafür eine Grundversorgungskonzession. Swisscom besitzt diese Konzession für die gesamte Schweiz.

Die Grundversorgung umfasst unter anderem einen Telefonanschluss, einen Breitbandinternetzugang und besondere Dienste für Menschen mit Behinderungen.

Der vorgeschriebene Leistungsumfang wird vom Bundesrat festgelegt und an technische sowie gesellschaftliche Entwicklungen angepasst.

Swisscom muss die Grundversorgungsdienste auch in abgelegenen und wirtschaftlich wenig attraktiven Gebieten anbieten.

Wenn die Kosten der Grundversorgung nicht durch die Einnahmen gedeckt werden könnten, wäre grundsätzlich eine Finanzierung durch die Fernmeldedienstanbieter möglich. Swisscom hat bisher auf eine solche Entschädigung verzichtet.

Regulierung

Swisscom untersteht wie andere Fernmeldedienstanbieter dem Fernmeldegesetz, dem Datenschutzrecht, dem Wettbewerbsrecht und weiteren Vorschriften.

Das Bundesamt für Kommunikation bereitet die Fernmeldepolitik vor und beaufsichtigt verschiedene regulatorische Bereiche.

Die Eidgenössische Kommunikationskommission vergibt Mobilfunkkonzessionen, entscheidet über bestimmte Zugangsfragen und überwacht die Grundversorgung.

Die Wettbewerbskommission untersucht mögliche Wettbewerbsbeschränkungen und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Preisüberwacher, Datenschutzbehörden und Gerichte befassen sich ebenfalls regelmässig mit Swisscom.

Aufgrund der historisch gewachsenen Infrastruktur besitzt das Unternehmen in mehreren Bereichen eine starke Marktstellung. Die Regulierung soll verhindern, dass alternative Anbieter beim Zugang zu wichtigen Netzelementen benachteiligt werden.

Netzzugang für andere Anbieter

Das Fernmeldegesetz verpflichtet marktbeherrschende Anbieter unter bestimmten Voraussetzungen, Konkurrenten Zugang zu bestehenden Einrichtungen zu gewähren.

Dazu gehören die Zusammenschaltung von Netzen, der Zugang zu Teilnehmeranschlüssen und die Mitbenutzung bestimmter Kabelkanäle.

Viele kleinere Telekommunikationsunternehmen besitzen keine vollständige eigene Infrastruktur. Sie kaufen deshalb Vorleistungen von Swisscom oder anderen Netzbetreibern ein.

Die Höhe der Zugangspreise und die technischen Bedingungen führten wiederholt zu Verfahren vor ComCom, Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht.

Der regulatorische Zugang bezieht sich nicht automatisch auf jede neue Netztechnologie in gleicher Weise. Besonders der Glasfaserausbau löste deshalb neue politische und rechtliche Diskussionen aus.

Marktstellung

Swisscom ist im schweizerischen Telekommunikationsmarkt Marktführerin.

Im Mobilfunk konkurriert sie hauptsächlich mit Sunrise und Salt. Daneben bestehen zahlreiche virtuelle Anbieter, die eines der drei Mobilfunknetze nutzen.

Im Festnetz- und Breitbandmarkt konkurriert Swisscom mit Sunrise, regionalen Kabelnetzbetreibern, Elektrizitätswerken und lokalen Glasfaseranbietern.

Bei IT-Diensten trifft das Unternehmen auf schweizerische und internationale Technologieunternehmen.

Swisscom begründet ihre starke Marktstellung mit Netzqualität, Investitionen, Kundendienst und einem umfassenden Produktangebot. Kritiker führen sie teilweise auf die frühere Monopolstellung und den Besitz eines grossen Teils der Anschlussinfrastruktur zurück.

Marken

Swisscom verwendet mehrere Marken für unterschiedliche Kundengruppen und Dienstleistungen.

Marke Tätigkeitsbereich
Swisscom Telekommunikations- und IT-Dienste in der Schweiz
blue Fernsehen, Filme, Sport und Unterhaltung
Bluewin E-Mail- und Nachrichtenportal
Wingo Preisgünstige Mobilfunk- und Internetangebote
M-Budget Mobile Mobilfunkangebote in Zusammenarbeit mit der Migros
Fastweb Telekommunikation und IT in Italien
Vodafone Mobilfunk- und Telekommunikationsangebote in Italien

Marken und Produktbezeichnungen werden regelmässig angepasst. Teilweise bleiben bekannte Namen bestehen, obwohl die technische oder organisatorische Grundlage verändert wird.

Filialnetz

Swisscom betreibt ein landesweites Netz von Verkaufsstellen.

Die Shops verkaufen Smartphones, Router, Fernsehzubehör und weitere Geräte. Mitarbeitende beraten zu Abonnementen, Installationen und technischen Problemen.

Mit der zunehmenden Bedeutung des Online-Vertriebs wurde die Zahl der Filialen reduziert. Einige Standorte wurden zusammengelegt oder geschlossen.

Das Filialnetz bleibt dennoch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber reinen Online-Anbietern.

Zusätzlich arbeitet Swisscom mit Elektronikhändlern und unabhängigen Verkaufspartnern zusammen.

Netzinfrastruktur

Swisscom besitzt und betreibt eine umfangreiche Telekommunikationsinfrastruktur.

Dazu gehören Glasfaser- und Kupferleitungen, Mobilfunkantennen, Vermittlungsanlagen, Rechenzentren, Kabelkanäle, Richtfunkverbindungen und internationale Datenleitungen.

Teile der Infrastruktur gelten als kritisch für das Funktionieren von Wirtschaft, Verwaltung, Rettungsdiensten und Bevölkerung.

Netze müssen gegen Stromausfälle, Naturgefahren, technische Störungen, Sabotage und Cyberangriffe geschützt werden.

Swisscom investiert jährlich hohe Beträge in Ausbau, Modernisierung und Instandhaltung.

Notruf und Sicherheitskommunikation

Die Netze von Swisscom werden für Notrufnummern, Alarmierung und Kommunikation von Rettungsorganisationen genutzt.

Das Unternehmen erbringt technische Leistungen für Polizei, Feuerwehr, Sanität, Armee und andere Behörden.

Störungen können deshalb erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit haben. Swisscom betreibt redundante Systeme und Notstromanlagen, um die Verfügbarkeit zu erhöhen.

Bei grösseren Ausfällen arbeitet das Unternehmen mit Behörden und anderen Netzbetreibern zusammen.

Swisscom ist zudem am Aufbau sicherer Kommunikationslösungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben beteiligt.

Internationale Verbindungen

Die Schweiz ist über Glasfaser-, Transit- und Roamingverbindungen in die internationalen Telekommunikationsnetze eingebunden.

Swisscom schliesst Vereinbarungen mit ausländischen Netzbetreibern und Internetknoten ab.

Für Mobilfunkkunden bestehen Roamingabkommen in zahlreichen Ländern. Da die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist, gelten die EU-Regeln über zuschlagsfreies Roaming nicht automatisch.

Swisscom integriert bei vielen Abonnementen dennoch bestimmte Roamingleistungen in den monatlichen Preis.

Die Roamingpreise waren wiederholt Gegenstand politischer Kritik und regulatorischer Massnahmen.

Swisscom Broadcast

Swisscom Broadcast betreibt technische Infrastrukturen für Rundfunk, Sicherheitskommunikation und Veranstaltungen.

Das Unternehmen verbreitet Radio- und Fernsehsignale über terrestrische Sendernetze und Richtfunk.

Es erbringt zudem Leistungen für Blaulichtorganisationen, Energieversorger, Verkehrsunternehmen und Veranstalter.

Swisscom Broadcast betreibt einen grossen Teil der schweizerischen Sendestandorte. Viele Anlagen befinden sich auf Bergen und anderen exponierten Standorten.

Zu den bekannten Sendestandorten gehören der Säntis, die Rigi, der Uetliberg und der Chasseral.

Telefonverzeichnisse

Telefonverzeichnisse gehörten historisch zu den wichtigsten Dienstleistungen der PTT und später von Swisscom.

Gedruckte Telefonbücher verzeichneten private und geschäftliche Anschlüsse. Mit der Verbreitung des Internets nahm ihre Bedeutung stark ab.

Swisscom und weitere Partner bündelten verschiedene Verzeichnisdienste in der Swisscom Directories AG. Die bekannten Plattformen local.ch und search.ch bieten Adresssuche, Telefonnummern, Karten, Fahrpläne und Branchenverzeichnisse an.

Swisscom verkaufte später Teile ihrer Beteiligung. Die Verzeichnisdienste wurden organisatorisch mehrfach neu geordnet.

Zahlungslösungen

Swisscom war an verschiedenen Projekten für mobile und digitale Zahlungssysteme beteiligt.

Zusammen mit Banken und anderen Unternehmen wirkte sie am Aufbau von Twint mit. Frühere eigene Lösungen wurden später in die gemeinsame schweizerische Plattform integriert.

Für Geschäftskunden bietet Swisscom technische Dienste im Zahlungsverkehr, bei elektronischen Rechnungen und im Bankenumfeld an.

Die Verbindung von Mobilfunknummer, Identität und Zahlungsabwicklung führte zu neuen digitalen Geschäftsmodellen.

Digitale Identität

Swisscom beteiligt sich an Lösungen zur elektronischen Identifikation und digitalen Unterschrift.

Mobilfunkanschlüsse können für Zwei-Faktor-Authentifizierung und Bestätigungscodes genutzt werden.

Mit der Mobile ID entwickelte Swisscom eine Möglichkeit, sich über eine speziell ausgestattete SIM-Karte sicher bei digitalen Diensten anzumelden.

Das Unternehmen bietet qualifizierte elektronische Signaturen und Identitätsprüfungen für Unternehmen und Behörden an.

Datenschutz und Schutz vor Identitätsdiebstahl sind bei solchen Diensten von besonderer Bedeutung.

Künstliche Intelligenz

Swisscom verwendet künstliche Intelligenz in Netzwartung, Kundendienst, Cybersicherheit, Datenanalyse und internen Geschäftsprozessen.

Automatisierte Systeme helfen beispielsweise bei der Erkennung technischer Störungen, der Optimierung von Mobilfunknetzen und der Klassifizierung von Kundenanfragen.

Das Unternehmen entwickelt auch KI-Lösungen für Geschäftskunden.

Dabei bestehen Herausforderungen hinsichtlich Datenschutz, Transparenz, Urheberrecht und möglicher Fehler automatisierter Entscheidungen.

Swisscom arbeitet mit Hochschulen, Start-ups und internationalen Technologieunternehmen im Bereich künstliche Intelligenz zusammen.

Forschung und Innovation

Swisscom unterhält eigene Entwicklungs- und Innovationsbereiche.

Das Unternehmen testet neue Netztechnologien, digitale Dienste, Sensorik, Cloud-Plattformen und Anwendungen für das Internet der Dinge.

Kooperationen bestehen unter anderem mit der ETH Zürich, der École polytechnique fédérale de Lausanne, Fachhochschulen und Forschungsinstituten.

Swisscom unterstützt Start-ups durch Partnerschaften, Wettbewerbe und Beteiligungen.

Ein Teil der Innovationstätigkeit konzentriert sich auf neue Geschäftsmodelle ausserhalb der klassischen Telekommunikation.

Internet der Dinge

Swisscom betreibt Netze und Plattformen für das Internet der Dinge.

Vernetzte Geräte können Messwerte übertragen, Maschinen überwachen oder Prozesse automatisieren.

Anwendungen bestehen in Landwirtschaft, Logistik, Industrie, Gebäudetechnik, Energieversorgung und Smart-City-Projekten.

Für Geräte mit geringem Energieverbrauch und kleinen Datenmengen werden besondere Funktechnologien eingesetzt.

Die Sicherheit solcher Systeme ist wichtig, da schlecht geschützte Geräte als Angriffspunkt für Cyberkriminalität dienen können.

Nachhaltigkeit

Swisscom veröffentlicht Ziele und Berichte zu Klima, Energieverbrauch, Kreislaufwirtschaft und sozialer Verantwortung.

Der Betrieb von Mobilfunknetzen, Rechenzentren und IT-Systemen benötigt grosse Mengen Strom. Effizientere Technik und erneuerbare Energie sollen den Ressourcenverbrauch begrenzen.

Das Unternehmen nutzt in der Schweiz nach eigenen Angaben Strom aus erneuerbaren Quellen und investiert in energieeffiziente Gebäude und Anlagen.

Alte Mobiltelefone, Router und andere Geräte werden zurückgenommen, wiederverwendet oder recycelt.

Swisscom bietet Programme für den Erwerb gebrauchter beziehungsweise wiederaufbereiteter Geräte an.

Die Klimawirkung der zunehmenden Datenübertragung bleibt dennoch umstritten. Effizienzgewinne können durch den starken Anstieg des Datenverkehrs teilweise aufgehoben werden.

Energieverbrauch

Mobilfunkantennen, Festnetzanlagen und Rechenzentren benötigen eine dauerhafte Stromversorgung.

Der Ausbau von 5G und Glasfaser kann pro übertragener Datenmenge effizienter sein als ältere Technik. Gleichzeitig wächst das gesamte Datenvolumen stark.

Swisscom optimiert Kühlung, Serverauslastung und Stromversorgung ihrer Anlagen.

Die Abwärme von Rechenzentren kann teilweise für Gebäude oder Wärmenetze genutzt werden.

Für den Fall einer Strommangellage entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Behörden Notfall- und Priorisierungskonzepte.

Arbeitsplätze

Swisscom gehört zu den grössten Arbeitgebern der Schweiz.

Das Unternehmen beschäftigt Fachkräfte in Telekommunikation, Informatik, Verkauf, Kundendienst, Bau, Finanzen und Verwaltung.

Der technologische Wandel verändert die Berufsprofile. Klassische Tätigkeiten in Vermittlung, Festnetztechnik und Schalterdienst gingen zurück, während der Bedarf an Softwareentwicklern, Datenanalysten und Cybersicherheitsspezialisten zunahm.

Umstrukturierungen führen regelmässig zum Abbau oder zur Verlagerung von Stellen.

Swisscom versucht, einen Teil des Personalabbaus durch natürliche Fluktuation, Umschulung und interne Stellenwechsel zu bewältigen.

Berufsbildung

Swisscom bildet jährlich zahlreiche Lernende aus.

Zu den Lehrberufen gehören Informatik, Mediamatik, Detailhandel, Kundendialog, Kaufleute und Gebäudeinformatik.

Das Unternehmen verwendet teilweise flexible Ausbildungsmodelle, bei denen Lernende verschiedene Projekte und Teams selbst auswählen können.

Neben der beruflichen Grundbildung bietet Swisscom Praktika, Hochschulprogramme und Weiterbildung für Mitarbeitende an.

Die Ausbildungstätigkeit wird als Teil des öffentlichen und gesellschaftlichen Auftrags des bundesnahen Unternehmens verstanden.

Sozialpartnerschaft

Die Arbeitsbedingungen werden teilweise durch Gesamtarbeitsverträge geregelt.

Verhandlungspartner sind unter anderem die Gewerkschaft Syndicom und der Personalverband Transfair.

Themen der Sozialpartnerschaft sind Löhne, Arbeitszeit, Weiterbildung, Gesundheitsschutz, mobile Arbeit und Umgang mit Umstrukturierungen.

Personalabbau und Auslagerungen führen wiederholt zu Konflikten mit den Gewerkschaften.

Swisscom verfügt über Sozialpläne für Mitarbeitende, deren Stellen aufgehoben werden.

Datenschutz

Swisscom verarbeitet grosse Mengen an Kommunikations-, Vertrags-, Standort- und Nutzungsdaten.

Das Unternehmen untersteht dem schweizerischen Datenschutzgesetz und dem Fernmeldegeheimnis.

Inhalte und Randdaten der Kommunikation dürfen nur unter gesetzlich festgelegten Voraussetzungen herausgegeben werden.

Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden können gestützt auf gerichtliche oder gesetzliche Anordnungen Überwachungsmassnahmen verlangen.

Swisscom muss technische Einrichtungen für die gesetzlich vorgesehene Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs bereitstellen.

Die Speicherung und Nutzung von Kundendaten wird regelmässig von Datenschützern und Konsumentenorganisationen beobachtet.

Überwachung des Fernmeldeverkehrs

Fernmeldedienstanbieter sind verpflichtet, bestimmte Angaben für Strafverfolgungsbehörden bereitzuhalten.

Dazu gehören Teilnehmerdaten und unter bestimmten Voraussetzungen technische Verkehrs- und Standortdaten.

Die Durchführung erfolgt nach dem Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs.

Swisscom prüft nicht selbst, ob eine strafrechtliche Untersuchung gerechtfertigt ist. Sie setzt rechtsgültige Anordnungen der zuständigen Behörden technisch um.

Die Ausweitung staatlicher Überwachungsmöglichkeiten führte wiederholt zu politischen Auseinandersetzungen über Sicherheit und Privatsphäre.

Netzsperren

Swisscom muss gesetzlich angeordnete Sperren bestimmter Internetangebote umsetzen.

Dazu gehören nicht bewilligte ausländische Online-Geldspiele, die auf Sperrlisten der Eidgenössischen Spielbankenkommission und der Gespa stehen.

Auch gerichtliche oder behördliche Anordnungen in anderen Rechtsbereichen können technische Massnahmen erfordern.

Kritiker betrachten Netzsperren als leicht umgehbar und als möglichen Eingriff in die Freiheit des Internets. Befürworter sehen sie als Instrument zur Durchsetzung schweizerischen Rechts.

Swisscom handelt in solchen Fällen als Zugangsanbieter und nicht als Behörde, die über die Rechtmässigkeit der Inhalte entscheidet.

Netzneutralität

Die schweizerische Netzneutralität verpflichtet Internetanbieter grundsätzlich, Daten bei der Übertragung gleich zu behandeln.

Swisscom darf einzelne Dienste nicht ohne sachlichen Grund blockieren, verlangsamen oder bevorzugen.

Ausnahmen bestehen unter anderem für Netzmanagement, gesetzliche Verpflichtungen, Sicherheitsmassnahmen und besondere Dienste.

Vor der ausdrücklichen gesetzlichen Regelung wurde Swisscom wegen bestimmter Tarif- und Dienstmodelle kritisiert.

Die Netzneutralität soll verhindern, dass grosse Anbieter den Zugang zu digitalen Märkten kontrollieren oder eigene Dienste systematisch bevorzugen.

Störungen und Ausfälle

Swisscom war wiederholt von grösseren technischen Störungen betroffen.

Ausfälle können Mobilfunk, Festnetztelefonie, Internet, Fernsehen und Notrufdienste gleichzeitig beeinträchtigen.

Besonders kritisch sind Störungen der Notrufnummern 112, 117, 118 und 144. Bei mehreren Vorfällen waren Notrufzentralen zeitweise nicht über die üblichen Nummern erreichbar.

Nach schweren Ausfällen untersuchten Behörden und Unternehmen Ursachen, Krisenkommunikation und technische Redundanz.

Swisscom investierte in voneinander unabhängige Systeme, zusätzliche Überwachung und verbesserte Notfallverfahren.

Eine vollständige Ausfallsicherheit kann bei komplexen digitalen Netzen dennoch nicht garantiert werden.

Wettbewerbskontroversen

Swisscom war mehrfach Gegenstand wettbewerbsrechtlicher Untersuchungen.

Die Verfahren betrafen unter anderem Preise für Breitbandvorleistungen, Sportübertragungsrechte, Ausschreibungen, Roaming und den Glasfaserausbau.

In einzelnen Fällen verhängte die Wettbewerbskommission hohe Sanktionen. Swisscom focht mehrere Entscheide vor Gerichten an.

Das Unternehmen weist den Vorwurf eines systematischen Missbrauchs seiner Marktstellung zurück und betont den intensiven Wettbewerb.

Die Verfahren zeigen die besondere Doppelrolle von Swisscom als marktbeherrschendem Infrastrukturunternehmen und kommerziellem Anbieter auf denselben Netzen.

Breitbandverfahren

Die Wettbewerbskommission sanktionierte Swisscom wegen einer sogenannten Kosten-Preis-Schere im Breitbandgeschäft.

Der Vorwurf lautete, dass Konkurrenten für Vorleistungen so hohe Preise bezahlen mussten, dass sie Endkundenangebote nicht profitabel zu vergleichbaren Bedingungen anbieten konnten.

Der Fall durchlief mehrere gerichtliche Instanzen.

Solche Verfahren sind für die Marktregulierung bedeutsam, weil alternative Anbieter teilweise auf die Infrastruktur von Swisscom angewiesen sind.

Sportrechte

Swisscom erwarb über ihre Mediengesellschaften umfangreiche Übertragungsrechte für Schweizer Fussball und Eishockey.

Die exklusive Verwertung stärkte das Fernsehangebot und half bei der Gewinnung von Internet- und Fernsehkunden.

Konkurrenten kritisierten zeitweise den eingeschränkten Zugang zu bestimmten Sportprogrammen.

Die Wettbewerbskommission untersuchte die Vermarktung und verhängte eine Sanktion wegen des Umgangs mit Sportrechten. Der Rechtsstreit beschäftigte anschliessend die Gerichte.

Die Aufteilung der Rechte zwischen Swisscom, Sunrise, öffentlichen Sendern und weiteren Plattformen verändert sich regelmässig.

Preisgestaltung

Swisscom gilt im Vergleich zu zahlreichen Konkurrenten als Anbieterin im höheren Preissegment.

Das Unternehmen begründet seine Preise mit Netzqualität, Investitionen, Service, Filialnetz und umfassenden Leistungen.

Konsumentenorganisationen kritisieren teilweise hohe Abonnementspreise, komplizierte Paketstrukturen und automatische Preisanpassungen.

Der intensive Wettbewerb führte zur Einführung günstigerer Zweitmarken und zeitlich begrenzter Rabattangebote.

Für den Preisvergleich müssen neben der monatlichen Grundgebühr auch Aktivierungskosten, Gerätetarife, Roaming und Mindestvertragszeiten berücksichtigt werden.

Kundenservice

Swisscom bietet Kundendienst über Telefon, Internet, Chat, soziale Medien und Filialen an.

Viele technische Einstellungen und Vertragsänderungen können über das Online-Kundenportal oder eine mobile Anwendung vorgenommen werden.

Automatisierte Assistenten und künstliche Intelligenz übernehmen einen wachsenden Teil einfacher Anfragen.

Komplexere technische Probleme werden durch spezialisierte Mitarbeitende oder Vor-Ort-Dienste bearbeitet.

Wie bei anderen grossen Telekommunikationsunternehmen sind Kundendienst, Wartezeiten und Vertragsabwicklung regelmässig Gegenstand öffentlicher Kritik.

Politische Bedeutung

Swisscom ist wegen der Bundesbeteiligung und der Bedeutung ihrer Infrastruktur ein politisch besonders beobachtetes Unternehmen.

Das Parlament diskutiert regelmässig über Eigentümerstrategie, Versorgungssicherheit, Managerlöhne, Stellenabbau, Preise und Auslandinvestitionen.

Grössere Übernahmen wie jene von Vodafone Italia lösten Debatten über finanzielle Risiken und die Rolle des Bundes als Mehrheitsaktionär aus.

Der Bund muss zugleich unterschiedliche Interessen berücksichtigen. Er ist Eigentümer, Regulator, Gesetzgeber, Steuerempfänger und Nutzer von Swisscom-Diensten.

Diese Mehrfachrolle kann zu Zielkonflikten führen.

Privatisierungsdebatte

Eine vollständige oder teilweise Privatisierung von Swisscom wurde seit dem Börsengang mehrfach vorgeschlagen.

Befürworter argumentieren, Telekommunikation sei ein wettbewerblicher Markt und benötige keine staatliche Unternehmensbeteiligung.

Sie verweisen auf mögliche Interessenkonflikte des Bundes und finanzielle Risiken durch Auslandgeschäfte.

Gegner einer Privatisierung betrachten Kommunikationsnetze als strategische Infrastruktur. Sie befürchten, dass ein vollständig privates Unternehmen Versorgungssicherheit und flächendeckende Investitionen weniger stark gewichten könnte.

2006 schlug der Bundesrat eine vollständige Veräusserung der Beteiligung vor. Das Parlament trat jedoch nicht auf die Vorlage ein.

Die gesetzliche Mehrheitsbeteiligung blieb deshalb bestehen.

Auslandrisiken

Die Investitionen in Italien bieten Wachstumsmöglichkeiten, erhöhen aber auch die Risiken des Konzerns.

Der italienische Telekommunikationsmarkt ist durch starken Preiswettbewerb, hohe Investitionskosten und mehrere grosse Anbieter geprägt.

Die Integration von Fastweb und Vodafone Italia ist organisatorisch und technisch komplex.

Geplante Kosteneinsparungen müssen erreicht werden, ohne Netzqualität, Kundendienst und Marktposition zu beeinträchtigen.

Da der Bund Mehrheitsaktionär ist, werden mögliche Verluste oder Wertberichtigungen auch als politisches Risiko betrachtet.

Swisscom betont, dass die Finanzierung der Übernahme mit einer weiterhin soliden Bilanz und verlässlichen Dividendenpolitik vereinbar sei.

Versorgungssicherheit

Telekommunikationsnetze sind für Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung unverzichtbar.

Swisscom muss ihre Systeme gegen technische Defekte, Cyberangriffe, Naturkatastrophen und längere Stromausfälle schützen.

Kritische Anlagen verfügen über Batterien, Generatoren und redundante Datenwege. Die Überbrückungsdauer ist jedoch je nach Anlage begrenzt.

In einer schweren Strommangellage könnten Mobilfunk- und Internetdienste eingeschränkt werden.

Bund, Kantone und Netzbetreiber entwickeln deshalb gemeinsame Vorsorge- und Priorisierungsmassnahmen.

Die Bundesmehrheit an Swisscom wird teilweise mit dieser sicherheits- und versorgungspolitischen Bedeutung begründet.

Rolle in der Digitalisierung der Schweiz

Swisscom besitzt eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen ermöglicht Homeoffice, elektronische Verwaltung, Telemedizin, Onlinebildung und digitale Geschäftsmodelle.

Unternehmen nutzen Cloud-, Sicherheits- und Vernetzungslösungen von Swisscom.

Die starke Stellung des Unternehmens kann Investitionen beschleunigen, führt aber zugleich zu Diskussionen über Wettbewerb und Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.

Die Digitalisierung erhöht auch den Energieverbrauch und die Bedeutung von Datenschutz und Cybersicherheit.

Gesellschaftliches Engagement

Swisscom unterstützt Projekte in Bildung, Medienkompetenz, Sport, Kultur und Umweltschutz.

Das Unternehmen bietet Kurse und Informationsmaterialien zur sicheren Nutzung digitaler Medien an.

Besondere Programme richten sich an Kinder, Eltern, Schulen und ältere Menschen.

Swisscom tritt als Sponsor verschiedener Sportverbände, Veranstaltungen und Institutionen auf.

Das gesellschaftliche Engagement dient zugleich der Markenpflege und wird deshalb teilweise als Marketingaktivität eingeordnet.

Medienkompetenz

Mit Unterrichtsmaterialien und Kursen fördert Swisscom den Umgang mit Internet, Smartphones und sozialen Medien.

Behandelt werden unter anderem Datenschutz, Cybermobbing, Bildschirmzeit, betrügerische Nachrichten und sichere Passwörter.

Die Angebote werden teilweise gemeinsam mit Schulen, Fachstellen und gemeinnützigen Organisationen durchgeführt.

Kritiker weisen darauf hin, dass ein Telekommunikationsanbieter wirtschaftlich von intensiver digitaler Nutzung profitiert. Sie fordern deshalb unabhängige Bildungsangebote.

Sponsoring

Swisscom ist als Sponsorin im Schweizer Sport und in der Kultur tätig.

Das Unternehmen unterstützt unter anderem Schneesport, Fussball, Musikveranstaltungen und regionale Projekte.

Sponsoring schafft öffentliche Sichtbarkeit und soll die Verbindung der Marke mit der Schweiz stärken.

Die Auswahl und Höhe der Engagements sind nicht Teil der staatlichen Grundversorgung, sondern kommerzielle Unternehmensentscheidungen.

Logo und Erscheinungsbild

Das erste Swisscom-Logo von 1997 bestand aus einem blauen Schriftzug und einem roten Bildelement.

2008 führte das Unternehmen ein neues dynamisches Logo ein. Es zeigt eine dreidimensional wirkende rot-blaue Form neben dem Schriftzug Swisscom.

Das Zeichen soll Bewegung, Kommunikation und Vernetzung darstellen.

Die Unternehmensfarben werden in Werbung, Verkaufsstellen, Fahrzeugen und digitaler Kommunikation verwendet.

Mit der Einführung des neuen Erscheinungsbilds wurden auch verschiedene Tochtermarken und Geschäftsbereiche stärker unter der Hauptmarke zusammengeführt.

Standorte

Der rechtliche Sitz von Swisscom befindet sich in Ittigen bei Bern.

Das Unternehmen verfügt über Arbeitsplätze, technische Anlagen und Verkaufsstellen in allen Landesteilen.

Bedeutende Bürostandorte bestehen unter anderem in Bern, Zürich, Lausanne, Genf, Basel, Luzern und Bellinzona.

Viele technische Arbeitsplätze befinden sich dezentral in Netz-, Bau- und Serviceorganisationen.

Durch Homeoffice und flexible Arbeitsplatzmodelle wurde ein Teil der Büroflächen neu organisiert.

Swisscom-Türme und technische Bauwerke

Swisscom und ihre Tochtergesellschaften betreiben zahlreiche markante Sendetürme und Antennenanlagen.

Ein bekanntes Bauwerk ist der Fernsehturm St. Chrischona bei Basel. Er dient der Verbreitung von Radio-, Fernseh- und Richtfunksignalen.

Weitere wichtige Anlagen befinden sich auf dem Säntis, dem Uetliberg, dem Chasseral und anderen Höhenzügen.

Viele Standorte werden gemeinsam von verschiedenen Rundfunk-, Mobilfunk- und Sicherheitsdiensten genutzt.

Technische Bauwerke sind teilweise auch touristische oder landschaftliche Wahrzeichen.

Kritik

Swisscom wird aus unterschiedlichen Gründen kritisiert.

Konsumentenorganisationen beanstanden Preise, Vertragsbedingungen, Roamingkosten und den Umgang mit Kündigungen oder Störungen.

Konkurrenten kritisieren die starke Marktstellung und den Zugang zu historisch aufgebauter Infrastruktur.

Gewerkschaften wenden sich gegen Stellenabbau, Outsourcing und zunehmenden Leistungsdruck.

Datenschützer beobachten den Umgang mit Kommunikations- und Nutzerdaten.

Politische Kritik richtet sich sowohl gegen die staatliche Mehrheitsbeteiligung als auch gegen mögliche Privatisierungspläne.

Der Ausbau von Mobilfunkantennen stösst bei Teilen der Bevölkerung auf Widerstand.

Die Übernahme von Vodafone Italia wurde wegen Kaufpreis, Verschuldung und Auslandsrisiken kontrovers beurteilt.

Bedeutung

Swisscom ist eines der wirtschaftlich, technologisch und politisch bedeutendsten Unternehmen der Schweiz.

Ihre Netze bilden einen wesentlichen Teil der digitalen Infrastruktur des Landes. Sie verbinden Haushalte, Unternehmen, Behörden, Rettungsdienste und internationale Kommunikationsnetze.

Das Unternehmen verbindet Elemente eines ehemaligen staatlichen Monopolbetriebs mit jenen eines börsenkotierten, international tätigen Konzerns.

Die Mehrheitsbeteiligung der Eidgenossenschaft stellt sicher, dass der Bund langfristig Einfluss auf das Unternehmen behält. Gleichzeitig ist Swisscom dem Wettbewerb, den Erwartungen privater Aktionäre und wirtschaftlichen Renditezielen ausgesetzt.

Diese Verbindung von öffentlichem Interesse und privatwirtschaftlicher Tätigkeit prägt die Diskussion über Swisscom seit ihrer Gründung.

Chronologie

Jahr Ereignis
1852 Aufbau des staatlichen Telegrafennetzes
1880 Inbetriebnahme eines staatlichen Telefonnetzes in Zürich
1920 Zusammenführung von Post und Telegrafie zu den PTT
1922 Erste automatische Telefonzentrale in Zürich-Hottingen
1959 Abschluss der Automatisierung des schweizerischen Telefonnetzes
1978 Einführung des ersten Natel-Netzes
1987 Inbetriebnahme des analogen Natel-C-Netzes
1993 Einführung des digitalen GSM-Netzes Natel D
1997 Trennung von Post und Telekommunikation; Einführung des Namens Swisscom
1998 Liberalisierung des Fernmeldemarkts und Börsengang
2006 Einführung des digitalen Fernsehangebots Bluewin TV
2007 Übernahme der Mehrheit an Fastweb
2008 Einführung eines neuen Logos und Erscheinungsbilds
2019 Kommerzieller Ausbau des 5G-Netzes
2024 Vereinbarung zur Übernahme von Vodafone Italia
31. Dezember 2024 Abschluss der Übernahme von Vodafone Italia
2025 Beginn der Integration von Fastweb und Vodafone Italia

Siehe auch

Literatur

  • Swisscom AG: Geschäftsbericht 2025. Ittigen 2026.
  • Swisscom AG: Unternehmensgeschichte. Ittigen.
  • Jean-Pierre Baeriswyl: Vom Telegrafen zur digitalen Kommunikation. Geschichte der Telekommunikation in der Schweiz. Bern.
  • PTT-Archiv: Geschichte der schweizerischen Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe. Köniz.
  • Schweizerischer Bundesrat: Strategische Ziele des Bundesrates für Swisscom. Bern.
  • Eidgenössische Kommunikationskommission: Tätigkeitsbericht. Bern, jährlich.

Einzelnachweise

  1. Unternehmensporträt. Hrsg.: Swisscom. Abgerufen am 2026-07-26.
  2. Swisscom vollzieht die Übernahme von Vodafone Italia. Hrsg.: Swisscom. 2025-01-02. Abgerufen am 2026-07-26.
  3. Übernahme von Vodafone Italia. Hrsg.: Swisscom. Abgerufen am 2026-07-26.
  4. Bundesgesetz über die Organisation der Telekommunikationsunternehmung des Bundes. In: Fedlex. Hrsg.: Schweizerische Eidgenossenschaft. Abgerufen am 2026-07-26.
  5. Organisation von Swisscom. Hrsg.: Swisscom. Abgerufen am 2026-07-26.
  6. Geschäftsberichte. Hrsg.: Swisscom. Abgerufen am 2026-07-26.

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