Sempachersee

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Sempachersee
Lage Kanton Luzern, Schweizer Mittelland
Höhe 505 m ü. M.
Fläche 14,4 km²
Länge 7,5 km
Grösste Breite 2,4 km
Maximale Tiefe 87 m
Mittlere Tiefe 44 m
Volumen 0,639 km³
Uferlänge 19,8 km
Einzugsgebiet 61,9 km²
Hauptzuflüsse Grosse Aa, Kleine Aa und weitere Bäche
Abfluss Sure
Uferorte Sursee, Sempach, Nottwil, Eich, Schenkon, Oberkirch
Besonderheiten künstliche Seebelüftung, prähistorische Ufersiedlungen

Der Sempachersee ist ein See im Kanton Luzern in der Zentralschweiz. Er liegt im oberen Suhrental zwischen den Städten Sursee im Norden und Sempach im Südosten. Mit einer Fläche von 14,4 km² ist er der grösste See, der vollständig innerhalb des Kantons Luzern liegt.

Der See ist 7,5 Kilometer lang, bis zu 2,4 Kilometer breit und erreicht eine maximale Tiefe von 87 Metern. Sein Wasserspiegel liegt auf etwa 505 m ü. M. Der Sempachersee wird von mehreren kleineren Bächen gespeist und über die im Kanton Luzern meist Sure genannte Suhre in Richtung Aare entwässert.[1]

Die fruchtbare Hügellandschaft rund um den See wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Gleichzeitig ist der Sempachersee ein wichtiges Naherholungsgebiet, ein Lebensraum für Wasser- und Zugvögel sowie ein bedeutendes Forschungsgebiet für die Gewässerökologie.

Name

Der heutige Name leitet sich von der Stadt Sempach am südöstlichen Ufer ab. Historisch wurde das Gewässer jedoch auch nach seinem Abfluss als Sursee oder Sur-See bezeichnet. Diese ältere Bezeichnung lebt im Namen der Stadt Sursee weiter.

Schriftliche Belege nennen 1362 die Form Sursee und 1389 see ze Sempach. Im Laufe der Zeit setzte sich die Benennung nach Sempach für das Gewässer durch, während Sursee der Name der Stadt am nördlichen Seeende blieb.[2]

Der französische Name lautet lac de Sempach, der italienische lago di Sempach und der rätoromanische Lai da Sempach.

Geografie

Der Sempachersee liegt in einer sanft geformten Moränenlandschaft des Schweizer Mittellandes. Seine Längsachse verläuft ungefähr von Nordwesten nach Südosten. Das Seeufer ist von landwirtschaftlich genutzten Flächen, Siedlungen, Schilfbeständen, Gehölzen und einzelnen Waldstücken umgeben.

Im Westen liegen Nottwil und Teile von Oberkirch. Am nördlichen Seeende befinden sich Sursee und Schenkon. Das östliche Ufer wird von Schenkon, Eich und Sempach geprägt. Im Süden reicht das Gemeindegebiet von Neuenkirch bis an einen kurzen Abschnitt des Sees.

Die Landschaft steigt vom Seeufer allmählich zu den umliegenden Höhenzügen an. Von der Ostseite bieten sich Ausblicke über den See in Richtung Napfgebiet, Pilatus und zu den Alpen. Die höchste Stelle des hydrologischen Einzugsgebiets liegt auf rund 816 m ü. M.[3]

Entstehung

Der Sempachersee entstand während der Eiszeiten durch die Wirkung des Reussgletschers. Das Eis formte das Seebecken und hinterliess beim Rückzug Moränenzüge, welche die heutige Landschaft rund um den See prägen.

Am nördlichen Ende wurde das Becken durch Moränenmaterial begrenzt. Nach dem Abschmelzen des Gletschers sammelte sich Wasser in der Vertiefung. Die zahlreichen kleinen Zuflüsse transportierten im Laufe der Zeit Sedimente in den See und bildeten örtlich flache Mündungsbereiche.

Im Vergleich zu grossen Alpenrandseen besitzt der Sempachersee ein relativ kleines Einzugsgebiet. Da nur eine begrenzte Wassermenge zufliesst, wird das Wasser langsam erneuert. Die mittlere Aufenthaltszeit des Wassers beträgt ungefähr 15 bis 16 Jahre.[1]

Hydrologie

Das Einzugsgebiet des Sempachersees umfasst ohne die Seefläche rund 61,9 km². Es ist damit nur etwa viermal so gross wie der See selbst. Der mittlere Abfluss beträgt ungefähr 1,3 m³ pro Sekunde.

Das gesamte Seevolumen wird mit rund 639 Millionen Kubikmetern angegeben. Wegen des grossen Volumens und des verhältnismässig geringen Zuflusses reagiert der See nur langsam auf Veränderungen der Nährstoffeinträge.

Zuflüsse

Der Sempachersee besitzt keinen grossen alpinen Hauptzufluss. Er wird von mehreren Bächen aus dem umliegenden Hügelland gespeist. Zu den bedeutenderen Zuflüssen gehören:

  • die Grosse Aa;
  • die Kleine Aa;
  • der Lippenrütibach;
  • der Rotbach;
  • der Greuelbach;
  • der Sellenbodenbach;
  • der Meienbach;
  • der Nottwiler Dorfbach;
  • weitere kleinere Gräben und Entwässerungsbäche.

Die Grosse Aa mündet am südlichen Ende bei Sempach in den See. Die Kleine Aa erreicht das Gewässer weiter nördlich am Ostufer. Bei starken Niederschlägen können die Bäche neben Wasser auch Erde, Nährstoffe und feines Sediment aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen mitführen.

Abfluss

Der natürliche Abfluss befindet sich am nördlichen Seeende im Gebiet von Oberkirch und Sursee. Der Fluss wird im Kanton Luzern gewöhnlich Sure und im Kanton Aargau überwiegend Suhre genannt.

Die Suhre fliesst durch Sursee, das Suhrental und den Kanton Aargau. Bei Aarau mündet sie in die Aare. Der Sempachersee gehört damit über Aare und Rhein zum Einzugsgebiet der Nordsee.

Der Abfluss und der Wasserstand des Sees werden durch wasserbauliche Anlagen beeinflusst. Aufgrund des geringen mittleren Abflusses dauert es ungefähr einen Tag, den Seespiegel um einen Zentimeter abzusenken.[3]

Ufergemeinden

An den Sempachersee grenzen sieben Gemeinden:

Die Städte Sursee und Sempach bilden die historischen Zentren der Region. Sursee liegt nahe dem Seeausfluss, besitzt jedoch nur einen vergleichsweise kleinen direkten Uferabschnitt. Sempach verfügt über eine längere öffentlich zugängliche Seeuferzone mit Promenade, Hafen, Strandbad und der Schweizerischen Vogelwarte.

Nottwil am Westufer ist Standort des Schweizer Paraplegiker-Zentrums. Eich und Schenkon liegen am stärker besiedelten Ostufer. Oberkirch erstreckt sich über das Gebiet des Seeausflusses, während das Gebiet von Neuenkirch im Süden an einen kurzen Uferabschnitt stösst.

Absenkung des Seespiegels

Im Jahr 1806 wurde der Spiegel des Sempachersees künstlich abgesenkt. Damit sollten zusätzliche Landwirtschaftsflächen gewonnen und Überschwemmungen im Bereich des Seeausflusses vermindert werden.

Durch die Absenkung kamen zuvor überflutete Uferbereiche zum Vorschein. Dabei wurden auch Reste prähistorischer Siedlungen entdeckt. Besonders bedeutende Fundstellen liegen bei der Halbinsel Zellmoos und beim Gammainseli in Sursee.

Die Veränderung des Wasserstands beeinflusste die Form der Ufer, die Flachwasserzonen und die angrenzenden Feuchtgebiete. Teile der früheren Uferlandschaft wurden später landwirtschaftlich genutzt oder überbaut.

Wasserqualität

Der Sempachersee gehört zu den am intensivsten untersuchten Seen der Schweiz. Seine Wasserqualität wird seit Jahrzehnten systematisch überwacht. Die lange Aufenthaltszeit des Wassers und die intensive landwirtschaftliche Nutzung von rund drei Vierteln des Einzugsgebiets machen ihn besonders empfindlich gegenüber Nährstoffeinträgen.

Ab den 1960er-Jahren stieg die Phosphorkonzentration deutlich an. Ursachen waren ungereinigte oder unzureichend gereinigte Siedlungsabwässer sowie die Intensivierung der Landwirtschaft. Der Phosphor förderte ein starkes Wachstum von Algen.

Nach dem Absterben sanken die Algen in tiefere Wasserschichten. Ihr mikrobieller Abbau verbrauchte grosse Mengen Sauerstoff. In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren entstand dadurch im Tiefenwasser ein erheblicher Sauerstoffmangel.

Die Phosphorkonzentration erreichte 1984 mit mehr als 160 Milligramm pro Kubikmeter ihren Höchstwert. Der Bau von Kanalisationen und Abwasserreinigungsanlagen, strengere Vorschriften sowie Massnahmen in der Landwirtschaft führten anschliessend zu einer deutlichen Verbesserung.[4]

Trotz der Fortschritte ist der See weiterhin stärker mit Phosphor belastet, als es für einen langfristig stabilen natürlichen Zustand erwünscht wäre. Der überwiegende Teil der heutigen Phosphoreinträge stammt aus landwirtschaftlich genutzten Böden.[5]

Seebelüftung

Seit 1984 wird der Sempachersee künstlich belüftet. Die technischen Anlagen sollen den Sauerstoffgehalt im Tiefenwasser verbessern und die natürliche Zirkulation unterstützen.

Im Winter wird Druckluft eingetragen, damit die Durchmischung des Wasserkörpers gefördert wird. Im Sommer wurde bis 1996 reiner Sauerstoff in das Tiefenwasser geleitet. Seit 1997 wird stattdessen feinblasig Druckluft eingebracht.

Die Belüftung verfolgt mehrere Ziele:

  • Verhinderung eines starken Sauerstoffmangels im Tiefenwasser;
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen;
  • Verminderung der Rücklösung von Phosphor aus dem Sediment;
  • Unterstützung der natürlichen Durchmischung des Sees;
  • Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an den Sauerstoffgehalt.

Im Jahr 1986 wurden bis zu 580 Tonnen Sauerstoff in den See eingetragen. Mit der allmählichen Verbesserung der Wasserqualität konnte die benötigte Menge später deutlich reduziert werden.[6]

Die Belüftung behebt jedoch nicht die eigentliche Ursache der Überdüngung. Langfristig muss deshalb vor allem der Phosphoreintrag aus dem Einzugsgebiet weiter vermindert werden. Die natürlichen Sauerstoffverhältnisse im Tiefenwasser sind noch nicht vollständig wiederhergestellt.[1]

Gemeindeverband Sempachersee

Träger der Seesanierung ist der Gemeindeverband Sempachersee. Ihm gehören die Gemeinden im hydrologischen Einzugsgebiet an. Dazu zählen neben den unmittelbaren Seegemeinden auch Beromünster, Hildisrieden, Rain, Rothenburg und Ruswil.

Der Verband betreibt die seeinternen Belüftungsanlagen und unterstützt Massnahmen zur Verminderung von Nähr- und Schadstoffeinträgen. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Information der Bevölkerung, die Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Behörden sowie der Betrieb des Lernorts Sempachersee.

1999 begann das Phosphorprojekt Sempachersee. Es unterstützt landwirtschaftliche Betriebe bei einer standortgerechten Bewirtschaftung, einer angepassten Düngung und der Verminderung von Abschwemmungen in Bäche und Drainageleitungen.[7]

Natur- und Landschaftsschutz

Teile des Sees und seiner Ufer stehen unter Schutz. Die kantonale Verordnung zum Schutz des Sempachersees und seiner Ufer verfolgt das Ziel, die See- und Uferlandschaft als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

Die Schutzbestimmungen unterscheiden zwischen Reservats-, Naturschutz-, Uferschutz- und Landschaftsschutzzonen. In empfindlichen Gebieten sind Bauten, Veränderungen der Uferlinie, das Betreten von Schilfbeständen und störende Freizeitaktivitäten eingeschränkt.[8]

Trotz der landwirtschaftlichen Nutzung und der Siedlungsentwicklung sind noch verschiedene naturnahe Uferabschnitte vorhanden. Schilfgürtel, Feuchtwiesen, Gehölze, Flachwasserbereiche und Bachmündungen bilden wichtige Lebensräume.

Der Verein Pro Sempachersee engagiert sich für Natur- und Landschaftsschutz. Im Auftrag des Kantons informiert er Besucherinnen und Besucher über die Schutzvorschriften und unterstützt die Aufsicht in den geschützten Gebieten.

Zu den ökologischen Aufwertungsmassnahmen gehören:

  • Abflachung verbauter Ufer;
  • Anlage neuer Flachwasserbereiche;
  • Pflanzung und Förderung von Schilf;
  • Schaffung von Weihern und Feuchtflächen;
  • Aufwertung von Bachmündungen;
  • Besucherlenkung und Schutz vor Störungen.

Vogelwelt

Der Sempachersee ist ein bedeutender Lebensraum für Brut-, Wasser- und Zugvögel. Je nach Jahreszeit können Enten, Taucher, Rallen, Möwen, Reiher und verschiedene Watvögel beobachtet werden.

Schilfbestände und Flachwasserzonen dienen als Brut-, Nahrungs- und Rückzugsräume. Im Winter halten sich zusätzliche Wasservögel aus nördlicheren Regionen auf dem See auf. Störungen durch Boote, Hunde und Personen können besonders während der Brutzeit problematisch sein.

In Sempach befindet sich die Schweizerische Vogelwarte. Sie wurde 1924 gegründet und entwickelte sich zu einem nationalen Kompetenzzentrum für Vogelkunde und Vogelschutz. Die unabhängige Stiftung untersucht die Entwicklung der Vogelbestände, berät Behörden und Bevölkerung und beteiligt sich an Schutzprojekten.

Das Besuchszentrum der Vogelwarte liegt unmittelbar am See. Es umfasst eine Ausstellung, ein Vogelkino, einen Naturgarten und Angebote zur Vermittlung der einheimischen Vogelwelt.[9]

Fischbestand und Fischerei

Der Sempachersee beherbergt verschiedene Fischarten. Dazu gehören unter anderem:

  • Felchen;
  • Hechte;
  • Egli;
  • Zander;
  • Seeforellen;
  • Trüschen;
  • Karpfen;
  • Schleien;
  • Rotaugen;
  • Alet.

Die Felchenfischerei besitzt traditionell eine besondere Bedeutung. Der Sauerstoffmangel im Tiefenwasser beeinträchtigte jedoch die natürlichen Laichplätze. Nach Angaben des Kantons konnte eine ausreichende natürliche Fortpflanzung der Felchen trotz der verbesserten Wasserqualität bislang nicht wieder dauerhaft festgestellt werden.

Die Berufsfischerei und die Angelfischerei unterliegen den kantonalen Fischereivorschriften. Für bestimmte Fangarten ist ein Patent erforderlich. Schonzeiten, Mindestmasse und Fangbeschränkungen dienen dem Schutz der Bestände.[10]

Der Fischerverein Sempachersee unterstützt die Pflege der Fischbestände, die Ausbildung von Fischerinnen und Fischern sowie die Information über das Ökosystem.

Prähistorische Ufersiedlungen

Die Ufer des Sempachersees waren bereits in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit besiedelt. Archäologische Fundstellen befinden sich insbesondere bei Sursee.

Die Fundstelle Sursee–Halbinsel Zellmoos/Gammainseli gehört seit 2011 zum seriellen UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Die Siedlungsreste liegen heute teilweise unter Wasser oder in feuchtem Untergrund und sind für Besucher nicht unmittelbar sichtbar.

Archäologische Untersuchungen dokumentierten am Zellmoos eine mächtige jungsteinzeitliche Kulturschicht aus der Zeit von etwa 4000 bis 3800 v. Chr. Weitere Siedlungsreste stammen aus der Frühbronzezeit um 1800 bis 1600 v. Chr. und aus der Spätbronzezeit zwischen etwa 1155 und 800 v. Chr.[11]

Beim Gammainseli wurden drei Siedlungsschichten und ein ausgedehntes Pfahlfeld der Spätbronzezeit festgestellt. Funde aus weit entfernten Regionen belegen, dass die damaligen Bewohner in überregionale Handelsnetze eingebunden waren. Zu den Objekten gehören Glasperlen aus Italien, Bernstein aus dem Ostseeraum und Schmuck aus der Westschweiz.

Die empfindlichen organischen Überreste bleiben nur erhalten, solange sie dauerhaft feucht und vor Sauerstoff geschützt sind. Veränderungen des Wasserstands, Wellenschlag und Bautätigkeiten können die Fundstellen gefährden.

Geschichte der Nutzung

Der See diente über Jahrhunderte der Fischerei, der Versorgung der Uferorte und dem lokalen Verkehr. In der frühen Neuzeit bestanden mehrere Fähren, welche Menschen, Vieh und Waren zwischen den Ufern transportierten. Besonders der Marktort Sursee profitierte von diesen Verbindungen.

Die Landwirtschaft nutzte die fruchtbaren Böden in der Umgebung für Ackerbau, Obstbau und Viehzucht. Nach der Seeabsenkung von 1806 konnten zusätzliche Flächen bewirtschaftet werden.

Mit dem Ausbau der Strassen und Eisenbahnlinien verlor der See seine Bedeutung als Verkehrsweg. Eine fahrplanmässige Kursschifffahrt wie auf dem Vierwaldstättersee, Zürichsee oder Thunersee besteht nicht.

Die Region ist auch mit der Schlacht bei Sempach von 1386 verbunden. Das Schlachtfeld liegt jedoch nicht unmittelbar am See, sondern nordöstlich der Stadt Sempach. Die Schlacht war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Alten Eidgenossenschaft.

Freizeit und Erholung

Der Sempachersee ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Region Sursee und den Grossraum Luzern. Im Sommer wird er zum Schwimmen, Segeln, Rudern, Paddeln, Angeln und für weitere Wassersportarten genutzt.

Öffentliche Strand- und Seebäder befinden sich unter anderem in:

  • Sursee;
  • Schenkon;
  • Eich;
  • Sempach;
  • Nottwil;
  • Neuenkirch.

Daneben bestehen Campingplätze, Häfen, Seeclubs, Restaurants und öffentliche Aufenthaltsbereiche. Nicht alle Uferabschnitte sind frei zugänglich. Private Grundstücke, Schilfzonen und Naturschutzgebiete müssen respektiert werden.

Für das Kitesurfen ist der südliche Teil des Sees zwischen der Linie Nottwil–Eich und Sempach freigegeben. Dabei gelten Abstände zu Ufern, Schilfbeständen und anderen Wasserpflanzen.[12]

Motorisierte Boote unterliegen den eidgenössischen und kantonalen Schifffahrtsvorschriften. Für Wasserski bestehen festgelegte Zonen und Betriebszeiten.

Rundweg

Um den Sempachersee führt ein rund 19,5 Kilometer langer Spazier- und Wanderweg. Er verläuft über weite Strecken nahe am Wasser, führt aber auch durch Siedlungen und landwirtschaftlich geprägte Gebiete.

Für die gesamte Runde werden ungefähr fünf Stunden benötigt. Der Weg weist nur geringe Höhenunterschiede auf und kann in Teilabschnitten begangen werden. Mehrere Bahnhöfe und Bushaltestellen ermöglichen eine flexible Planung.[13]

Einzelne Abschnitte werden gemeinsam von Fussgängern, Joggern und Velofahrern genutzt. An stark besuchten Tagen kann es deshalb zu Nutzungskonflikten kommen. Ein regionales Besucherlenkungskonzept soll unterschiedliche Freizeitgruppen auf geeignete Routen verteilen und empfindliche Naturbereiche entlasten.

Verkehr

Die wichtigste Eisenbahnverbindung verläuft am Westufer. Die Bahnstrecke Luzern–Sursee bedient unter anderem die Stationen Sempach-Neuenkirch, Nottwil und Oberkirch. Sursee ist ein regional bedeutender Verkehrsknoten mit Verbindungen nach Luzern, Olten, Zofingen und ins Suhrental.

Am Ostufer verläuft die Autobahn A2. Sie verbindet die Region mit Luzern, Basel und dem Gotthardgebiet. Die Autobahn wird bei Eich durch einen Tunnel geführt.

Regionale Buslinien erschliessen Sempach, Eich, Schenkon und weitere Orte. Eine durchgehende öffentliche Strasse verläuft nicht überall unmittelbar am Ufer, sodass mehrere Naturbereiche vom motorisierten Verkehr weitgehend verschont bleiben.

Trinkwasser und weitere Nutzungen

Der Sempachersee dient der regionalen Trinkwasserversorgung. Das Seewasser wird in einem Wasserwerk aufbereitet und in das Versorgungsnetz eingespeist. Die Aufbereitung umfasst mehrere technische Stufen, um Trübstoffe, Mikroorganismen und unerwünschte Inhaltsstoffe zu entfernen.

Darüber hinaus wird untersucht, wie Seewasser zum Heizen oder Kühlen von Gebäuden genutzt werden kann. In grösserer Tiefe bleibt das Wasser auch im Sommer relativ kühl und eignet sich daher grundsätzlich für thermische Nutzungen. Solche Anlagen müssen so geplant werden, dass die Temperaturschichtung und die Ökologie des Sees nicht beeinträchtigt werden.

Bedeutung

Der Sempachersee verbindet Naturraum, Siedlungsgebiet, Landwirtschaft und Naherholung auf engem Raum. Seine Geschichte zeigt zugleich die Folgen einer starken Nährstoffbelastung und die Möglichkeiten einer langfristigen Gewässersanierung.

Die künstliche Belüftung verbesserte die Sauerstoffverhältnisse, kann die Verminderung der Nährstoffeinträge jedoch nicht ersetzen. Der Schutz des Sees erfordert deshalb eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden, Landwirtschaft, Naturschutzorganisationen und der Bevölkerung.

Neben seiner ökologischen Bedeutung besitzt der See einen hohen kulturgeschichtlichen Wert. Die prähistorischen Ufersiedlungen, die historischen Städte Sursee und Sempach sowie die Schweizerische Vogelwarte machen ihn zu einem wichtigen Natur- und Kulturraum der Zentralschweiz.

Siehe auch

Einzelnachweise

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