Autobahn A2

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Autobahn A2
Autobahnsignal der A2
Land Schweiz
Strassentyp Autobahn
Nummer A2
Nationalstrasse N2
Europastrasse E35
Beginn Grenze Deutschland–Schweiz bei Basel
Ende Grenze Schweiz–Italien bei Chiasso
Gesamtlänge rund 295 km
Wichtige Orte Basel, Liestal, Luzern, Altdorf, Airolo, Bellinzona, Lugano, Chiasso
Bedeutendster Tunnel Gotthard-Strassentunnel
Betreiber Bundesamt für Strassen
Benutzung Autobahnvignette erforderlich
Verlauf der Autobahn A2

Die Autobahn A2 ist eine rund 295 Kilometer lange schweizerische Autobahn, die von der deutschen Grenze bei Basel über das Schweizer Mittelland, Luzern, den Gotthard-Strassentunnel, Bellinzona und Lugano bis zur italienischen Grenze bei Chiasso führt. Sie bildet die wichtigste direkte Strassenverbindung zwischen der Nordwestschweiz, der Zentralschweiz und dem Kanton Tessin.

Die A2 wird auch als Gotthardroute, Gotthardachse oder Gotthard-Autobahn bezeichnet. Sie gehört zur Europastrasse 35, die von Amsterdam über Deutschland und die Schweiz nach Rom führt. An der deutschen Grenze setzt sich die Strecke als deutsche Bundesautobahn 5 fort, an der italienischen Grenze als italienische Autostrada A9 in Richtung Como und Mailand.

In den technischen Unterlagen des Bundes wird die Verbindung als Nationalstrasse N2 bezeichnet. Die grüne Wegweisung für Verkehrsteilnehmende verwendet dagegen die Bezeichnung A2. Die Strecke zwischen Basel und Chiasso gehört zu den wichtigsten Strassen des schweizerischen Nationalstrassennetzes.[1]

Bedeutung

Die A2 ist eine der beiden grossen Nord-Süd-Achsen des schweizerischen Strassenverkehrs. Die zweite bedeutende Alpentransitroute ist die A13 durch den San-Bernardino-Tunnel.

Für die Schweiz erfüllt die A2 mehrere Funktionen. Sie verbindet die Ballungsräume Basel und Luzern, erschliesst Teile der Kantone Basel-Landschaft, Solothurn, Aargau, Luzern, Nidwalden und Uri und stellt die wichtigste Autobahnverbindung des Tessins mit der übrigen Schweiz dar.

International ist sie ein bedeutender Korridor zwischen Deutschland, den Beneluxstaaten und Norditalien. Die Strecke wird sowohl vom Personenverkehr als auch vom europäischen Güterverkehr genutzt. Während der Ferienzeiten ist sie zudem eine der wichtigsten Reiserouten zwischen Mittel- und Nordeuropa und Italien.

Die Autobahn durchquert folgende Kantone:

Verlauf

Basel und Nordwestschweiz

Die A2 beginnt am Grenzübergang zwischen Weil am Rhein und Basel als Fortsetzung der deutschen Bundesautobahn 5. Sie überquert die Landesgrenze auf der Autobahnbrücke und führt anschliessend durch den Norden der Stadt Basel.

Die sogenannte Osttangente durchquert dicht besiedelte Stadtgebiete und nimmt einen grossen Teil des regionalen, nationalen und internationalen Verkehrs auf. Auf diesem Abschnitt bestehen Verbindungen zum Basler Strassennetz, zu den Rheinhäfen und zur A3.

Südöstlich von Basel verläuft die A2 über Muttenz und Pratteln zur Verzweigung Augst. Dort trennt sich die A3 in Richtung Zürich und Chur von der Gotthardroute.

Von Augst führt die A2 durch das Ergolztal über Liestal und Sissach. Südlich von Sissach beginnt der Anstieg in den Baselbieter Jura. Zwischen Eptingen und Egerkingen durchquert die Autobahn den Belchentunnel.

Härkingen und Wiggertal

Bei der Verzweigung Härkingen trifft die A2 auf die A1. Zwischen Härkingen und der Verzweigung Wiggertal werden die beiden Autobahnen auf einer gemeinsamen Strecke geführt.

Dieser Abschnitt verbindet die Nord-Süd-Achse mit der wichtigsten Ost-West-Verbindung der Schweiz. Er gehört wegen des sich überlagernden Regional-, Fern- und Güterverkehrs zu den stark belasteten Abschnitten des Nationalstrassennetzes.

Bei der Verzweigung Wiggertal zweigt die A2 wieder nach Süden ab. Sie führt über Zofingen, Reiden und Sursee in Richtung Luzern.

Raum Luzern

Nördlich von Luzern erreicht die A2 bei der Verzweigung Rotsee die A14, die Verbindungen in Richtung Zug und Zürich herstellt.

Die A2 durchquert anschliessend das Stadtgebiet von Luzern in mehreren Tunnels und Einschnitten. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören der Reussporttunnel und der Sonnenbergtunnel. Die Strecke führt weiter über Kriens und Horw nach Hergiswil.

Der Autobahnabschnitt zwischen Kriens und Ennethorw wurde am 11. Juni 1955 als kreuzungsfreie, vierspurige Ausfallstrasse eröffnet. Er gilt als erste Autobahn der Schweiz und gehört heute zur A2.[2]

Der historische Abschnitt wurde zwischen 1998 und 2003 grundlegend erneuert. Dabei entstanden unter anderem die Tunnels Schlund und Spier sowie ein neuer Anschluss bei Horw.[3]

Nidwalden und Seelisberg

Bei Hergiswil erreicht die A2 den Vierwaldstättersee. An der Verzweigung Lopper zweigt die A8 in Richtung Sarnen, Brünigpass und Interlaken ab.

Die A2 führt durch den Loppertunnel nach Stansstad und weiter über Stans, Buochs und Beckenried. Der Abschnitt verläuft teilweise nahe am Südufer des Vierwaldstättersees.

Zwischen Beckenried im Kanton Nidwalden und Seedorf im Kanton Uri durchquert die Autobahn den rund 9,3 Kilometer langen Seelisbergtunnel. Er besteht aus zwei getrennten Röhren und wurde 1980 eröffnet.[4]

Reusstal und Gotthard

Nach dem Seelisbergtunnel erreicht die A2 das Urner Reusstal. Sie führt an Altdorf vorbei über Erstfeld, Amsteg und Wassen nach Göschenen.

Die Autobahn steigt in diesem Abschnitt stark an. Zahlreiche Brücken, Galerien, Stützmauern und kurze Tunnels schützen die Strecke vor Steinschlag, Lawinen und anderen Naturgefahren.

Bei Göschenen beginnt der Gotthard-Strassentunnel. Der knapp 17 Kilometer lange Tunnel unterquert das Gotthardmassiv und endet bei Airolo im oberen Leventinatal. Er stellt die einzige ganzjährig geöffnete direkte Strassenverbindung zwischen Uri und dem Tessin dar.

Leventina und Bellinzona

Südlich von Airolo folgt die A2 dem Verlauf des Flusses Tessin durch die Leventina. Die Strecke führt über Quinto, Faido, Giornico und Biasca.

Das steile Tal erforderte den Bau zahlreicher Kunstbauten. Dazu gehören die Tunnels Stalvedro und Piottino, Viadukte, Galerien und die auffällige Autobahnführung in der Biaschina.

Bei Biasca öffnet sich das Tal zur Riviera. Die Autobahn führt weiter nach Bellinzona. An der Verzweigung Bellinzona-Nord besteht der Anschluss an die A13 in Richtung Mesocco, San Bernardino und Chur.

Monte Ceneri, Lugano und Chiasso

Südlich von Bellinzona überquert die A2 den Monte Ceneri. Die Autobahn stellt dort die wichtigste Verbindung zwischen dem Sopraceneri und dem Sottoceneri dar.

Anschliessend führt sie durch das Gebiet von Lugano. Südlich der Stadt verläuft die Strecke bei Melide über den Seedamm im Luganersee. Der Strassen- und Eisenbahnkorridor über den See gehört zu den markantesten Verkehrsbauwerken im Tessin.

Über Mendrisio erreicht die A2 den Grenzort Chiasso. Beim Grenzübergang Chiasso-Brogeda geht sie in die italienische Autostrada A9 über, die nach Como und Mailand führt.

Wichtige Abschnitte und Verzweigungen

Abschnitt oder Verzweigung Verbindung beziehungsweise Bedeutung
Grenze Basel–Weil am Rhein Übergang zur deutschen Bundesautobahn 5
Osttangente Basel Stadtautobahn und Zugang zu den Basler Rheinhäfen
Verzweigung Augst Abzweigung der A3 in Richtung Zürich und Chur
Belchentunnel Querung des Baselbieter und Solothurner Juras
Verzweigung Härkingen Zusammentreffen von A1 und A2
Verzweigung Wiggertal Trennung der gemeinsamen Strecke von A1 und A2
Verzweigung Rotsee Verbindung zur A14 in Richtung Zug und Zürich
Verzweigung Lopper Abzweigung der A8 in Richtung Obwalden und Berner Oberland
Seelisbergtunnel Verbindung zwischen Nidwalden und Uri
Gotthard-Strassentunnel Alpentransversale zwischen Göschenen und Airolo
Verzweigung Bellinzona-Nord Verbindung zur A13 und zur San-Bernardino-Route
Grenze Chiasso-Brogeda Übergang zur italienischen Autostrada A9

Bedeutende Tunnel

Die Topografie entlang der A2 machte den Bau zahlreicher Tunnel notwendig. Besonders im Jura, im Raum Luzern, am Vierwaldstättersee und in den Alpen verläuft ein erheblicher Teil der Strecke unterirdisch.

Auswahl bedeutender Tunnel der A2
Tunnel Ungefähre Länge Lage und Besonderheit
Belchentunnel 3,2 km Juradurchquerung zwischen Eptingen und Egerkingen; drei Röhren
Sonnenbergtunnel 1,5 km Stadttunnel im Raum Luzern und Kriens
Seelisbergtunnel 9,3 km Zweiröhriger Tunnel zwischen Nidwalden und Uri
Gotthard-Strassentunnel 16,9 km Verbindung zwischen Göschenen und Airolo
Stalvedrotunnel rund 1,2 km Tunnel im oberen Leventinatal
Piottinotunnel rund 1,5 km Umfahrung der Piottinoschlucht bei Faido
Monte-Ceneri-Tunnel rund 1,4 km Querung des Monte Ceneri im Tessin

Geschichte

Erste Planungen

Mit der starken Zunahme des motorisierten Verkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in der Schweiz die Forderung nach einem leistungsfähigen Netz kreuzungsfreier Fernstrassen.

Der 1955 eröffnete Abschnitt zwischen Kriens und Ennethorw war noch ein kantonales Projekt. Die Grundlage für den systematischen Bau eines schweizerischen Nationalstrassennetzes schuf das Bundesgesetz über die Nationalstrassen von 1960.

Die Verbindung Basel–Luzern–Gotthard–Chiasso wurde als Nationalstrasse N2 in das geplante Netz aufgenommen. Ziel war eine ganzjährig nutzbare Strassenachse durch die Alpen und eine bessere Verbindung des Tessins mit der übrigen Schweiz.

Ausbau in der Nordwest- und Zentralschweiz

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden die Abschnitte zwischen Basel, dem Jura, dem Mittelland und Luzern schrittweise eröffnet.

Der Belchentunnel wurde 1970 in Betrieb genommen. Seine beiden ursprünglichen Röhren waren wegen des quellfähigen Gesteins bereits früh hohen Belastungen ausgesetzt. Zwischen 2015 und 2022 entstand deshalb eine dritte Röhre, der sogenannte Sanierungstunnel Belchen.[5]

Mit dem weiteren Ausbau durch Nidwalden und Uri wurde die Autobahn bis an die beiden Portale des geplanten Gotthard-Strassentunnels geführt.

Bau des Gotthard-Strassentunnels

Die Bauarbeiten für den Gotthard-Strassentunnel begannen 1970. Der Vortrieb erfolgte gleichzeitig von Göschenen und Airolo aus.

Am 5. September 1980 wurde der Tunnel nach rund zehnjähriger Bauzeit dem Verkehr übergeben. Zusammen mit dem Seelisbergtunnel ermöglichte er eine durchgehende, wintersichere Autobahnverbindung zwischen der Nord- und der Südschweiz.[6]

Der Tunnel besass zunächst und bis zum Bau der zweiten Röhre nur eine Verkehrsfläche mit je einer Fahrspur pro Richtung. Die beiden Fahrtrichtungen waren nicht baulich voneinander getrennt.

Brand von 2001

Am 24. Oktober 2001 kollidierten im Gotthard-Strassentunnel zwei Lastwagen. Auslaufender Treibstoff entzündete sich, und der anschliessende Brand erreichte Temperaturen von mehr als 1200 Grad. Elf Menschen kamen ums Leben.

Der Tunnel blieb für Reparaturarbeiten rund zwei Monate geschlossen. Nach dem Unglück wurden die Lüftung, Beleuchtung, Fluchtwegsignalisation, Verkehrssteuerung, Videoüberwachung und Notrufanlagen verbessert.[6]

Das Ereignis führte auch zu einer umfassenden Überprüfung der Sicherheit in den übrigen längeren Nationalstrassentunneln der Schweiz.

Zweite Gotthardröhre

Die bestehende Röhre des Gotthard-Strassentunnels muss nach jahrzehntelangem Betrieb grundlegend saniert werden. Da für die Arbeiten eine mehrjährige Vollsperrung erforderlich wäre, beschloss der Bund den Bau einer zweiten Tunnelröhre.

Die Schweizer Stimmberechtigten bestätigten das Projekt am 28. Februar 2016 in einer eidgenössischen Volksabstimmung. Der offizielle Baubeginn erfolgte 2021.[7]

Die neue Röhre verläuft rund 40 Meter östlich des bestehenden Service- und Infrastrukturstollens. Querverbindungen werden in Abständen von ungefähr 250 Metern angelegt. Neben dem Verkehrsraum entstehen Fluchtwege, technische Räume und Kanäle für Energie- und Versorgungsleitungen.

Nach der Inbetriebnahme der zweiten Röhre soll der gesamte Verkehr vorübergehend durch den Neubau geführt werden. Anschliessend wird die ursprüngliche Röhre vollständig saniert.

Nach Abschluss aller Arbeiten soll jede Röhre nur eine Fahrspur in einer Richtung und einen Pannenstreifen erhalten. Die Zahl der durchgehenden Fahrspuren wird somit nicht erhöht. Damit entspricht das Projekt den verfassungsrechtlichen Vorgaben zum Alpenschutz und dem Verbot einer Kapazitätserhöhung für den alpenquerenden Transitverkehr.

Das ASTRA sieht folgenden Zeitplan vor:

Zeitraum Arbeit
2021–2030 Bau und Ausrüstung der zweiten Röhre
Sommer 2030 Vorgesehene Freigabe der zweiten Röhre für den Verkehr
2030–2033 Vollständige Sanierung der bestehenden Röhre
nach 2033 Richtungsgetrennter Betrieb mit einer Fahrspur je Röhre

Im Mai 2026 hatte die von Norden arbeitende Tunnelbohrmaschine rund 4000 Meter und damit ungefähr die Hälfte ihrer vorgesehenen Strecke zurückgelegt. Die südliche Tunnelbohrmaschine nahm ihren Vortrieb am 18. Mai 2026 nach einer längeren Unterbrechung infolge eines Gesteinsniederbruchs wieder auf.[8]

Verkehrsaufkommen und Staus

Die A2 gehört zu den meistbefahrenen Autobahnen der Schweiz. Besonders hohe Verkehrsmengen treten im Raum Basel, auf der gemeinsamen Strecke mit der A1, im Raum Luzern und im südlichen Tessin auf.

Vor dem Gotthard-Strassentunnel entstehen während der Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien regelmässig lange Staus. In Fahrtrichtung Süden bildet sich der Rückstau meist zwischen Erstfeld und Göschenen, in Fahrtrichtung Norden zwischen Quinto und Airolo.

Die begrenzte Kapazität des einröhrigen Tunnels, Unfälle, Pannen, Bauarbeiten und das hohe saisonale Verkehrsaufkommen können die Wartezeiten zusätzlich verlängern. Bei starken Behinderungen dient die A13 durch den San-Bernardino-Tunnel als wichtigste grossräumige Alternativroute.

Auch vor dem Grenzübergang Chiasso-Brogeda kommt es aufgrund von Ferienverkehr, Pendlerverkehr und Kontrollen regelmässig zu Überlastungen.

Schwerverkehr

Die A2 ist eine bedeutende Route des alpenquerenden Güterverkehrs. Gleichzeitig verfolgt die Schweiz das Ziel, möglichst viele Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene zu verlagern.

Nach dem Brand von 2001 wurde das Verkehrsmanagement für Lastwagen am Gotthard grundlegend verändert. Seit 2002 gilt das sogenannte Tropfenzählersystem. Lastwagen werden einzeln und mit festgelegten Sicherheitsabständen in den Tunnel eingelassen.

Die zulässige Zahl der Lastwagen wird abhängig vom gesamten Verkehrsaufkommen gesteuert. In Uri und im Tessin bestehen Warteräume und Schwerverkehrszentren, in denen Fahrzeuge kontrolliert und bei Überlastung zurückgehalten werden können.[6]

Thermoportale auf beiden Seiten des Gotthards erkennen überhitzte Fahrzeugteile. Fahrzeuge mit erhöhtem Brandrisiko können dadurch vor der Einfahrt in den Tunnel angehalten werden.

Verkehrssicherheit

Auf Autobahnen gilt in der Schweiz grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Auf zahlreichen Abschnitten der A2 gelten jedoch tiefere Höchstgeschwindigkeiten, insbesondere in städtischen Gebieten, bei Verzweigungen, in Baustellen und in Tunnels.

Im Gotthard-Strassentunnel beträgt die signalisierte Höchstgeschwindigkeit in der Regel 80 km/h. Das Überholen ist verboten, und zwischen den Fahrzeugen müssen ausreichende Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Zur Sicherheitsausrüstung der A2 gehören unter anderem:

  • Verkehrsüberwachungs- und Leitsysteme
  • Wechseltextanzeigen und variable Geschwindigkeitsanzeigen
  • Notrufstellen und Videoüberwachung
  • Fluchtwege und Sicherheitsstollen
  • Lüftungs- und Rauchabzugssysteme
  • Lawinen-, Steinschlag- und Hochwasserschutzanlagen
  • Schwerverkehrskontrollen
  • Thermoportale an den Gotthardzufahrten

Der Bau zusätzlicher Tunnelröhren beim Belchen und am Gotthard dient insbesondere der Trennung der Fahrtrichtungen, der Schaffung sicherer Fluchtmöglichkeiten und der Aufrechterhaltung des Verkehrs während umfangreicher Sanierungen.

Unterhalt und Ausbau

Für Betrieb, Unterhalt und Ausbau der A2 ist das Bundesamt für Strassen zuständig. Die Infrastruktur muss wegen des hohen Verkehrsaufkommens, der zahlreichen Tunnel und Brücken sowie der schwierigen klimatischen und geologischen Bedingungen laufend erneuert werden.

Zu den bedeutenden Projekten gehören:

  • die Sanierung der Basler Osttangente
  • die Instandsetzung der Jurastrecke zwischen Sissach und Eptingen
  • der Bau und die Nutzung des Sanierungstunnels Belchen
  • die Erneuerung der Stadtautobahn im Raum Luzern
  • Unterhaltsarbeiten am Seelisbergtunnel
  • der Bau der zweiten Gotthardröhre
  • die Sanierung der ursprünglichen Gotthardröhre
  • Lärmschutz- und Erneuerungsarbeiten in der Leventina und im Raum Lugano

Die beiden ursprünglichen Röhren des Belchentunnels werden seit 2024 nacheinander instand gesetzt. Das Gesamtprojekt soll gemäss ASTRA bis 2035 dauern.[5]

Auswirkungen auf Raum und Umwelt

Der Bau der A2 veränderte zahlreiche Landschaften und Siedlungen. Besonders im Raum Basel, in Luzern und Kriens, im Reusstal, in der Leventina und im südlichen Tessin führt die Autobahn nahe an Wohngebieten vorbei.

Zu den Auswirkungen gehören Lärm, Luftschadstoffe, Flächenverbrauch und die Trennung von Landschafts- und Siedlungsräumen. Bund, Kantone und Gemeinden errichteten deshalb Lärmschutzwände, Überdeckungen, Wildtierpassagen und Anlagen zur Behandlung des Strassenabwassers.

Beim Bau der zweiten Gotthardröhre wird ein Teil des Ausbruchmaterials wiederverwendet. Material wird unter anderem für die Betonproduktion und für eine kontrollierte Seeschüttung im Urnersee eingesetzt. In Airolo ist eine teilweise Überdeckung der Autobahn vorgesehen, durch die zusätzliche Grünflächen entstehen sollen.[7]

Die A2 steht zugleich im Zusammenhang mit der schweizerischen Verlagerungspolitik. Mit dem Ausbau der Gotthardbahn und der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale sollen Gütertransporte über die Alpen verstärkt auf der Schiene abgewickelt werden.

Benutzung und Gebühren

Für Motorfahrzeuge und Anhänger bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen ist zur Benutzung der A2 grundsätzlich eine schweizerische Autobahnvignette erforderlich. Sie ist als Klebevignette und als elektronische Vignette erhältlich.

Schwere Fahrzeuge unterliegen der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe. Diese richtet sich unter anderem nach dem Gesamtgewicht, der Emissionsklasse und den in der Schweiz zurückgelegten Kilometern.

Der Gotthard-Strassentunnel und die übrigen Tunnel der A2 werden nicht mit einer zusätzlichen streckenbezogenen Maut belastet.

Kulturelle Bedeutung

Die A2 ist nicht nur eine Verkehrsanlage, sondern auch ein Symbol für die Verbindung der verschiedenen Sprach- und Kulturräume der Schweiz. Die Fahrt von Basel durch das Mittelland und die Alpen ins Tessin führt innerhalb weniger Stunden von der deutschsprachigen Nordschweiz in die italienischsprachige Südschweiz.

Besonders der Gotthard besitzt in der schweizerischen Geschichte und Selbstwahrnehmung eine grosse symbolische Bedeutung. Die Autobahn machte die Gotthardroute zu einer ganzjährig befahrbaren Massenverkehrsachse und veränderte damit Tourismus, Wirtschaft und Alltag im Alpenraum.

Siehe auch

Literatur

  • Bundesamt für Strassen: Strassen und Verkehr. Entwicklungen, Zahlen und Fakten. Bern, verschiedene Jahrgänge.
  • Hans-Peter Bärtschi: Die industrielle Schweiz vom 18. ins 21. Jahrhundert. Zürich 2011.
  • Jean-Pierre Grüter, Beat Brechbühl: Wohnort Autobahn. Die A2 zwischen Luzern und Chiasso. Benteli, Bern 2010.
  • Werner Bätzing: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München 2015.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Autobahn A2

Einzelnachweise

  1. A, H oder N für die Nationalstrassen?, Bundesamt für Strassen, 2. Februar 2022, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. Erste Autobahn hatte noch Platz für Fussgänger und Pferdefuhrwerke, SWI swissinfo.ch, 11. Juni 2015, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. A2 Arsenalbrücke–Hergiswil, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. A2 Seelisbergtunnel, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. 5,0 5,1 A2 Tunnel Belchen, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 20 Jahre nach dem Brand im Gotthard-Strassentunnel, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. 7,0 7,1 A2 Sanierung des Gotthard-Strassentunnels, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  8. Gotthard-Strassentunnel: TBM «Paulina» startet wieder, Bundesamt für Strassen, 18. Mai 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.