Klusplatz
| Klusplatz | |
|---|---|
| Ort | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 7 |
| Quartier | Hirslanden |
| Postleitzahl | 8032 |
| Entstehung | 1871/1872 |
| Funktion | Quartierzentrum und Verkehrsknoten |
| Wichtige Strassen | Asylstrasse, Bergstrasse, Hegibachstrasse, Witikonerstrasse |
| Tramlinien | 3, 8 |
| Trolleybuslinien | 31, 33 |
| Regionalbuslinien | 701, 702, 703 |
| Tramwendeschlaufe | vorhanden |
| Bedeutende Umgebung | Klusdörfli, Gesundheitszentrum für das Alter Klus Park, ehemaliges Theodosianum |
| Geplante Neugestaltung | in Planung |
Der Klusplatz ist ein Platz und bedeutender Verkehrsknoten im Quartier Hirslanden der Stadt Zürich. Er liegt im Kreis 7 am Übergang zwischen den dichter bebauten innerstädtischen Teilen von Hirslanden und den ansteigenden Verkehrswegen in Richtung Witikon und Zürichberg. Der Platz ist Endpunkt der Tramlinien 3 und 8 sowie Umsteigepunkt zu städtischen Trolleybus- und regionalen Buslinien.[1]
Der Klusplatz entstand 1871/1872 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Strassenzugs Asylstrasse–Witikonerstrasse. Bereits zuvor bestand unterhalb des heutigen Platzes an der Hegibachstrasse eine kleine bäuerliche Ansiedlung, die sogenannte untere Klus. Diese lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.[2]
Heute bildet der Klusplatz eines der wichtigsten Zentren von Hirslanden. Er verbindet die Verkehrsachsen aus Richtung Innenstadt, Hottingen, Witikon und dem unteren Zürichberg und ist zugleich ein lokaler Einkaufs- und Dienstleistungsstandort. Die Stadt Zürich plant eine umfassende Neugestaltung, die den Platz hindernisfreier, grüner und für Fuss- und Veloverkehr attraktiver machen soll.[1]
Lage
Der Klusplatz liegt im östlichen Teil von Hirslanden an einer topografisch markanten Stelle.
Von der Zürcher Innenstadt steigt das Gelände über Hottingerplatz, Römerhof und Asylstrasse kontinuierlich an. Beim Klusplatz verzweigen sich mehrere Verkehrswege.
Zu den wichtigsten Strassen gehören:
- Asylstrasse in Richtung Römerhof und Innenstadt;
- Witikonerstrasse in Richtung Witikon;
- Hegibachstrasse in Richtung Hegibachplatz und Forchstrasse;
- Bergstrasse in Richtung Zürichberg;
- Jupiterstrasse;
- Klusstrasse.
Die Lage macht den Platz zu einem natürlichen Verkehrsknoten zwischen den dicht bebauten Gebieten von Hirslanden und den höher gelegenen Wohnquartieren.
Bedeutung des Namens
Der Ortsname Klus ist älter als der heutige Platz.
In der Schweiz bezeichnet der Begriff «Klus» traditionell eine Engstelle oder einen schmalen Geländedurchgang.
In Hirslanden bestanden historisch eine untere Klus im Bereich der heutigen Hegibachstrasse und eine weiter bergwärts gelegene obere Klus.
Die Bezeichnung wurde später auf Strassen, Gebäude und schliesslich auf den 1871/72 entstandenen Klusplatz übertragen.
Untere Klus
Bereits lange vor der Anlage des heutigen Platzes standen unterhalb des Klusplatzes mehrere Bauernhäuser.
Diese kleine Ansiedlung wurde als untere Klus bezeichnet und lässt sich nach Angaben von Statistik Stadt Zürich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.[2]
Damals lag die Siedlung weit ausserhalb der befestigten Stadt Zürich.
Das Gebiet war ländlich geprägt. Landwirtschaft, Rebbau, Gärten und einzelne Handwerksbetriebe bestimmten die Nutzung.
Erst mit dem starken Wachstum Zürichs im 19. Jahrhundert wurden die Flächen zwischen Hottingen, Hirslanden und der Innenstadt zunehmend überbaut.
Obere Klus
Weiter bergwärts befand sich die sogenannte obere Klus.
An der Oberen Klusstrasse 26 und 28 stehen zwei kleine Häuser, die 1834 errichtet wurden.[2]
1876 erwarb der Arbeiterführer Herman Greulich die Liegenschaften.
Greulich gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten der frühen schweizerischen Arbeiterbewegung. Er war unter anderem Arbeitersekretär, Gewerkschaftsfunktionär sowie Mitglied von Gemeinde-, Kantons- und Bundesparlament.
Die erhaltenen Häuser erinnern an die frühere kleinteilige Bebauung des Gebiets, bevor sich die Stadt bis an die Hänge des Zürichbergs ausdehnte.
Entstehung des Platzes
Der heutige Klusplatz wurde 1871/1872 geschaffen.
Auslöser war der Ausbau des Strassenzugs Asylstrasse–Witikonerstrasse.[2]
Damit erhielt Hirslanden eine leistungsfähigere Verbindung zwischen der Stadt Zürich und den höher gelegenen Gebieten in Richtung Witikon.
Der Platz entstand an der Stelle, an der sich mehrere Verkehrswege verzweigten.
Die städtebauliche Bedeutung nahm in den folgenden Jahrzehnten rasch zu.
Hirslanden im 19. Jahrhundert
Hirslanden war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine selbständige Gemeinde.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens stammt aus dem 9. Jahrhundert.
Die Siedlung entwickelte sich aus mehreren bäuerlichen und gewerblichen Kernen und besass kein geschlossenes historisches Dorfzentrum im heutigen Sinn.
Im 19. Jahrhundert wuchs Hirslanden zunehmend mit Hottingen und Zürich zusammen.
Besonders die Verbesserung der Verkehrsverbindungen beschleunigte die Bebauung.
Am 1. Januar 1893 wurde Hirslanden gemeinsam mit zehn weiteren Gemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.
Zunächst gehörte es mit Hottingen, Fluntern und Riesbach zum damaligen Kreis V. Seit der Neuordnung der Stadtkreise von 1913 gehört Hirslanden zum Kreis 7.
Elektrische Strassenbahn
Bereits kurz nach der Eingemeindung erhielt Hirslanden eine moderne elektrische Strassenbahn.
1894 wurde eine elektrische Tramverbindung vom Bellevue über Hottingen und Römerhof zum Klusplatz in Betrieb genommen.[3]
Die neue Verbindung war für die Entwicklung der östlichen Stadtquartiere von grosser Bedeutung.
Sie verbesserte die Erreichbarkeit der Innenstadt erheblich und förderte den Bau neuer Wohnhäuser entlang der Verkehrsachsen.
Die Strecke zwischen Römerhof und Klusplatz gehört bis heute zum Zürcher Tramnetz.
Tramwendeschlaufe
Der Klusplatz besitzt eine Tramwendeschlaufe.
Sie ermöglicht es den hier endenden Linien, ohne Fahrtrichtungswechsel zu wenden.
Die Schleife liegt im Bereich zwischen Asylstrasse und Witikonerstrasse und bildet gemeinsam mit dem Kioskgebäude ein charakteristisches Element des Platzes.
Heute enden dort regulär die Tramlinien 3 und 8.[4]
Die Wendeschlaufe soll auch bei der geplanten Neugestaltung grundsätzlich erhalten bleiben.
Postkutsche nach Witikon und Maur
Der Klusplatz spielte eine besondere Rolle in der Geschichte des öffentlichen Verkehrs nach Witikon.
Nach der Eröffnung der Tramstrecke bis zum Klusplatz bestand für die höher gelegenen Gebiete weiterhin keine elektrische Weiterführung.
Von 1920 bis 1931 verkehrte deshalb eine Postkutsche vom Posthof bei der Fraumünsterkirche durch die Asylstrasse und über den Klusplatz sowie die Witikonerstrasse nach Witikon und weiter bis Maur am Greifensee.[2]
Damit existierte in Zürich noch zu einer Zeit ein planmässiger Kutschenverkehr, als das elektrische Tramnetz in anderen Teilen der Stadt bereits weit entwickelt war.
Erste Dieselbuslinie
1931 wurde die Kutschenverbindung aufgehoben.
An ihre Stelle trat die Saurer-Dieselbuslinie C des «Kraftwagenbetriebs der Städtischen Strassenbahn Zürich».[2]
Die städtischen Busse verkehrten zwischen Zürich und Witikon.
Für den weiterführenden Abschnitt nach Maur wurde eine Postautoverbindung eingerichtet.
Der Klusplatz entwickelte sich dadurch endgültig zu einem wichtigen Umsteigepunkt zwischen dem städtischen Tramnetz und den Verkehrsmitteln in die höher gelegenen Gebiete.
Einführung des Trolleybusses
Am 14. Oktober 1946 wurde die Dieselbusverbindung nach Witikon durch Trolleybusse ersetzt.[2]
Der Wechsel war für die damalige Zeit technisch bemerkenswert.
Die Witikonerstrasse weist zwischen Klusplatz und Witikon beträchtliche Steigungen auf. Die elektrisch betriebenen Trolleybusse waren dafür besser geeignet als die damaligen Dieselbusse.
Da zunächst keine durchgehende Trolleybusfahrleitung zwischen Depot und Klusplatz bestand, mussten die Fahrzeuge auf ungewöhnliche Weise zu ihrem Einsatzort gebracht werden.
Dazu wurde hinter dem Trolleybus ein niedriges Schienenfahrzeug mit Stromabnehmer mitgeführt. Dieses lief auf den Tramgleisen und versorgte den Bus während der Fahrt zum Klusplatz mit elektrischer Energie.[2]
Regionalbusse
Mit der Inbetriebnahme der S-Bahn Zürich und der Gründung des Zürcher Verkehrsverbunds im Jahr 1990 gewann der Klusplatz zusätzlich an Bedeutung.
Seither ist er Umsteigezentrum für regionale Buslinien in Richtung Witikon und Glattal.[2]
Heute verkehren am Klusplatz die Regionalbuslinien:
- 701;
- 702;
- 703.
Sie verbinden den östlichen Teil Zürichs mit Gemeinden beziehungsweise Gebieten ausserhalb des unmittelbaren städtischen Tramnetzes.[4]
Für viele Fahrgäste aus dem Raum Witikon und Glattal ist der Klusplatz deshalb ein wichtiger Übergangspunkt zum Zürcher Tramnetz.
Städtische Buslinien
Zusätzlich zu den Regionalbussen wird der Klusplatz von den städtischen Trolleybuslinien 31 und 33 bedient.[4]
Die Linie 31 verbindet Witikon über Klusplatz mit der Innenstadt und weiter mit westlichen Stadtteilen.
Die Linie 33 gehört zu den wichtigen tangentialen Busverbindungen Zürichs und verbindet verschiedene Quartiere ausserhalb des unmittelbaren Stadtzentrums.
Damit treffen am Klusplatz Tram-, Trolleybus- und Regionalbusverkehr unmittelbar aufeinander.
Entwicklung der Tramlinien
Über längere Zeit wurde der Klusplatz von drei Tramlinien bedient.
Neben den Linien 3 und 8 verkehrte auch die Linie 15 zum Klusplatz.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wurde die Linie 15 auf dem Abschnitt zwischen Bahnhof Stadelhofen und Klusplatz eingestellt.[2]
Seither bilden die Linien 3 und 8 die regulären Tramverbindungen des Platzes.
Bei Bauarbeiten, Grossveranstaltungen oder Betriebsstörungen dient die Wendeschlaufe ausserdem als wichtiger Punkt für temporäre Linienführungen und Umleitungen.
Klusdörfli
Unmittelbar beim Klusplatz liegt das sogenannte Klusdörfli.
Es umfasst eine Gruppe kleiner historischer Häuser im Bereich Hegibachstrasse und Klusstrasse.
Die kleinteilige Bebauung unterscheidet sich deutlich von den mehrgeschossigen Wohnhäusern der späteren Stadtentwicklung und vermittelt einen Eindruck vom früheren ländlichen Charakter Hirslandens.
Teile des Klusdörfli sind im Inventar schützenswerter Kleinhaussiedlungen der Stadt Zürich verzeichnet.[5]
Zum inventarisierten Bestand gehören Gebäude an:
- Hegibachstrasse;
- Klusdörfli;
- Klusstrasse.
Die geplante Neugestaltung des Klusplatzes soll diesen historischen Charakter stärker berücksichtigen.[1]
Theodosianum
Ein markantes historisches Gebäude in unmittelbarer Nähe des Klusplatzes ist das ehemalige Theodosianum.
Die römisch-katholischen Ingenbohlschwestern gründeten 1888 eine «Verpflegungsanstalt für Kranke und Rekonvaleszente».
Zunächst befand sich diese in der ehemaligen Pension «Schwanen» in Riesbach.
1898 wurde das neue Spital an der Asylstrasse 130 eröffnet.[2]
Der Gebäudekomplex wurde im Stil eines nordischen Renaissance-Schlosses gestaltet und von einer Parkanlage umgeben.
1909 kam entlang der Asylstrasse ein zusätzlicher Flügel im Heimatstil hinzu.
Schwesternschule Theodosianum
1952 wurde das Theodosianum um eine Schwesternschule beim Klusplatz erweitert.[2]
Dort wurden Pflegefachfrauen ausgebildet.
1970 zog die Schule ins Spital Limmattal nach Schlieren um und bestand dort noch bis 2009 weiter.
Nach der Aufgabe des Spitalbetriebs übernahm die Stadt Zürich einen grossen Teil der Liegenschaft mit der Verpflichtung, das Areal weiterhin für soziale Zwecke einzusetzen.
Gesundheitszentrum Klus Park
1973 eröffnete die Stadt im ehemaligen Theodosianum ein Altersheim.
Die Einrichtung entwickelte sich zum heutigen Gesundheitszentrum für das Alter Klus Park.[2]
Zum Areal gehört ein weitläufiger Park.
Er verfügt unter anderem über:
- alte Bäume;
- Fusswege;
- einen Fischteich;
- eine Kneipp-Anlage;
- Liegewiesen;
- Sitzgelegenheiten;
- ein Restaurant mit Terrasse.
Der Park ist nicht ausschliesslich für Bewohnerinnen und Bewohner bestimmt, sondern wird auch von der Quartierbevölkerung genutzt.
Damit bildet das Gebiet einen wichtigen Grün- und Begegnungsraum unmittelbar beim stark vom Verkehr geprägten Klusplatz.
Städtisches Quartierzentrum
Der Klusplatz erfüllt für Hirslanden die Funktion eines Quartierzentrums.
Rund um den Platz befinden sich:
- Lebensmittel- und Fachgeschäfte;
- gastronomische Betriebe;
- Apotheken und Gesundheitsangebote;
- Dienstleistungsbetriebe;
- Kiosk;
- öffentliche Verkehrshaltestellen.
Der Platz besitzt daher neben seiner Verkehrsfunktion eine grosse Bedeutung für den Alltag der Quartierbevölkerung.
Die Aufenthaltsqualität entspricht nach Einschätzung der Stadt Zürich jedoch bisher nicht seiner Bedeutung als Quartierzentrum.[1]
Verkehrsstruktur
Der Klusplatz ist einer der komplexeren Verkehrsknoten im Osten Zürichs.
Dort treffen unterschiedliche Verkehrsmittel und Verkehrsströme auf engem Raum zusammen:
| Verkehrsmittel | Funktion am Klusplatz |
|---|---|
| Tram | Endstation und Wendeschlaufe der Linien 3 und 8 |
| Trolleybus | Linien 31 und 33 |
| Regionalbus | Linien 701, 702 und 703 |
| Motorisierter Individualverkehr | Verbindung Innenstadt–Witikon sowie lokale Quartierverbindungen |
| Veloverkehr | Verbindung zwischen Innenstadt, Hirslanden und Witikon |
| Fussverkehr | Umsteigen, Einkaufen und Quartiererschliessung |
Die verschiedenen Nutzungsansprüche stehen teilweise miteinander in Konflikt.
Besonders die knappen Platzverhältnisse erschweren den hindernisfreien Ausbau der Haltestellen und sichere Veloverbindungen.
Witikonerstrasse
Die Witikonerstrasse beginnt am Klusplatz und führt steil in Richtung Witikon.
Sie gehört zu den wichtigsten Einfallsachsen in den Kreis 7.
Die Strasse weist abschnittsweise beträchtliche Steigungen und enge Kurven auf.
Bekannt ist insbesondere die Kurve «Schlyfi», an der es wiederholt zu Verkehrsunfällen kam.[6]
Die Stadt plant deshalb auch dort bauliche Sicherheitsmassnahmen.
Die topografischen Verhältnisse der Witikonerstrasse erklären zugleich die historisch grosse Bedeutung leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsmittel zwischen Klusplatz und Witikon.
Tramgleiserneuerung 2022
Die Tramgleise am Klusplatz waren nach langjähriger intensiver Nutzung erneuerungsbedürftig.
Bevor eine umfassende städtebauliche Neugestaltung des Platzes umgesetzt werden konnte, mussten die bestehenden Gleisanlagen saniert werden.
Diese Arbeiten wurden 2022 durchgeführt.[1]
Die Stadt entschied sich bewusst für eine technische Erneuerung des Bestands, da die langfristige Gestaltung des gesamten Platzes noch nicht abschliessend geklärt war.
Forderung nach einer Neugestaltung
Bereits 2011 forderte eine Motion im Zürcher Gemeinderat eine Verbesserung des Klusplatzes.
Im Vordergrund standen:
- hindernisfreie Haltestellen;
- bessere Umsteigemöglichkeiten;
- einfachere Orientierung;
- höhere Aufenthaltsqualität.[1]
Eine Verkehrsstudie von 2014 zeigte jedoch, dass vollständig gerade Haltekanten nur mit erheblichen Eingriffen möglich gewesen wären.
Dafür hätten Gebäude abgebrochen oder wichtige Fahrstreifen aufgehoben werden müssen.
Diese Varianten wurden deshalb nicht weiterverfolgt.
Motion von 2018
Eine weitere Motion aus dem Jahr 2018 verlangte zusätzlich Verbesserungen für den Veloverkehr.
Gefordert wurden Velostreifen sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts.[1]
Da zunächst die dringend notwendige Gleissanierung durchgeführt werden musste, wurde die eigentliche Platzgestaltung zurückgestellt.
Nach Abschluss der Gleisarbeiten folgte eine neue Machbarkeitsstudie.
Im August 2022 wurden die wesentlichen Ziele und Rahmenbedingungen für die weitere Planung festgelegt.
Mitwirkungsverfahren
Die Stadt Zürich bezog die Quartierbevölkerung und verschiedene Interessengruppen frühzeitig in die Projektentwicklung ein.
Am 25. November 2023 fand eine erste Begehung mit Vertreterinnen und Vertretern von:
- Quartiervereinen;
- Schulen;
- Elternräten;
- Jugendarbeit;
- Gewerbebetrieben
statt.[1]
Die Teilnehmenden diskutierten Probleme und Wünsche für die zukünftige Gestaltung.
Am 24. Juni 2025 stellte das Projektteam den weiterentwickelten Lösungsansatz vor.
Petition des Quartiervereins
Im Juni 2024 reichte der Quartierverein Hirslanden eine Petition zur Zukunft des Klusplatzes ein.[1]
Die darin formulierten Anliegen überschnitten sich weitgehend mit den Ergebnissen der städtischen Mitwirkung.
Zu den wichtigsten Forderungen gehörten:
- bessere Aufenthaltsqualität;
- zusätzliche Begrünung;
- sichere Fuss- und Veloverbindungen;
- attraktivere Gestaltung;
- verbesserte Umsteigebeziehungen.
Der Quartierverein beteiligte sich auch in den folgenden Planungsphasen aktiv an der Diskussion.
Untersuchte Varianten
2024 prüfte das Tiefbauamt zahlreiche Varianten für den öffentlichen Verkehr.[1]
Vertieft untersucht wurden unter anderem:
| Variante | Grundidee |
|---|---|
| Bestehende Wendeschlaufe | Trams bleiben in der heutigen Schleife, hindernisfreier Einstieg teilweise über eine «Kissenlösung» |
| Asylstrasse / Witikonerstrasse | je eine Tramhaltestelle in beiden Strassen |
| Asylstrasse / Bergstrasse | Aufteilung der Tramhalte auf zwei Strassen |
| Asylstrasse | beide Tramhaltestellen werden in der Asylstrasse zusammengefasst |
Auch unterschiedliche Verkehrsregime mit Mischverkehr, eigenen ÖV-Spuren und Einbahnführungen wurden untersucht.
Diskussion über einen Kreisel
Aus der Bevölkerung wurde auch die Idee eines Kreisverkehrs eingebracht.
Das Tiefbauamt prüfte diese Variante.
Sie wurde jedoch verworfen, weil die zur Verfügung stehende Fläche zu klein ist und die notwendigen Kurvenradien für Busse, Lastwagen und Feuerwehrfahrzeuge nicht ausreichen würden.[1]
Zusätzlich weist die Kreuzung ein starkes Gefälle auf.
Für die Priorisierung von Tram und Bus sowie für sichere Fussgängerquerungen sind nach Einschätzung der Stadt weiterhin Lichtsignalanlagen erforderlich.
Projekt 2025/2026
Am 17. November 2025 präsentierte die Stadt Zürich den gewählten Lösungsansatz öffentlich.[1]
Das Projekt versucht, die Anforderungen von:
- öffentlichem Verkehr;
- Fussverkehr;
- Veloverkehr;
- motorisiertem Verkehr;
- Gewerbe;
- Denkmalschutz;
- Stadtklima
miteinander zu verbinden.
Vorgesehen sind zusätzliche Bäume, entsiegelte Flächen, bessere Fusswege und sicherere Veloverbindungen.
Gleichzeitig soll der Klusplatz stärker als eigentliches Quartierzentrum erkennbar werden.
Geplante Tramhaltestelle
Die bestehende Wendeschlaufe soll im Grundsatz erhalten bleiben.
Die Tramlinien 3 und 8 sollen weiterhin dort wenden.[7]
Geplant ist eine sogenannte Kissenlösung für den Einstieg.
Dabei wird der Strassenraum lokal angehoben, sodass zumindest an einem Teil des Fahrzeugs ein stufenloser Ein- und Ausstieg möglich wird.
Die Lösung berücksichtigt die räumlichen Einschränkungen der bestehenden Wendeschlaufe.
Witikonerstrasse im neuen Projekt
Entlang der Witikonerstrasse sollen die Trottoirs verbreitert werden.
Zusätzlich ist eine Baumreihe vorgesehen.[1]
Die Regionalbusse 701, 702 und 703 sollen weiterhin im Bereich der Witikonerstrasse halten.
Wartepositionen für die Busse sind in der Jupiterstrasse vorgesehen.[7]
Damit bleiben die regionalen Umsteigefunktionen des Klusplatzes grundsätzlich erhalten.
Begegnungszone Klusdörfli
Ein wichtiger Bestandteil der Neugestaltung betrifft die Hegibachstrasse beim Klusdörfli.
Dort ist eine Begegnungszone mit Tempo 20 geplant.[1]
Vorgesehen sind:
- zusätzliche Bäume;
- entsiegelte Flächen;
- Sitzbänke;
- ein Brunnen;
- Veloabstellplätze;
- verbesserte Aufenthaltsflächen.
Der Güterumschlag für die bestehenden Geschäfte soll weiterhin möglich bleiben.
Die Gestaltung soll den historischen Charakter der kleinen Häuser des Klusdörfli hervorheben.
Bereich der Wendeschlaufe
Auch das Innere beziehungsweise die Umgebung der Tramwendeschlaufe soll stärker als Aufenthaltsraum genutzt werden.
Hinter dem bestehenden Kioskgebäude ist eine Kiesfläche mit Bäumen und Rundbänken geplant.[1]
Zusätzlich sollen dort:
- ein Taxistandplatz;
- Veloabstellplätze;
- Aufenthaltsbereiche
entstehen.
Damit soll der bisher vor allem funktional als Verkehrsanlage wahrgenommene Bereich stärker in den öffentlichen Raum integriert werden.
Planauflage 2026
Die Projektpläne wurden vom 9. Januar bis 9. Februar 2026 gemäss § 13 des Zürcher Strassengesetzes öffentlich aufgelegt.[1]
Während dieses Verfahrens konnten Einwendungen und Stellungnahmen eingereicht werden.
Im August 2026 befand sich die Neugestaltung weiterhin in der Planungsphase; auf der offiziellen Projektseite war noch kein verbindlicher Baubeginn genannt.[1]
Barrierefreiheit
Ein zentraler Grund für die geplante Neugestaltung ist die heute unzureichende Hindernisfreiheit.
Nach Angaben der Stadt sind die bestehenden Haltestellen mehrheitlich nicht vollständig barrierefrei.[1]
Dies betrifft insbesondere Personen:
- mit Rollstuhl;
- mit Rollator;
- mit Kinderwagen;
- mit eingeschränkter Mobilität.
Die komplexe Topografie und die enge Wendeschlaufe erschweren eine vollständig normgerechte Lösung.
Die geplante Umgestaltung soll dennoch deutliche Verbesserungen ermöglichen.
Veloverkehr
Der Klusplatz liegt an einer wichtigen Veloverbindung zwischen Innenstadt und Witikon.
Die heutige Veloführung weist jedoch Lücken auf.[1]
Besonders problematisch sind:
- Tramgleise;
- enge Fahrbahnen;
- abbiegende Fahrzeuge;
- hohe Verkehrsbelastung;
- Steigungen.
Das neue Projekt sieht daher zusätzliche beziehungsweise klarere Veloverbindungen vor.
Auch die Witikonerstrasse soll sicherer gestaltet werden.
Fussverkehr
Für Fussgängerinnen und Fussgänger ist der Klusplatz wegen der zahlreichen Umsteigewege besonders wichtig.
Viele Fahrgäste wechseln zwischen Tram, Trolleybus und Regionalbus.
Gleichzeitig befinden sich Geschäfte und Dienstleistungen auf verschiedenen Seiten der stark befahrenen Strassen.
Die geplante Neugestaltung soll deshalb:
- Querungen vereinfachen;
- Trottoirs verbreitern;
- Aufenthaltsflächen schaffen;
- die Orientierung verbessern.
Gewerbe
Rund um den Klusplatz besteht eine kleinteilige Gewerbestruktur.
Die Erdgeschosse der umliegenden Gebäude beherbergen unter anderem Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen.
Diese Nutzungen tragen wesentlich zur Funktion des Platzes als Quartierzentrum bei.
Bei der geplanten Neugestaltung sollen deshalb zusätzliche Aussenbereiche für Gewerbebetriebe geschaffen beziehungsweise verbessert werden.[1]
Der Güterumschlag soll trotz Verkehrsberuhigung weiterhin möglich bleiben.
Stadtklima
Ein weiteres Ziel der Neugestaltung ist die Anpassung an zunehmende sommerliche Hitze.
Die heutige Platzfläche besteht zu grossen Teilen aus Asphalt, Gleisen und anderen versiegelten Oberflächen.
Diese speichern bei hohen Temperaturen Wärme.
Die Stadt plant deshalb:
- zusätzliche Bäume;
- entsiegelte Flächen;
- Kiesbereiche;
- schattige Sitzmöglichkeiten.[1]
Der Klusplatz folgt damit der städtischen Strategie, stark versiegelte Verkehrsräume klimaangepasster zu gestalten.
Stadtbild
Der Klusplatz besitzt kein einheitliches monumentales Platzbild.
Seine räumliche Wirkung entsteht vielmehr durch das Zusammentreffen verschiedener Elemente:
- historische Kleinhäuser des Klusdörfli;
- mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser;
- Tramwendeschlaufe;
- Kiosk;
- historische Gebäude des ehemaligen Theodosianums;
- starke Geländesteigungen;
- Verkehrsachsen.
Diese Mischung dokumentiert mehrere Entwicklungsphasen Hirslandens – vom ländlichen Vorort über die Verstädterung des späten 19. Jahrhunderts bis zum modernen Verkehrsknoten.
Bedeutung für Hirslanden
Hirslanden verfügt nicht über ein einzelnes historisches Dorfzentrum, das bis heute sämtliche zentralen Funktionen bündelt.
Der Klusplatz gehört jedoch gemeinsam mit dem Hegibachplatz und weiteren lokalen Zentren zu den wichtigsten öffentlichen Orten des Quartiers.
Seine besondere Bedeutung ergibt sich aus der Kombination von:
- öffentlichem Verkehr;
- Quartierversorgung;
- historischem Siedlungskern;
- Verbindung nach Witikon;
- sozialer Infrastruktur.
Die geplante Neugestaltung verfolgt ausdrücklich das Ziel, diese Rolle als Quartierzentrum sichtbarer zu machen.
Verkehrsgeschichtliche Bedeutung
Der Klusplatz besitzt innerhalb der Zürcher Verkehrsgeschichte eine besondere Stellung.
Innerhalb von rund 150 Jahren kamen hier sehr unterschiedliche Verkehrsmittel zum Einsatz.
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| 1871/72 | Entstehung des Platzes mit dem Ausbau der Asyl- und Witikonerstrasse |
| 1894 | elektrische Tramverbindung über Römerhof zum Klusplatz |
| 1920–1931 | Postkutsche über Klusplatz nach Witikon und Maur |
| ab 1931 | Dieselbuslinie C nach Witikon |
| ab 1946 | Trolleybusbetrieb Richtung Witikon |
| ab 1990 | Umsteigezentrum zu drei Regionalbuslinien im Zürcher Verkehrsverbund |
| bis 2017 | Bedienung durch die Tramlinien 3, 8 und 15 |
| seit Ende 2017 | reguläre Tramlinien 3 und 8 |
| 2022 | Erneuerung der Tramgleise |
| seit 2023 | Planung und Mitwirkung zur umfassenden Neugestaltung |
| 2026 | öffentliche Planauflage für das neue Gestaltungskonzept |
Damit lassen sich am Klusplatz wichtige Entwicklungsschritte vom Kutschenverkehr über Diesel- und Trolleybus bis zum heutigen integrierten Verkehrsverbund nachvollziehen.
Siehe auch
- Hirslanden
- Kreis 7 (Zürich)
- Witikon
- Hottingen (Zürich)
- Hegibachplatz
- Römerhof (Zürich)
- Witikonerstrasse
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Trolleybus Zürich
- Zürcher Verkehrsverbund
- Tram Zürich
- Liste der Plätze in Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 Stadt Zürich, Tiefbauamt: Klusplatz – Neugestaltung, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hirslanden, Ausgabe 073/2026.
- ↑ Stadt Zürich: Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich – Inventarergänzung ISOS, Zürich 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Stadt Zürich, Tiefbauamt: Klusplatz – Lösungsansatz öffentlicher Verkehr, 2025.
- ↑ Stadt Zürich: Kleinhaussiedlungen in der Stadt Zürich, Zürich 2016.
- ↑ Stadt Zürich: Witikonerstrasse, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Stadt Zürich, Tiefbauamt: Klusplatz – Gestaltungsvorschlag, 2025.
Literatur
- Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hirslanden. Zürich, Ausgabe 2026.
- Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich – Inventarergänzung ISOS. Zürich 2026.
- Stadt Zürich, Tiefbauamt: Dokumentationen zur Neugestaltung des Klusplatzes. Zürich 2022–2026.
- Stadt Zürich: Kleinhaussiedlungen in der Stadt Zürich. Zürich 2016.
- Stadtarchiv Zürich: Dokumentationen zur Verkehrs- und Siedlungsgeschichte von Hirslanden und Klus.