Grand Combin
| Grand Combin
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|---|---|
| Höhe | 4314 m ü. M. |
| Höhenbezug | CH |
| Lage | Kanton Wallis, Schweiz |
| Gebirge | Walliser Alpen |
| Koordinaten | 45,9375° N, 7,2992° O |
| Region | CH-VS
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| Dominanz | 26.4 km |
| Dominanz-Bezug | Dent Blanche |
| Schartenhöhe | 1512 m |
| Scharte | Fenêtre de Durand |
| Erstbesteigung | 30. Juli 1859
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Grand Combin ist ein stark vergletschertes Bergmassiv der Walliser Alpen im südwestlichen Teil des Kantons Wallis. Der höchste Punkt des Massivs ist der Combin de Grafeneire mit 4314 m ü. M. Weitere markante Viertausender sind der Combin de Valsorey mit rund 4184 m und der Combin de la Tsessette mit rund 4135 m.[1]
Anders als etwa beim Matterhorn bezeichnet der Name Grand Combin nicht nur einen einzelnen klar abgegrenzten Gipfel, sondern ein komplexes Massiv mit mehreren hohen Gipfeln, Graten, Gletscherflächen und Eisabbrüchen. Der Grand Combin zählt zu den mächtigsten Bergmassiven der Westalpen und ist besonders von Norden und Nordwesten durch seine grossen Gletscher und Séracs geprägt.[1]
Lage
Der Grand Combin liegt zwischen dem Val de Bagnes im Norden und Osten sowie dem Val d’Entremont im Westen. Südlich des Massivs verläuft in wenigen Kilometern Entfernung die Grenze zwischen der Schweiz und Italien.
Der Hauptgipfel Combin de Grafeneire befindet sich vollständig auf Schweizer Staatsgebiet im Kanton Wallis. Die politische Gemeinde, zu deren Gebiet ein grosser Teil des Massivs gehört, ist Val de Bagnes.
Westlich des Grand Combin liegt der Grosse St. Bernhard, südöstlich die Fenêtre de Durand. Im Süden schliessen sich die Berge und Täler des italienischen Aostatals an.
Der Grand Combin ist aufgrund seiner isolierten Lage weithin sichtbar. Besonders eindrucksvoll erscheint das Massiv aus dem Raum Verbier, aus dem Val de Bagnes sowie von verschiedenen Gipfeln der westlichen Walliser Alpen.
Gipfel
Der Grand Combin besteht aus mehreren eng miteinander verbundenen Gipfeln.
Zu den wichtigsten gehören:
- Combin de Grafeneire – 4314 m ü. M.
- Aiguille du Croissant – rund 4260 m ü. M.
- Combin de Valsorey – rund 4184 m ü. M.
- Combin de la Tsessette – rund 4135 m ü. M.
Der Combin de Grafeneire bildet den höchsten Punkt des Massivs. Der Combin de Valsorey liegt westlich davon und ist durch einen Firn- und Felsgrat mit dem Hauptgipfel verbunden. Östlich des Combin de Grafeneire liegen die Aiguille du Croissant und der Combin de la Tsessette.
Zum weiteren Grand-Combin-Massiv gehören auch niedrigere Berge wie der Petit Combin, der Combin de Corbassière und der Tournelon Blanc.
Topografie
Mit einer Höhe von 4314 m gehört der Combin de Grafeneire zu den höchsten Bergen der Alpen. Seine Dominanz beträgt rund 26,4 Kilometer; der nächsthöhere Berg befindet sich im Bereich der Dent Blanche. Die Schartenhöhe beträgt etwa 1512 Meter, bezogen auf die Fenêtre de Durand.[2]
Das Massiv zeichnet sich weniger durch einen einzelnen steilen Gipfelaufbau als durch seine enorme Breite und die grossen vergletscherten Hochflächen aus. Dadurch unterscheidet sich seine Erscheinung deutlich von den schlanken Gipfelformen des Matterhorns oder des Weisshorns.
Der Schweizer Alpen-Club beschreibt den Grand Combin aufgrund seiner starken Vergletscherung als einen besonders massiven Eisberg der Walliser Alpen.[1]
Gletscher
Das Grand-Combin-Massiv ist von mehreren bedeutenden Gletschern umgeben.
Glacier de Corbassière
Der Glacier de Corbassière liegt auf der Nordseite des Massivs und fliesst in Richtung Val de Bagnes. Er gehört zu den grössten Gletschern der Region.
Die grosse Nordflanke des Grand Combin erhebt sich über dem Corbassière-Gletscher. Oberhalb befinden sich zahlreiche Hängegletscher und Séracs.
Westlich und nordwestlich des Gletschers liegen der Petit Combin und der Combin de Corbassière.
Glacier de Tsessette
Auf der Ostseite befindet sich der Glacier de Tsessette. Der Gletscher fliesst in Richtung des Lac de Mauvoisin.
Die Ostflanke des Combin de la Tsessette fällt sehr steil zum Gletscher ab.
Glacier du Mont Durand
Südöstlich des Hauptmassivs liegt der Glacier du Mont Durand. Er entwässert ebenfalls in Richtung Mauvoisin.
Weitere Gletscher und Firngebiete sind der Glacier du Croissant und der Glacier du Sonadon.
Geologie
Geologisch gehört der Grand Combin zum Penninikum der Alpen. Das Massiv besteht vor allem aus metamorphen Gesteinen, insbesondere Gneis und verwandten kristallinen Gesteinen.
Diese wurden während der Entstehung der Alpen durch starke tektonische Kräfte verfaltet und metamorph verändert.
Das Gestein ist an zahlreichen Stellen plattig und brüchig. Zusammen mit der starken Vergletscherung führt dies zu erheblichen objektiven Gefahren für Bergsteiger, darunter Steinschlag und Eisabbrüche.
Besteigungsgeschichte
Die Erschliessung des Grand-Combin-Massivs begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts während der frühen Phase des modernen Alpinismus.
1851 erreichte der Berner Alpinist Gottlieb Samuel Studer zusammen mit dem Bergführer Joseph-Benjamin Felley den Gipfel des Combin de Corbassière.
Im Jahr 1857 wurden weitere hohe Punkte des Massivs erreicht. Die genaue historische Zuordnung früher Besteigungen ist teilweise kompliziert, weil verschiedene Seilschaften unterschiedliche Gipfel beziehungsweise Vorgipfel erreichten und die Höhen und Bezeichnungen damals noch nicht mit der heutigen topografischen Genauigkeit festgelegt waren.
Als Erstbesteigung des höchsten heutigen Hauptgipfels, des Combin de Grafeneire, gilt die Besteigung vom 30. Juli 1859 durch den französischen Wissenschaftler und Alpinisten Charles Sainte-Claire Deville zusammen mit Daniel Balleys, Emmanuel Balleys, Gaspard Balleys und Basile Dorsaz.[3]
Der Combin de Valsorey wurde später über verschiedene Routen erschlossen. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche neue Anstiege durch die verschiedenen Flanken und Grate des Massivs eröffnet.
Bergsteigen
Der Grand Combin ist ein anspruchsvolles hochalpines Ziel. Sämtliche üblichen Routen führen über Gletscher und erfordern Erfahrung im Umgang mit Spalten, steilem Firn, Eis und hochalpinem Gelände.
Objektive Gefahren spielen eine besonders grosse Rolle. Dazu gehören:
- Gletscherspalten
- Séracabbrüche
- Eisschlag
- Steinschlag
- Lawinen
- rasche Wetteränderungen
Die Routenführung kann sich infolge des Gletscherrückgangs und der Veränderung von Eisbrüchen deutlich verändern.
Normalrouten
Historisch wurde der Grand Combin häufig von Norden über den Glacier de Corbassière und den sogenannten Corridor bestiegen. Dieser Abschnitt liegt jedoch unter grossen Séracs und weist erhebliche Eisschlaggefahr auf.
Aus Sicherheitsgründen werden heute häufig andere Varianten bevorzugt.
Von der Cabane de Valsorey
Ein wichtiger Ausgangspunkt ist die Cabane de Valsorey des Schweizer Alpen-Clubs.
Von dort führt eine Route über den Meitin-Grat beziehungsweise die Westseite zunächst zum Combin de Valsorey und anschliessend weiter zum Combin de Grafeneire.[1]
Der Anstieg erfordert hochalpine Erfahrung und je nach Verhältnissen Fels-, Firn- und Eisarbeit.
Von Panossière
Auf der Nordseite dient die Cabane de Panossière als wichtiger Ausgangspunkt für Touren im Grand-Combin-Gebiet.
Die Hütte liegt oberhalb des Glacier de Corbassière und bietet einen unmittelbaren Blick auf die stark vergletscherte Nordseite des Massivs.
Cabane de Valsorey
Die Cabane de Valsorey befindet sich westlich des Grand Combin oberhalb von Bourg-Saint-Pierre.
Sie gehört dem Schweizer Alpen-Club und ist ein wichtiger Stützpunkt für Besteigungen des Combin de Valsorey und des Combin de Grafeneire.
Der Zustieg erfolgt üblicherweise aus dem Val d’Entremont beziehungsweise von Bourg-Saint-Pierre.
Cabane de Panossière
Die Cabane de Panossière liegt im Val de Bagnes nahe dem Glacier de Corbassière.
Bereits 1881 errichtete der Schweizer Alpen-Club in diesem Gebiet eine erste Hütte. Damit wurden Besteigungen des Grand Combin von Norden wesentlich erleichtert.
Die heutige Hütte ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Berg-, Gletscher- und Skitouren im Massiv.
Skitouren
Der Grand Combin ist auch ein bedeutendes Ziel für Skibergsteiger.
Besteigungen mit Ski werden vor allem im Frühjahr durchgeführt, wenn ausreichende Schneedecken und günstige Verhältnisse herrschen. Aufgrund der Höhe, der langen Aufstiege und der Gletscher handelt es sich um anspruchsvolle Hochtouren.
Das Grand-Combin-Gebiet liegt zudem im weiteren Bereich klassischer hochalpiner Skidurchquerungen zwischen Chamonix, dem Wallis und Zermatt.
Tour des Combins
Das Grand-Combin-Massiv kann auf einer mehrtägigen Hochgebirgswanderung umrundet werden. Die Route wird als Tour des Combins beziehungsweise Grand Tour des Combins bezeichnet.
Sie führt durch die Schweiz und Italien und verbindet unter anderem das Val d’Entremont, das Val de Bagnes und Täler des Aostatals.
Eine vollständige Rundtour dauert je nach Variante ungefähr eine Woche bis neun Tage.[4]
Ausgangspunkt kann beispielsweise Bourg-Saint-Pierre sein. Die Route führt über mehrere Alpenpässe, Hochgebirgstäler und Moränenlandschaften und bietet wiederholt Ausblicke auf den Grand Combin.
Val de Bagnes
Die Nordseite des Grand Combin prägt das Landschaftsbild des oberen Val de Bagnes.
Zu den wichtigen Ausgangspunkten gehören Fionnay und das Gebiet des Lac de Mauvoisin. Von hier führen Wander- und Bergwege zu den Gletschern, Hütten und Pässen des Grand-Combin-Massivs.
Von Verbier und den umliegenden Höhen ist der Grand Combin besonders gut sichtbar. Seine breite weisse Gipfelzone bildet einen markanten Teil des südlichen Horizonts.
Val d’Entremont
Westlich des Massivs liegt das Val d’Entremont, durch das die Verkehrsachse von Martigny über Orsières und Bourg-Saint-Pierre zum Grossen St. Bernhard führt.
Bourg-Saint-Pierre ist ein wichtiger Ausgangspunkt für den Zugang zur Cabane de Valsorey und zur Westseite des Grand Combin.
Grenze zu Italien
Der Hauptgipfel des Grand Combin liegt vollständig in der Schweiz. Die schweizerisch-italienische Grenze verläuft jedoch nur wenige Kilometer südlich davon.
Über Berge und Pässe wie den Mont Vélan, die Grande Tête de By und die Fenêtre de Durand führt die Wasserscheide zwischen dem Wallis und dem Aostatal.
Historische Übergänge verbanden die Täler auf beiden Seiten der Alpen bereits lange vor dem modernen Alpinismus.
Klima
Aufgrund seiner Höhe besitzt der Grand Combin hochalpines bis nivales Klima.
Auch im Sommer können auf über 4000 Metern winterliche Bedingungen auftreten. Starker Wind, tiefe Temperaturen, Nebel und rasche Wetterumschwünge sind häufig.
Die grosse Höhe und die starke Vergletscherung führen dazu, dass sich lokale Wetterbedingungen deutlich von jenen in den umliegenden Tälern unterscheiden können.
Gletscherrückgang
Wie fast alle Gletscher der Schweizer Alpen sind auch die Gletscher des Grand-Combin-Gebiets vom langfristigen Gletscherschwund betroffen.
Der Rückgang des Eises verändert nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Bedingungen für den Alpinismus. Traditionelle Routen können durch freigelegte Felszonen, instabilen Permafrost, grössere Randklüfte und veränderte Séraczonen schwieriger oder gefährlicher werden.
Dadurch müssen Routen und saisonale Empfehlungen regelmässig an die aktuellen Verhältnisse angepasst werden.
Landschaftliche Bedeutung
Der Grand Combin gehört zu den landschaftlich markantesten Bergen des südwestlichen Wallis.
Von Norden erscheint er als weitläufiger, stark vergletscherter Gebirgsstock. Seine ausgedehnten Eisflächen unterscheiden ihn deutlich von den felsigeren Gipfeln vieler benachbarter Berge.
Das Massiv bildet einen landschaftlichen Mittelpunkt des oberen Val de Bagnes und ist von zahlreichen Orten im westlichen Wallis sichtbar.
Name
Die Bezeichnung Grand Combin wird sowohl für das gesamte Bergmassiv als auch umgangssprachlich für dessen höchsten Bereich verwendet.
Topografisch trägt der höchste Gipfel jedoch den Namen Combin de Grafeneire. Der Schweizer Alpen-Club weist darauf hin, dass der Grand Combin ähnlich wie das Monte-Rosa-Massiv aus mehreren eigenständig benannten Gipfeln besteht und kein einzelner Gipfel offiziell nur Grand Combin heisst.[1]
Siehe auch
- Combin de Grafeneire
- Combin de Valsorey
- Combin de la Tsessette
- Petit Combin
- Walliser Alpen
- Val de Bagnes
- Bourg-Saint-Pierre
- Glacier de Corbassière
- Cabane de Valsorey
- Cabane de Panossière
- Liste der Viertausender in den Alpen
Weblinks
- Grand Combin im Tourenportal des Schweizer Alpen-Clubs
- Grand Tour des Combins bei Valais/Wallis Promotion
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Combin de Grafeneire (Grand Combin-Hauptgipfel). In: Schweizer Alpen-Club SAC. Abgerufen am 2026-08-25.
- ↑ Combin de Grafeneire. In: Swiss Alpine Club SAC. Abgerufen am 2026-08-25.
- ↑ Combin de Grafeneire. In: Swiss Alpine Club SAC. Abgerufen am 2026-08-25.
- ↑ Grand Tour des Combins. In: Valais/Wallis Promotion. Abgerufen am 2026-08-25.
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