Schweizer Alpen-Club
| Schweizer Alpen-Club | |
|---|---|
| Abkürzung | SAC |
| Französischer Name | Club Alpin Suisse |
| Italienischer Name | Club Alpino Svizzero |
| Rätoromanischer Name | Club Alpin Svizzer |
| Rechtsform | Verein |
| Gründung | 19. April 1863 |
| Gründungsort | Olten |
| Gründer | 35 Bergsteiger und Naturforscher |
| Sitz | Bern |
| Zentralpräsident | Marco Dirren |
| Vorsitzender der Geschäftsleitung | Urs Stöcker |
| Sektionen | 110 (2026) |
| Mitglieder | 180'743 (31. Dezember 2025) |
| Hütten | 151 |
| Tätigkeitsbereiche | Bergsport, Ausbildung, Hüttenwesen, Jugendförderung, Leistungssport, Kultur, Natur- und Landschaftsschutz |
| Adresse | Monbijoustrasse 61 3000 Bern 14 |
| Website | sac-cas.ch |
Der Schweizer Alpen-Club, abgekürzt SAC, ist der grösste Bergsportverband der Schweiz. Er fördert Bergsteigen, Wandern, Klettern, Skitouren, Schneeschuhwandern und weitere alpine Sportarten. Zu seinen Aufgaben gehören zudem die Ausbildung von Bergsportlerinnen und Bergsportlern, der Betrieb eines Netzes von Berghütten, die Förderung des Nachwuchs- und Leistungssports sowie der Schutz der Bergwelt.
Der Verband wurde am 19. April 1863 von 35 Männern im Bahnhofbuffet von Olten gegründet. Initiator war der Zürcher Naturwissenschaftler Rudolf Theodor Simler. Ende des Gründungsjahres umfasste der SAC bereits sieben Sektionen mit insgesamt 358 Mitgliedern.[1]
Der SAC ist föderalistisch aufgebaut. Die Mitgliedschaft erfolgt grundsätzlich über eine der 110 weitgehend selbstständigen Sektionen. Diese organisieren Touren, Kurse, gesellschaftliche Anlässe und Jugendprogramme. Sie besitzen und betreiben ausserdem den grössten Teil der 151 SAC-Hütten.[2]
Ende 2025 zählte der Schweizer Alpen-Club 180'743 Mitglieder. Damit gehört er zu den grössten Sport- und Freizeitorganisationen des Landes.[3]
Name und Sprachformen
Die deutsche Bezeichnung lautet Schweizer Alpen-Club. Der Verband verwendet den Namen mit Bindestrich und schreibt die Abkürzung SAC in Grossbuchstaben.
In den anderen Landessprachen lauten die Bezeichnungen:
- französisch: Club Alpin Suisse, abgekürzt CAS;
- italienisch: Club Alpino Svizzero, abgekürzt CAS;
- rätoromanisch: Club Alpin Svizzer, abgekürzt CAS.
Im mehrsprachigen Auftritt wird häufig die kombinierte Form SAC-CAS verwendet. Die Website und zahlreiche Publikationen erscheinen auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Einzelne Informationen stehen zusätzlich auf Englisch zur Verfügung.
Der Begriff «Club» erinnert an die im 19. Jahrhundert gegründeten britischen und kontinentaleuropäischen Alpenvereine. Der SAC war nach dem 1857 entstandenen Alpine Club in London und dem 1862 gegründeten Oesterreichischen Alpenverein der dritte nationale Alpenclub Europas.[1]
Geschichte
Alpinismus vor der Gründung
Die wissenschaftliche und touristische Erschliessung der Schweizer Alpen begann lange vor der Gründung des SAC. Naturforscher, Topografen, Geistliche, Ärzte und Reisende untersuchten bereits im 18. und frühen 19. Jahrhundert Gletscher, Gesteine, Pflanzen und Wetterverhältnisse.
Mit dem Ausbau der Verkehrswege und dem Aufkommen des Tourismus nahm das Interesse an den Hochalpen zu. Britische Bergsteiger spielten während des sogenannten goldenen Zeitalters des Alpinismus eine bedeutende Rolle. Zahlreiche Schweizer Bergführer begleiteten ausländische Gäste auf Erstbesteigungen.
Der 1857 gegründete Alpine Club in London wurde zum Vorbild für ähnliche Vereinigungen. In der Schweiz entstand der Wunsch, die Erkundung des eigenen Alpenraums nicht hauptsächlich ausländischen Organisationen zu überlassen.
Gründung in Olten
Der Chemiker und Geologe Rudolf Theodor Simler veröffentlichte 1863 einen Aufruf zur Gründung einer schweizerischen Bergsteigervereinigung. Simler war Privatdozent an der Universität Bern und stammte aus Zürich.
Am 19. April 1863 trafen sich 35 Berg- und Gletscherfahrer im Bahnhofbuffet von Olten. Sie kamen unter anderem aus Aarau, Basel, Bern, Buochs, Glarus, Luzern, Olten, St. Gallen und Zürich.[4]
Die zentrale Lage Oltens und seine guten Bahnverbindungen erleichterten die Anreise aus verschiedenen Landesteilen. Die Versammlung beschloss die Gründung des Schweizer Alpen-Clubs und verabschiedete erste Statuten.
Als anfängliches Exkursionsgebiet wurden die Gebirgsgruppen um Tödi und Clariden bestimmt. Die Mitglieder sollten diese Region bereisen, kartieren und wissenschaftlich beschreiben. Gleichzeitig sollten Wege und Unterkünfte geschaffen werden.
Zu den ersten Sektionen gehörten Tödi, Bern, Basel, Uto, St. Gallen, Monte Rosa und Aargau. Ende 1863 besass der neue Verband 358 Mitglieder.[1]
Erste Hütten und Publikationen
Noch im Gründungsjahr entstand am Tödi die Grünhornhütte. Sie gilt als erste Clubhütte des SAC. Der einfache Steinbau sollte Bergsteigern und Forschern eine geschützte Unterkunft bieten.
1864 erschien der erste Band des Jahrbuches des Schweizer Alpenclub. Darin wurden Touren, Erstbesteigungen, wissenschaftliche Beobachtungen, Karten und Berichte aus den verschiedenen Exkursionsgebieten veröffentlicht.
Die Publikationstätigkeit gehörte von Beginn an zu den wichtigsten Aufgaben des Clubs. Die Berichte halfen, Kenntnisse über Routen, Gipfel, Gletscher und Täler zu verbreiten. Sie trugen zugleich zur Entstehung einer schweizerischen alpinen Fachsprache bei.
Mitglieder des SAC beteiligten sich an topografischen Vermessungen und an der Verbesserung der Schweizer Landeskarten. Auch Fragen der Bergnamen und ihrer einheitlichen Schreibweise wurden behandelt.
Erschliessung der Alpen
Im späten 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche neue Sektionen. Diese errichteten Hütten, markierten Zugänge und veröffentlichten regionale Führer.
Die Clubhütten wurden meist an strategisch wichtigen Ausgangspunkten für Hochtouren gebaut. Viele bestanden zunächst aus einfachen, unbewarteten Steinbauten mit wenigen Schlafplätzen. Mit der steigenden Zahl der Gäste wurden sie erweitert und teilweise bewartet.
Der SAC war an der Entwicklung des Bergführerwesens beteiligt. Er setzte sich für Ausbildung, Prüfungen und einheitlichere Anforderungen ein. Daneben entstanden lokale Rettungsstationen, die bei Unfällen im Gebirge Hilfe leisteten.
Der Verband förderte wissenschaftliche Arbeiten über Geologie, Botanik, Zoologie, Glaziologie, Meteorologie und Lawinenkunde. Zahlreiche Mitglieder verbanden sportliche Bergfahrten mit Beobachtungen und Messungen.
Im Jahr 1900 zählte der SAC 43 Sektionen und rund 6000 Mitglieder.[1]
Beteiligung am Alpinen Museum
1905 wurde in Bern das Schweizerische Alpine Museum eröffnet. Der SAC und insbesondere seine Sektion Bern waren massgeblich an seiner Entstehung beteiligt.
Das Museum sammelte Karten, Reliefs, Bilder, Fotografien, Ausrüstungsgegenstände und naturkundliche Objekte. Es dokumentierte sowohl die Erforschung der Alpen als auch die Geschichte des Alpinismus.
Das heutige Alpines Museum der Schweiz wird von einer Stiftung getragen. Der SAC gehört weiterhin zu den mit dem Museum verbundenen Organisationen und unterstützt dessen kulturelle Arbeit.
Frauen im SAC
Ausschluss im Jahr 1907
In den ersten Jahrzehnten konnten einzelne Frauen Mitglied von SAC-Sektionen sein oder an deren Aktivitäten teilnehmen. Ihre Stellung war jedoch nicht einheitlich geregelt.
1907 entschied die Abgeordnetenversammlung, Frauen nicht mehr als Mitglieder aufzunehmen. Bereits bestehende Mitgliedschaften konnten teilweise noch weitergeführt werden, doch der Verband wurde grundsätzlich zu einer Männerorganisation.[1]
Der Ausschluss spiegelte zeitgenössische Vorstellungen über Geschlechterrollen und den Alpinismus wider. Frauen bestiegen dennoch weiterhin anspruchsvolle Berge, führten eigene Touren durch und veröffentlichten alpine Berichte.
Schweizer Frauen-Alpen-Club
1918 gründeten Bergsteigerinnen den Schweizer Frauen-Alpen-Club, abgekürzt SFAC. Die neue Organisation baute eigene Sektionen auf und organisierte Touren, Kurse und gesellschaftliche Aktivitäten.
Der SFAC besass eigene Hütten beziehungsweise beteiligte sich an deren Betrieb. Er entwickelte sich zu einer bedeutenden schweizerischen Bergsportorganisation und trug zur Ausbildung und Vernetzung von Alpinistinnen bei.
SAC und SFAC arbeiteten in verschiedenen Bereichen zusammen, blieben jedoch während mehrerer Jahrzehnte organisatorisch getrennt.
Vereinigung von 1980
1980 fusionierten der Schweizer Alpen-Club und der Schweizer Frauen-Alpen-Club. Die Mitgliederzahl des gemeinsamen Verbands stieg dadurch auf 69'201.[1]
Frauen konnten seither in allen Sektionen und Organen mitwirken. Ihr Anteil an den Mitgliedern sowie an Touren-, Ausbildungs- und Führungsfunktionen nahm in den folgenden Jahrzehnten zu.
Die historische Ausgrenzung von Frauen wird innerhalb des SAC heute als problematischer Teil der Verbandsgeschichte behandelt. Veröffentlichungen und Ausstellungen dokumentieren die Leistungen von Bergsteigerinnen, die in älteren Darstellungen häufig weniger sichtbar waren.
Entwicklung seit 1980
Nach der Vereinigung mit dem Frauen-Alpen-Club wuchs der Verband weiter. Gleichzeitig wandelte sich das Verständnis des Bergsports.
Neben dem klassischen Bergsteigen gewannen Sportklettern, Plaisirklettern, Skitouren, Schneeschuhwandern, Bergwandern und Mountainbike-Touren an Bedeutung. Kletterhallen und künstliche Wettkampfwände machten den Klettersport zunehmend auch ausserhalb des Gebirges zugänglich.
1994 übernahm der SAC offiziell die Förderung des Wettkampf-Sportkletterns. Seit 1997 ist er nationaler Verband für Skitourenrennen. Später kam das Eisklettern als weitere Wettkampfdisziplin hinzu.[5]
1996 wurde die zuvor teilweise eigenständig organisierte Jugendorganisation vollständig in den SAC integriert. Im selben Jahr ersetzte der Verband das frühere Vorortsprinzip durch einen dauerhaften Zentralvorstand.
2006 wurde die alpine Rettung aus dem Zentralverband ausgegliedert und in die gemeinsam mit der Schweizerischen Rettungsflugwacht gegründete Stiftung Alpine Rettung Schweiz übertragen.
2016 begrüsste der SAC sein 150'000. Mitglied. Ende 2025 waren es bereits 180'743 Mitglieder.[3]
Organisation
Gesamtverband
Der Schweizer Alpen-Club ist als Verein nach schweizerischem Recht organisiert. Der Gesamtverband besteht aus dem Zentralverband und den angeschlossenen Sektionen.
Der Zentralverband übernimmt Aufgaben, die eine nationale Koordination erfordern. Dazu gehören unter anderem:
- die Vertretung des Bergsports auf nationaler Ebene;
- die Ausbildung und Zertifizierung von Kurs- und Tourenleitenden;
- die Förderung des Leistungssports;
- die Unterstützung des Hüttenwesens;
- die Veröffentlichung von Führern, Karten und digitalen Toureninformationen;
- die Interessenvertretung in Umwelt- und Raumplanungsfragen;
- die Zusammenarbeit mit Swiss Olympic, Behörden und anderen Verbänden;
- die Verwaltung der gemeinsamen Mitglieder- und Informationssysteme.
Die Sektionen bleiben rechtlich selbstständige Vereine. Sie bestimmen ihr lokales Clubleben, ihre Tourenprogramme und ihre internen Strukturen grundsätzlich selbst.
Abgeordnetenversammlung
Die Abgeordnetenversammlung ist das oberste Organ des Gesamtverbands. Die Sektionen entsenden abhängig von ihrer Mitgliederzahl Vertreterinnen und Vertreter.
Die Versammlung entscheidet über Statuten, Reglemente, Mitgliederbeiträge, Strategien, Budgets und wichtige verbandspolitische Fragen. Sie wählt zudem die Mitglieder des Zentralvorstands und weitere Organe.
Die ordentliche Abgeordnetenversammlung findet einmal jährlich statt. Am 13. Juni 2026 kamen Vertreter der 110 Sektionen zur 166. Abgeordnetenversammlung in Bern zusammen. Dabei verabschiedeten sie unter anderem die Strategie 2026–2030 und Massnahmen zur Stabilisierung des Hüttenfonds.[6]
Zentralvorstand
Der Zentralvorstand ist das strategische Führungsorgan. Er setzt die Beschlüsse der Abgeordnetenversammlung um, beaufsichtigt die Geschäftsstelle und vertritt den Verband nach aussen.
Zentralpräsident ist seit 2024 Marco Dirren. Der Zentralvorstand umfasst neun Mitglieder. Diese arbeiten ehrenamtlich und betreuen unterschiedliche Themenbereiche.[7]
Verschiedene Fachkommissionen beraten den Zentralvorstand. Sie befassen sich unter anderem mit Hütten, Umwelt, Ausbildung, Leistungssport, Kultur, Ethik und Finanzen.
Geschäftsstelle
Die nationale Geschäftsstelle befindet sich an der Monbijoustrasse in Bern. Sie erbringt Dienstleistungen für Sektionen und Mitglieder und setzt die operative Arbeit des Zentralverbands um.
Seit Juni 2025 wird die Geschäftsstelle von einer dreiköpfigen Geschäftsleitung geführt. Urs Stöcker ist deren Vorsitzender. Weitere Mitglieder sind Reto Giger und Christoph Röthlisberger.[8]
Die Geschäftsstelle gliedert sich in Bereiche wie Breitensport, Ausbildung, Jugend, Leistungssport, Hütten, Umwelt, Finanzen, Kommunikation, Digitalisierung und Mitgliederdienste.
Sektionen
Die 110 Sektionen bilden das organisatorische Fundament des SAC. Ihre Einzugsgebiete orientieren sich häufig an Städten, Regionen oder Kantonen. Einige tragen historische Landschafts- oder Bergnamen.
Die Grösse der Sektionen reicht von einigen hundert bis zu mehreren zehntausend Mitgliedern. Grössere Sektionen können zusätzlich in Untersektionen, Ortsgruppen oder Altersgruppen gegliedert sein.
Die Sektionen organisieren unter anderem:
- Berg-, Hoch- und Skitouren;
- Wanderungen und Schneeschuhtouren;
- Kletterveranstaltungen;
- Ausbildungskurse;
- Jugendprogramme;
- Senioren- und Familienangebote;
- Vorträge und kulturelle Veranstaltungen;
- Arbeitseinsätze an Hütten und Wegen;
- gesellschaftliche Treffen.
Viele Aufgaben werden ehrenamtlich ausgeführt. Tourenleitende, Jugendleiterinnen, Hüttenkommissionen, Vorstandsmitglieder und weitere Freiwillige leisten einen wesentlichen Teil der Verbandsarbeit.
Eine Person kann Mitglied mehrerer Sektionen sein. Eine davon wird als Stammsektion geführt, weitere als Zusatzsektionen.
Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft wird über eine Sektion abgeschlossen. Die Höhe des Gesamtbeitrags setzt sich aus dem Beitrag an den Zentralverband und dem jeweiligen Sektionsbeitrag zusammen.
Es bestehen verschiedene Mitgliedschaftsformen für Einzelpersonen, Familien, Jugendliche und Kinder. Ein Beitritt ist grundsätzlich ab dem sechsten Lebensjahr möglich.
Mitglieder erhalten unter anderem:
- Ermässigungen von bis zu 50 Prozent bei Übernachtungen in SAC-Hütten;
- Mitgliederkonditionen in Hütten anderer europäischer Alpenvereine;
- Zugang zu Touren und Veranstaltungen der eigenen Sektion;
- vergünstigte nationale Ausbildungskurse;
- Zugriff auf das SAC-Tourenportal und die SAC-CAS-App;
- das Mitgliedermagazin Die Alpen;
- Vergünstigungen bei ausgewählten Partnerorganisationen.
Die Mitgliedschaft beinhaltet keine automatische Versicherung für Bergunfälle oder Rettungskosten. Für diese Risiken sind private Unfall-, Kranken- oder Zusatzversicherungen erforderlich.
Seit 2025 können Mitglieder einen digitalen Mitgliederausweis im persönlichen SAC-Konto und in der SAC-CAS-App verwenden. Der papierbasierte Ausweis wurde im regulären Jahresversand letztmals für das Mitgliedsjahr 2025 an alle Mitglieder verschickt.[9]
Bergsport
Der SAC versteht Bergsport als eine Gruppe unterschiedlicher Aktivitäten in Gebirge, Voralpen und Jura. Dazu gehören sowohl technisch anspruchsvolle Hochtouren als auch weniger schwierige Wanderungen.
Zu den wichtigsten Disziplinen zählen:
- Berg- und Alpinwandern;
- Hochtouren;
- Klettern und Mehrseillängentouren;
- Klettersteige;
- Skitouren;
- Schneeschuhtouren;
- Eisklettern;
- Canyoning;
- Mountainbike-Touren;
- Skitourenrennen und Wettkampfklettern.
Die einzelnen Sektionen bestimmen, welche Disziplinen sie in ihren Jahresprogrammen anbieten. Das Programm hängt von regionalen Gegebenheiten, verfügbaren Tourenleitenden und den Interessen der Mitglieder ab.
Bei ausgeschriebenen Touren werden Anforderungen an Kondition, Technik und Ausrüstung angegeben. Die Teilnehmenden bleiben verpflichtet, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und den Anweisungen der Leitung zu folgen.
Ausbildung und Sicherheit
Der SAC bietet jährlich rund 300 nationale Kurse und Anwendungstouren an. Hinzu kommen zahlreiche Kurse der Sektionen.[2]
Die Ausbildung richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Bergsportlerinnen, Tourenleitende und Jugendverantwortliche. Zu den Themen gehören:
- Tourenplanung und Orientierung;
- Kartenkunde und digitale Navigation;
- Seil- und Sicherungstechnik;
- Lawinenkunde;
- Wetterbeurteilung;
- Gletscher- und Spaltenrettung;
- Erste Hilfe;
- Klettertechnik;
- Führung von Gruppen;
- Risikomanagement;
- Verhalten bei Notfällen.
Für Tourenleitende bestehen mehrstufige Ausbildungs- und Fortbildungsprogramme. Ein Teil davon wird gemeinsam mit Jugend und Sport durchgeführt.
Der SAC veröffentlicht Lehrmittel und Sicherheitsempfehlungen. Warnungen vor Lawinen, Wetterumschwüngen, Steinschlag und anderen Naturgefahren ersetzen jedoch keine eigenständige Tourenplanung.
Der Verband betont das Prinzip der Eigenverantwortung. Auch auf markierten oder beschriebenen Routen können sich Verhältnisse rasch verändern. Gletscherschwund, auftauender Permafrost und Extremwetter beeinflussen zunehmend die Sicherheit traditioneller Wege.
SAC-Hütten
Hüttennetz
Zum SAC gehören 151 Hütten und Biwaks. Sie liegen überwiegend in den Schweizer Alpen, einzelne auch im Jura.[2]
Die Hütten befinden sich im Eigentum der Sektionen. Der Zentralverband besitzt sie grundsätzlich nicht selbst, unterstützt jedoch Bauprojekte, entwickelt gemeinsame Standards und koordiniert zentrale Dienstleistungen.
SAC-Hütten dienen als:
- Ausgangspunkt für Berg-, Kletter-, Hoch- und Skitouren;
- Etappenort auf mehrtägigen Wanderungen;
- Schutzraum bei Wetterumschwüngen;
- Unterkunft für Ausbildungskurse;
- Arbeitsplatz für Hüttenwartinnen und Hüttenwarte;
- Begegnungsort für Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Die Grösse und Ausstattung unterscheiden sich stark. Kleine Biwaks besitzen nur wenige Schlafplätze und keine Bewartung. Grosse Hütten verfügen über mehrere Schlafräume, Gastronomie, Sanitäranlagen und teilweise Seminar- oder Familienzimmer.
Bewartung
Viele Hütten sind während der Sommer- oder Wintersaison bewartet. Die genauen Öffnungszeiten hängen von Höhenlage, Zugang, Wetter, Schneeverhältnissen und Nachfrage ab.
Ausserhalb der bewarteten Zeiten steht bei zahlreichen Hütten ein Winter- oder Schutzraum zur Verfügung. Gäste müssen sich dort selbst versorgen und die Übernachtungsgebühr nach den Angaben der Sektion entrichten.
Die Hüttenwartinnen und Hüttenwarte sind häufig selbstständige Pächter oder Angestellte der Sektion. Neben der Beherbergung und Verpflegung übernehmen sie Aufgaben in den Bereichen Sicherheit, Logistik, Wasser- und Energieversorgung sowie Abfallbewirtschaftung.
Die Versorgung erfolgt abhängig vom Standort zu Fuss, mit Lasttieren, Materialseilbahnen oder Helikoptern. Transporte und Bauarbeiten sind deshalb wesentlich aufwendiger als im Tal.
Übernachtungen
Im Hüttenjahr 2025 verzeichneten die SAC-Hütten insgesamt 409'000 Übernachtungen. Dies waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste bis dahin registrierte Wert.
Davon entfielen 319'000 Übernachtungen auf die Sommersaison und 90'000 auf den Winter. Am stärksten besucht waren die Hütten in den Walliser, Bündner und Berner Alpen. Die Lämmerenhütte erreichte mit 10'053 Übernachtungen den höchsten Einzelwert.[10]
Die Übernachtungszahlen sind stark vom Wetter abhängig. Gute Tourenbedingungen können zu hoher Auslastung führen, während Unwetter, Schneemangel oder gesperrte Zugänge erhebliche Einbussen verursachen.
Hüttenfonds
Der zentrale Hüttenfonds unterstützt Sektionen bei grösseren Bau-, Sanierungs- und Unterhaltsprojekten. Er wird unter anderem aus Beiträgen der hüttenbesitzenden Sektionen und Mitteln des Zentralverbands finanziert.
Die Kosten für Hüttenprojekte sind wegen abgelegener Standorte, kurzer Bauzeiten, Helikoptertransporten und hoher technischer Anforderungen besonders hoch. Zu den aufwendigen Anlagen gehören Trinkwasseraufbereitung, Abwasserentsorgung, Brandschutz, Energieversorgung und Schutz vor Naturgefahren.
Der SAC rechnet bis 2040 mit einem jährlichen Investitionsbedarf von ungefähr 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte.[10]
Die Abgeordnetenversammlung 2026 beschloss zusätzliche Solidaritätsbeiträge und weitere Massnahmen zur Stabilisierung des Hüttenfonds.[6]
Klimawandel und Naturgefahren
Der Klimawandel verändert die Bedingungen an vielen Hütten. Auftauender Permafrost kann Fundamente und Zugangswege destabilisieren. Gletscherrückgang führt zu längeren oder technisch schwierigeren Zustiegen.
Trockenperioden erschweren die Wasserversorgung. Starkniederschläge, Murgänge, Felsstürze und Lawinen können Gebäude und Wege gefährden.
Einzelne Hütten mussten bereits verlegt, vorübergehend geschlossen oder baulich gesichert werden. Die Sektionen prüfen deshalb zunehmend alternative Standorte, neue Wasserspeicher und angepasste Energie- und Abwassersysteme.
Alpine Rettung
Der SAC war seit dem 19. Jahrhundert am Aufbau des organisierten Rettungswesens in den Schweizer Bergen beteiligt. Sektionen unterhielten Rettungsstationen, Materialdepots und Gruppen aus ortskundigen Freiwilligen.
Mit der technischen und organisatorischen Entwicklung stiegen die Anforderungen. 2005 gründeten der SAC und die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega gemeinsam die Stiftung Alpine Rettung Schweiz. Sie nahm am 1. Januar 2006 ihre operative Tätigkeit auf.[11]
Die Stiftung koordiniert heute einen grossen Teil der terrestrischen Bergrettung in der Schweiz. Viele Retterinnen und Retter sind weiterhin Mitglieder regionaler SAC-Rettungsstationen.
Zu ihren Aufgaben gehören Suche, Bergung und medizinische Erstversorgung in schwer zugänglichem Gelände. Spezialisierte Gruppen verfügen über Kenntnisse in Canyoning, Höhlenrettung, Lawinensuche, Suchhundeführung und technischen Rettungsverfahren.
Die organisatorische Ausgliederung bedeutet somit nicht, dass der SAC seine Verbindung zum Rettungswesen verloren hat. Sektionen, Freiwillige und Ausbildungsangebote bleiben eng mit der Alpinen Rettung Schweiz verbunden.
Jugend und Familien
Die Jugendorganisationen der Sektionen werden häufig als JO bezeichnet. Sie führen Kinder und Jugendliche schrittweise an Bergsport, Naturerlebnis und Gruppenverantwortung heran.
Zum Angebot gehören Klettertage, Wanderungen, Lager, Hochtouren, Skitouren und Ausbildungskurse. Schwierigkeitsgrad und Verantwortung werden dem Alter und der Erfahrung angepasst.
Viele Programme werden im Rahmen von Jugend und Sport durchgeführt. Die Leitenden absolvieren dafür anerkannte Aus- und Weiterbildungen.
Einzelne Sektionen bieten zusätzlich Familienbergsteigen an. Eltern und Kinder können dabei gemeinsam an einfachen Touren, Kletteranlässen oder Hüttenwochenenden teilnehmen.
Das SAC-Expeditionsteam richtet sich an junge, besonders leistungsfähige Alpinistinnen und Alpinisten. Während einer mehrjährigen Ausbildung entwickeln sie Fähigkeiten für selbstständige Expeditionen in aussereuropäische Gebirge.
Leistungssport
Der SAC ist nationaler Fachverband für Sportklettern, Skitourenrennen und Eisklettern. Er arbeitet dabei mit Swiss Olympic, internationalen Verbänden und lokalen Veranstaltern zusammen.
Sportklettern
Seit 1994 stellt der SAC die Schweizer Nationalmannschaften im Sportklettern.[12]
Die wichtigsten Disziplinen sind:
- Lead;
- Bouldern;
- Speed;
- Para Climbing.
Der SAC organisiert nationale Wettkampfserien und Schweizer Meisterschaften. Nachwuchs- und Elitekader trainieren in regionalen Zentren und im nationalen Leistungszentrum in Biel.
Schweizer Athletinnen und Athleten erzielten bei Welt- und Europameisterschaften sowie im Weltcup zahlreiche Medaillen. Sportklettern gehört seit 2021 zum olympischen Programm.
Skitourenrennen
Als nationaler Verband für Ski Mountaineering stellt der SAC die Schweizer Nationalmannschaft im Skitourenrennen.[13]
Zum Wettkampfprogramm gehören Sprint, Individual, Vertical, Mixed-Staffel und Mannschaftsrennen. Gemeinsam mit regionalen Veranstaltern organisiert der SAC den Swiss Skimo Cup und Nachwuchsserien.
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 wurde Ski Mountaineering erstmals olympisch ausgetragen. Die Schweiz gewann dabei Gold im Sprint und Silber in der Mixed-Staffel.[1]
Eisklettern
Der SAC betreut auch das Schweizer Nationalkader im Wettkampf-Eisklettern. Geklettert wird häufig an künstlichen Strukturen mit Eisgeräten und Steigeisen.
Die internationalen Wettkämpfe umfassen vor allem die Disziplinen Lead und Speed. Der Verband organisiert nationale Veranstaltungen, Selektionen und Trainingsangebote.
Natur- und Landschaftsschutz
Der SAC war zunächst vor allem an der Erschliessung der Alpen beteiligt. Mit dem Ausbau von Bahnen, Strassen und touristischer Infrastruktur gewann jedoch der Schutz unverbauter Landschaften zunehmend an Bedeutung.
Seit 1966 ist der SAC eine beschwerdeberechtigte Organisation nach dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz. Er kann sich dadurch an bestimmten Planungs- und Bewilligungsverfahren beteiligen.[1]
1970 gehörte er zu den Mitbegründern der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Der Verband nimmt Stellung zu Seilbahn-, Strassen-, Energie- und Tourismusprojekten, wenn bedeutende alpine Landschaften betroffen sind.
Dabei versucht der SAC, zwei teilweise gegensätzliche Ziele miteinander zu verbinden:
- einen möglichst freien Zugang zur Bergwelt;
- den Schutz empfindlicher Lebensräume und Landschaften.
Der Verband beteiligt sich an Vereinbarungen über Klettergebiete, Wildruhezonen und saisonale Einschränkungen. Er informiert seine Mitglieder über naturverträgliches Verhalten, Schutzgebiete und Rücksichtnahme auf Wildtiere.
Innerhalb des SAC werden Umweltfragen kontrovers diskutiert. Mitglieder vertreten unterschiedliche Positionen zu Energieanlagen, touristischer Erschliessung, Mountainbiking und Zugangsbeschränkungen.
Klimastrategie
Der Zentralvorstand verabschiedete 2021 eine Klimastrategie. Der Gesamtverband soll seine Treibhausgasemissionen zwischen 2022 und 2040 auf Netto null senken.[14]
Ein grosser Teil der durch den Bergsport verursachten Emissionen entsteht bei der An- und Rückreise. Der SAC fördert deshalb öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften und Touren mit längeren Aufenthalten statt zahlreicher kurzer Anreisen.
Für Hütten werden Ziele bei Energieversorgung, Transporten und Betrieb verfolgt. Bis 2030 sollen 50 Prozent der bewarteten Hütten im Betrieb klimaneutral sein.[15]
Massnahmen umfassen unter anderem Photovoltaikanlagen, Wärmedämmung, sparsame Küchentechnik, effiziente Logistik und eine Verringerung fossiler Brennstoffe.
Die Umsetzung ist wegen der Selbstständigkeit der Sektionen und der sehr unterschiedlichen Hüttenstandorte anspruchsvoll. Der Zentralverband kann viele Massnahmen fördern und koordinieren, aber nicht allein anordnen.
Publikationen
Die Alpen
Das Mitgliedermagazin Die Alpen ist die grösste Bergsportzeitschrift der Schweiz. Es erscheint sechsmal jährlich auf Deutsch, Französisch und Italienisch.[16]
Die Zeitschrift enthält:
- Tourenvorschläge;
- Berichte über Bergsport und Expeditionen;
- Beiträge zu Sicherheit und Ausbildung;
- Informationen über Hütten;
- Artikel über Natur und Umwelt;
- historische und kulturelle Themen;
- Nachrichten aus Verband und Sektionen.
Ihre Geschichte reicht bis zum 1864 erstmals veröffentlichten Jahrbuch des Schweizer Alpenclub zurück. Die älteren Ausgaben wurden digitalisiert und sind teilweise online durchsuchbar.
SAC-Führer
Der SAC veröffentlicht Führerliteratur zu Wandern, Klettern, Hochtouren, Skitouren und weiteren Bergsportarten. Die Bücher enthalten Routenbeschreibungen, Schwierigkeitsgrade, Karten, Zustiege und historische Informationen.
Die Inhalte werden von regionalen Autorinnen und Autoren, Bergführern und erfahrenen Alpinisten erarbeitet. Wegen Veränderungen durch Gletscherschwund, Felsstürze und neue Wege müssen die Angaben regelmässig aktualisiert werden.
Ein gedruckter Führer und eine digitale Beschreibung können dennoch keine Garantie für sichere oder unveränderte Verhältnisse bieten.
Tourenportal und App
Das 2018 eröffnete SAC-Tourenportal enthält mehr als 7500 beschriebene Routen aus sechs Bergsportdisziplinen. Die Verläufe werden auf interaktiven Karten von Swisstopo dargestellt.[17]
Das Portal bietet Informationen über:
- Ausgangs- und Endpunkte;
- Höhenprofile;
- Schwierigkeitsgrade;
- Zustiege;
- öffentliche Verkehrsmittel;
- SAC-Hütten;
- Varianten und Übergänge;
- besondere Gefahren.
Seit 2022 ergänzt die SAC-CAS-App das digitale Angebot. Touren können auf mobilen Geräten angezeigt und teilweise für die Offline-Nutzung gespeichert werden.
Aktuelle Zustandsmeldungen von Nutzern können bei der Planung helfen. Sie ersetzen jedoch weder offizielle Warnungen noch eine selbstständige Beurteilung vor Ort.
Kultur und Forschung
Der SAC betrachtet die Alpen nicht nur als Sportgebiet, sondern auch als Natur-, Kultur- und Lebensraum.
Historisch beschäftigten sich Mitglieder mit Geologie, Glaziologie, Botanik, Tierwelt, Volkskunde, Sprache und Kartografie. Ihre Beobachtungen erschienen in Jahrbüchern, Führern und wissenschaftlichen Publikationen.
Die Zentralbibliothek des SAC wurde 1990 in die Zentralbibliothek Zürich integriert. Sie besitzt Bücher, Zeitschriften, Karten, Fotografien und Dokumente zur internationalen Alpinismusgeschichte.[1]
Das historische Verbandsarchiv wird seit 2012 in der Burgerbibliothek Bern aufbewahrt. Die Bestände dokumentieren unter anderem Sitzungen, Expeditionen, Hüttenbau, Umweltdebatten und die Entwicklung der Sektionen.
Der SAC vergibt einen Kulturpreis und den Prix Meuly für alpine Kunst. Seit 1933 organisiert er in unregelmässigen Abständen Kunstausstellungen. 2025 fand unter dem Titel «Passage» eine Ausstellung am Gemmipass statt.
Finanzierung
Der Zentralverband finanziert sich hauptsächlich durch:
- Mitgliederbeiträge;
- Einnahmen aus Publikationen und digitalen Angeboten;
- Beiträge von Swiss Olympic und öffentlichen Sportförderstellen;
- Sponsoring;
- Spenden und Legate;
- Kursgebühren;
- Verkäufe im SAC-Shop.
Die Sektionen führen eigene Rechnungen. Ihre Einnahmen stammen vor allem aus Mitgliederbeiträgen, Touren und Kursen, Veranstaltungen sowie dem Betrieb eigener Hütten.
Hütten mit hohen Übernachtungszahlen können einen bedeutenden Teil ihrer laufenden Kosten selbst decken. Grosse Sanierungen sind jedoch häufig nur durch Sektionsmittel, den Hüttenfonds, Spenden und weitere Beiträge möglich.
Der Verband arbeitet mit nationalen Partnern und Sponsoren zusammen. Solche Kooperationen werden gelegentlich diskutiert, wenn Unternehmen aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit nicht mit allen Umwelt- oder Ethikzielen des SAC übereinzustimmen scheinen.
Freiwilligenarbeit
Ein grosser Teil der Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Dies betrifft insbesondere:
- Sektionsvorstände;
- Tourenleitende;
- Jugendleiterinnen und Jugendleiter;
- Rettungskräfte;
- Hüttenkommissionen;
- Redaktionen und Kulturgruppen;
- Helferinnen und Helfer bei Wettkämpfen;
- Unterhaltsarbeiten an Hütten und Wegen.
Die Freiwilligen ermöglichen ein umfangreiches Touren- und Ausbildungsangebot, das allein mit hauptamtlichem Personal nicht finanzierbar wäre.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Haftung, Sicherheit, Ausbildung und Administration. Die Rekrutierung genügend qualifizierter Ehrenamtlicher gehört deshalb zu den langfristigen Herausforderungen des Verbands.
Kritik und Herausforderungen
Sicherheit und Verantwortung
Der SAC vermittelt Ausbildung und veröffentlicht Routeninformationen, kann jedoch Unfälle im Bergsport nicht verhindern. Kritisiert wird gelegentlich, dass leicht zugängliche digitale Informationen unerfahrene Personen zu schwierigen Touren verleiten könnten.
Der Verband begegnet diesem Risiko mit Schwierigkeitsangaben, Sicherheitsempfehlungen und Kursangeboten. Er betont, dass die Verantwortung für die konkrete Tourenentscheidung bei den Bergsportlerinnen und Bergsportlern liegt.
Erschliessung und Naturschutz
Der SAC befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Bergsport und Naturschutz. Hütten, Wege, Kletterrouten und steigende Besucherzahlen können empfindliche Lebensräume belasten.
Umgekehrt befürchten einzelne Mitglieder, dass neue Schutzgebiete und Zugangsbeschränkungen traditionelle Tourenmöglichkeiten übermässig einschränken könnten.
Der Verband versucht, Konflikte durch Verhandlungen, Besucherlenkung und saisonale Regelungen zu lösen. Eine einheitliche Position ist wegen der unterschiedlichen Interessen innerhalb der Sektionen nicht immer möglich.
Hüttenfinanzierung
Viele Hütten benötigen in den kommenden Jahrzehnten umfangreiche Investitionen. Permafrost, Naturgefahren, Wassermangel und strengere Bauvorschriften erhöhen die Kosten.
Besonders kleine Sektionen können grosse Sanierungsprojekte kaum allein finanzieren. Die solidarische Verteilung der Kosten zwischen hüttenbesitzenden und anderen Sektionen wird deshalb regelmässig diskutiert.
Wachstum des Verbands
Die steigende Mitgliederzahl stärkt den politischen und finanziellen Einfluss des SAC. Gleichzeitig müssen Sektionen mehr Angebote, Tourenleitende und administrative Leistungen bereitstellen.
In stark wachsenden Sektionen kann der persönliche Charakter des Clublebens verloren gehen. Kleinere Sektionen stehen dagegen teilweise vor Nachwuchsproblemen bei Vorständen und ehrenamtlichen Funktionen.
Klimawandel
Der Klimawandel betrifft den SAC in mehrfacher Hinsicht. Er gefährdet Hütten und Wege, verändert klassische Routen und verkürzt teilweise die Saison für Skitouren.
Zugleich verursacht der Bergsport selbst Emissionen, insbesondere durch motorisierte Anreisen und Hüttenversorgung. Der Verband muss deshalb seine eigenen Aktivitäten mit seinen klimapolitischen Zielen in Einklang bringen.
Bedeutung
Der Schweizer Alpen-Club hat die Geschichte des Alpinismus und der touristischen Erschliessung der Schweiz wesentlich mitgeprägt. Seine Mitglieder erkundeten Gipfel, beschrieben Routen, errichteten Hütten und beteiligten sich an der Entwicklung von Karten, Bergführerwesen und Rettungsdiensten.
Heute verbindet der SAC traditionelle Formen des Bergsteigens mit modernen Freizeit- und Wettkampfsportarten. Er ist gleichzeitig Sportverband, Hüttenorganisation, Ausbildungsanbieter, Kulturinstitution und Umweltverband.
Seine föderalistische Struktur ermöglicht ein vielfältiges lokales Clubleben. Die 110 Sektionen unterscheiden sich in Grösse, Sprache, regionaler Ausrichtung und sportlichem Angebot, sind jedoch durch gemeinsame Statuten und zentrale Dienstleistungen verbunden.
Die 151 Hütten stellen eine bedeutende Infrastruktur für den schweizerischen Bergtourismus dar. Sie stehen nicht nur Mitgliedern, sondern grundsätzlich allen Bergbesuchern offen.
Mit mehr als 180'000 Mitgliedern besitzt der SAC auch politischen Einfluss bei Fragen zu Bergsport, Raumplanung, Naturgefahren, Landschaftsschutz und touristischer Entwicklung.
Siehe auch
- Schweizer Alpen
- Alpinismus in der Schweiz
- Alpine Rettung Schweiz
- Alpines Museum der Schweiz
- Schweizer Frauen-Alpen-Club
- Rudolf Theodor Simler
- SAC-Hütte
- Grünhornhütte
- Die Alpen (Zeitschrift)
- Bergführer in der Schweiz
- Sportklettern in der Schweiz
- Skitourenrennen
- Schweizer Wanderwege
- Swisstopo
Literatur
- Daniel Anker (Hrsg.): Helvetia Club. 150 Jahre Schweizer Alpen-Club SAC 1863–2013. Schweizer Alpen-Club, Bern 2013, ISBN 978-3-85902-362-8.
- Schweizer Alpen-Club SAC: Jahresbericht 2025. Bern 2026.
- Schweizer Alpen-Club SAC: Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. Verschiedene Jahrgänge ab 1864.
- Schweizer Alpen-Club SAC: Die Alpen. Zeitschrift des Schweizer Alpen-Clubs, Bern.
- Schweizer Alpen-Club SAC: Statuten des Schweizer Alpen-Club SAC. Bern 2025.
Weblinks
- Offizielle Website des Schweizer Alpen-Clubs
- Geschichte und Organisation des SAC
- Übersicht der SAC-Hütten
- SAC-Tourenportal
- Zeitschrift «Die Alpen»
- Umweltarbeit des SAC
- Leistungssport beim SAC
- Alpine Rettung Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Schweizer Alpen-Club SAC: Über uns – Geschichte des SAC, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Schweizer Alpen-Club SAC: Mitgliedschaft, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Schweizer Alpen-Club SAC: Jahresbericht 2025, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Chronik des Club 1863, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Leistungssport, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Schweizer Alpen-Club SAC: Der SAC stellt die Weichen für die kommenden Jahre und stärkt den Hüttenfonds, 14. Juni 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Zentralvorstand, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Veränderung in der Geschäftsleitung des SAC, 31. Januar 2025, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: SAC-Portal und digitaler Mitgliederausweis, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 Schweizer Alpen-Club SAC: SAC-Hütten verzeichnen so viele Übernachtungen wie noch nie, 21. April 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Bergrettung ohne SAC?, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Elite-Nationalmannschaft Sportklettern, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Elite- und U23-Nationalmannschaft, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Klimaschutz, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Hütten klimaneutral betreiben, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: Die Alpen, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Schweizer Alpen-Club SAC: SAC-Tourenportal, abgerufen am 2. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Schweizer Alpen-Club