Dorf ZH
| Kanton | Zürich |
|---|---|
| Bezirk | Andelfingen |
| BFS-Nummer | 0026 |
| Postleitzahl | 8458 |
| Koordinaten | 47.5742° N, 8.6497° O |
| Höhe | 426 m ü. M. |
| Fläche | 5,55 km² |
| Einwohner | 739 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Website | www.dorf.ch |
Dorf ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich. Zur eindeutigen Unterscheidung von der allgemeinen Siedlungsbezeichnung und von anderen gleichnamigen Orten wird die Gemeinde häufig als Dorf ZH bezeichnet. Sie liegt am Eingang des Flaachtals im Zürcher Weinland, an der Strasse zwischen Henggart und Flaach.
Dorf gehört sowohl nach seiner Fläche als auch nach der Einwohnerzahl zu den kleineren Gemeinden des Kantons Zürich. Das Gemeindegebiet ist von Landwirtschaft, Rebbergen und ausgedehnten Waldflächen geprägt. Über dem Dorf erhebt sich das Schloss Goldenberg, das zu den markantesten historischen Bauwerken der Umgebung gehört.
Der zürichdeutsche Mundartname der Gemeinde lautet Doorff.
Geographie
Dorf liegt im nördlichen Teil des Kantons Zürich am Übergang vom breiteren Talraum bei Henggart zum Flaachtal. Das Dorfzentrum befindet sich auf rund 426 Metern über Meer. Das Gelände steigt südlich und östlich des Siedlungsgebiets zu bewaldeten Höhen an, während sich gegen Westen und Nordwesten offene Landwirtschaftsflächen erstrecken.
Die Gemeindefläche beträgt 555 Hektaren beziehungsweise 5,55 Quadratkilometer.[1] Davon entfallen rund 320,5 Hektaren auf Landwirtschafts- und Rebflächen und etwa 213 Hektaren auf Wald. Die Bauzone umfasst lediglich einen kleinen Teil des Gemeindegebiets.
Von der Gesamtfläche wurden gemäss der kantonalen Flächenerhebung von 2018 rund 46 Prozent landwirtschaftlich genutzt. Etwa 41 Prozent waren bewaldet, 11,7 Prozent entfielen auf das Siedlungsgebiet und 1,3 Prozent auf Verkehrsflächen.[2]
Die Gemeinde grenzt im Nordosten an Andelfingen, im Südosten an Neftenbach, im Südwesten an Buch am Irchel und im Westen an Volken. In der näheren Umgebung liegen ausserdem Henggart und Flaach.
Das Gemeindegebiet besitzt keine grösseren Gewässer. Kleine Bäche entwässern die Hänge und Landwirtschaftsflächen in Richtung Flaachtal und Thur. Der Charakter der Landschaft wird durch ein Mosaik aus Feldern, Wiesen, Rebbergen, Obstgärten und Wald bestimmt.
Siedlungsstruktur
Dorf besteht aus einem kompakten historischen Ortskern, neueren Wohnquartieren und mehreren ausserhalb des Zentrums gelegenen Höfen. Die ältere Bebauung entwickelte sich vor allem entlang der heutigen Dorfstrasse und der regionalen Verkehrsverbindung zwischen Henggart und Flaach.
Im Zentrum stehen ehemalige Bauernhäuser, Scheunen und Wohngebäude aus verschiedenen Jahrhunderten. Viele traditionelle Bauten vereinen Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem gemeinsamen Dach. Riegelkonstruktionen, verputzte Fassaden und steile Satteldächer prägen das historische Ortsbild.
Neuere Wohnhäuser entstanden vorwiegend am Rand des alten Dorfkerns. Das Wachstum blieb wegen der geringen Grösse der Bauzone und der zurückhaltenden Siedlungsentwicklung überschaubar. Dadurch ist der Übergang vom bebauten Gebiet zur offenen Kulturlandschaft vielerorts noch deutlich erkennbar.
Zu den ausserhalb des Dorfzentrums gelegenen Siedlungsstellen gehören der Rütihof und weitere Einzelhöfe. Auf einer Anhöhe südlich des Dorfes befindet sich Schloss Goldenberg mit seinem Gutshof und den umliegenden Rebbergen.
Geschichte
Frühzeit und erste Erwähnung
Das Gebiet der heutigen Gemeinde wurde vermutlich bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt. Die fruchtbaren Böden, die geschützte Lage und die Nähe zu regionalen Verkehrswegen boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft und Besiedlung.
Dorf wurde 1044 erstmals urkundlich erwähnt. Der Beleg ist in einer Abschrift aus dem Jahr 1347 überliefert.[3] Der Ortsname erscheint in der Quelle in einer frühen Form, die bereits der heutigen Bezeichnung entspricht.
Der Name «Dorf» entstand wahrscheinlich aus einer ursprünglichen allgemeinen Bezeichnung für eine geschlossene ländliche Siedlung. Mit der Zeit wurde das Wort zum eigentlichen Ortsnamen. Wegen seiner allgemeinen Bedeutung wird die Gemeinde ausserhalb der Region meist mit dem Kantonskürzel ZH bezeichnet.
Mittelalterliche Grundherrschaften
Im Mittelalter besassen verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften Güter und Rechte in Dorf. Grundbesitz gehörte unter anderem regionalen Adelsfamilien, Klöstern und kirchlichen Institutionen.
Ein wichtiger Herrschaftsmittelpunkt war Goldenberg. Die dortige Burg beziehungsweise der spätere Herrensitz kontrollierte Teile des umliegenden Grundbesitzes. Die Besitzer verfügten zeitweise über Abgaben, Nutzungsrechte und Anteile an der niederen Gerichtsbarkeit.
Die bäuerliche Bevölkerung bewirtschaftete Äcker, Wiesen, Rebberge und Wälder. Neben dem Getreideanbau waren Viehhaltung, Obstbau und Weinbau wichtige wirtschaftliche Grundlagen. Die Wälder lieferten Bau- und Brennholz sowie Einstreu und Weideflächen.
Unter Zürcher Herrschaft
Im Verlauf des späten Mittelalters gelangten wesentliche Herrschaftsrechte in den Einflussbereich der Stadt Zürich. Dorf wurde Teil der Zürcher Landschaft und gehörte später zur Landvogtei Andelfingen.
Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Zürcher Obrigkeit. Lokale und regionale Amtsträger waren für Verwaltung, Einzug von Abgaben, Rechtsprechung und die Durchsetzung obrigkeitlicher Vorschriften zuständig.
Mit der Reformation führte Zürich in den 1520er Jahren den reformierten Glauben ein. Kirchliche Institutionen wurden neu organisiert, und die Bevölkerung von Dorf schloss sich der reformierten Landeskirche an.
Die Landwirtschaft blieb bis ins 19. Jahrhundert der wichtigste Erwerbszweig. Das Bevölkerungswachstum wurde durch die begrenzte Menge an nutzbarem Boden und die Erträge der traditionellen Landwirtschaft eingeschränkt.
Helvetische Republik und moderner Kanton
Der Einmarsch französischer Truppen und die Errichtung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 beendeten die alte Zürcher Landvogteiverwaltung. Dorf wurde in die neuen staatlichen und kommunalen Strukturen eingegliedert.
Nach der Mediationszeit und der Gründung des modernen Kantons Zürich entwickelte sich Dorf zu einer selbständigen politischen Gemeinde. Sie wurde dem Bezirk Andelfingen zugeteilt.
Die Trennung von politischer Gemeinde, Kirchgemeinde und weiteren Körperschaften erfolgte schrittweise. Die Gemeindeversammlung wurde zum wichtigsten Organ der lokalen politischen Mitbestimmung.
Auswanderung und Bevölkerungsrückgang
Im Jahr 1850 lebten 413 Menschen in Dorf. Danach nahm die Einwohnerzahl während mehr als eines Jahrhunderts ab. Viele Bewohner verliessen die Gemeinde, weil die Landwirtschaft nicht genügend Arbeitsplätze bot.
Ein Teil der Bevölkerung zog in die wachsenden Industrieorte Winterthur, Schaffhausen und Zürich. Andere Menschen wanderten ins Ausland aus. Gleichzeitig führten Veränderungen in der Landwirtschaft zur Aufgabe kleinerer Betriebe.
1900 zählte Dorf noch 336 Einwohner, 1950 waren es 295. Der Tiefpunkt wurde um 1970 mit etwa 280 Einwohnern erreicht.[3]
Entwicklung zur Wohngemeinde
Seit den 1970er Jahren nahm die Einwohnerzahl wieder zu. Neue Wohnhäuser entstanden, und die zunehmende Motorisierung erleichterte das Pendeln in regionale Arbeitszentren.
Dorf entwickelte sich zu einer ländlichen Wohngemeinde, ohne seine landwirtschaftliche Prägung vollständig zu verlieren. Viele Einwohner arbeiten heute ausserhalb des Gemeindegebiets, insbesondere in Andelfingen, Winterthur, Schaffhausen oder der Agglomeration Zürich.
Die Wohnbevölkerung stieg von 593 Personen im Jahr 2000 auf 721 im Jahr 2023. Ende 2025 lebten 739 Menschen in der Gemeinde.[1]
Bevölkerungsentwicklung
Die langfristige Bevölkerungsentwicklung zeigt den Übergang von einer bäuerlichen Gemeinde mit Abwanderung zu einer kleinen Wohngemeinde im Einzugsgebiet regionaler Zentren.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1467 | 50 |
| 1634 | 187 |
| 1850 | 413 |
| 1900 | 336 |
| 1950 | 295 |
| 1970 | 280 |
| 1980 | 310 |
| 1990 | 434 |
| 2000 | 593 |
| 2010 | 633 |
| 2015 | 627 |
| 2020 | 665 |
| 2023 | 721 |
| 2024 | 727 |
| 2025 | 739 |
Die Bevölkerungsdichte liegt deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt. Die geringe Zahl der Einwohner und das kompakte Siedlungsgebiet ermöglichen ein überschaubares Gemeindeleben.
Die Mehrheit der Bevölkerung spricht im Alltag Zürichdeutsch. Als Schrift- und Amtssprache dient Schweizer Hochdeutsch.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- In Silber zwei gekreuzte schwarze Schlüssel mit zugewendeten Bärten.
Die gekreuzten Schlüssel sind das Attribut des Apostels Petrus. Das Motiv verweist vermutlich auf frühere kirchliche Besitz- oder Patronatsverhältnisse. In der christlichen Symbolik stehen die Schlüssel für die dem Apostel Petrus übertragene Gewalt, den Zugang zum Himmelreich zu öffnen oder zu verschliessen.
Ältere Darstellungen des Dorfwappens unterschieden sich teilweise in der Anordnung und Gestaltung der Schlüssel. Die heute verwendete Form wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen im 20. Jahrhundert festgelegt.
Politik
Die politische Gemeinde wird durch einen Gemeinderat geführt. Er bildet die Exekutive und ist für die strategische Leitung der Verwaltung sowie den Vollzug der Beschlüsse der Gemeindeversammlung zuständig.
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über Budget, Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Kredite, Bauprojekte und weitere wichtige Geschäfte. Wegen der geringen Einwohnerzahl besitzt diese Form der direkten Demokratie in Dorf eine besonders unmittelbare Bedeutung.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Dorfstrasse 2. Sie bearbeitet unter anderem Aufgaben in den Bereichen Einwohnerkontrolle, Steuern, Finanzen, Bauwesen, Sozialwesen und Gemeindekanzlei.
Verschiedene öffentliche Aufgaben werden gemeinsam mit anderen Gemeinden des Flaachtals oder des Bezirks Andelfingen erfüllt. Dazu gehören Schule, Feuerwehr, Altersversorgung, Abwasserentsorgung, Zivilschutz und regionale Planung.
Bei der Nationalratswahl 2023 war die Schweizerische Volkspartei mit einem Wähleranteil von 45,64 Prozent die stärkste Partei. Es folgten die FDP.Die Liberalen mit 10,75 Prozent und die Sozialdemokratische Partei der Schweiz mit 10,32 Prozent.[4]
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Dorf ist bis heute stark durch die Landwirtschaft geprägt. Die offenen Flächen rund um den Ortskern werden für Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und Rebbau genutzt.
Zu den angebauten Kulturen gehören Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Futterpflanzen. Einige Betriebe betreiben Direktverkauf oder bieten regionale Produkte ab Hof an.
Die Viehhaltung umfasst vor allem Rinder und Milchkühe. Mit der Modernisierung der Landwirtschaft nahm die Zahl der Betriebe ab, während die durchschnittlich bewirtschaftete Fläche zunahm.
Neben landwirtschaftlichen Betrieben bestehen kleinere Unternehmen aus den Bereichen Bau, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen. Die Zahl der Arbeitsplätze innerhalb der Gemeinde ist jedoch begrenzt.
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt in umliegende Gemeinden. Bedeutende Arbeitsorte sind Andelfingen, Winterthur, Schaffhausen, Zürich und die Gemeinden des Zürcher Unterlands.
Weinbau
Der Weinbau besitzt in Dorf eine lange Tradition. Reben wachsen insbesondere an den sonnigen Hängen rund um Goldenberg und an weiteren geeigneten Lagen.
Die Rebberge gehören zum Weinbaugebiet des Zürcher Weinlands. Angebaut werden unter anderem Blauburgunder, Riesling-Silvaner und weitere Rebsorten.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erlitt der Weinbau durch Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und veränderte wirtschaftliche Bedingungen starke Rückschläge. Viele Rebflächen wurden aufgegeben oder anderweitig genutzt.
Im 20. Jahrhundert stabilisierte sich der Weinbau auf einer kleineren Fläche. Heute trägt er zur landwirtschaftlichen Vielfalt und zum Erscheinungsbild der Kulturlandschaft bei.
Wald
Mit rund 213 Hektaren nimmt der Wald einen grossen Teil des Gemeindegebiets ein.[1] Die Waldflächen liegen vor allem südlich und östlich des Dorfes.
Historisch war der Wald für die Bevölkerung von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Er lieferte Brennholz, Bauholz, Streu und teilweise Futter. Die Nutzung war durch kommunale und obrigkeitliche Vorschriften geregelt.
Heute erfüllt der Wald mehrere Aufgaben. Er dient der Holzproduktion, dem Schutz des Bodens, der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Erholung.
Das Wegenetz wird von Spaziergängern, Wanderern, Reitern und Velofahrern genutzt. Die Waldränder bilden wertvolle Übergangszonen zwischen Wald und Landwirtschaftsflächen.
Verkehr
Dorf liegt an der Kantonsstrasse von Henggart über Volken und Flaach in Richtung Rüdlingen und Rafz. Eine weitere Strassenverbindung führt nach Andelfingen.
Die Gemeinde besitzt keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Henggart. Dort halten Züge der S-Bahn Zürich mit Verbindungen nach Winterthur und in Richtung Zürich.
Dorf wird durch Postautolinien erschlossen. Die Linie 675 verbindet Rafz, Flaach, Dorf und Henggart. Eine weitere Verbindung führt über Flaach und Dorf in Richtung Hettlingen beziehungsweise Andelfingen.[1]
Die Fahrzeit nach Andelfingen und Henggart beträgt nur wenige Minuten. Winterthur ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto erreichbar.
Wander- und Velowege verbinden Dorf mit den Nachbargemeinden, dem Flaachtal, dem Irchel und dem übrigen Zürcher Weinland.
Schloss Goldenberg
Das Schloss Goldenberg liegt auf einer Anhöhe südöstlich des Dorfes. Es ist von Rebbergen, Landwirtschaftsflächen und einem Landschaftsgarten umgeben und bildet ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde.
An der Stelle des heutigen Schlosses bestand vermutlich bereits im Mittelalter ein befestigter Herrensitz. Die Anlage wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert.
Das heutige Erscheinungsbild ist wesentlich durch Umbauten der frühen Neuzeit und des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt. Das Herrenhaus besitzt einen repräsentativen Charakter und ist Teil eines grösseren Gutskomplexes mit Ökonomiegebäuden.
Goldenberg war Sitz verschiedener Adels- und Patrizierfamilien. Die Besitzer verfügten über umfangreiche Ländereien und zeitweise über Herrschaftsrechte in Dorf und der Umgebung.
Zum Anwesen gehören Rebberge, die bis heute bewirtschaftet werden. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht allgemein öffentlich zugänglich.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und den umliegenden Gebäuden ein bedeutendes Ensemble.
Eine Kapelle oder Kirche bestand vermutlich bereits im Mittelalter. Das Gotteshaus war dem Apostel Petrus geweiht, worauf auch die beiden Schlüssel im Gemeindewappen hinweisen könnten.
Das heutige Gebäude geht in wesentlichen Teilen auf Umbauten der frühen Neuzeit zurück. Nach der Reformation wurde die Kirche für den reformierten Gottesdienst genutzt.
Der schlichte Innenraum entspricht der reformierten Tradition. Im Lauf der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach renoviert und an die Bedürfnisse der Kirchgemeinde angepasst.
Die Kirchgemeinde arbeitet heute eng mit den übrigen reformierten Gemeinden des Flaachtals zusammen. Neben Gottesdiensten finden in der Kirche Konzerte, Trauungen, Taufen und weitere Veranstaltungen statt.
Ortsbild und Kulturgüter
Der historische Dorfkern besitzt zahlreiche traditionelle Bauernhäuser und Wohnbauten. Sie dokumentieren die Entwicklung einer bäuerlich geprägten Gemeinde vom 17. bis ins 19. Jahrhundert.
Mehrere Gebäude sind im Inventar der schützenswerten Bauten aufgeführt. Neben Schloss Goldenberg und der reformierten Kirche gehören dazu Bauernhäuser, Speicher, Brunnen und weitere Objekte.
Die Kulturlandschaft rund um das Dorf ist ebenfalls von historischem Wert. Feldwege, Obstgärten, Waldränder und Rebberge zeigen traditionelle Formen der Landnutzung.
Die Gemeinde bemüht sich, den ländlichen Charakter zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemässe Wohn- und Infrastrukturentwicklung zu ermöglichen.
«Villa Arbenz»
Südlich von Dorf liegt beim Rütihof unter dem Hügel Bergbuck eine ehemalige militärische Führungsanlage. Sie trägt den inoffiziellen Namen «Villa Arbenz».
Die unterirdische Anlage wurde 1961 und 1962 als Kommandoposten für die frühere Grenzbrigade 6 der Schweizer Armee errichtet. Der Eingang wurde als landwirtschaftliche Scheune getarnt.
Vom Eingang erstreckt sich die Anlage rund 300 Meter in den Hügel. Teile der Räume liegen bis zu 50 Meter unter der Erdoberfläche. Zum Kommandoposten gehörten Führungs-, Nachrichten-, Arbeits-, Schlaf- und Versorgungsräume.
Die Bezeichnung «Villa Arbenz» erinnert an Brigadier Peter Arbenz, den letzten Kommandanten der Grenzbrigade 6. Während des Kalten Kriegs war der genaue Zweck der Anlage geheim.
Nach der Armeereform verlor der Bunker seine militärische Funktion. Er wurde 2011 ausser Betrieb genommen und aus der Geheimhaltung entlassen.
Die Anlage ist ein bedeutendes Zeugnis der schweizerischen Verteidigungsplanung während des Kalten Kriegs. Sie ist nicht ständig öffentlich zugänglich, kann jedoch gelegentlich im Rahmen organisierter Führungen besichtigt werden.
Bildung
Dorf gehört zur Schule Flaachtal. Die regionale Schulorganisation umfasst mehrere Gemeinden und ermöglicht eine gemeinsame Führung von Kindergarten, Primarschule und weiteren schulischen Angeboten.
Je nach Schulstufe besuchen die Kinder Einrichtungen in Dorf oder in umliegenden Gemeinden. Die Zusammenarbeit soll trotz der kleinen Einwohnerzahlen ein breites und langfristig gesichertes Bildungsangebot ermöglichen.
Die Sekundarschule befindet sich in der Region. Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen werden hauptsächlich in Andelfingen, Winterthur, Bülach oder Schaffhausen besucht.
Die ländliche Umgebung bietet Möglichkeiten für Unterricht im Freien und für Projekte zu Landwirtschaft, Wald, Natur und regionaler Geschichte.
Kultur und Gemeindeleben
Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wird durch Vereine, die Kirchgemeinde, die Kulturkommission und freiwilliges Engagement getragen.
Sport-, Musik-, Schützen- und Freizeitvereine organisieren regelmässige Aktivitäten. Dorfanlässe, Feste und kulturelle Veranstaltungen fördern den Austausch zwischen den Einwohnern.
Die Kulturkommission unterstützt lokale Projekte und organisiert Veranstaltungen. Informationen über das Gemeindeleben werden unter anderem im Mitteilungsblatt veröffentlicht.
Wegen der geringen Grösse der Gemeinde arbeiten viele Vereine und Organisationen mit den Nachbargemeinden des Flaachtals zusammen. Dadurch besteht ein gemeinsames regionales Kultur- und Freizeitangebot.
Freizeit und Erholung
Dorf ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Velotouren durch das Zürcher Weinland. Wege führen nach Volken, Flaach, Buch am Irchel, Andelfingen und Henggart.
Die Wälder südlich und östlich des Dorfes bieten ruhige Spazierwege. Von offenen Höhenlagen ergeben sich Ausblicke über das Flaachtal, den Irchel und Teile des Weinlands.
Eine landschaftlich reizvolle Route führt an Schloss Goldenberg und den umliegenden Rebbergen vorbei. Weitere Wege verbinden Dorf mit den Naturgebieten an Thur und Rhein.
Die Gemeinde besitzt verschiedene kleinere Freizeit- und Sporteinrichtungen. Für grössere Anlagen nutzt die Bevölkerung Angebote in den Nachbargemeinden und in den regionalen Zentren.
Persönlichkeiten
- Max Maag (1883–1960), Maschineningenieur, Unternehmer und Orgelbauer
- Eugen Wipf (1916–1948), Funktionshäftling im SS-Sonderlager Hinzert
Siehe auch
- Bezirk Andelfingen
- Zürcher Weinland
- Flaachtal
- Schloss Goldenberg
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Liste der Kulturgüter in Dorf ZH
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Dorf. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1938, S. 173–180.
- Martin Illi: Dorf. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Bern 2005.
- Gemeinde Dorf: Mitteilungsblatt der Gemeinde Dorf. Dorf.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Dorf
- Fakten und Zahlen zur Gemeinde Dorf
- Dorf im Historischen Lexikon der Schweiz
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Gemeinde Dorf: Fakten und Zahlen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Kanton Zürich: Zürcher Gemeinden in Zahlen, Gemeinde Dorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Martin Illi: Dorf. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 8. Februar 2005, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Kanton Zürich: Ergebnisse der Nationalratswahl 2023, abgerufen am 25. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Dorf ZH