Bezirk Aarau

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Bezirk Aarau
Kanton Aargau
Hauptort Aarau
Gemeinden 12
Fläche 104,49 km²
Einwohner 84'767 (31. Dezember 2024)
Bevölkerungsdichte rund 811 Einwohner pro km²
Ausländische Bevölkerung 22'790 Personen (2024)
Gründung 1803
Grossratsmandate 16 (Amtsperiode 2025–2028)
BFS-Nummer 1901

Der Bezirk Aarau ist einer der elf Bezirke des Kantons Aargau. Er liegt im Zentrum des Kantons und umfasst die Kantonshauptstadt Aarau sowie elf weitere politische Gemeinden. Der Bezirk erstreckt sich vom Aaretal und der dicht besiedelten Agglomeration Aarau im Süden bis zu den Höhen des Juras im Norden.

Auf einer Fläche von 104,49 Quadratkilometern lebten Ende 2024 insgesamt 84'767 Personen. Damit gehört der Bezirk zu den bevölkerungsreicheren und am dichtesten besiedelten Bezirken des Kantons. Rund ein Viertel der Bevölkerung besitzt keine schweizerische Staatsangehörigkeit.[1]

Aarau ist Bezirks- und Kantonshauptort sowie das politische, wirtschaftliche, kulturelle und verkehrstechnische Zentrum des Bezirks. Die umliegenden Gemeinden sind eng mit der Stadt verflochten. Besonders Buchs, Suhr, Unterentfelden, Oberentfelden und Küttigen sind Teil des zusammenhängenden Siedlungsraums der Agglomeration Aarau.

Geografie

Lage

Der Bezirk Aarau liegt im zentralen Aargau. Er grenzt an die Bezirke Laufenburg, Brugg, Lenzburg, Kulm und Zofingen. Im Westen und Nordwesten bildet die Kantonsgrenze zu Solothurn teilweise auch die Bezirksgrenze.

Das Gebiet besitzt eine unregelmässige Form. Der dichter besiedelte südliche und mittlere Teil erstreckt sich über das Aaretal, den unteren Bereich des Suhren- und Wynentals sowie die angrenzenden Hügel. Ein schmalerer nördlicher Teil reicht über die Jurahöhen bis nach Densbüren.

Die Stadt Aarau liegt an der Aare und nimmt innerhalb des Bezirks eine zentrale Lage ein. Sie ist mit den unmittelbar angrenzenden Gemeinden Buchs, Suhr, Unterentfelden, Küttigen und Biberstein durch Siedlungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen verbunden.

Landschaftsräume

Der Bezirk umfasst mehrere deutlich voneinander unterscheidbare Landschaftsräume. Das Aaretal ist weitgehend eben und stark durch Siedlungen, Verkehrswege, Gewerbegebiete und öffentliche Einrichtungen geprägt. Entlang des Flusses bestehen gleichzeitig Auen, Waldflächen und Naherholungsgebiete.

Südlich von Aarau öffnen sich das Suhrental und das Wynental. Die Suhre fliesst durch Oberentfelden und Unterentfelden nach Aarau, wo sie in die Aare mündet. Die Wyna durchquert Gränichen und Suhr und vereinigt sich dort mit der Suhre.

Nördlich der Aare beginnt der Faltenjura. Küttigen, Biberstein und Erlinsbach liegen am Jurasüdfuss, während Densbüren nördlich der Hauptkette im Staffeleggtal liegt. Die Verbindung zwischen Aarau und Densbüren führt über die Staffelegg, einen bedeutenden Jurapass.

Im nördlichen Bezirksgebiet befinden sich bewaldete Höhenzüge, Trockenwiesen, Weiden, Obstgärten und kleinere landwirtschaftliche Siedlungen. Teile dieses Gebiets gehören zum Jurapark Aargau.

Gewässer

Die Aare ist das wichtigste Gewässer des Bezirks. Sie durchfliesst das Gebiet von Osten nach Westen und trennt die Stadt Aarau teilweise von ihren nördlichen Quartieren und Nachbargemeinden.

Weitere bedeutende Gewässer sind:

  • die Suhre, die aus dem Kanton Luzern durch das Suhrental nach Aarau fliesst;
  • die Wyna, die das Wynental durchquert;
  • der Erzbach, der in Erlinsbach teilweise die Kantonsgrenze zwischen Aargau und Solothurn bildet;
  • kleinere Jurabäche in Densbüren, Küttigen und Biberstein.

Die Flüsse und Bäche wurden in den dicht besiedelten Gebieten teilweise begradigt oder eingedolt. Verschiedene Revitalisierungsprojekte sollen wieder naturnähere Ufer, verbesserte Lebensräume und einen besseren Hochwasserschutz schaffen.

Gemeinden

Der Bezirk Aarau umfasst seit der Fusion der Gemeinden Aarau und Rohr im Jahr 2010 zwölf politische Gemeinden. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2024, die Flächen auf den Gemeindestand vom 1. Januar 2025.[2]

Gemeinde Einwohner Fläche in km² Charakter
Aarau 22'702 12,34 Kantonshauptstadt und regionales Zentrum
Biberstein 1'655 4,10 Wohngemeinde am Jurasüdfuss
Buchs 8'472 5,32 Agglomerations- und Industriegemeinde
Densbüren 769 12,52 Ländliche Juragemeinde
Erlinsbach 4'644 9,86 Gemeinde im Erzbachtal am Jurasüdfuss
Gränichen 8'667 17,23 Industrie-, Wohn- und Landwirtschaftsgemeinde
Hirschthal 1'764 3,53 Gemeinde im Suhrental
Küttigen 7'005 11,89 Wohngemeinde nördlich von Aarau
Muhen 4'091 7,03 Gemeinde im unteren Suhrental
Oberentfelden 8'956 7,16 Agglomerations- und Gewerbegemeinde
Suhr 11'567 10,62 Regionales Zentrum östlich von Aarau
Unterentfelden 4'475 2,88 Dicht besiedelte Agglomerationsgemeinde

Aarau ist mit mehr als 22'000 Einwohnern die grösste Gemeinde des Bezirks. Densbüren besitzt die kleinste Bevölkerung, während Gränichen flächenmässig die grösste Gemeinde ist. Unterentfelden weist die geringste Gemeindefläche auf.

Geschichte

Helvetischer Distrikt Aarau

Nach dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurden die bisherigen bernischen Ämter und Untertanengebiete neu organisiert. Aarau wurde Hauptort des Kantons Aargau der Helvetischen Republik und zugleich Zentrum eines Distrikts.

Der helvetische Distrikt Aarau umfasste neben der Stadt zahlreiche Gemeinden des Aaretals, des Jurasüdfusses und der angrenzenden Täler. Die Einteilung bestand bis zum Ende der Helvetischen Republik im Jahr 1803.

Aarau war 1798 für kurze Zeit Hauptstadt der gesamten Helvetischen Republik. Obwohl die zentralen Behörden bald nach Luzern verlegt wurden, stärkte diese Phase die politische Bedeutung der Stadt.

Gründung des Bezirks

Der heutige Kanton Aargau entstand 1803 durch die Mediationsakte. Aarau wurde zur dauerhaften Kantonshauptstadt bestimmt. Gleichzeitig wurde der Bezirk Aarau als einer der damaligen Bezirke des neuen Kantons eingerichtet.

Der 1803 geschaffene Bezirk umfasste zunächst 13 Gemeinden. Er entsprach weitgehend dem helvetischen Distrikt Aarau. Die Gemeinden Thalheim, Oberflachs, Veltheim und Auenstein wurden jedoch dem Bezirk Brugg zugeteilt, während Hirschthal neu zum Bezirk Aarau kam.[3]

Die Bezirke dienten als regionale Einheiten für Verwaltung, Justiz, Polizei und politische Wahlen. In Aarau befanden sich das Bezirksamt, das Bezirksgericht und weitere Behörden.

Industrialisierung

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Aarau zu einem bedeutenden Verwaltungs-, Bildungs- und Industriestandort. Die verkehrsgünstige Lage zwischen Zürich, Basel, Bern und Luzern förderte Handel und Gewerbe.

Auch die umliegenden Gemeinden wurden von der Industrialisierung erfasst. In Buchs, Suhr, Gränichen, Oberentfelden und anderen Orten entstanden Fabriken, Werkstätten und neue Wohnquartiere. Die Landwirtschaft blieb ausserhalb der engeren Agglomeration dennoch lange von grosser Bedeutung.

Der Bau der Eisenbahnlinien veränderte die Siedlungsstruktur grundlegend. Der Bahnhof Aarau wurde zu einem wichtigen Verkehrsknoten, während die Wynental- und Suhrentalbahn die südlichen Gemeinden mit der Stadt verband.

Wachstum der Agglomeration

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung des Bezirks stark zu. Aarau dehnte sich über seine historischen Stadtgrenzen hinaus aus, und die Nachbargemeinden entwickelten sich zu bedeutenden Wohn- und Arbeitsorten.

Zwischen Aarau, Buchs und Suhr entstand ein weitgehend zusammenhängender Siedlungsraum. Auch Unterentfelden, Oberentfelden, Küttigen und Biberstein wurden immer stärker in die Agglomeration einbezogen.

Der Ausbau der Autobahn A1 und des regionalen öffentlichen Verkehrs begünstigte die Entwicklung. Gleichzeitig stieg der Druck auf Landwirtschaftsflächen, Wälder und Freiräume.

Fusion von Aarau und Rohr

Die Einwohnergemeinden Aarau und Rohr beschlossen nach mehrjähriger Vorbereitung ihren Zusammenschluss. In der Volksabstimmung vom 24. Februar 2008 stimmten mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden beider Gemeinden der Fusion zu.[4]

Der Zusammenschluss trat am 1. Januar 2010 in Kraft. Rohr bildet seither einen Stadtteil von Aarau. Dadurch sank die Zahl der Gemeinden des Bezirks von 13 auf zwölf.

Bevölkerung

Entwicklung

Der Bezirk Aarau zählte 1990 insgesamt 62'384 Einwohner. Bis Ende 2024 stieg die Bevölkerung auf 84'767 Personen.[3][1]

Jahr Einwohner
1990 62'384
2017 77'023
2018 78'111
2019 79'185
2020 80'230
2021 81'241
2022 81'942
2023 83'843
2024 84'767

Das Wachstum wird hauptsächlich durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und aus dem Ausland getragen. 2024 zogen 6'846 Personen in den Bezirk, während 6'085 Personen wegzogen. Der Geburtenüberschuss betrug im selben Jahr 135 Personen.[1]

Altersstruktur

Ende 2024 waren 17'281 Einwohner jünger als 20 Jahre. Zur Altersgruppe von 20 bis 64 Jahren gehörten 51'120 Personen, während 16'366 Menschen mindestens 65 Jahre alt waren.[1]

Die Altersstruktur unterscheidet sich zwischen den Gemeinden. In städtischen und stark wachsenden Gemeinden leben vergleichsweise viele junge Erwachsene und Familien. In kleineren Wohngemeinden ist der Anteil älterer Menschen teilweise höher.

Ausländische Bevölkerung

2024 besassen 22'790 Einwohner keine schweizerische Staatsangehörigkeit. Dies entsprach rund 26,9 Prozent der Gesamtbevölkerung.[1]

Der Anteil ist in den dicht besiedelten und industriell geprägten Gemeinden Buchs, Suhr, Oberentfelden und Unterentfelden besonders hoch. In den ländlichen Gemeinden des Juras liegt er deutlich tiefer.

Siedlung und Raumplanung

Der zentrale Teil des Bezirks gehört zur Agglomeration Aarau. Die Gemeindegrenzen sind im Siedlungsbild vielerorts kaum noch erkennbar. Wohnquartiere, Gewerbegebiete, Einkaufszentren und Verkehrsanlagen gehen zwischen Aarau, Buchs, Suhr und Unterentfelden teilweise unmittelbar ineinander über.

Die kantonale und regionale Raumplanung verfolgt das Ziel, das weitere Wachstum stärker auf bereits erschlossene Gebiete und zentrale Lagen zu konzentrieren. Verdichtung, Umnutzung ehemaliger Industrieareale und Entwicklung rund um Bahnhöfe sollen den Verbrauch zusätzlicher Landschaftsflächen begrenzen.

Wichtige Entwicklungsgebiete befinden sich unter anderem im Aarauer Torfeld, in Buchs, Suhr und im Raum Oberentfelden. Gleichzeitig sollen regionale Grünräume, Flusslandschaften und landwirtschaftlich genutzte Flächen erhalten bleiben.

Der Bezirk ist nicht deckungsgleich mit dem regionalen Planungsverband aarau regio. Dieser umfasst zusätzlich Gemeinden ausserhalb des Bezirks und bildet eine funktionale Planungsregion mit rund 100'000 Einwohnern.[5]

Politik und Verwaltung

Stellung des Bezirks

Der Bezirk ist keine politische Gemeinde und besitzt weder ein eigenes Parlament noch eine allgemeine Bezirksregierung. Er dient vor allem als räumliche Einheit für Justiz, Wahlen und bestimmte kantonale Behörden.

Die Zugehörigkeit der Gemeinden wird im kantonalen Dekret über die Bezirks- und Kreiseinteilung geregelt. Dort werden Aarau, Biberstein, Buchs, Densbüren, Erlinsbach, Gränichen, Hirschthal, Küttigen, Muhen, Oberentfelden, Suhr und Unterentfelden dem Bezirk Aarau zugeordnet.[6]

Die früheren Bezirksämter wurden im Zuge der kantonalen Verwaltungs- und Justizreform aufgehoben. Ihre Aufgaben gingen auf andere kantonale Stellen, Gemeinden und Gerichte über. Der Bezirk blieb jedoch als Wahl- und Gerichtskreis bestehen.

Wahlkreis des Grossen Rats

Der Bezirk Aarau bildet einen Wahlkreis für die Wahl des Grossen Rats des Kantons Aargau. Die Zahl der Mandate wird vor jeder Amtsperiode anhand der Bevölkerungszahl auf die elf Bezirke verteilt.

Für die Amtsperiode 2025 bis 2028 stehen dem Bezirk Aarau 16 der insgesamt 140 Grossratsmandate zu.[7]

Die Sitzverteilung zwischen Parteien und Bezirken erfolgt nach dem doppelt proportionalen Zuteilungsverfahren, das auch als «Doppelter Pukelsheim» bezeichnet wird.

Bezirksbehörden

Auf Bezirksebene werden unter anderem Gerichtspräsidentinnen und Gerichtspräsidenten, Bezirksrichter, Friedensrichter und Mitglieder des Bezirksschulrats gewählt.

Die Bezirks- und Kreisbehörden werden durch die Stimmberechtigten für eine feste Amtsperiode bestimmt. Nicht für jede Funktion ist zwingend eine Urnenwahl erforderlich; bei nur einer gültigen Kandidatur kann eine stille Wahl stattfinden.

Justiz

Das Bezirksgericht Aarau ist die erste kantonale Gerichtsinstanz für einen grossen Teil der zivil- und strafrechtlichen Verfahren im Bezirk. Es wirkt je nach Fall auch als Arbeits-, Jugend- oder Familiengericht.

Seit Anfang 2024 befindet sich das Bezirksgericht im Gerichtsgebäude an der Oberen Vorstadt 37 in Aarau. Im selben Gebäude sind weitere Justizbehörden untergebracht.[8]

Bei vielen zivilrechtlichen Streitigkeiten findet vor einem Gerichtsverfahren zunächst ein Schlichtungsversuch beim zuständigen Friedensrichter statt. Kann keine Einigung erzielt werden, wird in der Regel eine Klagebewilligung für das Bezirksgericht ausgestellt.

Das Bezirksgericht geht auf die Justizorganisation des 1803 gegründeten Kantons zurück. Seine Zuständigkeiten änderten sich im Verlauf des 19., 20. und 21. Jahrhunderts mehrfach.[9]

Wirtschaft

Der Bezirk Aarau ist ein bedeutender Wirtschaftsraum im zentralen Mittelland. Die Kantonshauptstadt besitzt eine starke Konzentration von Verwaltung, Versicherungen, Banken, Gesundheitswesen, Bildung und unternehmensnahen Dienstleistungen.

Zu den wichtigen Arbeitgebern gehören die kantonale Verwaltung, das Kantonsspital Aarau, Energie- und Versorgungsunternehmen, Versicherungen, Banken, Detailhandel und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.

In Buchs, Suhr, Gränichen, Oberentfelden und Unterentfelden bestehen grössere Gewerbe- und Industriegebiete. Bedeutende Branchen sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Lebensmittelverarbeitung, Logistik, Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen.

Die gute Verkehrslage zwischen Zürich, Basel, Bern und Luzern erhöht die Attraktivität des Bezirks als Unternehmensstandort. Gleichzeitig pendelt ein beträchtlicher Teil der Erwerbstätigen in andere Regionen, während viele Beschäftigte aus Nachbarbezirken und dem Kanton Solothurn nach Aarau kommen.

In den ländlicheren Teilen von Densbüren, Erlinsbach, Gränichen und Muhen spielen Land- und Forstwirtschaft weiterhin eine sichtbare Rolle. Neben Ackerbau und Viehzucht bestehen Obstbau, Direktvermarktung und kleinere Weinbauflächen.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Aarau ist einer der wichtigsten Bahnknoten im Schweizer Mittelland. Er liegt an der Hauptachse zwischen Zürich und Bern und wird von Fernverkehrs-, Interregio- und S-Bahn-Zügen bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich, Bern, Basel, Olten, Luzern, Baden und Brugg.[10]

Die Gemeinden Buchs und Suhr liegen an der Bahnstrecke Aarau–Lenzburg. Der Bahnhof Suhr ist zudem ein Umsteigepunkt zwischen dem Normalspurnetz und der Wynental- und Suhrentalbahn.

Die von Aargau Verkehr betriebene Linie S14 verbindet Menziken durch das Wynental mit Suhr und Aarau sowie Aarau durch das Suhrental mit Oberentfelden, Muhen und Schöftland.[11]

Busverkehr

Ein dichtes regionales Busnetz verbindet Aarau mit Küttigen, Biberstein, Erlinsbach, Densbüren, Buchs, Suhr und weiteren Gemeinden. Die Linien werden hauptsächlich durch die Busbetriebe der Aargau Verkehr AG und weitere konzessionierte Transportunternehmen betrieben.

Wichtige Umsteigepunkte befinden sich am Bahnhof Aarau, in Suhr und in Oberentfelden. Der Busverkehr erschliesst auch die höher gelegenen Juragebiete und die Klinik Barmelweid.

Strassenverkehr

Die Autobahn A1 verläuft südlich von Aarau durch die Gemeinden Suhr und Oberentfelden. Die Anschlüsse Aarau Ost und Aarau West verbinden den Bezirk mit dem nationalen Strassennetz.

Die A1 ist eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen der Schweiz. Der Abschnitt zwischen Aarau Ost und der Verzweigung Birrfeld gehört zu den stark belasteten Teilen des Nationalstrassennetzes.[12]

Die Hauptstrasse über die Staffelegg verbindet Aarau mit Densbüren und dem Fricktal. Weitere wichtige Strassen führen durch das Suhrental, Wynental und in Richtung Olten.

Das hohe Verkehrsaufkommen führt besonders in Aarau, Suhr, Buchs und Oberentfelden zu Belastungen. Kanton und Gemeinden planen deshalb Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr, den Veloverkehr und die Verkehrslenkung.

Bildung und Gesundheit

Aarau ist das bedeutendste Bildungszentrum des Bezirks. In der Stadt befinden sich die Alte Kantonsschule Aarau, die Neue Kantonsschule Aarau, Berufsfachschulen und verschiedene höhere Fachschulen.

Die obligatorischen Schulen werden von den Gemeinden oder interkommunalen Schulverbänden getragen. Zwischen einzelnen Gemeinden bestehen gemeinsame Oberstufen- und Kreisschulen.

Das Kantonsspital Aarau ist eines der grössten Spitäler des Kantons und übernimmt neben der regionalen Grundversorgung zahlreiche spezialisierte medizinische Aufgaben. In Erlinsbach befindet sich die Klinik Barmelweid, die auf Rehabilitation, Schlafmedizin und weitere Fachbereiche ausgerichtet ist.

Weitere Gesundheitsangebote umfassen Pflegezentren, Altersheime, psychiatrische Einrichtungen, Arztpraxen und ambulante Dienste.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Stadt Aarau besitzt eine gut erhaltene Altstadt mit bemalten Dachuntersichten, dem Obertorturm, der Stadtkirche und zahlreichen Bürgerhäusern. Als Kantonshauptstadt beherbergt sie mehrere kulturelle Institutionen von kantonaler Bedeutung.

Zu den bedeutenden Einrichtungen gehören:

In Biberstein befindet sich das Schloss Biberstein, das heute von einer sozialen Institution genutzt wird. Gränichen besitzt mit dem Schloss Liebegg ein bedeutendes historisches Bauwerk und ein regionales Kultur- und Bildungszentrum.

Die Juragemeinden bieten Wanderwege, Aussichtspunkte und naturnahe Erholungsgebiete. Bekannte Ziele sind die Wasserflue, die Staffelegg, der Benkerjoch, die Barmelweid und die Aarelandschaft.

Natur und Erholung

Die Aareufer sind wichtige Naherholungsräume. Fuss- und Velowege verbinden Aarau mit Biberstein, Küttigen, Rohr, Rupperswil und den angrenzenden Gemeinden.

Im Jura bestehen ausgedehnte Wälder, Trockenstandorte, Felsfluren und artenreiche Wiesen. Teile der Gemeinden Densbüren, Erlinsbach, Küttigen und Biberstein besitzen eine hohe landschaftliche und ökologische Bedeutung.

Der Jurapark Aargau umfasst Densbüren sowie weitere Gemeinden des nördlichen Aargaus. Der regionale Naturpark fördert Landschaftsschutz, nachhaltigen Tourismus, regionale Produkte und Umweltbildung.

Südlich von Aarau bieten die Täler und Waldgebiete um Gränichen, Muhen und Oberentfelden zahlreiche Wander-, Velo- und Reitwege. Der Wildpark Roggenhausen westlich von Aarau ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien.

Bedeutung

Der Bezirk Aarau verbindet die Funktionen eines politischen Zentrums, eines bedeutenden Arbeitsplatzgebiets und einer vielfältigen Wohnregion. Durch die Kantonshauptstadt befinden sich zahlreiche kantonale Behörden, Bildungs- und Kulturinstitutionen innerhalb des Bezirks.

Seine Lage an der nationalen Bahn- und Autobahnachse macht ihn zu einem wichtigen Verkehrsknoten zwischen den grossen Schweizer Wirtschaftsräumen. Gleichzeitig besitzt der Bezirk mit der Aarelandschaft, dem Jura und den südlichen Tälern unterschiedliche Natur- und Erholungsräume.

Die starke Verflechtung der Gemeinden führt zu gemeinsamen Aufgaben in Verkehr, Siedlungsplanung, Bildung, Sicherheit, Energieversorgung und Freizeit. Viele dieser Aufgaben werden durch Gemeindeverbände oder regionale Organisationen erfüllt, da die historischen Bezirksgrenzen nicht immer mit den heutigen funktionalen Räumen übereinstimmen.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Lüthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. Aarau 1978.
  • Historische Gesellschaft des Kantons Aargau: Die Aargauer Gemeinden. Aarau 1990.
  • Statistik Aargau: Statistisches Jahrbuch 2025. Aarau 2025.
  • Max Baumann: Geschichte des Kantons Aargau. Baden 1991.

Einzelnachweise

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