Bahnhof Zürich Manegg
| Bahnhof Zürich Manegg | |
|---|---|
| Offizieller Name | Zürich Manegg |
| Ort | Zürich |
| Quartier | Wollishofen |
| Stadtkreis | Kreis 2 |
| Eigentümerin | Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) |
| Betreiberin | Sihltal Zürich Uetliberg Bahn |
| Betriebsstellenart | Haltestelle |
| Eröffnung | 3. August 1892 |
| Umfassende Erneuerung | 2021 |
| Bahnstrecke | Sihltalbahn |
| Streckennummer | 712 |
| Streckenkilometer | rund 4,1 |
| Bahnsteiggleise | 1 |
| Bahnsteig | 1 Seitenperron |
| Perronlänge | 160 m |
| Perronhöhe | 55 cm |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | rund 430 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | ZMA |
| IBNR | 8503093 |
| S-Bahn-Linie | S4 |
| Nacht-S-Bahn | SN4 |
| Buslinien | 70 und N15 |
| Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |
| Tarifzone | 110 |
Der Bahnhof Zürich Manegg, betrieblich eine Haltestelle, ist eine Station der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn im Süden der Stadt Zürich. Er liegt an der Sihltalbahn zwischen den Stationen Zürich Brunau und Zürich Leimbach und wird durch die Linie S4 der Zürcher S-Bahn bedient. In den Wochenendnächten hält zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN4.[1][2]
Die Haltestelle befindet sich im Stadtquartier Wollishofen unmittelbar beim neuen Stadtteil Manegg, der überwiegend unter der Bezeichnung Greencity bekannt wurde. Das früher industriell genutzte Gebiet mit der Spinnerei Manegg und den Anlagen der ehemaligen Sihl-Papierfabrik wurde seit den 2000er-Jahren zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Schulen, Geschäften und öffentlichen Freiräumen umgestaltet.
Durch diese Entwicklung wandelte sich Zürich Manegg von einer vergleichsweise schwach frequentierten Haltestelle am Rand eines Industrieareals zu einem wichtigen Zugang zum öffentlichen Verkehr für ein dicht bebautes Stadtgebiet. Die SZU erneuerte die Station 2021 grundlegend. Sie besitzt seither einen 160 Meter langen, 55 Zentimeter hohen und hindernisfrei zugänglichen Seitenperron.[3]
Name
Die Haltestelle ist nach dem Gebiet Manegg benannt. Der Flurname wird auch für das umliegende Entwicklungsgebiet, die ehemalige Spinnerei, mehrere Strassen und verschiedene öffentliche Einrichtungen verwendet.
Der Name Manegg geht ursprünglich auf die mittelalterliche Burg Manegg am Hang des Albis zurück. Die Ruine liegt jedoch nicht unmittelbar beim Bahnhof, sondern deutlich höher am bewaldeten Osthang des Uetlibergs.
Im offiziellen Fahrplan lautet der Name Zürich Manegg. Die nahe gelegene Bushaltestelle trägt die Bezeichnung Zürich, Manegg. Im örtlichen Sprachgebrauch werden sowohl die Bahnstation als auch der gesamte Umsteigebereich häufig kurz als Manegg bezeichnet.
Lage
Der Bahnhof befindet sich im südlichen Teil des Quartiers Wollishofen im Stadtkreis 2. Er liegt zwischen der Allmendstrasse, der Maneggstrasse, der Spindelstrasse und der Butzenstrasse.
Die Sihltalbahn verläuft im Bereich der Haltestelle annähernd von Norden nach Süden. Nördlich führt die Strecke über Zürich Brunau, Zürich Saalsporthalle, Zürich Giesshübel und Zürich Selnau zum unterirdischen SZU-Bahnhof im Zürcher Hauptbahnhof. Südlich folgt nach der Überquerung der Sihl der Bahnhof Zürich Leimbach.
Der Bahnhof liegt am westlichen Rand des Entwicklungsgebiets Manegg. Östlich und nordöstlich des Perrons befinden sich die Wohn-, Geschäfts- und Dienstleistungsbauten von Greencity. Die historische Spinnerei Manegg und der Spinnereiplatz liegen in unmittelbarer Nähe.
Westlich der Bahnstrecke verlaufen die Allmendstrasse und die Autobahn A3. Weiter westlich steigt das Gelände zum Entlisberg und zum Uetliberg an. Östlich des Quartiers fliesst die Sihl.
Die Haltestelle erschliesst insbesondere:
- das Quartier Greencity;
- den Spinnereiplatz;
- die ehemalige Spinnerei Manegg;
- das Schul- und Sportareal Manegg;
- Wohngebiete an der Manegg- und Butzenstrasse;
- Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe an der Allmendstrasse;
- Fuss- und Velowege entlang der Sihl;
- den südlichen Teil von Wollishofen.
Geschichte
Industriegebiet an der Sihl
Das Gebiet Manegg war lange nur dünn besiedelt. Die Lage an der Sihl und an einem künstlich angelegten Fabrikkanal begünstigte seit dem 19. Jahrhundert die Ansiedlung von Industriebetrieben.
Zu den bedeutendsten Unternehmen gehörte die Spinnerei Manegg. Der Fabrikkanal lieferte Wasser für die mechanische Energieerzeugung. Später entstanden weitere Produktions-, Lager- und Verwaltungsgebäude.
Im 20. Jahrhundert prägte vor allem die Papierindustrie das Gebiet. Die Anlagen der Sihl-Papierfabrik nahmen grosse Flächen zwischen Bahn, Allmendstrasse und Sihl ein.
Die Bahnstation war für die Industriebetriebe von besonderer Bedeutung. Sie ermöglichte den Transport von Beschäftigten und bot über die Sihltalbahn sowie deren Verbindung zum normal sowie deren Verbindungspurigen Eisenbahnnetz Zugang zum Güterverkehr.
Eröffnung der Sihltalbahn
Die Sihlthalbahn-Gesellschaft baute eine normalspurige Eisenbahn von Zürich Giesshübel durch das Sihltal nach Sihlwald. Der fahrplanmässige Betrieb begann am 3. August 1892.[4]
Die Station Manegg gehörte zur ursprünglichen Strecke. Die Personenzüge fuhren von Sihlwald über Manegg und Giesshübel zum damaligen oberirdischen Bahnhof Zürich Selnau.
Die Sihltalbahn diente nicht nur dem Personenverkehr. Ein wichtiges Geschäftsfeld war der Transport von Holz aus dem Sihlwald. Über die 1892 eröffnete Verbindungsstrecke zwischen Giesshübel und Wiedikon konnten Güterwagen an die Schweizerische Nordostbahn und später an die Schweizerischen Bundesbahnen übergeben werden.
Für die Fabriken in der Manegg bot die Bahn eine direkte Verbindung zu den Güterverkehrsanlagen im Raum Zürich. Rohstoffe, Brennstoffe, Maschinen und Fertigprodukte konnten über die Schiene transportiert werden.
Frühe Bahnhofsanlage
Die ursprüngliche Haltestelle besass eine einfache Anlage an der eingleisigen Strecke. Der Bahnsteig lag unmittelbar am Streckengleis.
Ein kleines Stations- oder Dienstgebäude diente dem Bahnpersonal und den Reisenden. Die bauliche Ausstattung blieb wesentlich bescheidener als bei den grösseren Bahnhöfen Giesshübel, Adliswil oder Langnau-Gattikon.
Da in Manegg kein Kreuzungsgleis bestand, konnten sich Personenzüge dort nicht begegnen. Die Zugskreuzungen fanden in grösseren Bahnhöfen der Strecke statt.
Die Umgebung war über Jahrzehnte vor allem industriell geprägt. Ausserhalb der Arbeitszeiten der Fabriken war das Fahrgastaufkommen vergleichsweise gering.
Verlängerung nach Sihlbrugg
Die Sihltalbahn wurde 1897 von Sihlwald nach Sihlbrugg verlängert. Dort entstand ein Anschluss an die Strecke der Nordostbahn zwischen Horgen Oberdorf und Zug.
Durch die Verlängerung wurde die Sihltalbahn zeitweise auch für überregionale Gütertransporte interessant. Die Station Manegg blieb jedoch eine lokale Haltestelle ohne umfangreiche Rangier- oder Güteranlagen.
Der planmässige Personenverkehr auf dem südlich von Sihlwald gelegenen Streckenabschnitt verlor später an Bedeutung. Seit 2006 fahren die regulären Züge der S4 grundsätzlich nur noch bis Sihlwald, wobei ein grosser Teil bereits in Langnau-Gattikon endet.
Elektrifizierung
Die Sihltalbahn wurde 1924 elektrifiziert. Sie verwendet seither das schweizerische Bahnstromsystem mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.
Die Elektrifizierung ersetzte die Dampflokomotiven im regulären Personenverkehr. Elektrische Triebfahrzeuge ermöglichten:
- schnellere Beschleunigung;
- kürzere Fahrzeiten;
- einen dichteren Fahrplan;
- geringere lokale Abgas- und Rauchbelastung;
- einen wirtschaftlicheren Vorortsbetrieb.
Für Manegg war der Wegfall der Dampflokomotiven besonders vorteilhaft, weil die Bahnlinie unmittelbar an Fabrik-, Wohn- und später Bürogebäuden vorbeiführt.
Zusammenschluss zur SZU
Die Sihltalbahn führte seit 1932 auch den Betrieb der benachbarten Uetlibergbahn.
Am 1. Januar 1973 schlossen sich die beiden Unternehmen zur Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn zusammen. Das Unternehmen trägt heute die Bezeichnung Sihltal Zürich Uetliberg Bahn.
Die Sihltalbahn und die Uetlibergbahn blieben zunächst technisch getrennt. Sie verwendeten unterschiedliche Stromsysteme und besassen verschiedene Fahrzeugtypen. Zürich Manegg wurde ausschliesslich von Zügen der Sihltalbahn bedient.
Einführung der Zürcher S-Bahn
Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 erhielt die Sihltalbahn die Linienbezeichnung S4.
Gleichzeitig wurde die Strecke vom früheren Bahnhof Selnau durch einen neuen Tunnel bis zum Zürcher Hauptbahnhof verlängert. Der alte oberirdische Bahnhof Selnau wurde geschlossen und durch eine unterirdische Station ersetzt.
Damit erhielt Manegg eine direkte Verbindung zum wichtigsten Eisenbahnknoten der Schweiz. Die Fahrt zum Hauptbahnhof dauert im regulären Fahrplan ungefähr zehn Minuten.
Die Einführung der S4 brachte:
- einen dichteren und regelmässigeren Fahrplan;
- direkte Verbindungen zum Hauptbahnhof;
- bessere Anschlüsse an das nationale Eisenbahnnetz;
- modernere Fahrzeuge;
- eine stärkere Einbindung in den Zürcher Verkehrsverbund.
Die Bedeutung der Haltestelle blieb zunächst dennoch begrenzt, da die umliegenden Industriebetriebe ihren Betrieb zunehmend reduzierten oder ganz einstellten.
Niedergang der Papierindustrie
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlor die industrielle Nutzung der Manegg an Bedeutung. Produktionsanlagen wurden geschlossen, zusammengelegt oder an andere Standorte verlegt.
Auf dem grossen Areal der Sihl-Papierfabrik blieben zahlreiche Hallen, Lagergebäude und ungenutzte Flächen zurück. Gleichzeitig galt die Lage zwischen Sihl, Bahn und Autobahn als gut erschlossen und für eine städtische Umnutzung geeignet.
Die Station Manegg bildete eine wichtige Voraussetzung für die künftige Entwicklung. Das Gebiet war bereits ohne neue Eisenbahninfrastruktur direkt mit dem Zürcher Zentrum verbunden.
Planung eines neuen Stadtquartiers
Die Stadt Zürich, Grundeigentümer und Projektentwickler erarbeiteten seit den 2000er-Jahren Konzepte für ein neues gemischt genutztes Quartier.
Die Stadt legte 2007 und 2008 die grundlegenden Ziele der kooperativen Entwicklungsplanung fest. Die ehemalige Spinnerei sollte erhalten bleiben und gemeinsam mit einem neuen öffentlichen Platz bei der SZU-Haltestelle das Zentrum des Gebiets bilden.[5]
Zu den Planungszielen gehörten:
- eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Bildung und Dienstleistungen;
- eine hohe bauliche Dichte;
- energieeffiziente Gebäude;
- attraktive öffentliche Räume;
- gute Fuss- und Veloverbindungen;
- ein geringer Anteil des motorisierten Individualverkehrs;
- die Nutzung der vorhandenen S-Bahn- und Busverbindungen;
- die Erhaltung bedeutender Industriezeugen.
Die Haltestelle erhielt dadurch eine zentrale städtebauliche Funktion. Sie sollte nicht mehr am Rand eines abgeschlossenen Industriegebiets liegen, sondern unmittelbar in das neue Quartier integriert werden.
Entstehung von Greencity
Das neue Stadtquartier wurde unter dem Namen Greencity entwickelt. Die Bauarbeiten begannen in den 2010er-Jahren.
Auf dem früheren Industrieareal entstanden mehr als 700 Wohnungen sowie Flächen für mehrere tausend Arbeits- und Ausbildungsplätze. Hinzu kamen Geschäfte, Gastronomie, Hotels, Schulen, Kinderbetreuung und öffentliche Freiräume.[6]
Die frühere Spinnerei wurde umgebaut und in die neue Bebauung integriert. Zusammen mit dem Spinnereiplatz bildet sie einen historischen und städtebaulichen Mittelpunkt.
Mit dem Einzug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner stieg die Zahl der Fahrgäste an der Haltestelle deutlich. Die bisherige schmale und einfach ausgestattete Station entsprach den neuen Anforderungen nicht mehr.
Erneuerung der Haltestelle 2021
Die SZU erneuerte Zürich Manegg von Ende März bis Herbst 2021 grundlegend.[6]
Ziel war die Anpassung an:
- das Behindertengleichstellungsgesetz;
- das gestiegene Fahrgastaufkommen;
- die städtebauliche Lage im Zentrum von Greencity;
- moderne Sicherheits- und Komfortanforderungen;
- die eingesetzten S-Bahn-Fahrzeuge.
Der bisherige Perron wurde nicht lediglich erhöht. Auf der gegenüberliegenden Seite des Gleises entstand ein vollständig neuer Seitenperron.
Die neue Anlage erhielt:
- eine Länge von 160 Metern;
- eine Perronhöhe von 55 Zentimetern;
- eine rund 125 Meter lange Überdachung;
- zwei hindernisgerechte Rampenzugänge;
- zwei feste Treppenzugänge;
- neue Sitzgelegenheiten;
- moderne Beleuchtung;
- neue Fahrgastinformationen;
- taktile Sicherheitsmarkierungen;
- eine neue Perronmöblierung.
Der längere Bahnsteig ermöglicht den Halt längerer Zugskompositionen. Die Höhe von 55 Zentimetern erlaubt bei geeigneten Fahrzeugen einen niveaugleichen Einstieg.
Für die Bauarbeiten waren mehrere nächtliche und am Wochenende durchgeführte Streckensperrungen erforderlich. Während dieser Zeiten verkehrten Ersatzbusse zwischen Zürich Brunau und den südlich gelegenen Stationen.
Bahnhofsanlage
Gleis und Perron
Zürich Manegg liegt an einem eingleisigen Abschnitt der Sihltalbahn. Die Station besitzt ein durchgehendes Bahnsteiggleis und einen Seitenperron.
| Gleis | Perrontyp | Fahrtrichtungen |
|---|---|---|
| 1 | Seitenperron | Zürich HB beziehungsweise Zürich Selnau sowie Zürich Leimbach, Adliswil, Langnau-Gattikon und Sihlwald |
Die Züge beider Fahrtrichtungen benutzen dasselbe Gleis und denselben Perron. Zugskreuzungen sind in Manegg nicht möglich.
Der Bahnsteig ist 160 Meter lang und 55 Zentimeter hoch. Nach Angaben der SZU entspricht der Zugang vollständig den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.[7]
Perrondach
Ein rund 125 Meter langes Dach schützt einen grossen Teil des Perrons vor Regen, Schnee und direkter Sonneneinstrahlung.
Unter dem Dach befinden sich:
- Sitzgelegenheiten;
- Wartezonen;
- Fahrgastinformationen;
- Beleuchtung;
- Abfallbehälter;
- weitere Perronmöbel.
Die lang gestreckte Konstruktion folgt der Form des Bahnsteigs und bildet gemeinsam mit den angrenzenden Gebäuden eine klar erkennbare Station im neuen Quartier.
Zugänge
Der Perron ist an beiden Enden erreichbar.
Die Zugänge bestehen aus zwei hindernisgerechten Rampen und zwei festen Treppen. Die Rampen ermöglichen die Benutzung mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Velo.
Da nur ein Bahnsteiggleis vorhanden ist, sind weder eine Personenunterführung noch eine Passerelle zum Wechsel zwischen verschiedenen Perrons erforderlich.
Die Zugänge führen unmittelbar zu den Fusswegen von Greencity, zur Spindelstrasse, zur Butzenstrasse und zur Allmendstrasse.
Bahnübergänge
An beiden Enden der Haltestelle befinden sich Strassen- beziehungsweise Fusswegquerungen mit Schrankenanlagen.
Die Schranken müssen vor der Einfahrt eines Zuges geschlossen werden. Da sich der Perron zwischen den Querungen befindet, können die Schliesszeiten insbesondere für Personen, die kurz vor der Abfahrt eintreffen, als lang empfunden werden.
Die Schranken dürfen ausschliesslich bei geöffneten Anlagen überquert werden. Das Unterlaufen oder Umgehen geschlossener Schranken ist lebensgefährlich und verboten.
Die besondere Lage zwischen den Querungen stellt hohe Anforderungen an:
- die Sicherungsanlagen;
- die Sichtbeziehungen;
- die Fusswegführung;
- die Fahrgastinformation;
- die Koordination von Bahn-, Strassen- und Veloverkehr.
Fahrleitung und Sicherungsanlagen
Die Strecke wird mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom betrieben. Die Fahrleitung entspricht grundsätzlich dem schweizerischen Normalspurnetz.
Die Haltestelle besitzt keine örtlich bedienten Weichen. Signale, Bahnübergänge und Zugfahrten werden durch die zentralen Betriebs- und Sicherungsanlagen der SZU gesteuert.
Die Zugbeeinflussung erfolgt auf dem SZU-Netz mit Signum beziehungsweise ETCS Level 1 Limited Supervision mit besonderen SZU-Ergänzungen.[3]
Bahnverkehr
Hauptartikel: Zürcher S-Bahn
S4
Die Linie S4 bildet das Grundangebot am Bahnhof Zürich Manegg.
| Linie | Streckenführung | Grundangebot |
|---|---|---|
| S4 | Zürich HB–Zürich Selnau–Zürich Giesshübel–Zürich Saalsporthalle–Zürich Brunau–Zürich Manegg–Zürich Leimbach–Sood-Oberleimbach–Adliswil–Sihlau–Wildpark-Höfli–Langnau-Gattikon–Sihlwald | Dichter Takt; ein Teil der Züge endet in Langnau-Gattikon |
Die meisten Züge verkehren zwischen Zürich und Langnau-Gattikon. Sihlwald wird in einem geringeren Takt bedient.
Von Zürich Manegg bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:
- Zürich Brunau;
- Zürich Saalsporthalle und Sihlcity;
- Zürich Giesshübel;
- Zürich Selnau;
- Zürich Hauptbahnhof;
- Zürich Leimbach;
- Adliswil;
- Langnau-Gattikon;
- Sihlwald.
Die Fahrt nach Zürich Selnau dauert im Regelbetrieb nur wenige Minuten. Der Zürcher Hauptbahnhof wird normalerweise in ungefähr zehn Minuten erreicht.
Während Bauarbeiten oder Streckensperrungen kann die S4 vorzeitig wenden. Der Online-Fahrplan enthält die jeweils gültigen Verbindungen.
SN4
In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen hält die Nacht-S-Bahn SN4 in Zürich Manegg.
| Linie | Streckenführung |
|---|---|
| SN4 | Zürich HB–Zürich Selnau–Zürich Giesshübel–Zürich Saalsporthalle–Zürich Brunau–Zürich Manegg–Zürich Leimbach–Adliswil–Langnau-Gattikon |
Die Linie verbindet das Sihltal mit dem Zürcher Nachtnetz. In Zürich bestehen Anschlüsse an weitere Nacht-S-Bahn-, Tram- und Buslinien.[2]
Busverkehr
Die Bushaltestelle Zürich, Manegg befindet sich nahe der Bahnstation. Sie wird von der städtischen Linie 70 und in den Wochenendnächten von der Linie N15 bedient.[8]
| Linie | Verbindung | Betreiber |
|---|---|---|
| 70 | Zürich, Bahnhof Wollishofen–Zürich, Manegg–Zürich, Mittelleimbach | Verkehrsbetriebe Zürich |
| N15 | Zürich, Milchbuck–Zürich, Manegg–Adliswil, Schulhaus Kopfholz | Verkehrsbetriebe Zürich beziehungsweise beauftragtes Verkehrsunternehmen |
Die Linie 70 ergänzt die S4 und erschliesst Gebiete, die nicht unmittelbar an der Bahnstrecke liegen. Sie bietet insbesondere Verbindungen zum Bahnhof Wollishofen, zu den Tramlinien am linken Zürichseeufer und nach Mittelleimbach.
Die Bushaltestelle dient bei Streckenunterbrüchen der Sihltalbahn auch als Zugang zum Bahnersatzverkehr. Die genaue Lage der Ersatzhaltestellen wird bei Bauarbeiten durch die SZU ausgeschildert.
Tarif
Zürich Manegg liegt in der ZVV-Tarifzone 110. Diese umfasst das gesamte Stadtgebiet von Zürich.
Die Zone 110 zählt bei der Preisberechnung als zwei Zonen, weil innerhalb der Stadt ein besonders dichtes öffentliches Verkehrsangebot besteht.
Mit einem gültigen ZVV-Billett für die entsprechenden Zonen können während der zeitlichen Gültigkeit grundsätzlich benutzt werden:
- S-Bahn-Züge;
- Tramlinien;
- Stadt- und Regionalbusse;
- Schiffe;
- weitere in den Verbundtarif integrierte Verkehrsmittel.
Für Fahrten ausserhalb des ZVV-Gebiets gelten der nationale Direkte Verkehr oder ergänzende Verbundtarife.
Dienstleistungen
Zürich Manegg ist eine unbediente Haltestelle. Ein Reisezentrum oder ein personell besetzter Billettschalter besteht nicht.
Billette können über:
- Billettautomaten;
- SBB Mobile;
- die ZVV-App;
- andere elektronische Vertriebskanäle
bezogen werden.
Auf dem Perron stehen Fahrgastinformationen, Sitzgelegenheiten, Witterungsschutz und Beleuchtung zur Verfügung.
Schliessfächer, eine bediente Gepäckaufgabe und grössere Bahnhofsverkaufsflächen sind nicht vorhanden. Geschäfte, Gastronomie und weitere Dienstleistungen befinden sich jedoch unmittelbar im Quartier Greencity.[9]
Barrierefreiheit
Die Haltestelle entspricht seit ihrer Erneuerung den Anforderungen des schweizerischen Behindertengleichstellungsgesetzes.[7]
Der hindernisfreie Zugang wird ermöglicht durch:
- einen 55 Zentimeter hohen Perron;
- flache Rampen an beiden Perronenden;
- taktile Sicherheitsmarkierungen;
- stufenfreie Wege aus dem Quartier;
- geeignete Einstiegsverhältnisse bei den regulären Fahrzeugen der S4;
- optische und akustische Fahrgastinformationen.
Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist grundsätzlich ein selbstständiger Ein- und Ausstieg möglich, sofern ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug eingesetzt wird.
Bei betrieblich notwendigen Ersatzfahrzeugen oder besonderen Störungen können Einschränkungen auftreten. Verbindliche Angaben enthält der elektronische Fahrplan.
Bedeutung für Greencity
Die Haltestelle gehört zu den wichtigsten Standortfaktoren des neuen Stadtteils Manegg.
Das Entwicklungskonzept setzte von Beginn an auf einen hohen Anteil des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs. Die Nähe zur S4 ermöglicht eine dichte Bebauung, ohne dass für jede Nutzung ein gleich hoher Anteil an Autoabstellplätzen geschaffen werden muss.
Der Bahnhof erschliesst:
- mehr als 700 Wohnungen;
- zahlreiche Büro- und Gewerbeflächen;
- Ausbildungs- und Arbeitsplätze;
- Hotels und Gastronomie;
- Schulen und Kindergärten;
- Alterswohnungen;
- öffentliche Plätze;
- Einkaufsmöglichkeiten.
Die direkte Verbindung zum Zürcher Hauptbahnhof macht Greencity sowohl für Bewohnerinnen und Bewohner als auch für Unternehmen attraktiv.
Der Bahnhof und der Spinnereiplatz bilden gemeinsam das verkehrliche und räumliche Zentrum des Quartiers. Die Bahn ist dadurch nicht mehr nur eine lineare Verkehrsanlage am Rand des Gebiets, sondern ein prägendes Element des öffentlichen Raums.
Spinnerei Manegg
Die ehemalige Spinnerei Manegg ist das bedeutendste erhaltene Industriegebäude im Umfeld des Bahnhofs.
Das Gebäude wurde bei der Entwicklung von Greencity nicht abgebrochen, sondern denkmalgerecht umgebaut. Neue Konstruktionen wurden in die historische Bausubstanz eingefügt, während die massiven Aussenmauern und die industrielle Erscheinung erhalten blieben.[10]
Die Spinnerei steht quer zum Sihltal und bildet zusammen mit dem Bahnhof einen gut erkennbaren Orientierungspunkt.
Ihre Erhaltung verdeutlicht den Wandel:
- vom wasserbetriebenen Industriestandort;
- zum Standort der Papierproduktion;
- zum modernen Wohn- und Dienstleistungsquartier.
Fabrikkanal Manegg
Der historische Fabrikkanal verlief vom Sihlwehr bei Leimbach durch das Gebiet Manegg in Richtung Allmend.
Er diente während rund 150 Jahren der Energiegewinnung für Industrieanlagen. Teile des Kanals wurden später eingedolt oder technisch verändert.
Die Stadt Zürich revitalisierte und sanierte den Kanal in den 2020er-Jahren. Am 6. Juni 2026 wurde die erneuerte Anlage offiziell eröffnet.[11]
Der Kanal erfüllt heute mehrere Funktionen:
- Entwässerung des Gebiets;
- Hochwasserschutz;
- Lebensraum für Pflanzen und Tiere;
- Naherholungsraum;
- Erinnerung an die industrielle Geschichte.
Ein Lehrpfad vermittelt Informationen zur Nutzung der Wasserkraft und zur ökologischen Bedeutung des Gewässers. Der Weg ist vom Bahnhof zu Fuss erreichbar.
Fuss- und Veloverkehr
Die Haltestelle ist in ein dichtes Netz von Fuss- und Velowegen eingebunden.
Wichtige Verbindungen führen:
- zum Spinnereiplatz;
- entlang der Sihl;
- nach Zürich Leimbach;
- in Richtung Allmend Brunau;
- zum Entlisberg;
- zum Bahnhof Wollishofen;
- durch das Quartier Greencity;
- zu den Schul- und Sportanlagen.
Die Rampenzugänge zum Perron können auch mit Velos benutzt werden. Das Fahren auf dem Perron ist jedoch nicht gestattet.
Die Sihlwege bilden eine weitgehend vom motorisierten Verkehr getrennte Nord-Süd-Verbindung für Freizeit- und Alltagsverkehr.
Städtische Entwicklung
Das Gebiet Manegg gehört zu den grössten Umnutzungen eines ehemaligen Industriegebiets in der Stadt Zürich.
Die Planung verfolgte das Ziel, Wohnen und Arbeiten räumlich zu verbinden. Dadurch sollen viele Wege kurz bleiben und zu Fuss, mit dem Velo oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden können.
Die Station beeinflusste die Bebauungsstruktur unmittelbar. Höhere Dichten und publikumsorientierte Nutzungen wurden vor allem in ihrer Umgebung angeordnet.
Der Bahnhof ist über den Spinnereiplatz mit den wichtigsten Quartierwegen verbunden. Erdgeschossnutzungen, Geschäfte und Gastronomie sollen zur Belebung des öffentlichen Raums beitragen.
Mit der Fertigstellung weiterer Wohnprojekte, darunter altersgerechte Wohnungen, nimmt die Vielfalt der Bewohnerinnen und Bewohner weiter zu.
Betrieb und Kapazität
Die eingleisige Strecke bei Manegg begrenzt die Zahl der möglichen Züge. Da in der Haltestelle kein Kreuzungsgleis besteht, müssen die Fahrpläne auf die Kreuzungsmöglichkeiten in benachbarten Bahnhöfen abgestimmt werden.
Für den stabilen Betrieb sind insbesondere die Doppelspurabschnitte und Kreuzungsstellen in:
- Zürich Brunau;
- Zürich Saalsporthalle;
- Zürich Leimbach;
- Adliswil;
- Langnau-Gattikon
von Bedeutung.
Verspätungen können sich auf der eingleisigen Strecke auf entgegenkommende Züge übertragen. Die SZU plant deshalb langfristig zusätzliche Doppelspurabschnitte und modernere Sicherungsanlagen.
Künftige Entwicklung der Sihltalbahn
Die SZU erwartet auf ihren Bahn- und Buslinien ein weiteres starkes Wachstum der Fahrgastzahlen.
Zu den geplanten oder laufenden Projekten gehören:
- neue Fahrzeuge für die Linie S4;
- Ausbau des SZU-Bahnhofs im Zürcher Hauptbahnhof;
- zusätzliche Doppelspurabschnitte;
- Modernisierung der Stellwerke und Zugbeeinflussung;
- weitere hindernisfreie Bahnhofumbauten;
- langfristige Verdichtung des Fahrplans;
- bessere Kundeninformationssysteme.
Für die Sihltalbahn ist langfristig ein dichterer Takt vorgesehen. Zusätzliche Doppelspurabschnitte bei Brunau, Leimbach und Wildpark-Höfli sollen die Voraussetzungen dafür schaffen.[12]
Da Zürich Manegg bereits einen 160 Meter langen und hindernisfreien Perron besitzt, ist die Haltestelle grundsätzlich für längere moderne Zugskompositionen vorbereitet.
Die eingleisige Lage bleibt jedoch ein betrieblicher Engpass. Ein unmittelbarer Doppelspurausbau im Bereich der Station ist nach dem veröffentlichten Projektstand nicht vorgesehen.
Verkehrliche Bedeutung
Zürich Manegg erfüllt mehrere Funktionen:
- Quartierbahnhof für Greencity und den südlichen Teil Wollishofens;
- Zugang zum Zürcher Stadtzentrum;
- Umsteigepunkt zwischen S4 und Buslinie 70;
- Station für Pendlerinnen und Pendler nach Adliswil und ins Sihltal;
- Ausgangspunkt für Fuss- und Velowege an der Sihl;
- Ersatzverkehrspunkt bei Streckenunterbrüchen;
- wichtiger Bestandteil des autoarmen Mobilitätskonzepts von Greencity.
Die Haltestelle zeigt beispielhaft, wie eine historisch entstandene Vorortsbahn in die Entwicklung eines neuen, dicht bebauten Stadtquartiers integriert werden kann.
Eisenbahngeschichtliche Bedeutung
Der Bahnhof Zürich Manegg dokumentiert mehrere Phasen der Zürcher Verkehrs- und Stadtentwicklung:
- den Bau privater Vorortsbahnen im 19. Jahrhundert;
- die Erschliessung von Industriegebieten durch die Eisenbahn;
- die Elektrifizierung des Regionalverkehrs;
- den Zusammenschluss von Sihltal- und Uetlibergbahn;
- die Einführung der Zürcher S-Bahn;
- den Niedergang traditioneller Industrieareale;
- die Umwandlung ehemaliger Fabrikflächen in neue Stadtquartiere;
- den hindernisfreien Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
Von der ursprünglichen Haltestellenanlage ist nach dem Umbau von 2021 nur wenig sichtbar. Die Lage an derselben Bahnstrecke und die Beziehung zur ehemaligen Spinnerei erinnern jedoch weiterhin an die industrielle Entstehung des Standorts.
Siehe auch
- Wollishofen
- Manegg
- Greencity
- Sihltalbahn
- Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
- Zürcher S-Bahn
- S-Bahn-Linie S4
- Bahnhof Zürich Brunau
- Bahnhof Zürich Leimbach
- Bahnhof Zürich Giesshübel
- Bahnhof Zürich Selnau
- Spinnerei Manegg
- Burg Manegg
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Zürich Manegg bei den Schweizerischen Bundesbahnen
- Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
- Bahn- und Buslinien in Zürich Manegg
- Fahrplan der S-Bahn-Linie S4
- Entwicklungsplanung Manegg
- Spinnerei Manegg
- Fabrikkanal Spinnerei Manegg
Einzelnachweise
- ↑ S4 Zürich HB–Sihlwald, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 SN4 Zürich HB–Adliswil–Langnau-Gattikon, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Network Statement 2027, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, 13. Januar 2026, Abschnitt 9.1.3, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Die Geschichte der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Manegg: Ein neues Stadtquartier im Süden Zürichs, Stadt Zürich, 17. Dezember 2008, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 SZU erneuert Haltestelle Zürich Manegg, Bahnonline.ch nach Informationen der SZU, 17. März 2021, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Hindernisfreies Reisen auf dem Netz der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, 27. November 2023, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürich, Manegg, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof Zürich Manegg, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Spinnerei Manegg, Spinnereiplatz 1/2, Denkmalpflege der Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Eröffnung Fabrikkanal Spinnerei Manegg, Stadt Zürich, 6. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Unsere Zukunftsformel, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Zürich Manegg