Bahnhof Wädenswil
| Bahnhof Wädenswil | |
|---|---|
| Bahnhofstyp | Trennungs-, Anschluss- und Durchgangsbahnhof |
| Gemeinde | Wädenswil |
| Kanton | Zürich |
| Eröffnung | 20. September 1875 |
| Heutiges Aufnahmegebäude | 1931–1932 |
| Inbetriebnahme des Neubaus | 29. Oktober 1932 |
| Betreiberinnen | SBB, SOB |
| Bahnstrecken | Linksufrige Zürichseebahn Wädenswil–Einsiedeln |
| Perrongleise | 5 |
| Gleisnummern | 1, 2, 3, 8 und 9 |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | rund 408 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | WAE |
| IBNR | 8503206 |
| Tarifzone | 150 (ZVV) |
| S-Bahn-Linien | S2, S8, S13, S25 |
| Nachtverkehr | SN8, N28 |
| Buslinien | 121, 122, 123, 125, 126, 127, 128, 129, 150, 160 |
| Reisende | über 20'000 pro Tag |
| Adresse | Bahnhofplatz, 8820 Wädenswil |
| Website | Bahnhof Wädenswil bei den SBB |
Der Bahnhof Wädenswil ist ein bedeutender Eisenbahnknoten in der Stadt Wädenswil am linken Ufer des Zürichsees. Er liegt an der linksufrigen Zürichseebahn zwischen Horgen und Richterswil. Gleichzeitig ist er Ausgangspunkt der von der Schweizerischen Südostbahn betriebenen Bahnstrecke über Samstagern und Biberbrugg nach Einsiedeln.
Der Bahnhof wird von den Linien S2, S8, S13 und S25 der S-Bahn Zürich bedient. Hinzu kommt die Nacht-S-Bahn SN8. Die S2, S8 und S25 verkehren auf der Hauptstrecke entlang des Zürichsees, während die S13 in Wädenswil beginnt beziehungsweise endet und über die steile Strecke nach Einsiedeln fährt.[1]
Mit täglich mehr als 20'000 Reisenden gehört Wädenswil zu den meistbenutzten Regionalbahnhöfen im Kanton Zürich. Er dient als Umsteigepunkt zwischen SBB- und SOB-Zügen, zahlreichen Buslinien, dem Fuss- und Veloverkehr sowie der nahe gelegenen Zürichsee-Schifffahrt. Die SBB rechnen mittelfristig mit einer Zunahme der Ein- und Aussteigenden um rund einen Drittel und planen deshalb einen umfassenden Ausbau der Anlage.[2]
Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1931 und 1932 nach Plänen des Architekten Alfred Fehr errichtet. Es ersetzte den ersten Bahnhof der Schweizerischen Nordostbahn von 1875. Der Bahnhof und seine Umgebung bilden eine zentrale Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Seeufer.
Lage
Der Bahnhof liegt unmittelbar am Zürichsee zwischen dem historischen Stadtzentrum und dem Seeplatz. Die Gleise der linksufrigen Zürichseebahn verlaufen annähernd von Nordwesten nach Südosten parallel zum Ufer.
In Richtung Nordwesten führt die Strecke über Au, Horgen, Thalwil und Zürich Enge zum Zürich Hauptbahnhof. Südöstlich des Bahnhofs verläuft sie über Richterswil und Pfäffikon SZ weiter in Richtung Ziegelbrücke, Chur und Glarnerland.
Die Strecke der Südostbahn zweigt am südöstlichen Ende der Station von der Zürichseebahn ab. Sie steigt in mehreren Kurven über Burghalden und Samstagern nach Schindellegi-Feusisberg und Biberbrugg an. Von dort führt sie weiter nach Einsiedeln.
Das Aufnahmegebäude steht auf der bergseitigen Seite der Anlage am Bahnhofplatz. Zwischen dem Gebäude und dem See befinden sich die Gleise, Perrons, Unterführungen und der Seeplatz.
Der historische Stadtkern mit der reformierten Kirche, der katholischen Kirche, dem Stadthaus und den Einkaufsstrassen liegt westlich und südwestlich des Bahnhofs. Die Schiffstation Wädenswil befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt.
Die Bahnlinie bildet seit ihrer Eröffnung eine bauliche Barriere zwischen Stadt und See. Mehrere Unterführungen verbinden deshalb das Zentrum, den Bahnhof, den Seeplatz und die Schiffsanlegestelle miteinander.
Funktion im Bahnnetz
Wädenswil ist gleichzeitig Durchgangs-, Trennungs-, Anschluss- und Endbahnhof.
Auf der linksufrigen Zürichseebahn verkehren S-Bahn-, Regional-, Fern- und Güterzüge. Die regelmässig haltenden Personenzüge gehören überwiegend zur S-Bahn Zürich. Fernverkehrszüge durchfahren die Station in der Regel ohne Halt.
Für die Südostbahn ist Wädenswil ein Endbahnhof. Die Züge der S13 beginnen beziehungsweise beenden hier ihre Fahrt. Die SOB-Strecke mündet in einem spitzen Winkel in die Hauptstrecke am Zürichsee.
Die Lage der Gleise ermöglicht Anschlüsse zwischen der S13 aus Einsiedeln und den SBB-Verbindungen in Richtung Zürich, Pfäffikon, Ziegelbrücke und Glarnerland. Aufgrund der historisch gewachsenen Anlage sind die Umsteigewege jedoch teilweise eng oder mit einem Perronwechsel verbunden.
Der Bahnhof ist zudem eine betriebliche Verknüpfungsstelle zwischen den Infrastrukturnetzen von SBB und SOB. Fahrleitungen, Sicherungsanlagen und Fahrstrassen müssen den Betrieb beider Bahnunternehmen ermöglichen.
Geschichte
Verkehr vor dem Eisenbahnbau
Vor dem Bau der Eisenbahn erfolgte der Personen- und Güterverkehr zwischen Wädenswil und Zürich hauptsächlich über die Landstrasse und den Zürichsee.
Die Schifffahrt besass für Wädenswil eine besondere Bedeutung. Segelschiffe, Ledischiffe und später Dampfschiffe transportierten Personen, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Textilien, Baumaterialien und weitere Güter.
Die 1835 aufgenommene Dampfschifffahrt verkürzte die Reisezeiten auf dem See. Dennoch blieb der Verkehr von Wetter, Fahrplänen und den begrenzten Kapazitäten der Schiffe abhängig.
Wädenswil entwickelte sich im 19. Jahrhundert von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem Industrie- und Gewerbestandort. Textilbetriebe, Brauereien, Gerbereien, Mühlen und weitere Unternehmen benötigten leistungsfähigere Transportverbindungen.
Planung der linksufrigen Zürichseebahn
Über den Bau einer Eisenbahn am linken Zürichseeufer wurde während mehrerer Jahrzehnte diskutiert. Unterschiedliche Bahnunternehmen, Gemeinden und Interessengruppen stritten über Linienführung, Finanzierung und Anschlüsse.
Die Schweizerische Nordostbahn entschied sich schliesslich für eine Strecke von Zürich über Thalwil, Horgen, Wädenswil, Richterswil, Pfäffikon SZ und Ziegelbrücke nach Näfels.
Die Bahn sollte die Ortschaften am linken Seeufer mit Zürich verbinden und zugleich eine wichtige Zufahrt in Richtung Glarus, Graubünden und Ostschweiz schaffen.
In Wädenswil wurde der Bahnhof auf aufgeschüttetem beziehungsweise ufernahem Gelände vor dem bestehenden Hafen- und Hotelquartier angelegt. Die Lage bot eine verhältnismässig geradlinige Streckenführung, trennte das Dorf jedoch vom See.
Eröffnung 1875
Am 20. September 1875 nahm die Nordostbahn die linksufrige Zürichseebahn von Zürich über Wädenswil und Ziegelbrücke nach Näfels in Betrieb.[3]
Der erste fahrplanmässige Betrieb umfasste nur wenige tägliche Zugverbindungen. Einer der Schnellzüge hielt zwischen Zürich und Richterswil nur in Zürich Enge und Wädenswil.
Der neue Bahnhof verbesserte die Verbindung nach Zürich erheblich. Gleichzeitig erhielt Wädenswil direkte Bahnanschlüsse nach Pfäffikon, Ziegelbrücke und ins Glarnerland.
Die Eisenbahn wurde rasch zu einer wichtigen Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie erleichterte den Transport von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen und ermöglichte einer zunehmenden Zahl von Einwohnern das Pendeln.
Erster Bahnhof der Nordostbahn
Das ursprüngliche Aufnahmegebäude wurde 1874 und 1875 nach einem Einheitsplan der Schweizerischen Nordostbahn errichtet.
Es war weitgehend baugleich mit den ersten Stationsgebäuden in Horgen und Richterswil. Der zweigeschossige Bau besass ein Satteldach und dekorative Holzelemente im sogenannten Laubsägelistil.
Auf drei Gebäudeseiten befanden sich Vordächer. Eigentliche überdachte Zwischenperrons bestanden zunächst nicht. Reisende gelangten teilweise über die Gleise zu ihren Zügen.
Das Gebäude enthielt:
- Billettschalter;
- Stationsbüro;
- Wartesäle;
- Gepäckabfertigung;
- Räume für den Bahnbetrieb;
- Wohnungen für Bahnpersonal.
Neben dem Bahnhof standen ein Aborthäuschen und ein Güterschuppen. Der Güterschuppen der ersten Bahnhofanlage ist erhalten geblieben, wird jedoch nicht mehr für den Eisenbahnbetrieb genutzt.[4]
Wädenswil-Einsiedeln-Bahn
Bereits in den 1860er-Jahren entstand die Idee einer Eisenbahnverbindung von Wädenswil über den Zimmerberg nach Einsiedeln.
Die Strecke sollte den Wallfahrtsort Einsiedeln mit dem Zürichsee und dem Netz der Nordostbahn verbinden. Sie sollte zugleich die hoch gelegenen Gemeinden des Kantons Schwyz erschliessen.
Aufgrund der starken Steigungen schlug der Zürcher Kantonsingenieur Kaspar Wetli ein besonderes Reibungs- und Walzenradsystem vor. Zwischen den Fahrschienen sollte eine zusätzliche Schiene beziehungsweise ein Walzenmechanismus die Kraftübertragung verbessern.
Die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn begann 1871 mit dem Bau. Finanzielle Schwierigkeiten, mangelhafte Verträge und technische Probleme verzögerten die Fertigstellung.
Für den Anschluss der neuen Strecke musste der Bahnhof Wädenswil bereits kurz nach seiner Eröffnung erweitert werden. Ein Teil der Anlagen wurde gemeinsam von Nordostbahn und Wädenswil-Einsiedeln-Bahn genutzt.
Eisenbahnunfall von 1876
Am 30. November 1876 fand eine wichtige Probefahrt des Wetli-Systems statt. Die Bergfahrt von Wädenswil nach Schindellegi verlief zunächst erfolgreich.
Bei der anschliessenden Talfahrt wurde das Walzensystem nicht verwendet. Die Bremsen des Probezuges vermochten dessen Geschwindigkeit nicht ausreichend zu kontrollieren.
Der Zug geriet auf der steilen Strecke ausser Kontrolle und erreichte Wädenswil mit sehr hoher Geschwindigkeit. Bei der Einfahrt in den Bahnhof entgleisten beziehungsweise zerschellten Fahrzeuge der Zugskomposition.
Bei dem Unfall kamen 22 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Das Ereignis gehörte zu den schwersten Eisenbahnunfällen der damaligen Schweiz.
Nach dem Unfall verzichtete die Gesellschaft auf das Wetli-System. Die Strecke wurde als gewöhnliche Adhäsionsbahn fertiggestellt, obwohl sie Steigungen von bis zu 50 Promille aufweist.
Eröffnung der Strecke nach Einsiedeln
Am 1. Mai 1877 wurde die Bahnstrecke Wädenswil–Einsiedeln eröffnet.[5]
Wegen des schweren Unfalls im Vorjahr wurde auf grosse Eröffnungsfeierlichkeiten verzichtet. Der erste Fahrplan umfasste vier Zugpaare mit einer Fahrzeit von ungefähr einer Stunde und zehn Minuten.
Die Strecke entwickelte sich wirtschaftlich besser als viele andere kleinere Privatbahnen. Sie beförderte Pilger, Ausflügler, Einwohner der Berggemeinden sowie landwirtschaftliche und gewerbliche Güter.
Wädenswil wurde damit zum Umsteigebahnhof zwischen der Nordostbahn und der Wädenswil-Einsiedeln-Bahn. Die Station gewann eine regionale Bedeutung, die über die Grösse der damaligen Gemeinde hinausging.
Entstehung der Südostbahn
Die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn strebte zusammen mit weiteren Gesellschaften eine Verbindung zur Gotthardbahn an.
1889 wurde die Fusion mit der Zürichsee-Gotthardbahn und verschiedenen Initiativkomitees vereinbart. Am 1. Januar 1890 ging die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn in der neu gegründeten Schweizerischen Südostbahn auf.
Die Südostbahn eröffnete 1891 die Verbindungen von Pfäffikon SZ nach Samstagern und von Biberbrugg nach Arth-Goldau. Damit entstand eine durchgehende Bahnverbindung vom Zürichsee zur Gotthardbahn.
Wädenswil blieb der nördliche Endpunkt des ursprünglichen Streckenastes nach Einsiedeln. Der Bahnhof war nun ein gemeinsamer Verkehrsknoten der Nordostbahn und der Südostbahn.
Bedeutung im internationalen Verkehr
Wädenswil entwickelte sich im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer der bedeutenderen Stationen der Nordostbahn.
1884 wurde ein Schnellzug auf der Verbindung Paris–Wien eingeführt, der in der Schweiz unter anderem in Basel, Brugg, Zürich, Wädenswil, Weesen und Buchs hielt.
Der Bahnhof nahm zeitweise sowohl beim Personenverkehr als auch beim Güterumschlag eine hohe Stellung unter den Stationen der Nordostbahn ein.[6]
Seine Bedeutung beruhte auf mehreren Faktoren:
- dem Anschluss an die Südostbahn;
- der Lage zwischen Zürich und Ziegelbrücke;
- der örtlichen Industrie;
- dem Güterverkehr;
- dem Pilger- und Ausflugsverkehr nach Einsiedeln;
- den Verbindungen zur Zürichsee-Schifffahrt.
Übergang an die SBB
Am 1. Januar 1902 wurde die Schweizerische Nordostbahn verstaatlicht. Ihre Strecke und ihr Anteil am Bahnhof Wädenswil gingen an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.
Die Südostbahn blieb eine private Eisenbahngesellschaft. Der Bahnhof wurde deshalb weiterhin von zwei Bahnunternehmen und verschiedenen betrieblichen Interessen geprägt.
Die SBB modernisierten die Zürichseebahn und den Bahnhof schrittweise. Die zunehmende Zahl von Personen-, Schnell- und Güterzügen führte jedoch schon bald zu Kapazitätsproblemen.
Ausbaupläne im frühen 20. Jahrhundert
Bereits wenige Jahrzehnte nach der Eröffnung genügte die erste Bahnhofanlage den Anforderungen nicht mehr.
Die Perrons waren schmal, die Zugänge führten teilweise über Gleise und die bestehenden Gebäude boten zu wenig Platz. Zugleich nahm der Strassenverkehr zwischen dem Ortszentrum und dem See zu.
Während mehr als 25 Jahren wurden verschiedene Ausbauvarianten untersucht. Zeitweise bestand sogar die Idee, Bahnlinie und Bahnhof vom Seeufer in das höher gelegene Oberdorf zu verlegen.
Eine solche Verlegung hätte die Verbindung zwischen Stadt und See verbessert, wäre jedoch technisch aufwendig und sehr teuer gewesen. Sie wurde deshalb nicht verwirklicht.
Stattdessen beschlossen die SBB, den bestehenden Bahnhof am See umfassend neu zu ordnen und das Aufnahmegebäude in Richtung Zürich zu verschieben.
Neubau 1931 und 1932
Das heutige Aufnahmegebäude entstand 1931 und 1932 nach Plänen des Architekten Alfred Fehr beziehungsweise des Baubüros der SBB-Kreisdirektion III.
Am 29. Oktober 1932 nahmen die SBB den neuen Bahnhof in Betrieb.[7]
Zum Projekt gehörten:
- ein neues Aufnahmegebäude;
- neu geordnete Perrons und Gleise;
- Perrondächer;
- eine Personenunterführung;
- verbesserte Zugänge;
- ein neues Abort- und Nebengebäude;
- Anpassungen des Bahnhofplatzes.
Mit der Eröffnung der Unterführung wurde der alte Niveauübergang beim Engel aufgehoben. Reisende und Fussgänger konnten die Bahnlinie nun unterqueren.
Der erste Bahnhof von 1875 blieb während der Bauzeit bestehen und wurde 1934 abgebrochen.
Architektur des heutigen Aufnahmegebäudes
Das Aufnahmegebäude ist ein länglicher, mehrgeschossiger Bau mit einem flach geneigten Walmdach.
Die Architektur verbindet eine sachliche Gestaltung der Zwischenkriegszeit mit zurückhaltenden traditionellen Elementen. Die langgestreckte Fassade ist horizontal gegliedert und auf den Bahnhofplatz ausgerichtet.
Im Erdgeschoss befanden sich ursprünglich:
- Schalterhalle;
- Billett- und Gepäckschalter;
- Wartesäle;
- Diensträume;
- Bahnhofbuffet beziehungsweise Verkaufseinrichtungen;
- Zugänge zur Personenunterführung.
Die oberen Geschosse enthielten Büros, Personalräume und Wohnungen.
Das Gebäude bildet gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Kronenblock und dem Bahnhofplatz ein städtebauliches Ensemble der frühen 1930er-Jahre.
Die damalige Planung sah ein weit grösseres neues Bahnhofquartier vor. Von diesem Konzept wurden jedoch nur einzelne Gebäude und Platzbereiche verwirklicht.
Elektrischer Betrieb
Die Strecken am linken Zürichseeufer und nach Einsiedeln wurden im Rahmen der allgemeinen Elektrifizierung des schweizerischen Eisenbahnnetzes auf elektrischen Betrieb umgestellt.
Seither werden sie mit Einphasenwechselstrom von 15 Kilovolt und einer Frequenz von heute 16,7 Hertz betrieben.
Die elektrischen Fahrzeuge ermöglichten auf der steilen SOB-Strecke eine bessere Beschleunigung und einen leistungsfähigeren Betrieb. Dampflokomotiven wurden im regulären Verkehr schrittweise verdrängt.
Die unterschiedlichen Eigentums- und Betriebsverhältnisse von SBB und SOB blieben trotz der gemeinsamen technischen Grundstandards bestehen.
Unterführung von 1961 und 1962
Mit der Zunahme des Automobilverkehrs wurde die Seestrasse zu einer zusätzlichen Barriere zwischen Zentrum und See.
1961 und 1962 entstand deshalb eine neue Fussgängerunterführung. Sie wurde mit der bestehenden Bahnhofunterführung verbunden und schuf eine vom Strassenverkehr unabhängige Verbindung zum Seeplatz.
Der Bahnhof entwickelte sich dadurch zu einem wichtigen Durchgangsort für Personen, die nicht mit der Bahn reisten, sondern zwischen Stadtzentrum, Seeufer und Schiffstation unterwegs waren.
Busbahnhof und Bahnhofplatz
Mit dem Ausbau des regionalen Busverkehrs gewann der Bahnhofplatz als Umsteigeknoten an Bedeutung.
1989 gestaltete die Stadt Wädenswil den Bahnhofplatz zum Busbahnhof um. Die Haltekanten wurden so angeordnet, dass kurze Wege zu den Bahnperrons entstanden.
2011 und 2012 erhielt der Busbahnhof ein auffälliges Schutzdach. Die geschwungene, transparente Konstruktion wird wegen ihrer Form als Welle bezeichnet.
Das Dach schützt die wartenden Fahrgäste und bildet zugleich ein modernes architektonisches Zeichen vor dem historischen Bahnhofgebäude.
S-Bahn Zürich
Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf. Wädenswil wurde in das einheitliche Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.
Der Taktverkehr und die Durchbindungen nach Zürich, Flughafen, Winterthur, Pfäffikon und Ziegelbrücke erhöhten die Attraktivität des Bahnhofs erheblich.
Die Zahl der Pendler nahm weiter zu. Gleichzeitig gewann Wädenswil als Wohn-, Bildungs- und Arbeitsstandort innerhalb der Zürcher Agglomeration an Bedeutung.
Die Linien und Endpunkte änderten sich seit 1990 mehrfach. Die grundlegende Funktion als Knoten zwischen der Zürichseebahn und der Strecke nach Einsiedeln blieb jedoch erhalten.
Umbau 2011 bis 2013
Zwischen 2011 und 2013 wurden Teile des Bahnhofs und seines Umfelds erneuert.
Das Aufnahmegebäude wurde renoviert und im Inneren neu organisiert. Verkauf, Dienstleistungen und gewerbliche Nutzungen erhielten zeitgemässe Räume.
Ein neuer Erschliessungsbereich verbesserte die Verbindung zwischen Bahnhofplatz, Unterführung und Perrons. Gleichzeitig entstanden beziehungsweise erneuerten die Beteiligten Veloabstellplätze, Beleuchtung und öffentliche Räume.
Die Massnahmen verbesserten die Situation, beseitigten jedoch nicht alle Engpässe. Insbesondere die Perrons und Unterführungen blieben für die hohe Zahl von Reisenden teilweise zu schmal.
Bahnhofsanlage
Der Bahnhof besitzt gegenwärtig fünf regelmässig für den Personenverkehr genutzte Perrongleise.
Die SBB-Züge verkehren hauptsächlich auf den Gleisen 1, 2 und 3. Die SOB benutzt die Gleise 8 und 9 beziehungsweise die für ihre Strecke vorgesehenen Stumpf- und Anschlussgleise.
| Gleisbereich | Betreiberin | Hauptfunktion |
|---|---|---|
| Gleis 1 | SBB | Züge der Zürichseebahn, insbesondere in Richtung Zürich |
| Gleis 2 | SBB | Züge in Richtung Pfäffikon SZ, Ziegelbrücke und Glarnerland |
| Gleis 3 | SBB | Ergänzendes Personen-, Überhol- und Betriebsgleis |
| Gleis 8 | SOB | S13 und betriebliche Nutzung |
| Gleis 9 | SOB | Endgleis der S13 aus beziehungsweise nach Einsiedeln |
Die tatsächliche Gleisbelegung kann je nach Fahrplan, Bauarbeiten und Betriebslage wechseln. Massgebend sind die Anzeigen und Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof.
Das bergseitige Perron wird von SBB- und SOB-Zügen gemeinsam genutzt. Dadurch sind einzelne Anschlüsse ohne Unterquerung der Gleise möglich.
Ein Mittelperron erschliesst die weiteren SBB-Gleise. Die Perrons sind über Unterführungen, Treppen, Rampen und teilweise Lifte erreichbar.
Die Bahnhofanlage umfasst ausserdem:
- Durchfahr- und Nebengleise;
- Weichenverbindungen zwischen SBB und SOB;
- Fahrleitungs- und Signalanlagen;
- Diensträume;
- Technikgebäude;
- Veloabstellanlagen;
- den Busbahnhof;
- Verkaufs- und Dienstleistungsflächen.
Personenverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 halten die Linien S2, S8, S13 und S25 in Wädenswil.[1]
| Linie | Verbindung über Wädenswil | Funktion |
|---|---|---|
| S2 | Zürich Flughafen – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Thalwil – Horgen – Wädenswil – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke | Schnelle Verbindung nach Zürich, zum Flughafen und in Richtung Ziegelbrücke |
| S8 | Winterthur – Wallisellen – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Thalwil – Horgen – Wädenswil – Richterswil – Pfäffikon SZ | Grundangebot am linken Zürichseeufer und Direktverbindung nach Winterthur |
| S13 | Wädenswil – Burghalden – Samstagern – Schindellegi-Feusisberg – Biberbrugg – Einsiedeln | Hauptlinie der SOB-Strecke nach Einsiedeln |
| S25 | Zürich HB – Wädenswil – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke – Glarus – Schwanden – Linthal | Schnelle Verbindung nach Zürich und ins Glarnerland |
S2
Die S2 verbindet Wädenswil mit Zürich Hauptbahnhof, Zürich Oerlikon und dem Flughafen Zürich.
In südöstlicher Richtung fährt sie über Richterswil, Pfäffikon SZ, Lachen und Siebnen-Wangen nach Ziegelbrücke.
Die Linie bedient weniger Zwischenstationen als die S8 und besitzt deshalb eine wichtige Funktion für längere Pendler- und Flughafenfahrten.
S8
Die S8 bildet das wichtigste Grundangebot entlang des linken Zürichseeufers.
Sie verbindet Wädenswil über Horgen, Thalwil, Zürich Enge und Zürich Hauptbahnhof mit Oerlikon, Wallisellen und Winterthur.
In der Gegenrichtung fährt sie über Richterswil nach Pfäffikon SZ. Sie bedient mehr Stationen als die S2 und übernimmt einen grossen Teil des lokalen Verkehrs zwischen den Seegemeinden.
S13
Die S13 wird von der Schweizerischen Südostbahn betrieben. Sie beginnt beziehungsweise endet in Wädenswil.
Von der Station steigt die Strecke über Burghalden nach Samstagern an. Danach führt sie über Schindellegi-Feusisberg und Biberbrugg nach Einsiedeln.
Die Linie erschliesst Wohn-, Arbeits- und Ausflugsgebiete im Kanton Schwyz. Sie besitzt zudem grosse Bedeutung für den Pilger- und Freizeitverkehr nach Einsiedeln.
Auf der steilsten Strecke zwischen Wädenswil und Samstagern werden moderne elektrische Triebzüge der Südostbahn eingesetzt.
S25
Die S25 ist eine beschleunigte S-Bahn-Verbindung zwischen Zürich und dem Glarnerland.
Sie hält zwischen Zürich Hauptbahnhof und Wädenswil nur an ausgewählten Stationen. Südöstlich von Wädenswil fährt sie über Pfäffikon SZ und Ziegelbrücke nach Glarus, Schwanden und Linthal.
Die Linie ist für Pendler, Studierende, Ausflügler und den Tourismus im Glarnerland von Bedeutung.
Nachtverkehr
In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird Wädenswil durch die Nacht-S-Bahn SN8 bedient.
| Linie | Verbindung |
|---|---|
| SN8 | Zürich – Thalwil – Horgen – Wädenswil – Richterswil – Pfäffikon SZ beziehungsweise Lachen SZ |
| N28 | Wädenswil, Bahnhof – Schönenberg – Hütten, Schöntal |
Die genauen Linienführungen und Endpunkte können sich zwischen den einzelnen Nachtverbindungen unterscheiden.
Busverkehr
Der Busbahnhof trägt die offizielle Haltestellenbezeichnung Wädenswil, Bahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 wird er von zahlreichen städtischen und regionalen Linien bedient.[8]
| Linie | Hauptverbindung beziehungsweise Funktion |
|---|---|
| 121 | Wädenswil – Au ZH – Horgen – Horgen, Spital |
| 122 | Erschliessung von Au und Wädenswil bis Hintere Rüti West |
| 123 | Stadtbus-Rundlinie über Gulmenmatt und Campus Grüental |
| 125 | Stadtbusverbindung innerhalb Wädenswils |
| 126 | Bahnhof – Campus Grüental – Hangenmoos – Hintere Rüti West |
| 127 | Stadtbus-Rundlinie innerhalb Wädenswils |
| 128 | Bahnhof – Hintere Rüti – Neubühl – Feld |
| 129 | Bahnhof – Campus Reidbach |
| 150 | Wädenswil – Au ZH – Horgen, Bahnhof |
| 160 | Wädenswil – Schönenberg – Hütten, Schöntal |
| N28 | Nachtbus nach Schönenberg und Hütten |
Die Linien 121 und 150 stellen zusätzliche Verbindungen entlang des linken Zürichseeufers her. Sie erschliessen Gebiete, die weiter von der Bahnlinie entfernt liegen.
Die Stadtbuslinien verbinden den Bahnhof mit Wohnquartieren, Schulen, Einkaufsgebieten und den Standorten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Die Linie 160 erschliesst die höher gelegenen Ortsteile Schönenberg und Hütten, die seit 2019 zur politischen Gemeinde Wädenswil gehören.
Zürichsee-Schifffahrt
Die Schiffstation Wädenswil liegt südöstlich des Bahnhofs am Seeplatz.
Sie wird von Kursschiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bedient. Je nach Fahrplan bestehen Verbindungen nach Zürich, Horgen, Männedorf, Stäfa, Richterswil und zu weiteren Orten am See.
Bahn- und Schiffsverkehr ergänzen sich insbesondere im Freizeit- und Ausflugsverkehr. Der kurze Fussweg zwischen Bahnhof und Schiffstation ermöglicht kombinierte Rundfahrten.
Die Nähe von Eisenbahn, Busbahnhof und Schiffstation erinnert an die historische Bedeutung Wädenswils als Hafen- und Verkehrsort.
Tarif
Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 150.
Die Zone umfasst Wädenswil und Teile der angrenzenden Region. Für Fahrten nach Zürich, Pfäffikon SZ, Einsiedeln oder ins Glarnerland werden zusätzliche Zonen beziehungsweise Billette des nationalen Direkten Verkehrs benötigt.
Mit einem gültigen ZVV-Zonenbillett dürfen Reisende innerhalb der gelösten Zonen grundsätzlich alle integrierten Bahn-, Bus-, Tram- und Schiffsverbindungen benutzen.
Für die grenzüberschreitenden Fahrten zwischen ZVV, Tarifverbund Schwyz und weiteren Regionen gelten Z-Pass- oder nationale Tarifangebote.
Dienstleistungen
Wädenswil besitzt weiterhin ein bedientes SBB-Reisezentrum. Angeboten werden unter anderem:
- Billette und Abonnemente;
- Beratung zu nationalen und internationalen Reisen;
- Freizeitangebote;
- Gepäckaufgabe;
- Fundservice;
- Geldwechsel;
- Western-Union-Dienstleistungen.
Zum Bahnhof gehören ausserdem:
- Billettautomaten;
- Schliessfächer;
- öffentliche Toiletten;
- SBB-WLAN;
- Avec-Geschäft;
- Kiosk;
- Brezelverkauf;
- medizinische Dienstleistungen;
- weitere kleinere Verkaufs- und Dienstleistungsangebote.[9]
Die Velostation besitzt 240 Plätze. Hinzu kommen mindestens 64 weitere gedeckte Veloabstellplätze.
P+Rail-Parkplätze und Mobility-Fahrzeuge ergänzen das Angebot für den kombinierten Verkehr.
Hindernisfreiheit
Die historisch gewachsene Bahnhofsanlage ist nur teilweise hindernisfrei.
Einzelne Perrons sind über Lifte und stufenfreie Wege erreichbar. Andere Zugänge und die Bahnsteighöhen entsprechen noch nicht vollständig den aktuellen Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.
Insbesondere beim Umsteigen zwischen SBB- und SOB-Zügen können längere Wege durch die Unterführung erforderlich sein.
Die SBB erneuerten 2025 den Lift zum Mittelperron beziehungsweise stellten eine Ersatzlösung bereit. Die vollständige hindernisfreie Erschliessung soll im Rahmen des geplanten Grossausbaus erfolgen.
Aktuelle Angaben zur Zugänglichkeit einzelner Verbindungen sind im elektronischen Fahrplan und in der Anwendung SBB Inclusive verfügbar.
Ausbau des Bahnhofs
Die SBB planen im Auftrag des Bundes einen umfassenden Ausbau des Bahnhofs Wädenswil.
Das Projekt gehört zum strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur und zum Ausbauschritt 2035. Es soll die steigenden Fahrgastzahlen bewältigen, die Sicherheit erhöhen und die Anschlüsse zwischen SBB und SOB verbessern.[2]
Ausgangslage
Täglich benutzen mehr als 20'000 Reisende den Bahnhof. Mittelfristig wird eine Zunahme der Ein- und Aussteigenden um ungefähr einen Drittel erwartet.
Die bestehenden Perrons und Zugänge sind bereits heute zu Spitzenzeiten stark belastet. Die historisch gewachsene Gleisanordnung erschwert zudem einzelne Umsteigeverbindungen.
Besondere Herausforderungen sind:
- schmale Perronbereiche;
- ungleichmässige Bahnsteighöhen;
- teilweise fehlende stufenfreie Wege;
- enge Unterführungen;
- Konflikte zwischen wartenden und umsteigenden Reisenden;
- die Verknüpfung der SBB- und SOB-Gleise;
- die begrenzten Platzverhältnisse zwischen Stadt und See.
Erweiterung der Perrons
Die bestehenden Perronanlagen sollen verlängert und verbreitert werden.
Das Perron an den Gleisen 1 und 9 wird ausgebaut. Auch das Mittelperron an den SBB-Gleisen wird verbreitert.
Im Zuge der Neuordnung soll ein bestehendes Gleis entfernt beziehungsweise umgebaut werden. Ein anderes Gleis wird künftig als Multifunktionsgleis genutzt.
Die Perrondächer werden an die neue Gleis- und Bahnsteiganordnung angepasst.
Neue Personenunterführung Seehof
Südlich der städtischen Unterführung Merkurstrasse ist eine neue Personenunterführung mit dem Namen Seehof vorgesehen.
Sie wird sämtliche SBB- und SOB-Perrons miteinander verbinden. Treppen und Lifte sollen durchgehend hindernisfreie Wege ermöglichen.
Die neue Unterführung verbessert insbesondere das Umsteigen zwischen der S13 und den SBB-Zügen.
Die bestehende städtische Unterführung Merkurstrasse bleibt als Verbindung zwischen Stadtzentrum und See bestehen. Sie soll nach dem Umbau jedoch nicht mehr als Zugang zu allen Perrons dienen.
Ausbau der SOB-Anlage
Die Südostbahn soll im Bahnhof künftig über zwei eigenständige Gleise verfügen.
Neben dem heutigen Gleis 9 entsteht auf der Stadtseite ein zusätzliches Gleis 8 mit einem neuen Aussenperron.
Die neue Anordnung ermöglicht, dass Reisende aus Richtung Einsiedeln künftig perrongleich auf einen SBB-Zug in Richtung Zürich umsteigen können.
Dadurch verkürzen sich die Wege, und die stark beanspruchten Unterführungen werden entlastet.
Projekt Zickzackzug
Im Rahmen eines öffentlichen Projektwettbewerbs wurde 2022 das Projekt Zickzackzug der Planungsgemeinschaft Bahnhof Wädenswil mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Das Konzept verbindet den technischen Bahnausbau mit einer Aufwertung der öffentlichen Räume.
Vorgesehen sind:
- neue und breitere Perrons;
- eine klar gestaltete Personenunterführung;
- kurze und übersichtliche Umsteigewege;
- zusätzliche Bäume und Grünflächen;
- geordnete Velo- und Autoabstellplätze;
- bessere Aufenthaltsbereiche;
- eine stärkere Verbindung zwischen Stadt und See.
Die Gestaltung soll den Bahnhof nicht nur leistungsfähiger, sondern auch als Stadtraum attraktiver machen.
Zeitplan und Kosten
Die SBB erarbeiten gegenwärtig das Auflageprojekt.
Wenn das Bewilligungsverfahren planmässig verläuft, kann der Baustart voraussichtlich Ende der 2020er-Jahre erfolgen.
Die Bauarbeiten sollen rund sechs Jahre dauern. Da der Bahnverkehr während des Umbaus weitgehend aufrechterhalten werden muss, werden die Arbeiten in zahlreiche Etappen aufgeteilt.
Die SBB schätzen die Gesamtkosten auf rund 170 Millionen Franken. Die Finanzierung erfolgt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes.[2]
Bedeutung für Wädenswil
Die Eisenbahn prägte die wirtschaftliche, räumliche und gesellschaftliche Entwicklung Wädenswils stark.
Sie verbesserte den Transport für Industrie und Gewerbe, förderte das Wachstum des Ortes und machte tägliche Arbeits- und Ausbildungswege nach Zürich möglich.
Die Strecke nach Einsiedeln verband Wädenswil zusätzlich mit den höher gelegenen Gemeinden des Kantons Schwyz. Dadurch wurde die Stadt zu einem regionalen Umsteigepunkt.
Heute besitzt der Bahnhof Bedeutung als:
- Pendlerbahnhof;
- regionaler Busknoten;
- Anschlussbahnhof zur Südostbahn;
- Verbindung zur Zürichsee-Schifffahrt;
- Zugang zum Stadtzentrum;
- Erschliessungspunkt für Schulen und Hochschulen;
- Ausgangspunkt für Freizeit- und Ausflugsverkehr.
Die hohe Zahl der Reisenden beeinflusst auch den lokalen Detailhandel und die Gastronomie. Das Bahnhofgebiet gehört zu den am stärksten frequentierten öffentlichen Räumen der Stadt.
Bahnhof und Stadtentwicklung
Der Bahnhof liegt an einer städtebaulich anspruchsvollen Stelle zwischen historischem Zentrum und See.
Seit 1875 trennt die Bahnlinie die Stadt räumlich vom Ufer. Gleichzeitig ist sie einer der wichtigsten Gründe für das Wachstum und die gute Erreichbarkeit Wädenswils.
Die Stadtentwicklung versucht deshalb, die Vorteile des Bahnanschlusses zu nutzen und die trennende Wirkung der Gleise zu vermindern.
Wichtige Ziele sind:
- attraktive Fussverbindungen zwischen Zentrum und See;
- sichere und ausreichend breite Unterführungen;
- kurze Wege zwischen Bahn, Bus und Schiff;
- genügend Veloabstellplätze;
- hochwertige öffentliche Räume;
- Erhaltung bedeutender historischer Bauten;
- Anpassung des Bahnhofumfelds an den Klimawandel;
- Abstimmung von Verkehr, Detailhandel und Wohnen.
Der geplante Bahnhofsumbau gehört zu den grössten Infrastrukturprojekten der jüngeren Stadtgeschichte.
Jubiläum der Zürichseebahn
2025 feierte die Region das 150-jährige Bestehen der linksufrigen Zürichseebahn.
Am 27. und 28. September 2025 fanden in Wädenswil und weiteren Gemeinden Jubiläumsveranstaltungen statt. Dazu gehörten historische und moderne Züge, Ausstellungen, Filmvorführungen und ein Fest auf dem Bahnhofareal.
Ein neuer SBB-Doppelstocktriebzug erhielt im Rahmen des Jubiläums den Namen Wädenswil.[10]
Das Jubiläum erinnerte daran, dass die Bahnstrecke seit 1875 Wirtschaft, Siedlung, Alltag und Landschaft des linken Zürichseeufers grundlegend verändert hat.
Siehe auch
- Wädenswil
- Linksufrige Zürichseebahn
- Bahnstrecke Wädenswil–Einsiedeln
- Wädenswil-Einsiedeln-Bahn
- Schweizerische Südostbahn
- Schweizerische Nordostbahn
- Bahnhof Horgen
- Bahnhof Richterswil
- Bahnhof Samstagern
- Bahnhof Einsiedeln
- S-Bahn Zürich
- Zürcher Verkehrsverbund
- Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Literatur
- Peter Ziegler: Wädenswil. Vergangenheit und Gegenwart in Bildern. Wädenswil 1962.
- Peter Ziegler: Wädenswil. Von der Vergangenheit zur Gegenwart. Wädenswil.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
- Gerhard Oswald, Kaspar Michel: Die Südostbahn. Geschichte einer Privatbahn. Orell Füssli, Zürich 1991, ISBN 3-280-02048-4.
- Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
- Schweizerische Bundesbahnen: Ausbau Bahnhof Wädenswil. Projektdokumentationen zum Ausbauschritt 2035.
- Verein 150 Jahre Zürichseebahn: 150 Jahre linksufrige Zürichseebahn. Jubiläumsschrift, 2025.
Weblinks
- Bahnhof Wädenswil auf der Website der SBB
- Fahrpläne für Wädenswil beim Zürcher Verkehrsverbund
- Ausbauprojekt des Bahnhofs bei den SBB
- Offizielle Website der Schweizerischen Südostbahn
- Geschichte der linksufrigen Zürichseebahn
- Geschichte des Bahnhofs Wädenswil
- Bahnhof Wädenswil bei Baukultur Wädenswil
- Offizielle Website der Stadt Wädenswil
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Wädenswil, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Schweizerische Bundesbahnen: Ausbau Bahnhof Wädenswil, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Verein 150 Jahre Zürichseebahn: Geschichte und Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Baukultur Wädenswil: Alter Bahnhof, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Verein 150 Jahre Zürichseebahn: Von der Wädenswil–Einsiedeln-Bahn zur Südostbahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Verein 150 Jahre Zürichseebahn: Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Bahnhofs Wädenswil, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Verein 150 Jahre Zürichseebahn: Bahnhof Wädenswil, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellenfahrplan Wädenswil, Bahnhof, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Wädenswil, Geschäfte und Dienstleistungen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Wädenswil: 150 Jahre linksufrige Zürichseebahn, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Wädenswil